Hallo,
es gibt eine Reihe von Faktoren, die die Artenvielfalt beeinflussen. Einer der wichtigeren davon ist die Temperatur. Prinzipiell hat man bei höheren Temperaturen, ausreichend Feuchtigkeit vorausgesetzt deutlich mehr Arten als in kälteren Gebieten (Pilze sind von dieser allgemeinen Regel keine Ausnahme). Deswegen sind das Amazonasbecken, die zentralafrikanischen Dschungel und etwa Indonesien auch so bedeutend für die Artenvielfalt. Für Skandinavien kann man aus diesem Grund also a priori mit einer deutlich geringeren Artenzahl als in Mitteleuropa rechnen. Da Skandinavien bei der letzten Eiszeit komplett vereist war (also entwickslunggeschichtlich gerade erst), sind nahezu alle dort vorkommenden Pilzarten als Rückreisende zu betrachten, die Entsprechungen in Relikten in den montanen Bereichen haben (Alpen, Tatra, selbst der Brocken hat da manche interessante Arten zu bieten). Wobei die Evolution dann doch schon wieder schnell genug war um aus den distinkten Arealen auch wieder die von oehrling genannten distinken Arten ("Doppelgänger") zu entwickeln.
Von den Biotopen her ist Skandinavien recht unterschiedlich, von landwirtschaftlich überprägtem Dänemark über Hochgebirge in Norwegen, wo die Leute sich freuen, wenn sie mal einen qm ohne Steine finden bis hin zum moorigen Finnland (das Wort Finn entspricht dem holländischen Veen, niederdeutsch Fenn; finnisch Suo heißt auch Moor ergo Suomi = Moor-Land). Da kann man dann einiges finden, was man in Mitteleuropa mangels passender Biotop nicht mehr findet.
LG, Bernd
