Beiträge von Beorn

    Hallo, Maria!


    Falls es dich interessieren sollte: Einen cf talus hatte ich auch gefunden, den habe ich mal eben >hier hinein< verpackt.

    Vielleicht dient es ja ein wenig der Veranschulichung in Sachen "radialstreifige / radialfaserige" Huthaut.


    Auch das hier: Superschöner Fund von dir. :thumbup:
    Ich glaube, wenn der zB auch nur leichten Bodenfrost hatte, könnten die violetten oder blauen Farben einfach kaputt sein. Phlegmacien sind da recht empfindlich.

    Was einer der Gründe ist, warum ich die Beobachtung dieser schönen Pilze für dieses Jahr eingestellt habe.



    LG, Pablo.

    Hallo, Leute!


    Hier nun also der angedrohte zweite Teil der schleierhaften Bestimmungsversuche des Herbstes.
    Teil 1 findet sich >hier<, falls es jemanden interessiert.



    Kollektion 2019/08

    Bei Wiesbaden in einem kleinen Graben (Südhang, aber schattig und bachnah) auf +/- saurem Untergrund bei Rotbuchen, Eichen, Hainbuche; vergesellschaftet mit Cortinarius cf. talus (siehe nächster Pilz) und Tricholoma saponaeum (hellhütige, glattstielige Form).

    Geruch uncharakteristisch; Lamellen und Trama (vor allem Stielsitze) violettblau, Stielspitze ebenfalls bläulich.

    Auffallend: Die deutlich radialstreifige Huthaut mit den dunklen Flecken und Marmorierungen, die beim Antrocknen nicht wirklich umfärben.

    Stiele mit abgesetzter, rundlicher Knolle (nicht oder nur stellenweise undeutlich gerandet);

    Stieloberfläche längsstreifig und nahezu glatt - also kaum Velum feststellbar;

    Leider: Im kaum auffindbaren Velum am Stiel waren Sporen noch weniger auffindbar. Ein Hut wurde noch zum Absporen gebracht, aber das Ergebnis muss wohl ignoriert werden, das sieht nach einem typischen Notreifeabwurf aus, dann wären sowohl Sporenmaße als auch Ornamentierung nahezu ohne Aussagekraft.


    02.JPG



    Bernds spontaner Gedanke bei der Ansicht im Feld war "Sollte man mal mit Cortinarius riederi vergleichen".

    Wobei es nict ganz einfach ist, zu der Art gute Vergleichsdokumentationen zu finden, und um den mit FN zu schlüssseln bräuchte man die Sporen (also reife Sporen, nicht sowas wie hier).

    Mit Biegen und Brechen käme ich auch mit dem FN - Schlüssel zu riederi, wenn ich bei Sporenmerkmalen jedes Mal beide Alternativen schlüssele - meistens lande ich dann im Nirvana, bei riederi oder ein bis zwei anderen, ähnlichen Arten.



    Kollektion 2019/07

    Das ist der mit dem oben dokumentierten "Cortinarius cf riederi" vergesellschaftet wachsende Pilz.

    Lustig dabei: Die wuchsen quasi durcheinander und sehen auf den ersten Blick sehr ähnlich aus, vor allem die Hutoberflächen.

    Hier ist das Farbspektrum allerdings etwas anders, die "Streifen" tatsächlich teils schwach hygrophan; blau- und violettöne fehlen völlig, Stielvelum ist deutlich ausgeprägt und die Stielbasis deutlicher gerandet (wenn auch nicht bei jedem Fruchtkörper durchgehend). Der intensive Honiggeruch der Stielbasis im Schnitt führt dann schon im Feld zu einer Art der Multiformes; ausgehend von Huthautmerkmalen, Stielbasisausprägung, Sporen und Standort komme ich mit Funga Nordica sowie dem JEC - Artikel von 2014 zur Sektion Multiformes von Brundrud et Al. hier ziemlich glatt zu Cortinarius talus.





    Kollektion 2019/04

    Was dann allerdings doof ist: Wenn der zuvor gezeigte Pilz Cortinarius talus wäre, dann müsste der hier was Anderes sein.

    Was ich mir hätte gleich denken können, weil bei keinem Fruchtkörper auch nur ein Hauch von Honig feststellbar war.

    In diesem Sinne noch mal zurück zu dem schönen Phlegmacien - Tag bei Spechbach, wobei dieser Fund nicht zusammen mit caerulescens, bergeronii und splendens an der famosen Böschung wuchs, sondern weiter hinten im Wald, wo der Boden sauer wird (obreflächensaurer Löß), und die meisten Phlegmacien in der Umgebung folglich Cortinarius anserinus und Cortinarius infractus heißen.

    Im Wegrand - Bereich eines schönen Rotbuchenbestandes (eingestreute Eichen und Fichten) halten sich aber auch einige eher Pilze mit eher basischen Bodenansprüchen wie diverse Schnecklinge (zB discoxanthus & chrysodon) und die klassischen Begleiter von basischen Wegrändern in neutralen bis sauren Gebieten wie Hortiboletus rubellus...


    Zum Pilz: Null Blautöne, null KOH - Reaktionen, Geruch für mich uncharakteristisch.

    Auffallend: Die recht dauerhaften, aber feinen, angeklebten weißen Velumflecken auf den Hüten und die helle, hübsch ockergelbe Huthaut mit einzelnen, irgendwie hygrophan wirkenden Streifen und Pünktchen.







    Nach einem etwas gründlicheren Schlüsselversuch komme ich dann auch nicht mehr zu talus, sondern zu Cortinarius xantho-ochraceus. Was beim Vergleichen (und den Mutmaßungen, welche Beschreibungen und Bilder zuverlässig sein könnten) sogar einigermaßen plausibel wirkt.



    Kollektion 2019/00

    ...ist vermutlich zusammen mit dem eingangs dokumentierten "cf riederi" die wackeligste Kollektion:

    Weil eigentlich zu wenig Fruchtkörper und allesamt unreif, noch viel zu jung, null Sporen verfügbar. Solche Kollektionen sollte ich eigentlich stehen lassen. ebenso wie Einzelfruchtkörper (habe ich konsequent gemacht) und Kollektionen ohne junge Fruchtkörper (habe ich mich ebenfalls dran gehalten).

    Der hier musste trotzdem mit. Die Dinger waren so dick und groß und wow!, ich konnte nicht widerstehen.

    Gefunden schon am 12.09.2019; Westrand Südschwarzwald in der Nähe vom Schlüpfingerhof (zwischen Landeck und Freiamt-Ottoschwanden); auf Muschelkalk bei Roteichen, sowie einer der beiden europäischen Eichenarten, Pappel, Hainbuche und Rotbuche, auf der anderen Wegseite wären auch noch Lärche, Weißtanne und Hasel im Angebot.

    Die Fruchtkörper saßen direkt am wegrand, in total zerwühlter Erde (Rückearbeiten?), zwei von insgesamt fünf waren schon umgeschubst.

    Auffallend & (vielleicht) wichtig:

    null Violettöne in jungen Lamellen, an Stielbasis und in Trama, Velum teils aber mit ganz blassem Violettschimmer. Vleum (sollte Velum heißen, aber den Tippfehler lasse ich stehen. "Vleum" klingt toll, ein wenig nach "Flaum") an Stielbasis gar nicht violett aber auffallend kräftig ocker verfärbend;

    Trama extrem fest und kompakt und weiß und mit aufregend fruchtig-aromatischem Geruch;

    Hut auch in der Mitte mit reichlich festgeklebter (!) Erde, Laubfitzelchen und Krimskrams, der sich nicht abpusten oder abwischen lässt. Witterung am Fundtag war zwar trocken und warm, aber diese Hüte müssen initial durchgehend schleimig gewesen sein.



    02.JPG



    Wenn man das so vor sich hin schlüsselt, landet man so am ehesten bei Cortinarius balteatocumatilis.

    Zu den Variecolores sollte der auf jeden Fall gehören (siehe KOH - Reaktion), und die Erdstinker sowie largus kann ich schon mal ausschließen.



    Kollektion 2019/06

    Der ähnelt ganz arg der eben vorgestellten Art, dürfte aber letztlich was Anderes sein.

    Gefunden am 20.10., im Parkgelände der Rehaklinik Heidelberg-Kohlhof. Da wären wir beinahe achtlos vorbeigelatscht, weil der so auf den ersten Blick aussieht wie Cortinarius variecolor und Cortinarius nemorensis (wenn man die trennen will / kann). Cortinarius variecolor ist in dem Park bekannt und an mehreren Stellen zu finden (bei Laub- und Nadelbäumen).

    Irgendwie hatte ich an denen hier dann doch mal geschnuppert, und hoppla. Riecht nicht nach variecolor, sondern riecht nach dem zuletzt dokumentierten Cortinarius cf balteatocumatilis.

    Standort ist eigentlich bodensauer (gibt in der unmittelbaren Umgebung auch Sachen wie Boletus edulis, Cortinarius triumphans, Amanita muscaria und sowas), wobei minimaler basischer Einfluss durch die Weganlagen nicht ausgeschlossen ist. Potentielle Mykorrhizapartner: Birke & Fichte, die nächste Hainbuche ist schon etwa 15 bis 20 Meter entfernt, wobei sich Lactarius circellatus auch schon mal 10 oder mehr Meter von dieser Hainbuche weg bewegt.

    Auffallend und vielleicht wichtig:

    Die sich über die Minuten verstärkende KOH - Reaktion;

    Das teils in schicken violetten Zonen um die Stielbasis gelegte Velum, das aber kaum ockerlich verfärbt

    Die trockene, schülferige Hutmitte

    Fleischkonsistenz ist ebenso hart und fest und kompakt wie beim obigen Fund.



    03.JPG




    Wenn man dem nachgeht, kommt man am ehesten zu Schwestertaxon von balteatocumatilis, nämlich zu Cortinarius balteatus.

    Kleine Beobachtung am Rande: In den Großpilzen BaWü scheint da was vertauscht zu sein. Da wäre balteatocumatilis der mit den violetten Velumbändern an der Stielbasis.

    Das wäre dann gemessen an diesen beiden Kollektionen arg verwirrend, nach FN passt es aber recht gut zusammen.


    Sodele, für dieses Jahr wäre die Phlegmacienbeobachtung eingestellt. In den meisten Gegenden gab es mittlerweile zu viel Bodenfrost, der zu viele Merkmale zu stark beeinträchtigt als daß noch zufriedenstellende Bestimmungsversuche möglich wären.

    Spaß hat's gemacht, und ich freu mich schon auf den kommenden Herbst.



    LG, Pablo.

    Hallo, Maria!


    Mein Tip: Wenn du ein Plätzchen hast, wo die die getrockneten Pilze lagern kannst (und sie trocken bleiben), dann lass dir Zeit.

    Die Saison für solche Holzpilze geht eben erst los (läuft eigentlich schon seit 1. Januar, aber jetzt nimmt man sie wieder mehr wahr). Bevor due jede Woche mit einem einzelnen Pilz zur Post rennst, horte lieber ein paar Proben und schick sie auf einmal. Spart ja auch Porto.



    LG; Pablo.

    Hallo, Adrian!


    Dagen wir mal einfach "Inocybe geophylla s.l.". Ich denke eher nicht an eine der beiden violetten Arten, aber es ist wie Uwe schon schrieb in dem Alter schwer feststellbar.
    Und auch die weißen geophyllas sind eventuell nicht so einheitlich... Aber mit einem "sensu lato" dran bist du auf der sicheren Seite.



    LG, Pablo.

    Hi, ihr beiden!


    Tja, das passiert halt, wenn man anfängt, reihenweise "Arten" zu definieren, aber sich zuvor nicht auf eine solide Definition des Begriffes "Art" geeinigt hat. :gzwinkern:
    Und: Es ist halt alles Evolution. Alles fließt. Es gibt nicht einen Zustand, sondern nur Entwicklungen.
    Auch bei Pilzen können zwei verschiedene Arten kreuzbar sein. Es ist aber offenbar sehr viel seltener als im Tierreich und im Pflanzenreich.



    LG, Pablo.

    Hallo.


    Pälitzhofer stimme ich zu.
    Pilz 1 ist ein Trompetenschnitzling, in dem Fall recht sciher einfach TuFur (Tubaria furfuracea)

    Pilz 2 ist eines der diversen Graublätter (Lyophyllum, Untergattung Tephrocybe). Mit unbedeutendem geruch geht's dann mit den Mikrodaten weiter, um den näher einzugrenzen.

    Pilz 3: Optisch am ehesten Crepidotus mollis - wenn Huthaut abziehbar und dehnbar wie bei Mycena epipterygia.

    Pilz 4: Psxillus hat braunes Sporenpulver im Abwurf. Das hier ist wie schon gesagt entweder Lepista flaccida oder Clitocybe amoenolens.

    Pilz 5 passt. :thumbup:



    LG; pablo.

    Hallo, Adrian!


    Ich glaube fast nicht, daß das überhaupt eine Galerina ist. Die Pigmente sind doch irgendwie anders. Eher vermuten würde ich da eine Naucoria, vielleicht auch eine Tubaria. Oder irgendeinen anderen kleinen, braunen Dunkelsporer.
    Bei solchen Pilzchen hat man im Prinzip zwei Möglichkeiten: Mikroskopieren oder ignorieren. :gzwinkern:



    LG, Pablo.

    Hallo, Tomas!

    Das ist schon >Boletus edulis<.
    Die Huthaut von dem muss glänzig-speckig-glatt sein, kann aber - wie bei allen drei anderen Steinpilzarten auch - eine mehr oder weniger ausgeprägte Bereifung entwickeln.
    Das sind die silbrig-glimmerigen Stellen bei deinem Fund. Warum manche Mycelien das stärker machen als andere weiß ich nicht.
    Es hat mit der Witterung nicht unebdingt was zu tun. Ich kenne Stellen, wo ein Mycel eben immer wieder stark bereifte Fruchtkörper produziert, völlig unabhängig davon, wann die Fruchtkörper erscheinen oder bei welchem Wetter.



    LG; Pablo.

    N'Abend!


    Das ist in den kommenden 10-10 Jahren erstmal unwahrscheinlich, daß man mit einem Taschensequenzer die "Identität" eines Pilzes quasi ablesen kann.

    Jedenfalls nicht im seriösen Bereich, irgendwelche Quatsch - Angebote wird's vielleicht geben in der Richtung.

    Bisher liegt das Hauptaugenmerk halt nach wie vor auf der ITS, diese Sequenz ist aber in etlichen Bereichen offensichtlich nicht zuverlässig genug, um alleine dadurch sichere Arteinteilungen vorzunehmen.
    Auch wenn manche Blindflug - "Mykologen" das vielleicht gerne so hätten (ITS = Name der Pilzart), so ist es eben nicht. Ohne Morphologie geht bislang wenig bis nichts, und damit wären wir bei deinem conica - Problem:

    Klar sehen die teilweise extrem verschieden aus. Nur ist es halt so, daß es zwischen all den tollen Formen, selbst ihren extremsten Ausprägungen konstant fließende Übergänge in nahezu allen Merkmalen gibt. Soll heißen: Makroskopisch sieht dein Pilz aus wie Hygrocybe conicoides. Wenn man den dann mikroskopisch anguckt, kann man auf das Problem stoßen, daß die Sporen aber eher im Bereich von Hygrocybe conica liegen. Oder irgendwie dazwischen (wie bei den meisten "cf conicoides", die ich untersucht habe). Beim nächsten hast du zwar immer noch kleine Fruchtkörper, die aber viel stärker schwärzen und gelbe Lamellen haben - also ins Konzept von conica passen, aber von den Sporen eher zu conicoides passen.
    Und so weiter, solche fließenden Übergänge sind halt schwer aufzudröseln.
    Natürlich brauchst du dazu die Genetik, aber wenn dann einzelne genetische Stränge / Sippen nicht konstant mit irgendwelchen morphologischen Merkmalen assoziiert sind (und so scheint es in dieser conica - Gruppe eben zu sein) , dann hast du eher eine Art am Rande der Aufspaltung, also eine extrem variable Art mit noch variierenden Sippen und eben auch variierender ITS.



    LG; Pablo.

    Hallo, Maria!


    >Hier< hat's einen (mit Vorbehalt bestimmten) Cortinarius bergeronii sensu Funga Nordica.

    FN sollte da nach wie vor der Richtwert sein. Wenn der Spechbach - Fund aber Cortinarius bergeronii ist, dann hast du was Anderes gefunden, glaube ich.

    Vor allem, wenn das vorletzte Bild die KOH-Reaktion in der Trama zeigt. Denn daß die so zwischen satt magenta und komplett negativ variieren darf, da habe ich ein wenig Zweifel. Absolut wunderbar bei deinem Fund finde ich ja das leuchtend orangene, schleimig wirkende Velum an der Stielbasis. Auch das ist sehr auffällig.
    Noch ein kleines Detail: Bei deinem Pilz scheint das Violett us dem Hutfleisch sich zumindest ein Stückchen in die Lamellen hereinzuziehen.
    Bei meinem Fund sind die Lamellen auch jung auch direkt am Hutfleisch frei von jeglichen Violettönen. Als wäre da eine Grenze zwischen dem Plectenchym der Lamellen und dem des Hutfleisches, das den Transport des Farbstoffes verhindert (darum bei meinen teils auch so eine scharfe, satt violettblaue Linie direkt über den Lamellen). Ob das aber ein merkmal ist, kann ich nicht einschätzen.


    Wunderschöner Pilz auf jeden Fall, aber ich glaube irgendwie nicht, daß wir beide die selbe Art in der Hand hatten.



    LG, Pablo.

    MoinMoin!


    Wie Cortinarius caperatus sieht das in der Tat nicht wirklich aus. Aber ob der vor dem Schnee und Frost mal eher so aussah?
    Es kann aber durchaus ein anderer Schleierling sein. Schnee und / oder Froost machen bei Schleierlingen so viele Merkmale kaputt, Bestimmungsversuche sind dann in den meisten Fällen leider sinnlos.



    LG, Pablo.

    Hallo, Maria!


    Das mit der Farbe ist allerdings eine gute Beobachtung. :thumbup:
    Denn die, die ich da zeige, sond schon auch jung nicht wirklich weiß, sondern so blass schmutzig grauockerlich.

    Hier mal ein Bildchen von einer anderen Kollektion an anderem (ökologisch aber ähnlcihem) Standort:


    Das könnte man wohl gut als merkmal verstehen, daß deinen Fund von diesen trennt.

    Umso verwirrender für mich, aber für dich in sofern positiv: Du kannst meine Bildchen vorerst ignorieren, die haben wohl in der Tat nichts mit deinem Fund zu tun.



    LG, Pablo.

    MoinMoin!


    Ja, an einen Trichterling hätte ich hier angesichts der Lamellenanatomie auch als erstes gedacht.
    Ziemlich eindeutige Clitocybe spec., würde ich sagen. :gzwinkern:


    Muss Cuphophyllus russocoriaceus wirklich braun sein?
    Weil wenn ja, was ist dann das hier für ein Pilz?

    Weil Cuphophyllus virgineus ist das nicht, denn der sollte ja nicht drei Meilen gegen den Wind nach der Lederjacke eines Zigarren rauchenden Rockers riechen, oder doch?


    Und wenn Cuphophyllus virgineus das darf, was wäre dann das hier für ein Pilz, mit komplett unbedeutendem Geruch?


    Mysteriös, irgendwie.


    Ockerbräunlich kenne ich noch die ockerliche Form vom Jungfernellering, also Cuphophyllus virgineus var. ochraceopallidus:


    Oder halt mit braunem Fleck in der Hutmitte dann halt noch Cuphophyllus fuscescens:


    Ist aber auch nicht so wichtig, weil bei allen diesen sehen die Lamellen schon anders aus als bei dem fraglichen Pilz hier.



    LG, Pablo.

    Hallo, Wolfgang und Maria!


    Was ich mich gerade frage: Sind krieglsteineri und daulnoyae wirklich die gleiche Art?
    Wäre krieglsteineri nicht eine Art mit eher schmalen, teils sogar schwach taillierten Sporen?
    Und daulnoyae eben eine makroskopisch zwar ähnliche Art, aber mit sickeren, breitelliptischen Sporen?


    Ich habe keine Ahnung, und bin nach ein paar Versuchen bei diesen Keulchen wieder mehr oder weniger ausgestiegen.
    So ein paar hatte ich aber hin und wieder dokumentiert, und bei diesen grauen, fetten Dingern:


    mit Luftballonsporen:



    ...hatte ich mich so mehr dazu entschieden, daß das nicht krieglsteineri sein sollte. Und einfach mal daulnoyae dran geschrieben.



    LG, Pablo.

    Hallo, Thomas!


    Stimmt. :thumbup:

    In dem Fall hier ging es aber nicht um das Erkennen von Amanita phalloides (dazu gibt es ja haufenweise auch gut bebilderte Themen im Bestimmungsteil).

    Und das ist in diesem Zusammenhang das Entscheidende: Von Amanita phalloides selbst geht keine, absolut gar keine Gefahr für Menschen aus. Was ja auch schon festgestellt wurde. Jedenfalls habe ich noch nie beobachten können, daß ein Grüner Knolli aktiv einen Menschen angegriffen und sich gewaltsam einen Weg in dessen Verdauungstrakt erkämpft hat. Die Gefahr für den Menschen geht vom Menschen - besser gesagt: Von der Unkenntnis vieler Menschen aus.


    Das ist ein Thema, wo Aufklärung unbedingt nötig ist, um solche fatalen Dramen wie eingangs erwähnt zu verhindern.
    Da böte sich aber ein erntshafterer Rahmen an, um wirklich fundiert aufklären zu können.


    Interessanterweise hat sich das Thema aber in eine ganz andere Richtung entwickelt: Nämlich welche Gefahr vom Menschen für Amantia phalloides ausgeht, eben auch bedingt durch kolossale Unkenntnis und Unwissenheit.
    Und dann richtung Zecken. Wo es dann tatsächlich plauderhaft wurde. :gzwinkern:



    LG, Pablo.

    Salve!


    Für mich riecht Lactarius quietus auch nicht wirklich unangenehm. Etwas komisch, ja, aber ganz sicher nicht zum Wegrennen.

    Reine Buttersäure dagegen ist ja brutal, aber vielleicht ist so eine Komponente durchaus drin. Ähnlich äzende Komponenten gibt es ja bei einigen Tierchen, die sich mit Chemie verteidigen. Wanzen gehen meistens ja noch (obwohl ich die Art, die tatsächlich nach Lactarius quietus riecht, noch nicht gefunden habe), einige Käferarten sind da wesentlich schlimmer.



    LG; Pablo.

    Ahoi!


    So vom Gesamteindruck her eher Tricholoma scalpturatum als Tricholoma argyraceum - um's genau zu wissen, müsste man aber ganz junge Fruchtkörper angucken (wegen der Velumausprägung) und die Sporen aus dem Abwurf von einem voll ausgereiften Fruchtkörper mikroskopieren (scalpturatum mehr elliptisch - eiförmig; argyraceum eher (sub-)zylindrisch).


    Daß die bei Hund oder Kind irgendwelchen Schaden anrichten, müsste sowohl Hund (wird er nicht tun) als auch Kind (wird es vermutlich nicht tun) wirklich viel im Rohzustand aufessen - also schon mehrere komplette Fruchtkörper, daß es mit Erbrechen los geht. Weil roh sind ja alle Pilze giftiger als gegart.



    LG; Pablo.

    Hallo zusammen!


    Bitte nicht von mir erwarten, daß ich das hier nun alles durchlesen.
    Der Hinweis, daß das bei den Bestimmungsanfragen nix zu suchen hat ist aber berechtigt, ich packe das mal in die Plauderecke.
    Einen eigenen Bereich ("Skurrilitäten", "Geisterbahn", "Moebiussalat" oder ähliches) werden wir aber nicht dafür erschaffen.


    Ein Satz sprang mir noch ins Auge, dazu kurz meine Expertise: Zecken bohren gar nicht. Die machen einen Purzelbaumsprung und bleiben dann kopfüber mit der Saugnase im Gewebe stecken! ==Gnolm7


    Bleibt bitte fair und respektvoll untereinander, auch wenn sich die gegenseitigen Meinungen mal nicht so vertragen.



    LG, Pablo.

    Salve!


    Danke an Nobi für's Programm.

    Jetzt am Wochenende schaffe ich's voraussichtlich nicht, weil ich unterwegs bin.
    Kommende Woche nehme ich gerne mal Kontakt zu Björn auf, und bringe mal in Erfahrung, welche möglichen Kurse noch wie viele freie Plätze haben, und ob er einen Kurs eventuell komplett blocken kann.



    LG, Pablo.

    Hallo, Frank, Uwe, Andreas und Karl!


    Ihr seid spitze. :thumbup:

    In so einem Bereich fühlt man sich als Neuling erstmal ziemlcih verloren, wenn man sich nicht mit Leuten austauschen kann, die schon mehr Erfahrung damit haben und sich einbringen wollen.

    Cortinarius caerulescens war immerhin einer der wenigen, die sich mit FN ziemlich glatt schlüsseln ließen.
    Beim Vergleichen kamen dann natürlich die Fragen auf, die sich euch auch gestellt haben: Passen diese stark pigmentierten (violetten) Formen und die eher blassen Funde (wie meiner und der zweite von Karl) eigentlich zusammen?
    An den meisten satt violett oder blau gefärbten Arten (terpsichores, sodagnitus usw.) schlüsselt man ja aus verschiedenen Gründen vobei, da gibt es immer das eine oder andere recht harte Merkmal, daß die ausschließt.
    Der Hinweis auf Cortiinarius eucaeruleus (der dürfte dann wohl in de Schweiz und Norwegen nicht vorkommen, bald auch nicht mehr in England? :gzwinkern: ) ist da auch Gold wert!

    Kann ich aber mit der Sporenform wohl ausschließen.


    Zur Taxonomie von Cortinarius bergeronii: Ich finde das sehr nachvollziehbar, Karl. Besser, man lässt Datensätze mit fraglicher Synonymie erstmal getrennt . Zusammenlegen kann man ja immer noch.

    Auch in >dieser Arbeit neueren Datums< erkenn ich ja zB "meinen" Pilz als "cedretorum var. suberetorum" wieder, aber ein Zusammenhang zum Taxon "Cortinarius bergeronii" wird nicht hergestellt. Wobei ich die fachliche Qualität des Artikels nicht beurteilen kann, dazu muss ich den erst noch ein paar Mal lesen, fürchte ich. Und ein paar mehr Kollektionen beobachtet haben.


    Apropos Kollektionen beobachten: Den weiteren Kollektionen gebe ich noch ein neues Thema (ob heut' abend oder anfang kommender Woche), damit hier bei Bedarf weiter diskutiert werden kann und es nicht zu sehr durcheinander geht.



    LG, Pablo.

    Salve!


    Ist ja witzig. :)

    Ich werde nicht nochmal alles wiederholen, was ich schon geschrieben habe.
    Mein Tip: Rausgehen und mal einige Dutzend Schwefelritterlinge umdrehen. Die stehen ja eh zu tausenden überall rum und sind sehr leicht bestimmbar.
    Bildet euch selbst ein Bild!



    LG, Pablo.

    Bon Soir!


    Verwirrend hier verrmutlich, daß das Fleisch im Schnitt eben nicht durchgehend weißlich, sondern so mehr oder weniger bräunlich, teils sogar mit fleischfarbenem Ton ist. Das passiert aber bei Xerocomus ferrugineus eben auch gelegentlich. Insbesondere so spät im Jahr, wenn es witterungstechnisch in den Bereich nasskalt geht.

    Aussagekräftig in dem Fall aber: Das Farbspektrum (Stiel und Hut), sowie der an angeknabberten Stellen komplett neugebildete Hutfilz und vor allem: Das leuchtend gelbe Basismycel. Schön zu sehen auf dem vierten Bild, da steht von der Stielbasis so ein Fusselchen genau nach oben, das ist ein Fitzelchen Basismycel und das ist ja so dermaßen gelb...



    LG, Pablo.