Beiträge von Beorn

    Hallo, Uwe!


    Ob gern oder ungern, ich hoffe, daß du immer wiedersprichst, wenn ich nicht genau hingeguckt habe. :thumbup:

    Beim vergrößern der Bilder sind an den Huträndern und an den Stielen nämlich schon mit braunem Sporenpulver bepuderte, fädige Velumreste zu sehen.
    Demnach kein Ritterling, sondern ein Schleierling. :thumbup:



    LG, Pablo.

    Hallo, Thomas!

    Da die Verfärbungen wohl recht variabel sein können (mit oder ohne rote Flecken an der Stielbasis, mit oder ohne blau, mit oder ohne deutlich rötende Lamellen), das Basismycel bei Tricholoma orirubens zwar schon gelblich, aber mitunter recht blass ausfallen kann, orientiere ich mich momentan vor allem an den Strukturen von Hut- und Stieloberflächen.
    Mit Bilder Vergrößern sehe ich bei eurem Fund übrigens auch jetzt so feine, dunkle Schüppchen und Fasern an einigen Stielen.
    Bei den Pilzen, die ich jetzt so (mit gelblichem Basismycel auch) als Tricholoma orirubens angesprochen habe, sind die Stiele völlig glatt und einheitlich silbrig-weiß.
    Der Unterschied zur oben geziegten Kollektion ist da schon ziemlcih offensichtlich.
    Wenn demnach also das hier Tricholoma orirubens ist:





    (und ja, wie bei vielen Gelbtönen bekommt meine Kamera auch da das gelbb nicht gebacken!)


    ...dann sind die arg schwarzschuppigen Pilze oben was Anderes.
    Tricholoma atrosquamosum soll ebenfalls einen glatten Stiel haben, Tricholoma squarrulosum dürfte nochmal eine ganz andere Hausnummer sein:


    Stiel- und Hutoberflächenstrukturen könnten dann ein recht zuverlässiges Merkmal bei den Rötern sein.

    Wobei es auch da Kollektionen mit komischen Übergängen geben wird. Ist halt wie in vielen Gruppen in der Gattung: Die Pilze sind "merkmalsarm", bzw. die Merkmale oft nicht konstant ausgeprägt.



    LG; Pablo.

    Hallo, Ute!


    Das Verzwickte ist, daß es von ungefähr allen Raustielröhrlingsarten Albinos gibt.
    Deine sehen zB so im Profil aus wie Wollstielige Raufüße (Leccinum cyaneobasileucum).

    Mit den weißen ist das wie mit den normal gefärbten auch: Für Betsimmungen muss man immer die Stielbasis beobachten und auch das Schnittbild (initial nach dem Durchschneiden und eine Viertelstunde später nochmal evaluieren).
    Gerade bei den Weißen reicht das oft auch noch nicht, und ums Mikroskopieren kommt man leider oft nicht herum.



    LG; Pablo.

    Hallo, Uwe!


    Danke schonamol. :thumbup:

    Für die Einschätzung zu Cortinarius talus, und noch mehr zu den weiteren Überlegungen.


    Also wegen den Sporen: Ich habe da den Verdacht, daß beim ersten was nicht stimmt.
    Gemessen sind die so im Bereich 7-9 x 5-6 µm, mit schwachem Ornament. Aber: Bei keinem der eingesammelten Fruchtkörper gab's am Stiel (Velum) oder in den Lamellen auch nur eine einzige Spore. Beim Einsammeln waren die demnach noch nicht sporenreif. Bei einem Hut kam nach einiger Zeit ein arg dünner, wiederstrebender Abwurf zustande. Wenn Schleierlinge sich da nur annähernd ähnlich verhalten wie Röhrlinge, dann kann man in dem Fall (Sporennotreife) die Maße komplett vergessen.

    Wenn man zu junge Röhrlinge einsammelt, kann man da zwar ab und an noch einen Notreifearbwurf bekommen. Die Maße sind aber dann vor allem in der Länge um gut und gerne mal 3-4 µm zu klein, was bei (normalerweise) 15µm langen Sporen schon eine Abweichung von >20% wäre...

    Wie gesagt, keine Ahnung, ob das bei Cortinarien ähnlich problematisch ist.


    Cortinarius magicus wäre trotzdem toll. Darf der denn so eine Kollenform bilden? In den meeisten Beschreibungen und Abbildungen sieht man da einen Pilz mit eher breiter, grob gerandeter Knolle...


    Wenn die letzte und die vorletzte Kollektion nun beide Cortinarius balteatocumatilis wären (Sporen bei letzter Kollektion so um 8-10 x 5-6,5 µm), dann hätte ich aber nun das Problem, daß ich nicht mehr wüsste, wie denn nun Cortinarius balteatus davon zu unterscheiden wäre. Violette Farben dürfte der ja auch haben (wenn auch weniger ausgeprägt und schneller flüchtig), dann wäre da (nach FN) also die ökologische Amplitude, die Farbe des Velums an der Stielbasis, die Beschaffenheit der Huthaut zur Hutmitte... Aber da brauche ich vielleicht einfach mehr Kollektionen, um bei den jeweiligen merkmalen die Variationsbreiten zu verstehen.

    Zum wunderlichen, hellgelben Pilz:
    Sporen stachelig (isoliert), elliptisch bis selten subamygdaliform, um 7-9,5 x 4,5-5,5; in Größe und Form also gar nicht so weit weg von denen von C. talus, aber das Ornament ist eben anders.



    LG; Pablo.

    Hallo, Walleo!


    Nein, das ist ein Ritterling.
    Wenn die Bilder einigermaßen farbecht sind, und das Fleisch im Schnitt direkt unter der Stielrinde tatsächlich gelb, wäre das der Gelbblättrige Ritterling (Tricholoma fulvum s.l.).



    LG; Pablo.

    Salve!


    Nuja, und ich glaub eben gerade nicht, daß das Edelreizker sind, sondern vom Aussehen her wären es viel eher Lachsreizker (Lactarius salmonicolor).



    LG; Pablo.

    Servus!


    Ich kann da ehrlich gesagt nach Bildern nicht wirklich viel vermuten. Ich kann mir beides theoretisch vorstellen, aber solche Grenzfälle sind nur nach Bildern oft nicht bestimmbar. Eine der beiden Arten wird's aber sein. Ökologisch haben die eine extrem ähnliche Amplitude, sowohl Neoboletus erythropus als auch Pulveroboletus pulverulentus bevorzugen saure Böden, beide können Mykorrhiza mit einer ganzen Menge an Laub- und Nadelbäumen bilden.
    Wie nah die Fruchtkörper beisammen standen hat keine Bedeutung.
    Sonst wäre das hier:


    ja auch alles die selbe Art. Wäre dann nur die Frage, ob "Boletus muscaria" nun essbar oder schwach giftig ist. :gzwinkern:



    LG, Pablo.

    N'abend!


    Ach, die Erdritterlinge (Tricholoma terreum) sind noch nicht wieder in die Positivliste zurück gekehrt?
    Dabei sollten die doch längst rehabilitiert sein. Das war ja nur eine fragwürdige Studie, wo man's geschafft hat, irgendwelche Myolysine aus den Pilzchen zu extrahieren, dann bis zum Anschlag zu potenzieren und damit Mäuse umzubringen. Super, das klappt mit Steinpilzen (Boletus edulis) übrigens auch, da müsste eine skandinavische Studie zu im Umlauf sein. Die Myolysine in edulis sind auch nicht weniger stark konzentriert als in Trich.terr. und co., also irgendwo im Bereich, daß man schon ein paar Dutzend Kilo am Tag essen müsste, daß da überhaupt irgendwas passiert.

    Also wenn man Trich.terr. unbedingt noch als "uneinheitlich beurteilten" Pilz laufen lassen will, dann doch bitte Boletus edulis & co. auch!



    LG; Pablo.

    Salve!

    Moin Pablo

    ich erinnere mich. Die Aufsammlung liegt auf alle Fälle in der Kiste. WIr haben diesbezüglich eine kleine mykologische Pause eingelegt, aber es geht nichts verloren. Auf alle Fälle muss diese Aufsammlung sequenziert werden. LG Harzi

    OK. :thumbup:
    Dann bleibe ich in der Sache mal weiterhin entspannt, Zeit gibt's ja noch reichlich.



    LG; Pablo.

    Hallo; Stefan!


    Von orirubens habe ich jetzt auch einige Kollektionen gesichtet, der ist recht variabel, wäre aber bei eurem Fund auch nicht mein erster Gedanke gewesen.
    Den basirubens konnte ich in diesem Jahr auch erstmals finden, sieht dann hier so aus:

    Tricholoma basirubens 01.JPG






    Kann aber ja gut sein, daß eurer auch in die Variationsbreite passt.
    Eine weitere Art mit schuppigem Hut aber ganz glattem Stiel sollte ja atrosquamosum sein, der wohl auch komisch bunt verfärben darf, wenn ich das im Text bei FNE4 richtig vestanden habe. Der kerle fehlt mir allerdings noch in der Sammlung...



    LG; Pablo.

    Hallo, Wolfgang!


    "Zedernholz" bzw. "Zigarrenkistenholz" ist ja so wie Juchtenleder die gängige Geruchsbeschreibung. Das trifft es schon irgendwie - wobei ja Cortinarius violaceus und hercynicus auch nach "Zedernholz" riechen - für mein Empfinden aber anders als Cuphophyllus russocoriaceus. Der "rauchige Lederjackenrocker" ist eine sehr individuelle Geruchsbeschreibung - vor allem auch, weil ich sehr selten bisher an Zedern geschnuppert habe.

    Zigarrenkiste passt aber wieder ganz gut, die kenne ich als Raucher ja nun auch. :gzwinkern:


    Das Frabspektrum betreffend: Den Boertman als referenz nehmend, reicht das tatsächlich von cremeweiß über blassbraun bis braun.
    Selbst kenne ich die Art bisher nur vom Kaiserstuhl, und da immer weißlich, creme, gelegentlich aber auch so ganz blass ockerlich.
    Da ist mein Bild vom Farbspektrum halt unvollständig.



    LG, Pablo.

    Buona Sera!


    Hm. Lactarius delilciosus mit so einer Zonierung und der Färbung - das wäre dann wirklich eine total aus dem normalen Spektrum gefallene Kollektion.
    Mir sehen die eher danach aus, als wäre da im Umkreis von +/- 20 metern auch noch die eine oder andere Weißtanne gestanden.



    LG; Pablo.

    Hallo, Leute!


    Der Fund von Chris ist aus meiner Sicht schon ein (recht frischer) Gezonter (Arrhenia spathulata).
    Je jünger die Fruchtkörper, desto undeutlicher die "Zonierung" und desto weniger ausgeprägt die Aderung des Hymenophors.

    Aber: Die Wuchsform spielt hier die entscheidende Rolle. Wobei man vielleicht nicht unbedingt das Hauptaugenmerk auf "gestielt oder nicht" legen kann.
    Wichtig ist die Form von der Anwuchsstelle aus. Den tütenförmigen Habitus hat nur spathulata, retiruga nie. Bei retiruga ist die Ansatzstelle dorsal oder lateral, darum die Position des Hymenophors anders ausgerichtet, darum entsteht niemals so eine aufstrebende "Pommestüte".

    Bei Hohenbuehelia sieht das ganz ähnlich aus: da gibt es die Arten mit tütenförmigem Habitus um Hohenbuehelia petalodes und die mit dem ohrförmigen Habitus um Hohenbuehelia grisea, mastrucata usw. Das ist in den Fällen schon ein ziemlich hartes Merkmal und hängt wohl mit der Wuchsweise bzw. mit der ökologischen Amplitude zusammen. Bei Hohenbuehelia: Die bodenbewohnenden Arten oder Arten auf völlig zerfallenem, urmorschem Holz bilden tütenförmige Fruchtkörper, weil die vom Boden irgendwie in die Höhe rauf müssen. Die Arten, die weniger morsches, oft sogar im Luftraum hängendes Totholz verwerten, die brauchen sich nicht nach oben zu strecken. Die können auch den fruchtkörper einfach zur Seite ausbreiten (lateraler Ansatz) oder an Substratunterseiten aufhängen (dorsaler Ansatz).
    Bei Arrhenia hat es wohl auch mit dem Substratspektrum zu tun: Arrhenia spathulata ist ziemlich strikt auf aprokarpe Moose fixiert. In aller Regel Tortula. Diese Moose bilden Polster aus gerade aufstrebenden Einzelpfänzchen. Die Arrhenia verwertet die abgestorbenen Teile des Mooses, muss dann also die fruchtkörper von diesen unten liegenden Pflanzenteilen irgednwie nach oben und durch die vitalen Moospolster hindurch schieben.
    Arrhenia retiruga hat ein viel weiteres Substratspektrum, bewohnt aber eher selten aprokarpe, sondern meistens pleurokarpe Moose sowie Grasreste, Krautstengel usw.
    Pleurokarpe Moose und liegende Grashalme sind aber viel mehr horizontal ausgerichtet, so daß da die Fruchtkörper einfach seitlich oder dorsal drangeklebt werden können, die müssen sich nicht nach oben orientieren und können es deshalb bei der Bildung von Schüsselchen, Öhrchen, Läppchen und so weiter belassen.


    Soweit mal die ausschweifende Erklärung, vielleicht hilft's hier und da oder verwirrt wenigstens gänzlich. :gzwinkern:


    Mikroskopisch wüsste ich nichts, woran man Arrhenia retiruga und Arrhenia spathulata trennen könnte.
    Neben der Wuchsform und der ökologischen Amplitude sind nach meiner Erfahrung nur noch die Färbung (inklusive Pseudozonierung bei spathulata falls vorhanden) sowie die Konsistenz und Haptik relativ verlässliche Trennmerkmale der beiden Arten.



    LG; Pablo.

    Servus!


    Der sieht schon komisch aus.
    Beim zweiten fruchtkörper wäre der Schwarzblauende (Pulveroboletus pulverulentus) plausibel, beim ersten aber eher nicht. Der Habitus ist auch bei ganz jungen fruchtkörpern schon etwas anders. Und wichtig: Wie bei (fast) allen anderen Rotporern auch müssen bei Flockis die Poren nicht immer rot sein (und die Röhren selbst sind niemals rot). Gerade ganz jung sind die Poren bei Flockis gelb. Bisweilen entfärben sie dann ab einem gewissen Alter auch wieder von rot zu gelb oder gelbbraun.



    LG, Pablo.

    MoinMoin!


    Also ich hab' mal eine Anfrage losgeschickt, welcher Kurs in Frage käme, also bislang noch keine oder möglichst wenige Plätze belegt sind.

    Idealerweise hätte ich jetzt im September gesagt...

    ...Kuschel, ohne dich fehlt aber arg was!

    Schüttel mal deinen Kalender durch, wenn sich ein Termin anbahnt. Das muss sich doch irgendwie einrichten lassen.

    Und da ich nicht glaube, daß alle Teilnehmer von damals auch wieder dabei sind: Da dürften noch einige Plätze frei sein, für Dodo, Grüni, Walter, Sarah und weitere.

    Hat noch jemand Kontakt zu Daggi und Lara? Die beiden wären natürlich auch wichtig, wenn sie denn Zeit und Lust hätten.


    Kenntnismäßig bin ich sicher, daß sich hier aus der Runde niemand Sorgen machen muss. Auch du nicht Grüni!

    Das passt schon alles, wir gucken zusammen Pilze an, klönen abends, Björn macht uns ein paar handwerkliche Vorlesungen in Sachen Systematik und so: Das ist alles kein Problem und fördert nur den Kenntnisstand, ohne ihn zu überfordern.



    LG; Pablo.