Beiträge von Beorn

    Hallo, Leute!


    Theoretisch wär's nun so weit, aber: Ich bin ein wenig platt und habe noch keinen einzigen mitgenommenen Pilz des Wochenendes untersucht.
    Also bitte ich um einen kleinen Aufschub bis morgen abend, was vielleicht auch noch mal jemandem eine Möglichkeit gibt, den Joker nochmal genau anzugucken und mit dem eingeschickten Tip zu vergleichen. ;)



    LG, Pablo.

    Hallo, Ralf!


    Wenn die sich auch so lange auf dem Postamt einen flotten Lenz machen müssen... X/
    Aber Peziza petersii scheint dann ja wirklich eine gut zu bestimmende und solide definierte Art zu sein. Lustig fand ich auch die geschlitzten, nicht verflächenden Fruchtkörper, da dachte ich anfangs sogar mal an eine Otidea. Wenn beim ersten Blick durchs Mikro noch die gekrümmten Paraphysen dazu kommen noch mehr, und wenn man das Lugol reinlaufen lässt, dann zerpufft natürlich die Idee sofort.


    Schade, daß man so selten auf wirklich potente Brandstellen trifft.



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Ja, insbesondere an der Sache mit den zu kurzen Tagen ist was dran. ;)
    Das mit den Hyphen ist gut zu wissen und erschließt sich sicher am besten, wenn man es mal selbst untersucht. Ein paar Varius - Porben einzusammeln ist dabei weniger das Problem. Aber ich denke, auch der "Trompetenförmige" wird mir schon irgendwann über den Weg laufen, mal sehen.



    LG; pablo.

    Moin.


    Nö, können wir ja auch nicht, ohne den Pilz dann auch richtig zu untersuchen. Aber ein wenig Spekulation muss schon sein.
    Das Wichtigste war ja bereits geklärt, also in welche Ecke die Pilze gehören und daß sie weitestgehend harmlos sind.



    LG, Pablo.

    Hallo allerseits!


    Nunja, wenn die PIlze halt auch einmal das machen würden, was sie sollten... X/
    ...aber das wäre ja auch langweilig, irgendwie.
    Vielleicht werden ja spätestens mit der Auflösung alle Klarheiten beseitigt. :thumbup:



    Lg; pablo.

    Botryohypochnus isabellinus (Fr.) J. Erikss.
    Sternsporiger Spinnweb-Rindenpilz
    Synonyme:
    - Hypochnus isabellinus Fr. (1818)
    - Botryobasidium isabellinum (Fr.) D.P. Rogers
    - Thelephora isabellina Fr. (1838)
    - Tomentella isabellina (Fr.) Höhn. & Litsch.
    - Botryohypochnus anomalus Hjortstam
    - Hypochnus argillaceus P. Karst.


    Familie: Botryobasidiaceae
    Ordnung: Cantharellales (?)
    Klasse: Agaricomycetes



    makroskopische Eigenschaften: Bildet vorwiegend dünne, oft unterbrochene Beläge, von fein filziger bis flaumiger Optik, die teilsweise recht großflächig werden können. Die Fruchtkörper sind meistens nur 0,1 –“ 0,3 mm dick und nur in Krümeln vom Substrat ablösbar, selten findet man mal dickere, mit Wasser vollgesaugte Exemplare mit über 0,5mm dicken fruchtkörpern, die tatsächlich sogar in kleinen Fetzen ablösbar sind.
    Auffällige Ränder oder ein makroskopisch erkennbares Subikulum gibt es nicht.
    Farblich ist der Pilz sehr variabel, ganz junge und geschützte Fruchtkörper sind nahezu weiß, verfärben aber rasch zu grauweiß, isabellbraun, ockerlich, gelblich, teils auch mit rosa Schimmer oder sogar grauviolett.


    mikroskopische Eigenschaften: Hyphenstruktur monomitisch, alle Septen ohne Schnallen, Hyphen recht breit und vorwiegend rechtwinklig verzweigt in ziemlich lockerer Anordnung, hyalin bis bräunlich; Hyphen im Subikulum auch dickwandig und bis um 10 µm breit; Basidien kurz und vorwiegend zylindrisch; mit zwei bis 4 Sterigmen, terminal auf traubenartig verweigten Hyphen des Subhymeniums sitzend; Sporen rund, hyalin bis ockerlich, um 6,5-10 µm, mit dünnen, zylindrischen Stacheln, die um 1-3 µm lang sein können.


    Vorkommen: An morschem (ab Optimalphase), einigermaßen feucht liegenden Laub- und Nadelholz mit +/- durchgehendem Bondekontakt, auch auf umliegenden Detritus sowie alte Porlinge, Pyrenomyceten usw. übergehend; nicht direkt versteckt, aber doch gerne schattig, zB an den Seiten dicker Stämme oder in Höhlungen; insgesamt als zerstreut berichtet, tatsächlich aber wohl mindestens gebietshäufig und sicherlich unterdokumentiert, weil vermutlich wenig beachtet; sieht aj auch erstmal nur aus wie –žirgend so–™n Schimmel–œ oder –žirgend so–™ne Anamorphe–œ; sobald man aber mehr oder weniger gezielt tomentelloiden Pilzen nachstellt oder ein paar Botryobasidien, Byssocorticien oder Thanatephorusse aufzustöbern gedenkt, wird man in den meisten Gegenden vermutlich den einen oder anderen Botryohypochnus mit eingepackt haben.




    Bilder (Draufklicken für größere Ansicht):




    ...an Rotbuche
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    Mit Mycena speirea vergesellschaftet:



    ...an Pappel
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    ...an Fichtenrinde
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    ...teilweise ziemlich fette, schwammartige Fruchtkörper an Rotbuche
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    ...junge Fruchtkörper an Rotbuche.



    Verwechslungen: Mit den breiten, rechtwiklich verzweigten, im Subikulum dickwandig-braunen Hyphen ohne Schnallen, den büscheligen & kurzzylindrischen Basidien mit bis zu 4 Sterigmen und den kaum pigmentierten, runden Sporen mit langen, zylindrischen Stacheln kaum zu verwechseln.
    Botryohypochnus bondarcevii soll nicht durchgehend runde Sporen mit längeren Stacheln haben.
    Tomentellopsis –“ Arten sind in einigen Punkten sehr ähnlich, haben aber dünnere Hyphen, die nicht so locker und so deutlich rechtwinklig verzweigt sind, auch die Basidienform ist anders.
    Gleiches gilt für alle Tomentella –“ Arten ohne Schnallen und mit rundlichen Sporen, zudem daß dort die Sporen noch deutlicher pigmentiert sind und die Sporenstacheln etwas anders geformt.
    Thanatephorus –“ Arten haben immer glatte Sporen, alle anderen Botryobasidium –“ Arten ohne Schnallen ebenso.
    Da man solche Pilze für eine Bestimmung ohnehin immer mikroskopieren muss, fallen auch Dutzende weitere, optisch +/- identische Arten aus diversen anderen Gattungen raus, weil die zB wie Tulasnella violea mikroskopisch eben total anders aussehen.


    Vergleichsvorschläge:
    >Botryohypochnus bondarcevii = Ovalsporiger Spinnweb-Rindenpilz<
    >Tomentellopsis zygodesmoides = ???<
    >Tomentellopsis echinospora = Igelsporiges gelbspor-Filzgewebe<
    >Tomentella badia = Kastanienbraunes Filzgewebe<
    >Thanatephorus ochraceus = Ockerfarbige Hydrabasidie<
    >Botryobasidium aureum = Goldgelbe Traubenbasidie<
    >Tulasnella violea = Rosa Wachsrindenpilz<

    Hallo, Stephan!


    Tolle Pilze von zwei tollen Plätzen. :thumbup:
    War die Holzerei in dem Bereich, wo die Erlen so schön im Sumpf drin standen? Schade, das ist ein recht verwunschenes Eck.
    Aber verwunschene Plätze hat es da ja einige.


    Hoffentlich zieht es nun ein wenig an, allerdings in der Südpfalz und den größten Teilen der Oberrheinebene wird's erstmal nichts werden mit einer Pilzexplosion, hier kam viel zu wenig an vom lebensspendenden Nass.



    LG; pablo.

    Tach.


    Also hier mal noch eine kurze Doku zu Peziza petersii:






    Sporen auf dem letzten Bild in Wasser, leider auch im Ascus. Ein paar freie hatte ich aus einem anderen Präparat auch vermessen, die nicht wirklich größer waren. Daß diese einigermaßen nahezu reif sind, zeigt auch das bereits gut ausgeprägte Ornament. Unterm Strich kann man immerhin sagen, daß die Sporen hier für diese Gattung eher klein sind.


    Ich hoffe ja, daß sich immerhin aus denen noch was rausholen ließ, Ralf. ZB ein paar wirklich reife Sporen.
    Bestimmungstechnisch bin ich eigentlich sehr zuversichtlich, zumindest schlüsselt man mit Hohmeyer sehr zielstrebig und ohne Turbulenzen zu dieser Art.



    LG; Pablo.

    Hi.


    Michael Ende habe ich verschlungen früher. Nicht nur alle hier zitierten Erzählungen. :thumbup:


    Wegen der Auflösung: Die eine oder andere Tipänderung könnte noch kommen. Da mag ich jetzt nicht so auf die Tube drücken.
    Theoretisch könnte man das Wochenende mal ganz anders verbringen, und zB Grillen oder Schwimmen gehen. Wenn's eh keine Pilze gibt...



    LG, Pablo.

    Moin!


    Da hatte ich neulich eine Kollektion mit geotropem Wuchs.
    An einem ziemlich dicken Rotbuchenast, der wohl mal gedreht wurde. Der Hutfilz wächst die nach oben zeigenden Poren schon gut zu, unten hat sich das Hymenium schon wieder prächtig entwickelt.



    LG; Pablo.

    Hej.


    Ein kleiner Lichtblick der Woche:


    Man darf ja hoffen, daß das Wetter jetzt eine Zeit lang gut bleiben würde, aber das wird zumindest hier in der Gegend nicht passieren. Ab Sonntag soll es wieder abscheulich werden, und das konstant und offenbar für immer.



    LG, Pablo.

    Moin!


    Stimmt, mit den deutschen Namen gehtes auch, aber mit Einschränkungen. "Falscher Satansröhrling" ist ein ganz konfuser Begriff, der schon für mehrere Arten verwendet wurde. Spricht man vom "Kiefernsteinpilz" denken gleich viele, daß der tatsächlich nur bei Kiefern wachsen würde (was nicht stimmt), nennt man ihn "Rothütiger Steinpilz" weiß keiner mehr, was gemeint ist.
    Aber ich finde, auch Boletus funktioniert ja noch gut, da sollte wirklich jede/r wissen, was gemeint ist. Egal ob beim Blaufleckenden Purpurröhrling oder beim Anhängselröhrling. ;)


    Ich habe von den technischen Prozessen und Details bei Sequenzierungsverfahren wirklich kaum eine Ahnung. Und vermutlich auch nicht mehr als du.
    Antworten wären schön, ich kann sie auf deine Fragen allerdings nicht geben.



    LG; Pablo.

    Hallo, Thomas!


    Da muss ich leider passen, weil ich nur vom PC aus ins Forum gehe.
    Aber ich werd's mal in die "Problemabteillung" verschieben, vielleicht klickt da noch jemand rein, mit ein paar weiter führenden Ideen.



    LG; Pablo.

    Moin!


    Bei dem Samthäubchen könnte man angesichts von Form, Färbung und Ökologie schon auch an das >Milchweiße Samthäubchen< denken.
    Auch wenn das insgesamt eine ziemlich komplizierte Gattung ist, wäre das noch eine der relativ gut erkennbaren Arten.
    Der Tintling ist schwieriger, eine makroskopische Einschätzung sicherlich noch unsicherer, aber wenn der eine gewisse Größe hat, und junge Exemplare das passende Velum, dann kann dis sogar durchaus die klassische >Hasenpfote< sein, oder?



    LG, Pablo.

    Hallo, Peter!


    Super, dann ist das geklärt. und stimmt, auf die ockerliche Hutmitte ist zu achten bei f. subcandida, daran hatte ich ja auch nicht gedacht.
    Darfst du verraten, wer den Pilz nun letztlich untersucht und bestimmt hat, oder soll das nicht öffentlich sein?



    LG; Pablo.

    Hallo.


    Was man auf jeden Fall sagen kann: Es sind keine Pilze. Auch keine Myxomyceten (Schleimpilze). Weder die einen noch die anderen könnten so auf frischem Putz, Aluminium oder gar Keramik überleben.
    Die Punkte auf dem Holz und auf den Blättern scheinen das Gleiche zu sein. Und dann würde ich auch zB Insekteneier ausschließen, dazu ist die Verteilung falsch. Ein Insekt legt seine Eier nicht so wahllos und weit zerstreut auf so unterschiedliche Oberflächen.
    Es sieht in der Tat so aus, als könnte das eine Verschmutzung sein, es erinnert vage an feine Teerspritzer, wie sie zB beim Erhitzen von Teerpappe für Dächer oder Isolierungen entsptehen können. Oder beim Verfugen mit irgendeiner Masse per Pistole.
    Jeweils nur Beispiele, rein Spekulativ. Aber so als Anhaltspunkt, wie in etwa es zu solchen "Spritzern" kommen könnte.



    LG, Pablo.

    Hallo, Nobi!


    Über Wälder könnte ich halt stundenlang schwatzen. Oder mir anhören, was andere so über ihre Wälder schwatzen. Egal ob Schwaaz-, Schwarz- oder Schweiz-. :)



    LG, Pablo.

    Hi.


    In der Tat, die vom neuen Fundort sehen echt typisch für Polyporus varius aus. :thumbup:
    Ohne Sporen könnte es schwierig werden, P. varius, P. tubaeformis und P. hygrocybe mikroskopisch zu trennen. In dem Fall wären die Makroskopischen Detials wieder umso wichtiger. Das wäre dann eine Erfahrungssache und ein Fall für jemanden, der alle Arten schon mal in der Hand und unterm Mikro hatte. Damit wäre ich jedenfalls raus für eine Bestimmung. X/



    LG; Pablo.

    Hallo, Craterelle!


    Ich sage mal nur was zu einem Punkt, bei den technischen Details kennen sich andere viel besser aus als ich:

    Was ich aber schwerer nachvollziehen kann, ist die Aufsplittung in gleich vier neue Gattungen. Es gibt ja anscheinend bei Gattungen noch weniger als bei Arten etablierte Grenzen, wie stark die genetische Abweichung sein sollte, um eine Trennung zu rechtfertigen, aber - alles unter der Annahme, dass die Baumstellung die Verhältnisse ungefähr richtig wiedergibt - die vier liegen doch ähnlich dicht oder sogar dichter beieinander als die verbleibenden "echten" Boletus-Arten.


    Ähnlich die Ex-Xerocomus-Gattung: die hätte man mit Ausnahme von X. rubellus doch vielleicht auch so belassen können?


    Gerade in dem Bereich (Aufspaltung von Boletus s.l. und Xerocomus s.l.) kann ich persönlich die neue Taxonomie morphologisch sehr gut nachvollziehen.
    Xerocomus im früheren, weiteren Sinne war so heteromorph, daß die Trennung in mehrere Genera schon morphologisch Sinn macht.
    An einigen Stellen wurde mit den ursprünglich enthaltenen Arten die Gattungsgrenze so weich und dehnbar, daß man im Grunde sogar alles (inklusive einiger Raustielröhrlinge) in einer Riesengattung hätte vereinen müssen, wenn man nicht konsequent eine Trennung verfolgt.
    Ein Beispiel: Maronenröhrlinge kannst du morphologisch sowohl als "Boletus" verstehen, als auch als "Xerocomus". Oder eben als keines von beidem, macht also schon irgendwie Sinn, die als Imleria zu isolieren um die Gattungsgrenzen zu schärfen. Ziegenlippen und vor allem Braune Filzröhrlinge haben im Grunde wenig gemein mit Bereiften Rotfußröhrlingen und Starkblauenden Rotfußröhrlingen. Theoretisch hätte man die jetzt als Hortiboletus geführten "Garten-Arten" (vorwiegend Eichen-Filzröhrling, Blutroter Röhrling, Blassgelbbrauner Filzröhrling) bei Xerocomellus belassen können, aber da gibt es schon auch wieder einige morphologische und ökologische Kopnstanten, die für zwei Gattungen sprechen.


    Noch etwas klarer finde ich das bei den ehemaligen Boletus - Arten:
    Ohne Verfärbungen, Stiel genetzt Poren anfangs weiß, Fleisch immer weiß ---> Boletus
    Schwach (oder gar nicht) verfärbend, Stiel genetzt, Poren anfangs gelb, nie rot, Geschmack mild ---> Butyriboletus
    Deutlich verfärbend Im Schnitt Hut und Stielfleisch), Stiel genetzt, Poren gelb, Geschmack bitter ---> Caloboletus
    +/- Schwach verfärbend (nie Huthaut auf Druck), Stiel genetzt (fein, teils nur Stielspitze), Poren rot ---> Rubroboletus (Der Wolfsröhrling gehört da auch rein, für mich der einzige morphologische Kritikpunkt)
    Deutlich verfärbend (frisch auch Huthaut auf Druck), Stielnetz fein, Poren rot ---> Imperator
    Deutlich verfärbend, Stielnetz grob (oder fehlend), Fleisch auffallend weich, oft deutlich rot von der Stielbasis her, Poren rot ---> Suillellus
    ...+ ein paar Zwerggattungen für ein paar Arten, die sonst wirklich nirgendwo reinpassen.


    Ergibt schon irgendwie Sinn, für den alltäglichen Gebrauch tut's bei mir aber auch noch ganz gut "Boletus s.l." und "Xerocomus s.l." ;)



    LG; Pablo.

    Hallo, Leute!


    So a bissel spät bin ich dran, weil bis eben noch unterwegs.
    Der Abend wurde spät, die Sonne versank rot in den abziehenden Regenwolken, hier ist der Joker zu Runde 23:

    Namen können kontrovers sein.


    Lasst euch ruhig Zeit, denn wenn ich nicht morgen abend auflösen soll, müssen wir bis Montag abend warten.
    Übers Wochenende bin ich abwesend.



    LG; Pablo.

    Phlebia nothofagi (G. Cunn.) Nakasone
    Scheinbuchen-Fadenstachelpilz
    Synonyme:
    - Odontia nothofagi G. Cunn
    - Mycoacia nothofagi (G. Cunn.) Ryvarden


    Familie: Meruliaceae
    Ordnung: Polyporales
    Klasse: Agaricomycetes



    makroskopische Eigenschaften: Fruchtkörper anfangs kleinfleckig, später auch zu großflächigen Gebilden zusammenfließend; komplett resupinat, realtiv dickfleischig mit deutlichem, weißlichem bis ockerbraunem, eher locker wattigem Subikulum und crefarbenem bis ockerlichem, frisch wachsartigem Hymenophor; Ränder bei Kollektionen im Wachstum deutlich, wattig-faserig bis fransig-gewimpert, weißlich bis ockerlich; Hymenophor aus breiten, abgeflachten Zähnchen oder konischen Stacheln, geotrop, Stacheln / Zähne ziemlich kräftig und grob, dicht gedrängt bis locker verteilt; getrocknet wenig schrumpfend; ockerweißlich, ockergelb bis braun, alt auch schwarzbraun, aber auch bei jungen Kollektionen eigentlich nie durchgehend weißlich; Spitzen der Zähnchen bisweilen fein bewimpert; ohne signifikante Reaktion auf KOH (5%-20%), eventuell etwas bräunend; frische Fruchtkörper mit intensivem, schärflich-gärigem Geruch, vor allem bei jungen Exemplaren ähnlich wie Obstbrand (Williams-Birne), später auch mit mehr chemischer Komponente (komplex, schwer zu beschreiben, aber charakteristisch)


    mikroskopische Eigenschaften: Hyphenstruktur monomitisch, Septen mit Schnallen; Hyphen im Subhymenium phlebia-typisch dicht verklebt und etwas gelifiziert; in der Stacheltrama +/- parallel, teilweise mit Öltröpfchen und stellenweise schwach bis sher stark inkrustiert; Hyphen im Subikulum lockerer verknüpft; Basidien viersporig (seltener 2sporig); Im Hymneium, Subhymenium und Stacheltrama mit (meistens) zahlreichen und deutlichen, inkrustierten Lamprozystiden (zylindrisch bis zuspitzend); Sporen hyalin, inamyloid, glatt, elliptisch bis subzylindrisch, manchmal innerhalb einer Kollektion recht variabel, meist aber um 4-6 x 2,5-3 µm


    Vorkommen: Die Verbreitungskarte bei >Pilze-Deutschland< hat mich einigermaßen überrascht. Zumindest in der (nördlichen) Oberrheinebene und angrenzenden Hügelländern (sofern einigermaßen warm und laubbewaldet) ist die Art einigemaßen häufig. Eigene Funde ergaben sich bisher nur an Laubholz, am häufigsten an Rotbuche, lt. Lit. (FE12) soll aber auch Nadelholz möglich sein. Die Fundstellen waren einerseits Auwälder (Hartholzauen, dort meist an Rotbuche aber auch Weichholzauen an indet. Laubholz), sowie Rotbuchen-Mischwälder der collinen Stufe auf trockenem bis feuchtem Untergrund an wärmebegünstigten Standorten, aber nicht sonnenexponiert, sondern eher im Schatten und Halbschatten geschlossener Wälder. Überwiegend an dickem, liegendem Laubholz (Stämme), einmal auch an einem nur armdünnen liegenden Ast, jedes Substrat war bisher gut durchfeuchtet, nie –žim Luftraum–œ (immer komplett liegend mit durchgehendem Bodenkontakt) und meist optimalmorsch.



    Bilder (zum Vergrößern anklicken):



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    Verwechslungen: Es gibt eine erstaunliche Menge Rindenpilze mit stacheligem oder zähnchenförmigem Hymenophor. In den meisten –žnormalen–œ Pilzbüchern taucht nur ein Bruchteil der Gattungs- und Artenvielfalt in dem Bereich auf, was bisweilen einen falschen Eindruck entstehen lässt. Aber auch wenn in den meisten Fällen ohne mikroskopische Untersuchung Bestimmungen völlig unmöglich sind, ist die Trefferquote der makroskopischen Voreinschätzungen im Feld bei Phlebia nothofagi erstaunlich hoch, was vor allem auch mit dem charakteristischen geruch frischer Kollektionen zu tun hat.
    Eine mikroskopische Überprüfung ist dennoch wichtig.
    Neben den makroskopischen Merkmalen (Haptik, Habitus, Farbverläufe, Geruch) ist die Art gut definiert durch das monomitische Hyphensystem, Septen mit Schnallen, Sporenmorphologie und insbesondere die auch an den Stachelflanken im Hymenium zahlreichen inkrustierten Lamporzystiden.
    Innerhalb der –žGroßgattung–œ Phlebia hat Phlebia queletii ähnliche Lamprozystiden, aber die Zähnchen / Stacheln der Art sind normalerweise kleiner, die Fruchtkörper insgesamt deutlich und einheitlich heller. Phlebia fuscoatra tendiert farblich mehr ins Gelbliche (nicht, daß Phlebia nothofagi das nicht auch könnte), hat aber keine Lamprozystiden an den Stachelflanken, sondern nur zylindrische, stark inkrustierte Hyphenenden im Bereich der Stachelspitzen.
    Phlebia uda hat gar keine Lamprozystiden, sondern nur spindelige Zystidiolen, Phlebia capitata kopfige Leptozystiden, Phlebia aurea andere Sporen und gar keine Zystiden, Phlebia bispora ist dimitisch–¦
    Von keiner der anderen Phlebia –“ Arten scheint etwas über einen vergleichbaren geruch bekannt zu sein.
    Arten aus anderen Gattungen sollten ebenfalls keinen solchen Geruch entwickeln und mikroskopisch zu unterscheiden sein.
    Phanerochaete hätte keine Schnallen; Hyphoderma (incl. Basidioradulum) hat andere Basidien (größer, eingeschnürt) und normalerweise größere Sporen; Radulomyces hat ganz andere Sporen und keinie Zystiden; Odonticium keineSchnallen und keine Lamprozystiden; Kavinia fehlen ebenfalls die Zystiden; in weiteren Gattungen sehen die zB Sporen anders aus, oder es finden sich Gloeozystiden statt Lamprozystiden.


    Vergleichsvorschläge:
    >Phlebia queletii = Kurzzahniger Fadenstachelpilz<
    >Phlebia fuscoatra = Schwärzender Fadenstachelpilz<
    >Phlebia uda = Wachsgelber Fadenstachelpilz<
    >Phlebia capitata = Kopfzystiden –“ Fadenstachelpilz<
    >Phlebia bispora = Dimitischer Fadenstachelpilz<
    >Phlebia aurea = Goldgelber Fadenstachelpilz<
    >Phlebia ryvardenii = Ryvardens Kammpilz<
    >Phlebia subochracea = Ockergelber Kammpilz<
    >Radulomyces molaris = Gezähnter Reibeisenpilz<
    >Basidioradulum radula = Reibeisen –“ Rindenpilz<
    >Hyphoderma transiens = Variabler Rindenpilz<
    >Xylodon quercinus = Eichen –“ Zähnchenrindenpilz<
    >Phanerochaete raduloides = Raspelzahn –“ Zystidenkruste<
    >Cristinia eichleri = ???<
    >Kavinia himantia = Ausgebreitetes Hängezähnchen<
    >Sarcodontia crocea = Apfelbaum –“ Stachelbart<
    >Odonticium flavicans = ???<
    >Phlebiopsis gigantea = Großer Zystiden-Kammpilz<
    >Dentipellis fragilis = Zarte Zahnhaut



    Anmerkungen: Einige der Phlebias mit zahnförmigem oder stacheligem Hymenophor wurden in der Gattung Mycoacia zusammengefasst. Das kann man theoretisch auch so beibehalten, aber bisweilen ist die Ausprägung des Hymenophors variabel, so daß manche Arten je nach Ausprägung nicht solide einer der beiden Gattungen zuzuordnen wären (siehe zB Phlebia subochracea). Andere Arten mit zahnförmigem / stacheligem Aussehen wurden nie zu Mycoacia umkombiniert (so zB Phlebia queletii oder Phlebia ryvardenii). Insgesamt ist Phlebia ziemlich heterogen, was die Form des Hymeniums betrifft (glatt, meruloid, fast poroid, warzig, faltig–¦), ebenso in den mikroskopischen merkmalen und Farben, daß die Gattung entweder konsequent in diverse Kleingattungen zerlegt werden muss, oder als eine morphologisch vielfältige, größere Gattung angesehen werden kann.

    Phlebia uda (Fr.) Nakasone
    Wachsgelber Fadenstachelpilz
    Synonyme:
    - Hydnum udum Fr.
    - Mycoacia uda (Fr.) Donk
    - Odontia uda (Fr.) Bres.


    Familie: Meruliaceae
    Ordnung: Polyporales
    Klasse: Agaricomycetes



    makroskopische Eigenschaften: Fruchtkörper eher dünn, frisch mit wachsartiger Haptik; rein resupinat, anfangs kleinfleckig, bald ausgebreitet und zusammenfließend, aber selten wirklich großflächig; Ränder während Wachstumsfasen dünn, fein gewimpert, weißlich bis gelb; bei stagnierendem Wachstum bald unauffällig; Subikulum durchgängig aber dünn, hell zitronengelb bis ockergelb; Stacheln geotrop, oft gedrängt (seltener distanziert) meistens recht dünn und schlank und vorwiegend spitz zulaufend; selten bis zu 4mm lang, meistens eher 1-3mm; blass zitronengelb bis ockergelb, gelegentlich regelrecht leuchtend neongelb, im Alter (vergehend) auch gelbbraun oder graubraun verfärbend; Beim Trocknen schrumpfen die Stacheln zu dünnen –žBorsten–œ zusammen, das Subikulum verliert ebenfalls stark an Volumen und ist kaum noch mit blosem Auge erkennbar; Geruch uncharakteristisch; in KOH (5%-20%) reagieren die Fruchtkörper purpurrot bis violett.


    mikroskopische Eigenschaften: Hyphenstruktur monomitisch, Septen mit Schnallen, Hyphen im Subhymenium und Stacheltrama dicht verflochten, teils etwas gelifiziert und schwer zu isolieren; in den Stacheln oft inkrustiert mit zT. Fein stäbchenförmigen Kristallen; Basidien schlank keulig, überwiegend 4-sporig; Zystiden unauffällig und eigentlich mehr als spindelige Zystidiolen zu bezeichnen: dünnwandig, die Basidien kaum überragend, vereinzelt mit schwach ausgeprägter, harziger Anlagerung; Sporen dünnwandig, glatt, inamyloid, elliptisch, klein; meist um 4-5,5 x 2-3 µm


    Vorkommen: Wächst gerne etwas versteckt an liegendem, gut durchfeuchtetem Laubholz; sowohl an dickeren Stämmen wie dünneren Ästen ab der späten Initialphase bis gegen ende der Optimalphase der Vermorschung; ein bevorzugtes Substrat scheint Esche zu sein, auch Rotbuche ist recht beliebt, generell kann Phlebia uda aber diverse Laubholzarten besiedeln.
    Der Pilz scheint insgesamt weit verbreitet und gebietsweise recht häufig zu sein, seltener allerdings in Gebieten mit kühlem, rauem Klima und ausgedehnten, reinen Nadelwäldern.



    Bilder (Draufklicken für Großansicht):




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    Phlebia uda 09.JPG

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    Verwechslungen: Phlebia uda zeichnet sich durch eher dünne, meistens zugespitzte Stacheln aus, die beim Trocknen ziemlich zusammenschrumpeln. Die KOH –“ Reaktion ist ein gutes Merkmal, aber wegen der Vielzahl von ähnlich aussehenden Rindenpilzen mit Zähnchen oder Stacheln nicht nur innerhalb der Gattung Phlebia ist ein Blick auf die Mikromerkmale wichtig zur Bestimmung.
    Das monomitische Hyphensystem, Septen mit Schnallen, Tramahyphen der Stacheln oft mit Stäbchenförmigen Kristallen, die kleinen, elliptischen Sporen und die unauffälligen, spindeligen Zystidiolen sind wichtige Merkmale.
    Besonders ähnlich innerhalb der Gattung ist Phlebia bispora, am besten zu unterscheiden durch die dickwandigen, parallel verlaufenden und unseptierten Skeletthyphen in der Stacheltrama und die oft etwas kopfigen Zystiden teils mit recht deutlicher Harzkappe. Ein Fund der Art wurde >hier diskutiert<.
    Phlebia fuscoatra hat an den Stachelspitzen breite, grob inkrustierte Hyphenenden.
    Phlebia aurea reagiert nicht auf KOH und hat dünnere, mehr allantoid geformte Sporen.
    Phlebia nothofagi hat frisch einen auffallend starken, obstbrandartigen Geruch und ist mikroskopisch leicht durch die auffälligen lamporzystiden zu unterscheiden. Phlebia ryvardenii soll kleinere Zähnchen haben (wohl ein eher unsicheres Merkmal), keine rotviolette KOH –“ Reaktion und zwar spärliche, aber größere Zystiden ausbilden. Die Zystiden von Phlebia capitata sind kopfig, die Zystiden von Phlebia acanthocystis apikal mit kleinen, fingerartigen Ausnwüchsen versehen.
    Makroskopisch ähnliche Arten gibt es desweiteren in diversen anderen Gattungen (siehe nachfolgende laaaange, selbstverständlich nicht vollständige Liste), aber wenn man auf die Mikromerkmale achtet, sollte es dort kaum Verwechslungen geben.


    Vergleichsvorschläge:
    >Phlebia queletii = Kurzzahniger Fadenstachelpilz<
    >Phlebia fuscoatra = Schwärzender Fadenstachelpilz<
    >Phlebia nothofagi = Scheinbuchen –“ Fadenstachelpilz<
    >Phlebia capitata = Kopfzystiden –“ Fadenstachelpilz<
    >Phlebia bispora = Dimitischer Fadenstachelpilz<
    >Phlebia aurea = Goldgelber Fadenstachelpilz<
    >Phlebia ryvardenii = Ryvardens Kammpilz<
    >Phlebia acanthocystis = Fingerzystiden –“ Kammpilz<
    >Phlebia subochracea = Ockergelber Kammpilz<
    >Radulomyces molaris = Gezähnter Reibeisenpilz<
    >Basidioradulum radula = Reibeisen –“ Rindenpilz<
    >Hyphoderma transiens = Variabler Rindenpilz<
    >Kneiffiella barba-jovis = Jupiterbart<
    >Xylodon quercinus = Eichen –“ Zähnchenrindenpilz<
    >Phanerochaete raduloides = Raspelzahn –“ Zystidenkruste<
    >Cristinia gallica = Zahnartiger Körnchenrindenpilz<
    >Kavinia himantia = Ausgebreitetes Hängezähnchen<
    >Sarcodontia crocea = Apfelbaum –“ Stachelbart<
    >Odonticium flavicans = ???<
    >Phlebiopsis gigantea = Großer Zystiden-Kammpilz<
    >Radulodon erikssonii = Erikssons Stachelkruste<
    >Dentipellis fragilis = Zarte Zahnhaut
    >Steccherinum ochraceum = Ockerrötlicher Resupinatstacheling<



    Anmerkungen: Einige der Phlebias mit zahnförmigem oder stacheligem Hymenophor wurden in der Gattung Mycoacia zusammengefasst. Das kann man theoretisch auch so beibehalten, aber bisweilen ist die Ausprägung des Hymenophors variabel, so daß manche Arten je nach Ausprägung nicht solide einer der beiden Gattungen zuzuordnen wären (siehe zB Phlebia subochracea). Andere Arten mit zahnförmigem / stacheligem Aussehen wurden nie zu Mycoacia umkombiniert (so zB Phlebia queletii oder Phlebia ryvardenii). Insgesamt ist Phlebia ziemlich heterogen, was die Form des Hymeniums betrifft (glatt, meruloid, fast poroid, warzig, faltig–¦), ebenso in den mikroskopischen merkmalen und Farben, daß die Gattung entweder konsequent in diverse Kleingattungen zerlegt werden muss, oder als eine morphologisch vielfältige, größere Gattung angesehen werden kann.