Beiträge von Ingo W

    Hallo!


    Zum positiven Frett-Beleben vielleicht noch ein paar nicht bis wenig gestielte weiße Winzlinge mit Haaren?
    Arachnopeziza aurata:

    die Haare dazu:


    Nach Björns gestriger Ciliolarina mal noch eine:

    Konnte leider keinen Namen bekommen, die Gattung ist nicht gut untersucht. Meiner passte zur keiner der gängigen Beschreibungen, er durfte nur den provisorischen Namen der Baral-DVD annehmen: Ciliolarina (euamyloid-smallspored)


    Gibt es auch nicht offiziell, eine Cistella auf Reynoutria (Japan-Knöterich):


    Bleiben wir dabei: auch diesen an Brombeerblättern im Frühjahr/Frühsommer wachsenden Becherling gibt es mit seinen Merkmalen so nicht beschrieben. Es scheint eine mitteleuropäische Schwesternart des Fuscolachnum misellum zu sein. Dabei ist die total häufig (wenn man danach schaut!):

    Hat warzige Haare wie Cistella, aber die Haare sind teilweise hellbraun:


    Hier sind die Haare sehr kurz, nur im Optimalfall zu sehen, eine recht häufige Winterart, Hyaloscypha intacta:


    Der hier passt schon eigentlich nicht mehr dazu, hat das milchige Weiß der robusten Weißhaarbecherchen und einen kurzen, aber deutlichen Stiel. Ist die Schwesternart von Björns Lachnum rhytismatis von gestern, wächst aber an alten Heidelbeerblättern, Lachnum microsporum:


    So, als nächstes ist Björn wieder dran oder wer sonst will!


    VG Ingo W

    Hallo Christian!


    Und dein Schwefelkopf war nicht zufällig recht schleimig auf dem Hut? Hypholoma sehe ich da nicht!
    Die anderen hätte ich beantwortet wie Björn, finde die braune Stielfarbe von dem rechten H. pustulatus aber außergewöhnlich. Links der passt gut, was wohl den rechten geritten hat?


    VG Ingo W

    Ok, zurück zum Thema.
    Mir ist heute auf Arbeit eingefallen, dass man auch solche Pilze noch zeigen sollte.
    Das lustige ist, sie sehen aus wie Becherlinge, sind aber Basidiomyceten (Ständerpilze), also mit Stein- und Fliegenpilz mehr verwandt als mit irgendeinem Becherling:
    Lachnella villosa


    Flagelloscypha minutissima


    Pellidiscus pallidus


    VG Ingo W

    Hallo Rumpelrudi!


    Eigentlich mag ich mit dir nicht diskutieren, denn du verstehst prinzipiell nicht, was ich schreibe.

    Zitat


    Alt ist der Pilz von kaetzchen nicht, sondern im besten Inocybe-Alter.


    Ich schrieb nichts davon, dass der Pilz alt ist, ich schrieb:

    Zitat


    ....ein Risspilz hätte in dem Alter keine weißen Lamellen mehr,....


    ....eben, weil er im besten Alter ist, nämlich reif.
    Allerdings wird er kaum im besten Inocybe-Alter sein können, weil es ein Ritterling ist.
    Ich kann nur hoffen, dass mich Reinhilde mit einem Sporenpulverabwurf erlösen wird.


    VG Ingo W


    P.S.: Magst du mir darauf antworten:
    http://www.pilzforum.eu/board/…r-emsquelle?highlight=PSV

    Hallo Björn!


    Der Punkt ist, dass mit hoher Vergrößerung der Stereolupe natürlich die Schärfentiefe stark nachlässt. Die besten Ergebnisse bei einem 1-2mm Pilz habe ich also bei 10fach der Lupe.


    Bei 3-4mm Pilzen passen die dann gar nicht mehr auf ´s Bild, dann geht es aber auch mit der Makrofunktion des Fotoapparates.


    Beispiel mal mit diesen mir immer noch unbekannten Eventuell-Sklerotien auf Blättern (bis 6mm im Dm.) von Prunus.
    Nr. 1: Makrofunktion pur mit Fotoapparat, Nr. 2 durch die Stereolupe:


    Oder weißt du, was das genau ist?


    VG Ingo W

    Hi Björn!


    Da waren ja noch Fragen:
    Das Fotografieren durch das Stereo geschieht bei einer Vergrößerung von 10 oder 20 der Lupe, den Rest machen die Pixel des Fotoapparates. Also ich habe in der größten Auflösung ein reales Format von 4000x3000 Bildpunkten und schneide mir dann das Bild auf 800x600 raus.
    Kannst du dir so vorstellen:

    ist eben original 5x so groß, musste ich jetzt verkleinern, damit ich hochladen kann.
    Daraus schnippele ich mir diesen Ausschnitt:
    Orbilia auf Silberweide, morsches(!) Holz, nicht bestimmt, weil ich hier zu viel im Forum unterwegs bin.

    Da ist also nichts vergrößert.
    Allerdings sind die meisten Fotoapparate von der Optik her nicht kompatibel zum Stereo-Mikroskop, meiner schon.


    VG Ingo W

    Hallo Björn!


    Zitat


    Die Fotos (makros- und mikros) sind generell nicht schlecht, aber sie sind immer etwas blass, haben keine richtige Färbung, so als wäre die Linse beschlagen oder so. Teilweise auch zu viele Blautöne oder zu unscharf. Ich will das keineswegs schlechtmachen aber ich denke, da kannst du noch was rausholen, auch um Merkmale noch deutlicher darzustellen.


    Ja, genauso ist das. Ich habe so eine Tubus-Kamera, die kann das nicht abbilden, was ich sehe, mit den Farben hat sie oft ein Eigenleben. Habe da schon versucht, gegenzusteuern mit allerhand Überlistung, bisschen besser ist es geworden. Theoretisch halte ich aber mit dem heutigen Niveau nicht mehr mit, müsste neu investieren.


    VG Ingo W

    Hallo Beorn!


    Pilze merkt man sich eigentlich sowieso nur dann, wenn man sich mit ihnen beschäftigt.
    Ich hatte ja auch einen Lehrmeister, da bleibt einfach das wenigste hängen: (= missverständlich, meinte damit, dass deren Wissen kaum mit einem Male speicherbar ist)
    ,der kann noch so viel erzählen von den seltensten Merkmalen der schönsten Pilze (oder war es umgekehrt?) und eigenen Erfahrungen, keine Chance!! Die muss man alle selber sehen, riechen, anfassen, Ökologie verstehen, im guten Fall mikroskopieren, nur dann wird das was.
    Pilze kennenlernen ist zeitintensiv, da braucht man einfach Jahre bis man ein gewisses Grundwissen hat (außer, man ist Wunderkind und saugt alles Gesagte auf und versteht das alles sofort).
    Und man braucht Widerspruch, Diskussion, Austausch.
    Autodidakten beißen sich fest, glauben das, was sie glauben wollen, stellen sinnlose Theorien auf und geben die womöglich weiter, machen vielleicht sogar Pilzexkursionen, um ihr falsches Wissen weiterzugeben, überschätzen sich einfach, weil das untere Gestell fehlt.
    Kann wohl auch falsch verstanden werden! Gemeint waren Menschen, die versuchen sich alleine die Pilze beizubringen.


    Sind aber glücklicherweise die wenigsten. Von Pilzwanderungen kenne ich so eine Frau mit Tochter, die versuchten sich bei den anderen wirklich DARZUSTELLEN, haben aber nur sinnlos in der Gegend rumgeraten, ohne Sinn und Verstand, das allerdings gut verkauft. Wenn man überzeugend genug Pilzwissen vortäuscht, geht auch das! (eine gewisse Zeit).


    VG Ingo W


    Edit: nobi_†:

    Zitat


    Das ist ja fast so spannend wie Dungi-Fungis!


    Falsch, das ist genauso spannend!! Bloß ist alles meist noch ein wenig kleiner, wie du es kennst.;)

    Hallo Björn!


    Meistens fotografiere ich durch die Stereolupe. Oft bin ich da nicht so zufrieden, deine Bilder sind inzwischen oft besser, finde ich.
    Neuerdings merke ich allerdings, dass die Pilze gar nicht so groß sein müssen, dann fotografiere ich auch schon mal mit Makro-Modus, besonders für den Substrat-Überblick:
    Hier mal ein Beispiel der häufigen Calycellina alniella auf Erlenzapfen:

    Näher, sieht man dann halt die Details besser:


    Hallo alle anderen!


    Nachdem jetzt Björn noch ein paar weiße zugesetzt hat, kann ich ja die ursprünglich geplanten auch noch posten, ufert die Sache halt ein wenig aus.
    Hyaloscypha aureliella, ein sehr häufiger Bewohner an der Unterseite von liegendem dicken, noch festen Nadelholz, meist irgendwelche Klötze:


    Pseudohelotium alaunae, ein Bewohner, den ich an Rohrglanzgras im Vorwinter finde. Ich glaube, den hat außer mir in Deutschland noch überhaupt keiner gefunden:


    Noch ein Süßgräser-Bewohner aus dem Sommer, wächst z.B. an abgestorbenen Teilen von diesjährigen Süßgräsern, Psilachnum eburneum:


    Ein etwas größerer an Schachtelhalmresten, Psilachnum inquilinum:


    Ein ganz häufiger, wieder an Fichtenzapfen (an Kiefer gleiche Art?):
    Psilocistella conincola


    Oder gestern hatten wir es mal von Pilzen, die noch keinen offiziellen Namen haben. Ich glaube, das war so einer, läuft provisorisch nach Baral-DVD unter Calycellina conicola, wieder ein Zapfenbewohner mit kaum sichtbaren, sehr kurzen Haaren (leider eher suboptimal, das Foto):


    Dann ein eventueller Albino von einer gelbhaarigen Art, die man aber auch als eigenständige Trichopeziza leucophaea bezeichnen könnte:


    Ist gut jetzt, oder?


    VG Ingo W

    Hallo Björn!


    Zitat


    Z.B. bei Phialina ulmariae stehen die Randhaare fuselig ab, in Kombination mit der orangen Farbe der Fk kann man die Art sogar makroskopisch ansprechen.


    Ja, besonders, weil sie doch recht substratspezifisch ist. Recht häufiger Pilz, bloß fast keiner schaut danach:


    VG Ingo W


    Edit: nach C. deflexa fehlt ein Name. Kann das Hyaloscypha intacta sein (kaum Haare, raue hyaline Fruchtschicht)?

    Hallo Lara!


    Das ist aber schade, dass deine Bilder so klein sind. Gehen die nicht größer?
    Über Pilz 2 könnte man wieder trefflich spekulieren......aber du weißt ja bestimmt die Auflösung nicht, weil du nicht drunter geschaut hast, oder doch?


    VG Ingo W

    Hallo Reinhilde!


    Da wird nix anderes draus als das, was Anna sagt!
    Das Sporenpulver des Pilzes würde weiß sein.
    Dein Schnittbild zeigt das sehr gut, ein Risspilz hätte in dem Alter keine weißen Lamellen mehr, wahrscheinlich auch kein weißes Hut- und Stielfleisch.


    VG Ingo W

    Hallo Beorn!


    Also Hyaloscypha (Hyalinbecherchen) ist schon die favoritisierte Gattung.
    Allerdings erlebt man immer wieder Überraschungen, weil es in der gleichen Größe mit makroskopisch so gut wie identischem Aussehen noch andere Gattungen gibt. Die unterscheiden sich in der Regel durch andere Haarformen, welche man aber erst mikroskopisch erkennen kann.


    Hätte man jetzt scharfe Bilder, könnte man anhand des Makro-Eindrucks eventuell noch auf Haarlange und -breite schließen.
    Das hört sich jetzt total übermütig an bei unter 1mm-Pilzen makroskopisch was über die Haare herauslesen zu wollen, wenn man aber lang genug mit den Kleinen rumgespielt hat, geht da trotzdem was.
    Hier hat das Björn demonstriert:
    http://www.pilzforum.eu/board/thema-incrucipulum-ciliare


    Ich hätte euch jetzt beinahe zubombardiert, habe das aber mal schnell wieder eingekürzt, geht ja nur um ´s Prinzip, deshalb erspare ich mir jetzt auch deutsche Namen:
    Bei dem hat man als zusätzliche Info, dass er nur auf Blätter wächst,
    Calycellina lachnobrachya:

    Der Becher wächst auf (nur?Sauer-)Gräser und hat warzige Haare, Cistella fugiens:

    Ein Zapfenbewohner mit Spazierstock-Haaren, Hamatocanthoscyha laricionis var. laricionis:


    Ein Laubholzbesiedler mit Korkenzieher-Haaren, Hyaloscypha bulbopilosa:


    Oder "rotierende Haare", Urceolella crispula:

    Kräuterbewohner mit massiven Haarspitzen, Olla millepunctata:

    Mikrobild eines holzbewohnenden Schwesterchens, Olla transiens:

    Der hätte jetzt lange spitze Haare mit sehr dicken Haarwänden, Urceolella hirta:


    Halt, ich muss jetzt aufhören.
    Auf jeden Fall gibt es bei den Kleinbechern fast nochmal so eine Vielfalt wie bei den Großpilzen. Ist auch interessant!


    VG Ingo W


    Edit: achso, die Fragen noch:
    1. Einbräunen? --> ja, meist vergehend;
    2. wellige Außenseite --> meist ältere Becherchen (kann aber auch Hinweis sein, machen nicht alle!);
    3. viel Einbuchtungen am Rand, teilweise "Inselbildung" der Haare in der Fruchtschicht (= Proliferation) --> jahreszeitlich bedingte Schädigung, anormale Wuchsweise;
    4. dunklere Stelle mittig in Draufsicht --> Ansatz am Substrat, deshalb weniger durchscheinend

    Hallo Beorn!


    Also Psathyrella (Mürbling/Faserling) kann ich dir bestätigen.
    So für die Gattung große Fruchtkörper könnten Ps. candolleana (Behangener Faserling), vielleicht auch spadiceogrisea?? (Schmalblättriger Faserling), sicherlich auch noch was anderes sein.
    Hoffen wir mal auf pilzmel.


    VG Ingo W

    Hallo beetlefriend!


    Passt schon so, das ist ein älterer Flaschenstäubling (L. perlatum).
    Weich ist der inzwischen, weil sich in seinem Inneren das Sporenpulver bildet.


    VG Ingo W

    Hallo Rübezahl!


    Na, beruhigenderweise gibt es auch genug andere Literatur, die meine Empfindung bestätigt.
    Bei mir ist der als meist geruchlos abgespeichert, aber wenn man Glück hat und einen taufrischen erwischt oder eine ausgesprochen gute Nase hat, kann man etwas mehlartig riechen. Aber da das selbst bei mir oft nicht klappt oder manchmal erst nach langem Quälen der Fruchtkörper, bezweifele ich, dass das von der Mehrheit wahrgenommen wird.


    Nach Rettich riechend habe ich ihn nicht ein einziges Mal erwischt, überhaupt, ich kenne gar keinen an Holz wachsenden Helmling, der nach Rettich riecht. Würde mich faszinieren!
    Also, wenn ihr mal einen findet.....


    VG Ingo W


    Edit: ich war gerade mal bei 123Pilze:
    http://www.123pilze.de/DreamHC…sablaettrigerHelmling.htm
    Ja, da kommt das ganze Gerüst schon ins Schlingern: wenn was Pilziges mehlartig schmeckt, dann riecht das nicht rettichartig. Ist mir zumindest noch nie so begegnet.
    Natürlich will ich mich diesbezüglich nicht als der einzig Wissende verkaufen, aber Gerüche bei Pilzen haben mich schon immer fasziniert.

    Hallo Rübezahl!


    Nein, der Rosablättrige Helmling ist schon der deutsche Name für M. galericulata, aber du bringst da irgendwie Rettich-Geruch mit ins Spiel. Das hat mich verwirrt. Steht wohl wieder in einem Pilzbuch, dass der so riecht?


    VG Ingo W

    Hallo Jan-Arne!

    Zitat


    Das zeigt schon den gleichen Pilz. Die Hutoberfläche war, wie gesagt, mit einer braunen haarähnlichen Schicht überzogen. Ich habe keine Ahnung, wie ich dieses folgende Foto beim ersten Hochladen übersehen konnte:


    Ach sieh an! Die dunklen angedrückten dreieckigen Haarschuppen ändern natürlich einiges. Wenn man noch die relative Kleinheit der Hüte betrachtet, geht das mehr in Richtung Agaricus lutosus (Ockerfarbener Zwerg-Champignon).
    Aber auch der müsste nach Anis riechen und zusätzlich gilben.
    Mit Netz-Bildern werde ich diesmal nicht dienen, weil ich nicht weiß, welches hier stimmt, ich kenne mich bei Champis nicht gut genug aus.
    Ich befürchte, den Pilz müsste man mikroskopieren, wenn man weiterkommen will. Dazu wäre aber sicherlich eine Kollektion mit mehr als einem Fruchtkörper in verschiedenen Entwicklungsstadien wünschenswert.


    Schön, jetzt haben wir viel um einen Pilz herumgeplaudert, bei dem vernünftige Bestimmer gleich zu Anfang die Klappe gehalten hätten.
    Zeigt aber vielleicht wieder einmal mehr, wie bedeutsam eine umfangreiche Beschreibung aller Pilz-Details doch ist.


    VG Ingo W

    Hallo Rübezahl!


    Tja, da hätten wir das nächste Problem: ich weiß nicht, welche Verwechslungs-Art du genau meinst, wenn der botanische Name nicht dabei steht.
    Der Rosablättrige Helmling (Mycena galericulata) ist was völlig anderes als die verschiedenen Rettich-Helmlinge (z.B. Mycena pura oder rosea).


    VG Ingo W

    Hallo Anna!


    Tja, dann müssen wir den Jan-Arne wohl nochmal losschicken, weil natürlich die Stielbasis noch geklärt werden muss, die dunklen Fasern zur Basis hin, weil wir uns noch keine Vorstellung von der Hutoberfläche machen können (dunkle tiefe Stelle im Zentrum?) und was bedeutet

    Zitat

    weißlich mit brauner Schicht


    Ist schon richtig so!
    Ich setze trotzdem alles auf Agaricus (All in!)


    VG Ingo W

    Hallo Mario!


    Sehe nichts, was dagegen spricht.
    Der müsste aber jetzt vom Alter her den typischen Nebelkappen-Pilzgeruch haben. Den merkt sich die Nase und erkennt ihn wieder beim nächsten mal. Außer, du riechst nichts oder "Pilz" oder "Champignon".


    VG Ingo W