Beiträge von Tricholomopsis

    Servus Florian,


    auch von mir Gratulation zu dem tollen Fund! Sowas gehört m.E. nicht nur kartiert, sondern auch publiziert. Sonst geht der Fundpunkt irgendwo in irgendeiner Datenbank unter. Als Artikel in einer Zeitschrift ist der Fund auch wissenschaftlich nachvollziehbar und jederzeit zitierbar. Macht etwas Mühe, lohnt sich aber!


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus ihr drei,


    des schaugt gschmackig aus. Leider darf ich keinen Spargel essen (gut, ich mag Spargel auch nicht so gerne) - zu viel Purine. Aber die Grundidee mit der Zitronenschale (in dezenter Menge) ist interessant und macht wirklich neugierig.

    Danke für's Rezept! Und ja, ohne Sahne ^^ (nicht der ewige Einheitsbrei)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Matthias

    eine spezielle Reaktion oder Anfärbbarkeit gibt es leider nicht.

    doch, die gibt es, mehrere sogar. Man benötigt Farbstoffe, die an die DNA anbinden und diese färben. Das Problem ist halt, dass sie entsprechend giftig sind. Das einfachste ist, man verwendet Fluoreszenzfarbstoffe - deshalb geht es mit einem Fluoreszenzmikroskop gut (aber eben nur angefärbt).

    Der Klassiker ohne Fluoreszenz und mit einem normalen Lichtmikroskop ist die Giemsa-Färbung. DNA färbt sich purpurrot, das Zellplasma blau. Das gibt einen deutlichen Kontrast, wobei die Färbung nicht immer klappt (muss abgepuffert werden).

    Im Sauren kann man mit Amidoschwarz arbeiten.

    Eisen-Hämatoxylin ist ein Klassiker (wird gerne bei Dünnschnitten verwendet).

    Am einfachsten ist manchmal Färbung mit Karminessigsäure. Hier gibt es aber auch viele falsch-positive Färbungen.


    Wenn man aber in Wasser die Nukleoli sehen kann, die in einem zwar kontrastarmen, aber helleren Bereich liegen, geht es auch hne Färbung (wie man hier ja sieht). Es würde sich aber mal lohnen, wenn man die Struktur schon erkannt hat, einfach mal Karminessigsäure ins Präparat zu ziehen, Und falls das nicht klappt, ist Giemsa immer eine Möglichkeit.

    Ach ja, manchmal geht auch Methylenblau, wobei man da auch aufpassen muss, dass sich nicht andere Zellbestandteile mitfärben.


    Für die Färbungen braucht man gewöhnlich lebendes Material. Es bei Herbarmaterial zu probieren, lohnt nicht.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Schleiereule,


    Artbestimmung bei Morcheln ohne DNA-Sequenz ist im Moment nur in Ausnahmefällen möglich. Nach Foto geht da gar nichts. Selbst wenn du wichtige Details zeigen würdest (Stiel-Hut-Übergang, Stieloberfläche, Morchel im Querschnitt, Färbung von jung bis alt) wirst du nur in Ausnahmefällen einen Namen erhalten können, der irgendwie belastbar ist.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    Craterelle hat da völlig recht - es werden immer wieder die Bundesartenschutzverordnung und die Rote Liste verwechselt. Was gesetzlich geschützt ist, ist geschützt. Nur bei einzelnen Arten ist eine Ausnahme explizit für dem Privatgebrauch definiert. So darf man beispielsweise streng genommen keine Schafeuter sammeln (die ganze Gattung ist ohne Ausnahmeregelung geschützt).


    Geschützt Arten müssen nicht selten sein und seltene Arten nicht geschützt. Was den Schutzstatus angeht, geht es auch um Biotopschutz (Trüffeln sind geschützt, obwohl häufig - die Wälder sollen nicht umgegraben werden usw.).


    Was jetzt die Lorcheln hier angeht - zum einen gibt es eine ganze Reihe von Lorchelarten, die als "Scheibenlochel" wachsen - siehe z.B. diesen Schlüssel. Wer sagt denn, dass es Gyromitra perlata überhaupt ist? Wer weiß, wie viel Gyromitrin in anderen Scheibenlorcheln ist?


    Neben dem toxikologischen Aspekt muss jeder selbst überlegen, inwiefern man seltene Arten unbedingt zum Essen sammeln muss. Ich esse selber gerne Pilze, aber die Liebe zur Natur steht bei mir im Vordergrund. Wäre es Gyromitra perlata, so wäre die hier im Süden so weit verbreitet, dass ich kein schlechtes Gewissen hätte, sie einmal zu probieren (wie gesagt, abgesehen vom toxikologischen Hintergrund). In Schleswig-Holstein sieht das vielleicht anders aus.


    Klar, man sammelt nur die Fruchtkörper, der Pilz selbst bleibt ja am Leben. Aber ist eine Art wirklich selten und kämpft ohnehin mit der sich durch uns Menschen ändernden Umwelt (Klimawandel, Stickstoffeintrag, Biotopzerstörung), muss ich dann auch noch die Möglichkeit, sich zu vermehren und zu verbreiten einschränken, indem ich auch noch möglichst viele Fruchtkörper aus der Natur entferne?


    Jetzt hoffe ich mal, dass es wirklich "nur" Gyromitra perlata ist, was da weggerupft wurde und keine der wirklichen Raritäten. Die Wahrscheinlichkeit, dass es z.B. der deutsche Zweitfund von Gyromitra spinosospora ist, sollte wirklich sehr klein sein. Nur wie soll man das wissen?


    Wenige Fruchtkörper für Bestimmungsversuche hätten gereicht. Jetzt werden sie vermutlich entsorgt. Da hat sich das Sammeln ja gelohnt. Oder sie werden doch gegessen. Dann hoffe ich, dass keine Spuren von Gyromitrin übrig bleiben. Die direkte Toxizität ist ja das eine, die Cancerogenität kann auch bei geringen, nicht deterministisch toxischen Mengen nicht vernachlässigt werden.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus MorchelMader,


    das sieht sehr nach der seltenen und schützenswerten Böhmischen Verpel aus. Kulinarisch dürfte sie sich kaum lohnen und sie ist für mich persönlich aufgrund ihrer Seltenheit kein Speisepilz. Sie kann aber lokal gehäuft auftreten, da die Myzelien dieser Art recht produktiv sein können. Daher ist es sicher nicht tragisch, mal einen kulinarischen Versuch zu starten.


    Da viele Pilze selten sind, die Roten Listen voll sind und viele Pilzarten stark rückläufig sind, ist es eigentlich immer besser, bei unbekannten Pilzen, die man bestimmen will, nicht zu viele mitzunehmen. Drei oder vier Fruchtkörper (jung, "pubertierend", ausgewachsen und alt) sollten da genügen.


    Wären deine Pilze Lorcheln, würden sie jetzt wohl alle entsorgt werden, was schade wäre (dann wären sie im Wald schöner anzuschauen und andere freuen sich auch und gerade über den Anblick).


    Liebe Grüße,

    Christoph


    P.S.: "Disclaimer": die Bestimmung als Böhmische Verpel erfolgte nur per Foto und ist daher natürlich nicht zu 100% belastbar - sie ist nicht als Freigabe zum Verzehr analog zu einer Pilzberatung gedacht, zumal die Böhmische Verpel manchmal als verdächtig gilt (vielleicht löst sie aber auch nur das Morchelsnydrom aus, das weiß ich ehrlich gesagt nicht)

    Servus ihr beiden,


    ich kann meine Beiträge problemlos editieren. Ich habe das aber nicht bei älteren probiert. Ich finde es schon sinnvoll, auch ältere Beiträge editieren zu können - das Löschen von Beiträgen kommt ja so selten vor, dass es ja eigentlich vernachlässigbar ist (ist aber ein anderes Thema).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Chris,


    ich weiche die getrockneten Morcheln in lauwarmem Wasser ein, lasse sie, wenn aufgeweicht, etwas abtropfen und brate sie dann in etwas Butter an. Sind es frische Morcheln, dann brate ich sie natürlich ohne Einweichen an.

    Das Ganze lösche ich dann mit Weißwein ab. Also purer Weißwein. Normalerweise kommt da meist noch Gemüse- oder Hühnerbrühe dazu, was ich bei Morcheln aber weglasse. Ich verdünne den Wein nur etwas mit dem Einweichwasser (aber dekantiert, damit nicht doch Sandreste ins Essen kommen).

    Gewöhnlich werden ja noch Zwiebeln angedünstet, kommen Kräuter dazu, was man hier m.E. weglassen kann.


    Die mit Wein und Einweichwasser abgelöschten Pilze geben ihr Aroma in die Sauce ab, wenn man sie lange köcheln lässt. Das heißt, ich reduziere sie erst ein wenig, dann rühre ich vorsichtig mit einem Schneebesen etwas Mehl ein, um die Sauce dann deutlicher zu reduzieren. Ziel ist eine nicht zu dicke, sondern nur etwas sähmige Sauce.

    Geht zu viel Flüssigkeit verloren, dann gebe ich noch etwas vom Einweichwasser dazu.

    Der Bärlauch kommt dann am Ende dazu, um die Sauce abzurunden. Dafür nehme ich gewöhnlich halbierte bis höchstens geviertelte frische oder eingefrorene, ehemals frische Bärlauchblätter. Durch das in der Sauce Mitkochen verlieren sie ihre Schärfe, sehen aber noch schön aus und ergeben für sich schon einen tollen Geschmack mit den Bandnudeln.


    Hat es geklappt, hat die Sauce einen intensiven Morchelgeschmack (die Morchelstücke selber sind nicht so wichtig, da sie an Geschmack verlieren, aber das Aroma der Sauce ist einfach intensiv), der durch ein angenehmes Bärlauch-Weißwein-Geschmäckle abgerundet ist.


    Bei frischen Morcheln gebe ich immer ein paar getrocknete (eingeweicht) dazu, habe da also auch Morchelwasser zum Verdünnen des Weins.


    Man kann die Weißweinsauce auch als Weißwein-Sahne-Sauce zubereiten. Ich kann allerdings so langsam aber sicher den Sahne-Pilz-Einheitsbrei nicht mehr ab. Wenn Sahnesauce zu Bandnudeln, dann a la Emiliana - also mit Erbsen, Schinken und (ja, o.k.) kleinegeschnittenen Champignons, etwas Pfeffer und Salz und Muskatnuss.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    wenn, dann die Morcheln in einer Weißwein-Bärlauch-Sauce zubereiten... keine Sahne, nicht nötig oder wenn, dann wenig davon. Auch nicht zu viel Bärlauch, denn er soll die Morchel nicht verdrängen. Das ganze mit Bandnudeln - ein Gedicht!

    Wobei ich das meist mit den Speisemorcheln mache, die sind bei mir um ein Vielfaches häufiger.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Jörg,


    die Frage ist, ob Morchella populiphila überhaupt in Deutschland vorkommt. In Nordamerika gibt es sie nur im Westen, im östlichen Nordamerika fehlt sie. Insofern kann sie in Spanien und der Türkei eingeschleppt sein - oder sie kommt doch auch in Asien bis Europa vor... alles völlig unklar.


    Rein von der Wahrscheinlichkeit ausgehend, dass dein Fund unter Pappel die nordamerikanische Art ist/war, würde ich natülich anhand des Wissens aktuell davon ausgehen, dass es die normale Käppchenmorchel ist. Ohne aber stichprobenhaft reinzumikroskopieren, wird die Frage, ob und wenn ja, wie häufig die Amerikanerin auch bei uns vertreten ist, natürlich nicht zu beantworten sein. Und da Stichproben mehr aussagen, wenn es viele Stichproben sind, habe ich das u.a. hier mal als Thema angestoßen. Wer weiß, vielleicht gibt es sie bei uns (noch) gar nicht...


    Servus Malone,


    deine Nachfrage ist ganz und gar nicht von der Hand zu weisen. Insbesondere Folgendes:


    Reicht die mikroskopische Differenzierung?

    Oder muss ITS?

    Oder ist das taxonomische Neuland grenzenlos

    und eigentlich ein großer weißer Fleck auf der Karte?

    Kann da ein "Hobby"-Mykologe noch mithalten?

    Generell reicht mikroskopische Differenzierung nur bei wenigen Morcheln (nach jetzigem Stand) - v.a. zusammen mit der Makroskopie. Morchella anatolica zum Beispiel ist durch die violettliche Farbe und die längsgerippten Sporen leicht bestimmbar. Ohne Mikroskop nur bedingt, da es weitere violettliche gibt.


    Das taxonomische Neuland ist riesig. Allein mit der ITS lassen sich ca. 60 Morchelarten differenzieren - bezogen auf die Nordhalbkugel. Davon kommen aber einige (muss mal zählen - ich denke so um die 30) bei uns vor - nach jetzigem Stand.


    Manche ITS-Clades können immer noch Aggregate sein, die bei Verwendung anderer Loci vielleicht aufgelöst werden können. Zunächst wurden die Morcheln nur durchnummeriert. Man hat dann versucht, den Nummern Namen zuzuordnen - indem man Typen sequenziert hat usw. Morphologische Bestimmungsmerkmale auf Artebene? Nur sehr selten... Bestimmungsschlüssel? Vergiss es - soweit ist man nich lange nicht, es geht nur genetisch in vielen Fällen.


    Der Amateur?


    Ohne Sequenzierung kann der erstmal nur zuschauen. Oder aber in Teilbereichen aktiv mitforschen. So z.B. wenn es um erkennbare Taxa geht - die gibt es ja. Wenn auch nur wenige. Ich vermute mal, dass Morchella steppicola bestimmbar ist. Ich gehe mal davon aus, dass die drei Käppchenmorcheln erkennbar sind (auch Morchella punctipes in den USA nd Kanada). Das ist aber erstmal zu prüfen... Morchella anatolica wie gesagt (gibt's bei uns wohl nicht, aber im ganzen (?) Mittelmeergebiet).


    Und dann? Puh, schwierig. Morchella vulgaris könnte gehen, wenn sie schön dunkel ist. Aber ist jede deunkle Speisemorchel Morchella vulgaris?


    Ohne die Morcheln ohne Namen aufzuzählen (also die Clade-Nummern), gibt es in Europa nach Richard et al. (2015) mindestens folgende nachgewiesenen Arten:


    "Gruppe" Rufobrunnea:

    M. anatolica

    M. rufobrunnea


    "Gruppe" Esculenta (Speisemorcheln)

    M. americana

    M. castaneae

    M. esculenta s.str.

    M. steppicola

    M. vulgaris


    "Gruppe" Distantes (Spitz- und Käppchenmorcheln)

    M. deliciosa

    M. dunalii

    M. eximia

    M. eximioides

    M. importuna

    M. populiphila

    M. pulchella

    M. purpurascens

    M. quercus-ilicis

    M. semilibera (= M. gigas)

    M. tridentina


    Und das ist schon nicht mehr aktuell... bei den Spitzmorcheln ist noch lange nicht Schluss. Und die Speisemorcheln sind auch noch nicht durch. So haben Richard et al. (2015) noch gar nicht alle beschriebenen Taxa durchgeackert. Morchella rivulicola fehlt beispielsweise in ihrer Studie (eine der Gelben im Auwald).


    Kurz gesagt - im Moment kaum zu durchschauen. Man muss einige Jahre warten, bis der ganze Wust überarbeitet wurde. Und vielleicht geht es auch dann meist nur genetisch. Oder vielleicht doch ökologisch (M. "pruniphila"?)... Und genau da können Amateure dann eben doch ihren Beitrag leisten. Oder nur erstaunt mitlesen, wenn neue Publikationen erscheinen. Und genau das mache ich beispielsweise bzw. ich versuche, auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Bei Morcheln ist das sehr spannend.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Angela,


    Schopftintlinge nehmen so gut wie kein Caesium auf. Du könntest sie sogar auf belasteten Böden essen, solange kein Fallout oder der Staub des Bodens selber am Hut klebt. Schoptintlinge ernähren sich von Nematoden, anderen Pilzsporen (und ich meine mich zu erinnern auch von Pollenkörnern), nehmen aber aus dem Boden sehr wenig auf. Zudem scheinen sie zwischen Kalium und Caesium zu unterscheiden, da sie Kalium aufnehmen, Caesium aber nicht.


    In der Ukraine ist vor allem das Gebiet um Tschernobyl belastet, teils hochgradig belastet. Andere Landesteile haben m.W. eh wenig abbekommen. Die Wolke ist damals ohne Regen über die Ukraine gezogen - abgeregnet hat sie in Skandinavien und an den Alpen (grob vereinfacht).


    Wegen der Schopfis musst du dir m.E. gar keine Sorgen machen.


    Liebe Grüße,

    Christph

    Servus Heidi,


    danke für das Rezept! Ich selber hatte früher auch gerne Bärlauchpesto gemacht. Mittlerweile friere ich die frisch gesammelten Blätter direkt ein (ich spüle sie vorher unter fließendem Wasser kalt ab und gebe sie in Gefierbeuteln noch feucht vom Abwaschen direkt ins Tiefkühlfach). Ich kann sie dann das ganze Jahr über wie frischen Bärlauch verwenden - und bei Bedarf immer noch Pesto daraus machen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    die meisten werden vermutlich Morcheln nur zum Essen sammeln und sich nicht für die Bestimmung auf Artebene interessieren. Zumal es ja meist gar nicht möglich ist, als Normalsterblicher eine Morchel zu bestimmen. Selbst die Artenzahl ist unklar. Im Moment sind wir, glaube ich, bei über 30...


    Manche, wenige Morcheln gehen mit dem Mikroskop, so z.B. Spitzmorcheln i.w.S. mit Sporenornament (z.B. Längsstreifen). Doch wer mikroskopiert überhaupt Morcheln?!


    Etwas besser geht es bei den Halbfreien Morcheln. Die erkennt man makroskopisch ja sehr gut und da sind es dann nicht mehr viele Arten. Genau genommen deren drei:


    Morchella gigas (= Morchella semilibera)

    Morchella punctipes

    Morchella pipuliphila


    Morchella punctipes ist m.W. nur aus Nordamerika bekannt, aber (!) Morchella populiphila, die auch eine "Amerikanerin" ist, wurde zumindest in Spanien und in der Osttürkei nachgewiesen. Inwiefern sie aber bei uns verbreitet ist, ist noch völlig unklar, denn wer mikroskopiert denn bitte Käppchenmorcheln?


    Ich habe es selber nicht getan... Letztes Jahr fand ich Ende Mai/Anfang Juni eine "Käppchenmorchel" (trotz der Hitze) bei mir in Mammendorf im Wald (normaler Wald) und ich hatte sie als Kuriosum in den Münchner Pilzverein mitgebracht (wurde dann als Allerweltsart entsorgt). Jetzt wurde die Pappel gefällt... Wer weiß... vielleicht... aber natürlich hatte ich nicht mikroskopiert. ==Gnolm2==Gnolm6


    Nun gut - wie erkennt man Morchella populiphila?


    Sie wächst wohl nur unter Pappeln (super... Morchella gigas wächst da ja auch gerne) - hilft also wenig.

    Die Sporen sind einen Tick kleiner...: 20-27 × 11-16,5 μm - im Vergleich Morchella gigas: 22-30 x 12-18 μm

    Und jetzt kommt's (wenn als Merkmal konstant): Die Paraphysen sind bei Morchella populiphila unverzweigt, bei Morchella gigas verzweigt. Da könnte also was gehen.


    Verdachtsfälle können leicht überprüft werden, denn selbst die ITS unterscheidet sich gut von Morchella gigas.


    Also, wer Käppchenmorcheln unter Pappeln findet und gerne mikroskopiert, möge sich ein bisserl zamreißen und statt sie zu verkochen (schmecken eh nicht besonders, Speisemorcheln sind mir da viel lieber) und mal mit der Mikroskop reinlinsen. Vielleicht gibt es eine Überraschung?!


    Literatur dazu:


    Acar I & Uzun Y (2017): An Interesting Half-Free Morel Record for Turkish Mycobiota (Morchella populiphila M. Kuo, M.C. Carter & J.D. Moore). Ekim (2017) 8(2): 125-128. Doi: 10.15318/Fungus.2 017.42

    Franck Richard, Jean-Michel Bellanger, Philippe Clowez, Karen Hansen, Kerry O’Donnell, Alexander Urban, Mathieu Sauve, Régis Courtecuisse & Pierre-Arthur Moreau (2015) True morels (Morchella, Pezizales) of Europe and North America: evolutionary relationships inferred from multilocus data and a unified taxonomy, Mycologia, 107(2): 359-382, DOI: 10.3852/14-166


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Claudia,


    die Lamellen vom FiZaHe werden auch nach längerem Liegen gerne rosa, dass man dann an einen Rötling denken könnte. Für mich eine klare, typische Mycea plumipes (=M. strobilicola).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beli,


    klar, es gibt rothütige Flockis - wie das Bild von PilzePilze. Aber wenn du da genau hinschaust, ist der Hut nicht so lackiert glänzend. Gerade in der Hutmitte kannst du ein bisserl Flaum erkennen (da ist das Rot etwas gebrochener, bräunlicher).


    Hier aber geht es um einen lackiert-glatthütigen Röhrling. Und das wäre eben "Boletus" dupainii. Der kann wirklich von oben so aussehen, wie ein lackierthütiger Täubling.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Glatter, wie lackiert glänzender, komplett roter Hut, feine Stielschüppchen - sieht fast aus wie "Boletus" dupainii - rothütige Flockis haben keinen so glatten Hut.


    Laub an der Stielbasis und auf dem Hut in einem Nadelwald in Lübeck...


    ergo alles zusammen Apriloboletus primus :)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Pablo,


    die Tubaria kannst du sehr gerne mitschicken. Ich schaue mir regelmäßig Tubarien aus dem Tubaria-furfuracea-Formenkreis an. Es ist halt (immer noch, seit Jahrzehnten) die Frage, was die Merkmale taugen. Sollte man die beschriebenen Taxa anerkennen, dann kann man grob sagen, dass...


    für Tubaria hiemalis das auch jung spärliche Velum universale, die durchaus kräftigen Fruchtkörper und die breiten Tramahyphen sprechen. Die Sporen sind nur recht klein,

    für Tubaria romagnesiana spricht, dass die Sporen so kleine sind, der Rest aber nicht

    für Tubaria furfuracea spricht alles, wenn man die drei zusammenschmeißt.


    Die Cheilozystiden scheinen aber generell sehr variabel zu sein, sodass sie mehr oder weniger wegfallen...


    Langer Rede kurzer Sinn: sehr gerne ;)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus ihr beide,


    ich denke, die Bestimmung als Trametes hirsuta passt perfekt (muss m.E. nicht verschickt werden, aber das muss natürlich Veronika entscheiden). Gerade die grauen Poren sind typisch für eine wirklich alte Trametes hirsuta.


    Als Außenstehender muss ich einerseits sagen, dass Peter ja so gewettet hat, dass es, egal was rauskommt, kein Phaeolous ist, er die Chips hergeben würde. Dass Pablo als fairer Sportsmann aber anbietet, sie nicht anzunehmen, da er auch in der Gattung falsch lag, empfinde ich aber als einen guten Vorschlag. Hier liegt's aber natürlich an Peter, ob er das Angebot annimmt. ^^


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Nosozia,


    jetzt bin ich ein bisserl beruhigt. Crepitdotus autchthonus kenne ich niemals so gelb wie dein Fund. Insofern "musste" er (wegen der Mikromerkmale) eine gelatinöse Huthaut haben. Da passte nämlich sonst gar nichts zur Makroskopie. Jetzt ist die Welt aber wieder in Ordnung ^^


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Pablo,


    sehr gerne...


    Und ich werde wirklich alt. Ich hatte Heterochaetella dubia 2003 im Rahmen eines Kartierungsprojekts gefunden. Da man da aber am Fließband bestimmt, hatte ich das Mikrobild nicht mehr im Kopf. Ich hatte in meinen alten Notizen nachgesehen, da mir ja die Mikromerkmale des Fotos bekannt vorkamen und mir das jetzt keine Ruhe gelassen hat... und siehe da, jetzt weiß ich wieder woher... Auf Lagerobasidium kam ich wegen der Kristalle, aber die hat Heterchaetella dubia ja eben auch Sternkristalle.


    Jetzt fange ich schon an, Pilze wieder zu vergessen. Das ist der Anfang... ==Gnolm4


    Die Fibrodontia hatte ich aber wirklich noch nie. Da freu ich mich schoin drauf.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Wolfgang,


    sehr schöne, stimmungsvolle Bilder! Und der Specht und der Uhu sind cool, finde ich.


    Die Flechte ist eine Xanthoria, ich würde sagen, Xanthoria parietina. Auf Xanthoria wachsen übrigens selber Pilze - die Liste der Parasitenan ihr ist sehr lang. Es lohnt sich, da mal mit der Lupe nach ihren Mitbewohnern zu suchen (zumal man hier die Wirtsgattung so leicht erkennen kann). Oft wird man fündig, denn manche Arten sind ausgesprochen häufig (z.B. Xanthoriicola physciae, die schwarze Becherchen erzeugt, was sehr auffällig ist). Pilze auf Flechten sind aber wieder eine ganz eigene Welt für sich, die allerdings sehr spannend ist, wie ich finde.


    Liebe Grüße,

    Christoph