N'Abend!
Dann will ich auch mal mit ein paar Samstagspilzen rausrücken.
Bei der Vormittagsrunde hatte ich kaum Bilder gemacht - die Rindenpilze mal ausgenommen, die hatte ich aber ja woanders schon gezeigt.
Schleierlinge hatte ich vormittags nur zwei geknipst (mit eher unbefriedigendem Ergebnis) und mir auch eingeprägt.
Zum einen Cortinarius fulvocitrinus (Braunblättriger Klumpfuß), worauf ich tatsächlich inzwischen einen meiner eigenen, vorherigen Funde revidiert habe. Der unterscheidet sich von Cortinarius splendens eben durch das viel blassere Fleisch im Schnitt und die von jung an bräunlichen Lamellen.

Ein Schleierling mit ungerandeter, unauffälliger Knolle, recht dunkler Hutfärbung, satt roter KOH - Reaktion im Fleisch und komischem Geruch, den ich zunächst als "Fruchtig" eingeordnet hätte, aber den Hinweis "unreife Bananenschale" gut nachvollziehen kann, wäre Cortinarius nanceiensis:

Und irgendwie hatte das alles nicht ganz gereicht am Samstag vormittag, und so zogen Enno und Toffel und ich nochmal los, nach einer Stelle, gucken, die wir zuvor beim Vorbeifahren schon mal anvisiert hatten. Maria riet uns von der Stelle ab (zurecht), weil da nichts los wäre (nur haufenweise Schnecklinge, jede Menge lustiges Gedöns, aber kaum Schleierlinge). Also noch mal woanders hin. Woanders war's gut. Kunststück, in der Gegend ist es ja eh überall gut. Auch in so einem Jahr wie diesem, wo es ja "fast gar keine Pilze gibt". Gell, Maria? 
Zugegeben, unsere Chancen auf bemerkenswerte Funde erhöhten sich auch um mehrere hundert Prozent, als Ennos Akku leer war und meine Speicherkarte voll.
Solche Ereignisse steigern die Fundwahrscheinlichkeiten enorm!
Daher nur ein paar kleine Eindrücke, was bei der Nachmittagsrunde noch so los war, solange ich noch knipsen konnte.
Bereits bekannt, aber immer wieder ein ganz hübscher Pilz, Cortinarius insignibulbus:



Den hatten wir in mehreren Kollektionen, im Feld aufnehmen jonnte ich leider nur die eine. Vielleicht beglücken Enno und Toffel uns noch mit ein paar weiteren Aufnahmen.
Hatten wir auch schon, aber an dem kann man sich nicht satt sehen. Cortinarius sodagnitus:


Und dann tatsächlich noch was eher Seltenes, was glaube ich auch sonst auf keiner Exkursion aufgetaucht war. Von Günter nachher als Cortinarius flavolilacinus eingeordnet:


Ein Pilz großer, stattlicher Pilz mit leuchtend gelbem Hut, einem zarten Schimmer von Blau im Schnittbild bei ganz jungen fruchtkörpern, und ansonsten rein weiß, auch das Velum am Rand der Stielknolle. Könnte mit Cortinarius saporatus verechselt werden, der aber eine etwas trübere Hutfärbung hat, normalerweise viel mehr Velum, das sich in einem bräunlichen Flaum auf die Stielbasis legt, und dem bei C. flavolilacinus weniger bestöndigen Velum auf der Hutoberfläche.
Auch Cortinarius calochrous konnten wir noch einsammeln (ich vor Ort leider nicht fotografieren), hier zusammen mit ein wenig calochrous vom Vormittag im Döschen:

Und dann war da noch dieses Problem mit Cortinarius splendes im Mischwald. Cortinarius meinhardii wäre das Pendant zu splendens im Nadelwald - aber das war's dann auch mit sicheren UNterscheidungsmöglichkeiten. Theoretisch sollte C. meinhardii nach gemahlenem Pfeffer riechen. Mit dem Geurch tue ich mich aber schwer, bei unserem Fund zwischen Fichten und Buchen war nichts wahr zu nehmen. Theoretisch sollte C. meinhardii aber auch größer und massiver sein, als der eher kleine splendes. Theoretisch...
Praktisch hatten wir uns (also vor allem Günter sich) bei unserem fetten, nicht pfeffrigen Fruchtkörper auf splendens geeinigt. Oder vielleicht splendes s.l.?
Ach, wie auch immer, ich nenne das jetzt einfach mal Cortinarius splendes (Leuchtendgelber Klumpfuß) in aller Pracht und Variationsbreite seiner Größe, hier im vergleich zu ein paar kleineren Fruchtkörpern vom Vormittag.

Der fette Brummer war der Einzelfruchtkörper von der nachmittagsexkursion.

LG; Pablo.