Weiter frage ich mich, wie ich und meine Altersgenossen, wie auch unsere Nachfolgegenerationen ihre Kindheit überleben konnten. Es gab ja schließlich keine Kindergärten und wir wurden schon in frühester Entwicklungsphase mit in den Garten oder den Wald geschleppt. Da wurde eine Decke inmitten aller tödlichen Gefahren ausgebreitet, von der zu krabbeln und die Umgebung zu untersuchen wohl höchstes Vergnügen bereitet haben muss. Wenn die Beinchen trugen, wurden die Kleinen den älteren Geschwistern übergeben, mit der Pflicht sie zum spielen mitzunehmen. Wohin ? In den angrenzenden Wald natürlich. Sonst gabs ja nix. Komisch, eigentlich müssten wir alle tot sein.
In dieser Zeit sind schon auch Kinder zu Schaden gekommen. Es sind auch im Verhältnis deutlich mehr Kinder im Alltag zu Tode gekommen als heute (nicht nur durch Pilze, sondern durch Unfälle, Ertrinken, Krankheiten, Parasiten wie Fuchsbandwürmer usw.). Die Gesellschaft hat sich nur damals noch nicht so über jeden Einzelfall aufgeregt wie heute, sondern es wurde so hingenommen, und es wurde viel mehr gebetet. Dass heutzutage so wenig Kinder sterben, ist eine hart erarbeitete Errungenschaft. Mag sein, dass das auf Kosten bestimmter anderer Fähigkeiten ging, z. B. das Leben mit der Natur statt gegen die Natur.
Zum hier diskutierten Fall der Pilzinvasion im Kindergarten: Womit man Pilze vom Rasen ziemlich zuverlässig wegbekommen könnte, wäre Mistbrühe (auch Gülle, Jauche oder Puhl genannt). Zwei mal ordentlich scharfe Mistbrühe auf den Rasen gekippt, so dass die Grasnarbe schier verbrennt, und man dürfte mindestens 15 Jahre Ruhe vor allen Pilzen haben. Das stinkt zwar bis zum nächsten Regen wie die Pest, sollte also nur während der Kindergartenferien gemacht werden, aber es dürfte wirken.
FG
Oehrling
