Beiträge von Beorn

    Hallo, Frank!


    Die schwierige Frage zur Trennung von Phellinus trivialis und Phellinus igniarius lasse ich jetzt mal aus. Die Unterscheidung von Ganoderma applanatum und Ganoderma adspersum hatten wir neulich schon diskutiert.


    Also mache ich's mal ganz allgemein zur Unterscheidung der Gattungen Phellinus und Ganoderma:
    makroskopisch sind die Poren bei Ganoderma bei jungen, frischen Fruchtkörpern ziemlich hell, weiß bis cremefarben.
    Bei frischen Phellinus dagegen immer dunkler: bräunlich oder graubraun, selten silbrig - grau. Etwas Weißes habe ich da noch nie gesehen.
    Die Trama von Phellinus sollte mit KOH (idealerweise 20%ige Lösung) schwarzbraun werden, bei Ganoderma sollte nicht viel passieren.
    Einen weiteren morphologischen Punkt hast du schon angedeutet: Die Zuwachskanten sind bei Ganoderma in der Regel weiß, bei Phellinus grau oder braun.
    Mikroskopisch kann man natürlich auch einiges machen: Ganoderma hat eine trimitische Trama, also Skeletthyphen (dickwandig), generative Hyphen und Bindehyphen. Phellinus sollte nur dimitisch sein, also ohne Bindehyphen. An den Septen der genereativen und der Bindehyphen sowie im Hymenium sollten bei Ganoderma Schnallen vorhanden sein, bei Phellinus nicht.
    Bei den meisten Phellinus - Arten findet man irgendwo Setae, das sind dickwandige, stark pigmentierte Hyphen, die im Mikroskop wie Stacheln aussehen. Sowas hat Ganoderma nie.
    Die Sporen bei Ganoderma sind zudem meist fein warzig, bei Phellinus glatt.



    LG, pablo.

    Hallo, Frank!


    Gute Frage.
    Ein Symbiont ist das wohl nicht. Angaben dazu finde ich kaum. Bei solchen Fragen greife ich gerne auf die "Großpilze Baden-Württembergs" zurück, da steht aber nur

    Zitat

    An der Borke stehender Ahornbäume, (...). Nicht auf den glatten Rinden jüngerer oder schlecht wüchsiger Kleinbäume und Sträucher.


    Wenn ich mir das richtig zusammenreime, müsste man das als Saprophyt abgestorbener Rindenstrukturen oder als Rindenparasit verstehen.



    LG, pablo.

    Hallo, Björn!


    Das wäre eine Möglichkeit, allerdings eine recht vage Eingrenzung.
    Als Alternative würde ich auch noch die Frage vorschlagen, ob die Art bevorzugt mit Kiefern mykorrhiza bildet.



    LG, pablo.

    Hallo, Uli!


    Das ist im grunde genau so, wie ich es auch sehe.
    Wir Menschen könne doch die Evolution mit all ihren Wundern gar nicht verstehen. Was wir tun können, ist mit allen zur verfügung stehenden Mitteln beobachten und so weit wie möglich versuchen zu begreifen.
    Dazu gehört auch, daß wir nichts anderes sind als ein Teil des großen Ganzen, das sollten wir nie vergessen.
    Wenn wir einem Pilz einen Namen geben (so gut wir es eben mit unseren Mitteln können), ist das nichts als unsere Sicht einer Wahrheit, die viel weiter geht und viel mehr umfasst als der menschliche Verstand.


    Und ganz ehrlich: manchmal ist da ein Bild ohne Namen besser. Manchmal kann ein Bild ohne Namen mehr von dieser Wirklichkeit zeigen, als ein haufen mikroskopischer und genetischer Details.
    Klar fachsimple ich gerne rum, es macht mir Spaß, ich fühle mich gefordert, wenn ich forschen kann und nach Namen und Erklärungen suche. Aber der Pilz selbst ist mehr als das. Schöpfung oder Evolution: Egal wie man es nennen mag. Jedenfalls ein Muster, dem der Mensch und auch der menschliche Verstand untergeordnet ist.
    Bei allem Forscherdrang, der ja auch wichtig ist, das sollte man nie vergessen. Es ist immer nur eine menschliche Sicht auf einen Kontext, der unser Fassungsvermögen milliardenfach übersteigt. Das ist etwas, das wussten die alten griechischen Philosophen schon. Oder waren sich dessen wahrscheinlich bewusster, als wir es heute sind. Auch wenn sich an der Tatsache nichts geändert hat.



    LG, Pablo.

    Hi.


    Bitte stell mein Wissen in dem Bereich nicht auf eine Stufe mit dem von Matthias und Steffen. Beide sind da wesentlich bewanderter als ich. Von Nobi ganz zu schweigen, oder Ingo W. oder Björn W. oder Ralf D. oder usw. :)


    Finde ich auch gar nicht schlimm, dafür kann cih Filzröhrlinge bestimmen (gut, können die meisten der genannten ja auch).
    Trotzdem ist Wissen über Pilze aus meiner Sicht kein Wettbewerb, da habe ich mich von jedem Konkurrenzdenken verabschiedet. Außer vielleicht beim APR, aber das ist ja was ganz Anderes.
    Ich sehe da nur Ergänzungen, Weiterentwicklungen für bestimmte Thematiken, das ist das Schöne daran. Wenn man sich - ob über ein Forum oder privat - mit anderen Pilzfans über Funde unterhält, dann spielt es keine Rolle, ob jemand erst 50 Arten selbstbestimmt hat, oder doch eher 1000. Wichtig ist der Pilz und die Infos, die man dazu sammeln kann.
    Der Pilz ist das Rätsel an sich und letztlich ist jede Bestimmung auch nur eine Annäherung an die Wahrheit, nicht mehr und nicht weniger. Da kann man mikroskopieren und Sequenzieren, die Evolution an sich verstehen wir ohnehin nicht.
    Aber man kann sich rantasten, alles aus immer neuen Blickwinkeln sehen und vor allem: gegenseitig das Wissen und die Erfahrungen austauschen.
    Also ran an den Speck: Es gibt viel Huhn, backen wir's an.



    LG, pablo.

    Ach, Stefan!


    Aleline daran sieht man schon, wie sehr dein Wissen wächst!
    Je mehr man weiß, desto bewusster wird einem eben, wie unglaublich viel man nicht weiß.
    Ich glaube mittlerweile, daß es gar nicht möglich ist, sich überall top auszukennen. Auch wenn es hervorragende Allrounder gibt (Anderas Gminder, der ist so ein Naturtalent), irgendwann spezialisiert man sich auf etwas. Oder bevorzugt bestimmte Gruppen und lässt andere aus.
    Und so soll das auch sein, weil alle Hobby - Mykis wie ich brauchen die Fachfreaks, die sich auf ihrem Spezialgebiet eben so richtig bombig auskennen. Das entwickelt sich so nach und nach, vielleicht picke ich mir auch irgendwann was Spezielles raus (Weichritterlinge könnten dringend eine Bearbeitung brauchen), vielleicht machst du das auch irgendwann. Bis dahin: Einfach angucken, was einem gerade vor die Füße fällt und Spaß dran haben.



    LG, Pablo.

    Hallo, Stefan!


    Aber Ascos sind doch so viel dankbarer zu mikroskopieren. :)
    Also zumindest die wenigen, die ich bisher an Dung untersucht habe, die waren sogar mit dem alten Billigmikro sehr schön zu betrachten.
    Und wenn's mit der Bestimmung nicht klappt: Immerhin gibt's hier ein geniales Forum, wo man rasch und präzise Hilfe erhält.



    LG, Pablo.

    Hallo, Harald!



    Es gibt auch "richtige" Pilze, die submers wachsen. Siehe z.B. hier:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Psathyrella_aquatica


    Dazu hatte Andreas (Pilzmel) Melzer mal was geschrieben, finde ich aber leider nicht auf die Schnelle. War glaube ich in Erics Forum (fungiworld). Da ging es um die Frage, ob ein Pilz, der zufällig in einem zeitweise überfluteten Gebiet tatsächlich als "aquatische" Art bezeichnet werden kann, oder ob das nicht eher ein Zufall ist.



    LG, Pablo.

    Danke, Björn! :thumbup:


    Ellis & Ellis...
    Den müsste ich doch auch noch haben, auf dem Stick wo die ganzen sachen vom alten Rechner noch drauf sind...
    Werde ich jedenfalls nachlesen.
    Und bin schonmal ganz beruhigt: NIchts falsch gemacht.



    LG, pablo.

    Hi.


    Fruchtkörper an cf Pappel mit an die 30 cm Hutdurchmesser:


    Nochmal an cf Pappel, rechts ebenfalls sehr groß und braun, links (kaum zu erkennen) wie bekannt blaugrau:

    Kann man jetzt sagen: "Echt mieses Bild, warum zeigt der das?"
    Wäre eine gute und berechtigte Frage!
    Erstens mal, um die farbliche Variabilität zu zeigen (beide Kollektionen ungefähr im selben Alter / Verwesungszustand),
    zweitens weil ich die schon etwas überständigen fruchtkörper links mitgenommen habe.



    Reaktion mit Sufovanillin:


    Huttrama:

    Keine dickwandigen Hyphen zu finden.


    Lamellentrama:

    Das selbe Bild. Alles dünnwandig. Hier nach etwas Quetschgemetzel, davor war's aber auch schon irregulär.


    Basidien:

    Keine Hymenialzystiden vorgefunden.


    Ein paar Sporen:


    Merke: Man kann mit Austern noch andere Sachen machen als aufessen.
    Allerdings riecht nach dem Rumhantieren mit Sufovanillin das Zimmer noch Stunden lang lecker nach Keksen.



    LG, pablo.

    Hallo, Ascofreaks!


    Neulich hatte ich in >diesem Thema< eine Cudoniella gezeigt, bei der ich eigentlich von C. acicularis ausgehe.
    Nachdem ich meine ganz dünne Asco - Literatur durchgegangen bin, geriet ich etwas ins Grübeln.
    Die Art wird mit maximal einfach septierten Sporen und Sporenlängen bis 21 µm beschrieben.
    Die Sporen sind bei dieser Aufsammlung aber etwas größer (bis 23 µm) und vor allem: vereinzelt finden sich Sporen mit drei Septen.
    Die Frage ist: Darf der das? Kleine winterliche Abweichung? Oder doch noch mal was Anderes?




    LG, Pablo.

    Hallo, Peter!


    Klick mal im Editor - Fenster den Button in der Toolleiste ganz rechts an. Der heißt (wird beim drüberfahren mit der Maus angezeigt): "Quelltext anzeigen".
    Dann sieht das so aus:



    [ quote='pid=\'234936' dateline='1406577185' ]




    eine Runde Schnäpsle stelle ich ein, bedient euch :)


    Liebe Juliane,


    du hast ja reagiert und deine Sicht der Dinge eingebracht.


    Ist mir auch schon so ergangen, in diesem Forum. Eine Meinung war es, die hat mir gereicht.


    War auch ein Beitrag mit Händyaufnahmen, das Hackl kam aber nicht deswegen geflogen.



    http://www.pilzforum.eu/board/…benfroher-schwefelporling



    Ich habe mir da die Sinnfrage gestellt, wozu? Da wirst angegriffen, alle können es mitlesen. Nur, am Ende gab es wieder versöhnliche Töne.


    Nicht nur, mittlerweile schätze ich diese eine Meinung sehr.


    Genug gelabert, runter mit dem Schnäpsle,


    Prost und ex, :P


    *h*


    Peter




    p.s. die pid bekomme ich einfach nicht weg. Macht nix,
    ist halt ab jetzt mein Synonym :D







    [ /quote ]


    Die eckigen Klammern und ihre Inhalte löschst du raus.
    Dann ist das PostID - gedöns weg. :)



    LG, pablo.

    Hallo, Frank!


    Ich sag's mal so: Das gab mir die Gelegenheit, einen Pilz zu untersuchen, den ich bislang noch nicht untersucht hatte. Solche und ähnliche weiße Beläge sind mir schon oft begegnet, nicht nur an Ahorn sondern auch an Eiche, Weide usw (>ein beispiel<). Die meisten blieben ununtersucht, auch weil ich erst seit Dezember ein venünftiges Mikro habe).
    Nun kann man immerhin diesem einen Namen geben und ich habe dabei gut was gelernt.



    LG, pablo.

    Hallo.


    Hm, OK. Also am Fuße einer Birke, aber auf Erdboden. Gut daß du noch mal drauf hinweist, Dieter!
    Das rückt einen Trichterling - egal welche Art - schon wieder in den Bereich des Möglichen.
    Da muss ich aber mit der Untersuchung passen, das ist etwas für einen Gattungsspezialisten. Selbst mit Mikro ist das in so einer schweren Gattung kein Zuckerschlecken.


    Diese Phlebia / Cylindrobasidium / Stereum aus diesem Thema kann ich mir aber durchaus angucken.
    Die Kopfkratz - Tramete gerne auch, da ist zwar mikroskopisch nichts zu machen, aber es lässt sich mit Fruchtkörper in der Hand immer besser beurteilen als über Bild und Text.



    LG, pablo.

    Hallo.


    Die Frage von Juliane sollte schon mal in die richtige Richtung gehen.
    Fragen könnte man zB, ob der Pilz eine mehr oder weniger rundliche Form hat, also kein Hut, kein Stiel, kein sichtbares, außen sitzendes Hymenophor.



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Das dürfte nicht einfach werden, in Brasilien geeignete Speisepilze aufzutreiben.
    Die Funga sieht dort ganz anders aus als hier bei uns. Natürlich gibt es auch dort Arten, die hier ebenfalls verbreitet sind.
    Prinzipiell würde ich selbst aber die Finger von so gut wie allem lassen. Idealerweise solltest du mal nach Röhrlingen Ausschau halten. Steinpilz - Arten sind global verbreitet, sowie etliche Filz- und Schmierröhrlinge.
    Da könnte man sich mal rantesten, muss aber auch da im Auge haben, daß in Brasilien Arten vorkommen können, die ungenießbar oder giftig sind.
    Nach Leistlingen kann mn auch mal gucken, da gibt es auch in Brasilien etliche Arten, giftige Gattungsvertreter sollten nicht vorkommen. Allerdings müsste man sichergehen, daß es nicht in eine andere Gruppe gehört.
    Eine weitere Option wären Seitlinge der Gattung Pleurotus. Auch in der Gattung gibt es keine giftigen vertreter, aber man muss eben die Gattung auch in Brasilien sicher erkennen können, was unter Umständen ein Problem ist.


    Von solchen und ähnlichen Lamellenpilzen lässt man am besten die Finger. Eine Art der Gattung der Samthäubchen (Conocybe) erkenne ich hier auch, eine Bestimmung ist nur mit mikroskopischen merkmalen und nur mit entsprechender Spezialliteratur und Erfahrung möglich.
    Das wäre aber auch hier in Deutschland nichts zum Essen.


    Verzehrfreigaben über das Internet sind allerdings ohnehin nicht möglich, weil nicht zuverlässig genug. Wer anderes tut oder behauptet ist unseriös und handelt fahrlässig.



    LG, pablo.