Ahoi allerseits!
...nur daß "Polyporales" halt keine Gattung sind, sondern eine Ordnung. Die teilt sich erstmal in etliche Familien auf, diese Familien dann wieder in Gattungen. Insgesamt dürfte die Ordnung Polyporales nach aktuellem systematischen Stand sicher so um die fünf Dutzend Gattungen enthalten.
Worauf Markus anspielt, das dachte ich mir anfangs auch kurz: Der "Auftrag" hat ein bissel was von einem Schildbürgerstreich angesichts der sehr vagen Aufgabenstellung mit einer enorm umfangreichen Thematik. So ein bisschen, als würde man einem Medizin - Ersti zum Einstieg mal sagen: "Bereite einen Vortrag über Endokrinologie vor".
Aber ich denke, das ist im Erwartungshorizont berücksichtigt. Von euch will man sehen, daß ihr euch ein in Thema auch ohne irgendwelches Vorwissen einlesen könnt, dann die Rosinen rauspickt (bzw. was für euch in der kurzen Zeit erfassbar ist) und diese Arbeit eben einer Gruppe präsentieren könnt. Die von euch erarbeiteten Inhalte dürften also eher so am Rande wichtig sein (für die Benotung), viel wesentlicher ist, ob ihr euch fokussieren könnt, Recherchewegen folgt, Erkenntnisse bündelt und strafft und vor allem: Die Darstellung und Präsentation (also Form und Ablauf eures Vortrages).
Ganz generell: Verirrt euch nicht in Einzelbeschreibungen, in spezifischen gattungs- und Artkonzeptionen.
Auch nach aktueller Sytematik sind "Polyporales" immer noch ein enorm weites Feld. Und auch wenn es eine der besser erschlossenen Ordnungen im Pilzreich ist: Unser Wissen über diese Organismen ist nach wie vor eher rudimentär.
Für den Einstieg könnte es sich lohnen, den Begriff überhaupt mal zu erklären. Dabei kann man das verständnis von "Polyporales" im Wandel der mykologischen Epochen ganz kurz und grob zusammenfassen, also von Johann Magnus Fries bis zum heutigen Stand eines Leif Ryvarden (et al.).
Von der Aufgabenstellung her erscheint es mir eher sinnvoll, inhaltlich beim heutigen Stand der Forschung etwas in die Tiefe zu gehen.
Dann kann man kurz ein Bildchen von einem Feuerschwamm oder einem Schillerporling zeigen, und erwähnen, warum die nun für euch keine Rolle spielen (Weil's halt Hymenochaetales und keine Polyporales sind), und bestenfalls einen groben Überblick über die verschiedenen Familien und Gattungen der heutigen Polyporales geben.
>Anhaltspunkt zur Systematik<
Da kann das eine oder andere Wort zu genetisch gestützten Systematik (Seqenzierungen) nicht schaden, das ist heute ein sehr wichtiger Bestandteil der Forschung.
Lebensweise und Ökologie: Immerhin habt ihr es dann - nach aktueller Systematik - nur noch mit Schwächeparasiten, Folgezersetzern und Totholzzersetzern zu tun. Mykorrhizapilze mit Poren (wie zB Albatrellus oder Boletopsis, ev. auch Coltricia) fallen weg, die gehören allesamt zu anderen Ordnungen.
Schnappt euch zu verschiedenen Lebensweisen jeweils eine (möglichst eine häufige!) Art, die ihr eingehender vorstellt und erläutert.
zB. als Schwächeparasit >Schwefelporling< oder >FomPini<; einen Braunfäulererreger wie >Antrodia serialis<, einen Weißfolgeerreger wie >Trametes versicolor<.
In freier Wildbahn direkt am Substrat ist der Fäuletyp meist nicht erkennbar, weil man stets mehrere Arten am Substrat hat und damit eine Mischfäule. Das braucht aber für euren Vortrag nicht zu kümmern. Nur so als Tip, was für Details es auszublenden gilt.
Spaßeshalber kann man noch einen ganz und gar nicht poroiden Pilz aus der Gattung erwähnen, zB >sowas<, und sicher auch ganz nett: >Die Typusart der Gattung Polyporus<.
Soweit nur mal ein paar ganz grobe Ideen, die Details müsst ihr noch selbst recherchieren. Fragen sind aber stets weiter willkommen, wenn ihr Bildchen braucht: Ebenfalls einfach anfragen.
LG; Pablo.