Servus Maria,
Kremplingsbestimmung ist in der Tat nicht gerade einfach. Schon "der" Kahle Krempling besteht bei uns aus mindestens vier Arten:
Paxillus involutus s.str., Paxillus cuprinus, Paxillus validus/ammoniavirescens, Paxillus obscurisporus. Eventuell kann auch Paxillus vernalis bei uns auftreten, wobei ich da die Funde erst glaube, wenn ich Belege untersucht habe (ich habe den Typus von Paxillus vernalis ausführlich analysiert).
Beim Erlenkrempling dürften es "nur" zwei bei uns sein. Ich hatte mich nicht getraut, die Art in zwei zu spalten - genetisch hat sich das aber bestätigt. Ich weiß nur nicht, inwiefern die genetischen Befunde mit meinen (makroskopischen) Befunden hinsichtlich der Erlenkremplinge korellieren.
Ich hole nur so weit aus, um Peters Aussage "das Substrat entscheidet, ob Kahler oder Erlenkrempling" zu widersprechen.
Deine Pilze sehen für mich in der Tat wie Erlenmkremplinge aus - entscheidend sind die teils schön goldgelben Lamellen (der Farbton ist mit enthaltgen, finde ich) und die Textur der HDS. Wobei das nicht so eindeutig ist - auch Paxillus cuprinus kann diese Faserung haben, wächst aber bei Birke an offenen Stellen. Paxillus validus ist kräftiger, zeigt aber auch gerne einen deutlichen Gelbton in den Lamellen (aber mehr zitronengelb, kühler).
"Den" Erlenkrempling gibt es in klein, kräftig, dickstielig und mehr areolierten Hüten und mit dem basal eher ausdünnendem Stiel und der mehr radial-büschlig-faserigen Huthaut. Dein Fund ist der zweite Typ. Beide haben kleinere Sporen als das Paxillus-involutus-Aggregat. Das ist das beste, härteste Merkmal.
Kremplinge sind spannend, aber eben nicht gerade einfach. Ich habe daher auch die Rhizomorphen und Sklerotien zur Artunterscheidung mit einbezogen, um mehr Merkmale zu haben.
Liebe Grüße,
Christoph