Beiträge von kruenta

    Hallo allerseits, die Fotoserie vom vergangenen Jahr kann ich nun fortsetzen, da das Wachstum in diesem Jahr abgeschlossen sein dürfte. Mittlerweile erstrecken sich meine Beobachtungen auf 4-500 Stück dieser Pilze, das Gros ganz in der Nähe, die anderen Funde korrespondieren mit der Annahme, dass es sich um eine Pionierart handelt, die bevorzugt in Wäldern wächst, die nach Kahlschlag, Plenterschlag oder natürlicher Kalamität in Ruhe gelassen wurden und zunächst sehr viel Haselbestände hatten, bis dann die neuen Bäume die nach 20-30 Jahren wieder überwachsen, beschatten und zum Absterben bringen. Überwiegend sind die mehrjährig, auch nach dem Abbrechen der Zweige können die weiterwachsen, am Boden oder in der Luft hängend. Davon habe ich auch Fotos, aber nicht so gründlich dokumentiert.

    8.5.

    18.5.

    27.5.

    5.6.

    11.6.

    19.6.

    30.6.

    28.7.

    2.8.

    16.8.

    28.9.

    Allerdings hatte ich auch diesen Fund an einem Haselstecken, den ich vermutlich im vorigen Jahr gesund dem Wald entnommen hatte (als mobiler Zaunpfahl) und der im Sommer einige Wochen ungenutzt auf der Weide lag. Der hat sich auch einen Dichomitus campestris eingefangen - und da stimmt das campestris dann sogar mal.

    25.9.22

    LG, Bernd

    Hallo Hias,

    die Lamellenschneide lässt sich abheben (wie ein dünnes Gummiband). Das wäre dann wohl M. vulgaris. In der hiesigen Literatur (Mycota Lithuaniae VIII-2 von 1997) werden Mycena clavicularis und M. rorida als Synonyme gehandelt. Dass die Hüte nass waren beim Fototermin, lag allerdings vor Allem am Regen ...

    Danke für den Wegweiser.


    LG, Bernd

    Moin, es gab da jedenfalls etliche von den Moschusböcken und neben den großen Faltern auch noch Waldbrettspiele. Im Frühsommer waren hier vor allem reichlich Nymphalis xanthomeles unterwegs, der in der Region fast komplett N. polychloros ersetzt hat,


    Malone, die Birke ist eigentlich nur im Frühling (März-April) saftig, wenn der Birkensaft gezapft wird (ich finde den Ahornsaft aber wesentlich leckerer - der läuft etwa 2-3 Wochen früher, bevorzugt aber bei noch vorhandenem Bodenfrost und Sonnenschein). Danach ist nichts mehr, auch nicht bei Verletzungen. Das scheint mir daher als Grund für die Versammlung nicht sonderlich plausibel. Ich denke eher an Wind- und Sonnenbegünstigung.


    LG, Bernd

    Hallo,


    unter jungen Fichten und Kiefern wächst dieser kleine (bia 15 mm) rosa Helmling mit rosa Lamellen und farbigen Lamellenkanten. Hier komme ich zu Mycena rosella, der im Land als sehr häugig angegeben wird.

    Kurz daneben dann dieser kleine (bis 20 mm) Pilz mit auffallend schleimigen Stielen. Könnte sein, dass der sich um alte Fichtenzapfen gruppiert. Mein Arbeitstitel lautet Roridomyces roridusArbeitstitel glutinipes :D

    LG, Bernd

    Moin, das Forum implementiert hier nur guhgell-Algorithmen.

    Man kann die Anfrage direkt stellen mit "Borkenberge site:pilzforum.eu" etwa bei guhgell.komm oder yandex.ru (so viele unabhängig agierende suchmaschinen gibt es ja nicht), baidu.com liefert jedoch nichts.

    Das ist meistens schneller als die interne Suche, zumal man auch gleich ascofrance.com etc. pp. durchsuchen kann. Oder sich auf Treffer aus Holland (site:nl) oder Polen (site:pl) beschränken kann.


    LG, Bernd

    Hallo AuBi (die Abkürzung lehnt sich an die HoBi's an, das sind die Leute, die den im Forum sehr populären blauen Alien Murph adoptiert haben),

    willkommen im Forum. Natürlich kann man den Chaga auch mit Kettensäge ernten. Aber wer schleppt schon eine Kettensäge mit sich rum, wenn es eine viel leichtere Handaxt oder ein Fuchsschwanz auch tut? Und selbst wenn, die Menge an Abgasen (der Schnitt mag mit einer Kettensäge 1-2 Sekunden dauern) ist minimal - wer die schmecken kann, der erkennt auch ob sein Supermarkt mit LKW, die bei aral oder bei shell getankt haben, beliefert wurde :) Der "rauchig verbrannte" Geschmack dürfte sich schon auf den Pilz selbst beziehen und nicht auf die Transportmittel mit denen er bis zum jeweiligen Verbraucher gebracht wurde. Die Möbel eines bekannten schwedischen Sperrmüllherstellers haben in ihrer Lebenszeit sicher auch schon Kettensägen miterlebt, ohne dass die Wohnung danach muffelt.

    Klar erntet man die bevorzugt in nordischen Regionen, wo es viele Birken gibt. Ob das jetzt Finnland oder 10 km östlich in Karelien ist, ist dabei doch völlig egal. Mir ist aber nicht bekannt, dass man die züchtet oder züchten könnte. Dafür gibt es die in Birkenwälder zu zahlreich (ich bin heute mindestens an 10 Stück vorbeigelaufen, davon einer an Grauerle mit dem Verdacht Hybrid Grau+Schwarz-Erle). Damit ist die Bezeichnung Wildsammlung immer korrekt.


    LG, Bernd

    Hallo Joe, von diesem Pilz hatte ich bisher noch nichts gehört, oder wieder vergessen, die meisten die im Forum gezeigt werden, sind ja schon älter. Nach einiger Suche und Lektüre scheint mir das ein sehr guter Arbeitstitel zu sein. Es soll zwar (nach der heimischen Literatur) an sehr nassen Stellen wachsen, und die hier war nur nass. Soll auch nicht selten sein. Was ich nicht sehe, ist die beschriebene plötzliche Rotfärbung bei Druck, immerhin habe ich das Exemplar ja zunächst mitgenommen, um den Verdacht Antrodia alpina zu untersuchen und daher peinlichst auf Rotverfärbung (bei KOH) geachtet. Wobei man in Bild 3 den dunklen Fleck schon als Druckstelle und "rötlich" ansehen kann. Zu Anfang war der klatschnass und von hoher Dichte, ziemlich unerwartet, fast wie Fistulina hepatica, den ich bei der Runde auch hatte.


    Danke und beste Grüße,

    Bernd

    Hallo allerseits,

    während sich nun die Pilze bei den meisten Foristen zeigen und das Forum voll ist, ist es vielleicht nicht unbedingt ein guter Zeitpunkt um rindengedöns zu zeigen. Andererseits ist das Unterkapitel hier je leer.


    Also, vor einigen Tagen hatte ich am Moorrand auf einem Stubben (vermutlich Fichte) eine Antrodia ohne Hüte aber mit kleinen Bündeln. Soweit so gut, Richtung Antrodia xantha.


    Ein Stück mitgenommen, das wurde langsam dunkler (etwas schneller wo KOH war, aber auch Stunden), dauerte lange beim Trocknen, ist gewaltig geschrumpelt und knochenhart.

    So sieht es jetzt aus, keine Reaktion auf KOH - am Schnitt.

    Hat jemand eine Idee was das sein könnte? In der Liste der Verwechslungsarten von A. xantha (Antrodia xantha = Gelbe Braunfäuletramete) nennt Pablo ( Beorn ) eine Antrodia carbonica, zu der ich indessen gar nichts finde, die aber dem Namen nach einen Blick wert sein sollte.


    LG, Bernd

    Hallo,


    Wege sind ja nun eine recht neue Erfindung. Was haben die Flechten vorher gemacht? Und vor allem wo? Wälder können auch in unseren Breiten ziemlich licht sein, etwa die Flechten-Kiefernwälder (FFH LRT 91T0), wobei ich mich nicht erinnern kann, dass ich in solchen Peltigera gesehen hätte. Flechten sind zudem vielfach Pioniere. Etwa an Flüssen, wo neue Hänge freigespült werden. Oder kleinteiliger gesehen, auf Maulwurfshügeln, Ameisenhügeln, Scharrstellen von Wildschwein und Fuchs, Sandbädern von Reh und Hirsch etc. Der Fokus auf "alte Wälder" erscheint nicht plausibel. Insbesondere da diese alten Wälder weitaus weniger dicht und heller waren als heutige Altersklassenwälder, einfach weil immer mal wieder offene Stellen durch Kalamitäten oder umgefallene alte Bäume entstehen. Und durch Grasen der großen Pflanzenfresser, die neben dem Grasen auch gern mal junge Bäume einfach umrennen oder entrinden.


    Übrigens habe ich an der verdächtigen Flechte neben den üblichen P. schreberii, H. splendens des Nadelwalds und der noch als Rest vorhandenen Rh. squarossa des Offenlands auch die genannte Ps. purum gefunden.


    Sennepilz hast Du auch eine Meinung zu der anderen Peltigera horizontalis/neopolydactyla im vorherigen Thema?


    P.S. im Ofenland gibt es keine Flechten, die brennen einfach zu gut :D


    Ach ja, das Mähen mit dem Trommelmäher und das Beweiden mit Schaf und Pferd tut den Peltigeras keinen Abbruch, die sehen kurz danach immer reichlich zerfetzt oder zerlatscht aus, aber im Trend werden es mindestens nicht weniger. Wohingegen bei klassischen Pilzen der Eindruck entsteht, dass die Schafe sich allergrößte Mühe geben, dass ja kein Pilz stehen bleibt - das ist derzeit das reinste Massaker von Täublingen, Erdritterlingen und Kuhmäulern ...


    LG, Bernd

    Hallo Souvenir,


    das wird schwierig, aber vermutlich willst Du es so ganz genau bis auf Artebene auch nicht wissen. Sondern erst mal nur einen Einstieg in die Pilze und deren Namen?

    Es macht sich immer ganz gut, die Pilze durchzunummerieren. Auch damit man weiß welche Oberseite und welche Unterseite eventuell zusammengehören.


    2) das könnte ein Parasolpilz sein, oder was aus dessen Verwandschaft, aber schon ziemlich alt


    das letzte Bild) zeigt wohl einen Täubling.


    Liebe Grüße, Bernd

    Hallo Ingo, in dem Fall ist das Substrat gar nicht so abweichend und die Substratansprüche sind kein Ausschlusskriterium. Der konkrete Standort ist in jungem unterholzigen (viel Laubanteil, der die Feuchtigkeit viel besser hält als Nadelgehölz) Kiefernwald, der von drei Seiten von älterem Wald umgeben ist. Mit Sonne ist ab 11 Uhr etwa Schluss.

    Natürlich kein Kerbtal mit Bächlein, wo ich ziemlich regelmäßig P. praetextata finde - aber die mag es ja doch noch deutlich feuchter.


    LG, Bernd

    Hallo Ingo,


    die Nachuntersuchung speziell der Rhizinen hat keine solchen Flaschenbürsten zu Tage gebracht, entweder einfache Rhizinen oder solche die oberseits verzweigt sind oder pinselartig in Büschel übergehen, Teilweise gibt es einige ganz feine Haare weiter unten, aber das ist wohl nicht gemeint.


    Wo hast Du die membranacea gefunden? An Fließgewässer? Flachmoor? Bruchwald? Sehe ich das richtig, dass das stämmige Moos da Climacium dendroides ist?


    LG, Bernd

    Hallo Nobi, danke, sehr spannend. Leider sind die Bilder in dem Beitrag nur sehr klein und lassen eine Vollansicht vermissen (nur mit Anmeldung?) - aber vom Prinzip her sieht das gut aus, Torrubiella sp. ist dann ein ganz plausibler Arbeitsname.


    LG, Bernd

    Moin,

    war heute mal einen leicht kalkhaltigen Quellbereich hinter Nachbars besuchen. Trotz Lage am Hof erstaunlich ungestört.


    Viel Kleinzeug, wovon ich hier nur einen zeigen möchte, der mit seiner Farbgebung makroskopisch bestimmbar zu sein scheint. Und ja, es gibt da Schwarzerlen. Bis 1 cm im Durchmesser, recht langstielig, um aus den Moosen rauszuragen.

    Eine zweite Gruppe war weniger farbenfreudig, m.E. aber die selbe Art.


    Ach ja, ein schickes Objekt auf einem Schwarzerlenblatt lag auch fast im Wasser. Keine Ahnung was das ist, nur der Ästhetik halber.

    LG, Bernd

    Hallo Ingo, vielen Dank für Deine Erläuterung und schön dich mal wieder bei den Flechten zu sehen.


    Meine Vermutung, dass es sich um P. membranacea handeln könnte, stützt sich vor allem auf die in Bild 3 gezeigten Eigenschaften, dass die schmalen und erhabenen Adern unregelmäßig verlaufen und die Zwischenräume eben nicht oval oder rhombisch sind, sonder polygonal - und diese Eigenschaft scheint unter den Schildflechten doch eher selten zu sein. Die Länge der Rhizinen ist dabei nicht relevant, das war nur die Story, weswegen ich dazu gekommen bin, mal wieder diverse Lappen umzudrehen.

    Dass P. membranacea von oberseits oft adrig daherkommt, habe ich gesehen. Allerdings gilt Dein Argument bezüglich der Vielfalt der Einzeleigenschaften doch nicht nur für ponojensis, sondern auch für membranacea, oder?


    Sind Dir schon andere Arten, einschließlich ponojensis, mit so einem ausgeprägten und unregelmäßigen Adermuster untergekommen? Abgesehen von membranacea? Die erhabene Aderung aus meinem Bild 3 sieht man ja auch in Deinem Bild 2. Es ist ja nicht so, dass ich nicht schon hunderte von ponojensis umgedreht und schon eine gewisse Vorstellung von deren Variansbreite hätte ... jedenfalls hier am Standort


    Bezüglich der Rhizinen, dass die so bürstig aussehen, das kann ich noch mal in diversen Feuchtigkeitsstadien versuchen - sieht man vielleicht nicht immer. Abgesehen von etwas Niesel ist der Boden unter den Flechten schon ziemlich trocken - kein Kunststück auf Sandboden.


    Aktuell bin ich weit davon entfernt, den Arbeitstitel zu revidieren, aber weitere Bilder reiche ich sicher nach und vielleicht ergibt sich ja dann die eine oder andere Richtung.


    Liebe Grüße,

    Bernd

    Hallo allerseits,


    im jungen Kiefern-Fichtenwald steht dieser kleine (Hutdurchmesser 20 mm, Stieldurchmesser 5 mm) Cortinarius mit auffälliger Farbgebung, hellblauer Haut mit beiger Kuppe. Lamellen grau, angewachsen. Stiel weiß, hellgrau mit leichtem Blaustich.

    Die ersten beiden Bilder sind von gestern

    das von heute, farblich etwas verblasst

    Der liegende Pilz ist der selbe.


    LG, Bernd

    Die Bevölkerungsdichte spielt natürlich schon eine Rolle, zum Teil aber auch die extensive Bewirtschaft oder die Abwesenheit davon. Wichtig ist natürlich auch die Landschaft, ich wohne hier auf einer Moräne, die bodenmäßig recht kleinteilig zusammengewürfelt ist, Sand, Kies, Lehm, überwiegend kalkhaltig. Wenn man keinen mageren Boden hat, dann wird das mit den Bodenflechten nie was. Man muss die Natur zudem machen lassen und nicht alles umpfügen oder als Fördermittel-Plantage mit Bäumen bepflanzen - Wald kann man sowas ja nicht nennen. Beidseitig der Moräne und teils mittendrin auch Feuchtland. Dann kommt noch ein großes Moor, das in 1 km Luftlinie beginnt, hinzu, das größte Moor im Land das ganz ohne Betretungsverbot auskommt und bisher auch glücklicherweise noch frei von Besucherpfaden ist. Reliefmäßig aber schon sehr bescheiden - das alles spielt sich zwischen 110 und 150 m ab.


    Allein direkt am Hof, auf eigenem Grundstück, wäre das jetzt die 5. Peltigera. Allesamt überwiegend auf Flächen die bis 1990 Acker waren. Mit den Arten aus dem Moor wären es dann 8 oder 9.


    LG, Bernd

    Moin, weil es bei der letzten Peltigera von schlüsselrelevanter Bedeutung [Dank an Martin für den Link zum Schlüssel] war, wie lang die Rhizinen sind, habe ich heute mal einige von den Lappen am Hof umgedreht. Dabei bin ich auf eine gestoßen, die von oben gänzlich unverdächtig aussieht, sich aber unterseitig als ganz andere Art darstellt. Und zwar verlaufen die schmalen und stark herausragenden weißen Adern ziemlich durcheinander, was unregelmäßige Zwischenräume ergibt. Die Rhizinen sind mit 12 mm extrem lang, allerdings ist das bei membranacea nirgends erwähnt. Die Lappen sollen am Rand nach unten gebogen sein, das sieht von oben eher nicht so aus, bei dem Foto von unten könnte man das aber so sehen.


    LG, Bernd

    Hallo Martin, vielen Dank, das ist hinreichend schwerwiegend, um P. degenii auszuschließen.


    Die Flechte ist jetzt noch etwas trockener und hat, wie ich finde, schon einen Stich ins Bläuliche.

    Inwieweit die Rhizinen jetzt "regelmäßig" oder "unregelmäßig" angeordnet sind, wage ich nicht zu beurteilen.

    Etwas einfacher ist das mit der Länge der Rhizinen, das kann man einfach messen, die längsten erreichen 7 mm. Die äußeren, die ganz weißen sind viel kürzer.

    Damit wäre dem Schlüssel genüge getan. Soweit ich sehe wurde P. neopolydactylon (-tyla) 1932 beschrieben und wird teils als ssp. zu polydactylon (-tyla) gehandelt. Und unterscheidet sich von horizontalis durch ganz andere Apothecien.


    LG, Bernd