Beiträge von KaMaMa

    Hallo Björn,


    schon immer erstaunlich, was du so alles zusammenträgst.

    Du hast ein wirklich scharfes Adlerauge!

    Ich nehme an, auch auf den Übersichtsbildern ist der Pilz immer schon zu sehen - ich entdecke ihn häufig nicht, selbst wenn ich durch die Folgebilder weiß, wonach ich schauen sollte (z.B. beim Kälberkopf).


    Wie viele Meter Deich braucht es denn eigentlich, um 20 Phytoparasiten zu finden?

    5 km oder reichen eher schon 5 m? :gzwinkern:


    LG, Martin

    Hallo Ulla,


    vielen Dank für deine ausführliche Analyse!


    Die Dornen habe ich tatsächlich nicht erkannt. Ich wusste nicht wie sie aussehen sollten und hatte eher an sowas wie beim Wespennest gedacht...


    Tja, die Erfahrung macht's einfach aus! Danke, dass du mich an der deinen teilhaben lässt! Super! :gbravo:


    Die Sporen bin ich mittlerweile los geworden, indem ich das kleine Döschen mit der Probe mehrfach ordentlich auf dem Tisch geklopft habe. Die Sporen lagen schön in der Dose ohne sich überallhin zu verteilen und das Capillitium ist jetzt großteils frei davon.

    Morgen kann ich mir das Capillitium in Ruhe nochmals anschauen und mit dem von S.fusca vergleichen. Da bin ich schon gespannt, ob ich alles nachvollziehen kann, was du erwähnt hast!


    Vielen Dank und eine gute Nacht wünsche ich!


    LG, Martin

    Hallo zusammen!


    Gestern bin ich auf einem Waldweg ...


    Bild 0 Der Wald


    ... an strahlend weißen Flecken auf Holz vorbeigekommen und habe mich deshalb noch einmal umgedreht.

    Da muss sich unsereins natürlich mal bücken und genauer schauen.

    Bild 1 Heller Fleck auf Holz


    Ein Schleimpilz, der gerade beim Ausbilden seiner Fruchtkörper ist, weich und feucht.

    Bild 2 Fruchtkörperbildung


    Nur ein wenige Zentimeter weiter, vom Kraut überdeckt, stehen reife, braune Fruchtkörper einer Stemonitis-Art, die eventuell zum unreifen, weißen Stadium daneben gehören.

    Diese reifen Fruchtkörper hätte ich beim Vorbeigehen natürlich nie entdecken können.

    Bild 3 Reife Stemonitis auf Moos über Holz


    Die Fruchtkörper sind etwa 6-7 mm lang, zuzüglich einem kurzen, etwa 2 mm langem, schwärzlichem Stiel.

    Die Stiele sitzen mit einer verzeigten Struktur in einem bräunlichen Hypothallus, ohne sich am unteren Ende zu verdicken.

    Bild 4 Übergang Stiel / Hypothallus


    Der Fruchtkörper ist an der Stielbasis wie rund, wie auch am oberen Ende!

    Bild 5 Hypothallus


    Das obere Ende des Fruchtkörpers scheint sich auf die Spitze zu leicht zu verjüngen (sieh Bild 3 oben)...

    Die Columella löst sich am oberen Ende verzweigend auf.

    Bild 6a

    20220514 105201289.jpg

    Bild 6b


    Das hellbraune Capillitium scheint mir hauptsächlich am Rand des Fruchtkörpers zu existieren.

    Es zeigt keine Dornen, aber verbreiterte Verzeigungen.

    Bild 7 Capillitium mit Sporen


    Die Sporen sind kugelrund und ornamentiert.

    Ihr Durchmesser liegt bei etwa 8,0 - 8,5µm. Es lassen sich aber auch etwas größere und kleinere Sporen (7,5-9,0) finden.

    Einen Keimporus kann ich nicht erkennen, was nicht heißt, dass er nicht existiert.. :gkopfkratz:

    Der Fokus lässt sich so einstellen, dass man meint, ein Netz zu sehen oder doch Dornen, die etwas zusammenhängen.

    Bild 8 Sporen in unterschiedlichen Ebenen


    Bild 9 Blick auf Stielbasen


    Meinen kleinen Geib bemühend, schließe ich S.fusca aus, da das Capillitium dornenfrei ist.

    Sporen größer als max. 8µm sprechen eventuell gegen S.axifera, vor allem ist das untere Ende nicht spindelförmig, sondern rund. Die Stiele müssten wohl länger sein.
    Der gerade, nicht verbreiterte Stiel passt nicht zu S.smithii.

    Bliebe S.herbatica von den vier in M.Geibs Buch zur Auswahl stehenden Arten. Gefällt mir aber auch nicht so recht...


    Wenn ich mir die SEM-Aufnahmen vom Capillitium im Artikel von G.Moreno vergleiche, dann ist mir das von S.herbatica zudem viel zu feinmaschig; eventuell würde das von S.splendens besser passen.

    Rottöne finde ich auch weder an Stiel noch anderen Teilen.


    Gerne würde ich das Capillitium über die gesamte Sporocarplänge begutachten, aber es sitzt noch voller Sporen.

    Wie bekomme ich die wohl am besten los?


    LG, Martin

    Hallo,


    guck mal hier den Kameratest bei den Pilz-Makrokünstlern "Traumflieger": Panasonic Lumix

    Ich hatte bereits eine Bridgekamera und habe mich aufgrund des Tests wieder für diese Bridge-Kamera entschieden (allerdings das ältere Modell Mark I, weil die Optik wohl einen Tick besser sein soll), weil ich sowieso nicht dauernd Objektive schleppen und wechseln will, kein Profi-Fotograf bin und auch nicht werde.
    Die Mark II kann auch offenbar sogar Stacken.

    Da bekommst du eine gute Kamera für weit unter 1k€ inkl. gutem Makro-Zoom-Objektiv.

    Das Preis-Leistungs-Verhältnis halte ich für super.


    LG, Martin

    Hallo Peter,


    da hast du natürlich Recht.

    Es gibt durchaus noch andere Ausbreitungsweisen als mit dem Wind!

    Auch die Trüffel leben von tierischen Vermittlern...


    Und so manch Pilzsammler verwendet aus genau diesem Grund keine Körbe mit geschlossenem Boden, wenn er den Wald durchstreift.


    LG, Martin

    Hallo,


    mit dem Abstand wächst einerseits die Fläche, auf welcher sich die Sporen eines Pilzes bei isotroper, potentiell unendlich weiter Ausbreitung verdünnen, aber es wächst im gleichen Maß mit dem Radius die Anzahl der potentiell vorhandenen Pilze, die Sporen emittieren und im betrachteten Flächenelement deponieren.

    Der (einzige) Grund ist das also nicht.

    Erinnert ein wenig an das bekannte Paradoxon, warum es nachts dunkel ist bei beliebig vielen Sternen in beliebig großer Entfernung.


    Wenn die Dichte der Quellen (Pilze; Sterne) nicht konstant ist (z.B. Biotopvariation; leerer Raum), die Ausbreitung behindert wird (z.B. Vegetation; Dunkelwolken), durch Ausfall (Degradation, Fraß; Absorption) mit Zeit und Abstand abnimmt, und/oder in unserem Fall der Pilz es eben nicht nötig hat, oder es sogar nachteilig wäre, die Sporen so zu adaptieren, dass sie möglichst weit driften, reichern sich Fremdsporen nicht in höherer Konzentration an.


    Ich denke, es ist evolutionär einfach nicht vorteilhaft, den Aufwand zu betreiben, Sporen zu haben, die (sehr!) weit vom Pilz gelangen sollen/können.

    In der näheren Umgebung gibt es immer genug unbesiedelte Streu, frisches Totholz, mykorrhizafähige Wurzeln, was immer...


    Wozu in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah! :gidee:


    LG, Martin

    Hallo Raphael,


    danke für die schöne, erklärende Darstellung der Ergebnisse!


    Ich stelle mit das so vor:

    Eine Spore, die in der näheren Umgebung landet und auskeimt, hat eine hohe Wahrscheinlichkeit, Bedingungen anzutreffen, die für die Elterngeneration geeignet waren/sind. Wird die Spore zu weit verfrachtet, schwinden die Chancen, in ein passendes Biotop zu gelangen.

    Eine Spore, die möglichst weit reisen soll, müsste zudem winzig sein, brächte nur sehr wenig Resourcen zum Auskeimen mit und könnte sich womöglich nicht gegen die größeren, Kurzreise-Sporen durchsetzen, die zudem schon früher da sind...


    Kurz und gut, es macht m.E. gar keinen Sinn, seine Nachkommen über den ganzen Planeten zu verteilen.


    Das macht (fast) nur der Mensch... ==Gnolm4


    Grübelnd, Martin

    Hallo Ulla,


    vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Sie hilft sehr!

    Ja, die hexagonale Form und die Tatsache, dass die Sporen in nur einer Einzelschicht, also nicht dreidimensional-klumpig auftreten, hat mich gefoppt.


    Trichia favoginea hatte ich kurz im Auge, aber hatte dann gelesen, dass die Capillitiumfäden kleine Dornen/Stacheln hätten. So etwas konnte ich hier gar nicht nicht entdecken... Auch für T.persimilis gilt wohl das gleiche.

    Deshalb hatte ich überlegt, ob nicht vielleicht T.scabra eher in Frage kommt?


    LG, Martin

    Hallo!


    Am Wochenende war ich ein paar Tage nach dem letzten Regen im Wald unterwegs.

    Vom Weg aus wurde ich auf einen liegenden, stark zersetzten und feuchtem Laubholzstamm aufmerksam, an dem etliche Fruchtkörper von Picipes badius wuchsen.

    Bild 1 Waldweg in Fundortnähe


    Auf der Rückseite des gleichen Stammes dann ein knallgelber Schleimpilz.

    Bild 2 Schleimpilzfund


    Bild 2 Schleimpilz


    Der Schleimpilz befand sich wohl leider bereits im ausgesporten Stadium, das Capillitium bzw. die Elateren waren schon aus den Peridienresten herausgefallen und stark verfilzt.

    In der kleinen Probe, die ich mitgenommen hatte, ließen sich zu meinem Erstaunen keine Sporen finden - das hätte ich so nicht erwartet - oder ich erkenne bloß die Sporen nicht als solche?

    Bild 3 Dichte Packung


    Die Fruchkörper wirken ungestielt, wenn müssen die Stiele sehr kurz sein.

    Ein ordentliches Foto von der Seite ist mit nicht gelungen, da alles so dicht gedrängt und verfilz ist.

    Die Körnchen, die ich unter der Lupe noch für Sporen gehalten hatte, erwiesen sich als hexagonale Plättchen - vermutlich Bestandteile der Peridie.

    Bild 4 Peridie


    Zwischen den Elateren waren auch keine Sporen zu finden.

    Die Enden der Elateren sind spitz, dornige Fortsätze sind nirgends zu erkennen.

    Bild 5 Elateren sind rein gelb


    Der Schleimpilz ist vornehmlich gelb, die Peridie spilet ins Ockerliche.

    Ich könnte mir hier eine Trichia vorstellen, aber welche ist unklar.

    Könnte Trichia richtig sein?


    LG, Martin

    Hallo Bernd,

    ich muss mich Ingo anschließen!

    Tolle Aufnahmen! :gnicken:

    Sehr schöne Pilzlein, die ich hoffentlich auch bald zwischen den Flechten finde.

    Johannisbeerbüsche hatte ich bislang nicht kontrolliert, Apfelbäume dagegen schon.

    Mal sehen, wad die Zeit bringt...

    LG, Martin

    Hallo Malone,


    tolle Aufnahmen von Tieren!

    Den Marmormolch kannte ich nocht nicht...

    Ist Nordspanien nicht ein Eldorado der Molche?

    Ich glaube mal gehört zu haben, dass in den asturischen Bergen gaaanz viele Feuersalamander leben, die auch noch alle paar Dörfer weiter anders gemustert sind. :gbravo:

    Sicher eine sehr interessante Gegend dort.

    Viel Spaß bei deinen Ausflügen!


    LG, Martin

    Hallo,


    der Vollständigkeit halber als Nachtrag noch das mikroskopische Ergebnis, das nMn die Vermutung P.cinnabarinus stützt.


    Der Sporenabwurf zeigt bockwurstförmige, hyaline Sporen mit Abmessungen von 4,8-5,0-7,0 x 2,0-2,5-3,5 µm² (Min-Mean-Max); Q = 2,1; N = 20

    Damit sind die Sporen lt. FoTE eigentlich etwas kurz für P. cinnabarinus (6-7 x 2,5-3 µm² lt. FoTE), aber gerade noch am unteren Ende der Streubreite lt. 123-Pilze mit 5-8 x 2,5-3 µm².

    Bild zu Sporenabwurf in Wasser


    Der Zusatz von 3%iger KOH zum Querschnitt lässt die Probe kräftig gelb auslaugen.

    Das Hyphensystem besitzt sehr dickwandige Hyphen (fast ohne Lumen) und (stark) verzeigte dickwandige Hyphen, und sollte nach meinem Verständnis also trimitisch sein.

    (Dünnwandige Hyphen habe ich nicht gesucht - die sollte es immer geben, zumindest im Hymenium)

    Bild zum Hyphensystem in < 3 % KOH (Einsatz: auslaugende Probe in KOH)


    LG, Martin


    Und den Dörfelt habe ich auch bestellt, freu' mich schon darauf!

    Diesen Beitrag habe ich eben entdeckt! :gbravo:

    Cool: Springschwanz-Dung auf Damwild-Dung!


    Mein erster Gedanke war: Warum frisst der Springschwanz die Sporen, wenn er sie nicht verdauen kann? Oder sind das nur noch leere Sporenhüllen?


    Aber der Springschwanz ist mit etwa 1mm Körperlänge immer noch riesig im Vergleich zu den Sporen um 10um und frisst die also bloß mit. Im Größenvergleich etwa so, wenn wir (2m) die Pflaumen- oder Pfirsichkerne (20mm) ungekaut mitessen würden.


    Würde schon gehen, aber das stelle ich mir lieber nicht bis zu Ende vor. :gpfeiffen:


    LG, Martin

    Hallo Argus,


    sag mal, ist dei 3. Pilz nicht eher ein Trüffel als ein Bovist? Wenn ich die hier finde, haben die noch nie gestäubt und sind immer komplett geschlossen (Krytothecium?). Dein Exemplar entwickelt sich doch auch hypogäisch, oder? ==Gnolm7


    LG, Martin

    Vielen Dank für den schmeichelhaften 3. Platz für die kleinen Flechten!

    Das freut mich sehr!

    Der 1. und 2. Platz waren eigentlich klar, Glückwunsch natürlich auch von meiner Seite!


    LG, Martin

    Hallo Lyd, Stefan, Ulla!


    Vielen Dank für eure Bestätigung.

    Auch ich habe mich sehr über den Fund gefreut, wie ein Schneekönig. Einfach toll, diese bunte Farbkleckse zu entdecken! :gbravo:

    Den Dörfelt muss ich mir vielleicht jetzt doch mal zulegen, ich liebäugele schon eine Weile damit.

    Wobei Erfahrung sicher wichtiger als Bücher für die Zuordnung sind. Deshalb wird wohl auch gerne auf den Beitritt in einen Pilzverein hingewiesen.


    LG, Martin

    Hallo!


    Heute bin ich in einer feuchten und eher schattigen Klinge (Bachtal) auf einen umgeknickten Kirschbaum aufmerksam geworden, der auf der Oberseite trametenförmige Fruchtkörper aufwies.

    Die meisten davon normale Striegelige Trameten (T. hirsuta)...

    Bild 1 Fundsituation


    ...aber eine Gruppe in intensivem Orangerot ==Gnolm11 :

    Bild 2 Orangene Porlinge!


    Bild 3

    Bild 4

    Bild 5


    Meine Neugier hat gewonnen und ich habe einen der hübschen Pilzchen gepflückt und mitgenommen:

    Bild 6

    Bild 7


    Die Stelle auf der Unterseite, die mein Daumen beim Pflücken gedrückt hat uznd auch der unberührte Rand, ist dunkler, röter verfärbt.

    Die Poren sind rund bis länglich; ihre Dichte liegt bei geschätzt 3-4/mm:

    Bild 8


    Der Fruchtkörper ist schwamm-weich und triefend feucht/saftig.

    Mein Objektträger, auf dem der Fruchtkörper für den Sporenabwurf liegt ist nassgeschwitzt.

    Beim Schneiden musste ich allerdings zweimal ansetzen, um den dickeren Bereich durchzubekommen.

    Im Querschnitt ist das Fleisch intensiv orange.

    Auf der Hutoberseite erkennt man spätestens im Querschnitt einen feinen Filz:

    Bild 9 Querschnitt


    Der Test mit 20%iger KOH ist nicht ganz eindeutig (ich dachte zuerst an Aurantiporus cocreus, der sollte purpurrot reagieren).

    Es tritt eine Farbreaktion auf, aber ob das nun schwärzlich mit orangenem Unterton oder Purpurrot sein soll, kann ich nicht sagen:

    Bild 10 Huthaut mit 20% KOH


    Bild 11 Querschnitt mit 20% KOH


    Pycnoporellus fulgens hat deutlich andere und etwas größere Poren und mag eher Nadelholz. Seine Oberseite ist gerne striegelig. Tritt eher im Sommer-Herbst auf.

    Pycnoporus cinnabarinus kann scharlachrote runde (bis irreguläre) Poren haben, aber mag wohl sonnenexponierte Orte.


    Ein Sporenabwurf läuft gerade übernacht.

    Die in Frage kommenden Porlinge überlappen natürlich im Sporenmaß, so dass ich glaube, das wird nicht wirklich weiterhelfen.

    Natürlich hilft auch die Porendichte nicht, da sie im Überlappungsbereich liegt.


    Aufgrund des Wirtes, der Porenform und dem Funddatum tendiere ich zu P.cinnabarinus.

    Könnte das stimmen?


    LG, Martin

    Hallo Radelfungus,


    die Flatterulme hast du wohl in einem Park gefunden?

    Hat die Flatterulme nicht auch (manchmal) Brettwurzeln und wirkt dadurch recht exotisch?


    LG, Martin

    Hallo Karl,


    deine Insel sieht wirklich toll aus!

    Was wächst denn da neben dem Sonnentau noch auf deiner schwimmenden Insel?

    Jedenfalls super, das Inselchen! ==Gnolm8


    LG, Martin

    Hallo Josef, hallo Stefan!


    danke für eure Stellungnahme. Es muss ja eigentlich so und wie könnte es auch anders sein!

    Josef, natürlich gibt es noch andere anthropogene Substanzen und Einbringpfade neben Spritzmitteln und Dünger aus der Landwirtschaft, die sich in den Böden und im Wasser anreichern und die Umwelt verändern. An was wichtigeres denkst du denn hier (Flächenverbrauch? Hormone/Medikamente? Aufräumwahn wie zB. Totholzentorgung?)


    LG, Martin

    Hallo Pilzfreunde!


    Ich möchte heute einmal eine Frage an euch richten, die mich schon seit einiger Zeit beschäftigt. Ihr, die ihr schon seit Jahren und Jahrzehnten die Funga in Wäldern und Wiesen kennt und beobachtet:

    Lässt sich - ähnlich wie zum Beispiel bei den

    Gliedertieren - auch bei den Pilzen ein Rückgang in der Individuen- und Artenzahl erkennen? Gab es früher mehr Pilze und mehr unterschiedliche am gleichen Standort?

    Ich befürchte, dass dem womöglich so ist.

    Gelesen habe ich bisher nichts darüber.


    Wenn man alt genug ist, erinnert man sich: Vor 40 Jahren waren noch die Windschutzscheiben der Autos nach einer kurzen Fahrt in den nächsten Ort voll zerschmetterter Insektenleichen. Heute kann man 100 km und weiter fahren, ohne dass auch nur ein Käfer sein Leben an der Frontscheibe verliert.

    Und vor 15 Jahren noch hat es im Garten an den Blüten gebrummt und gehummelt - auch hier wird es von Jahr zu Jahr weniger, eigentlich ist schon tote Hose. ==Gnolm6


    Diese Entwicklung ist vielen Leuten leider nicht bewusst und/oder egal: Eine Nachbarin wünscht (!) sich sogar einen insektenfreien Garten. Das muss man sich mal vorstellen! Solch ignorante Menschen keine Ahnung, was das in Konsequenz bedeutet...==Gnolm21


    Im Gegensatz zu den kleinen, bestäubenden Leuten im Garten leben die Pilze bewegungslos und versteckter und springen einem, wenn man sie nicht gerade sucht, nicht ins Auge. Auch machen sie keine Geräusche, was ihr Auffinden weiter erschwert. Das kann man ja an diversen Such- und Nichtfinde-Berichten gut erkennen.


    Reagiert auch die Pilzwelt auf die Anreicherung von Gift- und Schadstoffen in der Umwelt?

    Fungizide werden in der Landwirtschaft ja in nicht unerheblichen Mengen auf den Nutzflächen ausgebracht und verteilen sich anschließend weiter.


    Eure Erfahrung und Meinung hierzu würde mich und bestimmt viele andere auch interessieren.


    LG, Martin

    Hallo Phil!


    Ja, die Erfahrung habe ich auch gemacht. Schnell findet sich unter der Lupe ein Mikrokosmos an Pilzen, Moosen, Flechten auf einem kleinen, gammligen Ästchen.

    Je länger man sucht, desto mehr entdeckt man.


    LG, Martin