Beiträge von kruenta

    Hallo,


    es gibt eine Reihe von Faktoren, die die Artenvielfalt beeinflussen. Einer der wichtigeren davon ist die Temperatur. Prinzipiell hat man bei höheren Temperaturen, ausreichend Feuchtigkeit vorausgesetzt deutlich mehr Arten als in kälteren Gebieten (Pilze sind von dieser allgemeinen Regel keine Ausnahme). Deswegen sind das Amazonasbecken, die zentralafrikanischen Dschungel und etwa Indonesien auch so bedeutend für die Artenvielfalt. Für Skandinavien kann man aus diesem Grund also a priori mit einer deutlich geringeren Artenzahl als in Mitteleuropa rechnen. Da Skandinavien bei der letzten Eiszeit komplett vereist war (also entwickslunggeschichtlich gerade erst), sind nahezu alle dort vorkommenden Pilzarten als Rückreisende zu betrachten, die Entsprechungen in Relikten in den montanen Bereichen haben (Alpen, Tatra, selbst der Brocken hat da manche interessante Arten zu bieten). Wobei die Evolution dann doch schon wieder schnell genug war um aus den distinkten Arealen auch wieder die von oehrling genannten distinken Arten ("Doppelgänger") zu entwickeln.


    Von den Biotopen her ist Skandinavien recht unterschiedlich, von landwirtschaftlich überprägtem Dänemark über Hochgebirge in Norwegen, wo die Leute sich freuen, wenn sie mal einen qm ohne Steine finden bis hin zum moorigen Finnland (das Wort Finn entspricht dem holländischen Veen, niederdeutsch Fenn; finnisch Suo heißt auch Moor ergo Suomi = Moor-Land). Da kann man dann einiges finden, was man in Mitteleuropa mangels passender Biotop nicht mehr findet.


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    an einer seit max. 2 Jahren toten Kiefer (wahrscheinlich von Heterbasidion sp. ins Jenseits befördert), wo teilweise die Rinde abblättert, wächst ein Porling, der mir vermutlich noch nicht begegnet ist. Fotos vom Schnitt, mit Lineal und KOH-Reaktion liefere ich nach.


    Hutoberseite reinweiß, filzig.

    Poren recht grob, vielleicht 2 pro mm, weiß mit leichtem rosa Schimmer, bzw. teilweise orange.

    Da gibt es vermutlich eine Reihe an Kandidaten und ich habe mich auch nicht zu einem Arbeitstitel durchringen können.


    Danke für's Anschauen und für Vorschläge,

    LG, Bernd

    Hallo, ich hatte in diesem Jahr einen ähnlichen knollenförmigen Pilz im Kartoffelkeller, der sich als Melanogaster broomeanum herausstellte. Allerdings war der etwas kleiner, bis 4 cm.

    Also ein Pilz ist das wohl schon, nicht ganz auszuschließen sind auch Schleimpilze. Ob beunruhigend? Weiß ich nicht.


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,

    auf der Wiese habe ich an einem Grashalm (Sandreitgras, bei der Mahd unters Messer gekommen) kleine Lamellenpilze gefunden. Der erste Gedanke war Mycena, aber Galerina dürfte in einigen Aspekten besser passen. Sporenabwurf hat bei so Zwergen noch nie funktioniert, also hab ich es gar nicht erst versucht. Hut bis 7 mm, braun, weißlich beflockt, mit hellerem Rand. Lamellen ansitzend, mit Zwischenlamellen. Stiel faserig, braun, unten mit Violettton. Ohne Mycelscheibe ansitzend.

    Danke für's Anschauen und für Vorschläge,

    LG, Bernd

    Moin,


    dieser Pilz ist jetzt auch wieder am Start, am gleichen Ast. Das wären dann Fruchtkörper, die den ganzen Winter überdauern. 6 Monate am Stück - ziemlich viel für einen Lamellenpilz. Wobei ja noch nicht klar ist, ob die auch wieder bis in den Mai aushalten werden.


    LG, Bernd

    Hallo, an 2 Stellen, jeweils an relativ frisch abgebrochener Salweide, habe ich eine auffällig rote Kruste von gummiartiger Konsistenz gefunden. Meine Vermutung geht in Richtung Cytidia salicina.


    i) normale Kruste

    unterseitig

    ob das ein Jungstadium, Altersverfall oder Befall mit irgendwas ist, keine Ahnung, vielleicht gehört es auch gar nicht dazu

    ii) der hier hat eindeutig einen Schleimi aufsitzen



    Danke für's Anschauen und für Kommentare,

    LG, Bernd

    Hallo Sven, mit Träuschling liegst Du jedenfalls richtig. Neben dem Grünspan kommt der Blaue (Stropharia caerulea) in Frage. Ich würde hier eher zu letzterem tendieren, weil der Ring nur schwach ausgeprägt ist, auch die Lamellen scheinen keine weißliche Kante zu haben. Auch die weißen Flocken auf dem Hut sind eher schwach ausgeprägt. Farblich ist der variabel, selten blau, höchstens mal in ganz jung.


    LG, Bernd

    Moin,

    irgendwie ist es schon winterlich geworden und allerlei Rindenhelmlinge sind aufgetaucht. An einem in den letzten Zügen liegenden Kirschbaum auf dem Hof hat sich einiges gesammelt.


    1) zunächst der Pflaumenfeuerschwamm Phellinus tuberculosus

    2) dann ein weißes Glibberdings, das ich als Exidia thuretiana ansehe - der wäre neu für mich. Wenn man Bild 2 vergrößert, sieht man auch noch einen Corona-Becher

    3) etwas an Moos, das ein Moosbecher sein könnte. Leider nur ein Einzelstück. Während das Moos wahrscheinlich O. affine ist, jedenfalls gibt es das an dem Stamm viel in typischer Ausprägung. Naheliegend wäre dann der lange gesuchte Octospora affinis - nur sollte der doch orange sein?

    4) und einige Mycenas, darunter wohl M. melligena und M. speirea

    5) und noch 'ne schicke Flechte


    LG, Bernd

    Hallo Matthias,


    Danke. Lepista personata ist wohl der gleiche Pilz wie L. saeva, den Pablo in dem Link zeigt - sofern ich den Thread dort richtig interpretiere. Der sieht eigentlich schon sehr gut aus, man würde sich nur einen etwas farbigeren Stiel wünschen. Das wäre hier was ziemlich seltenes und in der Roten Liste - wobei es in Relativierung dieser Aussage kaum Wiesen-Mykologen gibt.


    LG, Bernd

    Hallo,


    von der gleichen Wiese ein Einzelstück. Hut 9 cm. Beigefarbener Lamellenpilz mit freien Lamellen, kurzem zylindrischem Stiel mit kaum zu erahnenden bläulichen Stellen. Hutoberfläche und Fleisch bis in den Stiel zum großen Teil durchscheinend. Ob das jetzt hygrophan ist oder evtl. eine Folge von leichtem Frost von vor 3-4 Tagen kann ich nicht sagen. Wobei der ziemlich frisch wirkt und eher nicht so alt, das der bei Frost schon da war. Geruch pilzig, ansonsten unauffällig. Am ehesten scheint mir Lepista sordida zu passen ...

    Danke für's Anschauen und für Vorschläge

    LG, Bernd

    Moin,

    auf der Wiese, von der ich schon vieles gezeigt hab, gibt es derzeit an fetteren Stellen einige Cluster von Glimmerschüpplingen, die meisten schon unansehnlich. Die hier sehen aber noch ganz schick aus. Erstaunlich, wie wenig die in Deutschland gefunden werden, so unübersehbar und einfach zu identifizieren der ist. Eigentlich auch nicht sehr anspruchsvoll ans Biotop.



    LG, Bernd

    Hi Pablo, nicht so schön nach Marzipan wie der Marzipan-Ellerling, aber so in die Richtung. Der jüngste, den ich finden konnte liegt auf'm Schreibtisch. Der auf Bild 1 des Nachtrags im Hintergrund noch ziemlich weiß ist.

    Das klingt so, als hättest Du dann die Diagnose?


    Erwartungsvolle Grüße,

    Bernd