Beiträge von Juergen-M

    Hallo Marcel,


    ja, da hast Du natürlich Recht. Außer einer volkswirtschaftlichen Abwägung gibts aber leider auch noch - auch in unserem Ländle! - Nepotismus und Korruption;-) Kalk und Sand sind wichtige Rohstoffe (nicht nur in Baden-Württemberg) und Abbaulizenzen haben ein lange Tradition (um es mal wieder vorsichtig auszudrücken;-)


    Grüßle

    Jürgen

    nochmal ich,


    ich möchte noch ein paar positive Aspekte beleuchten und aber auch warnen: Es gibt seit Jahrzehnten tatsächlich eine nachhaltige Waldwirtschaft, die z.B. mit dem "Trittstein-Prinzip" arbeitet; Hier sind Pflanzenstandorte und Habitat-Baum-Gruppen die kleinste Einheit, alte Bäume, die man einfach wachsen und absterben lässt, dann kommen ausgewiesene größere Areale wie Waldrefugien (meist an Habitatbaum-Gruppen gebunden) und schließlich Schutzkategorien wie Schonwald, Waldbiotope, bis hin zum Bannwald.


    Leider leider ... können solche Kategorien rechtlich ganz leicht ausgehebelt werden: Beispiel aus meiner Heimat: Ein bewaldeter Berg (Juragestein) der sich Fischersberg nennt (im Mochental), der sei ca 50 Jahren nachhaltig bewirtschaftet wird, verliert im Laufe dieses Jahres noch seinen Status, weil eine Kalk-Abbaufirma sich hier einen alternativen Abbau gesichert hat. Die Firma baut lediglich Kalk für Schotter ab (der in unseren Regionen für den Waldwegebau verwendet wird). Dafür wird in den nächsten 40-50 Jahren dieser bewaldete Berg quasi abrasiert;-) ... und Bäume natürlich geerntet, ungeachtet einer Nachhaltigkeit.


    Naturschutz muss sich ein Land auch leisten können. In unsicheren Zeiten, wo z.B. ein friedliches Land sich plötzlich in einer militärischen Aufrüstungsspirale wiederfindet, wird Naturzschutz und nachhaltige Bewirtschaftung prioritär nachrangig (um es mal vorsichtig auszudrücken). Ganz zu schweigen von Kriegen! Sie sind die schlimmsten Umweltzerstörer, die es gibt.

    hallo zusammen,

    lese hier jetzt schon ein Weilchen mit, sehr interessant und lehrreich. Danke allen Beiträgern! Joana kommt mir wie eine freundliche KI vor, die hier ihre Forst-Agenda mit sanftem Überzeugungswillen unter jene Leute bringen will, die aus ihrer Pilzsammlererfahrung heraus doch eher negative Folgen einer Forstwirtschaft kennen gelernt haben.


    Ich würde mir auch eine Joana wünschen, die mal 30-40 jahre Forstpraxis auf dem Buckel hat, und davon berichtet;-) (entschuldige den "Buckel", ist nur metaphorisch gemeint;-)


    Dass Harvester den Waldboden nicht (oder weniger) beschädigen, als z.B. Forwarder ist schon eine steile These. Dass es in der Holzfabrikation auch solche Sachen gibt, wie Leihfirmen (auch ausländische), die per GPS die Parzellen abfahren und sich nicht die Bohne drum kümmern, wie oft Rückgassen befahren werden, habe ich selbst schon beobachtet. Das sind in der Tat Panzerübungsgelände ... teilweise ohne Rücksicht auf die Witterungsverhältnisse und Bodenbeschaffenheit entstanden.


    Es stellt sich mir auch die Frage, ob so eine pragmatische "Wissenschaft" der Ernte-Optimierung (Forstwissenschaft), nicht doch auch selbst noch großen Lernbedarf hat, z.B. was Ökologie anbelangt, mit allem was dazu gehört: Biozönosen, Artenkenntnisse, Prozessschutz (Langzeitstudien). Ansätze gibt es da ja auch.

    Bin gerade sehr bestürzt und traurig,

    hab das gerade über meinen Kumpel erfahren. Ich hoffe, dass es da noch Resonanz bei der DGfM und vor allem in der ZMykol gibt. Ich hatte mit Karin die letzten drei Jahre leider kaum Kontakt, und wusste auch nichts davon, dass sie wohl schwer krank war. Für mich war sie nicht nur ein schreiberisches Vorbild, sondern auch ein gute Mykologin, Herausgeberin und tolle Frau!


    Jürgen

    Liebe Pilzfreunde,

    die Ulmer Pilzfreunde der AMU sind aktiver denn je! Anbei der Link zu unserem Jahresprogramm 2023. Jeder ist herzlich eingeladen, unsere Veranstaltungen zu besuchen. Außer Exkursionen und interessanten Vorträgen gibt es auch dieses Jahr wieder den beliebten Pilzworkshop in Blaubeuren. Meldet euch rechtzeitig an!

    liebe Grüßle

    Jürgen

    Jahresprogramm AMU 2023

    Liebe Pilzfreunde,

    unser Ehrenmitglied Hans E. Laux ist am 07. Oktober 2020 verstorben. Bekannt sind seine in mehreren Auflagen erschienenen Kosmos-Pilzführer.

    Einen Nachruf, der auch in der Lokalpresse erschienen ist, kann man auf unserer Vereins-Seite lesen:

    Willkommen

    Grüßle

    Jürgen

    Liebe Pilzfreunde,

    anbei der Link zum neuen Jahresprogramm der AMU 2020. Der kleine Verein unter der Führung von Dr. Birgit Weisel schlägt sich wacker, gerade in Zeiten, wo der "Jungwuchs" wegbleibt, die Alten unpässlicher werden und ein allgemeines Vereinssterben grassiert, ist es um so erstaunlicher, dass sich solche "Nischen-Gruppen" noch halten können. Vielleicht schaut mal der ein oder andere Pilzfreund von Nah und Fern vorbei.

    http://www.getback-beatlesnight.de/amu/?jahresprogramm_2020


    mit besten Grüßen

    Jürgen

    Hallo Ralph,


    die Rindenpilzsache ist so ein Test, wer von den AMU-Mitgliedern überhaupt auf die Vereinshomepage schauen;-) Bin mal gespannt.


    Grüßle

    und

    ich schick Dir mal noch ein paar Fotos von meiner "Pilzzucht", ich konnte nach Deiner Anweisung tatsächlich noch drei mal ernten;-)

    Ich sehe hier auch nur eine etwas vertrocknete Onnia (Inonotus) itomentosus.php

    , zum KOH kann ich meinen Vorpostern nur Recht geben; zum selber machen aus Festmaterial braucht man eine Feinwaage, außerdem ist das nicht ungefährlich, hier bietet sich der Myko-Shop an mit fertig gemischten Lösungen.


    Grüßle

    Jürgen

    Hallo Chris,


    mit den Big Five kann man unmöglich etwas falsch machen:

    Zeiss, Leitz, Olympus, Nikon, Wild-Heerbrugg

    auf dem Gebrauchtmarkt sogar günstig bis bezahlbar.

    wenn ich mir überlege, dass mein Zeiss Axioskop mit voller Bestückung (Baujahr Mitte 80er)

    gebraucht auf ca knapp 1500 euro kam (100er Neofluar Planachromat inbegriffen), und der Neupreis damals bei einem Mittelklassewagen lag,

    dann kann ich über diesen Preisverfall nur jubeln. Jeder, der sich ein günstiges "China-Teil" zulegen will,

    sollte überlegen, ob ein gebrauchtes "Qualitäts-Mikroskop" nicht doch die bessere Wahl ist, langfristig.

    Man kann sich auch von billig zu teuer "hangeln", wenn man Zeit, Nerven und Geld hat.


    Grüßle

    Jürgen

    hallo Zusammen,


    ob unsere Instinkte sozusagen zivilisatorisch "überformt" sind, z.b. durch auf vielerlei Arten aufgeschlossener Nahrung (gegart, vergärt, haltbar gemacht, chemisch-industriell manipuliert) ist schon ein Thema, das es verdient näher beleuchtet zu werden.


    Es gibt da so ein paar "Naturregeln" an die man sich in der Not halten kann, z.B. ist fast jede süß/sauer schmeckende rote Frucht nicht giftig (Ausnahmen bestätigen hier natürlich die Regel;-), und das meiste "Geschmacklose" auch nicht giftig;-) Ob man mit viel Einfühlungsvermögen und meditativem Vorkosten vor Vergiftungsfällen gefeit ist, vermag ich nicht zu sagen. Bisher sind mir bei meinen Einzelverkostungs-Versuchen bei Pilzen zwei Giftpilze untergekommen, die geschmort wirklich gut schmecken; Der Satansröhrling (natürlich junge Exemplare) und der Kahle Krempling.


    An den Knolli hab ich mich bisher noch nicht rangetraut, da mir der DGfM-Toxikologie Siegmar Berndt davon abgeraten hat ... auch unter der Vorgabe (selbstverständlich!!), dass ich die Geschmacksproben nicht runterschlucke! Hier mal zwei Einzelverkostungen besagter Giftpilze: bsatanas-verkost.php

    und pinvolutus-verkost.php


    Grüßle

    Jürgen

    Hallo zusammen,


    junge Riesenboviste (reinweiß, festfleischig) besitzen auf jeden Fall einen deutlichen und sehr guten Eigengeschmack und zählen für mich zu den besten Speisepilzen. Es kann durchaus sein, dass sie älter (schwammiger) oder nicht mehr ganz so reinweiß;-) geschmacklich einbüßen;-) Hier mal eine Einzelverkostung:

    cgigantea-verkost.php


    Grüßle

    Jürgen

    Liebe Jule,

    von mir an dieser Stelle auch nochmal Meine Glückwünsche ... und meine Bewunderung! Ich denke, das Buch könnte sich auch über den Kreis der üblichen Verdächtigen hinaus verkaufen ... ;)

    Grüßle

    Jürgen

    Hallo Pablo,

    herzlichen Dank fürs Reinschauen und Deine tollen Vergleichsbilder! Dass die Art auch so farbenfroh daherkommen kann, wusste ich nicht, aber Du hast Recht, es kommt eigentlich nichts anderes in Frage ... vielleicht könnte man hier eine eigene Art daraus machen; das Buntfarbige Großsporbecherstroma *g*


    mit besten Grüßen

    Jürgen

    Hallo zusammen,


    neulich in einem sickerfeuchten Laubmischwald mit Eichen auf einem am Boden liegenden Eichenast. Porotheleum (meine Vermutung) kenne ich irgendwie anders, blasser, und vor allem mit deutlicherem scyphelloiden Hymenium. Das hier sieht zu gleichmäßig aus (obwohl die Dissepimente recht dick sind). Der Belag war dünn und leicht vom Substrat ablösbar. Die Sporen sind für P. fimbriatum zu lang (im Duchschnitt 1 µm länger als in der Literatur (Ryvarden). Mikrokurzbeschreibung: Basidien 4-sporig, Hyphen mit Schnallen, so eine Art Gloezystiden und schmale Zystiden (oder Zystidiolen) sichtbar. Hyphenstruktur mindesten dimitisch (mit skelettoiden Hyphen).

    Was meint Ihr?

    Sporen[95% • 27 • SAP • v • H2O(nat) ] = 5 - 5,8 - 6,5(6,9) x 3 - 3,4 - 3,9 µm; Q = 1,4 - 2


    Grüßle

    Jürgen


    hallo Nobi,


    vielen Dank für Deinen Kommentar! Deine Verkostungen sind ja schon hohe Küchenkunst, so mit Rezept;-) Ich könntemir vorstellen, dass man Lepiste flaccida schmackhaft hinbekommt .... aber die Geschmäcker sind ja auch etwas verschieden;-) Den Samtfußkrempling werde ich auf jeden Fall mal probieren.


    liebe Grüßle
    Jürgen
    [hr]


    Hallo Jürgen,


    ein tolles Projekt, die Idee finde ich sehr gut! :thumbup: Danke für den Link!


    hallo Alexander,


    vielen Dank für Deine positive Resonanz!


    beste Grüßle
    Jürgen
    [hr]


    Hallo Jürgen


    Die Darstellung sowie Kommentare und Bemerkungen gefallen mir gut. Ich esse zwar nur gelegentlich Steinpilze habe aber früher selber mal mit Einzelgerichten experimentiert. Bezüglich Waldchampignon, Perlpilz, Steinpilz, Riesenbovist, Schleiereule, Rauhfußröhrlingen, Parasol und Frauentäubling teile ich Deine Meinung. Besonders enttäuscht war ich von der Schleiereule. Ganz junge festfleischige Exemplare hatten schon einen üblen Nebengeshmack.


    LG Karl


    hallo Karl,


    vielen Dank für Dein Lob und die Anmerkungen! Die Schleiereule hat mich richtig enttäuscht, da ich die aus früheren Jahren irgendwie als guten Speisepilz in Erinnerung hatte. Heute kann ich sie definitiv nicht empfehlen.


    liebe Grüßle
    Jürgen
    [hr]


    Hallo Jürgen,


    auch von mir ein :thumbup: :thumbup: - neben euer inhaltlich sehr guten Seite sich auch dieser scheinbar profanen Sache mit gleicher Hingabe zu widmen. Es steht ja schließlich nirgends, dass man Wissenschaft trocken sein muss und man sie nicht mit Kulinarischem anreichern darf.


    Damit ich meine Vorredner nicht einfach kopieren, auch optisch einfach Klasse gemacht mit der weißen Pfanne - besonders augenfällig bei dem Heringstäubling.


    Hallo Rainer,


    dir auch einen herzlichen Dank für Deine positive Resonanz! Der Herinstäubling hat mich ehrlich gesagt ziemlich überrascht; erstens mit diesem Farbspiel in der Pfanne und zweitens geschmacklich!


    beste Grüßle
    Jürgen