Beiträge von kruenta

    Moin,

    hat jemand eine Ahnung, was das für Gnubbel sind? Die stammen von der Wurzel einer Schwarzerle, sind etwa 5 cm im Durchmesser. Mein Verdacht ging in Richtung Mykorrhiza-Gebilde, aber dazu habe ich bisher nichts gefunden.


    LG, Bernd

    Hallo Martin,


    bzgl. der Anaptychia ciliaris würde ich ich Heterodermia ausschließen, aus dem einfachen Grund, weil die Gattung gar nicht in der litauischen Checklist enthalten ist. Hingegen gilt A. ciliaris als "sehr häufig". Der Botaniker, mit dem ich unterwegs war, und der sich schon etwas länger auch mit Flechten beschäftigt, sprach die gleich entsprechend an, als typisch für Waldrand und Einzelbäume. Noch ein Bild von Nahem, schwer da was zu fokussieren in dem Gewusel

    6)

    8) der Stein war komplett bedeckt mit Flechten, in großen Stücken mit dieser. Bei Einzelstücken kann man immer mit untypischen Formen argumentieren. In dem Fall fand ich die Ausprägung aber über große Bereiche konstant

    die Checkliste (2017) gibt zu der Gattung Rhizocarpon Ramond ex DC. folgende Arten mit Häufigkeit

    • badioatrum (Flörke ex Spreng.) Th.Fr. – vr
    • distinctum Th.Fr. – r
    • eupetraeum (Nyl.) Arnold – r
    • geographicum (L.) DC. ssp. geographicum – vr
    • lecanorinum Anders – r
    • petraeum (Wulfen) A.Massal.
    • reductum Th.Fr. – c
    • viridiatrum (Wulfen) Körb. – vr


    Es gibt hier keine Felsen und abgesehen von ganz wenigen Aufschlüssen an Flüssen mit Sedimentgestein sonst nur Findlinge.


    LG, Bernd

    Moin,

    aus einem luftfeuchten Kerbtal mit altem Waldbestand an den Hängen bis zum einigermaßen breiten und sonnigen Flusstal gibt es einiges an Flechten. Keine der Bestimmungen beansprucht Korrektheit ...


    1) zunächst Opegrapha rufescens (cf.)

    2) immer wieder anzutreffen Peltigera praetextata, leider die einzige Peltigera vor Ort

    3) Biotop

    4) Das halte ich für Multiclavula mucida, die allerdings meistens nicht verzweigt, somndern keulig gezeigt wird, so erst kürzlich RE: weißes Fadenförmigers/ Keulenförmiges Pilzchen auf Holz auf Esche, die unten quer über dem Bach lag

    5) irgendwas aus der Ecke um Alyxaria varia an Rinde von Laubbaum

    6) Anaptychia ciliaris oben am Tal am Übergang zur Agrarwüste

    7) an alten Eichen, vermutlich Chaenotheca brunneala [edit 17.4.2025, es ist Mycocalicium subtile]

    8) an einem sonnenexponierten Grantitstein am Hang in nicht mehr bewirtschaftetem Magerrasen, mein Verdacht geht zu Rhizinocarpon ... und bei dem gelben hab ich nicht die Spur von einer Ahnung

    LG, Bernd

    Hallo allerseits,

    heute gab es einige sehr interessante Funde, die meisten davon neu für mich. Falls es bzgl. meiner Bestimmungen zu Widersprüchen kommt, immer her damit.

    1) an Weide, im Auwald im Kerbtal → Hydnokristella himanta

    2) Trametes suaveolens, an Resten von Salix fragilis, stark riechend, das obere Exemplar 6 cm breit, Poren 1-2 pro mm, nicht saftig, hart bis korkig im Schnitt

    3) Ischnoderma resinosum, an Ulme, das große Exemplar ~25 cm breit

    4) der war leider sehr hoch und nur im Gegenlicht zu fotografieren, aber nach Kontrastverbesserung spricht wohl nichts gegen Xylobolus frustulatus, an unberindetem Eichenast

    5) an Zitterpappel Coriolopsis trogii

    Vielen Dank für's Anschauen,

    LG, Bernd

    Hallo Ingo,


    das wäre in der Tat für Litauen ein Erstfund. Allerdings hat das nicht viel zu sagen, weil es eigentlich nur eine Dame gibt, die sich viel mit Flechten beschäftigt. Deren wissenschaftliche Integrität ich aber mittlerweile stark bezweifele - unter anderem weil sie unter ihrem Namen eins meiner Fotos (eine Umbilicaria) publiziert hat (ausgeschnitten und gedreht, damit es nicht auffällt, was andererseits die Absicht unterstreicht). In Sachen Qualifikation habe ich da so meinen Verdacht, wenn man es mit den Daten nicht so genau nimmt und peinlichst darauf geachtet wird, die "Konkurrenz" klein zu halten und die Kollegen aus BY und LV als inkompetent darzustellen ...

    Für Lettland und Weißrussland ist P. neopolydactyla nachgewiesen. In Weißrussland auch in älteren Herbarbelegen. Den entsprechenden weißrussichen Lichenologen hatte ich angeschrieben und um seine Meinung gebeten - leider macht der neue eiserne Vorhang wohl auch vor den wissenschaftlichen Einrichtungen nicht halt (beiderseits)


    Ich kann auch mit P. polydactylon sehr gut leben. Allerdings komme ich mit keinem Schlüssel dahin. Und wenn man in mehr oder weniger in allen Schlüsseln auf die Rhizinenlänge rekursiert - warum denn nicht? Was genau spricht gegen diese Art? Außer dass sie potenziell in die Variationsbreite von polydactylon passen würde?


    Seltenheit ist zwar ein Indiz, aber letztlich kein Argument. Für NW Amerika gilt P. n. als häufig, während P. p. selten sein soll https://lichens.twinferntech.n…gera_neopolydactyla.shtml -- das hier beigebrachte Bildmaterial nebst Beschreibung spricht für mich auch eher für P. n. bei meinem Exemplar


    LG, Bernd

    Moin,


    von letzter Woche habe ich noch eine ziemlich seltene, wohl recht anspruchsvolle Flechte, die man, wie es scheint, wegen dem grünen Hintergrund schon makroskopisch ansprechen kann.

    Gefunden an einer ziemlich alten Hainbuche.

    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    mittlerweile war ich erneut vor Ort und habe auch einen Flecken mit reichlich aufrechten Apothecien gefunden. Zudem ist Wirth et al. endlich angekommen.

    Mit diesem Schlüssel komme ich, wie auch Martin, zu P. neopolydactyla. Mehr oder weniger identisch ist auch der französische Schlüssel hier https://www.afl-lichenologie.f…eltigera_polydactylon.htm


    Dunkle Adern gibt es nur zur Mitte hin, nirgends bis an den Rand reichend. An fast allen Lappen gibt es Rhizinen, die 7 mm oder länger sind. Die Lappen sind vielfach deutlich über 2 cm breit.


    1) Biotop

    2) Der Fleck (~25 cm) mit reichlich Apothecien - keine Ahnung wie ich den neulich übersehen habe ...

    Das zeigt deutlich die Namensherkunft gr. polydactylon "vielfingrig"


    3) Ein Fleck, seitlich, südexponiert wachsend, der alt oder befallen wirkt, ohne Apothecien, mit Rhizinen nur bis 4 mm lang, scheint mir aber dennoch zur gleichen Art zu gehören.

    4) Ein Fleck (~10 cm), der besonders jung und frisch wirkt, ohne Apothecien, mit sehr kräftigen und langen Rhizinen

    Ingo ( Sennepilz ), würdest Du trotzdem polydactylon bevorzugen?


    LG, Bernd

    Moin,

    1) dieser Pilz wächst an einem alten Fichtenstubben, mit dem Schlüssel komme ich zu Ph. astragalina und da heißt es, der soll sehr bitter sein. Die Kostprobe gint dem Recht. Bis 5 cm Hutdurchmesser, Hut ohne Schuppen, leicht filzig orange bis ocker. Die Huthaut lässt sich leidlich abziehen. Keine Verfärbung im Schnitt nach ~6 Stunden. Sonst ist alles auf den Bildern zu sehen. Ganz in der Nähe, Bilder vom Altern werden möglich sein.

    auffällig finde ich die Verfärbung nur der unteren Hälfte der Lamellen

    2) von letzer Woche, an toter Schwarzerle. Der sieht mir nach Ph. heteroclita aus, der nach hiesigen Quellen besonders an Erlen und Birke vorkommt, mäßig selten sein soll und ein besserer Kandidat zu sein scheint, als der früher unter Nr. 2) gezeigte 3x Pholiota (vermutlich) aus dem Archiv

    Bis 8 cm Hutdurchmesser. ansonsten habe ich hierzu nicht mehr Angaben als auf den Bildern zu sehen ist.

    LG, Bernd

    Hallo Ingo, vielen Dank für Deine Erläuterungen. Nach dem was ich auf diversen Flechtenseiten gelesen habe (lichensmaritimes, irishlichens) scheinen hellbraune Adern relativ normal zu sein. Die Apothecien würde ich als niedrig ansitzend bezeichnen. Insgesamt lege ich die einstweilen als cf. hymenina ab.


    LG, Bernd

    Muscarin wurde zwar in Fliegenpilzen entdeckt und die Art auch danach benannt

    Bist Du Dir sicher, dass es nicht andersherum war :D

    Der Inhaltsstoff wurde danach benannt, wo er gefunden wurde. Ein ganz normales Verfahren. Etwa Salicin oder Salicylsäre aus Salix.


    Lat. musca "Fliege" → muscarius "hat was mit Fliegen zu tun oder wird dafür genutzt" → A. m. ein konkreter Pilz, den man dazu nutzt → Muskarin "ein Wirkstoff, der aus diesem Pilz isoliert wurde"


    LG, Bernd

    Hallo Ingo,


    zum einen habe ich alle Bilder noch mal durchgesehen, es sind doch deutlich mehr Apothecien zu sehen, überwiegend jedoch sehr junge. Hier die entsprechenden Ausschnitte.


    und dann noch einige Bilder im trockenen Zustand nach dem Wegräumen des Mooses, die Adern werden wieder heller. Deutlich erkennbar auch die Filzigkeit der Unterseite, falls das relevant ist.

    LG, Bernd

    Hallo Ingo,

    danke, das waren nur zwei kleinere Flecken (~15 cm Durchmesser), und nur ganz wenige (<10) Apothecien an einem davon - die dürften fast alle auf den Fotos mit drauf sein, und ich habe nur einen Lappen mitgenommen ohne Apothecien - ist ja immerhin ein Reservat. Die Adern waren von sehr flachem Relief und relativ hell, ockerbraun - schwarzbraun würde ich da nichts bezeichnen. Was natürlich auch am geringen Alter liegen könnte?

    Ich versuche davon morgen nochmal ein paar Bilder zu machen. Und die vorhandenen von vor Ort zu durchsuchen. Mit P. hymenina wäre ich natürlich auch sehr zufrieden, da versuche ich heute mal noch etwas zu lesen, wo die sich unterscheiden und auf was zu achten wäre.


    LG, Bernd

    Moin, von der gestrigen Tour habe ich noch eine Peltigera - nach etlichen immer wieder P. praetextata hatte ich gar nicht mehr mit anderen Arten gerechnet - die auf einer umgefallenen alten Eiche auf einem bemoosten Ast wuchs. Und zwar war die Eiche in sowas wie einen Altarm gefallen, die Flechte etwa 1-1,5 m über der Wasseroberfläche, in schattiger Lage im Laubwald.


    glatte Oberfläche, Lappenkanten nach unten gewölbt, senkrechte, rötliche Apothecien, unterseits Adern von sehr geringer Höhe, relativ breit, filzig, überwiegend dunkler, Rhizine ausgefranst, meist dunkler, kurz, nie länger als 5 mm.


    Und da bin ich dann bei der Erörterung von der letztens angefragten Peltigera (neopolydactyla/horizontalis/polydactyla), nur dass es diesmal Apothecien gibt und die Länge der Rhizinen zu polydactyla weist. Spricht irgendwas gegen diese Einordnung?


    Bilder von gestern im feuchten Zustand

    getrocknet, von heute


    LG, Bernd

    Hallo Martin, dieser Beitrag aus dem Juli war mir irgendwie entgangen ... Schick.

    Jetzt habe ich nochmal meine Bilder durchgeschaut und zumindest an einer Stelle auch sowas wie diese Trompeten gesehen.

    LG, Bernd

    Hallo Martin,


    wenn ich mir Bild 4 so anschaue, als gänzlich Unbedarfter ohne Erwartungshaltung, stellt sich mir die Frage, woher weiß ich, dass die Trompete zu gelb und nicht zu grau gehört?


    LG, Bernd

    Hallo Martin, von der gelben Flechte war in der Tat nicht viel zu sehen, alles ziemlich fein. So richtig habe ich da keine Struktur erkennen können, auf die man fokussieren könnte. Zudem alles im Relief und dann schnell außerhalb der Schärfe. Hier einer der Versuche, davon ein Makro zu machen

    Gesamtansicht an diesem Baum war so


    Chrysothrix candelaris sieht mir wie ein sehr plausibler Vorschlag aus. Danke.


    LG, Bernd

    Moin, aus einem Reservat in Ostlitauen ein paar seltene Flechten, denen der Besuch galt, per Führung anhand mehr oder weniger bekannter Koordinaten. Ich war nur fotografierende Reisebegleitung ...


    1) Thelotrema lepadinum, das scheint mir eine Flechte zu sein, die man schon makroskopisch ansprechen kann ... wenn man sie denn findet. An (wenigen) alten Linden und Eichen

    2) Menegazzia terebrata, hier bedurfte es einiger Suche im Areal, schließlich gab es einen Fund an einer im Wasser liegenden recht schmächtigen Schwarzerle. Mit dem typisch löchrigen Habitat dürfte der auch makroskopisch ganz gut gehen.

    3) Cetrelia olivetorum (agg.?), auf dem selben Stämmchen gleich daneben.

    4) Peltigera cf. praetextata am Fuß einer alten Zitterpappel.

    5) Einige der alten Eichen waren so neongelb getönt - keine Ahnung, ob das flechtig ist

    LG, Bernd

    Hallo,


    das Substrat sieht nicht sehr typisch aus, aber nach Biotop, Größe und enthaltenen Ebereschebeeren gehe ich von Elch aus,

    man sieht ziemlich schick die verschiedenen Entwicklungsstadien von orangen Nadeln über orange, gestielte Knuppel bis hin zu kristallklaren Pilzen mit zweifarbigen Deckeln

    die Bilder sind freihand fotografiert

    LG, Bernd