Beiträge von Shroom!

    Oehrling Wenn du die Großen mit der Hand als Größenvergleich meinst, dann liegst du da falsch. Das ist der Abgestutzte Drüsling. Ganz typische "stoppelige" Optik mit leicht adriger Unterseite ähnlich wie beim Judasohr. Der Schmutzbecherling sieht doch völlig anders aus und ist idR. auch nie so Ohr-artig geformt.

    Edit: Der Schmutzbecherling hätte auch ein bräunliches Inneres. Beim Abgestutzten Drüsling ist es eine eher farblose gallertartige Masse, was auch auf den Fund zutrifft.


    Südwald Der Abgestutzte Drüsling kommt auch hauptsächlich auf Eiche vor.


    LG Christopher

    Guten Abend zusammen!


    Nachdem es zwei Tage durchgeregnet hat (knapp 50 Liter) habe ich mich direkt nachdem es heute Nachmittag aufgehört hat auf den Weg in den Hauswald gemacht.


    Zuerst ging es in ein Areal mit vielen Eichen, Buchen und einigen Birken wo auch einiges an Totholz herumliegt. Dort hat mich ein wahres Feuerwerk an Abgestutzten Drüslingen erwartet. Unfassbare Mengen haben dort einige Stämme geziert und zuweilen waren auch richtige Monster-Exemplare dabei.


    Ich habe die Gelegenheit genutzt und gleich mal den Vorrat mit den schönsten Exemplaren aufgestockt. Da die Judasohren hier aktuell nicht wollen, ein willkommener Fund. Solch große Exemplare stehen dem Judasohr für Speisezwecke zumindest nach meinem Empfinden in nichts nach. Ich verarbeite die Art meist in Miso Ramen.


    An den Birken hat sich zuweilen allerdings auch Interessantes finden lassen. Zum einen ein richtig großer Birkenporling mit interessanter Wuchsform. Nichts mehr für die Hausapotheke, aber ein willkommenes Fotomotiv. In der Größe finde ich sie nicht alle Tage.


    Zum anderen gab es an einer liegenden Birke noch diese Gelbstieligen Muschelseitlinge zu finden. Ebenfalls ein willkommener Fund, denn so kann ich nach meiner letzten Verkostung mal einen Vergleich mit einem anderen Substrat machen. Zudem zeigt sich hier mal schön, wie variabel die Hutfarbe dieser Art sein kann. Von grünlich über braun-lila bis silbrig-bläulich ist da alles dabei. Richtig hübsch.


    Als Nächstes konnte ich dann noch nahe eines Weges diesen interessanten Baumstumpf bestaunen. Das Habitat teilt sich die Schmetterlingstramete mit der Striegeligen Tramete und dem Austernseitling. Faszinierend, wie auf derart kleinem Raum so viele Arten erscheinen können. Zumal der Austernseitling ja doch eher dominant sein soll. Auch die Größe der Fruchtkörper ist angesichts der geringen Substratmenge beachtlich.


    Unweit von dieser Stelle entfernt klappte mir dann die Kinnlade runter. Solche Mengen der Schmetterlingstramete habe ich bisher noch nicht bestaunen dürfen. Das Habitat ist ja die reinste Zucht.


    Später gab es dann nochmal zwei interessante Funde. Bild 2 zeigt den Warzigen Drüsling. Bei mir deutlich seltener als der Abgestutzt.

    Beim ersten Bild weiß ich nicht genau, wo ich das einordnen soll. Tipps sind willkommen! ;)


    Den Abschluss hat dann noch dieses hübsche Grüppchen vom Rotrandigen Baumschwamm an Birke gemacht.


    Richtiger Pilzwahnsinn im Januar - so kann's weitergehen!


    LG Christopher

    Danke dir! Der Österreichische Prachtbecherling könnte es natürlich auch sein. Der hätte im Optimalfall, wenn ich richtig informiert bin, eine ausgeprägtere Kelchform - muss aber nicht. Von daher ist das mit der makroskopischen Bestimmung so eine Sache...

    Viel Glück bei deiner Tour!


    LG Christopher

    Guten Abend zusammen!


    Heute Nachmittag war ich wieder in den Donau-Auen in meinem Lieblingshabitat für Samtfußrüblinge unterwegs. Da es nun seit drei Tagen Plusgrade hat, konnte ich dort meine Vorräte wieder auffüllen. Es geht dort nach wie vor richtig die Post ab und der kleine Korb wurde voll. Viel junges Wachstum lässt sich auch erspähen. Das Feuerwerk, welches dort schon seit September anhält, dürfte also noch ein Weilchen weitergehen.


    Zwischendrin habe ich noch meinen bisher größten Rotrandigen Baumschwamm gefunden. Das Monstrum dürfte etwa 25cm in der Breite haben und ist richtig schön dick.


    Noch größer war die Freue aber über diesen Fund: der Scharlachrote Kelchbecherling. Nach der Art suche ich jetzt schon ewig und endlich hat es mal geklappt. So hübsch anzusehen. Leider war es nur ein einziger Fruchtkörper.


    LG Christopher

    Sie sind glubschig, wenn sie nicht ausreichend gebraten werden. Also entweder sehr lange braten oder eben wie ich einen Topf draufstellen. Dann ist die Konsistenz sehr angenehm. Wie gesagt haben die viel Wasser und das muss raus.


    Beim herben Aroma habe ich eher den Verdacht, dass dieses immer vorhanden ist und sich intensiviert, wenn das Wasser verschwindet. Das könnte der Grund sein, warum sie bei rohen Geschmacksproben mal bitter sind und mal nicht. Am Substrat hat das bisher ja niemand festmachen können - da gibt's ja schon einige Themen hier im Forum.

    Nachprüfen könnte man das mal mit einem Fruchtkörper ohne bittere Geschmacksprobe, den man dann einmal durch den Dörrautomaten schickt und anschließend nochmal probiert.


    Bittere Steinpilze beim scharfen Anbraten ist mir neu. Ich brate die bei frischer Zubereitung immer recht scharf an, allerdings sehr grob gestückelt oder in dicken Scheiben. Bitter waren die nie.


    LG Christopher

    Die Auster hat sich heute in eine schöne und sehr leckere neapolitanische Pizza verwandelt. Und es ist sogar noch etwas vom Pilz übrig.

    Pizza Marinara mit Austernseitling drauf ist sehr zu empfehlen!



    LG und schönen Abend

    Christopher

    Na klar doch. Pilz grob Würfeln, 15 Minuten abkochen, Wasser verwerfen. Abkochen nochmal wiederholen. Wenn sich das Wasser noch immer sehr stark verfärbt, noch ein drittes Mal wiederholen. Wenn nur noch eine leichte Färbung zu sehen ist, ist er fertig.


    Dann Zubereitung nach Wunsch. Der Klassiker ist der vegane oder vegetarische Wustsalat. Schmeckt nicht schlecht und hat einen schönen Biss ähnlich wie Fleischwurst, nur etwas fester. Geschmack des Pilzes relativ neutral bis leicht nussig. Bei ausreichendem Abkochen nie bitter.


    Ich bevorzuge ihn als Einlegepilz mit mediterraner Würzung. Rotwein- oder Weißweinessig, Olivenöl, Knobi, Kräuter, Chili... was man halt so mag. Er nimmt die Aromen gut an und die nussige Note bleibt erhalten. Schmeckt gut zur Brotzeit oder auch auf Pizza und in Nudelgerichten.


    LG Christopher

    Guten Abend zusammen!


    Einige, die meine Beiträge lesen, dürften ja mittlerweile wissen, dass ich eine Vorliebe fürs Verkosten von Pilzarten habe, die einen umstrittenen Speisewert haben oder auch als ungenießbar betitelt werden - zumindest so weit keine unschönen Stoffe enthalten sind.


    Eine Art, die ich bisher ausgenommen hatte, war der Gelbstielige Muschelseitling. Bisher war ich der Meinung, die Art sei krebserregend und hätte Giftstoffe, die sich im Fettgewebe anreichern können. Jüngst wurde ich allerdings darauf aufmerksam gemacht, dass diese Informationen mittlerweile überholt sind. Und da mir die Art gerade immer wieder über den Weg läuft, habe ich es heute mal gewagt ein paar Exemplare zur Kostprobe zu entführen.



    Vorab hatte ich in den letzten Tagen die Weiten des Internets nach Meinungen und Zubereitungsarten durchforstet. Dabei lag der Fokus vor allem auf den englischsprachigen und asiatischen Bereichen des Netzes. International ist die Kreativität und Experimentierfreudigkeit in der Pilzküche m.E. deutlich ausgeprägter als bei uns in Deutschland. So findet man dort häufig interessante Ideen - auch zu Arten mit umstrittenem Speisewert.


    Über den Gelbstieligen Muschelseitling lässt sich so einiges in Erfahrung bringen.
    Die Japaner kennen offenbar neben der eng verwandten als Mukitake (Sarcomyxa Edulis) bezeichneten Art auch den bei uns vorkommenden Gelbstieligen Muschelseitling (Sarcomysa Serotina / Panellus Serotinus). Allgemein als Speisepilz geschätzt wird dort nur der Mukitake, allerdings wird von einigen Wildpilz-Sammlern durchaus auch der Gelbstielige Muschelseitling gesammelt und gegessen.
    In den USA hat der Gelbstielige Muschelseitling ebenfalls einen strittigen Speisewert, scheint dort allerdings trotzdem recht häufig gesammelt und von vielen auch sehr gemocht zu werden. Fun Fact: Die aus Deutschland stammende Info, der Pilz sei giftig, hat auch dort in diversen Foren für hitzige Diskussionen gesorgt.

    Einig ist man sich bei den Essern der Art in beiden Nationen an einem Punkt: Der Pilz will geröstet werden. Gerne auch mit Druck von oben. Asiatische Würzung passt zu der Art am besten. Einige rösten ihn sogar auf Holzfeuer - die Raucharomen sollen gut passen.


    Na, mit den Infos kann man doch was anfangen oder? Los geht's!


    Ich habe die Pilzhüte abgebürstet und eine Pfanne mit etwas Sesamöl angesetzt. Die Pilzhüte wurden zunächst mit den Lamellen nach unten gebraten und dabei mit einem Topf angedrückt. Ziel: Guter Pfannenkontakt und schnelleres Austreiben des recht hohen Wassergehalts der Art. Nach 7 Minuten braten von einer Seite wurden die Pilze gewendet und nochmals (wieder angedrückt) auf der Hutseite 7 Minuten gebraten. Das Ergebnis ist dann eine schöne goldbraune Farbe.


    Sieht doch recht appetitlich aus. Und der Geruch war auch nicht schlecht. Erinnert irgendwie entfernt an den Geruch beim Anbraten von Putenfleisch.


    Zeit für einen ersten Geschmackstest ohne Würzung! Ergebnis: Deutliche, angenehme Röstaromen. Sehr angenehme und feste Konsistenz. Durch das Ausbraten des Wassers nicht glubschig wie oft beschrieben. Erinnert ein wenig an die Konsistenz des Samtfußkremplings, welchen ich aufgrund dieser festen, fleischigen und recht einzigartigen Konsistenz als Speisepilz sehr schätze.
    Der Geschmack ist so pur aber durchaus problematisch. Neben den angenehmen Röstaromen gibt es nämlich ein deutlich herbes Aroma, das vor allem im Abgang zu spüren ist. Die Intensität lässt sich in etwa mit der von Jever Pilsener vergleichen. Sie vergeht allerdings nicht so schnell und ist noch eine ganze Weile im Abgang zu spüren. Wer Herb bzw. leichte Bitterkeit nicht mag, wird dann an der Stelle auch raus sein.


    Doch ich bin an der Stelle noch nicht fertig. Nur weil ein Pilz sich nicht für puristische Zubereitung eignet, ist er für mich noch nicht ungenießbar. Also ran an den Tipp mit der asiatischen Würzung. Etwas Teriyaki Sauce, etwas Sweet-Chili Sauce und ein paar Sesamkörner kamen zu den Pilzen in die Pfanne. Darin wurden sie dann kurz bei hoher Hitze glasiert, bis sie mit der Sauce ummantelt waren. Das Ergebnis sah dann so aus:


    Und was soll ich sagen? Tatsächlich schmeckt mir der Gelbstielige Muschelseitling so richtig gut. Die Teriyaki Sauce harmoniert wunderbar mit den Röstaromen des Pilzes und hebt diese sogar nochmal hervor. Gleichzeitig puffert die Sweet Chili Sauce das Herbe etwas ab. Dabei bleibt das Herbe aber durchaus noch wahrnehmbar und liefert einen interessanten Kontrast zu der Süße der Sauce und auch eine Ergänzung zu den Röstaromen. Insgesamt ein rundes Geschmackserlebnis und tatsächlich auch einzigartig. Habe bisher noch nichts gegessen, das so geschmeckt hat.


    Mein Fazit zum Gelbstieligen Muschelseitling: Für den Durchschnitts-Deutschen, der seine Pilze puristisch zubereitet (maximal mit Speck und Ei), ist die Art m.E. tatsächlich ungenießbar. Abgesehen von wirklich schönen Röstaromen kein besonderer Eigengeschmack und eine deutliche herbe Note.

    In die asiatische Richtung aber tatsächlich geschmacklich ganz spannend, sofern man sich an einem herben Geschmacksprofil nicht stört. Wichtig sind dabei ausreichend Röstaromen und langes Braten, um das Wasser zu entfernen, sowie eine Würzung mit deutlich süßer Komponente als Gegenspieler zur herben Note.


    Hin und wieder wird die Art wahrscheinlich wieder in meinem Korb landen. Als Topping für Asia-Gerichte wie gebratenen Nudeln, Miso Suppe / Ramen oder auch direkt als Komponente darin kann ich mir das gut vorstellen. Auch das mit dem Rösten auf Holzfeuer muss ich unbedingt mal probieren. Zur Verträglichkeit werde ich noch Rückmeldung liefern. Bisher zwei Stunden nach Verzehr jedoch keine Auffälligkeiten. Nachtrag: Auch am nächsten Tag keine Beschwerden zu beklagen - für mich also gut verträglich.


    Nachtrag: Hier noch eine Geschmacksprobe von einem anderen Substrat (Birke). Nicht bitter!


    LG Christopher

    Heute endlich mal wieder sonniges Wetter am Nachmittag. Habe die Chance genutzt und mich nach dem zufälligen Austern-Fund vom Dienstag nochmal auf die Suche nach selbigen gemacht.


    Ich hatte tatsächlich Erfolg, wenngleich nur einmal im genießbaren Zustand. Unterwegs war ich im Hauswald und habe ziemlich kurz nach Waldanfang einen Stumpf gefunden, wo zwei überständige Austern hingen. Komisch, da komme ich fast immer vorbei und mir sind sie bisher nicht aufgefallen. Fotografiert habe ich sie nicht, da sie schon in der Zersetzung waren.


    Weiter ging es dann in ein Totholz-Gebiet in dem ich noch nie war. Schon nach etwa 50 Metern fand ich dann eine Birke wo in etwa 5 Metern Höhe ein paar Austern hingen. Auch diese allerdings schon überständig und somit kein Foto mehr wert.


    Ein Stück weiter fand ich dann eine umgefallene Kirsche. An dieser gab es ein paar kleine Baby Austern. Da sie schon etwas angeknabbert wurden, habe ich sie mitgenommen. Gute Ergänzung zur Auwald-Auster vom Wochenende.


    Zwischendrin gab es dann auch mal Abwechslung mit hübschen Rotrandigen Baumschwämmen.


    An einem Hang fand ich dann den nächsten Baum mit Austern - abermals eine Birke. Diese allerdings in unerreichbarer Höhe (Foto mit 4x Tele) und sehr wahrscheinlich ebenfalls überständig.


    Gegen Ende der Tour folgte dann die dritte Birke mit Austern. Hier hing auch mal etwas mehr dran - leider wieder überständig.


    Zum Schluss gab es dann noch den Zweitfund von Nadelholz-Austern. Hier dürfte es sich mal um eine Kiefer gehandelt haben. Das Exemplar hat leider ein paar mal zu viel Frost abbekommen. Weich und labberig, obwohl noch gar nicht so alt.


    Das Totholz-Gebiet muss ich mir auf jeden Fall merken. Die Austern-Dichte ist dort um ein Vielfaches höher als an anderen Stellen, die ich bisher entdeckt habe.


    Am Heimweg habe ich mich dann noch an einem kürzlich entdeckten Stamm mit Gelbstieligen Muschelseitlingen bedient. Da will ich jetzt endlich mal einen Kostversuch unternehmen. Mehr dazu mal in einem anderen Thema. Geschmacksprobe nicht bitter.


    LG Christopher

    Ja wegen des Platzproblems bin ich auch von Gläsern aufs Vakuumieren umgestiegen. Nachteil: Die Folien werden vereinzelt mal undicht, weil sich die Spitzen der Pilze durchbohren. Da werde ich in diesem Jahr doppelt für Schutz sorgen. Die Pilze erst in eine Papiertüte und dann in den Vakuumierbeutel. Dann hat sich das Problem hoffentlich auch erledigt.


    LG Christopher

    PS: Bei solchen Pilzjahren wie 2024 geht einem aber auch mit Vakuumieren der Platz aus :S

    Ja, das stimmt in der Tat und hat wohl mit der Feuchtigkeit zu tun und wie lange diese einwirkt. Luftgetrocknet oder im Backofen brauchen sie länger zum Durchtrocknen und entwickeln dabei ein intensiveres Aroma. Im Dörrautomaten sind sie deutlich schneller trocken und sind dann erstmal weniger aromatisch. Das lässt sich aber nach meiner Erfahrung ein Stück weit ausgleichen, wenn man sie dann beim Gebrauch länger (kalt!) wässert.


    Ich bin mittlerweile beim Dörrautomaten dazu übergegangen, Steinpilze nicht bis zum Knacken zu trocknen, sondern nur so, dass sie zwar rascheln, aber noch ganz minimal flexibel sind. Die gekaufte Ware ist ja meist auch nicht bis zum Knacken getrocknet. Dann werden sie nach dem Abkühlen vakuumiert und mindestens einen Monat vor Gebrauch gelagert. Danach haben sie dann das Aroma, was man von langsamer Trocknung an Luft, im Backofen oder auch der gekauften Ware kennt. Die Haltbarkeit schränkt es sicherlich ein, aber länger als 6 bis 7 Monate lagere ich sowas eh nicht. Bisher ist auch kein Beutel verdorben gewesen. Habe erst neulich einen 4 Monate alten Beutel geöffnet.


    Bei Herbsttrompeten macht die Trocknungsgeschwindigkeit und Restfeuchte auch einen aromatischen Unterschied. Die können bei langsamem Trocknen und Lagern mit geringer Restfeuchte fast schon leicht pfeffrige Noten hervorbringen. Also gut möglich, dass es beim Trompetenpfifferling dann ähnlich ist. Die Art habe ich bisher allerdings nur relativ schnell getrocknet (5h auf 50°C). Sollte ich dieses Jahr nochmal welche finden, werde ich sie interessehalber mal langsamer auf 30C° trocknen lassen.


    Wo ich hingegen bislang keine Unterschiede in der Aromatik je nach Trocknung feststellen kann, sind Hexenröhrlinge. Egal ob schnell oder langsam getrocknet - schmecken tun sie immer gleich und der Geruch nach etwas Lagerzeit erinnert immer an Fischmehl.


    Das Trocknen von Pilzen ist auf jeden Fall eine Wissenschaft für sich und bietet reichlich Spielraum für Experimente.


    LG Christopher

    Einen wunderschönen Tag euch allen!


    Ich war heute Nachmittag bei Starknebel und -0,6°C mit dem Rad im Wald. Ziel war eigentlich mal wieder die Judasohren Stellen zu checken. Dort hat sich allerdings nichts Brauchbares finden lassen - nur überständige Fruchtkörper.

    Bin dann als Alternative in ein Totholzgebiet gegangen, wo der Abgestutzte Drüsling vorkommt. Dort ist mir dann die Kinnlade runtergeklappt. Was da los ist, habe ich in der Masse auch noch nicht gesehen. Hier mal ein kleiner Teil der dicht besetzten Stämme abgelichtet. Das ging gefühlt endlos so weiter in dem Areal.


    Auf dem Heimweg bin ich dann noch durch einen Fichtenwald gefahren. Plötzlich sah ich im Augenwinkel etwas. Sah das nicht wie ein Austernseitling aus? Schnell abgestiegen und nachgesehen - tatsächlich. Überständige Austern an einem Fichtenstumpf.

    Dass sie dort auch vorkommen können, weiß ich. Häufig sind sie an Nadelholz allerdings nicht. Wenn man dann noch bedenkt, dass die Austern bei mir in der Gegend ohnehin vergleichsweise selten sind, ist das schon ein eher erstaunlicher Fund. Vielleicht sollte ich die Fichtenwälder künftig doch bei der Austernsuche mit einbeziehen.


    An der Waldausfahrt haben sich dann noch zum Abschied diese hübschen Gelbstieligen Muschelseitlinge gezeigt. Im normalen Wald für mich mein erster Fund der Art. Bisher nur im Auwald gesehen.


    LG Christopher

    Was ich abseits der Suppe auch ganz gerne mache, ist die Samtfüße einfach in Butter zu braten und nur mit einer Spur Salz gewürzt zu essen. Wenn man mal den Eigengeschmack der Art haben will, kommt er so finde ich am besten zur Geltung.


    LG Christopher

    Porlinge, Trameten, Schichtpilze, Samtfußrüblinge - alles nur sehr spärlich vorhanden. Einen Kilometer entfernt sieht es wieder ganz anders aus. Dort ist ein Paradies für Samtfüße, Judasohren und Abgestutzte Drüslinge. Dafür hat es dort keine Austern.


    LG Christopher

    Einen wunderschönen Sonntag euch allen!


    Ich war heute mal in einem Auwald unterwegs, wo ich bisher nur auf (erfolglosen) Morchel-Touren war, jedoch noch nie nach Winterpilzen gesehen habe.

    Sonderlich viele Funde gab es zwar nicht, jedoch eine schöne Überraschung.


    Den Anfang macht der Gemeine Spaltblättling an einer umgefallenen und schon länger liegenden Esche. Immer wieder ein tolles Motiv die Art.


    Ein paar Meter weiter gab es ein am Boden liegendes Totholz, das komplett mit der Schmetterlings-Tramete eingehüllt war.


    Und dann die Überraschung: Meine ersten Austern im Auwald in luftiger Höhe. Fundort war eine einsame, tote Birke. Den Stamm teilen sich die Austern mit dem Zunderschwamm und dem Birkenporling.

    Habe mir mit einem langen Ast einen Fruchtkörper heruntergeschoben und Bingo: Schon ausgewachsen, aber guter Zustand ohne Maden. Davon gibt's dann am nächsten Wochenende lecker Pizza.


    Zum Abschluss noch ein nicht pilziges, aber nicht minder hübsches Foto-Motiv.


    Liebe Grüße

    Christopher

    Muss sagen, dass ich die Stiele auch dunkel meistens noch mitesse. Mich stört die Konsistenz irgendwie gar nicht, mag sie sogar. Nur bei ganz großen Exemplaren sind sie auch mir manchmal zu zäh, da kommen sie dann weg. Bin da aber allgemein etwas anders gestrickt. Bei den Fichtenzapfen-Rüblingen mögen ja auch die meisten die Stiele nicht. Auch da esse ich sie mit.

    In der besten Zeit der Entwicklung war es wohl einfach zu nass und immer feucht-neblig. Bäh…

    Hier auch, aber feuchte Witterung mag die Art eigentlich recht gerne. Muss aber sagen, dass im normalen Wald bei mir auch nicht so viel los ist und vieles in schlechter Qualität. Im Auwald an den Weiden geht dagegen seit Ende Oktober ohne Pause die Post ab und weitestgehend in top Qualität. Weide ist definitiv das beste Substrat für die Art. Vielleicht solltest du einfach mal andere Habitate aufsuchen.


    LG Christopher

    Und hier das Essen :)


    Die Abgestutzten Drüslinge waren wie gewohnt nur im Farbunterschied (schwarz) auszumachen. Ansonsten wie Judasohr - "glubschknurps" :D


    Pilzige Grüße

    Christopher

    Abgestutzter Drüsling ist für mich wie Judasohr. Fällt mit ihnen gemischt nicht negativ auf. Geschmack identisch, Konsistenz vielleicht eine Spur knorpeliger, ähnlich wie die gekauften getrockneten Mu-Err Pilze. Ich nehme sie gerne mit, wenn sie in anständiger Größe vorhanden sind.


    LG Christopher