Beiträge von Cyrill

    Liebe Forengemeinde ,

    ich möchte hier noch eine sehr gute Doku über den Geoscypha violacea-Fund von Uschi nachreichen, welche sie dankenswerter Weise angefertigt hat! Merci nochmals!


    Befund:

    Sporen elliptisch, hyalin, glatt, selten kleine Tropfen an den Polen,

    13,5 – 15 x 8 – 9µm. Die dreischichtige Gewebeschicht besteht innen aus Textura globulosa,

    in der mitte Textura intricata und außen Textura globulosa mit braunem Pigment.

    Die braun pigmentierten Paraphysen sind oben leicht erweitert und gebogen.

    Die Asci weisen eine Jodreaktion (Melzer) vom Typ WTR auf.

    Liebe Forenmitglieder,


    nachdem ja einige Bilder von schönen, carbophilen Pilzen die letzten Tage gezeigt wurden, möchte ich Euch an "meine" Brandstelle führen.

    Etwas erhöht auf Kalk mit Föhren, Fichten und ein paar Buchen durchsetzt - ist es eine grössere Brandfläche aus dem letzten Jahr auf knapp 1000m.




    Von diesen unübersehbaren Becherlingen war die gesamte Fläche durchsetzt. Vor allem an und um die Bäume und Strünke im Wurzelbereich. Hier bin ich auf Geoscypha violacea gekommen

    (13.43) 14.22 (14.87) x (7.21) 8.23 (9.26) Sporen glatt, J+




    Eine weitere Art war dieser haarige Kanditat, den ich aufgrund der schmalen, eher spitzig zulaufenden Haare als Tricharina praecox von T.gilva abgrenzen würde.


    (15.57) 16.28 (16.87) x (8.27)9.34 (9.79)


    Haare septiert, schmal und spitz zulaufend


    Der dritte im Bunde war eine Anthracobia, vermutlich melaloma. Werde nochmal versuchen die Haare zu suchen und dann mit dem Schlüssel von Hohmeyer & H. Schnackertz versuchen weiter zu kommen.


    (20.06) 21.71 (22.06) x (9.13) 10.07 (11.43)




    Zum Abschluss noch ein Gruppenbild.

    Ich werde versuchen Euch auf dem laufenden zu halten was alles noch so fruchten wird.

    Vorerst liebe Grüsse

    Cyrill

    Erst mal schöne Ostertage Euch allen,

    das Wetter ist wohl geradezu perfekt für unsere Lieblinge!


    Ein Fund vom Karfreitag treibt mich ein wenig um.

    Ich hatte jetzt schon mehrfach Funde von Sarea resinae, oder was ich dafür gehalten habe auf Lärchenharz.

    Jetzt hatte ich gestielte (anamorphe?) Fruchtkörper auf Fichte.

    Auch habe ich über drei Ecken erfahren, dass sich bei diesem Artkomplex wohl systematisch in Zukunft auch einiges ändern wird.


    Eventuell kennt sich jemand von Euch damit besser aus und kann mir da weiterhelfen.


    Danke!


    Pycnidiella resinae


    Sarea resinae auf Larix




    Pycnidiella resinae? auf Picea abies

    Lieber Thorben,


    als ich den letzten Monat an einem Wurzelstock einer Konifere fand, vermutete ich einen Asco-Fund und nahm das Ding nach Hause.

    Ich war echt überascht etwas vollkommen anderes unter dem Mik anzutreffen als ich erwartet hatte!



    Noch mehr überrascht war ich, als die Art in der SwissFungi Datenbank nicht gelistet war und somit ein Erstnachweis für die Schweiz darstellt.

    Tja , Sachen gibts, die gibts gar nicht :)


    Grüsse aus der Nordwestschweiz

    Cyrill





    Liebe Forumianer,


    den Fund vom letzten Samstag will ich Euch nicht vorenthalten, zumal ja wenig Bildmaterial der Art existiert.

    Ich hatte mich über die Beschreibung und die Umstände mit Ludwig Beenken letztes Jahr mal kurz unterhalten und er hat mir Tipps gegeben auf was ich achten sollte.

    Die Stadt Zürich hat ein umfassendes Bauminventar und nicht weit von meinem Arbeitsort befindet sich eine alte Himalaya-Fichte (Picea smithiana).


    Die milde Witterung mit feuchten Phasen schien mir optimal um diesem Baum einen Besuch abzustatten.

    Ich wurde nicht enttäuscht! Auf den nordseitig gelegenen Ästen waren alle älteren, männlichen Zäpfchen voll mit diesen Becherchen.


    Auf Fichte sind sie wohl erst ab 800m zu finden, da werde ich die Augen weiterhin offen halten.



    Microstrobilinia castrans, a new genus and species of the Sclerotiniaceae parasitizing pollen cones of Picea spp. - Mycological Progress
    The fungal pathogens of spruce are well known in Europe and elsewhere. Therefore, it was surprising to discover a new fungal species and genus in Central…
    link.springer.com














    Danke Euch für die Rückmeldungen!


    @ Steffen- viel Glück, aber mit den schön gestutzten Büschen haben die verwilderten, kahlgefressenen Besen nicht mehr viel gemein :)


    @ Andy - auf info flora siehst Du die Verbreitungskarte von Buxus sempervirens und es gibt diverse Florenhinweise in botanischen Arbeiten z.B. bei der ETHzürich in der E-Periodica: https://doi.org/10.5169/seals-676673




    Bei Schnee und Kälte sind auch andere Spaltlippenverwandte dankbare Zielobjekte:


    Eschen-Spaltkohlenpilz (Hysterographium fraxini)


    Hysterium angustatum > H.pulicare , hier auf Betula pendula

    Ich muss zugeben dass ich sehr priviligiert wohne und ausgedehnte Bestände von Buxus sempervirens praktisch vor der Haustüre habe. Auch beziehen sich Gemeindenamen (Nieder-/Oberbuchsiten) auf die Vorkommen welche wohl seit der Römerzeit bestehen. Er gedeiht an den Südhängen der ersten Jurakette in der Nordwestschweiz zum Teil in riesigen Beständen. Leider wie überall ist der Buchsbaumzünsler dafür verantwortlich, dass diese Populationen wohl eher zurückgehen, da durch den permanenten Laubfrass der Raupen nur noch eingeschränkt Photosynthese betrieben werden kann.


    An interessanter Funga an Buchs ist vor allem Rhytidhysteron hysterinum und sein Begleitbecherchen Unguiculariopsis ravenelii ssp. hamata zu nennen.

    Es gibt noch weitere, wovon der eingeschleppte phytophatogene Cylindrocladium buxicola, wohl der mit dem grössten Schadenspotenzial ist.


    Ich begehe die Bestände vor allem im Winterhalbhalbjahr und finde in feuchten, milden Witterungsabschnitten die auffälligen Fruchtkörper an älteren, abgestorbenen Astteilen.





    Nach der ersten Ferienwoche in Italien, konnte ich die zweite bei besten Mykowetter bei uns in der Nordwestschweiz nutzen um auf Pirsch zu gehen.

    Nachdem ich gemerkt habe das auf den Höhenlagen des Juras auf Kalk noch nicht viel los ist, habe ich mich auf die Moränen und alluviale Geschieberäume im Flachland konzentriert.


    Die Waldareale sind je nach Forstrevier unterschiedlich bestockt und man hat so eine schöne Vielfalt an diversen Habitaten.


    Vielleicht zuerst zu den Highlights:


    Europäisches Goldblatt (Phylloporus pelletieri)

    Seit den 3 Jahren in dem ich mich nun schon ein wenig näher mit den Pilzen beschäftige, war es relativ schnell klar dass ich dieses Bindeglied zwischen Röhren-und Blätterpilzen finden möchte.

    Vermutlich ist er nicht so selten wie angenommen, nur vielfach übersehen. Jedenfalls bin ich diesem Blätterröhrling an einem von Sportbegeisterten und Hundefreunden begangenen Waldpfad begegnet und hab mich riesig über diesen Fund gefreut.


    Die typisch anastomosierenden Lamellen


    Breitblättrige Glucke (Sparassis brevipes)

    Die konnte ich nun in 2 unterschiedlichen Wäldern finden, vermutlich stimmen im Moment die klimatischen Bedingungen optimal um zu fruchten.

    Beide Funde bei Fichten/Weisstannen/Buchen- Gesellschaften





    Der kalkliebende Saftling (Hygrocybe calciphila)

    Der Fundort ist eine altbekannte renaturierte Kiesgrube welche so manche Schätze beherbergt, normal habe ich ihn dort später ihm Jahr.


      


    Gelbweißer Gallertbecher(Femsjonia peziziformis)

    Ebenfalls ein Erstfund über den ich im wahrsten Sinne des Wortes gestolpert bin, ist dieser Kleinpilz der im Nadelholzbestand auf an Boden liegenden Ästen fruchtete.






    Urnenförmiger Porenrasen (Stigmatolemma poriaeforme) aff.

    Eigentlich haben mich die Grünspanbecherlinge schon von weitem angestrahlt, bei näherer Betrachtung hatte es aber auch noch diese winzig kleinen Basidiomyceten auf dem Substrat.




    Soweit zu den Highlights der letzten Tage. Ich bin gespannt ob es weiter so spannend in den Herbst geht.

    Euch auch tolle Funde!


    Cyrill


    Sali Corinne,


    habe gerade gesehen dass ich an dem Wochenende leider arbeiten muss.

    Ich denke schon das Du Dich auch so anmelden kannst, ist in dem Falle wirds halt eben ein wenig teurer.


    Schweizerische Pilzbestimmertagung


    Ansonsten besuche doch mal einen Bestimmungsabend in einem Pilzverein Deiner Region.

    Das sind meist lehrreiche, intensive zum Teil auch recht humorvolle Anlässe.

    Meist hast Du dort auch Zugang zu Spezialliteratur und die TK-Mitglieder unterstützen gut und gerne bei speziellen Funden und Fragen.


    Schöne Obig zäme

    Hoi Andy , willkomme do dehiä !


    Ich glaub du bisch jo uf de andere Siite vom Belche am huntere.

    Eventuell gseht mer sich jo am 9.9. z Niederbipp!


    CU

    Cyrill

    Felli, ich glaub wir haben auf den ersten Blick vergleichbares gefunden.

    Ich häng mich darum mal mit ins Thema rein, falls es Dir recht ist


    Mein Fund stammt von einer mageren Alpweide auf etwa 800m auf Kalk.

    Das befallene Kraut habe ich als kleinen Wiesenknopf (Sanguisorba minor) identifiziert.



    Liebe Freunde der coprophilen Pilze,


    Bedingt Durch das kalte Wetter trifft man auf den Waldgängen immer wieder auf die gut erhaltenen Hinterlassenschaften verschiedener Säugetiere.

    Vor einer Woche hab ich mir dann mal so ein schönes Häufchen Rehdung mit nach Hause genommen und jeden Tag schnell mal das

    Behältnis unter die Lupe genommen. Was soll ich sagen, ich bin hocherfreut :)

    Nach 4 Tagen bei Zimmertemperatur dann die ersten Anzeichen von FK-Entwicklung.

    Neben dem Pilobolus hat sich auch noch ein kleines Becherchen eingenistet.

    Leider erlaubt meine technische Ausrüstung noch kein Ausmessen der Sporen und makroskopisch wirds ja eher schwierig.

    Vielleicht haben die Routinierten unter Euch noch Hinweise.





    05.02.23






    Pilobolus



    Becherchen

    Liebe Myxoianer,


    Der letzte Sonntagsausflug führte in eine alte Grube im schweizer Mittelland in dem früher Hupper-Erde (eine Art Kieselpulver) abgebaut wurde. Heute ist die aufgelassene Grube vor allem bei Ornithologen beliebt.

    Beim Durchstreifen des mit Weichholz bewachsenen Geländes wurden allerhand Ascomyceten entdeckt.

    Ein Fund innerhalb der Rinde eines dicken Totholz Vogelkirsch-Astes sorgte aber für einen persönlichen Erstfund und mein Tageshighlight!


    Alle Indizien wie z.B die sinusartig, umlaufende Deckelnaht war vorhanden. Unter dem Mik konnte ich praktisch nur ganz einzelne Capillitium-Fäden finden.

    Leider werden Myxos in der Schweiz relativ wenig beachtet und sind meist Beifänge bei der Kleinpilzsucherei. Die Art ist die letzten Jahrzehnte auch recht schwach kartiert worden.






    Danke für Euer Lob !


    Standart bei mir ist eine Olympus OM-D E-M1 Mark II mit dem Oly M.Zuiko 60mm F2.8 und gerade bei kleinen Objekten der Raynox 250er als Vorsatzlinse.

    Ab und zu mache ich bei Indooraufnahmen auch noch Zwischenringe rein.

    Im Grunde genommen immer noch was für Grobmotoriker :)

    Stativ und Stacking sind ebenfalls ein Muss.

    Liebe Freunde der Myxo`s,


    Die Gattung Enerthenema umfasst ja nur 4 Arten, davon zwei nivicol welche nach der Schneeschmelze fruchten.

    An Weihnachten hatte ich die Ehre zum ersten mal mit Ihr Bekanntschaft zu machen.

    Fundort war ein Weichholz-Bruchwald mit viel Fraxinus am Boden, angrenzend stehen auch Fichten.

    Die Apikalscheibe ist schon ein klares Kennzeichen, aber ich wusste Anfangs nicht wo ich suchen muss.


    Langsam finde ich immer mehr gefallen an diesen Raubtieren :)


    Liebe Mykobegeisterte,


    Der heutige Morgenfund auf Picea abies neben einem vom Sturm gesplitterten Stammrest gibt mir Rätsel auf.

    Eigentlich war ich auf der Suche nach Myxos und Insekten als ich auf diese (passend zu Jahreszeit) Zipfelmänner stiess :)


    Am ehesten seh ich da noch den Orangeroten aufsitzenden Pustelpilz (Nectria episphaeria), was meint Ihr?



    Mit einem Teil des heutigen Weihnachtsfundes Euch allen ebenfalls schöne Festtage und fürs neue Jahr tolle Funde !

    Danke für all Eure Mithilfe und den freundlichen Umgang in diesem Forum.



    Bei einem der letzten Waldgänge bin ich auf einen häufigen Myxomyceten des Winterhalbjahres gestossen, Badhamia utricularis.

    Ein am Waldrand liegender Stamm der Vogelkirsche (Prunus avium) beheimatete auf knapp einem Meter unzählige vor sich heranreifende, herabhängende Fruchtkörper.

    Ein Seitenast, an dem es auch reifende FK hatte, wurde mitgenommen und zuhause in aufrechter Position fotografiert.


    Immer wieder faszinierend diese kalkhaltigen Peridien.


    Liebe Maria,

    hatte genau die gleichen Insekten vor der Linse, ich hatte aber mehr Glück mit dem fungalen Artenreichtum- aber das ist immer Glücksache.

    Und Du hast recht, man ist draußen immer wieder aufs neue fasziniert von der Natur die uns umgibt.


    Bei der Libelle handelt es sich wohl um die große Heidelibelle (Sympetrum striolatum), die schwirren jetzt noch durch die Lüfte.


    Grüezi,


    Den wurzelnden oder Marzipanfälbling (Heboloma radicosum), konnte ich letztes Wochenende auch erstmals finden

    Reinhard, leider kann ich die Fotos auch nicht öffnen, darum schieb ich noch diesen Fund dazu.

    Fundort hier, bewaldeter Moränenehügel in einer alten Rotbuchenhalle in Hanglage auf 450m, Mittelland, Schweiz.


    Faszinierend finde ich ja die Ökologie dieser, an das Vorhandensein von alten Mäusegängen (Urin+Kotdepots) und eventuell zersetzendes Wurzelholz gebundenen Art.



    Die Arten der Gattung Humaria gehören schon zu den optisch ansprechenden Ascomyceten.

    Einer dieser Vertreter der aktuell den Namen Aurantiolachnea solsequia trägt und wohl unter dem alten Synonym Humaria aurantia den meisten bekannt ist, möchte ich hier vorstellen.

    Er wird als weit verbreitet beschrieben, aber die Fundmeldungen sind rar. Er wird auch als Pilz wahrgenommen der eher an wärmebegünstigten Stellen fruchtet.


    Mein Fundort war ein Platz an dem der Bauer Grüngut deponiert und die Erde einen recht grossen Anteil an organischem Material aufweist. Wenigstens ein Apothecium war mit einem kleinen Holzstück verbunden.

    Ebenfalls könnte man die Fundstelle als Hohlweg bezeichnen welcher sich an einem südausgerichteten Eichen/Buchen-Waldhang und einer Feldhecke mit diversen Gehölzen befindet.


    Ergänzend das Paper aus dem Jahre 1994 von J. HÄFFNER, D. BENKERT & I. KRISAI-GREILHUBER:


    Humaria aurantia, ein seltener und auffälliger Discomycet des Auwaldes