Beiträge von Oehrling

    Es tut mir leid, dass meine Antwort auf dich beleidigend gewirkt hat. In den "Allgemeinen Boardregeln" (Moderator Andreas) ist festgelegt (und nochmal in einer "Aus gegebenem Anlass"-Regel bekräftigt), dass bei Bestimmungsanfragen zu essbaren Pilzen der Essfreigabe-Disclaimer in der Antwort erscheinen soll, sofern der Anfrager nicht deutlich gemacht hat, dass er die angefragten Pilze nicht verzehren will. Ich habe mich nur an diese Regeln gehalten, ohne jede böse Absicht.

    Könnte es sein, dass auf Bild Nr. 2 Pilze verschiedener Arten zu sehen sind? Der eine dünnstielige sieht mir deutlich anders aus als die übrigen. Und zum letzten Pilz: müssten in diesem Stadium die Lamellen nicht schon rosalich verfärbt sein, wenn es ein Rötling wäre?


    Und wenn Mitglieder wie Nobi, der sich halt mal für Dungpilze interessiert, mit der Ansicht " was auf Scheiße wächst interessiert mich nicht " ins Eck gefegt werden, dann melde ich mich zu Wort.


    Den Arroganz-Schuh ziehe ich mir an, das bekomme ich öfters von Leuten gesagt, die mich nur übers Internet und nicht live kennen. D. h. das ist mir bekannt und ich nehme es so hin, zumal der Arroganz-Vorwurf auch gerne mal als Ersatz für passende Sachargumente genommen wird.


    Aber dass ich hier Leute, die ich nicht mal kenne, bewusst "ins Eck fegen" will, möchte ich nicht so stehen lassen. Wenn ich sage, dass mich Pilze auf Scheiße nicht interessieren, wo ist da der persönliche Angriff? Wenn ich sage, dass man sich entweder auf makroskopisch leicht kenntliche Pilze konzentrieren sollte oder sich ein Mikroskop anschaffen sollte, um sich sinnvoll mit Conocyben befassen zu können, wo ist da der persönliche Angriff? Überhaupt: was soll in dieser Situation ein persönlicher Angriff auf einen Nobi, einen Beorn überhaupt nützen?[hr]
    [quote='Calabaza','https://www.newboard.pilzforum.eu/board/index.php?thread/&postID=161510#post161510']
    > Dein Weg scheint der einzig Richtige zu sein nach deiner Darstellung


    Das ist nicht mein Weg, sondern derjenige, der mir auf vielen Bestimmungsseminaren von den verschiedensten Referenten beigebracht wurde. Freilich: ich glaube mittlerweile an ihn, weil er mich in den letzten Jahren pilzbestimmungstechnisch enorm weitergebracht hat.


    > kleine Pünktchen auf Rinde interessieren nicht
    das was auf Scheiße wächst ist ohnehin tabu
    und wenn ihr nicht auf meiner Wellenlänge seid, ist es alles Schnulli-Bulli.


    Diese Zitate sind eine Mixtur aus dem, was ich geschrieben habe, und deiner persönlichen Interpretation.


    > Ich würde vorschlagen, dass du dich hier erst mal detailliert
    einbringst in das Forum, was Bestimmungsanfragen betrifft und auch mal paar eigene Beiträge erstellst, die uns aufhorchen lassen.


    Letzteres habe ich doch offensichtlich schon - mit diesen Beiträgen. Allerdings deutet der Rest deiner Aussagen an, dass du eher weniger als mehr von mir verfasste Beiträge lesen möchtest.


    > Und dann lass und mal sehen, was Schnulli-Bulli ist.
    Einfach nur kurz reinrotzen halte ich für kontraproduktiv. Gehen wir mal zu Details über. Gutes Gelingen.
    Das zeugt dann von wahrer Größe.


    Ich weiß nicht, ob ich, wenn ich das tatsächlich versuchen würde, weniger arrogant auf dich wirke (erst recht, wenn ich dabei Erfolg haben sollte - eine nette Zwickmühle, die du mir da aufgebaut hast!). Und darauf kommt es ja schließlich an, wenn ich dich richtig verstanden habe.


    Hallo Eike,


    danke für die Bestimmung.


    Als Bestimmung sollte man das natürlich nicht einstufen. Um einen Pilz bestimmen zu können, muss man ihn schon mal in der Hand gehabt haben. Über das Internet gibt es keine Bestimmung und demzufolge keine Essensfreigabe.
    Ich tippe aber trotzdem wie Eike auf Mairitterling.

    Vor allem sollte man nicht, wenn man einen "Hexenröhrling" gefunden hat, der nicht richtig blaut, achselzuckend sagen: "na gut, dann ist das eben ein nicht richtig blauender Hexenröhrling". So etwas kann mit viel Pech auch ein Satanspilz sein.

    Vergleiche mal mit Russula grisea. Das ist mit der erste Täubling, der im Pilzjahr auftaucht. Die Optik passt auch.

    Hallo Calabaza,
    Peziza ist gut möglich, da die Außenseite der Becher eine feinkleiige Oberfläche zu haben scheint - ist dem so? Vergleichbare Becherlorcheln haben das nicht in diesem Maße.
    Nützlich wäre auch, wenn man die Basis eines ausgegrabenen Exemplares zeigen würde, schließlich ist es ja erheblich, ob ein richtiger Stiel oder nur ein kleines Stummelstielchen vorhanden ist. Ich gebe zu, dass solche Fotos nicht so ästhetisch wirken wie die von dir gezeigten, aber zum Spekulieren braucht man die Angabe schon.


    Freundliche Grüße
    Stephan

    [quote='Beorn','https://www.newboard.pilzforum.eu/board/index.php?thread/&postID=161348#post161348']
    > Damit bleibt es eben einfach bei Conocybe spec.


    Das ist ja nicht nichts. Wenn man herausfindet, dass ein kleines braunes Pilzchen sicher eine Conocybe ist, hat man m. E. schon ziemlich viel geschafft. Es geht immer um das Wort "sicher".


    > Meinst du, ich sollte den Titel der Anfrage dahingehend ändern?


    Nein, warum? Du hast den Pilznamen in Fragezeichen gesetzt, und das ist für eine Anfrage korrekt.


    > Die Grenzen teste ich eben so ein wenig aus derzeit. Zu Pluteus, Russula und Ramaria kann man ja auch ganz gut noch einige Dunkelsporer - Gattungen dazustellen (Psathyrella, Coprinus). Von etlichen Ascomyceten - Gattungen ganz zu schweigen.


    Du hast vermutlich die 5 Bände "Großpilze Baden-Württembergs". Erkenntnisse bei der Findung dieser Grenzen kannst du gewinnen, wenn du die Bestimmungsschlüssel innerhalb der einzelnen Gattungen durchgehst und schaust, ob jeweils makroskopische oder mikroskopische Merkmale im Vordergrund stehen. So identifizierst du die Gattungen/Arten, bei denen man mit nur makroskopischen Mitteln gut vorankommt. Ascos sind da freilich nicht drin.


    Was man auch nicht unerwähnt lassen sollte: Ein guter Makroskopiker kann selbstverständlich, nachdem er einen Pilz einmal auf dem harten Weg mikroskopisch bestimmt hat, sich die zugehörigen makroskopischen Merkmale so gut einprägen, dass er diesen Pilz künftig auch ohne Mikroskop wiedererkennt.
    [hr]
    [quote='Calabaza','https://www.newboard.pilzforum.eu/board/index.php?thread/&postID=161353#post161353']
    > Hallo Stephan,
    im ersten Moment 8|,


    Hm ja, dieses Problem ist mir seit Jahrzehnten vertraut. Der erste Eindruck ist schon maßgeblich.


    > Neben der Mikroskopie sehe ich allerdings auch die Aufschlüsselung der DNS- als abschließende Möglichkeit der Bestimmung beim derzeitigen Stand der Forschung. Wer von uns hat die Möglichkeit dazu ?
    Niemand. Es sei denn, es ist ein Mykologe von Berufs wegen bei einem entsprechenden Amt / Institut beschäftigt.


    Diese Leute kann man kennenlernen - wenn man zumindest wüsste, wer das ist. Denn sie gehen teilweise auch auf Pilzexkursionen mit. Ansonsten muss man auf ein Pilzbuch warten, in das die neuen Erkenntnisse eingeflossen sind - dass es also tatsächlich mehrere Fliegenpilze, Parasole, Pfifferlinge und Steinpilze gibt, oder dass zehn verschieden beschriebene Täublinge alles nur Formen der gleichen Art sind.


    In das Pilzbuch "Funga Nordica, 2. Auflage" sollen meines Wissens solche Erkenntnisse miteingeflossen sein. Für den normalen Hausgebrauch ist das Buch aber eher ungeeignet, denn es hat fast 1000 Seiten, ist auf Englisch, es sind nur Pilze mit Hut und Stiel drin, und die einzigen enthaltenen Bilder sind Mikrozeichnungen.

    Hallo Beorn,
    ich bitte um Entschuldigung, wenn ich die Antwort wirklich zu unfreundlich formuliert habe, und verspreche, künftig mehr aufzupassen. Meiner Meinung nach bist du nach all deinen Beiträgen, die ich bisher gelesen habe, wirklich ein sehr guter Makroskopiker.


    Aber trotzdem bleibt dieses grundsätzliche Problem, auf das ich noch einmal am Beispiel Conocybe hinweisen möchte. Im Buch "Großpilze Baden-Württembergs, Band 4" sind 34 Conocybe-Arten gelistet (also nur diejenigen Arten, die für Baden-Württemberg nachgewiesen sind). Fast alle Conocyben haben einen konischen, irgendwie rostbräunlich gefärbten Hut mit einem Durchmesser von 2 bis 3 cm, mit samtig-trockener Oberfläche, und dazu rostbräunliche Lamellen und einen sehr dünnen Stiel. Jetzt kann ich mir wirklich beim besten Willen nicht vorstellen, wie man auf dem rein makroskopischen Weg durch das Dickicht bis auf die Art kommen will.


    Auch in anderen Gattungen gibt es Probleme, z. B.
    - kleine Dachpilze mit braunem Hut (gibts etwa 10)
    - Täublinge mit rotem Hut (gibts etwa 50)
    - gelbe Korallen mit orangen/rosalichen Beitönen (gibts mindestens 15)
    ...


    Was hilft es, dann einen Artnamen zu posten, immer mit den Zusatz "vermutlich", "möglicherweise", "vielleicht"? Wenn es dann doch nicht die Art ist, hat sich vielleicht inzwischen ein falsches Bild von der Art eingeprägt, das einem später bei der Bestimmungsarbeit im Weg steht.


    Freundliche Grüße
    Stephan


    So die nächsten zwei fand ich bei meiner Freundin im Garten, auf dem Rindenmulch-Erde Gemisch. Im Garten stehen Apfel und Pflaumenbäume, sowie sämtliche Sträucher Büsche und was weiß ich noch alles und in der Mitte befindet sich ein ziemlich großer Teich.
    Der Geruch war bei beiden Pilzen eigentlich gleich, irgendwie mehlig aber nicht unangenehm.


    Die würde ich in der Gattung Collybia/Rhodocollybia/Gymnopus (je nach verwendetem Pilzbuch) suchen.

    Wenn die Hutoberfläche nicht reinweiß, sondern leicht hellgrau ist, könnte es auch ein Breitblättriger Samtrübling (Megacollybia platiphylla) sein. So einer kam mir gestern vor.

    Wenn er rosa Sporenpulver hat, ist es wahrscheinlich ein Rötling. Es gibt außer E. clypeatum noch ein paar andere große graue Rötlinge mit Haupterscheinungszeit im Frühjahr. Wie man die voneinander abgrenzt, muss dir allerdings ein besserer Rötlingskenner als ich erklären.

    Das Mikroskop ist dabei noch das Billigste. Die Fachliteratur, ohne die das Mikroskopieren kaum was bringt, kostet ungefähr dreimal soviel. Und dann kommt nochmal was für das Verbrauchsmaterial drauf.


    Ich verstehe deswegen voll und ganz, wenn man sich dieses Fass nicht aufmachen möchte. Aber dann ist das Beschäftigen mit kleinen braunen Pilzchen Zeitverschwendung, denn alles, was man bestimmt zu haben glaubt, trägt auf ewig ein Fragezeichen (Schnulli-Bulli eben). Wenn das unfreundlich klingt, tut mir das grundsätzlich leid, aber ich bin nun mal ein Freund klarer Worte.


    Übrigens gebe ich Pilzler13 in einem Punkt voll recht: wer nicht gescheit Makromerkmale erheben kann, dem bringt ein Mikroskop wohl auch nichts.

    [quote='Schwammolo','https://www.newboard.pilzforum.eu/board/index.php?thread/&postID=161177#post161177']
    > Aber wieso hast du ihn?


    Äääääh, weil ich auch ab und zu Trüffeln suche, zwar ohne Hund...
    hatte ichs noch nicht erwähnt... *indieluftpfeiff*


    > Die vermeintliche Genabea schaut zwar ziemlich genau wie eine aus, aber die fehlenden Sporen hätten mich stutzig machen sollen. Es handelt sich um eine Tuber rufum


    Bevor Gunnar sich ebendieses Exemplar angeschaut hat, würde ich mich nicht damit zufriedengeben. Das sieht wirklich genau wie Genabea aus. Schmeiß das gute Stück erstmal nicht weg.


    > Ist es denn überhaupt möglich, Pilzmycel zu beschädigen?????????


    Ja, ganz leicht und dann irreversibel. Einfach Jauche auf den Rasen gießen oder Kalkdünger in den Wald reinblasen. Pilze ausbuddeln dürfte gegen die beiden Sachen harmlos sein.

    Hallo Schwammolo,
    in "Fungi Ipogei" von Montecchi/Sarasini ist Genabea ausführlich beschrieben (hast du eigentlich dieses Buch? ein absolutes "Muss-man-haben" für alle Trüffelsucher!). Man bestimmt diesen Pilz anhand der ellipsoid bis keulenförmigen, 4 bis 6-sporigen Asci sowie den globosen Sporen mit ca. 35 bis 40 My Durchmesser und einer warzigen Ornamentierung.


    Glückwunsch zu dem tollen Fund!