Der Unfall
Einst ging ich mal im dunklen trüben,
dauergrauen garstigem Nieselregen
was holen vom alten Kartoffelkeller,
brauchte was für auf den Teller.
Da gibt es nämlich – das ist die Wucht.
Meine ganz, ganz eigene Schwammerlzucht!
Nur bin ich da nicht angekommen,
hatte die falschen Schuhe mir genommen.
Ausgerutscht auf dem glatten Stein,
ja, wie konnte das nur sein?
Was zugleich kam, machte es auch nicht besser.
Entglitten war mir das große Küchenmesser.
Es passierte schneller, als ich es begriffen hab.
Verfing sich an der Sandale, die scharfe Klinge
und trennte mir den Großen Onkel ab.
Etwas, das wohl nur ich zu Stande bringe.
Auwei, auwei, auwei, oh weh!
Wo ist er nur, der arme Zeh?
Der Hund nun kam vorbei getappt,
hatte auch noch nix im Napf gehabt.
Vorwurfsvoll er mich hat angekuckt
und sogleich den Zeh verschluckt.
Auwei, auwei, auwei, oh weh!
Jetzt ist er weg, der gute Zeh!
Was mach´ ich nur, was tu ich bloß?
Die Hektik war gleich riesengroß.
Eilig musste eine Lösung her.
Im Endeffekt war sie gar nicht schwer.
Recyceln heißt die Gunst der Stunde,
ist nicht um sonst in aller Munde.
Es hat gewiss jeder schon geseh´n.
Rettung verheißt mir das Polypropylen.
Auwei, auwei, auwei, oh weh,
der Ersatz der naht, für meinen Zeh!
Natürlich war ich sofort dabei,
machte mich an die Bastelei.
Die Lebensfreude kommt zurück, wenn ich ihn seh.
Meinen nigel-nagel-neuen PP-Zeh!