Beiträge von Shroom!

    Hey Andy,


    danke für den Link. Nein, die Info habe ich nicht von dort. Ein anderes Hobby von mir ist das Thema Raumfahrt und damit einhergehend auch etwas Wissen über Raketentreibstoffe. Aus der Richtung wusste ich, dass Hydrazin bzw. Derivate auch in der Natur vorkommen können. Hydrazin Verbindungen sind in der Pilzwelt ja erstaunlich verbreitet. Das Agaritin in Champignons gehört ja auch dazu.


    LG Christopher

    Hey,


    netter Gartenfund, hat man dort auch nicht alle Tage. Glückwunsch!


    Um die Frage nach der Essbarkeit der Art zu beantworten: wie viele Lorcheln Gyromitrin-haltig und somit giftig, wenngleich nicht in so hoher Konzentration wie bei der Frühjahrs-Giftlorchel. Rein theoretisch(!) könnte man sie durch Trocknen und ausreichendes Kochen genießbar machen. So wird es tatsächlich in vielen Ländern gehandhabt und auch hier in Deutschland gibt es wohl durchaus noch Sammler, welche die Art für Speisezwecke sammeln.


    ABER: Tun sollte man es trotzdem nicht. Auch wenn man das Gyromitrin größtenteils austreiben kann, gibt es Hinweise darauf, dass auch die Zerfallsprodukte nicht gerade förderlich für die Gesundheit sind.

    Außerdem wird verbleibendes Gyromitrin im Körper zu Monomethylhydrazin (Hypergoler Raketentreibstoff) verstoffwechselt, was auch in kleinen Mengen ein höchst bedenklicher Stoff ist.

    Von daher lieber mit den Augen genießen. Man muss ja nicht alles verspeisen. ;)


    LG Christopher

    Die sind hier schon seit zwei Wochen am Start.


    Ich wurde heute übrigens gefoppt. Hatte mich gefreut, Graublättrige Schwefelköpfe gefunden zu haben. Graue Lamellen, keine Spur von Grün zu sehen, typischer Farbverlauf am Stiel. Selbst der Geruch war unauffällig, wobei das bei der Kälte so eine Sache ist. Geschmacksprobe führe ich bei der Art aus gutem Grund dennoch stets durch. In diesem Fall: Baaaah, bitter.


    Manchmal sind die Grünblättrigen schon Meister der Tarnung. Diesmal war es aber tatsächlich das erste Mal, dass ich darauf bis zur Geschmacksprobe reingefallen bin. :D


    LG Christopher

    Einige Tage später am 14. November abermals im Hauswald. Die Winterpilze sind auf dem Vormarsch. Leider heute mit einer schlechten Handykamera unterwegs.


    Judasohren - im Hauswald häufiger an Buche als an Holunder - in toller Größe und Nachschub ist in der Mache.


    Ein weiteres bekanntes Habitat vom Samtfußrübling ist aktiv.


    Dann noch ein Überraschungsfund: Fichtensteinpilz. Sieht noch gut aus, ist aber weich. Die Kälte (1,4 Grad) bekommt denen einfach nicht.


    Die Lachsreizker machen noch einen Schub. Lecker Abendessen! :)


    LG Christopher

    Für Pilzbutter aus Herbsttrompeten empfehle ich frische Pilze zu nehmen. Ich schwitze die einfach in etwas Olivenöl mit etwas Knobi an, lasse das austretende Wasser zur Hälfte wegkochen, gebe die Butter dazu und gehe dann mit dem Mixstab durch, bis eine homogene Masse entsteht. Dann unter Rühren einkochen lassen, bis kaum noch Dampf entsteht, würzen mit Salz und etwas Thymian. Ist ne richtig leckere Sache.


    LG Christopher

    Hey,


    Trompetenpfifferlinge getrocknet, egal ob in Stücken oder als Pulver, wird definitiv gut passen. Geschmacklich gehen die für mich in die Richtung Herbsttrompete und da diese in Frikadellen ganz hervorragend schmecken, wird das auch mit den Trompetenpfifferlingen sehr gut funktionieren.


    Wie schon von den anderen beschrieben, passt in Frikadellen aber eh so ziemlich jeder Pilz rein. Mein Rekord liegt bei Mischpilzfrikadellen aus 17 Arten. Köstlich war's. ;)


    LG Christopher

    Guten Abend!


    Die letzten Tage hatte ich leider keine Zeit für Waldrunden. Heute hat es mal wieder geklappt. Bei kalten 4°C und dickem Nebel ging es mit dem Rad in den Hauswald und einen benachbarten Wald. Es haben sich sowohl ein paar Herbstpilze als auch Winterpilze finden lassen.


    Stichwort Winterpilze: Die Samtfußrüblinge / Enoki sind da. Ein schönes Büschel hat mich gleich zu Beginn der Rund begrüßt. Den Geruch der Art habe ich vermisst. Erinnert mich irgendwie ein wenig an Orangen-Zucker.


    Da es derzeit täglich Nebel hat, fühlen sich natürlich auch die Judasohren wohl. Nachschub ist auch schon in der Mache. Der Wirt ist hier übrigens kein Holunder. Im Hauswald finde ich sie tatsächlich öfter auf anderen Hölzern als auf Holunder.


    Die Schmetterlings-Trameten fühlen sich ebenfalls wohl und sind gerade in Massen zu finden. Mein Vorrat ist aber noch vom Vorjahr gut gefüllt, von daher bleiben sie heuer verschont.


    Große Freude: Die Grünspan-Träuschlinge haben in der Herbstsaison mit Abwesenheit geglänzt. Jetzt hat es doch noch mit einem verspäteten Fund geklappt.


    Eine weitere Herbsttrompeten-Stelle hat sich finden lassen. Sogar noch mit größtenteils brauchbaren Fruchtkörpern. Da ich jedoch genug im Vorrat habe, durften auch die bleiben.


    Riesenschirmlinge haben sich eigentlich verabschiedet. Wenn man lange sucht, kann man aber noch welche finden. Hier der Rußbraune Rießenschirmling. Da ich aktuell keine Verwendung dafür habe, durfte er im Habitat verbleiben. Vielleicht kann er noch einen anderen Sammler erfreuen oder einfach seinen Zweck erfüllen.


    Die Anis-Champignons lassen sich auch hier und da noch finden. Welcher es genau ist, bei der Gattung natürlich schwer zu sagen. Der Schiefknollige wird es wohl nicht sein, da alle Exemplare eine gerade Basis haben. Vielleicht der Dünnfleischige, dazu würden auch ein paar andere makroskopische Merkmale passen. Wie dem auch sei, vier schöne Fruchtkörper kamen mit und landen morgen auf einer Pizza. Disclaimer: Schwermetallsammler (Cadmium, Blei, Quecksilber) - Standort berücksichtigen und Konsummenge gering halten oder eben bleiben lassen. Ich beschränke die Menge auf 500 bis 800g Frischmasse pro Jahr.


    Zum Schluss wurde noch meine Lachsreizker-Plantage begutachtet. Hier gibt es tatsächlich noch vereinzelt junges Wachstum. Auch die durften aber im Habitat verbleiben.


    LG Christopher

    Judasohren gibt es doch das ganze Jahr. Es muss nur feucht genug sein. :)

    Habe erst einmal wilde Austern gehabt. Die waren zart wie die Zuchtware. Stiele sind halt sehr zäh, ich esse die aber trotzdem mit. Mich stört das nicht, wenn es was zu beisen gibt.


    Ich mache aus Austern immer Pasta. Einfach in Streifen geschnitten in Olivenöl mit Knoblauch und Chili leicht braun anrösten, Spaghetti oder andere Nudeln mit einem Stückchen Butter rein. Würzen mit Petersilie, Salz, Pfeffer. Anrichten mit etwas Parmesan / Grana Padano.


    LG Christopher

    Zurück im Hauswald am 4. November bei eisigen 3 Grad. Die Herbsttrompeten bäumen sich noch ein letztes Mal an ein paar zuvor unbesetzten Stellen auf.


    Ansonsten habe ich an Speisepilzen nichts Brauchbares mehr finden können. Die Nebelkappen ziehen sich jetzt auch wieder zurück. Ich denke, das war's dann vorerst mit den Herbstpilzen.


    LG Christopher

    Das habe ich nicht gelesen :D war aber sehr vorsichtig beim Umfüllen und habe extrem auf Sauberkeit geachtet. Auch nur kurz aus dem Kühlschrank raus, nochmal auffüllen und wieder rein. Und ich denke dass die Lufteinschlüsse nun wirklich minimal sein sollten.

    Nicht eingekocht? Dann würde ich das auch gekühlt nicht einen Monat aufheben. Vebrauchen innerhalb von 1 bis 2 Wochen. Wenn es halten soll, musst du zwingend einkochen.


    LG Christopher

    Die Reizker können durchaus auch nach dem ersten Frost nochmal schieben. 2022 hatte ich im Dezember frisch hochgekommene Lachsreizker bei dünner Schneedecke gesammelt. Und auch andere Pilzarten können durchaus für Überraschungen sorgen. 2023 gab es bei mir im Dezember nach dicker Schneedecke eine zweiwöchige Phase mit deutlichen Plusgraden, in der dann nochmal ein kleiner Fichtensteinpilz-Schub stattfand. Violette Rötelritterlinge kamen kurz darauf auch nochmal hoch.


    LG Christopher

    Du musst einfach nur die Gläser etwas bewegen und auf die Arbeitsplatte klopfen, dann kommt die Luft schon raus. Kleine Einschlüsse werden immer bleiben, ganz bekommt man die nie raus. Aber halt so gut wie möglich versuchen, die sichtbaren Blasen wegzubekommen. Nochmal auskippen würde ich nicht. Wie gesagt, einfach gekühlt lagern, dann sollte da auch nichts passieren.


    LG Christopher

    Na, da klinke ich mich auch mal ein. Ich hatte Lachsreizker vor kurzem zum ersten Mal eingekocht. Bin folgendermaßen vorgegangen:

    • Gläser sterilisiert
    • Pilzstiele ab, Hüte je nach Größe halbiert oder geviertelt
    • Pilzhüte und Stiele klassisch in Butter braun geröstet
    • Zum Schluss noch etwas Knobi und Chili mit durch die Pfanne rutschen lassen
    • Pilze mit Salz und getrocknetem Rosmarin gewürzt
    • Sud aus 50/50 Rotweinessig und Wasser mit Salz, Zucker, Pfeffer- und Senfkörnern sowie Lorbeerblättern gekocht
    • Pilze in die Gläser gestopft
    • Mit dem Sud aufgefüllt
    • Luft ausklopfen / schütteln
    • Mit einem Schuss gutem Olivenöl aufgefüllt
    • Gläser geschlossen und abkühlen lassen
    • Nach dem Abkühlen eingekocht (1 Stunde in leicht kochendem Wasser)

    Habe am Freitag nach ca. zwei Wochen das erste Glas geöffnet. Schmecken hervorragend und sind relativ fest geblieben. Hatte sie auf eine Pizza mit scharfer Salami und Bärlauch gelegt. Aber auch direkt aus dem Glas richtig lecker. Den Sud kann man wunderbar in mediterran angehauchte Eintöpfe oder gar eine Bolo geben. Das Öl nimmt den Farbstoff der Reizker auf und färbt das Essen schön rot ein.



    Ohne Essig, nur mit Öl wird auch funktionieren und eventuell sogar besser schmecken. Dann aber unbedingt doppelt auf Hygiene und das Entfernen der Lufteinschlüsse achten. Außerdem würde ich dann ein Gärgewicht oder so nen Kunststoffeinsatz (wie nennt sich das?) in die Gläser geben, damit die Pilze auch ja nicht aus dem Öl herausschauen. Wer ganz sicher gehen will, sollte die Konserve dann auch gekühlt lagern.


    Sollten die Reizker nochmal einen Schub machen, will ich auch mal die spanische Variante probieren. Dort werden Edelreizker ohne Braten nur blanchiert in einem Sud aus Rotweinessig und Nelke eingelegt. Da interessiert mich mal der Geschmack, da ich ungebratene Reizker eigentlich total ekelhaft finde. Aber vielleicht schmeckt es ja eingelegt.


    LG Christopher

    Auch die wunderschönen Reizker (schmecken aber nicht so doll) und ab und an ein paar Grünlinge

    Dann bereitest du deine Reizker wohl falsch zu. Die müssen richtig kräftig angebraten werden, so richtig mit Farbe. Der Rand darf dabei auch knusprig werden. Dann Salz drüber und genießen.


    Grünlinge sollten, wie schon erwähnt wurde, nicht mehr verzehrt werden. Es gab dort Todesfälle aufgrund von einer Muskelzersetzung, die der Pilz auslösen kann. Es ist nicht abschließend geklärt, ob es die konsumierte Menge macht, oder ob es einfach Glücksspiel ist, die Art zu essen. Abgesehen davon besteht hier ein Sammelverbot wie z.B. auch beim Bronzeröhrling etc.


    LG Christopher

    Im Automaten geht gar nicht. Beim neueren Fall war es für Kinder wenigstens nicht ohne weiteres zugänglich.

    Der Fall in Wetzlar wurde aber wohl auch etwas von der Presse aufgebauscht. Lebensbedrohlich war's wohl nicht.

    Aber interessant, dass sich manche Automaten- und Kioskbetreiber auf sowas einlassen. Denen sollte doch eigentlich bewusst sein, dass der Kram nach Lebensmittelrecht illegal ist, auch wenn Muscimol an sich nicht unters BtMG fällt.


    LG Christopher

    Hübsch! Bei der Trompete waren es einfach zwei ineinander verwachsene Fruchtkörper. Kommt aber definitiv nicht häufig vor, habe sowas nur ein zweites Mal gefunden. Und ich habe diese Saison mindestens 100k Fruchtkörper gesehen - wahrscheinlich mehr.


    LG Christopher

    Guten Abend!


    Heute habe ich nach drei Tagen wieder bei den kleinen Austern vorbeigeschaut. Wie ich vermutet habe, waren sie erntereif und sind sogar makellos geblieben.


    Habe mir meine Lieblings-Austernpasta damit gekocht. Ich bin überrascht. Die wilden Austern riechen nicht nur intensiver als die Zuchtware, sie schmecken auch intensiver. Sehr lecker! Schade, dass die Art bei mir so selten auftritt.


    Auf dem Heimweg durch den Auwald gab es nochmal ein paar Stockschwämmchen im besten Alter. Die kamen auch noch mit. Daneben war ein überständiges Büschel.


    LG Christopher

    Ich wünsche schonmal viel Erfolg! ;)


    Was ich noch vergessen habe bei meinen Ausführungen: Der Falsche Pfifferling ist sehr weich und elastisch. Lässt sich meist komplett zusammenfalten, ohne zu brechen. Das geht beim Echten Pfifferling auch nicht. Dieser würde dann brechen.


    Und dann halt noch das Thema Leisten vs. Lamellen. Leisten fest als Teil des Hutfleisches angewachsen, Lamellen hingegen sehr flexibel und einfach ablösbar.


    LG Christopher

    Mein Ratschlag: du brauchst naturnahe Wälder mit älterem Laubbaumbestand.

    Danke dir! Habe ich reichlich, hat bisher aber kein Glück gebracht. Deshalb will ich es mal im Auwald probieren. Weiden mögen die Austern ja auch ganz gerne. Habe schon öfter gehört, dass man es in Auwäldern probieren soll, wenn man sonst kein Glück hat. Wir werden sehen! :)


    LG Christopher

    Vielen lieben Dank lieber Bläuling! Wenn die Bilder geschätzt werden, macht es gleich doppelt so viel Spaß. :)

    Da liefere ich auch gleich noch zwei hübsche Funde von heute nach, die noch nicht genannt wurden.


    Hier war ich mir nicht ganz sicher, aber es scheint mir tatsächlich der Sparrige Schüppling zu sein. Ich habe die Art noch nie in einer solchen Größe gefunden.


    Und das hier? Sieht irgendwie nach ganz komisch gewachsenem Violettem Lacktrichterling aus. Wobei mir die Stielfarbe nicht gefällt. Andererseits können die in dem Alter ja auch mal ausbleichen. Vielleicht kann jemand mehr dazu sagen. :)


    LG Christopher