Beiträge von KaMaMa

    Hallo Sebastian,


    in der Tat: wenn man die Makro- und Mikrobilder sieht, ist's aus mit der Ähnlichkeit!

    Also wohl eher was Anamorphes...


    Mein Weihnachts-Erstfund von Phleogena faginea saß teilweise auch ohne sichtbaren Stiel auf der Rinde auf; den Stiel gab es aber dennoch und er durchbrach die Rinde.

    Falls du Lust hast, kannst du ja mal hier schauen.

    Die Sporen allerdings sind bei ihm deutlich kugelig.


    Da bin ich mal gespannt, ob du was hierzu heraus bekommst.

    Viel Erfolg wünsche ich jedenfalls!

    Du wirst doch sicher berichten, oder?


    LG, Martin

    Hallo Sebastian,


    dein Fund 7 könnte sehr gut der Buchen-Hütchenträger (Ohleogena faginea) sein, den ich dieses Jahr erstmals fand.

    Bei ihm lohnt sich das Beschnuppern: der intensive Liebstöckel-Geruch (Maggi) ist erstaunlich!


    LG, Martin

    Hallo Rotfuß,


    denk dir nichts dabei!

    Wenn ich mich auf die Offline-Karte mit GPS-Ortung verlasse, das Ding dann irgendwann aussteigt, und auch noch bedeckter Himmel ist, wird es etwas u.U. unangenehm!

    Hab ich natürlich auch schon erlebt. ==Gnolm23

    Die Wälder hier sind vergleichsweise klein und das Gelände nicht schwierig.

    Ich habe zum Glück noch immer herausgefunden, ohne mich im Brombeerdickicht völlig zu zerschrammen.

    Hoffentlich bleibt's auch so!


    Blöder finde ich, wenn man nicht aufpasst, über einen Ast stolpert - die kommen mitunter wie aus dem Nichts - und dann auf einen von einem Idioten mitten im Wald abgelegten Baumstamm stürzt, dass man glaubt, das Bein ist ab. ==Gnolm6

    Das zeigt einem schnell die eigene Beschränktheit und Verwundbarkeit auf - da braucht noch es gar kein Unwetter oder schwieriges Gelände.

    Sowas kann ganz schnell ganz doof ausgehen: Ich denke da z.B. an abgebroche, hochstehende Äste...


    Also:

    Toi-toi-toi uns Waldgängern, auf dass wir immer wohlbehalten und mit angenehmen Eindrücken und Funden nach Hause zurückkehren dürfen!


    LG, Martin

    Hallo Thorwulf, Hallo Stefan,


    vielen Dank für eure klärenden und hilfreichen Wortmeldungen!


    Zur Erklärung der Formulierungen in meiner Anfrage:

    In Fungi of Temperate Europe (FoTE), das ich zur Bestimmung herangezogen habe, ist nur eine begrenzte Anzahl von Champignons enthalten. A. sylvicola hätte halt den Angaben nach ev. gut gepasst, nur die Sporen sind etwas größer als dort angegeben. Aber im Text zu A. sylvicola wird noch auf A. essettei hingewiesen und, dass dieser Sporen größer als 6 um hätte, was dann für mich für diesen Pilz gesprochen hätte.


    Den Pilz hatte ich schon makroskopisch als Champignon einsortiert und nicht anhand der Zystiden. Im Pilzrad in FoTE sind solche Zystiden bei den langsam gilbenden Agarici eingezeichnet. Ich konnte diese Strukturen an der Lamellenkante finden. Das habe ich oben falsch formuliert.


    Dann suchte und fand ich einen Agaricus-Schlüssel im www und habe die entsprechende Seite (Mushroomexpert) geöffnet. Der Schlüssel beschränkt sich auf mikroskopische und makroskopische Details, ist zudem leider nordamerikanisch. Aber immerhin kam ich dort auch bei A. sylvicola raus, wenngleich A. essettei darin fehlt.


    Ok - so einfach geht es also nicht!


    Kurz und gut:

    Ich nehme mit, dass es ein Champignon ist, und zumindest einer der Sektion Arvenses, zu der neben Arvensis sowohl Sylvicola, Essettei aber auch diverse andere gehören, die sehr schwer zu unterscheiden sind. Wenn die Bestimmung nach neuestem Stand makro- und mikroskopisch nicht genauer geht, finde ich das nicht schlimm.

    Ich wusste es nur nicht.

    Das Sequenzieren werde ich wohl nicht anfangen, es ist ja nur ein Hobby!


    Es ist halt wie überall: Je tiefer man in ein Thema eindringt, desto komplizierter wird es. :gkopfkratz:


    Vielen Dank jedenfalls nochmal für eure Tipps und die Richtigstellung!


    LG, Martin

    Hallo!


    Mitte November letzten Jahres fand ich folgenden Champignon im Nadel-Mischwald:

    Schneeweiß, Hutdurchmesser um 9,5 cm mit erst aufwärts gerichtem, später hängendem, dünn-häutigem Ring und leicht knolliger, flacher Stielbasis.

    Der Pilz gilbt am Hut; mit KOH Färbung nach Orange.

    Der Stiel unterhalb des Ringes gilbt/bräunt etwas nach einer Nacht lagern.

    Der Geruch kommt eindeutig nach Anis.


    Aufgrund der Cheilozytiden sollte ein Agaricus vorliegen.

    Die dickwandigen, braunen Sporen haben keinen Keimporus.

    Die Sporengröße liegt bei etwa 6,3-7,0 x 3,8-4,3 µm².

    Könnte das ein A. sylvicola oder wegen der Sporengröße eher A. essettei sein?


    LG, Martin


    Bilder:

    Bild 1 Fundstelle mit jungem Einzelfruchtkörper, Ring (noch) nach oben gerichtet


    Bild 2 Pilz aus Substrat gelöst


    Bild 3 Stielbasis (noch frisch) bleicht knollig und unterseits platt; Huthaut gilbt bereits vom Transport im Korb


    Bild 4 abends Gilben und schwache Orangefärbung auf Hut


    Bild 5 Nach Sporenabwurf, ein Nacht später - ich hätte sicher den Stiel noch halbieren sollten!


    Bild 6 Dickwandige Sporen


    Bild 7 Lamellenkante mit agaricus-typischen (?) Cheilozystiden

    Hallo Björn,


    wirklich schöne Funde wieder einmal und immer wieder interessant! :gbravo:

    Mit welchem Farbstoff hat du denn das Wasser so dunkel gefärbt, wenn es erlaubt ist zu fragen? Tusche?


    Ich will mich sicher nicht beklagen, aber für mich als Phytoparasiten-Ignoranten wären natürlich jeweils ein Foto vom Pilz als Einleitung super. Oder gäbe das nichts her, weil es immer nur schwarze Pünktchen sind?


    LG, Martin

    Hallo Björn,


    das Syzygospora physciacearum finde ich spannend.

    Ich schaue ja öfters Mal Flechten und natürlich auch Physcien an, aber dieser Lichenicole ist mir bisher noch nie aufgefallen. Das mag natürlich teils an seiner unscheinbaren Färbung liegen.

    Siehst du den öfters, oder war das ein Zufallsfund?


    LG, Martin

    Hallo Tuppie,


    ich kann mich nur anschließen und muss die schönen Bilder deiner Tour loben!


    Interessant finde ich besonders die gelben Fruchtkörper auf Bild 17, die ich nicht als Schleimpilz einsortieren würde. Vielleicht äußert sich hier noch Wissendes oder Ahnendes dazu. Ich bin gespannt!


    LG, Martin

    Hallo UPS,


    Er roch vermutlich nach Orange?

    Der Fenchelporling sieht schon genauso orange-braun aus und hat diese gelben Poren.

    Meist finde ich ihm ganz oben auf Nadelbaumstubben.

    Zuletzt allerdings auch relativ weit unten an einem liegenden Baumstamm...


    Das braune Fruchtfleisch wird übrigens in KOH schön schwarz.


    LG, Martin

    Hallo,


    ich finde, dass die Fruchtschicht deutlich meruliod ist, was nicht so gut zu Postia passt.

    Die fast völlig resupinaten Fruchtkörper an der Unterseite kleiner Ästchen passt auch gut zu B.corium.

    Das Ästchen lag vermutlich auf dem Boden?


    LG, Martin

    Mir hilft der Längsschnitt leider in keinster Weise weiter!

    Selbst ein Porling könnte als Wuchsanomalie Lamellen ausbilden.


    Eigentlich wäre das doch eine Fragestellung für das APR, oder?

    Die Teilnehmer dort kriegen doch alles noch so krude heraus - so ist jedenfalls mein Eindruck.


    LG, Martin

    Hallo!


    Super, dass du dran geblieben bist! :gbravo:

    Also, ich bin mittlerweile wie ein Flitzebogen auf das Schnittbild gespannt!

    Schäufelchen drunter, am Stielansatz absäbeln, hoch ans Tageslicht bringen.

    Und wenn dieser Cthulhu-Pilz bis dahin nicht zu Staub zerfallen ist, kann man einen schönen Längsschnitt durch das Objekt machen und:

    Bitte unbedingt hier zeigen!


    LG, Martin

    Hallo Urs-Peter,


    bei dieser Wuchsform wurde ich unbedingt die zweite Seite (die Hutoberseite) prüfen, ob sie nicht einen sehr feinen Filz besitzt. Das spräche dann eher für Exidia truncata, der gerne an Eiche wächst.

    E. nigricans liegt doch meist eher flach auf dem Substrat auf und besitzt hirnartige Windungen, aber die gleichen Wärzchen, wie in Bild 2.

    Es gibt aber noch mehr Exidien als nur diese beiden!.


    LG, Martin

    Hallo nochmal!


    Ich habe einen Nachtrag zur Serpula:


    An Neujahr habe ich noch das domestizierte Gegenstück, Serpula lacrymans, den Echten (*) noch einmal den Wilden Hausschwamm, Serpula himantioides, an einer liegenden, teil-entrindenten Kiefer gefunden.

    (*) den Fund hatte ich falsch zugeordnet, was freundlicherweise von Pablo erkannt wurde (siehe Beitrag #6).

    Das Hymenophor sieht dem des Wilden Hausschwammes sehr ähnlich, jedoch ist dieses Mal ohne jeden Anflug von rötlichen oder lilalichen Farben in der Wachstumszone am Rand.

    Die schwärzlichen Stellen gehören originär natürlich nicht zum Pilz - dort wurde der Hausschwamm abgebaut, vermutlich weil ein Schleimpilz darübergeschrubbt ist.

    Teile des Schleimpilzes fruktifizierten direkt auf schwärzlichen Hausschwammresten.


    Eine Probe habe ich in diesem Fall nicht mit nach Hause zum Mikroskopieren genommen.

    Das war mir ein zu heißes Eisen - den Pilz möchte ich nicht ins Haus einschleppen, gilt er doch als sehr gefährlich für die Bausubstanz - bin ich hier übervorsichtig?


    Bild N1


    Bild N2


    Bild N3


    Bild N4 Schleimpilz-Fruchtkörper auf geschwärzten Serpula-Resten


    LG, Martin

    Hallo Thomas,


    vielen Dank für deinen Hinweis!

    Interessant ist hier vielleicht, dass die roten Böbbelchen alleine vom befallenen Pilz (P. centrifuga) herrühren, also keine Perithecien sind.

    Die Phlebia ist vermutlich von einem Pilz durchwachsen und dadurch im Volumen rosa gefärbt.

    Es lassen sich keine Perithecien finden, es gibt nur farblose, baumartige Konidienträger.


    Anbei ein Foto des Quetschpräparates in Wasser (ohne Zusätze) mit geringer Vergrößerung, in dem die rosa durchgefärbte Fruchtschicht mit einigen Konidienträgern darauf zu sehen ist:

    Bild N1: Quetschpräparat in Wasser ohne Kongofärbung (!), 400x


    Bild N2 Lupenaufsicht auf verfärbte Warzen der P. centrifuga - die abstehende Strukturen sind Konidienträger (vgl. Bilder 12, 13 und N1)


    LG, Martin