Beiträge von Juergen-M

    Hallo Pablo,



    Kein Nestle zu kaufen, ist auch schon mal ein Ansatz. ;)


    Da stimme ich Dir gern zu, aber ... leider ist das alles andere als einfach, den "Bösen" immer eindeutig ausfindig zu machen, und für nicht so politisch interessierte Menschen ist es so gut wie unmöglich. Ob alles am "Konsumenten" liegt, also ob er durch seinen Kauf fragwürdig hergestellter Produkte eine Teilschuld auf sich nimmt, ist kaum zu beantworten. Man darf auch nicht vergessen, dass Umweltschutz nur in reichen Industrieländern überhaupt ein Thema ist.


    Grüßle
    Jürgen


    p.s.: Wenn man sich als umwelt- und gesundheitsbewusster "Konsument" (ich hasse diese Bezeichnung!) gar keinen Kopf mehr machen will, dann wird man am besten Veganer und betreibt seinen eigenen Garten;-)

    Hallo Pablo,


    die Schutzverordnungen für Arten, also Bundesartenschutzverordnung oder Rote Liste, stammen noch aus der Zeit, als man die Nachstellung einzelner Arten unterbinden wollte, z.B. wurden viele Arten (nicht nur Pilze!) zwecks Bereicherung der menschlichen Nahrungspalette beinahe ausgerottet. Vor allem in Notzeiten.


    Heutzutage weiß man aber, dass Artenschutz nur über den Schutz der Habitate effektiv ist. Und hier entsteht ein nicht kleines Problem: Will man die Arten in ihren angestammten natürlichen Arealen schützen, muss man genau diese Areale schützen. Und das scheint wohl sehr schwierig zu sein - oder für viele Regierungen nicht durchsetzbar. Etwa 11,5 % der Erdoberfläche sind Schutzgebiete, aber eine vielzahl der schutzwürdigen Tiere und Pflanzen sind nicht in diesen geschützen Arealen angestammt. Man könnte hier zynisch anmerken: Knapp am Ziel vorbei.


    Eine Spezies unter Schutz stellen - ohne Kontext, ohne Habitat - ist eine Art Verlegenheitsmaßnahme und soll wohl eher das Gewissen beruhigen.


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo Mausmann,


    meine "Entwarnung" bezieht sich auf den echten Hausschwamm, wo tatsächlich alles zu spät wäre, man also den Wohnwagen (zumindest die Holzbestandteile) entsorgen müsste. Weißer Porenschwamm braucht Feuchtigkeit, daher würde es ausreichen, das morsche Holz auszutauschen und den Rest zu versiegeln, bzw dafür zu sorgen, das keine Feuchtigkeit mehr aufkommt. Ich vermute hier auch, dass der Porenschwamm ausgetrocknet ist (es war die Rede von "steinhart"). Er hat sich an einem feuchten Stellplatz gebildet, und sein Wachstum wohl dann eingestellt, als der Wohnwagen wo andershin gestellt wurde:-) Ist aber nur eine Ferndiagnose.


    Sporen-haltige Luft kann beim Menschen zu verschiedenen Symptomen führen, z.B. asthmatische Beschwerden oder allergische Reaktionen, daher sind stark sporulierende Fruchtkörper in Wohnbereichen immer eine Gefährdung für die Gesundheit.


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo zusammen,


    ein Porling ist das sicherlich, aber kein Hausschwamm (Serpula lacrimans). Der Haus- und auch der Kellerschwamm haben kein poriges (röhriges) Hymenophor, eher so aderig, daedaloid, und vor allem ist der braune Sporenstaub für den Hausschwamm auch sehr kennzeichnend. Also Entwarnung!


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo Pablo,


    es kann schon sein, dass Du ein Ornament siehst - Du kennst Deine Optik schließlich besser, als jemand, der nur Deine Fotos zu sehen bekommt, und keine Vergleichsmöglichkeiten hat. Versuch mal beim nächsten Fund mit Baumwollblau zu färben, das könnte man durchaus schon mit Deiner Vergrößerung und auf dem Foto sehen. Dein Bresser ist doch sicher mit eine 100x Objektiv aufrüstbar, oder?


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo zusammen,


    dieser C. fragrans s.l. war mal bräunlich, und ist dann ausgebleicht; meist bleibt dann eine etwas dunklere Hutmitte. Bei C. phyllophila ist die Huthaut wie weiß bereift oder lackiert, manchmal sogar auch glänzend wirkend, und nur der Hutrand ist etwas fleischfarben. Hier mal typische C. phyllophila:




    Grüßle
    Jürgen

    Hallo Enrico,


    sieht schon wie ein Buchenwaldbecheling aus (C. vesiculosa kann man aber schon mal vom Standort her ausschließen), aber bei Becherlingen kann man sich nie sicher sein: Mikroskopieren! Die unbekannte Pflanze ist eine Sauerampferart (Rumex spec.).


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo Pablo,


    die Auflösung bei dieser Vergößerung ist nicht gut genug um noch Details sicher ausmachen zu können. Was für ein Objektiv verwendest Du? Ornamente von Peziza-Sporen kann man eigentlich nur bei 1000facher Vergrößerung (Ölimmersionsobjektiv) sicher erkennen, und oft nur nach Färbung mit Baumwollblau (gerade P. arvernensis hat feine Warzen).


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo Christian,


    1. "Stacken" ist nicht notwendig ... bei Foto-Objekten, die Größer sind als eine Euro-Münze *
    2. Kamera auf manuell oder halbautomatik stellen, und eine kleine Blendenöffnung (hohe Blendenzahl) einstellen. Es kann dann sein, dass die Belichtungsdauer länger als z.B. 1/80tel oder 1/60tel wird, dann muss Du .....
    3. Ein Stativ und eine Auslöseverzögerung verwenden.


    * = Stacking ist nur nötig bei sehr kleinen Objekten und/oder bei Verwendung langer Brennweiten (beides engt die Schärfentiefe ein).


    4. Wenn Dir all die Begriffe nichts sagen (Blendenöffnung, Blendenzahl, Belichtungsdauer, lange Brennweite), dann mach einen Fotokurs oder besorge Dir Literatur (Fotoratgeber).


    Aus eigener Erfahrung: Die meisten Pilzfotografen verwenden Makroobjektive mit etwas längeren Brennweiten (ab 80 (100 mm)) und benutzen fast ausschließlich ein Stativ. Außer eine Erschütterungsfreiheit, ermöglichen Stative auch eine bessere Bildkomposition, weil man eben Zeit hat, das Objekt ins rechte Bild zu rücken;-) Viele Kompaktkameras besitzen Makromodus im Normalbrennweiten-Bereich und Supermakro im Weitwinkel - damit lassen sich auch kleinere Objekte mit akzeptabler Schärfentiefe ablichten -sofern man die Blende manuell einstellen kann (es gibt Kameramodelle, wo die manuelle Einstellung von Belichtungszeit und Blende nicht geht, da muss man dann die verschiedenen Motiv-Programme ausprobieren: Makro, Supermakro, Landschaft, Portrait usw usf.)


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo Tom,


    Du meintest sicher 60 mm;-) Die Frk-Größe wird in keinem mir bekannten Peziza-Schlüssel groß berücksichtigt. Pezizen sind in der Größe variabel. Es gibt auch kleine, fast blasige Buchenwaldbecherlinge. Leider muss man hier mikroskopieren.


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo Rika und Interessierte,


    ich will noch anmerken, dass die Herbsttrompete nicht gerade häufig ist! Die vielen Fundorte, die ich kenne, könnten den Eindruck einer Häufigkeit vermitteln, dem ist aber nicht so. Obwohl diese Art in fast allen großen Buchenwäldern in meiner Region vorkommt, muss man leider etwas Glück haben, Stellen zu finden.


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo Rika,



    das liest sich ja, wie wenn bei Dir (Luftline vielleicht 15 km von mir) an jeder Ecke die Trompeten wüchsen?!?


    So würde ich das zwar nicht bezeichnen, aber wenn man ein paar Jährchen die Wälder der Umgebung kartiert, summieren sich die Standorte: So gut wie in allen einigermaßen bodenfeuchten Waldmeister- und Orchideen-Buchenwäldern kann man bei uns die Trompeten finden, darüberhinaus gibts noch besondere Standorte, z.B. ein ausgehagerter, am SW-Hang liegender Seggenbuchenwald (Ottenhau - Längenfeld, Mundinger Spielplatz) ohne Jungwuchs - der flachgründige Boden besteht fast nur aus einer dünnen Humuslage und es kommen hier sogar "saure Arten" vor. Ein anderer abweichender Standort ist bei Weißtanne (Immenhardt), zwar bei Buchen (die geflanzten Buchen im "Vorbau" - also die Laubholzinseln im Weißtannenbestand), aber auch bis in den Weißtannenbestand hinein im Moos - Jungwuchs fehlanzeige. Dann gibts noch Wuchsorte bei und zwischen Roteichen (oft mit Laubwaldpfifferlingen zusammen) - ebenfalls ohne Buchenjungwuchs (Wald bei Bihlafingen - Schnürpflingen).


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo Rika,



    Man braucht den jungen Buchenanflug für die Herbsttrompeten - das steht außer Zweifel.


    Das klingt so apodiktisch! Wie kommst Du darauf, dass es eine notwendige Bedingung sein muss? Steht das irgendwo in der Literatur, oder resultiert das aus Deiner Erfahrung? Ich finde Herbsttrompeten zwar auch sehr oft im oder am Rande von Buchenjungwuchs, aber es gibt auch Fundorte an lichten, moosigen Standorten, wo keinerlei Jungwuchs zu sehen ist, ja sogar an südwest-exponierten und wärmebegünstigen, fast ausgehagerten Carici-Fegeten (Seggen-Buchenwälder).


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo zusammen,


    Pezizen sind makroskopisch sehr variabel. Ich habe auch schon vermeintliche P. varia nach Sporenuntersuchung als P. arvernensis abheften müssen. Ich kann mich der Meinung von Hartmut nur anschließen; Kleiigkeit oder auch Kerbrandigkeit sind keine sicheren Bestimmungsmerkmale. Außerdem kann A. arvernensis auch bei Fichten und Weißtannen im Nadelstreu & Reisig vorkommen!


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo Rika,


    das BWB macht meiner Meinung nach "seinen Job";-); es färbt. Ein Ausflocken im Sinne einer überalternden Reagenzie sehe ich hier nicht - das sieht meisten ganz anderes aus. Ich gab Dir ja im anderen Forum den Tipp, mal das BWB in sauberem AquaDest zu testen. Hat das was ergeben? Die bläulichen Schlieren und anderen Artefakte sind einfach nur organische Strukturen, irgendwelche Schleime, Bakterien usw. usf. die von Deinem Präparat herrühren.


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo Freecastle,


    die Kombination Sommersteinpilze und Herbsttrompeten kenne ich nur von einer Art Standort; und zwar sind das lichtere Roteichenbestände über etwas lehmigen, feuchteren Böden. Bei uns findet man diese Roteichen-Inseln vereinzelt in Buchenbeständen, vermutlich sind die da als Mastbäume fürs Wild gepflanzt worden, oder stammen aus Pflanz-Experimenten.


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo zusammen,


    ich möchte hier noch anmerken, dass es sich bei dem "Fuchsbau" um einen verlassenen Dachsbau handelt. Das kann man an der sogenannten "Dachsrutsche" erkennen: Der Eingangsbereich geht mehr oder weniger steil in die Höhle hinab, so dass der Dachs heineinrutschen kann.


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo Toffel,



    heißt das, dass die Gattung Isaria nur noch Vertreter der "Fungi Imperfecti" enthält/enthalten soll? Ist das Basionym I. umbrina in diesem Fall wirklich kein zulässiges Synonym für N. umbrinum?


    Also "Isaria" wird jetzt für die Nebenfruchtformen verschiedener Arten aus den Kleingattungen von Claviceps s.l. verwendet, wie Gernot in seiner Ausführlichen Darstellung von H. howeanum / I. umbrina gezeigt hat.


    Sobald der Holomorph bekannt ist (also eine Anamorph/Teleomorph-Zuordnung), spricht man bei der Anamorphe nicht mehr von "Fungi Imperfecti". Dieser "künstliche" Sammelbegriff wird nur für Anamorphen verwenden, wo es entweder keine Teleomorphe gibt, oder keine bekannt ist.


    Deine letzte Frage kann ich leider nicht beantworten, da ich in Nomenklatur alles andere als bewandert bin;-) Ob ein Basionym gleichzeitig ein Synonym ist, und ob und wie es angewendet werden darf, weiß ich nicht. Vermutlich hat "Isaria umbrina" als legitimes Basionym nurmehr "historischen Charakter", darf also nur im Kontext des aktuellen Namens genannt werden - wie immer der aktuelle Name auch sein mag: N. ubrinum / H. howeanum.


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo Toffel,



    warum ist I. umbrina die Anamorphe von was Anderem?


    Ja, das stimmt nicht ganz, was ich schrieb, ich muss das präzisieren: Es handelt sich hier nicht um eine Umkombination, sondern die Formgattung Isaria wird nun für was anderes verwendet. Die Kombination "Isaria umbrina" gibt es also nicht, und dieser Name darf nicht verwendet werden.


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo Pablo,



    Wenn ich das Fazit da so richtig verstanden habe, ist also Isaria umbrina nicht Nodulosprium umbrinum (Anamorpher Parasit an Pyrenos), sondern tatsächlich die Anamorphe der Zimtbraunen Kohlenbeere (Hypoxylon howeanum). Also nach neuer Nomeklatur eben auch mit dem Namen der Teleomorphe zu betiteln.


    Nein und ja. ;) Nodulosporium umbrinum ist der "richige" Name für die Anamorphe (folgt man der dualen Nomenklatur), aber laut der neuen Namensregeleung muss man zukünftig Hypoxylon howeanum sagen. Isaria umbrina ist "ganz falsch", und die Anamorphe von was anderem.


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    Jürgen

    Hallo Gábor,


    sehr schön! So eine Szene durfte ich auch mal erleben, hatte aber leider nicht Dein Foto-Glück;-) Man schließt die Kleinen gleich ins Herz und will sie auf der Stelle adoptieren. Ich blieb damals - in einiger Entfernung - so lange da, bis ich das Muttertier zurückkommen sah. Nicht selten gehen die Kleinen nämlich aus dem Bau, wenn die Mutter nicht mehr zurückkommt! Wegen der "Ruhestörung" brauchst Du aber kein schlechtes Gewissen zu haben, denn Füchse sind so einiges gewohnt; schließlich werden sie als "Raubzeug" intensivst bejagt (leider! und leider auch illegal!). Füchse bewohnen auch verlassene Dachsbaue, manchmal sogar auch in Dachsburgen mit Dachsen benachbart. Der Ausdruck "Hühnermörder" ist ja sicherlich Spaßes halber gemeint, aber ich möchte doch an dieser Stelle darauf hinweisen - quasi als Anwalt der Tiere;-) - dass so eine "Kriminalisierung" aus einer menschlichen Perspektive kommt, und dort, im menschlichen Rechtssystem bleiben sollte. Also sind diejenigen eher Hühnermörder, die Hühner massehaft züchten um sie im Babyalter zu schlachten, damit sie braungebrutzelt in ambulanten Grillstationen die Gaumen des Konsumenten erfreuen mögen *g*

    Hallo zusammen,


    ich schließe mich der Erklärung von Sebastian an. Morcheln (und andere Pilze) fruktifizieren da am besten, wo es genügend Feuchtigkeit gibt. Ich fand Spitzmorcheln bei rel. trockenem Wetter schon im Sand von abgedeckten Kindersandkästen oder sogar einmal unter einer Gartentreppe (im Treppenkasten) auf Rindenmulch. Am Rand der gemulchten Fläche sammelt sich Wasser und hält sich Feuchtigkeit länger, ebenso an Wegrändern.


    Grüßle
    Jürgen