Beiträge von Tricholomopsis

    Servus Schupfnudel,


    puh, auch so schwierig... die nachgereichten Bilder erinnern mich ehrlich gesagt an Agaricus bisporus var. eutetrasporus. Der kann auch recht schmächtig ausfallen und der Ruing ist dünner als in der var. bisporus. Die Art des Rötens, das in Bräunliche geht, die Rhizomorphen, das würde passen. Ob am Stiel noch Velumreste waren, kann ich an den Exemplaren nicht erkennen.


    Wie gesagt, ist nur ne Idee zum weiter nachforschen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Schupfnudel,


    dein Agaricus ist nicht einfach. Rotverfärbung im Fleisch gibt es in diversen Sektionen:


    Agaricus sect. Agaricus, A. sect. Spissicaules, A. sect. Subrutilescentes, A. sect. Biverlares, A. sect. Chitonioides, A. sect. Hondenses, A. sect. Nigrobrunnescentes, A. sect. Sanguinolenti, A. sect. Xanthodermatei (usw.).


    Man braucht also Ausschlusskriterien. Ich sehe deutliche Rhizomorphen an der Stielbasis, das schränkt schonmal ein. Wichtig wäre der Ring im jungen Zustand (doppelt oder einfach?). Auch ein Detailbild auf den Stiel (Velumbänder? Flocken? wie sieht es oberhalb des Rings aus?) wäre wichtig.


    So kann ich nur sagen, dass die Art interessant aussieht, ich aber nicht in der Lage bin, sie in eine bestimmte Sektion einzuordnen. Ich sehe nur, dass das Fleich rötet, meine zu erkennen, dass der Ring nach unten abziehbar ist und dass vermutlich Rhizomorphen an der Stielbasis sitzen (bei dem Schnittbild wurde die Stielbasis offenbar entfernt... Warum?). Agaricus sect. Sanguinolenti ("Blutegerlinge") würde ich daher ausschließen.


    Champignons sind sehr schwierig zu bestimmen. Ohne Dokumentation aller (noch so kleiner) Details kommt man da nicht weit.


    Dein Rätselpilz könnte auch in uralter Eichhase sein. (Die Auflösung kam während ich schrieb) :)

    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Craterelle,


    den Link kannst du gerne stehen lassen. Dass Andreas K. hier nicht mitdiskutiert ist im Prinzip egal - es geht um einen publizierten Artikel, über dessen Inhalt man diskutieren kann. Dass ich den Autoren hier vorwerfe, unfair gewesen zu sein und mich hier sehr schräg rüberkommen zu lassen, ist unabhängig davon, ob die Autoren hier mitschreiben oder nicht. Es geht ja nur um den Artikel - und er wurde sehr viel gelesen, da der Tintling eine hohe Auflage hat.


    Was den FA Tox angeht - ich kenne zwei Mitglieder schon sehr lange und habe besten Kontakt zu ihnen. Die Arbeit des FA kritisiere ich auch gar nicht. Ich kritisiere nur manche Publikationen in der Z. Mykol. wie z.B. die über den Glimmerschüppling. Und diese Publikationen stammen nicht aus der Feder des FA Toxikologie.


    Deine Beobachtung kann ich so nicht teilen, ich habe insgesamt eher den Eindruck, dass bei immer mehr Arten von irgendjemandem die Essbarkeit angezweifelt wird.

    Ich sehe beide Bewegungen - auf der einen Seite die der Personen, die vorsichtiger werden. Auf der anderen Seite sehe ich die "Retter der verunglimpften Speisepilze". Beispiel Erdritterling - es mag sein, dass er sehr gut schmeckt. Ich habe ihn nie gegessen. Er enthält Sapenaceolide, die Zellgifte sind, die auf Eukaryotenzellen wirken. Als das bekannt wurde, hatten die Autoren der primören Studie fälschlicherweise Rhabdomyloyse unterstellt. Die Sapenaceolide bleiben aber.


    Nun wird in der Z. Mykol. quasi pro Erdritterling plädoyiert. Ich hatte schon in der Pilzberatung allein wegen der Verwechslungsgefahr mit giftigen grauen Ritterlingen abgeraten, ihn zu sammeln. Für mich persönlich ist der Pilz verdächtig und erst dann problemlos, wenn das Gegenteil belegt ist. Laut den Artikeln in der Z. Mykol. wird das umgedreht. Es wird die reine Hypothese aufgestellt, dass die Inhaltsstoffe nicht den Magen-Darm-Trakt überstehen usw. (ich spare es mir jetzt, neuere Publikationen dazu rauszusuchen) .


    Man kann und darf in beide Richtungen argumentieren, völlig klar. Nur bedienen sich die, die versuchen, problematische Pilze als Speisepilze zu propagieren, Medien wie dem Tintling und der Z. Mykol.


    Vielleicht liegt es auch daran, dass ich aus Bayern komme und von hier ausgehend teils recht präsent (auch im Internet) alles, was nicht bei drei auf dem Baum hockt, als essbar bezeichnet wird (auf einer bekannten Seite bekomen selbst seltenste Arten eine Wertigkeit zugeordnet). Hierzulande (und auch in den Foren) sind diese Bewertungen teils sehr präsent. Und wenn Arten wie Afroditeola olida als Speisepilz beworben wird (Duftender Afterleistling), finde ich das schräg (habe ich in einem sehr sehr dicken Buch, das im Internet angeboten wird, entdeckt). Ich glaube, mittlerweile wurde das zurückgenommen.


    Versuch mal, in einem Pilzverein oder bei einer Speisepilzwanderung, abzuraten, Anisegerlinge zu verzehren. Oder versuch mal, vor zu großen Mengen Steinpilzen zu warnen. In Manchen Gruppen geht das, in anderen bekommt man Gegenwind.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    wer nächstes Wochenende Lust und Zeit hat, den Nationalpark Bayerischer Wald zu besuchen, kann hier eine kleine, aber hoffentlich feine Pilzausstellung (auf dem Baumwipfelpfad in Neuschönau) besuchen.

    Die Bayerische Mykologische Gesellschaft veranstaltet die Ausstellung in Kooperation mit dem Träger des Baumwipfelpfades.


    Anwesend werden u.a. sein:

    Grünert Renate & Helmut, Holzer Heinz, Markones Rudi, meine Wenigkeit und weitere Aktive aus der Region.


    Öffnungszeiten und Infos gibt es hier:

    pilzausstellung-auf-dem-pfad.php


    Vielleicht sehen wir uns ja, würde mich freuen!

    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Hortator,


    mit dem Speisewert ist es immer so eine Sache. Im Prinzip lief es historisch so, dass beobachtet wurde, bei welchem Pilz es zu Vergiftungen kommt und bei welchem nicht. Früher wurde aber nur makroskopisch bestimmt und es ist oft nicht so ganz klar, ob dieses Trial and Error-Verfahren immer alle ähnliche Arten mit eingeschlossen hat. Konkretes Beispiel: der Gifthäubling galt ganz früher als essbar. Es gibt auch Pilzbücher aus den 1910er-Jahren, in denen der Pantherpilz als essbar drin steht (ich habe solche Bücher).


    Was durch die historische "Großmutter, iss mal, wir schauen so, ob wir den auch essen können"-Methode nicht immer klappt, sind Syndrome wie bei den Rauköpfen (zu lange Latenzzeit) oder dem Kremplingssyndrom (an dem kürzlich jemand in Bayern verstorben ist). Und was gar nicht klappt, ist der Nachweis ungesunder Inhaltsstoffe durch das "Vorkosten".


    Pilze sind wahre Meister der Chemie - sie produzieren vielfältigste und interessante Stoffe. Man müsste eigentlich zu vielen "Speisepilzen" sagen "Inhaltsstoffe nicht genügend bekannt". Oder fachliche ausgedrückt - man kann bei einigen "Speisepilzen" deterministische Toxine ausschließen, stochastische aber nicht.


    Noch so ein Beispiel wäre der Grünling.


    Und was nun gut oder schlecht schmeckt, ist immer individuell - mir schmeckt z.B. der Grünspanträuschling in einer Suppe (als Gewürz).


    Servus Craterelle,


    da du den Muschelseitling als Beispiel erwähnt wurde und es da um mich geht... Ich war früher ab und zu mit Prof. Steglich im Wald, so auch einmal im Naturwaldreservat Schönwald bei Leiutstetten. Prof. Steglich ist / war "der" Papst der Inhaltsstoffe. Wir haben dabei auch Muschelseitlinge in größeren Mengen gesehen. So kam es zum Gespräch zu dem Pilz und er meinte damals, er würde abraten, den zu essen, weil er fettlösliche, ungesunde Stoffe enthalten würde. Ich bat ihn, solche Informationen mal für Laien deutschsprachig z.B. in der Z. Mykol. zu publizieren, worauf er meinte, er habe leider absolut keine Zeit, um populärwissenschaftlich zu publizieren.

    Das Gespräch ist schon lange her, aber ich erinnere mich ganz gut daran.

    Die Information ist daher in der Tat ein rein mündliches "Gerücht". Nicht anders hatte ich das aber auch in die Welt gesetzt. Ich fand es nur für Pilzberater interesdsant, das mitzuteilen. Was Andreas K daraus dann gemacht hat, finde ich ehrlich gesagt dreist und unverschämt.

    Übrigens - und Andreas K und Co. können das gerne wieder verwurschten, um mir eins reinzuwürgen: Prof. Steglich hatte mir auch von gilbenden Ergerlingen abgeraten (wegen des Farbstoffs). Zumindest kann man im Parra (2008) - die Agaricus-Mongraphie ertser Teil - nachlesen, dass Agaricus urinascens extrem hohe Schwermetallbelastungen aufweist und daher kein Speisepilz ist (neben weiteren aus der Gruppe, und man kann dern Schafegerliung makroskopisch nicht sicher trennen).


    Ich stehe dazu, dass ich die Infos aus dem Gespräch weitergegeben habe - und ich weiß, dass es dazu keine medizinische Studie gibt. Habe ich auch nie behauptet.


    Was allerdings wirklich unverschämt ist: Andreas Kunze stellt den Sachverhalt falsch dar und hat mich dabei nicht mal gefragt. Ich schrieb wortwörtlich:


    Zitat

    Hallo zusammen,

    ich war lange Zeit abstinent... Harry Andersson teilte mir mit, dass vor geraumer Zeit über den Speisewert von Panellus (bzw. Sarcomyxa) serotinus diskutiert wurde.

    Ich muss dringend abraten, diesen ohnehin bitteren Pilz zu verspeisen. Prof. Steglich, der "Papst" der Pilzinhaltsstoffe hat mich gewarnt, dass dieser Pilz höchst ungesunde, fettlösliche Inhaltsstoffe besitzt. Das heißt, die Gifte lagern sich im Fettkörper ab und werden beim Abnehmen wieder freigesetzt... Alles in allem einfach ungesund.

    Da ich dies im Gespräch so nebenbei erfuhr, habe ich keine Literaturstelle parat. Hierfür am besten bei Prof. Steglich direkt nachfragen... (LMU München, Fak. für Chemie, Organische Chemie...).

    Ciao, Christoph


    Quelle: Panellus serotinus ist ungesund!


    Andreas hat das falsch verstanden, wobei ich nicht weiß, wie man den fett gedruckten und unterstrichenen Satz falsch verstehen kann.

    Harry - wir sind befreundet - ist im FA Tox der DGfM. Und er hatte mir mitgeteilt, dass über den Speisewert von Panellus serotinus diskutiert wurde. Dieser Diskussion wollte ich mit diesem Beitrag im PilzePilze hinzufügen, dass ich ohnehin abrate, den Pilz zu verspeisen. Ich schrieb hier, dass mich Prof. Steglich persönlich gewarnt hatte - und ich schrieb, dass ich keine Literaturstelle parat habe...


    Andreas' Artikel stellt mich als Vollpfosten dar, der über Dinge schreibt, von denen ich nur indirekt oder gar nicht gehört habe. Der Tintling druckt das logischerweise ungeprüft ab. Wenn man pber jemanden öffentlich herzieht, sollte man mit dem Betroffenen vielleicht mal reden. Ich habe mir einen Leserbrief gespart - bringt nichts. Gegen diesen journalistischen Stil, Inhalte (bewusst?) falsch publik zu machen, kann man selten an.


    Zurück zum Thema...

    Ich beobachte allerdings die Tendenz, dass heftigst an jedem früher als Speisepilz anerkannten Pilz festgehalten wird, als stünden wir kurz vor einer Notzeit. Beispiel Phaeolepiota aurea - man weiß, dass der Pilz Blausäure abspaltet, dies hier aber langsam passiert, sodass auch beim Kochen Blausäure enthalten bleibt. Es gibt Vergiftungsmeldungen und der Pilz ist somit einfach problematisch und kein Speisepilz. Die PSV der DGfM sollten den daher m.E. nicht freigeben. In der Z. Mykol. wird abermepfohlen, ihn in kleinen Mengen zu probieren und wenn es klappt, ihn dann als Speisepilz zu essen. Das erinnert mich an die Deutschen Pilzblätter, in denen versucht wurde, alles irgendwie genießbar zu machen - nur herrschte damals wirklich Hunger und Not (Krieg).


    Was ist so schwer daran, auf den Pilz zu verzichten.


    Aber jeder soll nach seiner Facon glücklich werden. Ich warne eben und ich versuche, Informationen, die mir gegeben werden, weiterzugeben. Gegen Rufmord (Andreas K mir gegenüber) kann man sich da aber schwer wehren. Immerhin ist der Artikel offenbar wohlbekannt.


    Ist halt so.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Nobi,


    natürlich nehme ich dich sehr gerne mit - wobei es im Moment nur eine reine Träumerei ist. Grönland ist sehr teuer - zu teuer. Ich müsste mal im Lottogewinnen (blöd, dass ich nicht Lotto spiele, denn ich kenne die Gewinnwahrscheinlichkeit).


    *hihi - du solltest eindeutig mehr mit der Mycol. Bav. arbeiten - sei auf das nächste Heft gespannt. Es wird wieder eine dicke Ausgabe. Vermutlich (leider) mal wieder ohne Dungpilze. :gheulen:


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Chris,


    für mich sieht das nach Agaricus chionodermus aus - die Sporenform würde dazu passen (ausspitzende Enden). Agaricus campestris würde ich ausschließen - die Sporen müssten hinten abgerundet sein und (meist) einen Keimporus haben. Agaricus chionodermus ist eine Waldart, was auch passen würde. Ist aber keine belastbare Bestimmung, da nur am Foto und nicht selbst mikroskopiert... Einene Beleg hast du nicht zufällig gemacht?


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Stephan,


    wow, tolle Fotos!


    Der Dungpilz ist ganz sicher eine Protostropharia. Ob Protostropharia semiglobata kann man am Foto nicht erkennen, wobei sie mir dafür zu kurzstielig aussehen. Rein Makroskopisch sieht es sehr nach Protostropharia arctica aus - die hat typischerweise diese kurzen Stiele. Puh, da hätte ich gerne denb Beleg. Diese Art ist bislang nur aus Sibirien und Island bekannt - und zwar auch Hasendung (was wenig sagt, denn das heißt nicht, dass sie nicht auch auf anderem Dung vorkommen kann).

    Eine Bestimmung geht aber nur mit dem Mikroskop.


    nobi_†: es gibt deutlich mehr als die zwei Arten Pr. semiglobata und Pr. dorsipora - nämlich acht (gut, nicht sehr viel, aber doch Faktor vier). Falls du dich als Dungpilzfreund für die Gattung interessierst: ich habe einen Schlüssel aller bislang beschriebener Taxa der Gattung Protostropharia in der Mycologia Bavarica Bd. 15 (2014) publiziert.


    Liebe Grüße,

    Christoph


    P.S.: zur Amanita sage ich gar nichts ohne Blick unter den Hut...


    Hmmm, irgendwann mal muss ich nach Grönland :)

    Servus Maria,


    es gibt noch weitere Simocybe-Arten. So habe ich letzte Woche in Oberösterreich zum ersten Mal Simocybe geraniolens in der Hand gehabt - der sah dem Deinen sehr ähnlich. Die Art könnte häufig sein, nur übersehen. Im Ludwig ist sie drin (er kombiniert sie zu Simocybe). Falls der Pilz nach Pelargonium riecht, wäre das ein Tipp (falls du ihn nochmal finden solltest). Es lohnt sich jedenfalls, an Olivschnitzlingen zu riechen. (dass dein Pilz eine Simocybe ist, ist ja klar - hat pablo ja auch schon geschrieben)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Hannes,


    tolle Bilderstrecke! Die rote Netzhexe ist Boletus luridus var. rubriceps (Maire) Dermek. Der wurde noch nicht zu Suillellus kombiniert, weshalb ich es bei dem alten Namen hier belasse. Ich habe diese Varietät schon sehr lange nicht mehr gesehen. Ich kenne sie aus Polen, in Deutschland habe ich sie noch nie gefunden.


    Toller Fund!


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus H.,


    es gibt mehr weiße Krempentrichterlinge als nur Leucopaxillus (bzw. Aspropaxillus) giganteus. Ob es wirklich L. giganteus ist, möchte und kann ich am Foto nicht entscheiden.

    Unabhängig davon bist du davon ausgegangen, dass es Mönchsköpfe sein könnten - und jetzt würdest du ihn gerne essen, weil per Fotobestimmung ein essbarer Pilz vermutet wird? Ich kann dir nur dringend raten, nur die Pilze zu essen, die du selber sicher kennst. Das Kennenlernen von Pilzarten und das erste Verzehren derselben sollten zwei unabhängige Ereignisse sein. Auf alle Fälle bitte ich dich, die Pilze dann allein zu essen.


    Servus Alex,


    an den Quellen wäre ich auch sehr interessiert. Das mit den Bioziden kann man auch direkt sehen, wenn man den Riesen auf einer Wiese findet. Ich habe ihn daher selber nie probiert - man muss ja nicht alles essen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beli,


    das sieht vom Habitus her wirklich nach Albatrellus ovinus s.str. aus. Ich bin da bei Einzelfruchtkörpern aber immer skeptisch. Über die Amyloidie der Sporen könnte man beide gut per Mikroskop trennen. Und Albtrellus citrinus neigt stark dazu, beim Liegen und Trocknen am Stiel zu schwärzen.


    So sage ich: kann sein, muss aber nicht sein.


    Bei dem Braunen Filzröhrling sieht es so aus, als wäre das Basalmyzel weiß. Falls dem so ist und es nicht nur überblitzt / überbelichtet ist, wäre es nicht X. ferrugineus, sondern was besseres.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beli,


    schöne Fotos! Ich kenne ja dieses Myzel persönlich - es ist toll, dass er dort wirklich regelmäßig fruktfiziert.

    Der ist ja eher wärmeliebend,

    Servus sarifa,


    ich würde eher sagen "wärmetolerant", das der Ochs auch ein typischer Pilz des hochmontanen Nadelwalds ist und gerne über in 1000 Meter Höhe wächst. Er ist also hinsichtlich Wärme und Habitat sehr breit aufgestellt.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    wie ja schon erklärt wurde, steht das "phyt" für Pflanze. Früher zählten Pilze und auch Bakterien zu den Pflanzen. Daher gibt es auch heute noch den historischen Begriff "Mundflora" für die Vielfalt an Bakterien /und Pilzen) in unserem Mund.

    Und ja, früher glaubte man, Fichtenspargel, Nestwurz, Voyria und co. seien Saprophyten, also saprob lebende Pflanzen. Heute nennt man diese Pflanzen mykoheterotrophe Pflanzen - also Pflanzen, die selbst gar keine Fotosynthese mehr betreiben und folglich heterotroph leben. Da es keine saprob lebenden Pflanzen gibt, ist der Begriff Saprophyt rein inhaltlich fast schon witzig. Ganz schräg finde ich "saprophytisch" statt "saprob". Bei saprophytisch denke ich immer an Bielefeld, das gibt's ja schließlich auch nicht ;-).


    Jetzt kann man natürlich bei den historischen Begriffen bleiben und diese nutzen. Man kennt es ja bei dem Begriff "Pilzflora". Das Wort "Funga" lingt für manche noch seltsam. Oder Herbarium vs. Fungarium. Neutral ist "Sammlung". (Herba - Kraut, also Herbarium ursprünglich als Sammlung gepresster oder getrockneter Pflanzen)


    Wer also weiterhin Saprophyt und Pilzflora sagen/schreuben will, kann das natürlich machen. Es sind definierte, verständliche Begriffe. Will man aber die Pilze auch sprachlich fördern, ist Saprobiont (trifft als allgemeiner Ausdruck für alle Lebewesen gut, finde ich) und Funga besser.


    Noch ein Beispiel:

    Früher gab es die Rote Liste gefährdeter Tiere und Pflanzen... mittlerweile werden die Pilze (meist) mit genannt, was ein Fortschritt ist. Juristisch sind Pilze aber noch immer Pflanzen. Es dauert also, bis sich die Pilze aus der Botanik gelöst haben.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Pablo,


    ich könnte als Schiedsrichter fungieren. Ich bin nur bis einschließlich Sonntag aushäusig (Schachturnier). Ab Montag kann ich gerne den Porling nachbestimmen, wenn er mir geschickt wird. Fünf Chips sind aber etwas kläglich, findest du nicht? ==Gnolm3


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Karl,


    ich hatte noch im Kopf, dass zwei Ochesneröhrlinge sequenziert wurden - einer aus Garmisch (die Fundstelle kenne ich - ist Hochlage, bei Fichte) und ein Fund aus Frankreich. Ich hatte das in Genbank gesehen gehabt. Jetzt habe ich nochmal genauer nachgeschaut und habe feststellen müssen, dass vom Garmischer Ochsen die LSU und vom französischen Ochsen die ITS sequenziert wurde, man die Sequenzen also nicht vergleichen kann - insofern: Kommando zurück. Sorry ==Gnolm12


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Bernhard,


    die Orchidee ist eine Stendelwurz, Gattung Epipactis. Anhand der recht breiten Blätter vermute ich, dass es Epipactis helleborine ist. Die Bestimmung am Foto ist aber nicht so einfach - es gibt z.B. Epipactis x reineki (Hybrid mit E. muelleri). Für Epipactis muelleri s.str. sid mir die Blätter zu breit. Ich habe mich aber lange nicht mehr mit Orchideen beschäftigt und habe da zu viel wieder vergessen (was man nicht abruft, wird irgendwann vergessen).


    Liebe Grüße,

    Christoph


    P.S.: die Antwort hat sich mit der von Björn überschnitten ;)

    Servus Pablo,


    die mit den schwarzen Schuppen und dem satt (rot)braunen Hüten ist Leccinum piceinum, Leccinum vulpinum s.str. hat rote Stielschuppen.

    Ich habe die fm. isabellinum bisher leider noch nie selbst gesehen.


    Ich kann dir das Buch von Lannoy & Estadès übrigens nur empfehlen, wenn du dich für Leccinen interessierst.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Pablo


    Die "forma isabellinum" von mir wuchsen übrigens unter Hainbuche, aber eben auch im Wurzelbereich einer Eiche, über den Standort war da nichts zu machen.

    genau deshalb ist für mich die Ökologie immer nur ein Hilfsmerkmal, das oft sehr nützlich ist, aber eben nicht immer greift. In Eichen-Hainbuchen-Wäldern ist es halt in dem Fall schwierig. Ähnlich nett ist eine Rotkappe bei Eiche und Kiefer - wenn man nicht Zeit hat, die Fleischverfärbungsintensität zu prüfen, ist da der Unterschied zwischen Fuchs- und Eichenrotkappe auch nicht immer einfach.


    Hier ist es aber wie gesagt wegene der Röhrenfarbe klar, dass dein blasser auch ein Hainbuchenröhrling ist (hatte damals ganz vergessen, auf die fm. isabellinum hinzuweisen). Ich wusste auch nicht ganz, was du mit "Übergangsform" meintest. Jetzt verstehe ich es, glaube ich - du hast die Stielfarbe genommen?!


    Farbe der Poren ist wichtiger, als Farbe des Stieles und der Stielschuppen.

    Die satt gelben Poren sind ja auch bei Michis Fund deutlich ausgeprägt, und das ist ein ganz anderes Kaliber.

    Exakt - genau das ist der springende Punkt :-).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    ich habe die Mondfinsternis auch serh gut beobachten können, nur fehlt mir das passende Equipment, den Mond wirklich gut zu fotografieren. Ich habe aber zumindest den Farbton schön festhalten können.




    Nebenbei habe ich den Schützen (mit Saturn) fotografiert - links sieht man klein den Mond und Mars (der Horizont ist nur schief, weil die Kamera nicht sauber ausgerichtet war - ich wollte dann nichts wegschneiden, daher der schiefe Himmel...




    Und noch der Skorpion - man sieht von mir aus sogar noch den obersten Stern des Giftstachels (Shaula - Lambda Scorpii) direkt neben u Scorpii (Lasag), der aber auf dem Foto kaum noch sichtbar ist (wenn man weiß, wo, erkennt man die beiden, Shaula ist gut zu sehen) und sehr gut über dem Horizont natürlich Epsilon Scorpii (Larawg). Das rote Etwas ist übrigens ein Windrad (man sieht es von der Seite). Ach ja, im Schützen sieht man ein Kleinflugzeug, das langsam flog und geblinkt hat (drei Lichtpunkte nebeneinander, auf dem oberen Foto nicht zu sehen, logischerweise).




    Der Himmel war noch recht hell und München strahlt stark rein. Die Finsternis war aber ein wirklich tolles Erlebnis. Nebenbei flog noch die ISS über den Himmel und es gab ein paar schönen Sternschnuppen (vermutlich die ersten Perseiden?!) - aber zu wenig und zu selten, um sie fotografieren zu können.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beli,


    da verstehe ich nicht ganz, was du sagen willst:


    + - gehet um untypische ( zu alt oder Trockenschaden) Hut Struktur .

    Die Hutahut deiner Telamonia sieht frisch aus und ohne Schaden. Man erkennt aber bereits kleine Stellen, an denen sie schwarz wird. Das ist ein wichtiges Merkmal und hat nichts mit einem Schaden zu tun. Das machen nicht so viele Telamonien so ausgeprägt, weshalb ich hier eben die Cortinarius-brunneus-Ecke vermute.


    Vergleiche beispielsweise hier: MycoDB : Fiche de cortinarius brunneus


    Die hoch ansitzende Ringzone, die entfernt stehenden Lamellen, die Hutform - passt alles. Nimm es aber bitte dennoch nicht als sichere Bestimmung, da es nur nach Bild sehr gewagt ist. Cortinarius brunneus s.l. ist zudem extrem häufig, was es auch möglich macht. Jedenfalls da, wo es feucht und recht kalt ist.


    So sieht er ganz typisch aus (wenn er richtig durchgefeuchtet ist): Cortinarius brunneus - gruppo-micologico-crema JimdoPage!

    Erst beim Antrocknen sieht man eine Radialfaserung des Hutes (wie bei deinem Fund).


    Der Herbarbeleg müsste komplett schwarz sein (wie ein schwärzender Saftling).

    Hier kannst du einen Artikel downloaden, in dem einiges an Merkmalen bei diesen Wasserköpfen erklärt wird (englischsprachig): (PDF) Cortinarius subgenus Telamonia p.p. in...


    Liebe Grüße,

    Christoph