Beiträge von kruenta

    Hallo Claudia,

    Hier mal ein Bericht von einem Vergiftungsfall:

    danke, das Thema hatten wir ja gerade in einem anderen Thread, wo immer gedroht wurde, Belege beizubringen ohne dies indessen zu tun. Das könnte so gewesen sein. Aber entweder liegt hier ein grober Übersetzungsfehler vor (welcher Dolmetscher kann schon Mykologie) (der Krempling ist auf russisch ein "Schweinchen", der Pfifferling ein "Füchschen" oder "Hähnchen") oder tatsächliche Unkenntnis von Pilzen - wenn dem aber so sein sollte, dann kann in dem Sud auch noch jede Menge anderer Pilze gewesen sein. Die Untersuchung des Glasinhalts ist lediglich ein Hinweis, es hätte einer Untersuchung des Mageninhalts bedurft und auch dann hat man noch keine Kausalität sondern erst Mal nur eine Korrelation, wobei 3 Fälle schon eine statistische Sicherheit geben würden. Aber gerade dass es bei 3 Personen gleichzeitig zu ähnlichen Symptomen kam, deutet auf ernsthaftere Ursachen - alte Pilze, überlagert, verdorben, andere Pilze in der Mischung. Mich überzeugt dieser Bericht nicht, viel zu viele Unsicherheiten.


    LG, Bernd

    Hallo Chorknabe,

    Für mich als PSV kann es hier keine Diskussion geben

    Klar, das ist die Aufgabe des PSV, zu 100% sicherzustellen, dass nichts Falsches in den Topf kommt. Bei so hohen Sicherheitsanforderungen ist es klar, dass man viele falsch Positive hat, also auch Pilze aussortiert, wo nur der Verdacht besteht, bestehen könnte, eventuell argumentiert wurde, dass vielleicht unter Umständen eine Gefahr bestehen würde. Das deckt sich durchaus mit meiner Erwartungshaltung. Nur, woher sollte ein PSV wissen, ob ich vielleicht gegen Steinpilze allergisch bin?


    Kleines Gedankenexperiment. In den letzten Jahre wurde in vielen ehemaligen Speisepilzen Gifte nachgewiesen. Es hat aber - bitte korrigieren, falls ich da falsch liegen sollte - für keinen ehemaligen Ungenießbaren/Giftpilz Entwarnung gegeben, dass der jetzt doch ein guter Speisepilz sei. Wie lange mag es dauern, bis nicht mehr viel oder gar nichts von den Speisepilzen überbleibt? Was dann?


    Und wie kann man überhaupt, ob der Gefahr durch die Zecken, als PSV den Leuten nicht dringends davon abraten, überhaupt in den Wald zu gehen?


    LG, Bernd

    Servus Ahemi,

    wo bitte in meinem Text findest Du ein Verharmlosung? Mir ging es vor Allem darum, dass der Anfragende seine Nachbarin nicht der Falschaussage oder Blödheit beschuldigt - denn sie hatte ja Recht mit der zitierten Aussage.


    Fakt ist, dass der Pilz in Osteuropa viel gegessen wird. Nicht von allen, jeder hat so seine Arten, auf die er oder sie schwört. Wie gelegentlich erwähnt, bin ich ja in einem osteuropäischen Land zu Hause. Und hier bleibt zum Beispiel der Parasol als minderwertig stehen - was sich durch übersetzte Pilz- und Kochbücher westlicher Herkunft aber allmählich ändert - und ein Haufen komisches Zeug wird gesammelt in diversen Verfahren eingelegt. Pilze sammeln ist hier ein Volkssport, so etwa wie Moosbeeren sammeln - denn was ist Weihnachten ohne Moosbeeren und marinierte Pilze :D

    Fakt ist ferner, dass viele Leute ob diverser Gefährlichkeiten wissen - Kaffee, Rauchen, Alkohol, Sight-Seeing in Tschernobyl, Bungee-Jumping - und es trotzdem machen. Warum sollten Pilze da eine Ausnahme darstellen. Man könnte sogar sagen, dass es fahrlässig sei, ob der vielen Fuchsbandwürmer, Zecken (wo es doch keine Impfung gegen Borreliose gibt) und Wölfe in den Wald zu gehen und Pilze zu suchen - der naheliegende Supermarkt ist da doch viel sicherer.

    Ferner ist der Krempling kein eigentlicher Giftpilz, sondern es kommt zu einer noch nicht komplett verstandenen Allergie. Wobei der Begriff "Allergie" ja eigentlich schon impliziert, da passiert was, von dem wir nicht wissen wieso und wie, also nennen wir es Allergie. Allergien gibt es so ziemlich gegen alles, gegen Milch, gegen Eier, gegen Weizen, gegen Honig, Pollen, Wespenstiche, Ameisen, Alubesteck ... aus einer Allergie eine Giftigkeit (reproduzierbare Wirkung) zu machen, halte ich - ehrlich gesagt - für übertrieben.


    LG, Bernd

    Hallo Holl, Deine Nachbarin hat aber trotzdem Recht, weiter östlich wird der viel und gern gegessen, und es kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass die fraglichen Giftstoffe/Belastungen regional nicht in der gleichen Konzentration vorkommen. Und schließlich ist es immer die Menge, die ein Ding zu Gift werden lässt. Theoretisch könnte man sich mit Brot und Wasser ernähren (und selbst im Brot kann man fündig werden, wenn z.B. das Getreide vor der Ernte mit Glyphosat einer Sikkation unterzogen wurde) und Kaffee, Tee, Wein, Speck, Butter etc. weglassen. Wer Gifte sucht, wird mit ausgefeilter Analytik immer welche finden.


    LG, Bernd

    Hallo Uwe, danke für Deine Meinung,


    M. epipterygia hatte ich mir angeschaut und verworfen, wegen der stämmigen Bauweise "meiner" Pilze. Allerdings sehe ich jetzt, dass der ein ziemlich breites Spektrum an Outfits hat. Da werde ich dann mal versuchen, ob die Huthaut abzuziehen geht, wie beschrieben.

    LG, Bernd

    Hallo allerseits, dieser kleine (Höhe über alles, siehe Bild 3, etwa 5 cm) Pilz wächst unter jungen Kiefern, dem Aussehen nach wäre flavipes ein prima Nachname. Mycena flavipes/renati wächst aber büschelig und an Laubholz. Auch Mycena inclinata wächst büschelig. Der Geruch ist leicht muffig, der Geschmack etwas fruchtig. Vielleicht auch keine Mycena?

    Danke für's Anschauen und Kommentare,

    LG, Bernd

    Hallo Nobi, prima, dass es in halbwegs vertretbarer Reisezeit angekommen ist, wie war denn der Erhaltungsgrad beider Pilze? Nachdem die ersten Meinungen in Richtung Clitopilus und auch Entoloma gingen, und man diese plausiblen Arten nebst Crepidotus jetzt ausschließen kann - das spricht für mich eher für als gegen eine Sensation, oder? Danke für die Bestimmung von Podospora intestinacea - es würde mich nicht wundern, wenn die Art auch neu für Litauen wäre - ich mach mich da mal kundig.


    LG, Bernd

    Hallo Jan-Arne,


    Danke. Den hätte ich eigentlich auch im Verdacht gehabt, weil er ja auch gerade anderswo gezeigt wurde Olivbrauner Safranschirmling?

    nur bleibt die Frage, wieso meiner keinen Ring hat - dass der nicht ausgeformt wurde, ist doch sehr unwahrscheinlich und zum Abfallen gibt es eigentlich auch keinen Grund. Bei den ringlosen Lepiota habe ich aber nichts gefunden, was so schuppig wäre. Würde die Sporenfarbe hier weiterhelfen? Den halben Hut habe ich zum Aussporen abgelegt. Ansonsten halt warten, bis wieder neue kommen.


    LG, Bernd

    Liebe Pilzfreunde, dieser Pilz ist leider ein Einzelstück und nicht mehr ganz frisch. Wuchs bei Fichten, mit ansonsten noch Ahorn, Birke und Kiefer in der Nähe. Hutdurchmesser 7 cm. Mit kräftigen Schuppen. Der Stiel ist knollig, hat aber keinen Ring. Ich habe überlegt, ob der Ring abgefallen sein könnte, aber erstens sieht man auch keinen Ansatz davon, und beim "Ernten" kann das auch nicht passiert sein, da ich den Pilz von unten herausgehoben habe. Komplett ausschließen kann ich es aber nicht.


    LG, Bernd

    Hallo Werner,

    zu 3) der Marasmius, ich vermute mittlerweile M. epiphyllus, ist bis maximal 10 mm im Hutdurchmesser groß. Anbei zwei Bilder, auch wieder auf Ahornblattadern. Von diesem Pilz sind jetzt deutlich mehr zu sehen.

    zu 4) Innocybe geophylla passt prima, ganz gut erkennbar ist die weiße Färbung der Lamellenschneiden, nur Geruch konnte ich nicht wahrnehmen, auch nicht nach Zerreiben. Kostenprobe habe ich weggelassen.

    LG, Bernd

    Danke Werner, die Fotos von der Unterseite und auch mehr Details zum vermuteten Inocybe kann ich noch nachliefern. Aber einen richtig bestimmt zu haben, von dem ich vorher noch nie gehört hatte, ist schon ein kleines Erfolgserlebnis.

    LG, Bernd

    wie sicher seid ihr mit der Birke ?

    Für mich ist das auf jeden Fall eine Rutstroemia, nur welche ist die Frage. Wenn das Substrat Eiche

    Hallo, ich hatte beim Durchschauen auch Zweifel, dass das Birke sein soll. Birkenrinde ist ziemlich robust gegen Verwitterung im Gegensatz zu Birkenholz. Und so bewachsen wie das schon mit Moos ist, wäre Birkenholz nur noch Camembert. Man müsste jedoch immer noch Spuren der weißen Rinde solcher dünner Äste finden. Rumliegen tun sowohl Blätter von Birke als auch von Eiche. Ein Anschnitt mit dem Messer hätte Klarheit gebracht. Ich plädiere jedenfalls eher für Eiche als für Birke - und wer weiß, was da noch alles rumgestanden hat?


    LG, Bernd

    Hallo Pilzfreunde, etwas Kleinkram das ich gefunden habe und das einigermaßen fotogen daherkam:


    1) Hier komme ich zu Baeospora myosura (die Zapfenrüblinge habe ich wegen zu eng stehender Lamellen verworfen), auf Kiefernzapfen:


    2) Bei dem komme ich zu Tubaria furfuracea s.l. (ggf. T. romagnesia, aber das geht sicher nur über Mikroskop, falls die Art überhaupt weit anerkannt wird), der Geschmack wird im Nachgang leicht aber merklich scharf:


    3) Winzig und weiß, auf dem Stiel eines Ahornblatts und bei dem anderen hab ich das Substrat nicht identifiziert. Wohl Marasmius sp.


    4) Ziemlich kleine (Hut bis max. 2 cm) Pilze an einem alten, nicht mehr genutzten Ameisenhaufen. Könnte das eine Stropharia (oder eine der Ausgliederungen davon sein?)


    Danke für's Anschauen und LG, Bernd

    Hallo Pablo, vielen Dank.

    1) Ja, Entoloma undatum passt ausgezeichnet.

    2) dann suche ich mal in die Richtung weiter

    3) Pilz 2 und 3 standen nur 30 cm nebeneinander, die würde ich schon als zugehörig betrachten. S. caerula hatte ich mir auch angeschaut, aber sollten da nicht auch die Stiele bläulicher sein? Wird aber wohl ohne Mikroskop bei sp. bleiben

    4) wieder was gelernt, davon hatte ich noch nie gehört.


    LG, Bernd

    Hallo Pilzfreunde, hier wäre ich für Hinweise zur Bestimmung dankbar. Die Kappen der 3 Lamellenpilze liegen zum Absporen, nur sind mir die kleinen Dinger bisher immer vertrocknet, ohne dass Sporen ausgefallen sind. Also nur verhalten optimistisch, dass da noch Aussagen dazu kommen. Die Bilder sind teilweise geblitzt und ohne, für die Farbgebung.


    1) hier denke ich an Omphalina/Arrhenia, nur dass man von oben keine durchscheinenden Lamellen bzw. Riefen sieht. So um die 2 cm im Durchmesser, der Hut mittig oder teils auch fast komplett trichterförmig, leichte Krempe, Lamellen herunterlaufend. Geruch unangenehm, Geschmack eher nicht vorhanden.


    2) klein und orange, am mageren Standort bis 2 cm, an etwas fetteren Stellen auch bis 3 cm, Lamellen frei. Vielleicht Richtung Entoloma?


    3) Vermutlich eine Stropharia, an Kiefer, davon habe ich nur 3 Exemplare gefunden, die Hüte bis zu 4 cm im Durchmesser, Stiel etwa 6 cm lang. Geruch leicht würzig.


    4) ein Schleimdings, dass an der gleichen sehr mageren Stelle immer mal wieder vorkommt


    Danke für's Anschauen,

    LG, Bernd

    Hallo, und danke,

    Pilz 3 stand nicht zufällig ein Weißdorn in der unmittelbaren Nähe?

    nein, das sind wenigstens 100 m bis zum nächsten Weißdorn. Nur Magerwiese mit Moosen, viel Schwingel und Habichtskraut und anderem Kleinkram.

    Pilz 6 ist halt schon stark verwittert, ein Saftling ist es allerdings nicht. Schwierig auch zu sagen, ob das Sporenpulver tatsächlich hell ist.

    das ist in dem Fall eindeutig und gar nicht schwierig zu sagen, da ich den habe ordnungsgemäß aussporen lassen, das ergab einen kräftigen weißen Sporenabdruck - wie aus Schlämmkreide.


    LG, Bernd

    Hallo Claudia, danke! Das mit der Expertin ist doch relativ, es reicht ja schon, weiter fortgeschritten zu sein als ich in der Materie. Auf alle Fälle muss ich wohl meine Vorstellung von Helmlingen korrigieren, Pilze mit so kräftigen Stielen wie Nr. 2 und Nr. 7 hätte ich nie zu Mycena gestellt.

    Bei Nr. 6 bricht der Stiel bevor man ihn auf 90° gebogen hat, und er fasert zudem auf.

    Bei den unter Nelkenschwindlingsverdacht stehenden Pilzen vom Typ Nr. 4 fasert der Stiel auch auf, aber die dadurch entstehenden Halbstiele sind elastisch - für den Knoten bräuchte ich aber längere Stiele oder filigranere Finger.

    Stummelfüßchen sieht erst mal gut aus für Nr. 5.

    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    1)

    hier komme ich zu Pseudoclitocybe cyathiformis s.l., wobei die Pilze oberseitig im natürlichen Licht schwarz wirken, und die auch sonst ziemlich dunkel sind. Evtl. kommt daher ja auch P. obbata in Frage, sofern man dem Artrang zugesteht.


    2) bei Helvella atra handelt es sich für mich um einen Erstfund, wobei an der Stelle sonst auch andere Helvellas anzutreffen sind:



    Biotop, ein Streifen Waldwiese zwischen altem Wald und 25 Jahre jungem, von selbst gekommenen Wald, der einschürig gemäht wird, um den als Weg freizuhalten, zudem geht hier eine Tagfalter-Monitoring-Route lang.


    LG, Bernd