Beiträge von KaMaMa

    Hallo Pablo,


    danke für deinen erhellenden Kommentar!

    Der erspart mir das Mikroskop an dieser Stelle.

    Ich hatte ja schon gedacht/gehofft, das müsste doch passen.

    Zumal ja für mich als i-Tpfelchen auch der dunkelgraue Streifen unter der HDS vorhanden ist.


    LG, Martin

    Hallo Beli,


    sind die Sporen bei Trichaptum nicht schmäler und länger als hier gemessen?

    Also eher 6-8 x 2-3 (hier eher 5 x 3,5)?

    Und ihre Form nicht leicht gekrümmt?

    Für eine Mumie sporte der Pilz noch recht gut ab.

    Also, ich werde wohl doch noch mikroskopieren müssen.


    LG, Martin

    Hallo zusammen!


    Cerrena unicolor kenne ich aus meinem Pilzbuch als auffälligen Porling mit grauem Hymenium und striegeliger Hutoberseite.

    Diesen auffälligen Pilz konnte ich lange Zeit nicht entdecken, vielleicht auch deshalb, weil es hier im Süden eventuell zu warm für ihn sein könnte.

    Sein Schwerpunkt soll ja in der hemiboreal-borealen Zone liegen.


    Das vergangene Wochenende habe ich auf der kühlen Schwäbischen Alb verbracht, wo ich tatsächlich zum ersten Mal diesen Winter auf (wenn auch nur auf den Nordhängen) Schnee stieß!

    Bild 1 Fundort


    Am Wegesrand ein Baumstumpf mit dichtem Pilzbewuchs:

    Bild 2 Baumstumpf


    Im Vordergrund und auf der Oberseite des Baumstumpfes Fruchtkörper von Trametes gibbosa, die an den länglichen Poren gut erkennbar sind:

    Bild 3 Trametes gibbosa, von unten aufgenommen


    Weiter hinten jedoch eine Vielzahl kleinerer, dünnfleischiger, zonierter, grün veralgter Pilzhüte:

    Bild 4


    Beim Umklappen eine freudige Überrachung:

    Bild 5


    Ein abgerissener Pilz wird eingesackt!

    Bild 6


    Wie ich bei diesen wirren, zahnartigen Strukturen eine Porendichte bestimmen soll, weiß ich nicht recht...

    Der Sporenabwurf jedenfalls klappt und liefert passende Maße 4,5-5,2-5,9 x 3,0-3,3-3,6 µm² (Literatur: 5-7 x 2,5-4 µm²).

    (Die etwas nach unten versetzte Längenmaß würde ich auf ev. verkippte Sporen im Wasserfilm zurückführen)

    Bild 7 Sporen


    Im Querschnitt ist auch ein dunkler Streifen zwischen Hutdeckschicht und Kontext vorhanden.

    Bild 8


    Mikroskopiert habe ich nicht, da ich meine, der Befund sollte passen.

    Ich meine, C.unicolor gefunden zu haben - stimmt's oder stimmt's nicht? ==Gnolm23


    LG, Martin

    Hallo Porlingsfreunde!


    Diesen Silvesterfund von letzten Jahr würde ich gerne gegenprüfen lassen.

    Im Laubwald (Eiche, Hasel, Buche, ...) weckte ein stark bemooster, auf dem Boden liegender Ast mein Interesse:

    Bild 1 Fundstück


    Beim näheren Betrachten stellt sich sofort heraus, der Pilz liegt verkehrt herum.

    Bild 2


    Interessant ist die Färbung der Poren, irgendwie rötlich:

    Bild 3


    Wenn man die Oberseite des Hüte betrachtet, fällt einen struppige Behaarung auf, die sich bis zum Substrat fortsetzt:

    Bild 4


    Bild 5


    Leider habe ich damals keine Probe mitgenommen, ich habe nur die Fotos.

    Beim Vergleichen im Buch stoße ich auf Gloeoporus dichrous, den Zweifarbigen Knorpelporling, der mMn sehr gut passen sollte.

    Ich finde zwar keinen, aber gibt es da noch Verwechslungspartner auf Laubholz?

    Skeletocutis etwa? Der würde Nadelholz bevorzugen.


    LG, Martin

    Hallo Brummel,


    dein Zunderschwammpilz-Foto finde ich super - es war mein Favorit!


    Das Motiv - und die Umsetzung - hätte ich mit einem besseren Platz belohnt!

    Was natürlich nicht heißen soll, dass die anderen platzierten Fotos schlechter wären...


    LG, Martin

    Hallo Bjorn,


    tolle Mikroskopbilder zeigst du da wieder!


    Hast du eine Ahnung, was das für dünne, septierte Hyphen bei Candelaria concolor im Hymenium sind? Normal Paraphysen sind das wohl nicht. Die häufige Septierung hat doch sicher einen Grund. Werden hier eventuell Konidien gebildet?


    LG, Martin

    Hallo Werner,


    da du nicht überzeugt bist, muss ich Mikroskopbilder nachliefern.

    Mikroskopiert wurde nach einem Dip in Kongorot in Wasser.

    Sporen gibt bei dem kleinen Burschen leider noch keine.


    Die Zellen des Hymeniums wirken alle gleich keulig, tw. mit Sterigmen, aber ohne überstehende Zystidien.

    Insbesondere keine kristallbesetze Zystidien, wie bei den vorgeschlagenen Porlingen Irpex lacteus und Steccherinium oreophilum zu erwarten wäre.

    Merulius tremellosus ist doch wohl außer Diskussion?


    Trameten sollten trimitisch sein.

    Ok, ich sehe dünnwandige und dickwandige Hyphen.

    Ich bin mir nicht sicher, wie man die Hyphentypen dickwandig generativ vs. Skeletthyphen unterscheiden soll, ich denke aber es handelt sich um Skeletthyphen.

    Bindehyphen müssten dickwandig und zudem verzweigt sein. Die habe ich zugegebenerweise nicht entdeckt.

    Schnallen konnte ich keine sehen, was natürlich nichts heißt, bei einem Blindfuchs wie mir.


    Damit ist es natürlich nicht eindeutig: keine Sporen; Bindehyphen, Schnallen nicht nachgewiesen.

    Ich dachte, makroskopische Erscheinung und Wahrscheinlichkeit sprächen für Trametes hirsuta.

    Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.

    Ich bin gespannt...


    LG, Martin


    Bild N6 Übersicht


    Bild N7 Haare


    Bild N8 Kontext


    Bild N9 Kontext


    Bild N10 Hymenium


    Bild N11 Hymenium mit Basidie


    Bild N12 Hymenium Aufsicht


    Bild N13

    Hallo,


    jetzt habe ich die Gallerttränen seither versucht, feucht zu halten und habe 2-3x kontrolliert, was sich tut.

    Leider ist der Pilz nicht nachgereift und hat keine Basidien gebildet.

    Er schein eher seine Hyphen in kleine Teile abzuschnüren und sich gleichzeitig zu verflüssigen.

    Ist das nur Zersetzung oder eine Vermehrungsstrategie oder eher beides:

    Die Dacrymyces zerlegt sich selbst durch wiederholtes Einschnüren in kleine Würstchen, die teilweise im gallertigen Brei davonschwimmen (Bild N1+2).


    Der parasitischen Tremella obscura hingegen scheint es gut (noch) zu gehen.

    Sie ist gewachsen und ernährt sich von der schwindenden Dacrymyces (Bild N3-5).


    Es wird wohl nichts mehr mit Basidien!

    Im Pilz vermehren sich zudem bereits Nematoden und ein gefährlich wirkender, großer Wurm mit allerlei Besteck am Mund, den ich heute zu seinem Pech versehentlich unter dem Deckglas terminiert habe (Bild N6).

    Ich entsorge die Reste des Pilzbiotops.


    LG, Martin


    Bild N1


    Bild N2


    Bild N3


    Bild N4


    Bild N5


    Bild N6 Gewürm, Vorderende

    Hallo Pablo!


    Ui, dein Vorschlagpilz zum Vergleichen (Perenniporia medulla-panis, Ockerfarbener Dauerporling) gleicht meinem Fund tatsächlich über weite Strecken!

    Neben der übereinstimmenden Sporen- und Wuchsform erinnern mich auch das Hyphenwirrwar sehr an meine Mikroskopiererfahrung mit dem Pilz.

    An eine so kräftige Braunfärbung in Lugol kann ich mich nicht erinneren, muss ich noch mal ausprobieren.

    Bei der Gelegenheit messe ich auch mehr Sporen!


    So getan: Sporenmaße liegen bei 4,8-5,5-6,2 x 3,5-4,0-4,5, Q = 1,4, N = 22 (50% in KOH, 50% in Lugol gemessen, hier etwa 0,1µm im Mittel kleinere Maße).

    Die Abmessungen stimmen mit denen von P. medulla-panis gut überein.

    Die alten Poren von P.m.-p. verfärben sich schwärz. Passt auch.

    Sehr dünnes Subiculum sehe ich in Bildern N2. Passt

    Dimitisches Hyphensystem - wenn ich die dickwandigen Hyphen mitzählen darf, passt das auch.

    Schnallen konnte ich allerdings keine finden! - Vielleicht übersehen...

    Arboriforme vegetative Hyphen? - Nicht gefunden...

    Arboriforme Skelett-Bindehyphen? - Fehlanzeige.

    Hmmm...

    Die Sporen sind definitiv inamyloid und indextrinoid.

    Bild Lugol 1

    Bild Sporen in Lugol => inamyloid, indextrinoid


    Querschnitt durch Poren mit Sporenpfropfen in Lugol, Sporenmasse bleibt gelb.

    Nach dem Trocknen wirkt die Lugol-benetzte Schnittfläche des Porlings silbergrau, sicher nicht blau oder violett.

    Wenn überhaupt färben sich die Hyphen ganz leicht grauviolett:

    Bild im Makroskop nach Lugol, leichte violette Töne erkennbar


    Bild 20% KOH => Hyphen gelb, Sporenmasse braun


    Dickwandige Hyphen konnte ich mittlerweile entdecken.


    Die geschwollenen, bauchigen, zystidenartigen Strukturen konnte ich heute (in KOH) in großer Zahl entdecken.

    sie befinden sich immer in der Nähe der gelben Sporenpfropfen, also vermutlich im Hymenium.

    Nach Basidien sehen sie mir allerdings nicht aus, Sterigmen sind nicht ansatzweise zu erkennen.

    Sie wirken birnenförmig (vgl Bild N6) bis flaschenförmig (vgl. Bild N7), auch sehr langgezogen, mit allen Übergangsformen, teile auch mit einer Art schmaler Platte oder einem Haken am oberen Ende. Allesamt wirken sie recht dickwandig (Bilder Z1-5 unten).

    In Hyphengewebe lassen sich immer wieder große Kristalle finden (Bilder Z6).


    So ganz passt P. medulla-panis wohl nicht, aber er kommt der Sache vielleicht nahe.


    LG, Martin


    Bilder:

    Bild Z1


    Bild Z2


    Bild Z3


    20220222 181703106 KOH_autoscaled.jpg

    Bild Z4


    Bild Z5


    Bild Z6 Klumpen im Hyphengeflecht (Kristalle)

    Hallo,


    beim Versuch aus der Probe brauchbare Mikroskopaufnahmen hinzubekommen, bin ich vermutlich gescheitert:

    Die Poren der Probe sind, wie auf den Makroskop-Fotos schon erkennbar, vollständig mit einer weißlich-gelben Masse aus Sporen aufgefüllt, die ich nur durch

    (1.) 20%igem KOH-Zusatz zum Wasser und

    (2.) längerem Pumpen mit dem gefederten 100er-Objektiv an einigen Stellenhalbwegs herausspülen konnte.

    Die Aussagekraft ist entsprechend gering.


    Gefunden habe ich
    - nur generative, dünnwandige Hyphen, alle keine Schnallen

    als einzige auffällige Strukturen

    - Zystiden (Bild N6+7) ohne Kristallbesatz, kann aber eventuell am KOH-Zusatz liegen

    ohne KOH-Behandlung

    - lösen sich die Pfropfen in den Poren nicht

    - stellenweise größere Kristalle vorhanden

    - Hyphen wirken belegt (Bild N8)


    Die Sporen, die aus der verklebten, gelben Masse in KOH freigesetzt werden, sind

    - dickwandig (Bild N4)

    - Form variabel, meist schwach elliptisch (Bild N4, N5, N7), tw. verdellt

    - Abmessung variabel, etwa 5-7 x 3,5-4

    - inamyloid (Test vor KOH)

    Ich weiß nicht, in wie weit das Abmessen dieser verm. toten Sporen hilfreich ist, viele habe ich nicht gemessen


    Ob das jetzt ein Oxyporius ist?

    Diese Gattung wird in meinem Buch gar nicht erwähnt.


    LG, Martin


    Bilder:

    Bild N1 Porlingsprobe, Blick auf Rückseite;

    Der Porling ist an einer Spaltfläche durch Hebeln mit dem Messer glatt geteilt worden.

    Der Rest haftet noch dem Substrat an, vgl. Bild 5

    Ich würde wegen des geschichteten Wachstums auf einen mehrjährigen Porling tippen.


    Am Querschnitt lässt sich eine weitere Trennlinie (Wachstumsfuge) erkennen

    Bild N2: verfüllte Poren im Porlingsquerschnitt; Dünnschnitte für Mikroskop an dieser Fläche erzeugt


    Bild N3 Übersicht Mikroskopnach Anfärben in Kongorot und Spülen mit Wasser


    Bild N4 Sporen, kongogefärbt, durch KOH-Zusatz aus Verklumpung gelöst


    Bild N5 Hyphen


    Bild N6 Zystiden zwischen Hyphen


    Bild N7 Zystide


    Bild N8 Hyphen ohne KOH-Behandlung in Wasser


    Bild N9: Kristalle im Trama

    Hallo Werner,


    vielen Dank für deine Antwort.

    Eine Probe habe ich mitgenommen.

    Heute abend versuche ich mein Glück beim Mikroskopieren!


    Rein weiß ist der Porling allerdings eben nicht.

    Er besitzt einen auffällig breiten, schwarzen Rand mit einer gelben Übergangszone.


    Im Schnittbild meine ich auch eine Trennlinie zwischen zwei Porenebenen zu erkennen, wobei die ältere in den schwarzen Rand übergeht.


    LG, Martin

    Hallo!


    Eigentlich dachte ich, den Porling kann ich makroskopisch durch Vergleich mit der Beschreibung von im Buch als klar abhaken,

    aber jetzt lese ich, dass mein Verdacht P. crocatus vom Aussterben bedroht sei, was mich doch sehr verunsichert.

    Deshalb stelle ich den Fund hier mal ein.

    Die Porendichte schätze ich mit etwa 6/mm ein (Bild 7).

    Die Poren sind mit einer gelben Masse aus Sporen und Hyphen zugesetzt (Bild 8).


    Was könnte das außer Physisporus crocatus denn sonst noch sein?


    LG, Martin


    Der Porling fruchtet bevorzugt zwischen den Wurzelachseln eines sehr morschen Baumstumpfes in einem Waldabschnitt mit gemischten Laubbäumen

    Bild 0 Der Wald


    Bild 1: Fundsituation, ein endmorscher Baumstumpf


    Bild 2


    Bild 3


    Bild 4


    Bild 5 Stückchen abgestemmt und mitgenommen


    Bild 6


    Bild 7


    Bild 8

    Hallo,


    Peziza varia sieht auch so aus und kommt wohl auch in feuchten Kellerräumen vor.

    Ich frage mich, was hinter der Wand liegt, etwa sehr altes nasses Gebälk?

    Ich empfehle, abzuwarten, bis ein erfahrener Forent sich zum Thema meldet => mollisia / Beorn helft!

    Andreas oder Pablo kennen sich da bestimmt aus und kann helfen!


    In der Zwischenzeit vielleicht mal hier weiterlesen: Riesen-Becherling


    LG, Martin