Servus beinand,
was lange währt wird endlich gut - das Schachturnier lief wunderbar, nur war ich danach so gestresst und zudem krank (und nur kurz daheim), dass ich nicht mehr ins Forum geschaut hatte. Und da kein Pilz per Post kam, dachte ich, dann schaue ich ihn eben später an, wenn er kommt. Blöd nur, dass ich vergessen hatte, per PN meine Adresse zu verschicken (kann aber jeder bei pilze-bayern.de nachlesen, meine Adresse ist da öffentlich einzusehen).
Ich könnte jetzt noch was über die Seminarwoche in Österreich schreiben oder die Pilzausstellung im BayerWald, die ich letztes Wochenende mit betreut habe... nur um ein paar Leute auf die Folter zu spannen... aber so fies will ich nicht sein.
Hier die Auflösung:
Hyphensystem: Bindehyphen typisch vom Bovista-Typ. In der Röhrentrama waren die Hyphen nicht so breit wie gedacht, in der Huttrama aber bilderbuchmäßig mit sehr breiten Elementen (deutlich über 10 µm - insbesondere sie generativen Hyphen der Hutschuppen sind sehr breit). Cystidiolen konnte ich nicht einwandfrei nachweisen, da das Hymenium zu sehr kollabiert ist - nur einige Basidien konnten revitalisiert werden. Das Merkmal konnte ich also nicht verwenden.
Und die Sporen waren bis 16,25 x 5,75 µm groß (viele über 15 µm Länge). Gut, dass der Fruchtkörper reif ist.
Daraus folgt: es handelt sich um Polyporus tuberaster - Bindehyphentyp passt, Sporenmaße passen gut (bei P. alveolaris deutlich kürzer und nicht so breit werdend), die breiten Elemente in der Huttrama und der HDS passen... Die Huttrama hat kaum skelettisierte Elemente, weshalb das Fleich auch so weich ist und bleibt und die Bindehyphen in der Röhrentrama machen das Kerlchen auch nicht so richtig fest. Drum kann man ihn (in gutem Zustand) auch essen.
Die Chips bitte ich fair umzuverteilen - recht hatten die, die auf Polyporus tuberaster getippt haben, unrecht diejenigen, die Wabenporling meinten. Umd bevor nachgehakt wird: auch Polyporus squamosus fällt mikroskopisch raus (und makroskopisch eh).
Liebe Grüße,
Christoph