Hallo!
Ich fange mal so an: Täublinge sind eine artenreiche Gattung. Es gibt in dieser Gattung sowohl scharfe oder bitter sowie leicht scharfe und milde Arten.
Täublinge sind die einzigen Pilze, die man ohne genaue Artenbestimmung essen kann, wenn man sich an die Täublingsregel hält: Mild = essbar / Scharf, Bitter = giftverdächtig oder ungenießbar!
Deine Pilze waren vermutlich Speitäublinge. Allerdings bezeichnet das keine Art, sondern eine Gruppe innerhalb der Gattung, die sich durch den sehr scharfen Geschmack sowie die rote Hutfarbe auszeichnet. Ohne Bilder natürlich letztlich nur Spekulation, aber irgendwie naheliegend.
Bei der Täublingsbestimmung ist auf verschiedene Merkmale besonders zu achten. Geschmack, Standort, Hutfarbe, Abziehbarkeit der Huthaut, Farbe des Sporenpulvers (eingeordnet in eine bestimmte Skala) und Geruch. Darüberhinaus lohnt sich vielfach die Untersuchung des Stiels mit bestimmten Chemikalien. Darüber wirst du im Internet auch einiges finden. Ich habe Eisensulfat, Guajak und Phenol hier.
Keine leichte Gattung, aber eine spannende - auch in kulinarischer Hinsicht! Du findest hier einige sehr gute Speisepilze, die sich durch den Geschmack sowie die feste Konsistenz auszeichnen. Um nur ein paar zu nennen: Grünfeldriger Täubling, Frauentäubling, Violettstieliger Pfirsichtäubling. Wenn du dich weiter damit auseinandersetzen willst, findest du hier eine Liste der häufigsten Arten. Dann hat man zumindest einen Anfang und ist nicht gleich von der Vielfältigkeit der Gattung erschlagen.
LG, Jan-Arne
Edit:
[...] allerdings schreckt mich der Speitäubling natürlich ab, der ja doch meistens rot ist. (Dass er auch wie ein Frauentäubling ausschauen kann ist auch nicht grad hilfreich...).
Nee, der Frauentäubling hat zwar ein extremes Farbspektrum, aber knallig rot sollte er eigentlich nicht sein. Wenn er Rottöne hat, geht das eher ins Violett. So zumindest meine Erfahrung.