Beiträge von Beorn

    Hallo, Dieter!


    Zum zweiten Schleierling kann ich nicht viel sagen, da müsste ich mich auch erst mal einlesen.
    Aber was den ersten Gürtelfuß betrifft: Telamonia incisa sensu Ricken ist doch ein völlig anderer Pilz als euer Fund. 8|
    Natürlich muss man berücksichtigen, daß die Beschreibung von Ricken nicht die Originaldiagnose ist (das ist ja Persoon 1801). Dennoch: Ricken beschreibt unter dem Taxon eine Art mit nacktem Hut (bei eurem Fund ganz deutlich von weißem, wolligem Velum bedeckt), der zudem hygrophan sein müsste (bei eurem Fund eindeutig nicht so), in den Farben kastanienfuchsig bis olivgrün, trocken fuchsig: bei eurem Fund blassocker und weiß überfasert. Ricken beschreibt rostfarbiges Stielfleisch, das wäre bei eurer Kollektion +/- cremefarben. Auch die Tafel zeigt einen Pilz mit ganz anderem Habitus als euren Fund.


    Also zumindest das, was Ricken unter Cortinarius (Tel.) incisus Pers. versteht, kann nicht euer Pilz sein.
    Interessant wäre in dem Zusammenhang die Originalbeschreibung von Persoon, und die Frage, von was für Pilzen die "Vergleichssequenzen" stammen. Wenn man ein solches Bäumchen bastelt, gerade noch in einer hochkomplexen (und bei weitem nicht abschließend bearbeiteten) Gruppe wie den Gürtelfüßen, wäre es schon sinnvoll, die Sequenz einer Aufsammlung auch mit der Sequenz des Typusmaterials zu vergleichen (so dazu denn eine hinterlegt ist).



    LG; Pablo.

    Hallo, Manfred!


    Kurz recherchiert: Das geht dann wohl auf [url=http://www.dl.begellhouse.com/journals/708ae68d64b17c52,33df00905b660ea5,4e1b486f73b7dad7.html]>diesen Artikel<[/url] zurück.
    Ob die Einordnung dort schlüssig ist, kann ich nicht beurteilen, ohne den artikel im Volltext gelesen zu haben. Aber 45 Dollar werde ich da jetzt sicher nicht investieren.
    Kann auch gut sein, daß das ein Beispiel ist für "genetisch völlig übers Ziel hinaus geschossen". Das muss man halt lesen, kritisch beurteilen und anschließend evaluieren, ob die molekularbiologischen Untersuchungen morphologisch nachvollziehbar sind und damit eine Neukombination in der Weise sinnvoll und gerechtfertigt wäre.


    Für's erste kann man ganz entspannt bei der üblichen Nomenklatur bleiben: Polyporus ciliatus = Polyporus lepideus = Maiporling, so ist auch der Status bei Mycobank und Pilze-Deutschland. Also kein Grund, da alles jetzt umzuschmeißen.



    LG; Pablo.

    Hallo, Robert!


    Wo du so eine schöne Kollektion gefunden hast, und vielleicht auch noch einen beleg trocknen kannst, lege ich dir gleich noch >diese Anfrage von Andreas< ans Herz.
    Weil nämlich das makroskopisch echt nahe an die Originaltafel herankommt, und darum hochinteressant sein könnte.


    Psathyrellchen sind in der Bestimmung nicht einfach, da braucht es meist mehr als Makros und Sporen. Am besten folgt man bei der Bestimmung >diesem Schlüssel<, das dürfte der aktuell umfassendste zu der Gattung sein.



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Pilz nummer 5 ist tatsächlich der zweifarbige Porling (Gloeoporus dichrous):




    Die Art ist bei einigermaßen typischer Ausprägung auch makroskopisch schon ansprechbar, wichtig sind dabei die vom Hutfleisch klar farblich und auch haptisch abgesetzten Röhren, die sich bei frischen Pilzen auch recht einfach vom Hutfleisch lösen lassen. Da muss auch immer diese Zweifarbigkeit dabei sein.


    Für Pilz nummer 6 gibt es verschiedene Möglichkeiten:
    a) es ist ein komplett kollabierter corticoider Basidiomycet
    b) es ist eine völlig verwitterte Anamorphe (zB eines Kernpilzes)
    c) es ist eine Flechte, von der nur noch verwittertes Thallusgewebe übrig ist.
    Leider in jedem Fall nicht mehr im bestimmbaren Zustand. Der Belag besteht zu 95% nur noch aus kristallinem Material, dazwischen einige Hyphenfragmente, aus denen sich auch nicht mehr wirklich was herauslesen lässt. Sporen finden sich nur ganz vereinzelt, und die gehören wohl zu verschiedenen Pilzen, lassen sich nicht mehr zuordnen.
    Wegen den vielen eingelagerten Algen halte ich einen lichenisierten Pilz (= Flechte) für einigermaßen wahrscheinlich.


    nummer 7: Diese Erde hätte mich vermutlich auch aufs Glatteis geführt. An der erhaltenen Probe sitzt das Material so fest und kompakt am Holz, daß man tatsächlich an einen Pilz denken könnte.
    Mikroskopisch sind tatsächlich ein paar Sporen drin, aber kaum je zwei von der gleichen Art. Zumeist dürften das Sporen von irgendwelchen Kernpilzen oder Konidien sein, die wohl im Schlamm oder dem Wildschweinpelz festhingen.



    LG; Pablo.

    Hallo, Abeja!


    Das ist wirklich eine crasse Färbung. 8|
    So quietschegelb habe ich das auch noch nie gesehen.
    Umso mehr dankeschön für's Ergänzen dieses Bildes im Portrait!



    LG; Pablo.

    Ahoi!


    Dieses wunderbare Bild von Peter - man beachte den starken Spiegeleffekt - hatte ich auch vorne gesehen. :thumbup:
    Ebenso die fabelhafte Puccinia - Detailaufnahme von Ralf.
    Ein Treppchenplatz zusammen mit Stefan freut mich umso mehr, das muss eine sehr knappe Entscheidung auf allen Plätzen gewesen sein.



    LG, Pablo.

    Hi.


    Exidia pithya (Teerflecken - Drüsling) hat flachere Fruchtkörper (der Name ist Programm), wobei der Vergleich da natürlich nur bei gut durchfeuchteten, frischen Kollektionen funktioniert. Exidia pithya wird auch komplett durchnässt nicht dicker als ein Eurostück.
    Exidia nigricans / plana kann auch an Nadelholz vorkommen, ist aber eben dicker und immer irgendwie unregelmäßig grob - gewunden -knubbelig.


    Exidia pithya:


    Exidia plana an Nadelholz:



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Schon... Bei den Stielporlingen ist es auch nicht immer ganz einfach. Diese Kollektion hier fällt zB durch die relativ glatt wirkenden Hüte und die relativ großen Poren aus dem Rahmen. Sind natürlich trotzdem >Maiporlinge<, die kommen ja auch nicht vom Fließband. :)



    LG, Pablo.

    Hallo, Ralf!


    kleine Öltröpfchen im Sporen - Plasma gibt es ja recht oft, glaube ich.
    Clitocybe fragrans habe ich noch nie mikroskopiert, aber der Geruch kann wohl schon mal undeutlich ausfallen.
    Würde denn mikroskopisch was dagegen sprechen?



    LG, Pablo.

    Hallo, Jörg!


    Tja, die Rötselpilze eben. :D
    bei meinen Funden bleibt mangels Erfahrung auch mit Mikroskopie oft am Ende noch eine restunsicherheit, in Zahlen über den Daumen gepeilt: Auch den meisten mikroskopierten Rötlingen gebe ich meistens nur so um die 95%.



    LG; Pablo.

    Hallo, Hartmut!


    Wäre für mich jedenfalls spannender als die Lasiosphaeria, denn die hatte ich schon ein paar Mal gefunden. Und als "Krustenpilz - Beifang" sogar untersucht. :)
    Die Acanthostigma kenne ich gar nicht, aber das ist ein sehr hübscher Pilz.



    LG; Pablo.

    Hallo, Stefan!


    Da gibt es schon noch eine ganze Reihe weiterer Ordnungen in den Leotiomycetes.
    Dazu kommen ja noch Pilze aus anderen Klassen, die ebenfalls inoperculat sind. Die Orbiliomycetes und Lecanoromycetes bilden zB jeweils eigene Klassen, aber die Funktionsweise der Asci ist ähnlich wie bei den Leotiomycetes. Nichts anderes beschreibt ja "inoperculat", also nur den Aufbau des Ascus mit einem Porus, also einer zylindrischen Öffnung.



    LG; Pablo.

    Hallo.


    Lass es mal ruhig so stehen.
    Manchmal gibt es unterschiedliche Ansichten zur Systematik. Ich kenne mich bei Ascomyceten da nicht so aus, welche Einordnung die schlüssigere ist, kann ich nicht abschätzen.
    Im >Asco - Index< habe ich die MycoBank - Systematik übernommen, hier steht die alternative Version (guter Kompromiss). Auch die Autoren bei Wiki werden vermutlich ihre Quellen haben.



    LG; Pablo.

    Hallo, Beli!


    Gutes Portrait von einer wichtigen Art. :thumbup:
    Woher hast du die systematische Einordnung genommen? >Mycobank< führt den momentan in einer eigenen familie (Bulgariaceae) in der Ordnung Helotiales.
    Aber diese Systematiken werden ohnehin immer mal wieder geändert, wenn es neue Erkenntnisse und Forschungsergebnisse gibt.


    Ein paar Bilder habe ich auch noch vom Schmutzbecherling:





    Außer an Eiche und Esskastanie ist er mir auch schon an Pappel (Populus spec.) und an Weide (Salix spec.) begegnet. An Rotbuche hatte ich ihn glaube ich noch nicht, jedenfalls hatte ich dazu keine Notiz gemacht.



    LG; Pablo.

    Hallo, Claudia!


    Oder eine Kombination aus Trockenheit und Nachtfrost, wenn es sowas bei dir in der Gegend gab in letzter Zeit.
    Jedenfalls haben die irgendwas abbekommen, wodurch die Fruchtkörper nicht weiter wachsen konnten.



    LG; Pablo.

    Moin!


    Mit Agrocybe cylindracea wäre ich hier schon einverstanden. Jedenfalls sehe ich jetzt nichts, was dagegen sprechen würde.
    Die Erscheinungszeit ist ja für die Bestimmung wie immer unwichtig, die großen, büscheligen, recht hellen Fruchtkörper direkt an dickem, kompaktem Holz passen sehr gut zum Südlichen Ackerling. :thumbup:



    LG; pablo.

    Hallo, Gerd!


    Feine Funde für den Mai.
    Insbesondere die Spitzmorcheln und die schicke Kollektion vom Südlichen Ackerling. :thumbup:


    Nur die Gyromitra infula (vorwiegend im Herbst, direkt an Nadelholz, andere Hutform) nehme ich euch nicht ab, für mich sehen die Pilzchen am Schluss wie Fingerhutverpeln (Verpa conica) aus.



    LG; Pablo.

    Hallo, Heiko!


    Der nach dem Flocki ist einer der Schmierröhrlinge, sehr gut möglich wäre zB ein >Butterpilz<.
    Müsste man aber auch mehr von sehen, um das fix zu machen.
    Der vermeintliche Pantherpilz ist ein >Perlpilz< (Panther sind nach wie vor nicht rötlich unter der Huthaut), der Langstielige Knoblauchschwindling (Mycetinis alliaceus) stimmt. Der Braunhütige vor dem Flocki wird sich so nicht bestimmen lassen.


    PS.: Russula sardonia, nicht sardinia. Die Art hat nichts mit der Mittelmeerinsel und auch nichts mit diesen Fischen zu tun. ;)



    LG; Pablo.

    Hallo, Jörg!


    Entoloma lividoalbum würde ich hier ausschließen. Das wäre eine Art mit hygrophanem Hut:


    Aber es gibt halt schon noch eine ganze Reihe von Rötlingen in der Sektion (also mit großen, kräftigen fruchtkörpern im "Ritterlingshabitus"), die nicht hygrophan sind, mit Mehlgeruch oder ohne, die dann schon mal kaum zu unetscheiden sein können. Da müsste man eher an Arten wie >Entoloma saundersii< denken, oder Entoloma ochreoprunuloides:


    ...oder Entoloma myochroum:


    Alternativen gibt's schon noch genug.
    Aber du kannst davon ausgehen, daß Andreas da einen viel besseren Blick hat als ich und vor allem deutlkich mehr Kollektionen von Entoloma clypeatum in der Hand hatte.



    LG; Pablo.

    Hallo, Magellan!


    Daß das bei dir in der Gegend auch so wenig ist, überrascht mich fast etwas...
    So trocken war's bei euch doch nicht im Winter und bisherigen Frühjahr ?


    jedenfalls wünsche ich dir, daß bald wieder mehr auftaucht.


    Die ersten sind >Maipilze<,
    >Brandkrustenpilz< ist richtig, gestreifter Teuerling auch. :thumbup:



    LG, Pablo.

    Hallo, Uwe!


    Ja, angesichts der kurzen Stacheln ist das immerhiin die wahrscheinlichste Option. :thumbup:
    Steccherinum bourdotii lässt sich im Grunde nur durch die etwas anderen Sporen untescheiden, hat aber in der Regel etwas längere Stacheln. Und eine stärkere Tendenz, deutliche Hütchen zu bilden als Steccherinum ochraceum, aber das ist ein noch unsichereres Merkmal.



    LG, Pablol

    Hallo, Peter!


    Nur wird sich "geht nicht ohne Mikroskop" auch dann nicht wiederlegen lassen, wenn tatsächlich E. araneosum rauskäme.
    Nur mal ein recht wahlloses Beispiel: >Entoloma dysthaloides< kann auch so aussehen. Bei mir selbst ist es kein Wunder, ich muss in der Gattung sowieso alles mikroskopieren, um zu einer Bestimmung zu kommen. Manchmal bestätigt sich dabei meine Voreinschätzung, meistens nicht.
    Wenn jemand wie Wolfgang, der sich in der Gattung sehr viel besser auskennt als ich (und sehr viel mehr Kollektionen untersucht hat) makroskopisch auch nicht festlegen will, dann dürfte es tatsächlich kaum eine Möglichkeit geben, den ohne Mikroskopie zu bestimmen.



    LG; Pablo.