Hallo Christine,
ich würde bei Nichtwissen zumindest eine Vermutung hinschreiben - wie in der Schule. ![]()
Wenn's falsch ist, ist auch nicht falscher als nichts anzugeben.
Vielleicht aber ist deine Vermutung richtig, die Chance besteht...
LG, Martin
Hallo Christine,
ich würde bei Nichtwissen zumindest eine Vermutung hinschreiben - wie in der Schule. ![]()
Wenn's falsch ist, ist auch nicht falscher als nichts anzugeben.
Vielleicht aber ist deine Vermutung richtig, die Chance besteht...
LG, Martin
Hallo Tuppi,
vielen Dank! ![]()
Ich hab's gefunden und entsprechend deinem Vorbild eingetragen.
LG, Martin
...und wo finde ich meine Chips überhaupt??
Ich kann mich erinnern, es hieß mal, man bekäme für den ersten Beitrag 100 Chips.
Die müssen irgendwo hier auf der Forumsbank liegen, verbraucht habe ich noch keine.
Bei anderen Forenten tauchen die Chips untern dem Profilbild auf - bei meinem leider nicht.
Wie funktioniert das denn, bitte??? ![]()
LG, Martin
Hallo Wolfgang,
da würde ich auch gerne mitmachen.
Wie "überweise" ich denn die Cips?
LG, Martin
Hallo Andreas,
ein schönes Pilzlein jedenfalls.
Bin gespannt, was dabei herauskommt...
![]()
LG, Martin
Hallo zusammen!
Beim Wandeln durch den Wald, gelangte ich nach einer Weile in einen interessanten Bereich, an dem ein Bach aufgestaut wird und der Waldboden feuchter bleibt.
Tatsächlich ließ sich hier endlich ein Pilz finden, noch dazu ein Erstfund für mich - Pseudoinonotus dryadeus, der Tropfende Schillerporling.
Über den abgefallenen Restes vom Vorjahr schiebt sich ein junger Fruchtkörper aus dem Stamm einer Eiche:
Bild 0 Pilzfund - Pseudoinonotus dryadeus
Aber zur Flechte:
Im Baumbestand fallen neben Eichen die vielen pittoresk spannrückigen und flechtenüberzogenen Hainbuchen auf.
Ein Stück weiter, beim Kontrollieren eines Hainbuchenstamms fallen mir im Kopfhöhe oliv-braune Krustenflechten mit großen, schwarzbraunen Perithecien auf.
Bild 1 Idyllisches Waldstück mit aufgestautem, entenbegrütztem Bach
Bild 2 Flechtenverkrustete Hainbuche
Bild 3 Kernflechten am Hainbuchenstamm in Teichnähe
An einer Stelle löst sich die Borke vom Stamm und die darüber wachsende Flechte kann leicht abgestemmt werden, um als Probe mit nach Hause zu wandern.
Bild 4 Probenentnahmestelle
Die Perithecien sind sehr groß, bis über 1mm (sichtbarer) Durchmesser.
Die P. sind tief in den Thallus eingesenkt, seitlich überwachsen.
Der Cortex wirkt an seiner Oberfläche wachsartig und glänzt fettig/ölig.
Auf der Thallusoberfläche fallen weiter Pseudocyphellen in Form kleiner, weißer Pünktchen auf.
Bild 5 Probe der Hainbuchenrinde mit Krustenflechte, Moos und kleinen weißgrauen Staubflechten
Ein Keilschnitt in den Thallus zeigt dessen Aufbau.
Im Perithecium befindet sich zwischen dem äußerem, schwarzem Involucrellum und dem schwarzen Hymenium innen ein bräunlicher Bereich (Excipulum).
Bild 6 Keilschnitt in olivgrünen Flechtenthallus durch Algenschicht, Perithecien mit kugeligem, d.h. unten geschlossenem Involucrellum, und Mark bis ins Substrat (braune Borke in Bildmitte)
Mit KOH reagiert das Mark im Keilschnitt gelb, das Excipulum/Subhymenium "blutet" tief rot:
Bild 7 KOH+ rot im Subhymenium/Excipulum; gelb im Mark
Das Hymenium mit Excipulum lässt sich mit dem Zahnarztbesteck leicht aus dem festen Involucrellum lösen und unter das Mikroskop verfrachten.
Im Mikroskop (Wasser) sind unterhalb der Asci ein gelbes Exsudat erkennbar:
Bild 8 Übersicht: Hymenium mit dunklem Excipulum und gelbem Pigment unter dem Hymenium
Bild 9 Hymeniumbereich mit leuchtend gelben Pigment (verfärbt sich während der Untersuchung langsam nach rot)
Lugol-Zusatz bewirkt keine Farbreaktion.
Bei Zugabe von KOH unter das Deckglas verfärbt sich die Umgebung um das Excipulum schnell tiefrot:
Bild 10 KOH(20%)-Zusatz zu Wasser unter Deckglas
Die glatten Sporen sind spindelförmig, vierzellig und braun - erinnern ein wenig an das Michelin-Männchen.
Sie sitzen zu acht einreihig in den Schläuchen.
Die Trennwände sind sehr dick, sehr kleine linsenförmige Zell-Lumina erzeugend.
Die Paraphysen sind sehr dünn und unverzweigt.
Bild 11 Acht reihig angeordnete Sporen in Schläuchen mit sehr dicken Trennwänden
Die Sporenabmessungen sind:
19,8-21,0-22,2 x 7,1-7,5-7,9 , Q = 2,7; N = 10
Die Algen handelt es sich um Trentepholia: grün-gelbe, rund-dickwandige Zellen
Bild 12 Algenzelle(n)
Alles passt zur Gattung Pyrenula, die hierzulande fast nur auf Hainbuche (!), Buche und Esche vorkommt.
Die beiden in Frage kommenden Arten P. nitida und P. nitidella unterscheiden sich in Perithecien- und Sporengröße.
P. nitida hat schmälere Sporen < 8µm, P. nitidella breitere Sporen > 8µm; P. nitida hat größere Perithecien >0,5mm, P. nitidella kleinere < 0,4mm.
P. nitida bevorzugt Carpinus, P. nitidella Fraxinus als Substrat.
P. nitidella gilt als noch wärmeliebender als P. nitida.
Alle beobachteten Eigenschaften weisen auf Pyrenula nitida, die Glänzende Kernflechte hin.
Sie lebt nach Wirth auf glatter, saurer Rinde; in niederen Lagen hauptsächlich am unteren Stammabschnitt von Carpinus, in gleichmäßig luftfeuchten Eichen-Hainbuchen-Wäldern (Teich!) und gilt zudem als recht schattenliebend (WAldflechte).
Ich denke, die Zuordnung passt, Verbesserungen und Korrekturen sind jederzeit herzlich willkommen!
LG, Martin
Eine Frage hätte ich zum Farbspiel hier noch:
Die rot-gefärbten alten Fraßstellen finde ich nirgends erwähnt.
Tritt diese Rötung nach einer flüchtigen Blaufärbung auf, oder handelt es sich eventuell eher um rötlich gefärbtes Hutfleisch?
LG, Martin
Danke Jörg,
die schwammige, violette Verfärbung oberhalb der Röhren kann also nicht als Bataille-Line interpretiert werden, wenn ich dich recht verstehe, sondern sollte klarer ausfallen?
Darf eine rote Bataille-Linie durch Blauen überhaupt violett werden?
LG, Martin
Hallo zusammen,
diese Woche bin ich unvorbereitet auf einen Porling gestoßen.
Leider war er schon halb auf dem Weg ins Jenseits, trotzdem hat er mein Interesse geweckt.
Da die Pilzlage recht angespannt ist, nimmt man halt, was man kriegen...
Da ich überhaupt nicht vorbereitet war, habe ich nur wenige Handybilder machen können, ein Messer war leider auch nicht zur Hand, weshalb ein Stielquerschnitt fehlt.
Ich will dennoch probieren, ob ich den Pilz eingrenzen kann und würde mich freuen, wenn jemand, der es besser kann, mich bestätigen oder korrigieren möchte!
Der Pilz stand auf dem Waldweg in der Nähe von allen möglichen Laubbäumen, wie Eschen, Haseln, Buchen, Pappeln, etc.
Die Stelle liegt etwa 10-15m oberhalb eines Baches (Neckarzufluss, Baden-Württemberg) auf trockenem Boden.
Eigenschaften:
Huthaut gelb-orange, ins Rote spielend; trocken
Fraßspuren am Hut, insbesondere deren Kanten, rot verfärbt
Bild 1 Röhrling in-situ
Poren außen gelb, innen orange-rot; schnell und stark blauend
Bild 2 Da der Stiel sehr stark geschädigt war, fiel der Pilz gleich um
Stiel gelb, mit Netz
Unten rotes Netz, auf Höhe der Poren, Übergang von rot zu gelb (?)
Hutfleisch blaß, weißlich, schwach blauend
Röhren gelb, schwach blauend
Oberhalb der Röhren meine ich einen violetten Bereich (Linie) zu sehen.
Bild 3 Blick auf Hutfleisch, Röhren und Stieloberfläche
Die Röhrenöffnungen blauen schnell und intensiv, während Röhren und Hutschleisch nur schwach blauen.
Bild 4 Blauende Röhrenöffnungen (Poren)
Wenn ich am Pilzrad der Fungi of Temperate Europe drehe, komme ich wegen der roten Poren und dem dem roten Netz bei den Gattungen Rubroboletus, Suillellus oder Imperator raus.
Rubroboletus hat rote Stiele und scheidet aus; Imperator blaut sehr stark im Fleisch, hat kurze, dicke Stiele und scheidet wohl auch aus.
Bleibt Suillellus übrig.
Leider fehlt die Stielbasis komplett und vom Rest habe ich keinen Querschnitt ohne Messer machen können.
Könnte es sich hier um einen Hexenröhrling (Suillellus) handeln, oder fehlt zu viel Information, um eine Aussage treffen zu können?
Ich muss mir echt angewöhnen, immer ein Pilzmesser dabei zu haben!
LG, Martin
Hallo Frank,
interessante Information!
Vielen Dank dafür!
LG, Martin
Hallo zusammen!
Heute wollte ich ein Röhrlings-Schnittbild nachtragen, musste aber feststellen, dass ich das Schnittbild an einer dritten Röhrlingsart gemacht hatte.
Das bringt hier also nichts... Den will ich erstmal selbst versuchen.
Also nochmal raus in den Wald, Ehefrau als Augenpaarverstärker dabei - nicht zuletzt auch, um den Tintenfischpilz in geöffnetem Zustand zu sehen.
Aber leider war heute nix zu finden.
Wir fanden weder die Röhrlinge am Wegesrand wieder, noch den Tintenfischpilz, da waren irgendwelche Wildtiere und haben an der Stelle herumgewühlt.
Schade...
Bei den nächsten Röhlingen werde ich einen ordentlichen Querschnitt durch Hut und Stiel anfertigen.
Und das künftig immer gleich, denn wer weiß, was morgen ist.
Vielen Dank für eure wertvollen Beiträge, um die Pilze zu bestimmen bzw. die Pilzbestimmungen richtigzustellen! ![]()
LG, Martin
O Gott!
Wer lesen kann ist wahrlich im Vorteil! ![]()
Peinlich.
Danke für den Hinweis, Werner.
LG, Martin
Danke auch euch, Pablo und Frank!
Die Eingrenzung auf die Gattung Oxyporus scheint also gesetzt zu sein.
Was mich in der Beschreibung von O.ravidus stört, ist die Erwähnung von kristallschopfigen Zystiden.
So etwas fällt normalerweise doch auf, wenn sie vorhanden sind.
Geschlitzte Sporen sehe ich auch nicht. Ist damit ein Keimschlitz, wie er bei manchen Pyrenomyceten prominent vorkommt, gemeint?
Ich ergänze einige Mikroskopfotos, das mag beim Abklären helfen - vielleicht interpretiere ich die Mikrosopie falsch.
LG, Martin
Bilder:
Sporen in Wasser. Ich erkenne aber auch hier keine Schlitze - die Sporen wirken auf mich auch nicht anders als in Lugol:
Bild N1 Sporen 1000x in Wasser
Bild N2 Übersicht der Probe, mit Kongorot eingefärbt
Bild N3 Schnallenlose Septen
Bild N4 dickwandige Zystiden (?) - aber ohne Kristalle
Bild N5 noch mehr Zystiden
Bild N6 gelbliche Gloeozystiden (in Kongo)
Bild N7 Runde, dickwandige Strukturen - vgl. auch Bild N3
Hallo Schupfnudel!
Von einem der Röhrlinge habe ich ein Schnittbild, kann ich morgen nachreichen. Zum Glück hatte ich einen der kleineren Pilze eingesteckt (ich hoffe, es ist dann nicht ein dritter Röhrling). Vor Ort habe ich leider vergessen, dass der Schnitt durch den Stiel für die Bestimmung wichtig ist und nur den Hut eingeschnitten, weil das dem Pilz wohl besser bekommt, als der Länge nach gespalten zu werden. Ich hatte es wohl zu gut gemeint...
Ich kann mich erinnern, dass der Stiel im Schnitt schwach gerötet hat. Ich suche das morgen heraus.
LG, Martin
Hallo Jörg,
mit meiner Stickmorchel-Vermutung lag ich total daneben!
Mit dem Raufuß meinst du natürlich Pilz 10; da kam ich der Sache zumindest näher.
Übrigens: so was soll man essen können? Der Pilzhut besteht praktisch nur aus Röhren.
Danke für deinen Hinweis/Tipp!
LG, Martin
Aah!
Jetzt muss ich nicht mehr suchen.
Vielen Dank Wolfgang, du warst schneller! Genau das Bild meinte ich, danke!
LG, Martin
Hallo Michael,
danke für deine Antwort!
Den spindelingen Rübling habe ich eigentlich nur geraten, wenn's stimmt, stört mich das natürlich nicht.
Nummer 9 könnte also ein Lackporling werden, meinst du? Das muss ich mir nochmal zu Gemüte führen! Leider hat mich eine penetrante Stechfliege von dem Pilz vertrieben und ich konnte nicht genauer schauen, ob noch weitere, vielleicht ältere Pilze in der Nähe standen.
Ich habe die Tage einen Post gelesen , in den drei solche Pilze nebeneinander gezeigt wurden... Ich muss ihn mal suchen!
LG, Martin
Hallo,
heute morgen war ich wieder im Hauswald unterwegs.
In den letzten Wochen hat es immer wieder mal etwas geregnet.
Also, ich habe schon weniger gefunden; ich muss geradzu sagen, es war richtig was los im Wald!
Sogar auf einen roten Alienpilz bin ich gestoßen, doch der Reihe nach...
Ich wähle einen Weg, der etwas abseits liegt und an dem mehrere schöne alte Habitat-Bäume stehen bleiben dürfen (mit Wellenmuster markiert).
Totholz darf hier im Wald auch überall liegenbleiben. Super!
Gleich zu Begin des Weges, unter Lärchen, lassen sich an mehreren Stellen Kiefern-Braunporlinge finden, teilweise schöne, ganz junge Expemplare.
Ich mag diese warmen, gelb-braunen Farben sehr.
Pilz 1 Kiefern-Braunporlinge (Phaeolus spadiceus)
An einem Ast am Boden sitzt ein kleiner Stielporling, auf den ich fast getreten wäre. Was das mal wird, wenn er groß ist?
Die Poren laufen den Stiel ganz herunter. Der Hut ist fast striegelig grau behaart.
Pilz 2 Stielporling
Einige Röhrlinge mit rötlichen Stielen unter Rotbuchen direkt am Wegrand, vielleicht Rotfußröhrlinge?
Pilzfleisch und Röhren verfärben sich nicht bei Luftkontakt
Pilz 3 Röhrling (Xerocomellus spec?)
Um einen ausgerissenen Wurzelstock eines (Laub-)Baumes herum - ich würde auf Eiche tippen - wachsen büschelig Lamellenpilze.
Sie haben sehr lange, fasige, rübenartige, rot-fleckige Stiele, die tief im Boden stecken:
Pilz 4 Spindeliger Rübling (Gymnopus fusipes)?
Im Wald
Ein Stück weiter Riesenporlinge, jeweils bestimmt 30-40cm Durchmesser:
Pilz 5 Riesenporlinge (Meripilus giganteus)
Ein ganzes Stück weiter, an Totholz, weiße Lungenseitlinge
Pilz 6 löffelförmige Lungenseitlinge (Pleurotus pulmonarius)
Und dann stehe ich plötzlich mitten im Wald vor einem Alien von Down-Under.
Mein erster Tintenfischpilz-Fund!! ![]()
Leider ist nur ein Exemplar zu sehen und das ist nicht vollständig geöffnet.
Ich bin vielleicht nur einige Stunden zu früh vorbeigekommen...
Auf jeden Fall, ein Knaller ![]()
Pilz 7 Tintenfischpilz (Clathrus archeri)
Zum Schluss stoße ich noch auf einen ganz frischen, noch klebrigen Stäublings-Schleimpilz mit Käferchen
"Pilz" 8 Stäublings-Schleimpilz (Enteridium lycoperdon)
Am Baumstumpf daneben etwas, was ich für eine aus dem Hexernei schlüpfende Stinkmorchel halten könnte, noch ohne Gleba:
Pilz 9 Mini-Stinkmorchel?
Und zum Abschluss weitere Röhrlinge.
In das Theme Röhrlinge muss ich mich noch einarbeiten - ich könnte mir vom Stiel her einen Birkenröhrling vorstellen.
Aber Birken gibt's an der Fundstelle nicht, sondern Hainbuchen, Rotbuchen, Eichen, Ahorn etc. - also vermutlich doch ein anderer Röhrling.
Pilz 10 Eventuell Birkenpilz, aber ohne Birke
Das hat sich gelohnt heute, finde ich!
Der Tintenfischpilz-Funport ist gemerkt, da werde ich demnächst wohl nochmals verbeischauen, ob sich noch was tut.
Ich hoffe, euch hat mein Spaziergang gefallen und wünsche euch, ähnlich interessante Pilze zu finden! ![]()
LG, Martin
Hallo fllpstar,
die Nachfrage mit der Volva und ab wann man von einer Knolle am Stiel spricht, finde ich auch interessant! Bin gespannt, ob das jemand gut erklären kann.
LG, Martin
Hallo Werner!
Toll, das könnte wie die Faust auf's Auge passen - Danke für den sehr nützlichen Hinweis!
Auf den im Netz gefundenen Fotos von O. ravidus passt dieser vom Habitus sehr gut!
Die Beschreibung bei 123Pilze passt gut bis sehr gut: Die erwähnten Sporenmaße passen, Sporen sind hier sicher nicht kugelig, Gloeozystiden werden genannt; außerdem wird dort das Vorkommen auf der Rinde von Laub- und Nadelholz bestätigt! Nur die Sporenpulverfarbe hätte ich nicht reinweiß genannt - allerdings ist meine Ausbeute nicht besonders groß.
Meine Befunde passen allerdings nicht so super zu Oxyporus im Gattungsschlüssel (Dörfelt), da wäre ich gleich mehrfach falsch abgebogen:
1* nicht braun-rötlich verfärbend (klar)
4* effusofreflex, Hüte breit ansitzend (klar)
11* Hut ohne feste Kruste (auch ok)
15* Hymenophor eher weißlich (naja, ja)
23* effusoreflex (unter anderm)
26* zäh, korkig, ... hier wäre ich sicher falsch abgebogen in Richtung "frisch saftig, trocken bröckelig"
27 mehrjährig (war unsicher auch hier, da Alternative 1-3 jährig ist)
29* an Laubholz (!), Trama nicht reinweiß - hier wäre ich wegen Laubholz wieder gescheitert
30 3-4mm DM, subglobos (??), apikal geschwollene Zystiden mit Kristallschopf = Oxyporus
Angabe zum Durchmesser passt, aber Q = 1,6 ist für mich nicht wirklich kugelig; auch die Zystiden fehlen mir (noch); dafür sehe ich Gloeozystiden...
Wegen der kristallbesetzten Zystiden muss ich wohl nochmal nachmikroskopieren!
Danke jedenfalls für deine Mühe - O.ravidus, falls er es wirklich sein sollte, gilt als nicht sehr verbreitet.
Erkanntest du den womöglich von der Anschauung her?
LG, Martin
Hallo Gast#c2e7,
danke für deinen Vorschlag Climacocystis borealis!
Allerdings tue ich mich schwer diesen Pilz mit dem Fund zu identifizieren, da C.b. als borealer Pilz gilt, ein eher struppiges Tormentum besitzt, ferner einjährig sein soll, und sehr große Poren (1-2/mm) aufweist. Von resupinatem Wachstum lese ich leider auch nichts bei C.borealis. Auch die Fotos im Netz zeigen durchweg gleichen, ich meine, man sagt konsolenartigen Wuchs.
C. borealis besitzt Schnallen - die kann ich natürlich übersehen haben - und eine Duplex-Struktur im Hutfleisch, die ich ebenfalls nicht erkenne.
Allerdings kenne ich C. borealis nicht und kann ihn deshalb per se nicht kategorisch ausschließen. Die angegebene Sporengröße würde jedenfalls zum Fund passen...
LG, Martin
Hallo Freunde der Pilze,
leider bin ich am Sonntag wieder auf einen Porling gestoßen, der mir Kopfzerbrechen bereitet.
Vom Waldweg aus entdeckte ich in einem Fichtenhain im Wald einen verdächtigen, liegenden Baumstamm mit üppigem, hellgelblichem Porlings-Überzug.
Ist das eine Antrodia oder zumindest was aus der Richtung?
Ich kann ihn nicht recht zuordnen, insbesondere diese Farbe stört mich, und die Sporengröße scheint nicht zu den Porlingen, die ich finde, zu passen - z.B. für A.serpula passen die Sporenmaße überhaupt nicht.
Der Steckbrief folgt, die Bilder erst im Anschluss
Substrat: verm. Fichte
Wuchsform effusoreflex (bis imbricat), offenbar mehrjährig
sehr feucht-weich, zäh, im Schnitt krümelig
Hut: feinfilzig, gelblich-weiß
Poren gelblich/aprikosenfarbig, hellere Bereich gilbend bei Druck
Der Geruch ist frisch intensiv pilzlich (vielleicht mit Anis-Note?)
Keine Farbreaktion am Fleisch (C-, L-, K-)
Porengroße etwa 3-5 / mm
Poren erst rundlich, später labyrinthisch und in Zähne aufbrechend
Sporenabwurf in hellem Beige/Aprikose (nicht sehr ergiebig)
Sporen elliptisch, hyalin, glatt- und dünnwandig
Sporengröße (in Wasser): 5,9 - 6,3 - 6,7 x 3,8 - 4,0 - 4,2; Q=1,6; N=10
Sporen nicht amyloid, nicht dextrinoid
Mikroskopisch:
Septen ohne Schnallen
Dick- und dünnwandige Hyphen vorhanden
gelbliche Gloeohyphen, bzw. -zystiden finde ich auch
Falls jemand zum gefundenen und gesuchten Pilz erkennungs-dienliche Hinweise geben kann, möchte ich mich sehr bedanken!
(Ich bin wieder zu blöd, das alleine hinzukriegen
)
LG, Martin
Bilder:
Bild 1 Porlinge auf Baumstamm
Die Fruchtkörper wirkten auf seltsame Weise zugleich frisch und doch alt und gammelig.
Zu alt kann der Pilz aber gar nicht sein, da ein Sporenabwurf funktioniert.
Am Stubben daneben die gleichen Fruchtkörper zwischen Moos und Algen.
Die Huthaut wirkt manchmal transparent und lässt grüne Algen im Inneren erkennen.
Bild 2 Zugehöriger Stubben (Baumstamm dahinter liegend)
Bild 3 Fruchtkörper teilweise ohne oder mit Hut (effusoreflex bis imbricat)
Ältere Fruchtkörper wirken gelborange bis aprikosenfarben und bilden tw. dicke Schichten, die Moos und Algen umwachsen. Die Poren scheinen in Zähne zu zerfallen.
Bild 4
Ein Keilschnitt zeigt 2 Algenschichten im Inneren des Fruchtkörpers und auch zwei ältere umwachsene Porenlagen. Man kann den alten Fruchtkörper-Kern herauspellen.
Das Hutfleisch ist nicht weiß, sondern wie die Poren eher aprikosenfarben.
Bild 5 Schnittbild
Am Waldausgang finde ich nochmals einen vom gleichen Pilz ebenso überwucherten Stubben.
Bild 6 filzige Huthaut
Bild 7 gelbweißliche Poren, gilben bei Druck, etwa 3-5 /mm
Bild 8 Poren
Bild 9 Sporen 1000x (hier in Lugol)
Bild 10 Sporenabwurf helles Beige (passend zu Pilzfarbe)
Hallo Annerose,
der eigenartigen Sporenform und dem Schrumpeln der Pilze nach könnte es vielleicht etwas aus der Parasola-Ecke sein?
Vielleicht kommt das hin: extern Scheibchentintling, und hier das Portrait von Thorben im Forum.
LG, Martin
Hallo Norbert,
ich dachte spontan beim Lesen von
"Habicht, Fundort war Südsteiermark, Großwalz, Heiligengeistklamm... Substrat Totholz", dass sich das schon auf die braunen Schläuche im Bild darunter beziehen würde und mit Totholz der Tisch gemeint sei...
Das hätte ja auch prima gepasst. ![]()
Auf jeden Fall tolle Fotos von tollen Sichtungen!
Da werde ich ganz neidisch, nicht selbst dort zu sein. ![]()
LG, Martin
... und bei Psathyrella weiterschlüsselnd, kommt man recht schnell zum Behangenen Mürbling.
Der Pilz wird derzeit in den Foren öfter genannt, da habe ich nicht gut genug aufgepasst. Offenbar ein Allerweltspilz, gerade oft zu finden ist.
Velumreste am Hut hatte ich bei meinem Exemplar leider nicht gesehen/erkannt.
Sehr schön! Jetzt habe ich Klaus-Udo auch kennengelernt. ![]()
Nochmals Grüße, Martin
