Beiträge von Beorn

    Hallo, Tuppie!


    Im Sporenabwurf wirst du hier das rötlichbraune Sporenpulver der Rötlinge sehen.
    Probier's ruhig mal aus. :thumbup:
    Gefühlsmäßig wären das Schlehenrötlinge (Entoloma sepium), aber das ist mehr nur geraten, weil es da schon ein paar Alternativen mit dem Aussehen gibt.
    Entoloma sepium rötet im Fleisch, so ähnliich wie ein Perlpilz. Also an verletzten Stellen, Madengängen usw.



    LG; Pablo.

    Hi.


    Ich spiele da auch mal den Übersetzer für ein paar Arten:
    Phellinus igniarius = Weiden - Feuerschwamm: Phellinus trivialis ist vermutlich die gleiche Art, wurde von Jahn mal aufgrund der abweichenden Wuchsform getrennt, aber da mir auch schon Zwischenformen und auch innerhalb einer Kollektion interessante Übergänge begegnet sind, kann man die wohl auch als Synonyme verstehen.
    >Daedaleopsis confragosa<: Ist hier ein blödes Ding, weil steht genau zwischen der Dreifarbigen und der Rötenden Tramete. Ich mag mir da jetzt kein endgültiges Urteil anmaßen.
    Exidia truncata = abgestutzter Drüsling = Stoppeliger Drüsling = Exidia glandulosa
    Exidia plana / nigricans = Warziger Drüsling



    LG, Pablo.

    Hallo, Beli!


    Klar, aber hier im Rätselthread?
    Du hättest ruhig ein eigenes Thema dafür aufmachen können.
    Sinngemäße Übersetzung ist aber schnell erledigt:
    "Sporen ellipsoid, hyalin, 3,5-5 x 3-4 µm; Basidien keulig, 4-sporig, 25-40 x 5-7 µm; Hyphenstruktur monomitisch, generative Hyphen 2,5 - 5 µm breit."
    Kleine Ergänzung von mir:
    "Sporen im Abwurf weiß, mit relativ regelmäßigen, zugespitzten Warzen; Septen ohne Schnallen"
    Wenn du nach guten Infos zu stachelingen suchst, wäre >diese Seite< interessant.
    Allerdings sind die Mikromerkmale bei Phellodon wenig interessant, die sind bei allen vier europäischen Arten annähernd identisch.



    LG; Pablo.

    Hallo, Jörg!


    Bei dem großen Fruchtkörper könnte man nur nach Bild sogar an >eine Flatschmorchel< denken.
    Aber das hättest du gemerkt (schon am Geruch), insofern bleibt wohl nur Peziza. Die eine oder andere Art aus der varia - Gruppe kommt auch noch in Frage. Ist aber in der Tat ohne Mikros nur geraten.



    LG; Pablo.

    Hi.


    Ja, das sollte funktionieren, so wie du das machst. Kommt natürlich auf die Fruchtkörper an, wenn die zu alt oder zu jung oder irgendwie geschädigt sind, dann klappt es nicht. Aber du hast ja schon zwei genommen, da sollte wenigstens einer bis morgen früh was abgeworfen haben.


    Daß das nicht Entoloma rhodopolium ist, davon bin ich überzeugt. Der sieht schon anders aus. Aber es blieben ja genug Arten übrig. Wenn der Geruch aber eben "maipilzartig" ist, dann wäre das schon wieder ein Punkt für die überwiegend im Frühjahr bei Rosaceae wachsenden Arten. Entoloma aprile müsste eine etwas schmächtigere Art sein, dann wäre der Schildrötling (Entoloma clypeatumm) für deinen Fund eine sehr wahrscheinliche Option.



    LG, Pablo.

    Moin!


    Diese ganzen "Frühjahrsrötlinge" riechen ja eigentlich alle nach Maipilz, also stark mehlgurkig.
    Wenn der nun diesen spezifischen geruch nicht hatte, ist es vermutlich sogar noch eine ganz andere Art der Gattung. Auch diese Rötlinge mit Ritterlingshabitus sind ja wesentlich komplexer, als es einem beim Blick in ein kleineres Pilzbuch wie Pilze der Schweiz oder Großpilze Baden-Württembergs vermittelt wird. Und Erscheinungszeiten sind alles andere als in Stein gemeißelt, insofern...


    ...spannender Fund. :)



    LG; Pablo.

    Hallo.


    Und selbstverständlich könnte die Peziza auch ein etwas verwachsener Buchenwaldbecherling (Peziza arvenensis) sein...
    Ich halte das da wie Ralf. Ohne Mikro ist es eine Peziza. Mit Mikro bekommt man vielleicht die Art raus. Natürlich kann man auch Pezizen nach Pilze der Schweiz per Bildvergleich bestimmen. Die Chance, daß die Bestimmung korrekt ist, dürfte irgendwo um 10% liegen. ;)



    LG, Pablo.

    Ahoi allerseits!


    ...nur daß "Polyporales" halt keine Gattung sind, sondern eine Ordnung. Die teilt sich erstmal in etliche Familien auf, diese Familien dann wieder in Gattungen. Insgesamt dürfte die Ordnung Polyporales nach aktuellem systematischen Stand sicher so um die fünf Dutzend Gattungen enthalten.


    Worauf Markus anspielt, das dachte ich mir anfangs auch kurz: Der "Auftrag" hat ein bissel was von einem Schildbürgerstreich angesichts der sehr vagen Aufgabenstellung mit einer enorm umfangreichen Thematik. So ein bisschen, als würde man einem Medizin - Ersti zum Einstieg mal sagen: "Bereite einen Vortrag über Endokrinologie vor".
    Aber ich denke, das ist im Erwartungshorizont berücksichtigt. Von euch will man sehen, daß ihr euch ein in Thema auch ohne irgendwelches Vorwissen einlesen könnt, dann die Rosinen rauspickt (bzw. was für euch in der kurzen Zeit erfassbar ist) und diese Arbeit eben einer Gruppe präsentieren könnt. Die von euch erarbeiteten Inhalte dürften also eher so am Rande wichtig sein (für die Benotung), viel wesentlicher ist, ob ihr euch fokussieren könnt, Recherchewegen folgt, Erkenntnisse bündelt und strafft und vor allem: Die Darstellung und Präsentation (also Form und Ablauf eures Vortrages).


    Ganz generell: Verirrt euch nicht in Einzelbeschreibungen, in spezifischen gattungs- und Artkonzeptionen.
    Auch nach aktueller Sytematik sind "Polyporales" immer noch ein enorm weites Feld. Und auch wenn es eine der besser erschlossenen Ordnungen im Pilzreich ist: Unser Wissen über diese Organismen ist nach wie vor eher rudimentär.


    Für den Einstieg könnte es sich lohnen, den Begriff überhaupt mal zu erklären. Dabei kann man das verständnis von "Polyporales" im Wandel der mykologischen Epochen ganz kurz und grob zusammenfassen, also von Johann Magnus Fries bis zum heutigen Stand eines Leif Ryvarden (et al.).
    Von der Aufgabenstellung her erscheint es mir eher sinnvoll, inhaltlich beim heutigen Stand der Forschung etwas in die Tiefe zu gehen.
    Dann kann man kurz ein Bildchen von einem Feuerschwamm oder einem Schillerporling zeigen, und erwähnen, warum die nun für euch keine Rolle spielen (Weil's halt Hymenochaetales und keine Polyporales sind), und bestenfalls einen groben Überblick über die verschiedenen Familien und Gattungen der heutigen Polyporales geben.
    >Anhaltspunkt zur Systematik<


    Da kann das eine oder andere Wort zu genetisch gestützten Systematik (Seqenzierungen) nicht schaden, das ist heute ein sehr wichtiger Bestandteil der Forschung.
    Lebensweise und Ökologie: Immerhin habt ihr es dann - nach aktueller Systematik - nur noch mit Schwächeparasiten, Folgezersetzern und Totholzzersetzern zu tun. Mykorrhizapilze mit Poren (wie zB Albatrellus oder Boletopsis, ev. auch Coltricia) fallen weg, die gehören allesamt zu anderen Ordnungen.


    Schnappt euch zu verschiedenen Lebensweisen jeweils eine (möglichst eine häufige!) Art, die ihr eingehender vorstellt und erläutert.
    zB. als Schwächeparasit >Schwefelporling< oder >FomPini<; einen Braunfäulererreger wie >Antrodia serialis<, einen Weißfolgeerreger wie >Trametes versicolor<.
    In freier Wildbahn direkt am Substrat ist der Fäuletyp meist nicht erkennbar, weil man stets mehrere Arten am Substrat hat und damit eine Mischfäule. Das braucht aber für euren Vortrag nicht zu kümmern. Nur so als Tip, was für Details es auszublenden gilt. ;)
    Spaßeshalber kann man noch einen ganz und gar nicht poroiden Pilz aus der Gattung erwähnen, zB >sowas<, und sicher auch ganz nett: >Die Typusart der Gattung Polyporus<.


    Soweit nur mal ein paar ganz grobe Ideen, die Details müsst ihr noch selbst recherchieren. Fragen sind aber stets weiter willkommen, wenn ihr Bildchen braucht: Ebenfalls einfach anfragen.



    LG; Pablo.

    Hallo, Sunrise!


    Genau, wenn du ihn selbst finden und fotografieren willst, sind die Monate mit der höchsten Fundwahrscheinlichkeit August, September und Oktober, am enige Tage nach Regenfällen, wie Robert schon sagte besiedelt der Pilz in erster Linie Rotbuchen (Fagus sylvatica), nicht nur liegende Stämme, sondern auch abgestorbene, stehende Stämmchen und Äste, vorwiegend in der Initialphase der Vermorschung.
    Der Untergrund spielt nach meinen Beobachtungen keine allzu größe Rolle, die Art kommt sowohl über sauren Böden als auch über Kalk vor. Meidet aber eher nährstoffreichen Untergrund, also am besten sind möglichst naturbelassene Rotbuchen- und Rotbuchen-Mischwälder mit mageren Böden, wo möglichst viel dickes Totholz liegen bleibt.



    LG; Pablo.

    Hallo, Ralf!


    Erstmal müsste ich überhaupt irgendwie was finden, was in die Richtung geht.
    Immerhin: Nun gab's mal einigermaßen ergiebige Regenfälle hier, da könnte sich bald was tun. Davor war es ja eine einzige Katastrophe, vor etwa einem Monat hatte ich mal versucht für den Mikrotag vom Verein Becherchen aufzutreiben, die irgendwie mikroskopisch was hermachen. Also Standorte abgeklappert, wo es bissel sumpfig ist, feuchte Fahrspuren im Hügel, solche Sachen, Zu dem Zeitpunkt fand ich nicht mal eine Scutellinia crucipila, und das war echt besorgniserregend.



    LG; Pablo.

    Moin!


    Aber ist nicht die mit den überwiegend kugeligen Stromata eher die Hypoxylon fragiforme?
    Ich finde jedenfalls, daß die von Bernd gezeigte Verfärbung (Ausfällung von Rostfarbenem Farbstoff in KOH) ganz gut zu dem vergleich bei Pyrenomycetes.fr passt.
    Übrigens: In der >Beschreibung auf eben der Seite< werden für H. fuscum ja gerade "kissenförmige Stromata" erwähnt.
    Wie so oft muss man natürlich im Netz bei der Bildersuche aufpassen, da ist glaube ich Vieles nicht richtig benannt. Also >sowas< zum beispiel erinnert mich doch viel eher an Hypoxylon howeanum ohne Nebenfruchtform.
    Aber andererseits kenne ich mich bei Pyrenos ja nun gar nicht aus und vertraue darum tendenziell nur Seiten, von denen ich weiß, daß sie gut sind (also hier zB Pyrenomycetes.fr), oder halt Leuten wie euch, von denen ich weiß, daß sie davon mehr verstehen als ich. :)



    LG; Pablo.

    Hallo, Bernd!


    Ja, die Bilder und die Farben... Da kommt bei mir auch nicht immer genau das raus, was eigentlich sein sollte. Aber es steht ja in der Bescheribung, und dazu kommt die Form und Größe der Ostiolen, und die Substratvorlieben. :)



    LG; Pablo.

    Hallo, Mario!


    Ok. Und dann kann man Schizopora paradoxa schon mal klar ausschließen, weil da finden sich im Subikulum (substratnah) eben auch sehr dickwandige Hyphen, wo nahezu kein Lumen mehr erkennbar ist, oder nur noch ein kapilläres Lumen ("fadendünn").
    Ich finde die Unterscheidung S. flavipora vs. S. radula fast schwieriger, weil die sich mikroskopisch recht ähnlich sind.
    Aber mit dem Hymenophor, den sehr unregelmäßigen Poren sollte S. flavipora kaum in Frage kommen.



    LG; Pablo.

    Hallo, Bernd!


    Das ist eine tolle Gegenüberstellung, gerade für einen "Kernpilz - Unwissenden" wie mich hochinteressant und prima verständlich. :thumbup:
    Ob's nachher der Weisheit letzter Schluss ist, kann ich natürlich nicht beurteilen, aber so ließen sich die immerhin mal ganz gut auseinanderhalten.



    LG; Pablo.

    Hallo, Alex!


    Riesenrötlinge (Entoloma sinuatum) können auch mal recht dickfleischig sein. Aber tendenziell passt das schon eher zum Maipilz, auch mit den eng stehenden lamellen.
    Ist aber völlig richtig, was Stephan (Oehrling) sagt: Bei der geringsten Unsicherheit sollte man mindestens mal einen Fruchtkörper aus der Kollektion absporen lassen. Ist ja kein großer Aufwand und man kann eben Rötlinge ganz sicher ausschließen, wenn der Abwurf weiß ist.



    LG; Pablo.

    Hallo, Mario!


    Gefühlsmäßig würde ich sagen: Ja.
    Eine Schizopora ist das auf jeden Fall, die Porenform passt am besten zu S. radula.
    Kopfige Elemente sind bei S. paradoxa eher selten, zudem die Sporen mmeist etwas größer.
    S. flavipora hat meist etwas sattere Farben (zwischen blass altrosa und gelblich) und feine, durchgehend ganzrandige Poren.
    Zudem finden sich da (nach eigener Erfahrung) oft im Hymenium noch Elemente, die man durchaus als "Zystiden" bezeichnen könnte. Sind aber entweder Zystidiolen oder Hyphidien mit Inkrustierung. Aber die finde ich auch nicht in jeder Kollektion.


    Eine Frage zum letzten Bild: Ist das ein Präparat vom Subikulum, als eine abgezupfte Faser, die direkt am Substrat anlag? Weil da die Hyphen zu beobachten wäre wichtig.



    LG; Pablo.

    Hallo.


    Bei einer Tremella findet man ja in aller Regel auch irgendwo ein paar Fruchtkörper des Wirtspilzes am Substrat. Also bei Tremella foliacea wären das Stereum - Arten, wobei dort die Nadelholz - Art (Stereum sanguinolentum) eventuell auch gar nicht als Wirt in Frage kommt. Auf den ersten Bildern scheint der stamm aber doch ziemlich pilzfrei zu sein, jedenfalls nichts von Stereum sanguinolentum zu sehen.
    Form und Farben passen auch gut zu Exidia saccharina, den kann man so eintüten, denke ich. :thumbup:



    LG; Pablo.

    Hallo, Stephan!


    Kleine Anekdote: Vor einer Woche haben wir mal diese Ackerlinge probiert. Von einem Standort ohne Rindenmulch, sondern von einer Stelle im Wald, wo halt zwei Meter neben dem Weg alte, von Gras überwucherte Holzhäcksel rumlagen. Dort nur ganz frische, vorwiegend noch geschlossene Hüte eingesammelt und für den Reingeschmack nur in Butter mit etwas Pfeffer und Salz gebraten.
    War freilich immer noch nix Tolles, aber auch nicht unangenehm. Eine leicht herbe Note hatten sie, und ein ganz dezentes Retticharoma. Aber nicht bitter, mit dezentem "Champigeschmack" dabei. Fazit: Kann man schon essen, muss man aber nicht, wenn es genug Besseres gibt.



    LG, Pablo.

    Hallo, Ralf!


    Das finde ich doch eher besorgniserregend!
    Wenn sich so viele Phantome in so kurzer Zeit in langweilige "Normalwesen" verwandeln, dann ist vor allem eines wichtig: Neue Phantome aussuchen, deren Existenz es erst zu bezweifeln und dann - später - nach vielen Jahren - nachzuweisen gilt. :thumbup:



    LG, Pablo.

    Hallo, Ralf!


    Hübsch. :)
    Sowas hätte ich beim Einsammeln vermutlich erstmal für eine zu klein geratene Trichophaea oder so gehalten. Interessant, daß es in der Gruppe ein merkmal sein kann, ob die Sporen cyanophil sind. Und ich dachte, die wären es alle mehr oder weniger.



    LG; Pablo.