Beiträge von Steigerwaldpilzchen

    Hallo,


    mit derartig hoch geflügelten Sporen kannst du Lactarius fuliginosus ausschließen und es bleiben nur L. pterosporus & L. ruginosus.
    Wie du schon gemerkt hast, sind die Korallenmilchlinge nur nach Bild sicherlich nicht leicht zu bestimmen, das gilt ebenso wie mit dem Bild von nur einer Spore. Entscheide selbst:


    L.pterosporus VS L.ruginosus

    Geruch: schwach kokosartig <-> eher schwach unangenhem
    Geschmack (MILCH!): scharf <-> bitterlich
    Hut: in der Mitte runzelig, Hutrand normal nicht gekerbt <-> Nicht auffällig runzelig, Hutrand oft gekerbt
    Lamellen: gedrängt stehend <-> eher entfernter stehend
    Sporen: Flügelgrate meist unverzweigt um die ganze Spore reichend <-> Flügelgrate öfters verzweigt und nicht um die ganze Spore reichend

    VG Thiemo

    Hallo,

    Wenn die Einnahme der Kohle nicht dazu führt, dass andere Maßnahme verzögert oder sonstwie vernachlässigt werden, sieht das für mich so aus, als wäre die Einnahme immer sinnvoll.

    Liege ich da richtig?


    Oder gibt es da irgendwelche physiologischen/chemischen Aspekte, die dazu führen, dass bei bestimmten Vergiftungen die Einnahme von Aktivkohle sich negativ auf den Vergiftungsverlauf auswirken kann

    Aus Apothekersicht muss ich sagen, dass Aktivkohle nicht immer Sinn macht.
    Aktivkohle adsorbiert ALLES. So auch lebenswichtige Dauermedikamente die man nehmen muss. Auch perorale Arzneimittel, die ein Arzt aufgrund des Vergiftungsfalls verordnen könnte werden natürlich gebunden. In den Fällen wo ein Gegengift zur Anwendung kommt, gibt es das zwar i.v. aber dann muss auch alles andere entsprechend injiziert/indundiert werden, da Tabletten/Kapseln/Tropfen aufgrund der genommenen Kohle ausscheiden.

    Da die Apothekenbetriebsordnung jeder Apotheke die Verfügbarkeit von medizinischen Aktivkohlepulver vorschreibt, sollte es kein Problem sein welches zu kaufen. Wie schon bemerkt ist das nicht günstig, hat aber natürlich eine andere Qualität (Adsorbtionspotential, Reinheit). Fast immer verfällt das Kohlepulver und muss alle 1-2 Jahre durch neues ersetzt werden. Bestimmt kann man das "verfallene" gratis bekommen, ich würde mal anfragen (da geht ja nichts kaputt).

    VG Thiemo

    Hallo Werner,


    Noch lustiger wär's wenn wir das dann gleichzeitig gepostet hätten. ^^

    Sicher kann man sich so natürlich nicht sein, dafür bräuchte es "Geruchs-Internet". Aber richtig alte Eichenmilchlinge können durchaus so komisch aussehen und gefallen mir zumindest deutlich besser als der Arbeitsname L.subdulcis.

    VG Thiemo

    Hallo,


    Lactarius subdulcis kenne ich anders, insbesondere habituell schmächtiger. So ziemlich alle MIlchlinge können einen hohlen Stiel entwickeln, daher ist das kein verlässliches Merkmal.

    Ich würde eher wissen wollen, wie denn der Pilz riecht? Denn mit den am Boden sichtbaren Eichenblättern, denke ich da vielmehr an einen älteren Lactarius quietus (Eichenmilchling).

    VG Thiemo

    Hallo Lycien,


    beim Grubigen Fichten-Milchling Lactarius scrobiculatus müsste die Milch nach wenigen Sekunden Schwefelgelb werden. Auch Farbe und Hutoberfläche ist eine andere.

    Dein Fund sollte der Schöne Zonenmilchling Lactarius zonarius sein. Der Fundort passt ökologisch gesehen auch gut dazu.

    VG Thiemo

    Hallo,


    nachdem ich in FNE (Heilmann-Clausen et. al.) reingeschaut habe muss ich dir zunächst zustimmen, dass die Sporengrate bei deinem Fund übermäßig ausgeprägt für die dort gezeigten bei L.fulvissimus sind. Da L.fulvissimus aber ein Artenaggregat ist, würde ich das noch in der Variationsbreite ansiedeln. Man müsste mehr Funde mikroskopieren und vielleicht zeigen sich ja dass man eine stärker gratig sporigen Art aus dem Aggregat abtrennen und anhand weiterer Unterschiede beschreiben kann. Wie Werner mag ich bei so einem Habitus weder an die schmächtig kleinen L.aurantiacus noch bei den Farben an L.subdulcis glauben.

    VG Thiemo

    Hallo Hilmi,

    Um Russula velenovskyi sicher zu bestimmen, muss man meines Wissens nach die schwach inkrustierten Dermatozystiden im mikroskopischen Bild nachweisen. Russula font-queri hat niemals Inkrustationen. Markoskopisch sehe ich da Schwierigkeiten, vielleicht auch weil ich R. font-queri noch nicht finden durfte.

    Die Sporenpulverfarbe gibt hier auf jeden Fall auch einen guten Anhaltspunkt, aber das kann bei den knapp zusammenliegenden IIIb und IVa durchaus kritisch werden, da die Farbe zudem von der Schichtdicke und dem Wassergehalt abhängt (ab besten Farbe bei gerockenen, lichtgeschützten Sporenpulver nach 1-2 Tagen ermitteln).

    Russula velenovskyi - HDS, Zystiden, nach Karbolfuchsinbehandlung x1000[Öl]




    Noch ein Hinweis zu den im Startbeitrag verwendeten Reagenzien. Für gewöhnlich testet man bei Russula an der unverletzen Stielrinde nicht im Stielfleisch.

    VG Thiemo

    Hallo,


    Ich mutmaße mal: Der Täubling könnte schon ein Birkenbegleiter sein. So gefält mir nach Habitus, Farbe und Stand im Moos zu urteilen der Milde Glanztäubling Russula nitida ganz gut. Das müsste natürlich mit Geschmack, Sporenpulverfarbe, etc. abgesichert werden. Vielleicht gilbt er ja auch über Nacht (wie auf dem ersten Foto zu erahnen ist), oder schmeckt merklich scharf, dann ist's wieder was anderes. Man sieht, nur nach Fotos gibt es viele Möglicheiten.

    VG Thiemo

    Hallo,


    Was man im Handel (und damit auch in vielen Restaurants) öfters so geboten bekommt, kann einem ganz schnell den Magen verderben.Es darf bei Obst/Gemüse (wozu Pilze zählen) auch jeder Frischegrad angeboten werden, da der Kunde selbst entscheiden muss was ihm noch gut genug ist. Da sind gammelige oder verschimmelte Pilze keine Seltenheit. Außerdem weis ich aus verlässlicher Quelle, dass bei Aufträgen aus dem Handel meist nur eine Identitätskontrolle der Trockenpilze und ausdrücklich keine Kontrolle auf Frische der Ware gewünscht ist

    Sofern Champis noch fest und die Lamellen noch nicht schwarz, sondern rosa bis zart schokobraun sind kaufe ich schon mal etwas zum auffüllen. Trockenpilze nie - nur selbstgesammelt!

    VG Thiemo

    Hallo,


    sofern der Täubling unverletzt nicht nach künstlichen Bittermandelaroma (Benzaldehyd) (sondern komisch ölig/verbrannt) riecht, dann ist es wohl einer der beiden Stinker R.foetens oder R.subfoetens. Die lassen sich nur über das Sporenornament zuverlässig trennen. Karl hatte hierzu mal einen Beitrag geschrieben,lässt sich sicher über die Suchfunktion finden.

    Ich kann an den Lamellenschneiden keine Morsezeichen erkennen. Für einen Morsetäubling R.illota scheint mir dieser auch zu hübsch zu sein, denn der Morser ist meist irgendwie schmuddelig-schmutzig, da mit grauviolettem Schleim überzogen und duftet unverletzt(!) auch fein nach Bittermandelaroma/Marzipan.

    VG Thiemo

    Hallo Jörg,


    Wenn ich deinen Fund mit meinem kürzlichen Erstfund von S.queletii vergleiche, kann ich da einige Unterschiede erkennen. Nicht nur fehlt das dunkelrote Fleisch an der Stielbasis, sondern ist der Stiel zur Basis auch nicht zugespitzt und Stieloberfläche ziemlich rotflockig. Hast du ein Jodreagenz um zu prüfen ob es überhaupt ein Suillellus ist?


    Zu dem möglichen N.xanthopus kann ich mangels Funderfahrung nicht viel beisteuern aber halte das sichtbare schon für plausibel. War der unter Eiche?


    VG Thiemo

    Hallo,


    er schiebt wieder Fruchtkörper aus dem Boden, der Cremeweiße Täubling Russula galochroa. Nachdem letztes Jahr eine Pause war, hatte ich schon befürchtet, dass das Myzel geschädigt wurde. Bei 30 Exemplare hab ich dann das Zählen aufgehört. ^^



    Im Jungszustand sieht man auch immer noch etwas Farbe bei dieser Griseinae, bevor sie gänzlich cremeweis ausblasst.




    VG Thiemo

    Hallo,


    Viel macht natürlich die von Harald erwähnte Übung und Erfahrung aus. Das Gesammtbild von Pilzen der aus den erwähnten Gattungen ist ein anderes.

    Was mir aus dem Stegreif einfällt: Knollenblätterpilze/Wulstlinge (Amanita) haben eine häutige Gesammthülle (Velum universale), das i.d. Regel entweder als abschwischbare Flocken auf der Hutoberfläche oder als Volva an der Knolle zurückbleibt. Bei Schirmlingen (Lepiota) und Egerlingsschirmlingen (Leucoagaricus) ist das Velum universale nicht so ausgeprägt häutig, sondern dünner, körnig oder kaum vorhanden. Dann wäre noch die Unterscheidung der letzteren zwei Gattungen offen. Hier sind die Egerlingsschirmlinge habituell stattlicher (also ähnlich wie typische Egerlinge) und haben meist eine verdickte Stielbasis. Ein unangenehmer Geruch ist oft nur bei den kleineren Schirmlingen vorhanden.

    Also, ein gutes Pilzbuch kaufen und die Unterschiede am besten selbst nachvollziehen.


    VG Thiemo

    Hallo Jörg,


    von der Art hab ich ja noch nie gehört. Auch Sarnari, Marxmüller oder Schlüsselwerke wie Gröger kennen den nicht. Wo hast du den denn aus dem Hut gezaubert?

    Karl hatte den wohl vor einigen Wochen vorgestellt, wie ich sehe [Das Depot erwacht]. Das muss mir durch die Lappen gegangen sein


    VG Thiemo

    Hallo,


    um das Amanitenbaby noch mal aufzugreifen, das hat sich über Nacht tatsächlich entwickelt. Ich würde beim Rauen Wulstling Amanita franchetii bleiben oder wie ist da eure Meinung?

    vorher:


    Jetzt:



    Gut zu sehen die gelben Velumbänder vom Knollenrand bis in den Stiel sowie die unterseits gelbflockige Manschette, Manschette oberseits fein gerieft





    Madengänge nicht rötend, Geruch schwach erdig-rettichartig





    VG Thiemo

    Hallo,


    Das ist ziemlich sicher der Queraderige Milchling Lactarius acerrimus.


    Der Hut ist eher konzentrisch gefleckt als gezont, der Hutrand kahl, das anhand der Lamellenfarbe abzuschätzende Sporenpulver ziemlich dunkel ockerfarben und die Lamellen stark anastomisierend. Außerdem scheint der Stiel nicht ganz zentral zu sitzen.


    VG Thiemo

    Ergänzung:
    Außerdem konnte ich eine größere Gruppe Kampfer-Milchlinge finden. Bringen ein würziges curryartiges Aroma mit sich. Bin gespann ob es nach dem Trocknen wirklich noch intensiver wird Leider sind die Fruchtkörper ziemlich klein. Frisch würde ich ihn bei 6-7 ansiedeln, wobei das wahrscheinlich sehr von den individuellen Geschmäckern abhängt.


    VG Thiemo

    Hallo,


    hier noch eine Nachlese, die meisten Fruchtkörper waren aber schon über den Zenit.


    11. Starkblauender Rotfußröhrling Xerocomellus cisalpinus





    12. Ein Scheidenstreifling Amanita spec., der mir für Amanita crocea zu blass ist




    13. Beißender Hasel-Milchling Lactarius pyrogalus




    14. Noch eine zweite Fundstelle des Glattstieligen Hexenröhrlings Suillellus queletii




    15. Direkt neben der glatten Hexe, ein einzelnes Amanitenbaby bei dem ich stark Amanita franchetii vermute. Steckt nun daheim in einem Schüsselchen mit etwas Wasser und hofft auf ein Aufschirmen. Wäre ein Erstfund.



    16. Und noch mal der Milde Kammtäubling Russula insignis mit seiner feuerroten KOH Reaktion an der Stielbasis und ein bisschen noch am Hutrand.




    VG Thiemo

    Hallo,


    Wow, ich bin sprachlos angesichts der tollen Zusammenstellung. Da wäre ich schon froh über einen Riesen-Rötling. Aber auch der Gelbflockige Wulstling, Runzelige Zwergmilchling und Glänzende Dotter-Täubling sind toll.

    Vielen Dank dafür, Karl. Ich glaube ich muss mal in die Eifel fahren =O.


    LG Thiemo

    Hallo Andy,


    Im Zweifel könnte man auch schnell mikroskopieren; Der Queraderige hat riesige Sporen und konstant zweisporige Basiden.


    Dass an diesem Standort beide durcheinander wachsen ist prima um die kleinen makroskopischen Unterschiede zu beobachten.


    VG Thiemo