Fortsetzung, Neuauflage ....
Einladung zum Sonntagsspaziergang (inkl. Bestimmungsanfragen, die ich bei Bedarf auch unter Bestimmungshilfe stellen kann) :
nicht jeder Tag ist sonnig im SW, die Alternative ist Dauerregen....
Aber letzten Sonntag sah es erst mal wieder sehr gut aus.
Das habe ich zum Anlass genommen, einen Weg zu gehen, der normalerweise nicht durch Pilzreichtum beeindruckt, denn es handelt sich um Wege an einem steilen Hang in Südlage, jede Feuchtigkeit trocknet dort schnell ab - bis auf Regionen, wo der Hang durch schluchtartige Täler unterbrochen wird.
Pilz 1, eigentlich nichts Besonderes, der "weiße Anstrich" an Holunder. Ich hatte bisher allerdings noch kein Bild davon gemacht.
1_Hyphodontia sambuci(cf) / Lyomyces sambuci (Holunderrindenpilz) (Ich ergänze ein "cf.", weil ja auch hier mehrere Arten infrage kommen, siehe hier:
http://www.pilzforum.eu/board/…enpilz?highlight=lyomyces


Weiter geht es durch ein Gebiet, in dem der dort als Unterbewuchs wachsende Buchsbaum (Buxus sempervirens) im August 2010 durch den Buchsbaumzünsler
(Cydalima perspectalis) stark geschädigt wurde.
Wen es interessiert:
http://www.baumkunde.de/forum/viewtopic.php?t=7489
Hier habe ich einiges zu diesem Wald zusammengetragen
http://www.baumkunde.de/forum/viewtopic.php?p=82695
Hanglage/ Taleinschnitt mit Buchs (überwiegend abgestorben bzw. stark geschädigt)

Von den Buchsbäumen sind teilweise nur Blätter abgefressen worden, dann hat der Strauch wieder ausgetrieben, teilweise wurde aber auch die Rinde so stark abgefressen, dass die Sträucher nun tot sind oder nur ganz unten am Stammgrund wieder austreiben.
Da müsste es doch Pilze am Holz geben, dachte ich mir.
Aber der einzige Pilz, den ich gesehen habe, ist ein heller rosafarbener Rindenpilz, sehr dünn, nicht ablösbar, ohne erkennbare Oberflächenstruktur, Randbereich eventuell etwas heller (nicht sehr deutlich), wird angefeuchtet etwas dunkler, quillt aber nicht auf.
Erster Gedanke: rosafarbener Rindenpilz = Corticium roseum.
Aber da passt die Oberflächenstruktur und der Randbereich nicht.
Zweites Suchergebnis: Hyphoderma roseocremeum (Rosafleckiger Rindenpilz)
Sieht auch irgendwie ganz anders aus (Oberfläche und Rand).
Drittens: Peniophora???
"Peniophora Buxus", da kommt als Suchergebnis Peniophora proxima (kommt nur auf Buxus vor) und Peniophora boidinii (kommt auf diversen Laubgehölzen vor). Makroskopisch ist da wohl nicht viel zu machen?
2_cf. Peniophora proxima (oder boidinii)(? ---> eine Möglichkeit von vielen )


An einem liegenden Stöckchen (mit gegenständiger Verzweigung und leichtem "Giraffenmuster", deshalb vermute ich Bergahorn) leuchtete es orange-farben.
Der Pilz ist auch sehr dünn, nicht ablösbar, quillt auch nicht sehr deutlich auf, wenn man ihn anfeuchtet, dann wird er nur etwas dunkler. Der Rand ist etwas heller.
Handelt es sich um Peniophora incarnata ?
3_cf. Peniophora incarnata (--> die sieht so aus)


Noch mehr "Kleinkram"
An einem im Gestrüpp hängenden Ast (morsch, brüchig), den ich als Linde identifiziert habe (Baum mit Bruchstellen und identischer Rindenstruktur an kleine Ästen stand nebenan) fanden sich diese kleinen hier eher resupinat wachsenden Pilze mit sehr großen Poren (1 mm, teils größer).
Wenn ich die Beiträge letztens richtig verfolgt habe, könnte es sich um einen Vertreter von Antrodia handeln.
Da auf Laubholz wachsend, eventuell Antrodia albida.
Die Pilze waren aber nur 1-2 cm groß (fängt ja jeder mal klein an), aber: sie waren auch relativ weich (nicht wässrig, nicht sehr zäh) und gut ablösbar.
Das würde der Beschreibung bei Aphyllopower widersprechen. "Die FK sind sehr zäh und fest am Substrat angewachsen."
Wahrscheinlich auch makroskopisch nicht bestimmbar?
4_ cf. Antrodia albida (?)


Dann bin ich an einem "luftig" am Abhang liegenden dicken Ast vorbeigekommen (ca. 5 cm Durchmesser), an Knospen noch als Esche zu identifizieren, noch vollständig berindet, viel Nectria spec.
Handelt es sich hier bei den weißen Flecken (teilweise rundlich klein, teilweise zusammenfließend, teilweise trocken aufbrechend, gut ablösbar, kein Bodenkontakt) endlich einmal um den häufigen, von mir aber noch nicht mit eindeutigen Beispielen dokumentierten ablösenden Rindenpilz, Cylindrobasidion laeve?
5_ cf. Cylindrobasidium laeve (---> würde passen,--> Cylindrobasidium evolvens und Nectria spec.)




An einem liegenden dicken Eichenstamm dann eintrocknende abgestutzte Drüslinge, Exidia truncata.
Die Oberseite aber nicht glänzend (hatte ich schon mal glänzend gesehen, etwa frischer) sondern ganz matt.
Da spare ich mir mal das cf. (doch nicht....)
6_Exidia truncata (? ---> Bulgaria inquinans s.u.)



Völlig unerwartet beim Astdrehen entdeckt (Buchenast, nur 70 cm lang, 5 cm Durchmesser), an beide Seiten (kleine bis noch viel kleinere) Austernseitlinge (endlich mal welche), Pleurotus ostreatus.
Ich habe den Ast mal etwas weiter vom Wegesrand "versteckt", allerdings haben die Pilze Bodenkontakt und waren teilweise schon abgefressen.
7_Pleurotus ostreatus

Wegen diesen Pilzen bin ich eigentlich diesen Weg gegangen.
Denn im Oktober hatte ich im Vorbeigehen ungenaue Bilder von Trichaptum gemacht, es schienen abgerundete Zähnchen zu sein (keine netzigen Poren).
Die Pilze wachsen allerdings an Tannenholz (liegend).
Jetzt war die Sache doch eindeutig: netzig-porig (aber wie kann da der Eindruck so täuschen???)
8_Trichtaptum abietinum
Oktober 2013



Januar 2014 (gleiche Pilze)


An einem der wenigen Stücke Birkenholz in diesem Wald (von sehr wenigen Birken) wuchsen im Herbst wieder neue Birkenporling (mit heller Oberfläche).
Jetzt war noch einer zu sehen, Oberfläche ganz braun geworden.
9_Piptoporus betulinus

Diese orangerote Beläge, sind das eigentlich Initialfruchtkörper von Phlebia radiata, dem orangeroten Kammpilz?
Ich sehe immer nur diese Form, bisher niemals schön ausgeprägte Pilze.
10_ Phlebia radiata (ja)


Das schönste Pilzchen zum Schluss:
Nur 1 cm hatte der Hut im Durchmesser.
Ist es wegen des deutlich bewimperten Hutes der weitlöchrige Stielporling (Polyporus arcularius), oder rechnet man solche Formen doch zum Winterporling? (--> Winterporling)
Die Poren waren sehr groß, aber sehr unregelmäßig geformt (nicht so in eine Richtung "lang gezogen").
11_Polyporus brumalis

