Beiträge von Beorn

    Salve!


    Oha, das T-Shirt... ==Gnolm7


    Kleine Randnotiz zum Sommersteinpilz (Boletus aestivalis): Das muss nicht zwingend Eiche sein. Rotbuche funktioniert ebenso gut als Mykorrhizapartner, natürlich auch Esskastanie, und wohl noch einige weitere Laubbäume. Bodenvag ist der zudem auch noch, kann also auf Kalk wie auf sauren Gesteinen Fruchtkörper bilden und ist eigentlich damit insgesamt gar nicht so selten.
    Und die Cheilokaulozystiden interessieren mich jetzt auch, die muss ich mir dringend mal angucken, sobald mir die nächsten Steinpilze begegnen.



    LG Pablo.

    Salve!


    Ich finde die Stiele von den von Stefan gezeigten Pilzen fast schon ungewöhnlich lang.

    In dem Waldstück im Pfälzer Wald, wo die bei mir wohnen, sind die Stiele meistens kürzer:





    - aber eben konstant eher zylindrisch und kaum jemals bauchig oder keulig.
    Ist aber egal, im Kraichgau gibt's auch mandaxe mit längeren Stielen - die Länge dürfte einfach variabel sein, aber die Form ist meiner Ansicht nach wichtig.


    PS.: Wenn man wirklich konsequenz alle passend liegenden Sporen misst, gibt es bei ausgereiften luridus - Fruchtkörpern kaum ein Problem, auf einen passenden Quotienten zu kommen. Wenn man aber "ein wenig selektiv" misst, dann kann man schon mal aus alten, überreifen luridus - Fruchtkörpern mendaxe machen.
    :gzwinkern:



    LG; pablo.

    Hallo, Stefan!


    Ich seh da nur Fasern, und darin hängend ein paar Tau- oder Regentröpfchen. Wie schleim sieht das aus meiner Perspektive eher nicht aus.
    Ich wüsste auch kein Myxacium, das zu den Merkmalen (grüne Lamellen, deutlich verdickte Stielbasis, lila Stiel, streifig - fleckiger olivbrauner Hut) passen würde...



    LG; Pablo.

    Hallo, Kersten!


    Ob Fruchtkörper für den Verzehr geeignet sind (Frische, keine Parasiten / Schimmel etc.) kann man unmöglich nach Bildern einschätzen. Es ist notwendig, dazu den Pilz in der Hand haben zu können, um Konsistenzen, Haptik, Geruch usw. beurteilen zu können. Bei den zuletzt gezeigten Fruchtkörpern sehe ich optisch nichts, wo man sagen würde "die sind nicht mehr gut". Das heißt aber noch längst nicht, daß die nicht doch unbrauchbar sein könnten.
    Diese Unmöglichkeit der Firscheeinschätzung nach Bildern ist ja einer der Wesentlichen Gründe, warum man zB auch im Netz gar keine verzehrempfehlungen abgeben kann.



    LG; Pablo.

    MoinMoin!


    Cortinarius cedretorum var. suberetorum (sensu E. Ludwig) = Cortinarius bergeronii (sensu Funga Nordica):



    Zur sicheren Unterscheidung von Cortinarius elegantissimus (wenn der denn Blautöne haben sollte) wären die deutlich kleineren Sporen.




    Möglicherweise ist C. bergeronii auch ein etwas gedrungenerer Pilz, die Fruchtkörper von C. elegantissimus im Habitus etwas schlanker?



    LG; Pablo.

    Servus!


    Die Ausprägung der Hutschuppen dürfte bei Tricholoma filamentosum recht variabel sein.
    Aber die Anatomie anders. Also die Hutoberfläche von filamentosum kann wohl schon in grobe, irregulär angeordnete Schuppen aufreißen, die dann acuh farblich zum Untergrund kontrastieren.
    Tricholoma pardinum dagegen müsste schon von anfang an recht feine, +/- regelmäßig konzentrische Schuppen besitzen... Die sicherlich auch farblich variabel sind, aber eben immer (auch jung) schon einen gewissen Kontrast zum Untergrund bilden.
    Siehe die Dokumentation von Raphael, das scheint mir wirklich der "echte" Tricholoma pardinum (aus montanen Nadel- und Nadelmischwäldern) zu sein.


    Auch für mich ist das aber letztlich schwer einzuschätzen, weil Tricholoma filamentosum hier in der Gegend zwar recht häufig vorkommt:







    Tricholoma pardinum kenne ich aber nicht wirklich, da fand ich nur einmal einen einzelnen Fruchtkörper im Nordschwarzwald (bei Tannen, oberhalb einer potentiell basisch angereichterten Straßenböschung, wo auch sachen wie Cortinarius varius wohnen):





    Die Strukturen der Hutoberflächen haben bei Ritterlingen generell wohl schon einige Bedeutung, ob das aber auch immer so passt, wie bei FNE4 beschrieben und von mir so zusammengereimt, das weiß mal wieder der Geier. :)



    LG; Pablo.

    Servus!


    Es soll wohl noch eine oder zwei Arten in der nahen verwandschaft geben (zB Cortinarius herpeticus & Cortinarius montanus), die aber jung eher violette Lamellen haben sollten als grünliche?
    An Cortinarius scaurus hätte ich hier jedenfalls auch als erstes gedacht. :thumbup:



    LG Pablo.

    Hallo, Ahemi!


    Auch Netzhexen haben im Schnitt meistens weinrotes Fleisch in der Stielbasis / im unteren Stielteil.
    Auf deinem letzten Bild ist links ein Flocki (Neoboletus erythropus) und rechts eine Kurznexe (Suillellus mendax) zu sehen, würde ich mal behaupten.



    LG; pablo.

    MoinMoin!


    Ich kann das gerne trennen, und zB die Dokumentation von dem weißen Steinpilz woanders parken, zB auch bei den Portraits...
    Aber mal eine Frage, die mir eben beim nochmaligen gucken der Bilder aufkommt: Die Hutoberfläche von den weißen (also von denen von dir, Claudia), die fühlt sich nicht zufällig fein filzig / ledrig / samtig an, oder? Weil dann könnte das auch eine Albinoform vom Sommersteinpilz (Boletus aestivalis) sein, und dann wäre es auch kein Wunder, wenn die HDS - Hyphen anders aussehen. :gzwinkern:



    LG, Pablo.

    Servus!

    Im Zweifel sind aber die beiden Suillelus-Arten nur über die Sporen-Q-Werte sicher zu trennen.

    Leider nicht, nein. Das funktioniert nur bei voll ausgereiften Fruchtkörpern von Suillellus mendax gegenüber ausgereiften, aber nicht überreifen Fruchtkörpern von Suillellus luridus. Die Sporen von jungen mendax - fruchtkörpern sind kürzer und der Sporenquotient dann eher im Rahmen von reifen S. luridus. Überreife Fruchtkörper von S. luridus dagegen können auch sehr lange Sporen (mit Quotienten im mendax - Spektrum) bilden.


    Ich finde die beiden fast makroskopisch besser trennbar (wenn auch nicht immer auf den ersten Blick).

    Und die Kollektion hier passt eigentlich in jeder Hinsicht ausgezeichnet zu Suillellus mendax (Kurznetziger Hexenröhrling). die Stiele sind ja weitgehend zylindrisch und nicht bauchig oder keulig, das Netz nur sporadisch ausgeprägt (nur bei einzelnen fruchtkörpern deutlich), dazu die Stiele zusätzlich mit kräftigen roten Flocken bedeckt und das Farbspektrum passt hervorragend zu S. mendax.



    LG; Pablo.

    Hallo, Beli!


    Ich denke auch, daß es Übergänge zwischen rein weißen Amanita phalloides und grünen Exemplaren gibt. Darum ja auch keine eigene Art, sondern eben nur eine "Varietät".

    Gerade junge Fruchtkörper sind oft noch heller als die älteren, aufgeschirmten.


    Ganz ohne grünes Pigment hatte ich sie auch schon, darum hier die BIlder zur Ergänzung von Haralds Aufnahmen:





    Die grünen auf dem ersten Bild links sollten übrigens zu einem anderen Mycel gehören, in dem Waldstück gibt es Dutzende Mycelien von Amanita phalloides, aber nur eines, das mehrmals rein weiße Fruchtkörper produziert hat.



    LG, Pablo.

    Hallo, Maria!


    Das mit dem Frost kann durchaus sein, wenn du die heute gesammelt hast. Beobachten muss man da natürlich die Bodentemperatur (5cm).
    In treuchtlingen selbst sehe ich jetzt keine Wetterstation, aber >die hier< ist ja nicht allzu weit weg. Und das ging schon ganz schön runter letzte Nacht.
    Ist aber ja nur eine Nacht, und der Frost dürfte kaum in den Boden rein gezogen sein. Darum hat er nur einige fruchtkörper dahin gerafft, die Primordien sollten aber noch ok sein und können von den Pilzen in den nächsten Tagen zu neuen fruchtkörpern ausgebildet werden.



    LG; Pablo.

    Hallo, Thorben!

    Laccaria laccata s.str. ist eine (offenbar sehr seltene) Art mit elliptischen Sporen. Mit den runden Sporen hier gehört das eher zu Laccaria affinis (= Laccaria laccata var. pallidifolia). Früher waren ja alle rötlichen Lacktrichterlinge einfach LaccLacc, und darum sind da auch unheimlich viele fehlbestimmte Abbildungen (oder solche, die eben nur ein Aggregat bezeichnen) im Netz zu sehen.



    LG; Pablo.

    Salve!


    Ich sehe ziemlich kräftige, dicke Stiele, die unten deutlich striegelig behaart sind - auch sowas gibt es bei Ohrförmigen Seitlingen nicht. Übrigens auch bei LUngenseitlingen und Rillstieligen nicht so ausgeprägt, und damit ein weiterer Punkt für Austern (Pleurotus ostreatus).



    LG; pablo.

    Hallo, Kersten!


    Knäuelinge (zB Laubholzknäueling, Panus conchatus) nicht vergessen. Die sind manchmal wirklich arg ähnlich, aber ungefährlich weil ungiftig. Das Gleiche gilt für den Muschelseitling (Panellus serotinus).


    Austern- und Lungenseitlinge sind ohnehin wie gesagt oft nicht unterscheidbar. Macht aber auch nichts, weil beide ungiftig und (solange frisch) bekömmlich sind.

    Auch bei Crepidotus (Stummelfüßchen) sind keine giftigen Arten bekannt - zumindest nicht bei denen, die große Fruchtkörper bilden.
    Muschelinge (Hohenbuehelia) sind schlimmstenfalls mal bitter.


    Stummelfüßchen unterscheiden sich ganz gut durch das brüchigere Fleisch und eben das braune Sporenpulver.
    Laubholzknäuelinge sind zäher, und jung oft noch mit violettem Farbspiel. Muschelinge sind - wenn direkt an Holz wachsend - in der Regel deutlich kleiner.


    Die Ohrförmigen Seitlinge wachsen wohl wirklich nur an stark durchmorschtem Nadelholz.
    Wenn du in der Gegend wohnst, wo du den Fund gemacht hast: Bei Fahrten in den Schwarzwald wirst du die früher oder später finden, sie sind dort recht häufig. Mit etwas Erfahrung und nach ein paar Funden wirst du die auch am Gesamteindruck sicher unterscheiden können, am Farbspektrum, am Habitus, an der Fruchtkörperdicke und der Lamellendicke, am fehlenden Stiel und natürlich am Substrat.



    LG, Pablo.

    Servus!


    Trotz der komischen Farbe (vielleicht etwas zu viel gelb und zu wenig rot im Bild?) würde ich den ersten auch für eine rötende Tramete (Daedaleopsis confragosa) halten. Die ist ganz jung ganz weiß, verfärbt dann entweder zu rostrot / braun oder auch mal ockerlich.



    LG; Pablo.

    Salve!


    Das wäre mal interessant, warum es mit diversen Bugs ausgerechnet dich gerade trifft, Fiebi.
    Und nein, deine Schuld ist das meiner Ansicht nach nicht. Oben hat wohl auch >der hier< zugeschlagen, ich setze mal voraus, daß du die beiden Beiträge nicht absichtlich gelöscht hast (sind ja wichtige Fragen bzw. Informationen).


    Also: Einen der Mitteleuropäischen Birkenmilchlinge (Lactarius torminosus und Lactarius pubescens) würde ich ausschließen, die sind beide eher wollig behaart und nicht so striegelig (aber dünn). Farblich wäre der zumindest für torminosus auch zu blass.


    Danke für den Hinweis auf die Flecken, Alex. Ich hatte mich vor allem auf die Bilder am Schluss fokussiert. Theoretisch könnte das was sein, aber dann müssten nachher die Schnittstellen auch deutlicher gefärbt sein, und das ist eben nicht der Fall. Ich sehe da bräunende Stellen in den Lamellen - aber kein violett. Und das müsste gerade an den Schnittflächen schon irgendwie zu sehen sein.



    LG; Pablo.

    Hallo, Bernd!


    Wie viel älter deine Fruchtkörper sind, wage ich nicht abzuschätzen. Das ist eben sehr stark witterungsabhängig, wie schnell die sich wie stark verändern.
    Leider kann ich auch nicht helfen bei den Chemikalien, ich beziehe mein KOH, Schwefelsäure und so weiter im Mykoshop, da kostet das nicht viel und die Konzentartionen und Zusammensetzungen sind eben die, mit denen weltweit die Mykologen arbeiten, so daß ich die direkten vergleichswerte habe.

    Darum weiß ich nicht, ob's speziell an den Kalium - Ionen liegt, oder am OH- (dann würde natürlich theoretisch jede Lauge funktionieren).
    Bei einigen Pilzen funktionieren auch andere Laugen (zB Hapalopilus nidulans), aber dann geht's eben auch um die Konzentrationen, was für den Vergleichswert auch wichtig ist.



    LG; Pablo.

    Hallo, Maria!


    Für mich sieht das aus wie Leotia lubrica (Grüngelbes Gallertkäppchen) mit dem bekannten Befall, der die Fruchtkörper grünblau verfärben kann.
    Müsste ich nochmal nach gucken, was das war, aber ich glaube, da ist ein anderer Pilz die Ursache.
    Der parasit ist natürlich eine eigene Art, das Grüngelbe Gallertkäppchen auch - aber das Ganze dann als etwas Drittes, Neues (Leotia atrovirens) zu bezeichnen ist natürlich Unsinn. Wobei ich nicht sagen kann, ob's nicht irgendwo noch eine "echte" Leotia atrovirens gibt oder gab, die meisten so bezeichneten Funde allerdings sind nichts anderes als Leotia lubrica mit Parasit.



    LG, Pablo.

    Hallo, Maria!


    Der erinnert mich irgendwie an Cortinarius melanotus, sieht aber ganz schön mitgenommen aus. Die Fruchtkörper wurden wohl vor dem Starkregen und Temperatursturz der letzten Tage gebildet - so ein Wetterwechsel kann das Aussehen von Fruchtkörpern massiv verändern. Daher hier hohe Unsicherheit. Am besten abwarten, bis neue Fruchtkörper gebildet werden und dann noch mal gucken.



    LG, Pablo.

    Hallo, Shawn!


    Ich würd's jetzt nicht so dezidiert der Landwirtschaft in die Schuhe schieben, sondern in erster Linie der Agrarindustrie, unserem Konsumverhalten als Bevölkerung und auch der politischen Handhabung. Die einzelnen echten Landwirte, die meistens gerne anders arbeiten würden, können das nicht, weil sie sonst finanziell untergehen und ihre Betriebe nicht mehr halten könnten.


    Aber wie auch immer: Ja, Stickstoffverbindungen sind eines von mehreren gewaltigen Umweltproblemen, welche maßgelblich den Rückgang von Artenvielfalt begründen (und damit einhergehend das Wegbrechen unserer Lebensgrundlage).
    Das betrifft aber bei weitem nicht nur Pilze, sondern ebenso auch Pflanzen, Tiere und die Reiche der Mikroorganismen.
    Und natürlich nicht nur die Wälder, sondern es schadet allen Biotopen. Aber wenn's um die PIlze geht: Klar gibt es Arten, die damit besser zurecht kommen. Darunte befinden sich aber nur sehr wenige Mykorrhizapilze. Imleria badia hat eine verhältnismäßig hohe Stickstofftoleranz, aber letztlich hat auch die ihre Grenzen und macht in diversen Wäldern auch schlapp. Auch einige Filzröhrlinge kommen noch relativ gut mit moderaten Mengen an Stickstoff klar.
    Bei extrem Nitratverseuchten Wäldern veschwinden die aber auch irgendwann - und damit natürlich die Wälder an sich, denn wo kein Mykorrhizageflecht im Boden, da kein Baum.



    LG, Pablo.

    Hallo, Beli!


    Da geht's ja richtig zur Sache bei dir... :thumbup:

    Bei den Ritterlingen in >Beitrag 6< würde ich vermuten, daß das alles Tricholoma filamentosum ist, auch der mit dem schuppigeren Hut. Weil die Schuppen da bei einem so weit aufgeschirmten fruchtkörper noch deutlich dunkler und vor allem regelmäßiger angeordnet sein müssten - denke ich.


    Im selben Beitrag hast du bei den Marasmius wynnae (die teils wohl wie schon erwähnt Mycena galericulata sind) einen Fruchtkörper drin, über dem "alt, interessante Farbe" steht:
    Das ist nochmal was Anderes, und sollte mit Hydropus atramentosus (Schwärzender Wasserfuß) verglichen werden.



    LG, Pablo.

    Hallo, Maren!


    In dem Fall sekundäre Septen - also ohne Schnallen. Abortiporus biennis wächst immer an Holz, aber eben sehr oft an vergrabenem. Muss aber nicht, hier und da hatte ich schon ganze offen liegende Stämme (auch noch voll berindete und gar nicht arg morsche), die mit fruchtkörpern der Art bepflastert waren.
    Die Formen der Fruchtkörper sind dann immer erst mal gewöhnungsbedürftig, weil sie ja nicht durch eine Erdschicht müssen und oft auch keinen Stiel etc. benötigen.


    Weil ich das oben wohl verbaselt hatte, hier eine kollektion an einem Rosskastanienstamm, mit allerdings deutlich älteren (und darum ganz geröteten) Fruchtkörpern:







    LG; Pablo.