Des Katers stilles Geheimnis
So viel der Kater doch gar nicht gefressen hat.
Zum fünften Male er heut schon in seiner Streu rum scharrt.
Wobei, heute früh ist er gleich nach´m Fressen rein,
seitdem nicht mehr raus, was kann das wohl sein?
Das kommt mir komisch vor, mich interessiert nur eine Frag´.
Was macht der da drinnen nur, den ganzen Tag?
Das ist ja bei weitem nicht das erste Mal,
seit Wochen immer wieder derselbe Fall!
Was da los ist, da komme ich bestimmt gleich drauf.
Sofort mache ich vom Katzeklo den Deckel auf.
Oh mein Gott, ich glaub, ich bin von Sinnen,
ganz und gar diesig ist es, da drinnen!
Langsam verzieht sich der Nebel, die Sicht wird klar.
Was ich nun erblick´, verwundert mich, fürwahr.
Ein rauchendes Tütchen steckt in seiner Pfote.
Erst jetzt vernehme ich eine süßliche Note.
In einer Ecke ein paar Knospen Mohn gelegen,
aus der anderen fliegen Pilze mir entgegen!
Düngerlinge, Kahlköpfe, und was weiß ich, was noch,
da entdeck´ ich hinten ´nen Kräuterstapel, ganz schön hoch!
Was ich dann noch sah, ja das ist hart!
Weiße Pulverreste er am Näschen kleben hat!
Nachdem ich meinen Augen immer noch nicht ganz trau,
schaut er mich verträumt nur an und haucht „Mie-jau!“