Beiträge von nobi_†

    Nils Lundqvist, schwedischer Mykologe und exzellenter Kenner der Dung-Pyrenos.

    1972 hat er mit "Nordic Sordariaceae s.l." ein 440 Seiten starkes Werk über eine der wichtigsten Familien der Sordariales veröffentlicht.

    Unentbehrlich, wenn man sich näher mit Podospora und Co. beschäftigen möchte!


    Ich schick' Dir gleich noch eine PN oder Konversation, wie es inzwischen hochtrabend heißt.


    LG, Nobi

    Nun, Podospora intestinacea ist im "Doveri" schlecht dargestellt.

    Das Pedicel passt überhaupt nicht und die Sporen können durchaus so klein sein, wie von Dir beobachtet.

    Gerade bei P. intestinacea sind sie in ihrer Größe so variabel, wie bei kaum einer anderen Art.


    Podospora bestimmt man am besten mit Lundqvist, für mich das "Nonplusultra".


    LG, Nobi

    Hallo Hagen,


    Podospora hast Du korrekt erkannt!


    Bei der Art handelt es sich jedoch um Podospora intestinacea!

    Typisch sind u.a. die kräftigen Hälse der oft tief im Substrat eingesenkten Perithecien, das gedrungene Pedicel, das stets kürzer als der braune Sporenkopf ist und die Gelanhängsel (Caudae), die sehr breit und lang sind. Ich habe im folgenden mal drei apikale markiert. Die asymmetrischen Sporen sind ebenfalls charakteristisch.



    Die Art benötigt recht lange für ihre Entwicklung. Man findet sie nur auf sehr altem Substrat oder nach einigen Wochen in Feuchter Kammer.

    Pferdedung ist das mit Abstand häufigste Substrat. Beides wird durch Deine Aufsammlung bestätigt!


    Liebe Grüße vom Nobi

    Na, dass nenne ich mal eine Anschaffung, liebe Maus!:thumbup:


    Bin schwer beeindruckt, sowohl von der Kamera als auch vom Objektiv.

    Ich wünsche Dir einen guten Start damit und tolle, nie gesehene Ansichten.

    Nun aber her mit den fetten Bildern!==12


    Und danke für die Runde.

    Ich habe mir soeben etwas leckeres geangelt.==Pilz27


    LG, Nobi

    Die 14, Exidia spec. auf Birke ist von der Wuchsform her meiner Meinung nach ganz klar Exidia nigricans.


    Übrigens, lieber Björn, mehr als 100 Bilder in diesem Beitrag.==Gnolm11

    Da beginne sicher nicht nur ich langsam den Überblick zu verlieren. Weniger wäre da manchmal vielleicht mehr.==18

    Ansonsten sage ich nur, weiter so!

    Deine Beiträge sind eine Bereicherung für dieses Forum und man lernt beim Lesen stets dazu.


    Liebe Grüße vom Nobi

    Interessante Anfrage, Hagen!


    Exmoor-Ponys auf ca. 30 ha in Bischofshub! Und das seit 2010 - das schreit förmlich nach der Poronia punctata.

    2016 hatten wir sie während des Nordtreffens ebenfalls auf Äpfelchen vom Exmoor. Siehe Bilder 14 und 15.

    Sehr interessant auch der Zwischenbericht von 2013. Da fehlen allerdings noch dutzende Dungpilze! ;)

    Hätte jemand Interesse, sich von dort immer mal was schicken zu lassen und zusammen zu untersuchen, auch über dieJahreszeiten hinweg, was da so kommt?

    Da würde ich Dich gern unterstützen, zumal ich ab August über etwas mehr Freizeit verfügen sollte als im Moment.


    Gern würde ich mir das Gebiet auch persönlich ansehen, vielleicht im nächsten Jahr.


    LG, Nobi

    Dank Ralf (und Dave Malloch) habe ich nun die "ausführliche" Beschreibung von Valldosera & Guarro vorliegen.

    So richtig ausführlich ist das aber auch nicht.:(


    Melanocarpus sp..pdf


    Na, immerhin bestätigt das die Bestimmung als Melanocarpus coprophilus!


    Wie gesagt. Klasse Fund!!!


    LG, Nobi

    Sehr schön, Manfred!


    Kleine, im Substrat steckende Trophocysten und doppelwandige um 11 µm große Sporen. Dazu Pferdedung.

    Da habe ich keinen Zweifel an Pilobolus oedipus!

    Nach meinen und Matthias' Beobachtungen keine seltene, allerdings eine wenig beachtete Art.

    Wie fast all die kleinen Dungbewohner. :(


    Schön, dass sich nun auch in MV jemand dieser interessanten Pilzgruppe widmet.


    LG, Nobi

    Lieber Hans,


    an dieser Stelle noch mein Glückwunsch zu diesem besonderen Fund! ==Pilz25

    Ich muss gestehen, dass mir die Gattung bisher kein Begriff war. Danke für die Vorstellung dieses tollen Pilzes.

    Außer dem Holotypus von 1986 an Kaninchendung in Spanien scheint es keine weiteren Funde zu geben.

    Zumindest ist weder etwas publiziert noch im Internet zu finden.


    Seit gut 20 Jahren beschäftige ich mich nun schon mit den Dungbewohnern und konnte bisher weit über 400 Arten untersuchen.

    Umso erstaunlicher, dass immer wieder neue, unerwartete Arten auftauchen.

    Ich denke, da wird auch in Zukunft noch vieles zu entdecken sein, wenn wir weiter intensiv an dem Substrat forschen.


    In dem Sinne, alles Gute und liebe Grüße vom Nobi

    Nun, ich will niemandem Saccobolus caesariatus einreden.

    Die von mir genannten Daten stammen durchweg von Eigenfunden.

    Bei der Bestimmung war ich mir wegen der großen Squamufolien (bis 130 x 25 µm) recht sicher.

    S. caesariatus hat doch ein fein granuliertes Perispor.

    Im Prinzip ja. Aber ich hatte bei allen Aufsammlungen Sporen mit deutlich warzigem Perispor dabei.

    Warzen um 1 µm, wie ich bereits schrieb und was auch gut zu Ralfs Fund passen würde.

    Irgendwie stimmen die hier angegebenen Merkmale mit Ralf´s Fund nicht unbedingt überein -oder?

    Irgendwie kann das, was Prokhorov & Raitviir beschreiben, nicht Saccobolus caesariatus sein. Mit 19,4 bis 22,2 µm sind die Sporen viel zu lang.

    vB gibt die Sporenmaße mit 16-17,5 x 7-8,5 an, Doveri 17-19 x 7,3-8,4, meine betrugen 16-18 x 8-9.


    Da es leider kein Material mehr gibt, werden wir den Fund wohl nicht klären können, wie Ralf bereits schrieb.


    Liebe Grüße vom Nobi

    Schön, dass Ihr an der Sache drangeblieben seid, Hans und Ralf.:thumbup::thumbup:


    Und danke für den Artikel.

    Die Keimporen sind nun eindeutig zu sehen.

    Auch auf dem Foto von Hans hatte ich bereits welche entdeckt und gekennzeichnet.



    Die Sporengröße beträgt nach Hans: 7,1-8,1 x 5,8-6,5 µm

    Nach Guarro et al beträgt sie : 7,0-8,0 x 6,0-6,5 µm


    Eine bessere Übereinstimmung gibt es nicht!

    Auch der zentrale KP passt perfekt. Substrat ist wie bei Guarro Kaninchendung.

    Für mich ist das zweifellos Melanocarpus coprophilus.


    Laut Guarro et al ist die Art ausführlich beschrieben als Melanocarpus sp. in

    Valldosera, M. & Guarro, J. (1992). Estudios sobre hongos coprófilos aislados en Espana XVII. Ascomycotina. Boletin de la Sociedad Micológica de Madrid 17, 19-37.


    Zur Sicherheit kann man ja damit noch vergleichen, falls der Artikel verfügbar ist.


    Liebe Grüße vom Nobi

    Klasse, Hans, dass ihr drangeblieben seid!


    Das ist mit Sicherheit ein äußerst bemerkenswerter Fund. Sollte mich wundern, wenn dieser Pilz schon in D gefunden wurde!

    Wenigsten die Gattung Melanocarpus findet man in "von Arx, Figueras & Guarro: Sordariaceous Ascomycetes without Ascospore Ejaculation."

    Da sehen die Sporen in der Tat sehr ähnlich aus.:thumbup:


    Leider hat man auf das Journal "Mycological Research 100 (1996)", wo die Art beschrieben ist, keinen Zugriff. Sch...Kommerz!X(


    Vielleicht kann man ja bei Ascofrance noch eine Literatursuche starten, Ralf.

    Dave kann sicherlich weiterhelfen.


    Liebe Grüße vom Nobi

    Sporen 17,5 - 8,5
    Ich bin überzeugt, hier S. verrucisporus zu haben.

    Ich nicht, Ralf!

    Für Saccobolus verrucisporus sind die Sporen einfach zu groß.

    Diese Art bzw. eine kleinsporige Varietät hatten wir bereits 2012 im Forum diskutiert.


    Von 28 ausgewerteten Funden nannte ich damals folgende Sporenmaße:
    Sporen: (13)14-16 x 6-8 µm, dtl. isoliert grobwarzig, Warzen 1-2 µm

    Alle Funde gelangen an Wildlosung! Davon keine an Leporidendung!

    Reh (20), Hirsch (6) und Wildschwein (2)


    An dieser Stelle schicke ich mal eine neue Art ins Rennen.

    Eine Art, die ich bisher dreimal an Hasen- und Kaninchendung fand. Und die jung genauso blassviolett gefärbt ist, wie Du es zeigst.

    Das wäre dann Saccobolus caesariatus mit Sporen von (15)16-18 x 8-9 µm und ca. 1 µm großen Warzen.

    Die typischen hyalinen Haarschuppen an der Apothecienbasis kann ich zumindest bei den beiden linken Fruchtkörpern erahnen.

    Sie müssen auch nicht immer optimal ausgeprägt sein.


    Fazit:

    Substrat, Sporen- und Warzengröße sowie die Violettfärbung lassen mich eher an S. caesariatus als an S. verrucisporus denken.

    Falls Du noch Material hast, soltest Du unbedingt nochmals nach den Haarschüppchen suchen.

    Und das Sporenornament vermessen.


    Liebe Grüße vom Nobi, der gern scheinbar sichere Bestimmungen infrage stellt. ;)

    Großartiges Rätsel, Hans!

    Da bin ich schon mal sehr auf die Auflösung gespannt!^^


    Auf jedem Fall sollte die Familie auf den Namen Sordariaceae hören.

    Ähnliche Sporen gibt es u.a. in den Gattungen Zopfiella, Triangularia, Strattonia oder Apiosordaria.


    Leider habe ich keine Ahnung, was Dir da genau ins Netz gegangen ist.:(


    Liebe Grüße vom Nobi

    Hi Hagen,

    so habe ich meinen Fund auf Kaninchendung eben auch benamst:

    Dann hoffe ich mal, dass wir beide richtig liegen. :)

    Klar, Jan-Arne, auch das passt!

    Inzwischen weißt Du ja, dass es sich um einen der häufigsten Dungpilze überhaupt handelt.==3

    Und dass die häufigsten Substrate Leporiden (also Hase und Kaninchen)- und Cervidendung (u.a. Reh und Hirsch) sind, was eure Funde bestätigen!


    Liebe Grüße vom Nobi

    Hallo Ralf,


    also, dem Sack eh Sacc. versicolor traue ich ja einiges zu, nicht aber solche Sporen!

    An den verrucisporus hatte ich auch schon gedacht, aber der hat recht kleine Sporen im Vergleich zu versicolor.

    Und die hattest in Deinem Thread ja geschrieben "Sporenmaße etc. passen".

    Es soll noch einen Sacc. verrucisporus var. longisporus geben.

    Und sicher noch die ein oder andere unbeschriebene Art in der Gattung, wie Felli bereits erwähnte.


    Liebe Grüße vom Nobi, der Saccobolus für eine extrem schwierige Gattung hält!

    Hallo Hagen,


    Schizothecium tetrasporum passt. Auch wenn die Sporengröße am unteren Limit ist.

    Eine weitere viersporige Art der Gattung wäre Schizothecium nanum, jedoch mit deutlich kleineren Sporen.


    Die ehemals von einigen Mykologen zu Podospora gestellten Arten mit Squamufolien und bereits im Frühstadium septierten Sporen mit idR kurzem, schlanken und +/- beständigen Pedicel werden nach gentechnischen Untersuchungen inzwischen mehrheitlich als Schizothecium anerkannt.

    Auch Doveri vertritt in seinen späteren Arbeiten diese Meinung.

    Siehe zB in seiner Bibliographie zu Podospora und Schizothecium.


    Liebe Grüße vom Nobi

    Super Programm, Jürgen!


    Ach, wenn's nur nicht so weit wäre :(

    Die Corticiaceae in der modernen Küche reizen mich als experimentierfreudigen Hobbykoch natürlich besonders!

    Und das ganze auch noch mit dem berühmten Sternekoch Eugen Kling.

    Wenn Du nun noch seinen Bruder Marc-Uwe Kling und das Känguru aktivieren könntest...;)

    Ach ich sehe gerade, dass die Aktion am 1. April stattfinden wird, wo ich leider bereits andersweilig verplant bin.:D

    Euch dennoch viel Spaß und danke für den Aufheller im eisigen Winter!


    Liebe Grüße vom Nobi

    Hallo Christian,


    ich bin da ebenfalls bei Ralf und Matthias und einem A. sacchariferus mit einem außergewöhnlichen Sporenornament.

    Aber ich denke, sowas gehört durchaus zur Variabilität der Art.

    Soll ich die Probe vom Wisent weiter beobachten, in der Hoffnung das noch andere Arten drauf wachsen, oder sagt Ihr aus Eurer Erfahrung, dass das keinen Zweck hat?

    Ich würde die Probe noch eine Weile in Feuchter Kammer beobachten, zumal es sich um ein interessantes Substrat handelt. Sind das "Müritz-Wisente"?

    Erfahrungsgemäß kommen noch einige Pyrenomyceten nach.


    Liebe Grüße vom Nobi

    Während hier gerade eine spannende Technikdiskussion läuft (wovon ich fast nix verstehe), möchte ich auf ein Argument doch nochmal kurz eingehen.

    Ich beziehe das Umfeld gerne (schemenhaft) mit ein und mag solche "sterilen" Hintergründe nicht so gerne. Das ist allerdings rein subjektiv und soll

    die Qualität der hier gezeigten Bilder keinesfalls in Frage stellen.

    Und ja, die Jury scheint solche Aufnahmen zu mögen.

    Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum ich erst ein Mal den Monatswettbewerb gewinnen konnte.

    DIE JURY gibt es eigentlich nicht, Wolfgang.

    Sie setzt sich aus acht Juroren und fünf Super-Mods zusammen, also 13 Pilzfreunden!, keineswegs Fotospezialisten, von denen durchschnittlich acht bis zehn monatlich abstimmen. Jeder nach bestem Wissen und Gewissen. Da gibt es keinerlei Absprachen.

    Ich persönlich bin übrigens auch kein Freund steriler Hintergründe, da mich das zu sehr an Studioatmosphäre erinnert.

    Diese Bilder sind mir oft zu "clean", mehr Labor als Natur.

    Dass solche, durchaus sehenswerte und letztlich perfekte, Bilder oft gewinnen, ist dann einfach eine demokratische Entscheidung.


    Auch ich als Juror muss das akzeptieren, wenngleich ich oft lieber ein anderes Bild an erster Stelle gesehen hätte.

    C'est la vie!


    Liebe Grüße vom Nobi