Beiträge von Juergen-M

    Hallo zusammen,


    ich kann auch nur raten, mit Trüffel-Fundberichten aufzupassen. Es gibt ein paar Leute in der Myko-Szene, die dem "rechtlich nachgehen", z.B. ist Dieter Hohnstraß schon dafür angezeigt worden.


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo Ingo,


    also ich brauche keine Presseartikel, die jedes Jahr das immergleiche Pilzsammel-Lied singen, um glücklich meiner Passion nachzugehen;-) Im Gegenteil; mich stören diese oberflächlichen Speise-/Giftpilzgschichten, die die Sommerlöcher füllen sollen. Geht mir echt am A... vorbei, totally;-) Eine üble Nachwirkung dieser Zeitungsmeldungen ist die, dass unsere Vereinsexkursionen nach solchen Front-Berichterstattungen (Die Wälder stehen voller Pilze, In Deutschland schon 20 tödliche Pilzvergiftungen, usw usf) überlaufen sind ... und zwar mit sammelwütigen Menschen, die nur eine Frage auf den Lippen haben: Ist der essbar? Mit unruhigen Blicken und sehr ungeduldig laufen sie mit, um dann nach einer halben Stunde mitzukriegen, dass man sich hier ja jeden "ungenießbaren Mini-Scheiß" anguckt. Was wichtig ist:


    Etwas bewirken! Z.B. gemeinsam mit dem örtlichen Förster, Naturschutzbeauftragten oder Behörden (Naturschutzbehörde) Schützenswertes unter Schutz zu stellen. Am besten Biotopschutz. Wir versuchen das gerade bei uns. Wenn das klappt (inoffiziell per Arrangement oder auch offiziell), dann können die Schreiberling sehr gern kommen und davon berichten ... dann haben sie nämlich auch mal neuen, interessanten Stoff, und nicht immer diesen gleichen Käse, der pünklich zur Saison in jedem Drecksblatt zu lesen ist.


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo zusammen,


    ich habe eure Erfahrungsberichte über die Medien mit großem Vergnügen gelesen. Zu sagen, einiges ist mir nicht fremd, wäre hoffnungslos untertrieben, aaaberr ..... fragt euch selbst mal, warum ihr euch mit den Medien einlasst! Vemutlich glaubt ihr noch tatsächlich und idealistischer Weise, dass euer Fachgebiet so wichtig ist, dass es diese Art von Öffentlichkeit braucht. Braucht es nämlich nicht ... uns soo eine "Öffentlichkeit" schon gar nicht. Lasst es einfach bleiben, es streichelt nur der eigenen Eitelkeit, bringt aber für das Thema Pilze gar nichts .... wenn man genau hinschaut, schadet es vielleicht nur. Ich gebe weder Interviews, noch darf bei mir ein Redakteur "mitlaufen". Wenn einer hartnäckig bleibt, bekommt er von mir keine "braven Gschichten" über Speise-/Giftpilze erzählt, also das, was er gerne abdrucken lassen würde, sonder ich berichte ihm etwas über die subventionierten Umweltzerstörere Nr 1 in Europa: Land- und Forstwirtschaft, darüber, wie wir alle unsere Böden kaputt machen, Arten ausrotten, Biotope zerstören, usw usf .... der trollt sich schnell *g*

    Hallo zusammen,


    also ich kann, obwohl ich die Bitterstoffe im Gallenröhrling überhaupt nicht warhnehmen kann, andere bittere Substanzen sehr wohl schmecken. Stark gehopftes Bier, starken Kaffee, Bitterschokolade, Bitterstoffe in Wildkräutern, andere "bittere" Pilze wie z.B. den grünblättrigen Schwefelkopf oder die Huthaut von Cortinarius infractus aggr. usw usf. ... nur eben den Gallenröhrling nicht;-) Ich hatte übrigens mal für einen geplanten Artikel recherchiert, woher der Mythos stammt, dass Menschen, die die Bitterkeit des Gallenröhrlings nicht schmecken können, Diabetes haben, oder dafür anfällig sind. Vermutlich hat das Hans Dieter Zehfuß mal in der Pollichia in die Welt gesetzt, nachdem er einen Artikel darüber gelesen hat, dass der bittere Geschmacksrezeptor bei Diabetikern sozusagen defekt ist. Ich kenne jedoch mindestens einen Diabetiker, der die Bitterkeit des Gallenröhrlings schmecken kann! Ist alles halt nicht soo einfach;-)


    Grüßle
    Jürgen
    [hr]


    also "scharf essen" ist ja gesund! Würde ich beibehalten;-) Rauchen allerdings weniger;-) Ich war übrigens ebenfalls mal ein starker Raucher (hab 2004 damit aufgehört), und hatte während der Raucherphase nie das Gefühl, einen eingeschränkten Geschmackssinn zu haben. Allerdings bin ich heute oft nicht wenig schockiert, wenn ich Raucher "wahrnehme", und mir vorstelle, dass ich selbst mal so mit verrauchten Klamotten unterwegs war, und mich selbst überhaupt nicht gerochen habe;-)) Wenn ich heute drei vier Stündchen in einer Raucherkneipe sein muss (als Musiker hat man da manchmal keine andere Wahl;-) dann rieche ich bis auf die Unterhose nach Zigarettenqualm :( ... und für die Stimme ist das auch sehr schlecht!


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo zusammen,


    den/die Bitterstoff/e im Gallenröhrling können geschätzte 4-6 % nicht wahrnehmen, andere Quellen sprechen von 10. 30-40% habe ich noch nicht gehört, gibts da eine Quellenangabe dazu? Wer den Bitterstoff im Gallenröhrling nicht wahrnehmen kann - ich zähle dazu - der kann auch beim längerem Kauen keinerelei Bitterkeit wahrnehmen. Ich könnte diesen Pilz also essen. Wer die Bitterkeit wahrnehmen kann, dem reicht eine Zungenspitze zur Kostprobe;-) Er muss wohl wirklich seehr bitter sein;)


    Grüßle
    Jürgen


    Anmerkung: Dass Raucher oder Scharfschmecker einen eingeschränkteren Geschmacks- oder Geruchssinn hätten, hat sich als Mythos erwiesen. Raucher können halt sich selbst nicht riechen (verrauchte Klamotten, Aschegeruch;-), weil deren Geschmacksknospen adaptiert sind .... aber wer kann mit adaptiertem Riechkolben schon seinen eigenen Körpergeruch riechen?;-)

    Hi Andreas,


    mein Bauchgefühl ist hier nicht für T. sciodes;-) Eher T. virgatum oder ein blasser und früher Rußkopf (T. portentosum). Ich würde wetten, dass der nicht scharf schmeckt.


    Grüßle
    Jürgen


    Hallo Heidi,


    Pfeffermilchinge müssen an den Stielbasis nicht verjungt sein, können auch gerade sein! Dein Fund ist mit Sicherheit kein L. vellereus, dafür sind die Lamellen zu schmal und stehen zu dicht. Ich tippe auf den Langstieligen Pfeffermilchling.


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo zusammen,


    vielen Dank für eure Tipps und die lobende Resonanz! Ich werde den Ingo mal direkt noch anschreiben und mir das bestätigen lassen ... ich weiß ja nicht, was es da sonst noch so gibt;-)


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo zusammen,


    ich habe leider keinen Schlüssel für diese Gattung, denke mir aber - nachdem ich gerade auf Ingo Wagners asco-sonneberg.de unterwegs war - dass hier sehr gut Hyaloscypha aureliella passen könnte.


    Kurzbeschreibung:
    hyalines kleines Haarbecherchen welches gesellig an morscher Fichte vorkam. Sporen langellipsoid - scutuloid (auch spindelige oder aufgeblasene rundliche gesehen!), hyalin, glatt, mit geringe Ölgehalt, Sporen[95% –• 15 –• SAP –• v –• H2O(nat) ] = 5,6 - 7,7 - 9,9 x 1,8 - 2,3 - 2,8 µm. Asci 8-sporig, J+(blau), mit Haken. Paraphysen filiform, nur 1-2-fach septiert, basal verzweigt. Haare filiform - spindelig, apikal zugespitzt, basal etwas breiter, teils mit harzartiger Granula bedeckt.


    was meinen hier die Becherchen-Spezialisten?


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo Zusammen,


    nur kurz noch zum Verständnis: Es GIBT Pilze mit Chlorophyll, und zwar lichenisierte Pilze = Flechten. Es handelt sich um eine Symbiose aus Pilzen (Ascomycten und Basidiomyceten) mit einzelligen Algen oder Cyanobakterien. Grüne Pflanzen sind letztlich auch nur Organismen, deren Vorfahren eine Symbiose mit photoakiven Bakterien eingingen (Endosymbionten-Hyphothese).


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo Thorben,


    vielen Dank für Deinen interessanten Vorschlag. Tatsächlich würde Talaromyces die spiraligen Hyphen erklären. Ich werde da mal recherchieren. Sporenmaße meiner Aufsammlung: [95% –• 12 –• SAP –• v –• H2O(nat)]: 3,4-3,9-4,4 x 2,3-2,7-3,1 µm; Q = 1,2-1,5-1,7; Vm = 15 µm ³;
    lentiform, in Aufsicht rund, Seitenansicht ellipsoid, gelblich, glatt.


    Grüßle
    Jürgen


    p.s. Hier gibts ne Publikation über Talaromyces:
    http://images.google.de/imgres…hxKCcwJw&bih=929&biw=1488

    Hallo Ralf,



    herzlichen Dank für den Artikel. Ich habe noch einen Gymnoascus-Schlüssel von Arx gefunden. Meine Mikrofotos zeigen rundliche Asci und die typischen Sporen von Gymnoascus reesii, in Form und Größe passt da nichts anderes. Die Spiraligen Hyphen und diese Kleisthothezien gehören zu anderen Arten, die wohl auch auf diesem Belag hausen.


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo zusammen


    folgenden, seltsamen Ascomyceten fand ich auf einem angetrockneten "Köttel" irgend eines Tieres. Fundort war ein ebenerdiger Kellerraum eines Bauernhofes, die Köttel und schwarze Pilzreste eines Dunkelsporers lagen auf dem Lehmboden dieses Raumes. Nimmt man das Substrat etwas auseinander, zeigt es im Innern eine faserig / haarige Stuktur (vielleicht die Hinterlassenschaften eines Hasen, Kaninchen, Huhn?). Auf dem Köttel dann dieser fast leuchtend gelbe Belag.


    Die Mikromerkmale würde ich so interpretieren: Rundliche Asci mit je 8 glatten, breitellipsoiden, gelblichen Sporen, dann noch globose Konidien. Die braunen, mehrzelligen Gbilde werden wohl Kleistothezien sein, dann noch breite, septierte rel. dickwandige Hyphen, und vor allem diese spiralig aufgerollten dünnen Hyphen.


    Weiß da jemand von euch, was das ist?


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo zusammen,


    dieser graublaue Belag befand sich auf einem optimalmorschen, entrindeten Birkenastes. Fundort war ein Erlenbruch. Mit dem Ryvarden geschlüsselt kommt man da zu Phlebiella tulasnelloidea (jetzt Xenasma tulasnelloideum), jedoch sind die Sporen dieser Kollektion etwas zu klein:


    Meine Werte: 4,4 - 4,8 - 5,2(5,3) x 3,2 - 3,7 - 4,2 µm
    Literatur (Ryvarden): 6-7 x 4,5-5


    meine Werte liegen also völlig außerhalb der Streuung!


    wichtiges Trennmerkmal dieser Art ist die graublaue Farbe des Basidiocarp und die Suprahilardepression der subglobosen bis breitellipsoiden Sporen (haben die anderen Arten mit stacheligen Sporen wohl nicht). Diese "Delle" an den Sporen meine ich aber deutlich zu sehen. Was könnte hier noch in Frage kommen?


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo zusammen,


    Cribaria ist für mich schwierig zu schlüsseln, ohne große Erfahrung kann ich die Strukturen, z.B. die Art der Knoten der Peridie kaum beurteilen. Hier mal eine Kollektion, die ich provisorisch Cribaria persoonii getauft habe, nach dem ich ein bisschen geschlüsselt habe (Baumann-Bände).


    Kurzbeschreibung: Sporocarpien aus gestielten Kügelchen bestehend, Peridie ist in Form eines flachen Kelchel noch erhalten, das Netz ist mit etwas verdickten Knoten und vielen Granula, Sporocarpien 0,6-0,8 mm breit, Sporen 7-8 µm im Durchmesser (es gibt auch aufgeblähte Riesendinger), Farbe der Köpfchen hell ockerbraun, Sporenpulver hell braun.


    Liege ich richtig?


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo zusammen,


    diese Botryobasidium wuchs auf finalmorschem Nadelholz (Weißtanne) als hauchdünner grau weißlicher Belag. Ich konnte keine Anamorphe dazu finden. Ungewöhnlich sind die navikularen und fast biapiculaten Sporen, die sehr schmal sind, bis max 3,6 µm
    (Sporen[95% –• 17 –• SAP –• v –• H2O(nat) ] = (7,3)7,5 - 8,7 - 9,9 x 2,6 - 3,1 - 3,6 µm / Q = 2,3 - 3,3).
    Die Basidien waren bei mir alle kollabiert (was mir bei Botryobasidium immer passiert, vielleicht quetsche ich zu stark!?).
    Ich tippe hier auf eine B. candicans, aber vielleicht weiß ja jemand was besseres.


    Grüßle
    Jürgen

    Hallo zusammen,


    wenn man P. tuberaster direkt an Holz findet (oft Ästchen oder Äste am Boden, also kein sehr voluminöses Holz), ist die Suche nach einem Seklerotium vergeblich;-) Ich habe allerdings auch hier bei uns mal P. tuberaster auf Erde gefunden, und dort dann ein Sklerotium ausgraben können (und sogar "verpflanzt":
    http://www.pilzflora-ehingen.d…a/arthtml/ptuberaster.php


    Grüßle
    Jürgen


    p.s.: P. tuberaster riecht meiner Erinnerung nach auch leicht mehlig, allerdings nicht so intensiv wie P. squamosus. P. squamosus kommt immer an "Starkholz" vor: Stubben, Stämme von noch lebenden Bäumen, P. tuberaster an am Boden liegenen Ästchen oder Ästen. Mikroskopisch lassen sie sich meines Wissen nicht richtig trennen.