Beiträge von Beorn

    Hallo, Alex!


    Zumindest bei den mehrjährigen Porlingen ist es so, wie Stefan schreibt. Bei einjährigen Porlingen ist die Sporulationsphase oft länger, da hatte ich auch schon Kollektionen, die einen schicken Abdruck abgegeben haben. Dennoch muss man etwas Glück haben, den richtigen zeitpunkt zu erwischen.
    Von der Porenfarbe auf die Farbe des Sporenpulvers zu schließen, funktioniert leider nicht, noch weniger als bei Lamellenpilzen. Allerdings: Die meisten Porlinge haben weißes bzw. sehr helles Sporenpulver, wenn es nicht gerade um Ganoderma geht, sagt das nicht viel aus.
    Bei Ganoderma (uund natürlich bei anderen konsoligen, mehrjährigen Porlingen) kann man dafür auf Folgendes achten: Unter dem Hut sind oft Bereiche, die einigermaßen geschützt sind. Auf dort liegenden Blättern, oder noch besser: in Spinnenweben verfängt sich oft Sporenpulver und ist dort im Idealfall noch über eine Woche nach der Abwurfphase zu sehen. Auch auf den Hutoberseiten findet sich manchmal das Sporenpulver, das in Falten und Rillen der Hutkruste hängen geblieben ist.



    LG; pablo.

    Hallo.


    Das ist ein sehr schönes, und auch ziemlich naturbelassenes Biotop. Gefällt mir. :)
    Diese beiden an Kiefernzapfen wachsenden Rüblinge kann ich nicht makroskopisch trennen. Ich hatte schon "Bittere", die völlig mild waren, und "Milde", die bitter schmeckten.
    Bisher ist mir noch kein konstantes makroskopisches Merkmal aufgefallen, nach dem die zu trennen wären.
    An der >Coriolopsis gallica< habe ich nichts auszusetzen. Wuchsweise, Porengrößen und Oberflächen passen wunderbar, dazu auch das faserig braune Fleisch: Da passt alles zusammen.
    Problematischer könnte der vermeintliche Oxyporus sein. Den kenne ich nicht mit so runden / wulstigen Huträndern, die waren bei meinen Funden eher scharf.
    Man könnte mal ältere Fruchtkörper durchschneiden, ob die geschichtet sind. Ansonsten wäre auch einer der vielen anderen, weißlichen Porlinge möglich.
    2: Ziemlich sicher verwitterte Schmetterlingstrameten, ja. :thumbup:
    >Wabenporling< ist auch richtig. Zumindest an "halb vergrabenem" Holz ist mir der schon begegnet, dann ist es auch klar, daß er einen längeren Stiel bilden muss, um besser an die Oberfläche zu kommen.



    LG; Pablo.

    Moin!


    So soll das auch sein. Denn makroskopisch sehen diese Pilze zumindest für mein ungeübtes Auge recht ähnlich aus. Und sofern sie nicht wirtsspezifisch sind - ist dieser nicht, oder? - wird man ums Mikroskopieren ja eh nicht rumkommen.
    Also sind Bilder ja ohnehin nur interessant, wenn es auch Mikros dazu gibt. :thumbup:



    LG, Pablo.

    Morgen!


    Zu Sporenabwürfen gibt es >hier ein paar Tips<.
    Ein Glasplättchen (Objektträger) drunterlegen finde ich nach wie vor am besten, weil man darauf gleich mit dem Sporenpulver weiter arbeiten kann.
    Zusammenschieben oder konservieren, aber auch mal einen Tropfen Melzer (Jodlösung) drauf, Amyloidität der Sporen kann man oft gut makroskopisch schon erkennen...


    Andreas: Merci! :thumbup:
    Genau so soll das sein, daß jemand wiederspricht, wenn was nicht stimmt.
    Weil es stimmt ja auch gar nicht, daß die Fruchtkörper seitlich geschlitzt und eingerollt sind (und selbst wenn...): Da ist ja nur einer, der so aussieht, die anderen sind alle ganzrandig. Gut, nach Peziza phyllogena halte ich mal die Augen auf. Die hat sich mir noch nicht vorgestellt.



    LG, Pablo.

    Morgen!


    Wie schön! Motörehead zum Aufwachen hatte ich lange nicht mehr, aber das belebt. Man sollte es regelmäßiger tun, ein guter Start in den Tag.
    Nun denn, schade, ich hatte je gehofft...
    Aber dann ändere ich den halt noch mal langsam.



    LG, Pablo.

    Ahoi!


    Wenn man das letzte Bild vergrößert, dann glaube ich auf den Pyrenos noch kleine, gelbliche Punkte zu sehen. Ist natürlich total spekulativ jetzt, aber vom Gefühl her könnte da noch eine weitere Art draufsitzen und sich von den verfallenen kernpilzen ernähren. Also sowas wie >Tubeufia cerea< vielleicht.



    LG; Pablo.

    Hallo, Joe!


    Toll, da tut sich wirklich was. :)
    Nummer 1 ist der Gemeine Violettporling (Trichaptum abietinum). Das wäre die poroide Art an Nadelholz. Eine ziemlich durchgehend lamelloide Art wäre zB Trichaptum laricinum, aber du dachtest vermutlich mehr an die Art mit zähnchenförmigem Hymenophor (sieht aus wie bei Irpex lacteus, nur in bunt): Also Trichaptum hollii (= Trichaptum fuscoviolaceum).
    2.: Ja, kann optisch schon sein. Aber ohne ein paar mikroskopische Eckdaten sind solche Dingers nicht bestimmbar.
    Bei den helmlingen ist es oft so, aß man die charakteristischen gerüche erst rauskitzeln muss, also zB mal einen Fruchtkörper in der Hand zerreiben. Bei Mycena renati hatte ich aber auch schon Kollektionen, die auch unverletzt schon richtig satt nach Bademeister gerochen haben. Aber deine Bestimmung passt, auch ohne erkennbaren Geruch.
    Die Winterporlinge sind allerdings >Weitlöchrige Porlinge<. Bei Polyporus brumalis wären die Poren zumindest am Hutrand nie so gestreckt / oval wie hier.
    Der >kastanienbraune Porling< ist sehr variabel in der Färbung, und das ist nicht nur altersabhängig. Mir sind auch schon ausgewachsene Exemplare begegnet, die sehr hell waren. Und ebenso ganz dunkle. Aber an den superfeinen Poren, dem Habitus und der speckig-glatten Hutoberfläche ist der dennoch immer ganz gut zu erkennen.



    LG, Pablo.

    Hallo, Michael!


    Ja, es ist erstaunlich, was sich in vielen Waldstücken so an Müll ansammelt. Sehr bedauerlich...
    Aber: Deine Pilzausbeute kann sich echt sehen lassen. :thumbup:
    Ich glaube, so viele lamellenpilzchen an einem Tag haben sich mir in diesem jahr noch nirgendwo gezeigt.


    Beim ersten glaube ich, daß das auch gut ein etwas verknitterter >Voreilender Ackerling< sein könnte.
    2.: >Stockschwämmchen< wahrscheinlich, ja. Aber eine andere Schüpplings - Art mag ich jetzt nur anhand der Bilder nicht völlig ausschließen.
    3.: Sieht stark nach einem Faserling aus, der eine Art aus der Umgebung des >Schmalblättrigen< sein könnte. Schwierige Gattung: Da muss das Mikro ran.
    4.: Ist ein Öhrling, keine Peziza. Wegen den seitlich tief eingeschlitzten und eingerollten Fruchtkörpern. Auch da kommt ohne Mikro nichts Gesichertes raus, leider.
    5. + 6.: Da kann ich auch nur wild spekulieren, man müsste wenigstens mal wissen, wie das Sporenpulver im Abwurf aussieht. Ganz grob geraten: "5" einer der Blassporrüblinge (Gattung: Gymnopus) und "6" einer der Flämmlinge (Gattung: Gymnopilus).



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Das hatte ich total vergessen: Nein, dieses wattige Gespinst gehört nicht zum Pilz. Das müssten entweder Spinnen oder Raupen verursacht haben, solche dichten Gewebe an Unterseiten von stabilen Pilzen sind meist Gelege, da sind dann irgendwelche Eier eingesponnen. Die Pilze dienen als "schützendes Dach" und als Anker für die Fäden.



    LG; Pablo.

    Hallo.


    Also mit dem gedrungenen Habitus, dem weit überstehenden Hutrand erinnert der trotz der aufgeplatzten (aber wohl nicht schuppigen) Huthaut mal arg an einen >Stadtchampignon<. Der hat - und das ist wichtig! - einen doppelten Ring. Das ist nicht immer ideal ausgeprägt, aber ein wichtiges Merkmal.



    LG, Pablo.

    Hi.


    Oha, hatte ich das vorhin übersehen?
    Also nun aber jetzt.


    "Polyporales" ist natürlich ein recht umfassendes Thema.
    Ungefähr so einfach wäre es auch, einen 60 - Minütigen Vortrag über "Muscheln" zu halten. ;)


    Also muss man das schon versuchen, möglichst einzugrenzen.
    Darum wäre die erste Frage: Wie soll der Begriff "Polyporales" verstanden sein?
    Im strengen, systematischen Sinne ist das eine Gruppe, zu der makromorphologisch ganz unterschiedliche Gattungen gehören. Da wären dann auch etliche Krusten dabei (zB die der Gattung Phlebia) und auch eine Reihe Lamellenpilze (zB Arten der Gattung Lentinus).
    Der Begriff "Polyporales" wurde und wird aber auch im weiteren Sinne eingesetzt, was dann nicht mehr der aktuellen wissenschaftlichen Systematik entspricht, sondern ganz einfach nur "Pilze mit poroidem Hymenophor" beschreibt.
    Da stehst du vor dem gleichen Problem, im grunde wird der Begriff dann sehr schwammig, dazu gehören Pilze ganz verschiedener systematischer Ordnungen (sogar Russulales, Hymenochaetales, Trechisporales, sogar ein paar Heterobasidiomyceten).


    Die zweite Frage wäre: Welches ist die Zielgruppe eines solchen Vortrages?
    Sind das Bio-Studenten, die sich für Systematik, Lebensweisen, Genetik usw interessieren?
    Oder soll es um die Bestimmungen in diesem Bereich gehen?


    Neben den bereits erwähnten Büchern von Hermann Jahn und der Seite von Werner Pohl (Frank Dämmrichs Seite gibt für Bestimmunsgfragen nicht so viel her Markus, nur für ein paar ausgewählte Gattungen und Tomentelloide Pilze natürlich) wären ein paar aktuelle Werke wichtig, die es sicher in jeder Unibib geben müsste:
    "Poroid Fungi of Europe" (Ryvarden & Melo) ist das aktuellste Standardwerk. Dazu empfehlenswert ist der Vorgänger "European Polypores" (Ryvarden & Gilbertson), oder "Polypoaceae s.l." (Bernicchia) aus der Reihe "Fungi Europaei". Das wären aber jeweils am ehesten Bestimmungsbücher, Artbeschreibungen, Schlüssel usw. Darum ist der Jahn dazu schon wichtig, weil da auch eine Menge über Lebensweisen und Ökologie dabei steht.


    Also wichtig wäre erstmal den Anspruch zu klären, die Zielgruppe; also was der Vortrag leisten soll. Und dann weiter gucken, auf welche Themenschwerpunkte man sich konzentriert.



    LG; Pablo.

    Hallo, Andreas!


    OK, ohne balteatocumilis zu kennen, kann ich selbstverständlich dem nichts entgegenhalten.
    Was die Fuldaer Kollektion betrifft: Die stank ebenso massiv nach Erde, wie die vom Kohlhof - Park bei Heidelberg.


    Aber vielleicht liegt der Fehler woanders: Macht es einen solchen Unterschied, ob man 20% oder 40% KOH verwendet?
    Denn ich hatte da jeweils nur 20%iges draufgemacht.


    Darum hier noch die reaktion von der HD - Kollektion:

    mit 20% KOH.


    Und eine (weitere) Kollektion von Cortinarius largus (ohne solchen intensiven Geruch) aus dem Taunus:

    ebenfalls mit 20% KOH.



    LG, Pablo.

    Hallo, 2x Andreas! :)


    Spannend auf jeden fall: Da sind ein paar ganz neue Denkanstöße für mich drin. :thumbup:
    Die Bereifung ist tatsächlich auffällig, und recht konstant auf allen Hüten vorhanden.
    Ansonsten finde ich deine Kollektion (AKCCM) gar nicht mal so unähnlich, wenn auch ein wenig reifere Fruchtkörper.


    Die Speyerer Entolomen waren nicht hygrophan, jedenfalls hat sich die Hutfarbe beim Antrocknen nicht verändert.
    Wenn da nicht diese Wasserflecken wären...
    Aber sowas gibt es ja auch bei nicht-hygrophanen Hüten.


    Egal wie, den muss ich vorerst tse-effen, muss noch weiter untesucht werden. Ich hoffe, die tauchen mal wieder auf. Speyerer Sandkasten steht im Herbst eh wieder auf dem Programm, wie jedes Jahr. Nicht, daß die Monnemer Sandkästen nicht auch schick wären, aber der ist ökologisch noch mal einen Tik anders.



    LG; Pablo.

    Hallo, Andreas!


    Ich kann auch das gesamte unbearbeitete Bild hochladen (anklicken für großansicht), ebenso eines der gleichen gruppe mit etwas angeordneten Fruchtkörpern:


    Wenn E. ochreoprunuloides eine reine Waldart wäre, dann wäre das in der Tat eher komisch. Das Gelände dort ist schon eher offen, man könnte von einer "Waldrandlage" sprechen, wenn auch im Schutz einer großen Eiche stehend.



    LG; Pablo.

    Hallo zusammen!


    Wer sich anscheinend über dir Trockenheit gefreut hat, waren Schlangen und Eidechsen. Also, mal abegsehen von denen, die auf den verbrantten Flächen wohnten. :(
    Da gab es ziemlich viel zu sehen in diesem Jahr. Aber das wird auch nur solange gehen, wie es genug Insekten als Nahrungsquelle gibt.


    Zitat


    Hoffe der Waldbrand war nicht all zu heftig. Werde es im Juli dann selber sehen.


    Im Grunde ist es nur das Gestrüpp auf der La Colma - Südflanke. Die Wälder selbst blieben ja weitestgehend unberührt. Wenn du die Gelegenheit hast, kannst du ja mal über Cavaglio nach Gurrone hochfahren (oder laufen), von da aus ein Stück auf dem Weg richtung Spoccia, dann müsstest du schon im "Brandgebiet" sein.
    Einige Brandherde zogen sich aber bis runter zur Straße...


    Schwierig war ein Tag, wo der Föhn so stark blies, daß niemand fliegen konnte. Da hat's sogar Bäume über die Straßen gebretzelt, mit einem Flugzeug oder einem Heli bei dem Sturm in so einem engen tal manövrieren, das ist natürlich unmöglich.
    Trotzdem: Ein Mordsrespekt vor der Arbeit der Feuerwehren!


    Zitat


    Die gelben Blüten sollten (eingebürgerte) Kerria japonica (mit gefüllten Blüten) sein, zumindest fällt mir nichts anderes ein, was so aussieht - und die Pflanze ist in der Schweiz und div. italienischen Gebieten verwildert anzutreffen.


    Zitat


    Ach ja, und Abeja hat recht, das ist sicher ausgebüchster Ranunkelstrauch. Die sind hier nicht heimisch.


    Ja super, das muss es sein! :thumbup:
    Vielen Dank euch beiden für den Hinweis!
    Dort wächst das Zeug in den teiferen lagen tatsächlich wild und wuchert vor sich hin. Immerhin macht es keinen allzu aggressiven Eindruck (als würde es massiv einheimische Arten verdrängen wollen) und sieht dabei noch ziemlich schick aus.


    Zitat


    Ja, die Trockenheit im Mittelmeerraum wird seit Jahrzehnten beklagt, besonders
    im Frühjahr.


    Das Blöde ist ja dabei auch, daß es dann im Sommer oder Herbst auch intensive Niederschläge geben kann (Alpensüdrand: Meist im Sommer), da kommt dann viel zu viel auf einmal runter. Und auch das scheint zuzunehmen.
    Es ist wirklich erstaunlich, wie das alles mehr und mehr ins Extrem geht. Selbst wenn man den faktor rausrechnet, daß heute natürlich umfänglicher dokumentiert wird als noch vor 50 Jahren. Dennoch scheint es wohl so zu sein, daß man den Klimawandel auch tatsächlich über begrenzte Zeiträume von wenigen Jahren wahrnehmen kann. Also nicht "vollzieht sich über einige hundert Jahre" sondern: "ist jetzt anders als vor 10-15 Jahren". 8|



    LG, Pablo.

    Hallo, Andreas!


    Vielleicht. Aber eine gelbliche Stielbasis hatte da kein Fruchtkörper.
    Abgesehen davon: Ich wüsste im Moment nicht, wie die beiden Arten noch zu trennen wären; E. ochreoprunuloides ist ja im Grunde recht neu.
    Weil Mikrobildchen fehlen, müsste ich den am Standort nochmal einsammeln. Was letztes und vorletztes Jahr nicht geklappt hat.
    So hätte ich nur die Notizen von damals im Angebot:
    08.11.2014
    Sandkasten bei Speyer an offener Stelle auf Sandboden in Blätterstreu unter Eiche, auch Kiefer, Pappel und Birke in der Nähe; Geruch erst unauffällig, im Anschnitt stark mehlartig, Hüte radialfaserig, glatt, bereift, nicht hygrophan, Hutrand ungerieft
    Sporen meist subisodiametrisch um 6-8 µm, immer deutlich eckig,
    Lamellenschneide mit Basidien (mit Basalschnalle), Cheilozystiden fehlen
    Huthaut ohne inkrustiertes Pigment (Pigment diffus, intrazellulär oder membranär), obere Schicht aus dünnen, langen Hyphen, darunter hyaline, dick aufgeblasene Zellen



    LG, Pablo.

    Hi.


    Ich kann die technischen Feinheiten nicht beurteilen.
    Aber ich denke wie Andreas, daß der Fehler ebensogut nicht bei deinen Sequenzen liegen könnte, sondern bei den Vergleichssequenzen. Wie Andreas schrieb: Da ist schon eine recht große Wahrscheinlichkeit dabei, daß die halt einfach falsch bezeichnet sind.


    Ich bin ja eher kritisch eingestellt, wenn es darum geht, nur aus ITS - Sequenzen systematische Verwandschaften abzuleiten. Das betrifft auf jeden Fall die Familien- und Gattungszugehörigkeit, aber eventuell auch die Zugehörigkeit zu bestimmten Sektionen innerhalb einer Gattung. Meiner Ansicht nach sind nur auf Basis von ITS - Sequenzen erstellte Verwqandschafts - Bäumchen ganz dünnes Glatteis. Siehe auch das Beispiel, das wir neulich hatten: War das nicht ein Tintling oder so, der dann plötzlich ganz nahe mit einem Ritterling hätte verwand sein sollen?


    Insofern: Wenn du eine Sequenz ermittelst (auch wenn sie nicht ganz sauber ist), und findest aber keinen passenden Datensatz in einer der Datenbanken, dann muss ja deine Sequenz nicht falsch sein. Ebenso wahrscheinlich wäre es, daß zu der von dir gefundenen Art gar keine Sequenz hinterlegt ist.


    Was mich ein wenig irritiert: Deine Bilder sind doch hervorragend. Da stimmt alles, von der Schärfe bis zum Weißableich. Warum also weicht die Optik der Kollektion so von der Beschreibung ab?
    Dazu bin ihc mal auf die weiteren Bilder gespannt, und würde fast jetzt schon 5 Chips setzen, daß du schlichtweg mehrere, verschiedene Arten am Standort gefunden hast. :)



    LG; Pablo.

    Hallo zusammen!


    Ein Gedanke kam mir eben noch bei den Bildern: Cortinarius variicolor var. nemorensis kenne ich von solchen Standorten, und der sieht recht ählnich aus. Bei dem müsste halt der intensive, stechend-rotebeeteartige Geruch im Anschnitt auffallen.
    Bildchen zu C. variicolor var. nemorensis:


    ... aus einem Parkgelände bei Heidelberg.




    Jüngere Kollektion aus einem Garten in Fulda.


    Keine Ahnung, ob das eine Option zu den vorgeschlagenen Arten sein könnte, denn balteatus und balteatocumilis kenne ich nicht.



    LG, Pablo.

    Hallo, Thomas!


    Von meiner Seite weder - noch.
    Dazu waren die Funde bisher einfach zu spärlich (und teils zu verwittert), da kam ich gar nicht auf die Idee, das zu probieren. Aber die Unterscheidung (schon makroskopisch, mikroskopisch geht da nicht viel) zwischen Entoloma clypeatum und Entoloma sepium ist im Grunde nicht so schwierig. Solange man sich nur zwischen den beiden entscheiden muss.
    So wie Andreas oben schrieb, müsste das schon gehen, vor allem das fast schon "perlpilzmäßig" verfärbende Fleisch von E. sepium ist ein gutes Merkmal.
    Darüber hinaus wird man vermutlich schon meist mikroskopieren müssen: Bei mir ist es meistens so, daß ich solche Rötlinge im Juni finde, am Rande einer Magerwiese unter Rotbuche, Eiche, Esskastanie, Schlehe und wildem Apfelbaum. Wodurch halt die Möglichkeit einer Bestimmung nach Ökologie weg fällt.



    LG, Pablo.

    Salut!


    Danke euch für's rumgucken. :)
    So trocken... Mag jemand einen Schluck Weißwein? Oder Bier?


    Zitat


    Die Kleiebecherlinge beschreibst Du als obligatorisch;
    Ja, ich finde auch, die sollten verpflichtend überall dort wachsen, wo ich sie suche...


    Hast du den noch nicht stellen können?
    Dann kommt das noch. Man weiß nicht wann und nicht wo, aber es wird passieren.
    Zwischen Freiburg und Mannheim fand ich ihn schon hier und da in der Ebene, bei dir müsste er sich auch irgendwo rumtreiben.


    Zitat


    Das mit den Brandstellenpilzen ging mir schon beim ersten Foto durch den Kopf.


    Komisch, weil mir auch schon gleich als das los ging.
    Einfach wird das dennoch nicht, weil dieser Hang schon von Natur aus sehr trocken ist. Die besten Stellen werden sich weiter unten am berg in den feuchten Einschnitten finden. Da muss man halt zur richtigen zeit vor Ort sein, mal gucken, ob das klappt.


    Zitat


    der bigfoot oberhalb der weißen krokusse


    :whistling:
    Das ist mein Vater. In dem Tal war's laut Autotermomether 6 °C in der Sonne, durch den Windchill allerdings gefühlt mehr -6.
    Der hatte wenigstens eine zweite Jacke dabei, ich nicht.


    Zitat


    magst den fehlenden auch?


    Bild 8), da fehlt ein Text darunter,


    Könnte man unterschreiben mit: "Mein Bruder auf dem Hauptweg knapp unterhalb von Frazione Bugini".
    Die Rosanen sind irgend so eine Art taubenkropf, glaube ich. Die gebüschigen Gelben wachsen überall, irgendwann wusste ich mal, wie die heißen, und hab's dann vergessen.


    Zitat


    Dein Bericht von den Folgen der Trockenheit im Gebirge muss nachdenklich machen. Wird sich das Klima dort weiter in so rasantem Tempo verändern und wie mag sich in 30 Jahren anfühlen?


    Daß es dort brennt, ist aber eigentlich normal. Wie in den meisten Gebieten. Bevor Menschen aufgetaucht sind, war es ein Blitzschlag (sowas gibt's auch ohne Regen), manchmal könnte sogar der Funkenschlag fallender Steine gereicht haben. Dann hat's eben so lange gebrannt, bis Regen kam oder das Feuer an eine natürliche Barriere stieß.
    Das auf den Bildern ist auch kein richtiger "Waldbrand" sondern eher ein "Buschbrand". Erstaunlicherweise hat es das Feuer an den meisten Stellen gar nicht geschafft, in die reinen Buchenwälder vorzudringen. Dort gibt es kaum Nahrung: Der Boden ist sehr mager, quasi unbewachsen. Die Buchenstämme selbst wiederstehen dem Feuer, bleibt also nur das Laub vom Vorjahr. Und das flämmt kurz weg und das wars. Es reicht nicht, um einen Buchenstamm in Brand zu setzen.
    Trockenphasen gibt es dort schon immer, aber sie nehmen möglicherweise zu in den letzten Jahren und Jahrzehnten. Ebenso wie extreme Niederschläge, die aber meistens kleinräumig sind. Genau wie hier also.



    LG; Pablo.

    Hallo, Alle!


    Über die Ostertage war ich mal ein wenig weg. Wie so oft in Oberitalien im schönen Valle Cannobina am Lago Maggiore.
    Und es passierte, was passieren musste: Kaum haue ich ab, bessert sich daheim das Wetter. OK, auf den Frost hätte man verzichten können, aber endlich gab es Regen!
    Dafür war im Süden das Wetter sehr schlecht, und das - wie mir erzählt wurde - seit vielen Wochen. Kein Tropfen Regen also, die Dürre forderte auch dort ihren Tribut. In der Osterwoche gab es sogar "Föhn", der um diese Jahreszeit und mit dem Wetter nördlich des Alpenhauptkammes natürlich nicht warm ist, sondern eiskalt. Der Effekt ist aber der Gleiche: Starker Wind, Luftmassen, die sich beim Abstieg erwärmen und somit von knochentrocken zu staubtrocken wechseln, dazu gleißende Sonne.


    Glücklicherweise speichern die Granitmassen der Berge eine Menge Wasser auch auf lange Zeit und somit findet man immer einen feuchten Einschnitt im Hang, manchmal sogar ein wenig tröpfelndes Nass, wo normalerweise um diese Jahreszeit auch Sturzbäche von Schmelzwasser herabrinnen müssten. Aber auch Schnee gab es viel zu wenig in diesem Winter, selbst in den Höhenlagen. Die umgebenden Berge habe ich um die Osterzeit selten so wenig verschneit gesehen.


    Dennoch, dem Wetter zum Trotz, waren es ein paar sehr schöne Tage und ein paar hübsche (und spannende) Eindrücke könnten dingfest gemacht werden.
    Orrido St. Anna:


    Kapelle, Gumpen und Schlucht am Eingang zum Valle Cannobina.


    Ein Nachbartal, das Valle Loana:

    ...auf ca. 1250m üNN mit dem Blick auf den Talschluss und die noch verschneiten Hänge von Cima Cortechiuso und Cima della Laurasca.


    Die Wiesen in dem Tal wären gute Saftlingswiesen, wenn es denn mal Niederschläge gibt. Im Frühjahr aber gibt es höchstens ein paar Blüten zu bestaunen.
    Wie zB weiße Krokusse und Silberdisteln:


    Sowie Seidelbast (Daphne cf mezereum):


    Das Tal könnte zu Australien gehören. Im Spätsommer ersetzen dort die wunderschönen Blüten des Blauen Eisenhutes die Pracht des Seidelbast. :)


    Auch beim Spazieren durch die Wälder im Valle Cannobina, in geringerer Höhe blüht es, hier ist die Natur viel weiter als in den Hochtälern.


    Nur Pilze...
    Wo sollen die auch her kommen, ohne Wasser?
    Also, zumindest, wenn man von Pilzen entweder ein stattliches Gemörch oder dicke Brummer mit Hut + Stiel + Lamellen / Röhren erwartet.
    Sowas ist hier nicht zu holen. Aber natürlich findet man trotzdem immer drei bis acht Krusten beim Stöckchendrehen, und den einen oder anderen Kleinpilz als Beifang. Man muss sich nur darauf einlassen.


    Mooswelten:


    Gespickt mit einigen Heftnabelingen (Rickenella fibula):


    Und Backenzahnkreislingen (Cudoniella tenuispora):


    An Stöckchen, Netziger Wachsporling (Ceriporia reticulata):


    An anderen Stöckchen, Punisches Filzgewebe (Tomentella cf punicea):




    ...glaube ich jedenfalls momentan, bis Frank mich irgendwann eines Besseren belehrt. :)


    An Stämmchen, Südlicher Prachtrindenpilz (Corticium cf meridioroseum):




    ...jedenfalls schlüsselt Bernicchia mich da recht glatt hin, ein "cf" muss ich dennoch vorerst stehen lassen.


    An anderen Stämmchen, Milchweißer Eggenpilz (Irpex lacteus):


    An Stapel von gelagertem Esskastanienholz, Zimtfarbene Braunfäuletramete (Antrodia malicola):




    Die zwar mikroskopisch ein paar eigentümliche Sachen macht, aber insgesamt scheinen andere, ähnliche Arten noch weniger zu passen.


    An Haselgebüsch...


    ...erstmal die obligatorischen Kleiebecherlinge (Encoelia furfuracea):


    Sowie Hasel - Rindensprenger (Vuilleminia coryli):



    Und - Schwärzender Haselporling (Dichomitus campestris):



    Super, der Art laufe ich schon echt lange hinterher. Nun also endlich gefunden. :)
    Und natürlich gleich an mehreren Haselgebüschen etliche Fruchtkörper entdeckt...
    ...nur die zwei, die ich mitgenommen hatte, waren die Unpraktischsten: So gut wie keine Sporen dran. Was nicht so schlimm ist, da die Art in der Ausprägung ganz gut makroskopisch bestimmt werden kann.


    Was sonst noch so passierte: Was halt so passiert bei schlechtem Wetter. Also monatelanger Dürre, starkem Wind und Sonne. massenhaft trockenem Gestrüpp an den Hängen, das auch nicht vom Schnee bedeckt ist (vor allem Adlerfarn, Ginster, Brombeeren...).
    Der kleinste Funken reicht, der Wind bläst das immer schön an. Bei so schlechtem Wetter (also ohne regen) dauert das auch mit Hubschraubern und Löschflugzeug Tage, um so einen Brand in den Griff zu bekommen.
    Am Vormittag:


    Am Nachmittag:


    Noch ein wenig später:


    Noch ein Stündchen später:


    im letzten Tageslicht:


    In den Nächten natürlich ein besonderes Schauspiel.
    Was man dazu sagen sollte: Durch den großartigen Einsatz der Feuerwehren und zivilen Helfer wurde - soweit ich weiß niemand (also keine Menschen) verletzt. Ob das feuer bewohnte Häuser in Olzeno oder Gurrone oder dazwischen zerstört hat, weiß ich nicht. Muss ich mal nachfragen. Olzeno wurde jedenfalls vorübergehend evakuiert, wie ich hörte.
    Bei uns, auf der anderen Seite der Schlucht, kam das Feuer diesmal nicht an. Auch dafür einen Dank an die "Firefighters". :thumbup:


    Blauer Rindenpilz dankt auch:


    Hoffentlich regnets da unten jetzt auch so schön wie hier.
    Dann kann ich mich schon mal aufs Brandstellenpilzegucken im kommenden Frühjahr und Herbst freuen.



    LG, Pablo.

    Hallo, Ralf!


    Glückwünschchen (zu dem Pilzchen). :thumbup:
    Steht nach wie vor auf der Liste. Im osterurlaub habe ich sogar recht gezielt feuchte Bächlein mit lebermoosen abgesucht, aber Fehlanzeige. Ist vielleicht auch ganz gut so, denn ich hätte den nicht fit wieder nach hause gebracht. Und mikroskopisch ist das halt auch ein Knüller.



    LG; Pablo.