Beiträge von lockpicker

    Hallo zusammen,


    Ich finde die Diskussion über Strafbarkeit, die hier immer wieder aufkeimt, wann immer jemand etwas über einen Pilz wissen will, der womöglich Ähnlichkeit zu psychoaktiven Arten hat, etwas, sagen wir, amüsant. Mir kommt vor, als ob getan wird, als ob der User ein Verbrechen plane, alle möglichen Paragrafen werden zitiert, Themen sofort geschlossen usw.

    Natürlich kann ich nachvollziehen, dass man sich als Forumsbetreiber rechtlich schadlos halten möchte und auch nicht unbedingt mit Psilocybe-Anfragen überschwemmt werden möchte und die Diskussion sich dann nur noch um Drogen dreht.


    Für mich sind "Magic Mushrooms" genauso spannender Teil der Pilzwelt wie essbare, unscheinbare, oder tödlich giftige Arten.

    Klar gibt es viele die einfach nur einen Rausch wollen und sich nicht für die Mykologie interessieren. Aber das ist doch eigentlich nichts anderes wie die ganzen "Essbar oder ab in die Tonne?" Anfragen, die auch hier immer wieder mal auftauchen, auf Facebook sowieso.

    Gleichzeitig gibt es aber auch hervorragende Mykologen (Alan Rockefeller möchte ich hier nennen) die gegenüber Psilocybe sehr aufgeschlossen sind, diese Gattung bearbeiten, Aufklärung leisten in Foren usw.


    Ich finde es halt vom Wertekompass her ziemlich seltsam, dass es rechtlich OK ist, wenn ich mich mit Stechapfel, Tollkirsche oder sowas berauschen will, obwohl das weitaus riskanter bzw. lebensgefährlich wäre. Selbst wenn ich Grüne Knollis sammeln würde, um mir selbst das Leben zu nehmen, wäre das wohl nicht strafbar. Alkohol trinken kann ich auch soviel ich will, obwohl viele Gewalttaten, vorzeitige Todesfälle und Belastung des Gesundheitssystems damit in Verbindung stehen. Aber Psilocybin-haltige Pilze sind gleichzeitig absolutes Tabu über das man kaum reden darf.


    Ich komme aus Österreich und die Rechtslage bezüglich dieser Pilze ist hier wohl etwas liberaler als in Deutschland, der Anbau, Verkauf und das Überlassen an andere sind auch strafbar, ich selbst dürfte sie wohl aber in der Wildnis sammeln und auch konsumieren.

    Ich persönlich konsumiere übrigens fast nie Alkohol und auch sonst keine Drogen. Psilocybin habe ich nie konsumiert und habe das auch nicht vor in nächster Zeit.


    Soweit so gut, ich wollte hier einfach mal meinen "Senf dazugeben" weil mich die Reaktionen öfters ein wenig irritiert haben :) Es versteht sich von selbst, dass ich niemanden zu strafbaren Handlungen auffordern/ermuntern möchte. Ich finde nur, man darf und soll über Psilocybe ungezwungen sich unterhalten dürfen wie über andere Rauschmittel auch.


    LG Hugo

    Ich sehe das genauso wie Werner. Das seitliche Aufreißen der Stielfasern genau wie man es bei diesem Fund sieht hatte ich unter anderem schon bei Parasol u. Steinpilz beobachten können. Ich denke das hat etwas mit der Witterung zu tun.


    Abgesehen von den komischen Stielschuppen sind ja eigentlich alle Scheidenstreiflings- Kernmerkmale vorhanden: keine Knolle, deutliche Scheide, keine Manschette, hohler Stiel, starke Hutrandriefung, keine Flocken am Hut.


    LG

    Hallo zusammen,


    In einer Allee fielen mir an einer großen Esche diese weichen, übereinander wachsenden Porlinge auf. Der Durchmesser der Fruchtkörper war so um die 20cm. Der Geruch war etwas muffig/säuerlich, ähnlich dem Schwefelporling, aber nicht sehr charakteristisch. Die recht feinen Poren verfärben sich dunkel auf Druck. Die Oberseite war zottig/filzig. Die Fruchtkörper waren ziemlich weich, ähnlich einem frischen Schwefelporling. Auf der Unterseite sammeln sich an den Poren einige gelbbraune Tröpfchen.


    Nach Vergleich mit allen auf 123pilze zu findenden Porlingsarten würde ich sagen, dass es sich vermutlich um Inonotus hispidus / Inonotus cuticularis (Flacher/Zottiger Schillerporling) handeln dürfte.

    Was meint ihr?


    LG Hugo

    Hallo Soleria,


    der einzelne Pilz in deiner Hand ist wahrscheinlich ein Stummelfüßchen (Crepidotus).


    Die geselligen Pilze der letzten beiden Bilder sind wahrscheinlich Lungen- oder Austernseitlinge.


    Sie unterscheiden sich durch helles Sporenpulver, größeren Wuchs, anisartigen Geruch, festeres Fleisch und Laubholz als Habitat von Stummelfüßchen.

    Muschlseitlinge sind wieder was anderes, man findet sie fast nur im Spätherbst/Winter.


    LG lockpicker

    Servus beinand',

    die beiden auf einzelnen Nadeln wachsenden Marasmius wettsteinii ( einer der Halsbandschwindlinge mit Kollar - warum Käsepilzchen weiß ich auch nicht), und Marasmiellus / Paragymnopus perforans ohne Kollar, den ich Nadelstinkschwindling nennen würd, sind zwei paar Stiefel, die unterschieden werden müssen.

    Hab gar nicht gewusst dass M. wettsteinii und M. rotula sich so dermaßen ähnlich sehen und sich vor allem in Größe und Habitat unterscheiden - ich hätte geglaubt es gibt nur eine Art mit dem Kollar. Wieder was gelernt! In diesem Fall sollten die gezeigten Pilze aber M. rotula sein oder?

    Hallo Frank,


    für mich haben die was von "Perpilzleichen". Von den gab es heute hunderte im Wald.


    LG Rotfuß

    Würde ich eigentlich ausschließen, bei keinem Pilz sind auch nur Anzeichen einer Manschette zu sehen, nirgends Rötung am Stiel, nirgends Flocken, schon sehr dunkle Lamellenfarbe usw.

    Ob das jetzt Fälblinge sind oder eine andere Blätterpilzgattung, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber Amanitas sind das höchstwahrscheinlich keine.


    LG

    Hallo,

    Abgesehen vom Perl- und Pantherpilz gibt es auch noch den Grauen Wulstling, Amanita excelsa, und den Rauen Wulstling, Amanita franchetii. Wer Perlpilze sammelt, sollte diese auch mal gesehen haben.

    Bei deinem Exemplar sieht man am Hut schon so eine Stelle, die wie eine Rötung aussieht, aber sonst ist es recht dürftig.

    Ich würde am ehesten schon auf einen Perlpilz tippen, aber ganz sicher bin ich mir nicht, ich würde vom Verzehr unbedingt abraten.


    LG

    Alle Pilze bei denen ich die Stiele sehen kann, also entsprechende Natterung aufweisen, sind meiner Ansicht nach Parasole (Macrolepiota procera). Riech mal an den Lamellen, sie sollten typisch nussig riechen.


    Natürlich ist das keine Verzehrfreigabe - dafür bitte zum PSV gehen ;)

    Das ist natürlich der Grüne Knollenblätterpilz. Wenn du die Hülle unter dem Hut abziehst, wirst du die Lamellen sehen. Wichtig zu wissen ist noch dass der nicht immer grün sein muss, zwischen grün weiß und braun kann er das gesamte Farbspektrum abdecken! Also er ist auch manchmal rein weiß oder nur ganz leicht grünlich/bräunlich.

    Du kannst ruhig auch mal von unten an den Lamellen riechen, er hat einen unangenehmen süßlichen Geruch, der mich am ehesten an verbranntes Plastik erinnert 8o Den Geruch sollte man sich gut einprägen, man kann gar nicht genug Merkmale dieser tödlich giftigen Art kennen...

    Hallo Gartenpilz123,


    also wenn die erfahrenen User dieses Forums sagen, es sind höchstwahrscheinlich Kremplinge, dann kannst du davon ausgehen dass das auch stimmt. Wie du schon gesehen hast, kann ein und dieselbe Pilzart je nach Alter, Standort, Genetik usw. ziemlich unterschiedlich aussehen. Gleichzeitig können total unterschiedliche Pilzarten sich sehr ähnlich sehen.

    Zu wissen auf welche Details man dann achten muss, das braucht sehr viel Erfahrung, die hier im Forum zum Glück reichlich vorhanden ist.


    Zu glauben, giftige Pilze schmecken so eklig, dass man sie sofort wieder ausspuckt, ist ein gefährlicher Irrtum.

    Manche relativ harmlosen Giftpilze wie der Grünblättrige Schwefelkopf oder Speitäublinge schmecken tatsächlich unangenehm bitter/scharf, aber viele unserer gefährlichsten Giftpilze, wie der Grüne Knollenblätterpilz oder der Gifthäubling, schmecken angenehm oder zumindest nicht anders als viele gute Speisepilze. Die Symptome merkt man dann erst einige Stunden später...


    LG Hugo

    Hallo zusammen,

    Bei einer abendlichen Pilztour vor einer Woche fielen mir diese kleinen braunen, doch schon sehr überständigen Pilze auf, die ich nicht zuordnen konnte. Ich habe dann daran gerochen und war sehr überrascht - der Geruch war sehr intensiv, fast so stark wie beim Schwefelritterling, und ich hatte das Gefühl, er wäre sehr charakteristisch. Jedenfalls hatte ich noch nie einen annähernd vergleichbaren Pilzgeruch.

    Gerüche sind natürlich schwer zu beschreiben, ich würde sagen süßlich, grob vergleichbar mit dem drüsigen Springkraut, vielleicht etwas Bonbon, aber auch irgendwie aufdringlich und eher unangenehm. Vielleicht auch wie ein sehr billiges abgelaufenes Parfum.

    Außerdem auffällig waren die rötlichen Farben im Fleisch vor allem zur Stielbasis hin aber auch etwas im Hut.

    Habitat war im Wesentlichen Fichtenwald, es war aber eine Hasel in der Nähe, auch andere Bäume kann ich nicht ganz ausschließen.

    Die recht dürftigen Bilder bitte ich zu entschuldigen. Ich wollte nur wissen ob ihr eine Pilzart kennt, die zu diesem Aussehen und Geruch passt. Ich hätte mal auf irgendeinen Risspilz getippt, das muss aber nicht stimmen.


    LG lockpicker

    100% falscher Pfifferling, Lamellen viel zu dicht/fein und zuviel orange am Pilz selbst für den Fries'schen Pfifferling, die anderen Unterarten sind sowieso gelb. Noch ein ganz wichtiges Kriterium: Echte Pfifferlinge haben weißes Fleisch, dass bei vielen Unterarten später bräunt. Falsche Pfifferlinge im Anschnitt orange

    frank2507 Tolle Fotos und gut dokumentiert! Mir kommt vor, das der Raue Wulstling dem Perlpilz und besonders dem Grauen Wulstling um einiges ähnlicher sieht, als zB der Pantherpilz, da Manschette, Knollenform und evtl. die Velumreste am Hut keine klare Unterscheidung zulassen.Trotzdem hört man von ihm vergleichsweise kaum etwas (ok der Panther ist wohl viel häufiger und bekanntermaßen stark giftig und vom hier seltenen Rauen W. ist der Speisewert unbekannt).

    Ich habe noch ein paar weitere Fotos von A. franchetii von inaturalist.org angehängt. Dabei sieht man, dass gewisse rotbraune Töne bei ihm gerade in der Stielbasis wohl schon hin und wieder vorkommen können. Und das Fleisch kann sich bei Verletzung braun verfärben (steht auch so auf amanitaceae.org beschrieben), wie man im Schnittbild sieht (wobei das braun wohl nicht so rot ist wie bei A. rubescens).


    LG

    Liebe Wulstlingsexperten,


    Als Perlpilz-Sammler habe ich mich heute eingehend mit dem ,zwar seltenen, aber dennoch manchmal auftretenden Rauen Wulstling (A. franchetii) beschäftigt.

    Dabei habe ich die vorhandenen Fotos auf inaturalist.org durchstöbert (ich selbst hatte die Art wohl noch nie in der Hand).

    Mir ist eine Beobachtung besonders aufgefallen (Fotos im Anhang, nicht von mir, aber Creative-Commons lizenziert auf inaturalist.org, damit geht das Einbinden hoffentlich ok).


    Siehe: https://www.inaturalist.org/observations/143960642


    Das Fleisch des Pilzes scheint im Querschnitt an den Fraßstellen ja ordentlich zu röten, ähnlich wie bei einem Perlpilz. Wenn man dann noch bedenkt, dass die charakteristischen gelben Flocken bei vielen anderen Funden nur schwach zu sehen sind, sehe ich da schon eine gewisse Verwechslungsgefahr. Die meisten Funde zeigen zwar keine so dramatische, aber hin und wieder auch mal leichte Rötungen an Stielbasis oder auf der Huthaut.


    Ich wollte mal wissen, was ihr dazu sagt - handelt es sich bei den Fotos tatsächlich um A. franchetii und falls ja inwieweit können rötende Exemplare davon tatsächlich "gefährlich nahe" an A. rubescens kommen? Abgesehen von der Flockenfarbe und Rötung sind die beiden Wulstlinge doch makroskopisch sehr ähnlich?


    LG lockpicker

    Hi Tacitus,

    soweit ich sehen kann sind das tatsächlich Perlpilze. Besser wäre es natürlich wenn man den Ring auch sieht, aber die schmutzig graubraunen Flocken am Hut, die Rötungen und der Knollenrand mit den Warzengürteln machen es recht eindeutig.

    LG

    Ja ich gehe auch bei Gymnopus luxurians mit. Ich kannte diese Art bislang noch nicht und dachte mir halt, rissiger Hut + braune Lamellen = Risspilz, zumindest als Best Guess ^^ Sporenpulverfarbe brächte hier Gewissheit.

    Lass sie doch mal aussporen, wenn du die Fruchtkörper eh schon am Zeitungspapier hast. Ich bilde mir ein, eher zimtbraune Reste auf einem der Stiele zu sehen. Die Hutstruktur passt für mich auch eher zu Inocybe - aber ich bin mir wirklich nicht sicher was das ist...