Beiträge von JanMen


    Und jetzt schreibst du, Jan-Arne, von "Fressanfragen"? Mir würde kaum eine abschätzigere Bezeichnung einfallen.


    Hi!


    Ja, abschätzig klingt das schon, vor allem aus dem Kontext gerissen. Aber es bezieht sich ja nicht auf Anfragen von Speisepilzinteressierten im Generellen, sondern auf offene Anfragen zu Verzehrfreigaben, zumeist mit Röhrlingen, die weicher sind als Marshmallows und Lebensraum für Maden und andere Insekten sind. Mit exakt solchen Fressanfragen habe ich übrigens auch den Weg übers Pilzforum in die Pilzwelt gefunden. Um diesen Anfragen vorzubeugen, haben wir vor einiger Zeit eine Start-PN eingeführt, die - zusätzlich zu den Hinweisen in den Signaturen - ausdrücklich darauf hinweist, dass es hier keine Verzehrfreigaben gibt. Daher sollten die Threadstarter durchaus über diesen Fakt Bescheid wissen. Kurzum: Mykophagen (und den Begriff sehe ich absolut gar nicht negativ!) haben hier genauso eine Berechtigung wie (Hobby-)Mykologen und auch sonst alle irgendwie an der Pilzwelt Interessierten. Zudem halte ich die Vorstellung von Christoph für den falschen Ort, um diese Diskussion nun wieder aufleben zu lassen, denke ich. Es gibt ja letztlich auch nichts zu diskutieren.


    LG, Jan-Arne

    Hallo Jens,


    sehr schön, dass du sie als unterschiedliche Arten erkannt hast. Da gehe ich mit. Was leider nicht so optimal ist, ist die Tatsache, dass die Stielbasis abgeschnitten (?) wurde. Die ist bei zwei Arten durchaus bestimmungsrelevant. Deshalb nur ein Versuch:


    1) sehr hellgelbes Fleisch ohne jegliche Rottöne, minimales Blauen -> Xerocomellus pruinatus (Stattlicher Rotfußröhrling)
    2) weißliches Fleisch am Hut, starkes Blauen, vor allem im Stiel und den Röhrenenden -> Könnte Xeromellus cisalpinus (Starkblauender Rotfußröhrling)
    3) rötliches Stielfleisch, leichtes Blauen, starkes Aufreißen der Huthaut im Alter -> Xerocomellus chrysenteron (Gemeiner Rotfußröhrling)


    Wie gesagt: Nur Ideen! :)


    LG, Jan-Arne

    Hallo,


    willkommen im Forum. Leider ist es kaum möglich, ohne weitere Angaben und ein Bild der Unterseite eine seriöse Pilzbestimmung durchzuführen. Daher nur Spekulationen: Es könnte sich m. M. nach um Champignons (Agaricus) handeln. Eventuell möglich wäre noch der Rissige Ackerling (Agrocybe dura). Wie gesagt: Alles nur Spekulation. :)


    LG, Jan-Arne

    Hallo Christoph,


    dann noch mal offiziell: Herzlich Willkommen! :sun:



    Ich würde mich freuen, wenn ich hier im Forum stressarm und ohne Spannungen oder anderen negativen Begleiterscheinungen teilhaben könnte. Offenbar fühlen sich aber manche User angegriffen oder auf den Schlips getreten, wenn ich irgendwo meine Meinung einbringe. Sei es beim Bereich Naturschutz oder bei dem Thema Leichtsinn in der Küche... Es wurden auch fachliche Anmerkungen als versteckte Kritik aufgefasst. Vielleicht liegt das daran, dass mich manche kennen oder zu kennen meinen und irgendein Bild von mir vor Augen haben. Oder dass manche mich eben nicht kennen und aus meiner Schreibe manchmal Dinge interpretieren, die ich so nicht meine. Oder ich schreibe zu verquer. :/


    Vielleicht ist es auch einfach nur schwierig, sich neu in ein aktives Fprum zu integrieren, da man auch als Konkurrenz für manche alten Hasen angesehen werden könnte. Das wiederum fände ich schade.


    Nun gut. Langer Rede kurzer Sinn: ich äußere - wie wohl alle hier - auch nur meine Meinung und hoffe auf sachlichen Austausch. Ich möchte von der Erfahrung vieler User hier Lernen und dafür auch gerne versuchen, meine Erfahrung einzubringen. Durch letzteres will ich niemanden angreifen oder pikieren. Und ich muss das Forum und die Gepflogenheiten hier wohl noch ein bisserl besser kennenlernen, um nicht so oft anzuecken. Ich hoffe, es gelingt mir.


    Schöne Worte. Allgemein finde ich persönlich, dass du einen guten Ton triffst und auch in den Diskussionen sachlich bleibst und dich nicht auf deine jahrelange Erfahrung in der Mykologie als Totschlagargument berufst. Das ist werte ich als Bescheidenheit, die ich sehr zu schätzen weiß. Darüber hinaus freue ich mich auch über deine fachlichen Beiträge zu allerlei Pilz-Diskussionen, da du sehr viel Hilfreiches und Interessantes beizutragen hast. Als Konkurrenz wirst du sicher nicht aufgefasst. Auch die "alten Hasen" freuen sich über weitere Kompetenz in den eigenen Reihen, auch weil sie selbst davon profitieren können. Das zeigt die Tatsache, dass auch weitere "Große" in den letzten Jahren freundlich aufgenommen wurden.


    Das Anecken würde ich in diesem Kontext nicht überbewerten. Meiner Meinung nach lag es daran, dass Themen aufgeworfen wurden, die stillschweigend seit Jahren im Forum Usus sind, weil sie eben schon 100-mal durchgekaut wurden und sich mit der Zeit Kompromisse gefunden haben, die keinem schaden und trotzdem nicht unverantwortlich sind. Dazu gehört zum einen die Tatsache, dass beim Thema Naturschutz vorsichtig hinterfragt wird, wie und wo die Pilze gefunden wurden und ob es denn wirklich nötig gewesen wäre, sie zu pflücken (bezieht sich auch auf Tische voll mit 50 Kilo Pilzen, die man hier glückliicherweise kaum sieht, bei Facebook umso häufiger). Damit hat sich das Thema dann aber normalerweise. Das Thema Essensfreigaben wird in kurzen Sätzen bei jeder Bestimmungsanfrage, die in diese Richtung geht, abgehandelt. Dabei wird den Usern klargemacht, dass wir keine Haftung für eigene Entscheidungen übernehmen können und werden und jeglicher Verzehr auf eigene Verantwortung stattfindet. Außer, dass wir immer nur Vorschläge geben, weil man über Bilder nun mal nicht alle Merkmale wahrnehmen kann. Dann wird sich anhand der wichtigsten Bestimmungsmerkmale (die der User dann im besten Fall nachvollziehen kann) der Pilz bestimmt. Oft wird noch der kurze Hinweis gegeben, dass Exkursionen die beste Möglichkeit sind, Pilze kennenzulernen. Und, sofern in der Nähe existent, der Besuch beim PSV. Das ist ein System, das sich mit der Zeit eingependelt hat und u. a. auch in pilzreichen Herbstzeiten ( Wann gab es die zuletzt? 8| ) bei 20 Fressanfragen pro Tag nicht den Rahmen sprengt und auch nicht unnötig für Unmut sorgt, wenn das Thema wieder aufgeworfen und breit diskutiert wird.


    Kurz und knapp: Beteilige dich gerne fleißig weiter! Die beiden Themen, bei denen langwierige Diskussionen nicht mehr zielführend sind, sind jetzt abgehakt. Dass beide Themen dir am Herzen liegen, ist absolut verständlich und gut, aber das Potential, dass die Diskussion trotz überlegter und kluger Beiträge aufgrund unterschiedlicher Einschätzungen aus dem Ruder laufen, ist zu groß. Und unzufriedene User zu vermeiden ist für uns als Moderatoren eben eine der Hauptaufgaben. Ich denke, das kannst du auch nachvollziehen.


    LG, Jan-Arne

    Hallo zusammen,


    als ich vorhin auf einer kurzen Waldrunde diese unreife Fuligo septica (Gelbe Lohblüte) sah, kam ich auf die Idee, einfach mal eine Zeit lang zu filmen und mithilfe des Zeitraffers zu prüfen, ob man mit diesen simplen Mitteln die Bewegung erkennen kann, die u. a. in der bekannten Schleimpilz-Dokumentation Der unmögliche Lebenswandel der Schleimpilze in beeindruckenden Bildern gezeigt wurde. Hier das wabernde Ergebnis.


    Schleimpilze sind schon faszinierende Kreaturen....


    (am besten im Vollbild öffnen [viereckiger Rahmen unten rechts] und die Qualität über das Zahnrad auf 1080p stellen. Gegebenenfalls kurz laden lassen.)


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    Liebe Grüße


    Jan-Arne

    Hallo Haufen,


    schön, dass du mitgespielt hast. :thumbup: Knolle und rötliche Färbung sind schon einmal gute Ansätze. Wenn du dann noch die vom Oehrling genannten Merkmale hinzufügst (vor allem die geriefte Manschette ist noch absolut relevant!) sollte die Kombination durchaus zur Bestimmung reichen. Darf man fragen, in welchem Raum du unterwegs bist? Das Forum ist ja recht flächendeckend vertreten und viele neben gerne mal jemanden mit auf Tour. Vor Ort (am Objekt) kann man Sachen eben doch immer besser erklären, als übers Internet.


    LG, Jan-Arne

    Hallo Haufen,


    das dürften schon Rotfußröhrlinge sein, eine Gattung, in der die Arten (aber auch die Individuen) mal mehr und mal weniger blauen. Für die genaue Art müsstest du einen Pilz längs durchschneiden. Da sind dann das Verfärbungsmuster und die Farbe des Fleisches sowie ggf. Punkte in der Stielbasis relevant.


    LG, Jan-Arne

    Hallo Haufen,


    die sicherste Variante bei Perlpilzen ist, die Merkmale zu kennen, die für die Art typisch sind und die sie von anderen Arten (Grauer Wulstling und vor allem Pantherpilz) unterscheiden. Kennst du sie? Glanz ist übrigens nicht dabei. :)


    Wenn du keine Lust auf diese Art von Spiel hast, sag's ruhig. Verstehe ich auch. Dann kriegst du direkt eine zielführende Antwort. :D


    LG, Jan-Arne

    Hier nun die Bilder des aktuellen Monatswettbewerbs!




    (für die volle Qualität bitte, falls möglich, die einzelnen Bilder anklicken)


    Bild 1



    Bild 2



    Bild 3



    Bild 4



    Bild 5



    Bild 6



    Bild 7



    Bild 8



    Bild 9



    Die Jury zieht sich bis zum 31. Juli zur Beratung zurück!

    Hallo Christoph,


    genau wie Florian und Holger es gesagt haben: Natürlich ist der Name interessant. :) Irgendwo auf einer dieser vielen Seiten, die der Thread schon angesammelt hat, wurde gefragt, ob sie auch auf die Liste aufgenommen werden. Darauf bezog sich mein Kommentar.


    LG, Jan-Arne

    Hallo noch einmal,


    danke für die erklärenden Ergänzungen, Ralf. Stimmt, ein paar relevante Merkmale aller Scutellinias habe ich jetzt auch schon automatisch parat, z. B. die Enden der Haarwurzeln zu überprüfen. Septen, Dicke der Haarwände und Weiteres werde ich beim nächsten Mal auch genauer beachten. Das ließ ich bisher außen vor, weil es im Schlüssel nicht/kaum abgefragt wurde. Dass die Randhaare kaum länger waren als die anderen Haare war mir ja immerhin schon aufgefallen. :)


    LG, Jan-Arne

    Hallo zusammen,


    einen Tag nicht wirklich im Forum und wieder soooo viel verpasst! Herrlich! :)


    @ Florian: Danke für die Korrekturen! Solche Kopier-Fehler schleichen sich zwangsläufig ein. Ich hab's geändert. Der Fund am Anfang war auf Kastanien-Schale. Den habe ich leider nicht geknackt, weil es wohl ein substratunabhängiger Fund war. Hymenoscyphus rokebyensis war vom zweiten Tag auf Fagus-Cupule. Den habe ich vor allem anhand der deutlichen Unterschiede zur Verwechslungsart bestimmt, die Zotto hier sehr schön beschrieben hat: http://ascofrance.com/search_forum/20139.


    @ Harald: Danke für den Namen. Wirklich ein schöner Fund für die Liste. Schade, dass ich den nicht vor Ort gesehen habe, aber das bringt ein pilzreicher Wald in Kombination mit einer großen Truppe Pilzler zwangsläufig mit sich.


    Bzgl. Helvella: Die hatte Matthias eingepackt, oder? Er wollte schauen, ob es nicht doch was Besseres sein könnte. Im Zweifel bleibt es doch die Grubenlorchel. Für Helvella crispa erschien sie mir viel zu gleichmäßig strukturiert am Hut. Die Grubenlorchel kann hingegen viele Dunkelstufen von komplett schwarz bis hin zur hellgrauen Helvella-crispa-Farbe.


    @ Mausmann: Die Größe sind Ästchen. Einen Schritt größer (klassisch 5 bis 15 cm Durchmesser) wären dann Stöckchen und wirklich spannend sind erst die Stämm(ch)e(n) ab 50 cm Durchmesser. Irgendwie neigt man wohl bei der Definition in Wortwahl und Größeneinschätzung zu Verniedlichungen, um die Anstrengung beim Drehen oder Tragen zum genauen Absuchen durch psychologische Tricks zu verringern. Die größte Größe kann man dann im besten Fall auch noch drehen. Im Zweifel findet man darunter zwar keine Pilze, aber entdeckt mehr oder weniger gewollt zig Feuersalamander. :)


    @ Oehrling: Ich schreibe die Russulas aus deinen Beiträgen mit auf die Fundliste, ja? Da warst du ja echt fleißig. Und Russula emeticicolor und Russula decipiens sind beide auch noch R2-Arten. Da freut sich die Liste! Von welchen Tagen waren denn Russula emeticicolor, Russula curtipes und Russula decipiens jeweils? Kannst du mir das eventuell noch schreiben? :)


    Bzgl. Flechten: Die würde ich für die Liste aus mehreren Gründen nicht notieren. Zum einen haben wir während der Exkursion nicht gezielt auf sie geachtet und Einzelnamen schönerer Funde wären fehl am Platz, wenn die gängigsten Arten nicht notiert wären, finde ich. Zum anderen ist der Plan, dass die Liste über MykIS in Pilze-Deutschland einfließt und in beiden Programmen werden Flechten nicht berücksichtigt, weshalb die Arbeit zumindest für den Zweck umsonst wäre.


    @ Alle: Da sind heute sehr viele schöne Bilder dazugekommen! Danke dafür! :sun:


    LG, Jan-Arne


    Sieh zu, dass du Podosphaera erigerontis-canadensis richtig tippst. :evil: :giggle: :saint: Zwei Arten, die ich leider in meiner gestrigen Mail vergessen habe, hast du auch schon per Mail bekommen.


    Die Namen habe ich alle ergänzt. Die Nachbestimmungen per Mail habe ich clevererweise kopiert... :D


    Hallo Matthias und willkommen an Bord! Das Bild ist doch schon mal ein toller Einstieg. Du kannst es theoretisch noch aus dem Anhang herausziehen (rechts findest du die Funktion "in den Beitrag einfügen", das Bild erscheint dann an der Stelle, die du zuvor ausgewählt hast). An sich hat aber der erste Beitrag im Forum schon mal funktioniert. :thumbup:


    LG, Jan-Arne


    Edit:


    Ansonsten gebe ich das Kompliment sehr gerne zurück. Ich habe mich über die Dialoge zwischen Zuehli und dir teilweise herzlich amüsiert.


    Indeed! :D

    Hallo Ralf,


    das hört man doch gerne. Gut auch zu wissen, dass man die Sporengröße nicht als Ausschlusskriterium sehen darf. Gerade die große Spannweite an möglichen Sporenlängen in Kombination mit der Tatsache, dass meine Werte kaum reinpassten, hat mich doch verunsichert. Leider hat nur einer der 3 Fruchtkörper im Sporenabwurf selbige abgeliefert.


    Was genau wäre an den Haaren relevant? Die dicke der Wände oder Anzahl der Septen? Oder auch die Zwischenräume im Detail?


    Ich habe ein Feuerzeug benutzt ohne erkennbaren Effekt, außer dass das Ornament größtenteils verschwunden war. Die Umrisse blieben klar, eine sich lösende äußere Haut war nicht zu sehen.


    Danke für die Bestätigung!


    LG, Jan-Arne

    Hallo!



    Wann kann man denn so mit einer Fundliste rechnen? Wie lange dauert sowas durchschnittlich?


    Das kommt, platt gesagt, auf die Geschwindigkeit der Nachbestimmer an und die ist meist von der Arbeit sowie der Masse und Schwierigkeit der mitgenommenen Pilze abhängig. Ich denke, dass in einer, spätestens 2 Wochen alle Namen da sein sollten. Ich kann gleich aber eine Excel-Datei mit den bisherigen Namen einstellen. Dafür muss ich aber erst noch einmal die Namen auf Tippfehler prüfen, vor allem die ganzen unbekannten lateinischen Phytoparasiten-Namen. :D



    Nickender Schleimpilz (Cribraria cancellata), waren das am Anfang die weißen Kügelchen auf kleinen Stielchen? Und daneben noch unreifer, nur als Kügelchen und mit ohne Stiel? Auf die nickenden Köpfchen hattest du mich jedenfalls schon beim Einpacken hingewiesen. :thumbup:
    Schön, daß es mit dem Ausreifen geklappt hat.


    Oder eben Girlanden-Pilz (123Pilze) oder Graubrauner Laternenpilz (Pilze-Deutschland). Alles irgendwie witzig. Genau die waren's. Da waren wir gerade beim Aufstieg. Oh warte... es ging ja quasi die ganze Exkursion lang bergauf. 8|


    LG, Jan-Arne

    Hallo, ich bin's noch einmal!


    Eine Scutellinia vom Wochenende. Gewachsen auf Holz in sehr feuchtem bis nassem Matsch...



    Die recht engstehenden Haare waren sehr kurz. Gemessen wurden hier die längsten.



    Hier geht es um Haaresbreite *badummmts*:



    Die Sporen mit den Maßen: 17,94-18,79-20,23 x 11,20-12,13-12,77 µm



    Alle Präparate waren zu unruhig (trotz des Wasserabsaugens), deshalb leider kein Stack fürs Ornament. Hoffentlich sieht man dennoch, was man unter dem Mikro sah. Die durchgängig kleinen Warzen bildeten zum Teil Graten.





    Die Haarwurzeln sind mono- bis bifurcat.




    Und dann fand ich noch das hier und dachte zunächst, es würde sich um sternförmige Haare handeln. :shy: Allerdings sah man sie schon unter der Stereolupe und sie waren hyalin und auf bzw. zwischen den Fruchtkörpern. Irgendwie seltsam, aber wohl nicht bestimmungsrelevant.




    Meine eigentliche Idee wäre, dass es sich um Scutellinia nigrohirtula handelt. Die ellipsoiden Sporen besaßen kleine Warzen und Graten, beim Erhitzen, sofern ich das richtig angestellt habe, geschah nichts Bestimmungsrelevantes. Die Randhaare sind gerade und weit unter 1000 µm. Das Problem: Die Ascosporen sind insgesamt durchaus unter 22 µm lang und damit passen sie nicht zu S. nigrohirtula (Länge 19,4 - 26,5 nach Schumacher [1990]). Sonst würde alles passen, auch der in der Anmerkung auf Pilzflora-Ehingen erwähnte feuchte Standort. Wenn ich allerdings an der Stelle zu "unter 22 µm lang" abbiege, gelange ich zu einer weißen Art, einer Art ohne erkennbare Warzen und einer Art mit eckigen und Warzen bis 1,5 x 1,2 µm. Die Warzen meiner Art sind wesentlich kleiner und die Art scheint sehr selten zu sein. Hat jemand eine Idee, wie man das Problem löst? Vermutlich sollte ich mich noch ein weiteres Mal um bessere Ornamentierungs-Bilder bemühen?


    Liebe Grüße
    Jan-Arne


    Hi,


    das ist doch ein optisch schöner Fund, den du auch super in den Bildern darstellst. :thumbup: Ist denn das was seltenes?


    l.g.
    Stefan


    Hallo Stefan,


    danke schön. Grenzwertig, aber man erkennt die wichtigsten Merkmale. Bei der geringen Größe ist einfach momentan nicht mehr zu machen. Aktuell 182 Datensätze bei Pilze-Deutschland. Für einen Schleimpilz ist die Art also nicht schlecht kartiert, was aber auch daran liegen könnte, dass sie zwar schwierig zu finden, aber leicht zu bestimmen ist. Ich konnte die Art zuvor nur einmal finden, was aber eher an meiner Blindheit als an der Seltenheit der Art liegen könnte. :D


    Übrigens noch was Unschönes. Die Pyronema kriege ich nicht bestimmt. Der Kontext für alle anderen: Das war der erste Pilz, der uns gezeigt wurde, weil er auf einer kleinen Brandstelle in Verenas Garten wuchs. Wie nett, die Gattung hatte sich bisher vor mir versteckt. Leider war die Pyronema mittlerweile total aufgeweicht in meinem Döschen und von Konidiensporen durchsetzt. Die freien Sporen, die ich finden konnte, ergeben leider kein einheitliches Bild. Auch wenn es mehrmals betont wurde, weiß ich nicht, ob ich der Sporengröße als Bestimmungsmerkmal glauben kann, nicht nur weil in der Literatur überall unterschiedliche Merkmale stehen. Zumindest denke ich, dass sich vielleicht nicht alle Funde ins Schema einordnen lassen, sondern eher die typischen bzw. besonders groß- oder kleinsporigen Kollektionen. Damit fiele das letzte Merkmal neben Subiculum, Enge des Wuchses und weiteren weg. Auf jeden Fall ist das hier ein Fall, der Ausrutscher in beide Richtungen hat. Für mich in dieser Form leider unbestimmbar, vor allem weil ich nur noch Matsch untersuchen konnte. Vielleicht müssen wir Verena bemühen, einmal nachzusehen, ob es noch weitere Fruchtkörper auf dem Kohlehäufchen gibt. :D



    Die Sporenwerte der gemessenen Sporen:


    12,29 x 8,28


    15,64 x 11,31
    12,22 x 9,27
    14,08 x 9,96
    13,29 x 10,44
    15,53 x 9,65
    13,5 x 8,16
    17,19 x 10,24
    13,81 x 9,18
    12,95 x 8,73
    16,15 x 10,44


    12,29-14,24-17,19 x 8,16-9,61-11,31


    Länge eher kleinsporig, Breite eher großsporig... vielleicht hat ja jemand eine Meinung. Ich bin mir recht sicher, dass alle gemessenen Sporen reif waren und nicht aus den Asci gepresst wurden.


    LG, Jan-Arne

    Yeah, schon wieder einer geklärt. Danke, Nobi & Florian. :thumbup:


    Ich habe da auch noch einen. Erinnert sich noch jemand an die nickenden, unreifen Schleimer, die ich am Samstag einfach mal eingepackt habe, ohne große Hoffnung? Naja, die sind innerhalb von einem sehr langen Zeitraum von zwei Tagen (am Sonntag war noch nichts passiert) nachgereift und heißen Cribraria cancellata. Die Sporocarpien (Kugeln) sind ca. 0,3-0,4 mm im Durchmesser. Ich habe mein Bestes gegeben, die typischen Rippen abzulichten. Alle anderen Cribraria-Arten weisen ein mehr oder weniger ungleichmäßigeres Netz auf, wohingegen diese vertikalen Leisten mit kaum erkennbaren Querverbindungen es zulassen, den Fund bereits makroskopisch anzusprechen.





    LG, Jan-Arne


    Edit: Die vermutete Arcyria cinerea hat es übrigens auch ins Reifestadium geschafft. :)