Beiträge von Tobi Lu

    Sevus Christoph,


    herzlichen Dank für das Angebot einer gemeinsamen Exkursion. Das wäre in der Tat eine tolle Sache, die sehr gerne einmal machen würde!


    Diese Jexhof-Gegend finde inzwischen insbesondere auf den zweiten Blick außergewöhnlich abwechslungsreich mit so vielen unterschiedlichen "Kleinbiotopen". Der gezeigte Risspilz wuchs in einem Kiefern-Fichten-Mischwald Bereich in einem dieser Blaubeer bedeckten Moorgebiete, typischer Weise findet man da Russula claroflava, Lactarius helvus, usw. - ähnlich dem Haspelmoor. Ein paar Meter weiter befindet sich eine auch botanisch interessante Saftlingswiese, gleich darauf Kalkbuchen- und -fichtenwaldbereiche. Allein innherhalb dieses Areals könnte man wohl das ganze Jahr über immer wieder die unterschiedlichsten Besonderheiten aufstöbern, schätze ich. Ich vermute, du kennst das dort ja alles. Der Standort der Cortinarie ist höchstwahrscheinlich neutral oder zumindest nur sehr schwach und oberflächlich sauer, ganz so leicht tue ich mir in der Einschätzung da aber nicht. Dafür spricht jedoch, dass ich da schon andere Arten, die Kalk gebunden sind und wohl nicht all zuviel Oberflächenversauerung abhaben können gefunden habe, wie zum Beisiel Gomphus clavatus.


    Liebe Grüße,

    Tobi

    Hallo Ditte,

    vielen Dank. Dann müssen bei curvipes diese balsigen und ausgezogenen Zystiden aus der Schneide stammen? Diese abgebildeten Zellen, die ich dann wohl falsch interpretiert habe, habe ich irgendwo mitten aus der Lamelle herausgequetscht.

    Wie auch immer - in jedem Fall habe ich hier Exikat genug. Ich werde dann mal noch versuchen ein paar weitere Präparate mit Bildern nachzuliefern und ein kompletteres Portrait daraus zu machen. Makroskopisch auffällig war übrigens ein rosa-violettlicher Farbton - weshalb ich erst an nitiduscula dachte, was dann wegen der Sporen gleich vom Tisch war - vor allem im oberen Stieldrittel. Auf den Bildern kommt das noch nicht so gut raus, aber auch da schaue ich mal nach, ob ich noch ein besseres habe.

    Liebe Grüße,

    Tobi

    Hi Pablo,

    ich finde den Ansatz mit purpurascens im Vergleich mit deinen Bildern ziemlich einleuchtend - eine echt gute Idee! Zumal der Standort in der Tat nicht schlecht passen würde. Aber ich konnte die Sektion ausschließen, da Lugol negativ war und zudem keinerlei Violettfärbung an Druckstellen feststellbar war. Die Sporenmaße gäben zudem einen wenn auch nur etwas zu kleinen Q-Wert. Sorry, diese Sachen habe ich beim Veröffentlichen alle nicht mit angegeben, weil es da einfach schon relativ spät und ich recht müde war. Anserinus habe ich absolut in Erwägung gezogen aber unter anderem aufgrund fehlendem bitten Geschmack der Huthaut (und dem Standort) ausgeschlossen.

    Sicher auch schade, dass es nur ein einzelner Fruchtkörper war - zwei, drei mehr hätten es für mehr Klarheit gerne sein dürfen.

    Liebe Grüße,

    Tobi

    Hi Stefan,

    vielen Dank für deine Einschätzungen. Besondern bei der Inocybe habe ich da schon auf dich gehofft ;)

    Dazu noch folgendes: Die Stielbereifung ist mir als wichtiges Merkmal soweit bekannt. Bei dieser Kollektion war sie eher schwach ausgeprägt und nur im oberen Stieldrittel erkennbar.

    Zum Phlegmacium: Die KOH-Reaktion bei dem Klumpfuß soll auch gar nicht pink sein - der gehört nicht zu dieser Riege. Tatsächlich verwende ich das Kompendium auch nur als Nachschlagewerk, wenn ich bereits bei einer Bestimmung bin. Deswegen habe ich das mit Sporenmaßen und -form auch in diesem Zusammenhang erwähnt. Geschlüsselt muss hier meines Erachtens mit der FN werden, ansonsten fiele mir nichts ein. Der Gröger hat sich hier ja leider nicht ausgelassen und den (alten) Moser habe ich zwar, aber inzwischen hat sich da fast zu viel geändert.

    Liebe Grüße, Tobi

    Hey,

    so langsam tut sich bei uns in der Gegend etwas. Das habe ich zu einer Exkursion in die Kalkgebiete Richtung Ammersee (bei Grafrath) genutzt. Kurzum lässt sich sagen, dass der mit Abstand häufigste Pilz der Flockenstielige Hexenröhrling war. Interessanterweise fehlen da zur Zeit (noch) typische wärmeliebende Arten, die man im Sommer in den Kalkbuchenwäldern dort finden kann (beispielsweise Sommersteinpilze), dafür waren die ebenfalls auftretenden Fichtensteinpilze bereits zu alt, sodass man irgendwie das Gefühl hatte, spät dran zu sein. Für mich spricht das für eine Folge des niedrigeren Temperaturniveaus der letzten Monate.

    Insofern auch nicht verwunderlich, dass man bereits Schwammerln finden konnte, die sich scheinbar etwas in der Jahreszeit geirrt hatten.

    Aus Zeitgründen möchte ich die Vorstellung der für mein Bestimmungsniveau anspruchsvollen Arten aus Zeitgründen etwas knapper halten und auf mir wesentlich erscheinende Merkmale reduzieren, die zu meiner Bestimmung geführt haben. Sollte sich herausstellen, dass ich es mir (mal wieder) zu leicht damit gemacht habe, bin ich für entsprechende Rückmeldungen wie immer sehr dankbar (die unbekannten Doppelgänger lauern ja hinter jeder Ecke, äh Art :evil:)

    Also zunächst mal mein erstes Phlegmacium dieses Jahres, welches ich bereits im Feld (moorige Fichtenparzelle, eventuell oberflächlich angesäuert, nur Fichte) als Mitglied der Glaucopodes eingeordnet hatte. Bei der Nachuntersuchung zu Hause bestätigte sich dies und die Bestimmung war für mich eigentlich schon makroskopisch als Cortinarius dionysae klar, wenngleich ein Mehlgeruch zwar feststellbar war, jedoch nur wenig deutlich hervorgetreten ist. Auch Sporenform und Größe bewegten sich im Rahmen dessen, was zu dieser Art im Kompedium angegeben ist.

    Erstmal der Fruchtkörper


    Schnittbild:

    ...schiefe Knolle, wohl typisch goldocker Farben


    ...und KOH-Reaktionen

    ...rötlich auf Hutfleisch, orange-gelblich auf Fleisch, auf Basalfilz braun.


    Fund 2:

    Etwa einen halben Meter daneben fand ich diesen Kameraden:


    Ich bin hier bei Lyophyllum deliberatum gelandet, da er vor allem zwei Merkmale aufweist, die in der Literatur immer wieder herausgestellt werden: Das rasche, intensive Schwärzen der Lamellenschneiden (vor allem nach leichtem Druck), sowie eben die Sporenform.



    So, nun die Nummer drei:

    Das wäre mal ein höckersporiger Risspilz. Der Standort war ein extrem vermorschter, humoser und bemooster Fichtenstumpf, im in diesem Fall klar kenntlich in oberflächlich saurem "Fichtenmoorwald".

    Auch hier gehe ich zunächst der Einfachheit halber davon aus, dass die Art über die Kombi Sporenform und -größe mit charakteristisch geformten Hymenialzystiden bereits klar sein könnte.

    Ich gehe von Inocybe curvipes aus:


    Sporen und Hymenium:

    Die zumindest teilweise nach oben ausgezogenen, "aufgebläht" wirkenden Zystiden scheinen ein gutes Merkmal der Art zu sein (wenn ich es denn richtig interpretiert habe).


    Okay, ich denke das reicht erstmal. Den Saftling erspare ich euch ;)

    Wenn ihr gerne Sporenmaße, Abmessungen der Zystiden oder sonstige weitere Details hättet, kann ich sie gerne versuchen nachzuliefern.

    Vielen Dank + Spaß damit,

    liebe Grüße vom Tobi

    Dieses Werk wird auf jeden Fall angeschafft!

    ...und vielen Dank nochmal für die unerwartet zahlreichen Rückmeldungen zur Geruchsqualität "Zedernholz"!

    Da sind einige hilfreiche Dinge dabei gewesen. Ich werde mal den lepida und den violaceus im Vergleich anschnüffeln, das verspricht spaßig zu werden (die findet man ja normalerweise alljährlich häufig). Das mit dem Bleistiftholz habe ich auch schon getestet, aber ohne einprägsame Wirkung. Vielleicht bin ich ja in diesem Geschmacksbereich relativ "blind" :/? Naja, auch das mit dem gleichzeitig auch als Zeckenschutz verbratbarem Öl ist echt interessant, vielleicht prägt sich der Geruch ja ein, wenn ich ihn mal nen ganzen Tag an Körper und Händen kleben habe.

    Liebe Grüße,

    Tobi

    Hey Marcel,

    vielen Dank für deine Erläuterung. Mit den Gerüchen ist das ja ähnlich, wie mit allen möglichen anderen Merkmalen - nur mit ausreichender Erfahrung sind sie wirklich sicher einzuschätzen.

    Es gibt da ja eine ganze Litanei an Qualitäten, die wohl meisten nicht vom Ursprung her bekannt, sondern uns Schwammerlfreunden lediglich per Definition als Pilzgeruch etwas sagen. Sei es nun Leuchtgas, Juchtenleder, Weidenbohrerraupe, usw. ...wer weiß schon, wie das ganze Zeug im Original riecht? Selbst "Mehl" ist ja eigentlich nicht wirklich ein Mehlgeruch, sondern scheint eher vom Geruchserlebnis des Betretens einer feuchten Mühle herzurühren.

    "Zedernholz" ist da bei mir noch auf der Liste derer, die mir bislang einfach zu wenig untergekommen sind. Rein technische Frage des "wie riecht man am besten" sind mir aber schon geläufig :cool:. Im letzten Jahr habe ich mir übrigens die Qualität "malzig" bei Phlegmacien aneignen können. Das hat auch ne Zeit gedauert, bis ich es gecheckt habe.

    Liebe Grüße,

    Tobi

    Aber nur, wenn er zur Gattung Inosperma gehört. Es gibt einige rötende Arten, die mit dem verwechselt werden können. I. godeyi kann dem z.B. schon makroskopisch recht ähnlich sehen, zumal wenn sie im geröteten Zustand gefunden werden.

    ...da hast du natürlich schon Recht. Allerdings muss ich sagen, dass ich den godeyi in einem meiner Schwammerlgründe ziemlich regelmäßig finde und ich ihn noch nie annähernd in dieser Oschi mäßigen Größe, die ich von erubescens gewohnt bin angetroffen habe. Schaut man sich die Bilder von Ditte Bandinis Seite an, erscheint aber wenigstens die Sporengröße regelmäßig zu ermitteln sicherlich sinnvoll, zumal ja Röten - wie du schon schriebst - so exklusiv für den Erötenden nun wahrlich nicht ist.:giggle:

    liebe Grüße,

    Tobi

    ...hier noch eine Ergänzung:

    Beim Dritten Fund bin ich beim (Versuch zu) Schlüsseln mit FN bei Cortinarius decipiens var. atrocoeruleus gelandet. Könnte meiner Ansicht nach auch passen, bis auf folgende Einschränkungen: Der Geruch ist für mich nicht sehr deutlich ausgeprägt. Ob er Zedernholz ähnlich ist, insofern schwierig, zumal die einzig mir bislang begegnete Art, die für diese Komponente steht R.badia ist, den ich am Geruch bislang auch nie richtig sicher erkennen konnte. Bisher hab ich immer drauf rumgekaut und dann beim Abendessen nix mehr geschmeckt.

    Außerdem ist das Hutfleisch bei meiner Kollektion nicht schwarzbraun gewesen. Inwieweit das bei hygrophanen Schwammerln vielleicht auch mit dem Feuchtigkeitsgrad zusammenhängt, kann ich auch noch nicht recht beurteilen.

    Hallo Maria,

    ...sollte es dennoch der Ziegelrote sein (wonach es ja nicht unbedingt aussieht), reicht es, ihn eine gewisse Zeit lang liegen zu lassen. Dann macht er seinem Namen alle Ehre ;-)


    liebe Grüße,

    Tobi

    Servus Christoph,


    vielen Dank - leider hänge ich dieses Mal wegen Corona Vertretung sechs volle Nachmittage drin...ich hoffe, dir gehts da besser.

    Aber ich verfüge über genau die Art von Fatalismus, die mich dann Abends noch motiviert, braune Telamonien bestimmen zu wollen.

    Als dann: Ich habe noch zwei Kollektionen am Start, eine vom Friedhof, eine aus der nahen Heide.

    Erstmal zur Heide-Kollektion. Die kommt scheinbar alljährlich standorttreu zusammen mit Inocybe dulcamara in einem Geröllbereich (Kalkschotter). Wer hier der Partner sein soll ist jedoch ziemlich unklar, da kommt alles mögliche in Frage. Es ist jedoch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die von mir bereits weiter oben abgebildete Art aus 2019.

    Sicher ist, dass es sich nicht um dieselbe Art wie der cf. suberythrinus handelt. Die Merkmale sehen aus wie folgt:

    Hut: Dunkelbraun (nicht Schwarzbraun), weniger hygrophan nicht durchscheinend gerieft; Zunächst glockig, dann ausgebreitet

    Lamellen: Gefärbt wie der Hut; Breit angewachsen, ziemlich entfernt; Schneiden gekerbt, heller

    Stiel: Lang, zylindrisch, nach unten leicht verdickt; dunkelbraun befasert, darunter mit silbrigem Schimmer; basal weißfilzig;

    Fleisch: Hell gelblich-beige; Geruch schwach pilzig, nicht unangenehm

    Mikromerkmale: Sporen: Ellipsiod, machmal mandelförmig, mit teils deutlich sichtbarem Apex, 7,89-9,21 x 5,23-6,42; Q = 1,37-1,57, Ø = 1,47; grobwarzig, Warzen teils zusammenfließend ; Lamellenschneide steril; Hypoderm deutlich ausgebildet (glaub ich);


    Sporen

    Lamellenschneide


    ...da käme für meinen Geschmack im Vergleich mit dem, was ich hier an Literatur zur Verfügung habe in der Tat uraceus (mit etwas kleinen Sporen) in Frage.


    Dann habe ich noch die Kollektion vom Friedhof. Die schlägt schon eher in dieselbe Kerbe, wenn auch mit ein paar feinen Unterschieden, sodass ich dazu neige, wiederum eine andere Art zu vermuten.

    Standort: In Parkwiese unter Linde; denkbare Baumpartner wären auch noch Hainbuche (und mit sehr viel Fantasie Kiefer).

    Hut: Dunkelbraun; Von vorn herein eher keglig, nicht deutlich gebuckelt, nicht zu einem Drittel durchscheinend gerieft, schnell gewölbt und ausgebreitet mit einem feinen silbrigen Filz überzogen, vor allem am Hutrand sichtbar

    Lamellen: mäßig gedrängt, deutlich untermischt, breit angewachsen; braun, ähnlich wie der Hut gefärbt, etwas heller; jung insgesamt etwas heller, beige; Schneiden weiß

    Stiel: Weiß zur Basis hin meist rötlich überlaufen; Mit wollig filzigem, feinem Überzug; teils silbrig scheinend wirkend; Basis meist etwas knollig verdickt

    Fleisch: Weiß, schwach hygrophan, in der Stielbasis teils mit Rottönen; Geruch unauffällig, schwach pilzartig, etwas nach Rettich

    Mikromerkmale:

    Sporen breitelliptisch, eher feinwarzig, teils rundlich mit ausgebildetem Apex 6,17-8,48 x 5,01-6,33, Q=1,18-1,42 Ø=1,28; Lammellenschneide steril; Hypoderm deutlich ausgebildet;


    Sporen:


    ...vielleicht ja der bessere vernus, aber das wäre dann alles in allem wahrscheinlich zu einfach für braune Telamonien.

    Ich werde mal in JEC nach ähnlichen Telamonia-Arten stöbern.


    Liebe Grüße,

    Tobias

    ...okay,

    also ich denke nicht, dass es demnach uraceus sein kann - der hätte wohl schon ziemlich eindeutig zu große und wohl auch zu wenig rundliche Sporen. Beim Lesen deiner Forums-Diskussion mit dem Hias ist mir eingefallen, dass ich erst letztes Jahr einen ganz ähnlichen Fund in der Kissinger Heide gemacht habe. Der ist leider weit weniger gut dokumentiert. Ich werde mich vielleicht morgen, wenns sichs zwischen den Abi-Prüfungen rausgeht mal kurz auf Nachsuche begeben. Der würde optisch schon in diese Riege passen, würde ich sagen.

    Funddatum: 30.05.2019 in der Magerwiese, assoziiert mit allerlei verzwergtem, bzw. buschigem Gehölz, vorwiegend Birke und Weide.

    Servus Christoph,


    vielen Dank für die Einschätzung und die Info. Das hilft eindeutig, diese Arten noch besser zu verstehen und verschafft mir für heute Abend Lektüre. Wenn ich damit noch auf nähere, für meine Kollektion aufschlussreiche Details komme, werde ich es hier noch ausführen.

    Als Baumpartner kommt in diesem Fall sehr (selten) eindeutig nur Eiche in Frage.


    Liebe Grüße,

    Tobias

    Hallöchen,

    endlich, bzw. schon habe ich die erste Cortinarie des Jahres gefunden. Hier erst meine Beschreibung mit Bestimmungsvorschlag, dann noch die Bilder...

    Standort: Parkanlage unter Eiche

    Makro-Merkmale:

    Hut: Schwarzbraun, vor allem Hutmitte, diese mit Buckel. Keine (bis kaum) Velumspuren erkennbar, hygrophan

    Lamellen: Graubraun, mittelmäßig (wenig) gedrängt, Schneiden deutlich weißlich

    Stiel: Zylindrisch, von Velum deutlich seidig übersponnen; Stielvelum bisweilen eine angedeutete Ringzone bildend. Beim Anschneiden und auf Druck deutlich rötend.

    Fleisch: Hygrophan beige, trocken weiß, rötend, Geruch angenehm pilzig

    Mikro-Merkmale:

    Sporen: Breitellipsoid-rundlich, 5,33-5,96 x 7,30-8,24, dicht warzig; Lammelenschneide teils steril, teils aber auch Basidien gefunden; Huthaut mit gut ausgeprägtem Hypoderm (wenn es das ist, von dem ich glaube, dass es ein Hypoderm ist)

    Meine Bestimmung: Cortinarius vernus, der Rosastielige Wasserkopf , was meint ihr?

    Hallo Pablo,


    ja die FN und die GPBaWü habe ich auch - unter anderem - als Vorlagen. Dazu grüble ich noch über Papern von Bollmann und Garnica, sowie ein paar Sachen aus den JEC-Journalen. Da sollte eben am Ende etwas herauskommen, was für mich gut passt. Kann aber durchaus sein, dass ich erst eine Erprobungsphase diesen Herbst teste und schaue, ob es mir wirklich geholfen hat. Wenn es sich als Quatsch herausstellt, teile ich es lieber nicht. Im Moment versuche ich mich anhand von Trockenmaterial auf das Merkmal HDS simplex oder dupelx einzugewöhnen. Das fände ich im Augenblick ein mögliches Einstiegskriterium für einen dichotomen Schlüssel. Man hätte dann schon einmal ein paar Sachen auseinanderklamüsert, wenn man die Mikroskopiertechnik entsprechend anwenden kann. Aber es ist schon kompliziert, da etwas vernünftiges daraus zu machen. Wahrscheinlich wird es ohnehin auf ein mehr oder weniger abgekupfertes und mit eigenen Anmerkungen erweitertes Ding hinaus.

    Liebe Grüße,

    Tobi

    Hallo Uwe,

    vielen Dank, auf deine Rückmeldung hatte ich insgeheim auch noch gehofft. Tatsächlich habe ich mir vor ein paar Wochen alle JEC-Journale zugelegt und mir auch den Artikel über die Sektion Riederi schon durchgelesen.

    Aber hier in diesem Thread ging halt, wie oben beschrieben von meiner Seite aus nicht mehr an Info.

    Alles, was bei mir im Moment möglich ist, ist zu versuchen, ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, in welche Richtung man nachzuforschen hat, wenn man eine unbekannte Art vor sich hat. Ohne eine halbwegs gute Vorahnung wird es wohl auch mit guter Mikro- und Makrodokumentation wahnsinnig schwierig, beim richtigen Ergebnis zu landen, schätze ich. Dafür entwerfe ich mir gerade einen Sektionenschlüssel, da ich irgendwie bisher noch nicht so gut damit klar komme, in der richtigen Ecke zu landen. Ich kann den, wenn ich fertig bin, ja gerne mal zur Durchsicht und Beurteilung hier einstellen. Aus meiner begrenzten Erfahrung heraus kann ich mir zwar vorstellen, dass das Problem bestimmte "Ausschererarten" sein könnten, die man besser vorneweg schlüsseln sollte. Dazu fehlt mir aber komplett die Erfahrung. Außerdem ist halt auch noch fraglich, wie das aktuell gültige Konzept überhaupt auszusehen hat. Anderseits verspreche ich mir schon, dass einige meiner grundsätzlichen Probleme damit behoben werden könnten.

    Viele Grüße,

    Tobi

    Hi Pablo!

    Deine Dokus aus dem Forum kenne ich schon ;)...sind echt spitze, so kommt man der Sache auf jeden Fall schnell näher. Ich war da ja letzten Herbst auch schon etwas näher an dem, wie man es eben auch machen muss, um gewisse Annäherung an Bestimmungssicherheit zu kriegen...immerhin konnten mir die lieben Menschen hier im Forum zu einer ziemlich sicheren Bestimmung von elegantior und caesiocortinatus verhelfen. In diesem Post hier war eine sinnvolle Darstellung der Arten ja aus angesprochenen Gründen nicht mehr möglich.

    Aber wartet nur meine Herbstportraits 2020 ab :kaffee: ;)

    ...im Moment versuche ich mich am stacking für die Sporenornamentation und irgendwann finde ich auch mal ein Hypoderm in einer HDS, wartet nur ab :evil:

    Liebe Grüße,

    Tobi

    Hallo, Tobi!


    Eine schöne Sammlung aber auf jeden Fall. Ich drücke mal die Daumen, daß du möglichst viele noch mal wieder finden kannst, und dann genauer angucken kannst.
    Lohnt sich, diese Phlegmacien sind schöne Pilze. Seit 1/2 Jahren interessieren die mich auch mehr und mehr, also stehe ich ebenso auch noch ganz am Anfang.



    LG; Pablo.

    Hallo Pablo,

    danke, ich finde auch, dass sie allesamt wunderbare Schwammerln sind. Mir fehlts hier in meinem Umfeld leider auch etwas an Mitstreitern, die sich auch dafür interessieren. Jemanden am kurzen Draht mal eben fragen zu können "Wos moinschd zu dem?", würde wahrscheinlich einiges viel schneller klärbar machen. Naja, mir ist schon klar: Ab hier braucht man Geduld und Spucke ;). Dir auch frohes Voranschreiten in der Welt der Phlegmacien. Wenn ich die dann in 75 Jahren beherrsche sind die Telamonien dran.

    LG, Tobi

    Hallo Oehrling,

    vielen Dank für deine Einschätzungen.

    Bei "dibaphus" habe ich mich wohl zu stark von der eigentümlichen Färbung hinreißen lassen. Auf die Knolle hatte ich in diesem Fall tatsächlich noch gar keinen Fokus gerichtet. Mist.

    ..."nemorensis" würde ich schon Violettöne am Hutrand unterstellen, aber das Bild ist auch zu schlecht belichtet. Da ist übrigens meine nächste Baustelle: Mittlerweile reicht meine Videokamera zur Dokumentation nicht mehr aus :/:D...zu "Laubmischwald" naja, das ist vorwiegend Buche, aber auch Linde, Eiche und Pappel, was da so rumsteht. Ich weiß schon, dass die Deklaration "Mischwald" eigentlich der Mischung aus Laub- und Nadelwald vorbehalten ist. Da weiche ich oft versehentlich in unzutreffende Deklarationen ab. Eigentlich müsste es einfach Laubwald heißen.

    Viele Grüße,

    Tobi

    Super!

    Vielen Dank, ihr macht meinen etwas misslungenen Auftritt hier noch richtig interessant :). Gut, dass ich den Standort der von mir abgebildeten Kollektion zum viiiiieleicht flavovirens noch ziemlich genau rekonstruieren kann. Wäre halt auch zu schön, so eine Art mal vernünftig geknackt zu bekommen...

    Übrigens glaube ich nicht daran, dass 4 und 6 dieselbe Art wiederspiegeln, da der Kollektion 4 jegliche Violetttöne fehlen, 6 die an Hut und Stiel durchaus aufweist.

    Liebe Grüße, nochmals vielen Dank,

    Tobi

    Moin,

    vielen Dank für eure Rückmeldungen. Da ist mir etwas meine Faulheit beim Ausarbeiten des Threads auf die Füße gefallen. Mittlerweile bestimme ich Cortinarien natürlich völlig anders. Dazu gehört selbstverständlich auch die KOH-Reaktion. Außerdem natürlich Sporenvermessung, Ornamentation und Mikroskopie der HDS. Also, ihr habt natürlich völlig Recht, das war aber auch nicht so intendiert (deswegen ja auch: "nicht nachuntersucht und entsprechend dokumentiert..."). Allerdings sind für mich mittlerweile solche Bewertungen vergangener Aufnahmen wichtig, um in der schwierigen Gruppe etwas weiter zu kommen.

    Die Auswahl der Arten ist schon auch mit gewissem Bedacht hinsichtlich ihrer makroskopischen Bewertbarkeit erfolgt - es sind ja keine 6 verschiedenen Calochroi mit +- gelben Hutfarben :S.

    Deshalb hat sich der Thread schon allein wegen Werners Einschätzung von anomaloochrascens gelohnt. Genau die Frage stand da nämlich für mich dahinter: Könnte es auch fulvoochrascens sein, oder sind die eher hellen Hutfarben schon ein guter Hinweis (wie auch schon angedeutet: Ich werde da deswegen keinen Haken dahinter machen und den als sicher bestimmt verbuchen ;)). Riederi fällt ja aufgrund des Kalkboden ziemlich sicher raus.

    Vielleicht war die Wahl der zwei wahrscheinlich Sodagnitin haltigen Arten etwas unglücklich und hat da eher ablenkende Wirkung. Aber Karl, du kannst mir glauben: Wie gerne würde ich die wieder finden und mit KOH bepinseln...Super, deine Kollektion, Karl!

    Warum ich die Bestimmung von turmalis (so war die Art im Thread ursprünglich auch beschriftet) gestern Nacht noch geändert habe, weiß ich nicht. Aber es muss natürlich turmalis heißen. Manchmal bekomme ich solche Anfälle, weil ich meine, einen Namen verwechselt zu haben :haue:. Vielen Dank dafür auch nochmal...auch die genaue Betrachtung der Stielknolle ist mir als wichtiges Kriterium bekannt.

    Vielleicht noch ein Wort zu flavovirens: Der geht glaube ich makroskopisch aufgrund Färbung und Befaserung des Hutes + Lamellenfarbe zu bestimmen. Ist halt ziemlich selten und nur wenig Bildmaterial verfügbar. Ich denke aber, wenn ich den nochmal finden sollte, werde ich erstmal daraufhin abchecken. Sollte er stimmen bekommt ihr ein schönes Portrait mit allen Mikro- und Makromerkmalen.

    Liebe Grüße,

    Tobi

    Hi!

    Nachdem ich mich jüngst etwas genauer in die Bestimmung von Cortinarien der Untergattung Phlegmacium eingearbeitet habe, bin nun mein Bildarchiv in der Rubrik "unbestimmt" nochmals durchgegangen. Gut, dass ich schon immer Bilder in der Hoffnung gemacht habe, irgendwann damit einmal etwas anfangen zu können. Schlecht, dass die Funde (auch die jüngeren) allesamt nicht ausreichend dokumentiert und nachuntersucht wurden. Einige Zuordnungen habe ich dennoch gefunden und würde mich über Rückmeldung der (Gattungs)profis freuen :)...die ältersten Fotos stammen von von 2016, also mehr Infos werde ich in manchen Fällen kaum noch liefern können. Es versteht sich, dass da nur noch ein cf. mit mehr oder weniger großer Wahrscheinlichkeit möglich ist.

    Nahezu alle Funde habe ich im Laubmischwald auf kalkhaltigen Böden gemacht.


    Der erste Kandidat ist einer, den ich für C.sodagnitus halte:


    Nummer zwei würde ich als C.flavovirens ansprechen:


    Weiter gehts mit diesem Kandidaten, der vielleicht ein anomaloochrescens sein könnte. Ausnahmsweise stammt dieser Fund aus einem Nadelwald:


    Nun einer, den ich irgendwie gerne talus zugeordnet hätte, aber einiges auch unstimmig erscheint (z.B. der eher Fichten dominierte Standort)


    Naja, dann mal ganz sportiv ein einzelner Babyfruchtkörper daherspekuliert: dibaphus...? (auch von 2016 :D)


    ...dieser hier sollte aus dem reinen Laubmischwald doch der nemorensis sein?!


    ...so, ich hätte da zwar noch so einiges, aber ich will eure Nerven auch nicht überstrapazieren ;)

    Vielen Dank und habt Spaß beim Mitknobeln!

    Okay, da gibt es leider keine so tollen Bilder, aber die Art ist meines sehr begrenzten Wissens nach ja schon im Feld gut anzusprechen. Die Merkmale haben jedenfalls sehr gepasst: Rötendendes Fleisch, rötlicher Stiel und dunkelbraune Hutschuppen auf braurötlichem Grund. Extrem auffällig war der starke Weihrauch-Geruch, der ans Betreten des Tollwood-Festivals und bestimmte stark riechende Seifen erinnert. Gefunden im Fichtenwald in der Kranzberg-Region (Mittenwald). Die Kollektion passte übrigens geradezu perfekt zu den Zeichnungen in Erhard Ludwigs Kompendium. Die Sporenmaße bewegen sich zu den hier angegebenen Werten genau im Mittelfeld.

    ich habe noch getrocknetes Material und mit etwas Glück kann ich mich heute Abend auch noch auf Nachsuche begeben. Allerdings gehts morgen erstmal nach Frankreich in den Urlaub. Ich habe die getrockneten Fruchtkörper aber separiert und könnte sie zu gegebener Zeit verschicken.

    Hallo Tobias,

    das Material ist ja lange haltbar und daher eilt es ja nicht.

    Schönen Urlaub
    Karl

    Hallo Karl!


    Bist du noch an dem Material interessiert? Einen Inocybe tricolor könnte ich dir auch noch anbieten, falls der für dich interessant sein sollte.


    Viele Grüße,

    Tobias

    Hallo Beli!


    Jetzt hab ich´s verstanden. Da gebe ich zu, dass anhand der jungen Fruchtkörper eine Unterscheidung wohl kaum oder nur für absolute Kenner möglich sein dürfte. Anhand älterer Exemplare, die da noch herumstanden, war es aber einfacher. Die Bilder habe ich nur nicht gezeigt, weil sie nicht so gut geworden sind.

    Imperator rhodopurpureus kenne ich von einem anderen Standort (Eichelgarten im Forstenrieder Park bei München) und tatsächlich ist er anhand der Hut und Röhrenfarben später gut unterscheidbar. Die älteren Fruchtkörper aus Klais hatten alle vorherrschend silbrig-gräuliche Hüte mit gelben Röhren, während rhodopurpureus ja eher im rötlichen Hutfarbenbereich bleibt und auch orange-rötliche Röhren bekommt.

    Hier noch ein paar Vergleichsbilder, erst noch einmal torosus, dann rhodopurpureus: