Beiträge von Shroom!
-
-
Hallo in die Runde!
Heute ging es mal nicht direkt in die Pilze sondern in die Wald-Erdbeeren. Meine guten Stellen sind gerade schön reif. Eine kleine Dose konnte ich füllen. Genug für zwei Gläser leckere Marmelade. Schmeckt einfach anders und intensiver als die sonst übliche Erdbeermarmelade und ist mal was Besonderes.
Interessant war auf der Runde, dass man durch die gebückte Haltung Dinge entdeckt, die man ansonsten wohl nicht gesehen hätte. Diese hübsche Netzhexe zum Beispiel. Und dann auch noch ohne Maden - man mag es kaum glauben. Etwas weiter stand noch ein großes altes Exemplar. So konnte ich diese ohne schlechtes Gewissen mitnehmen.
Etwas später zeigten sich dann im Gebüsch hinter einer Erdbeerfläche ein paar überständige Sommer-Steinpilze. Ein genauerer Blick ins Gebüsch brachte noch drei jüngere Exemplare zum Vorschein.
Und etwa eine halbe Stunde später gab es dann erneut Hexen-Alarm - abermals in gebückter Haltung beim Blick ins Areal hinter den Erdbeeren. Diesmal allerdings die flockige Ausführung. Eine genauere Suche brachte noch 5 weitere zum Vorschein. 3 alt und groß, 2 jung und für mich.
Fazit: Geht Erdbeeren suchen!

LG Christopher
-
ichmussweg Sommer-Steinpilze schmecken etwas nussiger und das typische Steinpilzaroma ist stärker ausgeprägt als beim Fichten-Steinpilz. Auch der Geruch ist deutlich intensiver, wenn man den Pilz anschneidet. Fichten-Steinpilze würde ich nie frisch zubereiten, ist für mich Verschwendung. Die schmecken erst nach dem Trocknen richtig gut. Sommer-Steinpilze sind dagegen auch frisch gern gesehener Gast. Solltest du mal welche finden, mach folgendes:
- Gutes Brot in Olivenöl goldbraun-kusprig anrösten
- Brot mit einer Knoblauchzehe leicht einreiben und salzen (wenn du es dezenter willst, gib den Knoblauch beim Anrösten ins Öl)
- Sommer-Steinpilz(e) entweder in Scheiben geschnitten ganz kurz in der Brotpfanne schwenken oder bei ganz jungen, perfekten Exemplaren direkt fein roh über die Brotscheiben hobeln
- Nach Geschmack noch etwas fein gechnittenes Basilikum und Parmesan oder Grana Padano drüberstreuen (kann man auch lassen, wenn man es puristisch mag)
So bereite ich immer meine ersten Sommer-Steinpilz Funde im Jahr zu und es ist immer wieder ein Hochgenuss.
Wenn man Sommer-Steinpilze trocknet, gewinnen sie aber natürlich auch dazu und sind auch dann wieder intensiver als die Fichten-Steinpilze. Für ein Steinpilzrisotto bevorzuge ich zum Beispiel die getrockneten Sommer-Steinpilze. Fichten-Steinpilze kommen dann eher in Pasta und andere Saucen. Auf Pizza finde ich beide Arten in getrocknetem Zustand relativ gleichwertig, frisch hingegen ganz klar den Sommer-Steinpilz.
LG Christopher
-
Was für schöne Täublinge! Die würde ich gesondert gebraten als Topping über den Auflauf geben damit das Aroma nicht untergeht

LG Christopher
-
Wenn einem das Sorgen macht, sollte man auf das Sammeln von Perlpilzen für Speisezwecke besser (noch) verzichten und sich beide Arten immer wieder ganz genau ansehen. Wenn alle Merkmale vorhanden sind, ist die Unterscheidung ja eigentlich einfach. Wenn ein Merkmal fehlt, lässt man am besten die Finger davon.

-
Der Graue Wulstling wirkt ziemlich rötlich - vor allem die Hüllreste. Kommt das nur auf dem Bild so raus? Könnte das auch ein Perlpilz sein?
Also ich würde auch Grauer Wulstling sagen. Auf meinem farbkalibrierten Monitor sehe ich zumindest keine Rottöne am Pilz. Die Hüllreste sind eher leicht bräunlich, was von der Trockenheit kommen wird.
Wenn man sich als Finder unsicher ist, hilft da am Ende immer der Schnuppertest. Der Graue Wulstling riecht immer deutlich nach Rüben und Keller. Der Perlpilz eher neutral, leicht pilzig bis erdig.
LG Christopher
-
Trockenschäden habe ich beim Perlpilz zumindest bewusst noch nie rot gesehen. Nur an den Madengängen oder wenn man sie anschneidet und ein bis zwei Stunden liegen lässt. Auf der Huthaut und / oder an der Knolle hat die Art aber fast immer irgendwo Rottöne. Das ist auf den Fotos eigentlich ganz schön ausgeprägt. Am schönsten finde ich die Exemplare, wo der Hut rot-weiß marmoriert ist.
LG Christopher
-
Suillus Bei meiner Frühstartstelle hat es sich sogar täglich gelohnt. Es ist unfassbar, wie schnell die Sommersteinpilze manchmal wachsen können. Vereinzelt auftauchende Fruchtkörper können gelegentlich auch nur die Ankündigung für einen größeren Schub sein. So war es an der Stelle auch in diesem Jahr wieder. Über zwei Wochen kamen immer wieder Einzelexemplare und dann stand plötzlich eine größere Anzahl da. Tendenziell scheint man bei den schnell hochgeschossenen Exemplaren die bessere Chance auf madenfreie Exemplare zu haben.
LG Christopher
-
Agaricus Augustus kann auch im Laubwald auftauchen. Hatte selbst schon Funde. Ist aber deutlich seltener als im Nadelwald.
LG Christopher
-
sehr überrascht, als bei meinem Tierarzt vor der Tür auf einmal 4 Netzhexen standen
Die haben ein Talent dafür einen zu überraschen

-
Klar, aber wenn mehr verfügbar ist, kann er auch eine größere Menge anreichern. Von daher ist das schon richtig beim Sammeln für Speisezwecke auf den Standort zu achten. Aber eben auch gerade bei den kritischen Arten auch die Menge gering halten oder eben ganz bleiben lassen - was man eben für richtig hält. Vergessen sollte man aber auch nicht, dass fast alle nicht auf Totholz wachsenden Pilze irgendetwas anreichern können. Der allseits beliebte Parasol ist ja auch so ein Kandidat, der gerne Schwermetalle aufnimmt. Der Maronenröhrling oder Semmelstoppelpilz fährt auf Cäsium ab. Auch Steinpilze reichern Schwermetalle an, wenngleich bei weitem nicht so extrem. Folgezersetzer sind meistens die Arten mit der größeren Belastung.
LG Christopher
-
Ich habe nicht schlecht gestaunt. Direkt am Wegrand auf dem Weg zu meiner Stelle mit den Gelbfüßigen. Auf der Fläche lag im Frühjahr noch ein Holzstapel. Als ich dort vorbeifuhr wär ich fast vor Schreck vom Rad gefallen.

Daniel224 Die große Süßkirsche bei mir im Garten ist heuer auch eskaliert. Wir haben bestimmt an die 50kg Kirschen geerntet. War heuer aber deutlich später dran. Letztes Jahr waren sie von Anfang bis Mitte Mai erntereif. Heuer war es ab Anfang Juni so weit.
LG Christopher
-
In dem feuchten 2024 ging es bei mir von Mai bis August so. Da musste man schon viel Glück haben einen Steinpilz zu finden oder Überreste davon. Meist gab es nur noch die Löcher im Boden mit Schleimring. Dafür gab es dann Ende August während einer Trockenphase eine extreme Sommersteinpilz-Schwemme wo die Schnecken nicht reingepfuscht haben (und die Maden auch nicht so sehr). Anfang September folgten dann die Fichtensteinis mit Massenwachstum und das auch weitgehend ohne Schnecken und 100% ohne Maden.
Von daher: Gönn's den Tierchen. Du kommst früher oder später auch noch zum Zug - zumindest wenn das Wetter mitspielt.

LG Christopher
-
-
Glückwunsch zum Fund! Der Riesenchampignon lässt bei mir in diesem Jahr noch auf sich warten.
Durch das intensive Mandel / Marzipan Aroma ein toller Pilz für die süße Zubereitung.
Die Schwermetall Belastung sollte man natürlich auf dem Schirm haben und wenn überhaupt nur geringe Mengen verzehren. Gilt übrigens für alle Anis-Champignons. Harmloser sind die rötenden Waldchampignons.
Daniel224 Zum Thema Agaritin: Der Stoff ist nicht nur in Champignons sondern in vielen Pilzarten enthalten. Eine konkrete schädliche Auswirkung konnte allerdings soweit mir bekannt ist bisher nicht nachgewiesen werden. Wurde ja als krebserregend thematisiert, allerdings gibt es auch Studien die Hinweise krebshemmende Eigenschaften haben.
Gleiches gilt übrigens auch für die Schwermetall-Thematik. Wie viel davon bei der Verdauung aus den Zellwänden ausgelöst und aufgenommen wird, ist am Menschen nicht untersucht. Mir ist nur eine Untersuchung am Tier bezüglich Cadmium bekannt, wo die Belastung im Kot hoch war, im Urin hingegen nicht, was eher für eine geringe Aufnahme sprechen würde. Inwieweit das dann auf die menschliche Verdauung übertragbar ist, ist halt die andere Sache.Und Champignons sammeln ja auch noch andere unschöne Dinge (Blei, Quecksilber). Also wenn man sie zu Speisezwecken nutzt, dann auf den Standort achten. Nicht in der Stadt (damit auch nicht im Garten) sondern am besten tief in der Wildnis.
LG Christopher
-
wo Netzstielige Hexenröhlinge im reinen Fichtenwald wachsen, das ist auch nicht oft zu sehen,
Das kommt bei mir relativ häufig vor, weil es hier recht viele basische Fichtenwälder hat. Allerdings fruchten sie dort erfahrungsgemäß nur in sehr nassen Jahren.
Sommersteinpilze im Nadelwald dürfte da noch deutlich seltener sein.
LG Christopher
-
Anfang März und Ende Mai auch nur so 10-15 Liter?
Bis Anfang März hat es hier gut geregnet, dann war es bis Ende April trocken. Zum Monatswechsel gab es 25 Liter. Dann war es wieder den ganzen Mai trocken. Zum Monatswechsel gab es nochmal über mehrere Tage verteilt dieselbe Menge allerdings mit starkem Wind, das ist größtenteils weggetrocknet.
-
Nächster Tag zurück im Hauswald. Die restlichen Sommersteinpilzstellen zeigen jetzt auch Aktivität. Vergangene Nacht hat es 10 Liter geregnet.
An Nebenfunden gabes einen Frauentäubling
Einen
Grauen WulstlingPantherpilz wie sich bei genauerer Betrachtung am Folgetag gezeigt hat
In dem Habitat ein ErstfundEinen Perlpilz
Und ein Grüppchen vom Rehbraunen Dachpilz.
LG Christopher
-
Wenn es da in Summe nicht so um die 70-80 Liter bei euch gegeben hat, ist es auch sehr schwierig.
Hust

-
Die Glimmertintlinge sind übrigens durchaus gute Speisepilze für Saucen und Suppen. Haben einen sehr angenehmen Geschmack. Nur auf Alkohol sollte man ein paar Tage davor und danach verzichten. Anscheinend sind die Glimmertintlinge (C. Micaceus) zwar vom Copringehalt her genauso harmlos wie der Schopftintling, allerdings gibt es durchaus Verwechslungspartner mit höherem Copringehalt, wo es dann unangenehm werden könnte. Von daher lieber vorsichtig sein. Alkoholverzicht schadet ja eh nicht.
LG Christopher
-
Gestern Abend und die Nacht zusammen genommen sind es knapp 10 Liter geworden hier. Das sollte den Steinpilzen etwas helfen. Ob es für Neuankömmlinge reicht? Mal sehen. Goldröhrlinge fehlen z.B. immer noch.
LG Christopher
-
Jup, 5 Liter sind auf dem Zähler

-
Hier hat es jetzt doch noch angefangen zu regen. Mal schauen wie viel es wird.
-
Hallo in die Runde!
Vorhin im Pilzwetter-Topic schon angeteasert und hier nochmal etwas ausführlicher mit mehr Bildern. Nachdem es in meinem Hauswald bei den Sommersteinpilzen so richtig los geht, bin ich heute mal in den Nachbar-Wald gegangen, wo es auch oft interessante Dinge zu finden gibt. Zuletzt war ich vor vier Tagen dort, wo sich noch kaum etwas hat finden lassen. Heute sah es aber anders aus und das trotz Trockenheit. Da sieht man mal wieder: Regen ist nicht alles. Timing und die richtigen Stellen sind auch wichtig.
Mit den Sommersteinpilzen geht es in dem Wald gerade erst los. Man findet noch nicht viele, aber hier und da stehen sie schon in guter Größe und erstaunlicherweise sogar ohne Maden.
Zwischendurch hat sich dann auch noch der eine oder andere Frauentäubling finden lassen. Die nehmen jetzt wohl deutlich an Fahrt auf.
Ein Besuch an meiner Stelle für Gelbfüßige Hexenröhrlinge / Eichenflockis und normale Flockenhexen hat die nächste Überraschung gebracht. Letztes mal gab es dort zwar schon Anzeichen für Wachstum (kleine gelbe Punkte), doch noch nichts Großes. Heute stand eine große Anzahl Fruchtkörper im Habitat und das auch in guter Größe. Dass sie bei der Trockenheit so schnell wachsen konnten, wundert mich.
Am Rand des Habitats, wo es durch den Forstweg basisch ist, gab es dann die erste Netzhexe des Jahres. Noch wunderbar knackig obwohl ausgewachsen. Nur der Stiel musste weg (Maden).
Unweit davon entfernt der erste Perlpilz des Jahres und dann auch noch ein richtig stämmiges Exemplar.
Etwas weiter dann ein weiteres Habitat, wo es eine große Artenvielfalt gibt. Dort ist allerdings noch nicht viel los. Ein einzelner Sommersteinpilz zeigte allerdings, dass es wohl auch dort bald losgehen wird.
Am Ende konnte sich der Korb dann trotz Trockenheit sehen lassen. Bleibt zu hoffen, dass endlich mal wieder etwas Regen fällt, damit das Pilzfeuerwerk noch etwas anhält und vielleicht noch ein paar mehr Arten dazukommen.
LG Christopher
-
Also der angekündigte Regen scheint nichts zu werden. Bis auf etwas Nieselregen kam nichts. Mal sehen ob noch heute Abend ein Gewitter kommt aber aktuell sieht es schlecht aus.
Runde in einem Nachbar-Wald vom Hauswald war trotzdem ein voller Erfolg. Schöne große madenfreie Sommersteinpilze, Frauentäublinge, Netzhexen und Gelbfüßige Hexenröhrlinge.
Fragt mich nicht wo das alles herkommt, es ist staubtrocken.
LG Christopher
