Beiträge von Cyrill

    Liebe Pilzfreunde,


    Nach der Steinpilzflut und der daraus resultierenden Überbevölkerung in den Nadelforsten hat es mich auf die höher gelegenen Weiden des Jurasüdfusses (Malmkalk !) in der Nordwestschweiz verschlagen.

    Zum Teil sind diese baumbestanden um dem Vieh das unterstehen bei Schlechtwetter (Hitze/Regen) zu ermöglichen.

    Ein gewisser Anteil dieser Alpweiden auf knapp 900m wird nicht gedüngt oder nur mit der Viehdichte und Dauer der Beweidung. Ein Teil sind Pferde - die Mehrheit Kuhweiden.

    Die daraus resultierenden Magerwiesen sind sehr schön was Flora, Fauna und Funga betrifft.

    Heute möchte ich euch zwei Stäublinge zeigen, welche ich dort angetroffen habe. Bauchpilze sind wohl nicht so im Fokus der meisten Myko-Interessierten, aber es gibt wirklich schöne und spezielle Arten.




    Flocken-Stäubling (Lycoperdon mammiforme)


    Die 5-8cm grossen Fruchtkörper waren am Traufrand einer Waldföhre (Pinus sylvestris) und gerade im besten Zustand. Die Flocken sind schon von weitem sicht- und die Art schnell erkennbar.









    Hasen-Stäubling (Lycoperdon utriforme) *Bovistella*


    Der breite, wuchtige Fruchtkörper fällt schon von weitem auf ! Er stand auf Grasland und war weit und breit der Einzige. Auch er zählt zu den selteneren Arten welche genau solche mageren Weiden als Habitat braucht.





    Liebe Freunde der Boleten,


    dieses Jahr scheint zumindest für mich in meiner Region, dem Schweizer Mittelland, zum Röhrlingsjahr zu avancieren.




    Angefangen hat es Anfangs Juni in einem Eichen-Hainbuchenwald mit dem schwarzblauenden Röhrling (Cyanoboletus pulverulentus)


    Nach den ausgiebigen Regenfällen Ende Juni hat es dann aber richtig angefangen.


    Leider herrschen seit knapp 2 Wochen sehr trockene und heisse Bedingungen vor, dies lässt zum Teil die Fruchtkörper bis zur Unkenntlichkeit zerreißen.

    Auf kalkigem Untergrund, eventuell ein netzstieliger Hexenröhrling (Suillellus luridus)



    Auch bei diesem Filzröhrling der bei Eichen gefruchtet hat, ist keine eindeutige Zuordnung möglich.




    Bei diesem farblich auffälligen Filzröhrling, der am Wegsaum stand dürfte es sich wohl um den blutroten Filzröhrling (Hortiboletus rubellus) handeln

    Ein schöner "PersEr"



    Die Sommersteinpilze (Boletus reticulatus) in den Buchenwäldern, ließen auch nicht lange bitten und erschienen in in großer Anzahl.



    Auch der wurzelnde Bitter-Röhrling (Caloboletus radicans) zeigte sich schon früh das erste mal.




    Heute morgen dann ein weiteres Highlight, der Satansröhrling (Rubroboletus satanas).

    Die fruchten bei uns in erhöhten Lagen am Fuße von kalkigen Abhängen.


    Mit den vielen Rotfüssen und Flockenstieligen verschone ich Euch erst mal.

    Jedenfalls ein schönes Potpourri für den Anfang und eine Entschädigung für den eher lauen Röhrlingsherbst 2021.



    Ebenso schöne Funde wünsch ich Euch!

    Liebe Freunde der Myxomyceten,


    Normalerweise finde ich die kleinen Fruchtkörper von Schleimis meist an liegenden Ästen oder dickeren Stämmen.

    Ein heutiger Fund auf einem am Waldboden liegendem Blatt hat mich daher überrascht.


    Auch die Grösse von gegen 2mm war doch eher einfacher zu fotografieren, da gibt es wohl noch kleineres.

    Ich bin von dem gut abgesetzten Stämmchen und der kompakten Füllung davon ausgegangen dass es sich dabei um Hemitrichia calyculata handeln könnte.


    Allen einen guten Wochenstart!



    Liebe Freunde der kleinen Naturwunder,


    heute bin ich in hier im Schweizer Mittelland auf rund 450m in einer kleinen Waldschlucht an einen Ast heran gelaufen der teilweise berindet und darauf eine Anzahl sehr alter Kohlenbeeren war.

    Eigentlich war ich auf der Suche nach kleinen Becherchen, aber ausser Mollisien aus der Gruppe um cinerea und weissen Haarbecherchen, welche ich fast bei jedem besseren Ast antraf war nicht viel los.

    Beim genaueren Hinsehen an diesem besagten Ast, entdeckte ich an und neben den Kohlenbeeren eine wabenartige Struktur welche ich zuerst ebenfalls für was pilzliches hielt.

    Zuhause vor der Linse bin ich dann doch ins grübeln geraten:/. Von anderen Schleimis die absporen, bin ich mich eigentlich gewohnt dass diese doch eher gestielte Sporangien bilden.

    Bei den einen Fruchtkörpern sah man schon das Capillitium, also muss das doch ein Myxomycet sein. Im (empfehlenswerten) Exkursionsführer von Marion Geib hab ich die Art leider nicht gefunden.

    Erst die Recherche im WWW brachte mich schlussendlich zur Artbestimmung.


    Ich wünsche Euch auch solche Überraschungen welche doch unser Hobby so spannend machen.




    Hallo zusammen,

    Letztes Wochenende war ich bei Regen - und Schneeschauer noch kurz an einem Waldrand im Nachbarsdorf welche ich selten begehe.

    Dort hatte ich dann einige Funde von typischen Winterpilzen. Aber eigentlich wollte ich Kleinigkeiten finden, da habe ich noch nicht viel Erfahrung im aufstöbern.

    Kurzum, die meisten auf Verdacht ins Körbchen gelegte Ästchen waren Nieten. Nur der eine, grössere, dicke Ast den ich in der Nähe des geparkten Autos fand zeigte eine mir bisher unbekannte Becherlingsart.

    Das Substrat kann dem Gewicht nach Eiche sein. Finde es aber immer recht schwierig, die schon stark zersetzten Holzresten zu identifizieren.





    Nach einigen Recherchen bin ich dann auf das wachsgelbe Haarbecherchen (Neodasyscypha cerina) gekommen. Die Aufnahmen sind unter Kunstlicht entstanden und darum vielleicht etwas verfälscht.

    Auf jeden Fall eine sehr attraktive Art mit dem "Plüschrand".



    Am Sonntagmorgen musste ich doch mal an einer meiner Lieblingsfundorte nachschauen, ob sich die Lindenprachtbecherchen schon zeigen.

    Nachdem ich bereits an anderer bekannter Stelle am 6.11.2021 schon die ersten Fruchtkörper von S.coccinea gesehen habe.


    Es handelt sich dabei um eine West/Ostwärts verlaufende sich verengende und ansteigende Schlucht, die nordseitig ein relativ starkes Gefälle hat und zumindest die ersten paar hundert Meter einen grösseren Lindenbestand aufweist. Vielleicht kann mir jemand von Euch aus Erfahrung meinen subjektiven Eindruck bestätigen das Sarcoscypha jurana die grössten Fruchtkörper der 3 bei uns heimischen Arten ausbildet ?

    So 8/9cm Durchmesser im Schnitt, das kenne ich von allen anderen Fundorten mit Sarcoscypha kleiner.
    Jedenfalls konnte man ohne sich gross anzustrengen beim Bergan laufen viele FK aus Distanz anschauen und die schönsten Fotomotive aussuchen. Ich kannte die Stelle schon vom Februar 21 und sie wird von vielen Mykobegeisterten gerne besucht da es sich um ein schönes Habitat handelt mit dem Kalkschotter und den farbigen Bechern am Hang.



    Letztes Jahr konnte man auch einige der orangen bis knapp gelben Farbmutanten beobachten, bei diesem Besuch leider nicht.

    Ich habe auch versucht zu mikroskopieren und in Melzer angeschaut ob es schon reife Sporen in den Asci hat. Leider sind es wohl noch recht junge FK und noch zu unreif.






    jurana side.jpg

    Ein Neujahrsfund der mich besonders gefreut hat ist Rhytidhysteron hysterinum.
    Die systematische Einordnung ist mir etwas schwer gefallen, darum habe ich den Fund mal bei den inoperculaten Ascomyceten platziert.

    Auf das Thema gebracht hat mich ein ansprechendes Kalenderbild im letzjährigen Kalender der Abteilung Swiss Fungi der WSL

    WSL Kalender 2021

    Es zeigt einen Fund von Görg Gilgen von Februar 2020 an einem alten Buchs (Buxus sempervirens).


    Da nahe meines Wohnortes recht umfangreiche Buchsbestände stehen, schaute ich mir diese am Neujahrmorgen einmal näher an.

    Durch den Buchsbaumzünsler sind die meisten Büsche stark in Mitleidenschaft gezogen worden und die Pflanzen bringen gerade genug

    Blattgrün zusammen um am Leben zu bleiben. Dadurch wird aber das absuchen der abgestorbenen Zweige recht erleichtert.

    Nach einiger Zeit habe ich tatsächlich Zweige mit so komischen Pusteln gefunden und in der Vergrösserung war die Zuordnung einfach

    Im nachfolgenden Link ist die Art näher beschrieben.

    Pilz des Monats SZP Nr.5 2008 Seite178



    R.hysterinum.jpg

    Liebe Forumianer,

    herzlichen Dank für die nette Aufnahme!


    Den Kakteen bin ich schon noch treu, aber gerade im Winterhalbjahr passiert da nicht viel.

    Ich war auch schon mehrfach in Südamerika, schon spannend die Pflanzen in ihrem natürlichen Habitat zu finden.

    Es ist dem Pilzesuchen nicht unähnlich, gebückte Haltung und genau wissen welche Geologie und Feuchtebedarf sie haben.


    Zurück zum Thema, ab und zu kartiere ich auch meine Funde falls sie einfach bestimmbar sind.

    Ein altes Mikro (Wild M11) ist seit neustem auch vorhanden, aber da brauch ich noch etwas Übung.






    Yavia cryptocarpa


    Liebe Forengemeinde,


    Nachdem ich nun doch schon seit etwas mehr als 12 Monaten an akutem Drang leide meine gesamte Umgebung nach Gross- und Kleinpilzen

    Basidio-, Asco- und anderen Myceten abzusuchen, so wie auch den Myxo`s nicht abgeneigt bin suche ich bei Euch Leidenschaftgenossen und Genossinen Zuflucht ==borste


    Ich bin rund 50 Jahre alt, verheiratet und bekindert und wohne in der Nordwestschweiz am Jurasüdfuss. Das heisst, dass ich direkt südlich angrenzend Moränenhügel des Rohnegletschers (diverse Eiszeiten 10000 bis 230000 Jahre alt) habe und auf der anderen Seite die bis 1440m hohe, erste Kette des nördlich angrenzenden Kalkgebirges. Viel Pirschgebiet mit einer sehr grossen Diversität an Flora, Fauna und Funga.


    Ich würde mich als einen neugierigen Einsteiger in die Materie bezeichnen der noch viel lernen sollte und viele von Euch als Vorbild nimmt, was die akkurate und sorgfältige Dokumentation und Bestimmung betrifft.

    Beruflich komme ich aus der botanischen Ecke und da eher neuweltliche sukkulente Pflanzen und auf andine Kakteen der Familie der Feigenkakteen(Opuntioideae) spezialisiert.

    Von daher sind mir die Probleme der Systematik und Nomenklatur vertraut, vor allem wenn alle Jahre wieder ganze Gattungen umgestellt und Arten umkombiniert werden.


    Mir geht es aber vor allem auch um die Ästhetik der Fruchtkörper, das begreifen der Ökologie aber auch das Naturerlebnis mit allen Sinnen.


    Allen viel Glück im neuen Jahr!

    Cyrill




    Anbei ein gemeiner Spaltblättling (Schizophyllum commune) von heute.