Beiträge von Juergen-M

    Hallo Uliko,


    es gibt wirklich nur wenige Heuristiken für das sichere Erkennen von Speisepilzen, dazu muss man Gattungen sicher erkennen können.


    Bei Täublingen gibt es nicht wirklich giftiges, und alle milden sind essbar.


    Die Reizker-Regel ist auch richtig, jedoch muss man die Gattung Lactarius erkennen können, es gibt nämlich noch andere Gattungen mit milchenden (rot/orange-milchenden) Pilzen.


    Wer Champignons erkennen kann, muss nur die Karbolegerlinge beachten, aber ... es gibt sehr viele Pilze aus dieser Gattung, die gar nicht schmecken, und auch schwer im Magen liegen, z.B. Agaricus benesii (Weißschuppiger Egerling), der wohl sehr häufig mit dem Schaf- oder Wiesenchampignon verwechselt wird. Gut, giftig ist der nicht.


    Alle Hutpilze mit Röhren, die nicht bitter schmecken, sind essbar, aber z.B. gibt es Menschen, die die Bitterstoffe des Gallenröhrlings nicht schmecken können! Man sollte auch beachten, das man die Inhaltsstoffe der meisten Pilzarten gar nicht kennt.


    In der Survival- oder Bushcraft-Szene gibt es gute Heuristiken für essbare Wildpflanzen, Insekten und anderes Getier, aber auch da ist ein Erkennen der Gattung oder Familie wichtig, z.B. sind weltweit alle Nachtkerzen-Gewächse essbar, und zwar alles an der Pflanze, oder Brennessel-Pflanzen aus der Familie Urticaceae, man weiß auch, dass alle Samen der Rosengewächse giftig sind (Blausäure). Zurecht sind Surviveler oder Bushcrafter, was Pilze anbelangt, seehr zurückhaltend, weil es einfach viel zu viele, leicht verwechselbare Arten gibt (in Mitteleuropa ca 16.000 Großpilze)!


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo V.Wagner,


    auf jeden Fall ein Rostpilz. Lt. KLENKE gibt es auf Hartriegel (Cornus spp) keinen Rostpilz, nur Mehltaue. Wie ein Hartriegel-Blatt sieht mir das auch nicht gerade aus, eher wie Ein Kreuzdorn (Rhamnus).


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo Neuling,


    also die kostenlosen Exkursionen im Ulmer/Ehinger Raum (AMU) sind nicht ausgebucht (außer die vom Herrn Manfred Enderle: VHS-Führungen mit Eintritt). Bei den Stuttgartern weiß ich das nicht, hast Du da mal nachgefragt? Ansonsten gibt es wohl im Raum Heidenheim VHS-Führungen mit Georg Schabel. Einfach mal googeln. Wir selbst sind zwar auf der schwäb. Alb unterwegs, aber nicht spezifisch Speisepilzmäßig. Kontaktiere mich doch mal per PM.


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo Fenrir,


    interessantes Pilzchen (Tilachlidium brachiatum)! Eine Anamorphe hätte ich als zweites getippt, und diese Art könnte es tatsächlich sein - die makroskopische Ähnlichkeit ist frappierend!


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo claus,


    mit diesen doch eher "gröberen Poren" würde ich auf Polyporus varius tippen. Die anderen beiden besitzen so feine Poren, dass man die nur mit Lupenvergrößerung sieht. Es gibt noch Merkmale, die gegen P. badius und P. melanotus sprechen: P. badius ist dunkler gefärbt und größer, P. melanotus findet man eigentlich überwiegen auf dem Boden (also aus im Boden vergrabenem Holz - mit meist langen Stielen - herauswachsend).


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo Bernhard,


    an ein Ozonium glaube ich auch nicht. In der Gattung Pterula (Borstenkorallen) gibt es solche unverzweigten, rasig wachsenden "Nadeln" (Pterula gracilis), aber das müsste man mikroskopieren. Hatte das Teil irgend einen auffälligen Geruch?


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo Pablo,


    was ein Forumsuser oder Gast letztlich daheim in die Pfanne haut, kann niemand kontrollieren, und dass der größte Teil der hier Anfragenden für die Küche sammelt, dürfte auch klar sein. Im letzten TINTLING konnte man lesen, dass die Pilzvergiftungen allgemein zugenommen haben, und man die Ursache darin sieht, dass vemehrt junge Leute mit ihren Smartphone-Applikationen in den Wald gehen - ich glaube, dass die Pilzforen incl. Facebook-Communities auch ihren Teil dazu beitragen, und zwar eher im Bereich der "stillen Mitleser", die ihre Bestimmungen nach Bildern entscheiden. Ist halt so, kann man nix machen. Hier ist ja jeder nach bestem Wissen und Gewissen unterwegs, und für die Unbelehrbaren und sich selbst Überschätzenden bleibt immer die Gefahr der Pilzvergiftung, wie im richtigen Leben;-))


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo Letzing,


    Eselsohren (Otidea) sind Bodenpilze, kann schon passen. Ein Foto der besagten Pfifferlinge wäre auch nicht schlecht, dann könnte man genaueres sagen. Verwechseln kann man übrigens alles mit allem, das scheint keine große Kunst zu sein;-)


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo Norbert,


    was für einen Schlüssel verwendest Du? Ich kann Dir den im GRÖGER empfehlen.


    Bei Trichterlingen ist folgendes wichtig zu notieren (am besten schon am Standort): Geruch, und zwar unverletzt und aufgeschnitten, Geschmack (oft kann man die Geschmacks-Komponente der mehlig riechenden, hygrophanen grauen Trichterlinge besser schmecken als riechen!) Bereifung am Hutrand (oft nur bei jungen Exemplaren). Dann muss man entscheiden, ob die Huthaut hygrophan ist.


    Deine Exemplare wirken "speckig", hier muss man - wie Ingo vermutete - C. phaeophthalma ausschließen. Wer den Geruch kennt, kann die Art immer am Geruch bestimmen - süßlich nach Hühnerstall (oder wie angebranntes Horn). C. phaeophthalma ist ein Chamäleon, was die Farben anbelangt, es gibt sogar sehr hellfarbige, fast weißliche mit dunkler Hutmitte!


    Deine Trichterlinge sehen hygrophan aus. Aber fehlender Mehl- oder Anis-Geruch führt beim Schlüsseln in eine "schwierige Gegend".


    Grüßle
    Jürgen


    p.s.: Noch eine Frage. Gab es in nächster Nähe dieser grauen Exemplare noch weitere, etwas gelblichere Trichterlinge?

    Hallo zusammen,


    ein Massenpilz ist B. fechtneri sicher nicht, aber in einigermaßen naturnahen Buchenwäldern findet man ihn eigentlich immer. Tatsächlich sind ein großteil meiner Funde von Waldwegrändern! Er sucht also etwas gestörte Stellen, bzw. verdichtete Böden.


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo zusammen,


    so sieht der typische B. rhodoxanthus aus, mit der hellblauen Verfärbung im Hutfleisch.


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo Craterelle,


    dieser Milchling kommt überall da vor, wo der Oberboden versauert ist, auch bei uns (Schwäbische Alb), allerdings findet man ihn nicht häufig. Gute Chancen hat man da, wo auch Säurezeiger vorkommen: Gallenröhrling, Porphyrröhrling, Flockenstielige Hexenröhrlinge usw.


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo Pablo,


    Hypocrea (citrina) überwachsen gerne Fruchtkörper anderer Pilze, oft Porlinge, aber auch Rindenpilze. Wenn ich mir so Dein Foto anschaue, dann ist die Sache für mich eigentlich klar: Hier überwächst eine Hypocrea eine Sebacina. Ob dem nicht so ist, wäre zu beweisen *g*


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo zusammen,


    Steffen liegt hier meiner Meinung nach richtig: Erd-Wachskruste
    Sebacina incrustans (Persoon: Fries) Tulasne. Sehr häufig und wächst direkt der Erde auf, kann aber auf Detritus (Blätter, Pflanzenstängel) übergehen.


    "Arten der Gattung Sebacina gelten als weltweit verbreitete Endosymbionten in den Wurzeln verschiedenster Pflanzen und haben möglicherweise einen bedeutenden Einfluss auf deren Wachstum und Gesundheit (WEISS et al. 2011)."


    Grüßle
    Jürgen