Beiträge von Tricholomopsis

    Servus Pablo,


    in FNE werden doch die Schüppchen am Stiel explizit für Tr. atrosquamosum erwähnt: "Stipe [...] often with discrete and rahter distant blackish squamules". (S. 134)

    Tricholoma squarrulosum kenne ich nur grauer, mit deutlicher grauem Stiel und auch grauen Lamellen - und mit dichteren Schüppchen am Stiel.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Sumpfschneiden-Lanzettkeulchen

    Servus Björn,


    you made my day! ==11


    Dein Voreilender Ackerling ist aber sehr deutlich voreilend - da würde Agrocybe tarda als Name besser passen ==Prust (Scherz beiseite... den Namen gibt es meine Wissens nicht). Jedenfalls ist "Agrocybe praecox" eine Aggregat aus vier Arten - wurde über Kreuzungstests schon vor langem festgestellt, nur bestimmen kann man die noch nicht. Ist nur für den Hinterkopf gedacht, dass man Agrocybe praecox s.l. vielleicht mal nachbestimmen kann, wenn sich jemand der Gruppe erbarmt und vielleicht doch Merkmale findet...


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Ich war ja schon fast versucht, ein „Unboxing-Video“ einzustellen, weil ich mich so gefreut habe. Aber diese Videos finde ich immer so albern...

    Servus Tuppie,


    hihi, aber ich habe den Trend zu Unboxing-Videos auch noch nie so recht begriffen. Ich selber würde dafür auch viel zu ungelduldig auspacken ^^.


    Aber seis drum: das Buch ist da und ich habe was zu lesen in meinem Urlaub!

    Dann hoffe ich, dass sich der kauf gelohnt hat (als echter Wunsch und nicht als Fishing für Compliments). Ich empfehle die Einführung mit den Erklärungen der Merkmale. Das entspricht dem, wie ich versuche, Pilze makroskopisch einzugrenzen und zu bestimmen. Und wie ich gedanklich auch mit Fotobestimmungsversuchen hier im Forum vorgehe.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    das Basismyzel sieht man schön auf dem Foto: rein weiß. Damit fällt Tricholoma orirubens weg.


    Man sieht hier, wie wichtig es ist, auf dei Details zu achten. waldfuzzi - daher am besten Detailfotos machen und die Merkmale prüfen. Schirmlinge haben klar freie Lamellen, die hier sind ausgebuchtet, soweit man das am Foto so von der Seite beurteilen kann. Lass dich vom äußeren Habitus nicht täuschen. Es gibt Schirmlinge mit so einer Hutstruktur, aber eben niemals mit ausgebuchtet angewachsenen Lamellen. Deshalb ist es so hilfreich, systematisch vorzugehen und erst die wichtigen Details zu prüfen wie Lamellenanwuchs, Velumverhältnisse und Sporenpulver.

    Dass man einen gelben Reflex in den Lamellen sieht, meine ich als Artefakt vom Licht/Foto zu sehen. Ich wäre daher ganz bei Andreas und käme als Arbeitsnamen auch auf Tricholoma atrosquamosum. Ich sehe zwar keine schwarzen Punkte an den Schneiden der Lamellen (die irgendwie alle rund um Tr. orirubens entwickeln können), aber die kleinen, nicht sehr auffälligen Schüppchen am Stiel passen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    sowas nenne ich Gammeldreckoxid. Oder kurz: Leiche!


    Gattungstechnisch wäre ich auch sofort bei Lactarius / Milchling. Ob Lactarius hepaticus traue ich mir bei so einer Leiche nicht zu, aber möglich auf alle Fälle.


    Laccaria, Tubaria und Marasmiellus (Knopfstieliger Rübling) schließe ich allkesamt völlig aus. Für Laccaria passen die Lamellen gar nicht, nicht dick genug (dick und entfernt müssen sie sein und sie sind zu hell, zu viel Weiß, wenn man flach draufschaut). Tubaria geht nicht, da es ein Weißsporer ist (sieht man an den Spinnenweb unter den Lamellen oder was da auch hängen geblieben ist am ersten Foto und am Reflex in den Lamellen - zudem müssten die Lamellen so alt klarer runterlaufen). Marasmiellus peronatus hätte einen haarigen Stiel und viel dünneres Hutfleisch (und nen dünneren Stiel). Passt auch nicht.


    Bei Leichen kann man leichter ausschließen, als positiv was tippen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Kadir,


    danke für's Nachreichen. Der Pilz ist gefroren, scheint mir. Die Farben passen auch den Samtfußrübling, aber der Stiel scheint glatt zu sein. Und unten rotbräunlich, oben creme und dann leicht graue Lamellen (beim Samtfußrübling creme bis gelblich, alt deutlicher gelb), dann die Fichtenäste unscharf im Hintergrund... da bleibe ich beim Rauchblättrigen Schwefelkopf.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    heute kann ich leider nicht, aber vielleicht schaue ich nächste Woche mal vorbei. Ist eine gute Idee, finde ich ^^.


    Liebe Grüße und viel Spaß euch beim gemütlichen Ratschen,

    Christoph

    Servus Claudia, servus Copt is,


    hm, ich bin bei Schwarzsporern oft unschlüssig... ich würde vermuten, dass unter dem Laub vielleicht Dung lag und würde auf Panaeolus papilionaceus tippen. Bei dem kann die Huthaut zumindest so aufreißen - meine ich jedenfalls. Ich habe auf die Schnelle nur ein Vergleichsfoto gefunden: Panaeolus papilionaceus DSCN3047 | der Pilz wuchs im Gras au… | Flickr

    Ist aber schwer zu sagen bei so einem alten Fruchtkörper. Der Stiel scheint oben längsrillig zu sein, was passen würde, was aber auch auf einige Psathyrellen passt.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Felli,


    wow, cool, tolle Gegenüberstellung!


    Was ich (um die Uhrzeit) schnell aus dem Bauch heraus makroskopisch sagen würde:


    Nr. 1. ist für mich typisch Macrolepiota mastoidea. Spannend ist, dass die Kollektion auf dem Hutbuckel ein häutiges Velum universale zeigt. Das kann bei verschiedenen Arten vorkommen. Den Ring müsste man mal im Querschnitt sehen...

    Nr. 2 ist für mich auch typisch für Macrolepiota mastoides - hier sieht man den Ring gut (einschichtig, das Velum universale ist da unauffällig). Bei Nr. 1 müsste man den Ring mal im Querschnitt sehen. Wenn aber sas Velum universale so stark überausgeprägt ist, dass es häutige Reste auf dem Hut ergibt, dann wäre es interessant, am Ring genau hinzusehen, wie es da aussieht.

    Nr. 3 sieht sehr nach M. konradii aus.

    Nr. 4 sieht nach M. rhodosperma aus. Der Ring ist mal wieder nicht ganz ideal ausgeprägt, aber die Makroskopie, das deutlich rosa Sporenpulver, passt gut.


    M. mastoidea s.l. hat so deutlich cremefarbiges Sporenpulver, aber eben nicht so schweinchenrosa wie M. rhodosperma.

    Spannend finde ich, dass Nr. 1 dieses schmutzige olivliche im Sporenpulver hat und eben den untypischen Ring und das starke Velum universale auf dem Hut... Daher wäre das für mich ganz klar Macrolepiota spec. und ein Kandidat für ein DNA-Sequenzierung. Die anderen passen gut, denke ich. Macrolepiota affinis sehe ich nicht unter den abgebildeten, aber der ließe sich ja auch anatomisch prüfen (Pigmentierung des HDS im Mikroskop).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Andreas,


    ich kenne Xerocomellus redeuilhii nur mit blutrot duirchgefärbtem Fleisch in der Stielbasis. Hier sehe ich in der Stielbasis gelbes Fleisch, weshalb ich die Art ausgeschlossen habe. Ich sehe auch deutliches Risa in den Rissen (Detailfoto vom Hut). Zudem kenne ich X. redeulhii nur dunkler, richtig schön blutrot am Hut, aber vielleicht habe ich da für die Variationsbreite zu wenige gesehen. Ich kenne ihn nur aus Oberbayern (2 Fundstellen, da aber völlig typisch).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beli,


    die Nr. 5 dürften recht alte Lactarius mairei sein.

    Nr. 7 sieht schon sehr nach Lepista glaucocana aus.

    Nr. 6 sieht sehr nach Lepista irina aus, aber mit bitterem Geschmack? Sehr schräg.

    Und bei 8. wäre ich auch bei Xerocomellus cisalpinus.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Jürgen,


    das Verfärben kann beim Steineichenraufuß etwas dauern, aber verfärben muss er, klar. Ich meine auch zu erahnen, dass in der Stielmitte schon ein kleines Bisserl Rosa kommt... Die oberflächliche Steinpilzähnlichkeit und das Sporenpulver passen sehr gut.

    Aureobletus moravicus kann es nicht sein, auch klar - da passen weder das Sporenpulver, noch die Stieloberfläche, noch die Stielform (basal abgerundet statt spindelig), noch der so deutlich schmierige Hut. Ich würde wetten, dass das Fleisch erst rot und später dunkel wurde.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Sebastian,


    das Bestimmungsergebnis als Agaricus subperonatus ist ja relativ sicher, aber eben nicht zu 100%. Wenn du aber ganz sicher gehen willst, dann lass den Fund sequenzieren. Das kostet ca. 20 Euro und du hast dein Ergebnis. Sollte es dann wirklich Agaricus subperonatus sein, was makroskopisch ja passt (bis auf die sehr starke Rötung des Fleischs), dann wäre das auch wertvoll, denn dann wüsste man, dass die Sporen auch mal einen größeren Quotienten haben können bzw. auch mal die fast runden wegfallen können (normalerweise fängt Q bei 1,1 an...). Würde sich lohnen.


    Daher: immer einen Beleg machen, denn im Nachhinein beißt man sich in den Hintern, wenn es was besonderes war. Oder eben für's nächste Jahr auf die to-do-Liste setzen ;-).


    Liebe Grüße,

    Christoph


    P.S.: zum Gröger - doch, man kommt da hin, Gröger schreibt ja mehrmals: Ring aufsteigend oder unterhalb des Rings mit kräftigen Velumbändern. Und bei Agaricus subperonatus schreibt er auch, dass der Ring hängt. Er definiert die Bivelares schon richtig und macht es auch bei Agaricus subperonatus richtig ( Climbingfreak - schau nochmal rein in den Gröger, das Wort "oder" in einem Schlüssel sollte eigentlich immer in Fettdruck stehen und unterstrichen und rot eingefärbt...) ^^

    Servus Dieter,


    den ersten würde ich auch als Imleria badia ansprechen. Der zweite sieht interessant aus. Das sieht sehr nach Leccinellum tlemcenense aus (= Leccinellum lepidum, der unaussprechliche name ist aber der ältere und hat Priorität). Das Fleisch müsste eigentlich erst langsam gerötet haben, um schließlich bis hin zu grauschwärzlich zu verfärben. Leccinellum tlemcenense sieht von oben gerne aus wie ein Steinpilz und hat gerne diese schmierige Huthaut, hat erst weißes Fleisch (bevor es rötet), die gelblichen Poren passen auch, der flockige Stiel, das braune Sporenpulver passt auch und die Art kommt in Portugal recht häufig vor. Ein bisserl genauer als "bei Eichen" wäre gut. Korkeiche oder Steineiche wäre der Mykorrhizapartner der Wahl.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Andreas,


    es gibt doch schon einige coprophile Pilze, die recht wählerisch sind, was das Substrat angeht - Protostropharia alcis nimmt nur Elch- oder Hirschkot. Protostropharia dorsipora nimmt wohl (fast) nur Pferdedung. Es gibt unter den vielen Ascomyzeten doch auch Spezialisten für Kaninchendung als ein Beispiel?! Ich bin da nicht so firm, aber ich meine schon, dass es da auch Substratspezialisten gibt.


    Was die Wirtsspezifität angeht, ist das beispielsweise durch die Sporenpassage durch den Verdauungstrakt zu erklären. Die Sporen einiger Coprophiler keimen ja erst, wenn sie eine gewisse Zeit bei einer konstanten Temperatur bebrütet wurden (Köropertemperatur bei der Darmpassage und die variiert auch von Art zu Art). Und Wiederkäuer haben sicher einige andere Hürden für die Copros als Nichtwiederkäuer, die dafür einen großen Blinddarm haben.


    Das Futter sollte auch eine Rolle spielen. Warum findet man Protostropharia semiglobata so häufig auf dem Rinderdung naturnaher Weiden, aber nicht, wenn die Tiere im Stall Kraftfutter tanken? Es wäre sicher interessant, auch mal Wiedetiere auf Fettwiesen mit denen auf Magerrasen zu vergleichen. Auf Magerrasen würde ich auch mehr Corpros auf dem Dung erwarten (ich meine mich zu erinnern, dass auf der Goasslweide sowas rauskam). Es potenziert sich ja - wenn eine hohe Artenvielfalt in der Umgebung ist, werden Sporen von mehr Arten gefressen...


    Man weiß aber noch viel zu wenig über Zusammenhänge, denke ich. Jedenfalls finde ich - vielleicht ist es auch Zufall - Protostropharia dorsipora eher dort, wo Pferde lange auf der Weide sind und das dortige Gras fressen, als wenn sie im Stall gefüttert werden und ab und zu mal ausgeritten werden und dann etwas hinterlassen. Ist ja auch klar, da sie ja die Sporen fressen müssen, damit der Pilz auf dem Dung keimt und das passiert eher auf der Koppel als im Stall...


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    ein Egerling - sehr spannend :-). Ich mag ja Egerlinge sehr gerne... Daher noch kurz mein Senf dazu:


    Agaricus subperonatus hat einen hängenden bis intermediär angewachsenen Ring, d.h. er ist nach oben abziehbar oder gar nicht abziehbar, weil er gleich abreißt. Agaricus subfloccosus wiederum hat einen Ring, der nach unten abziehbar ist. Das sieht rein optisch aus, als wäre er hängend, aber er hat am Stiel nur eine nach oben gehenden Verdickung, ist da aber nicht am Stiel angewachsen, sondern über das Velum universale ist er mit dem Stiel verbappt - also nach unten abziehbar. Der Ring von Agaricus subfloccosus sieht genauso aus wie der von Agaricus bisporus.

    Ludwig als Referenz geht bei Egerlingen nur zum Teilkt (wie schon geschrieben wurde), weil Ludwig die genauen Velumverhältnisse nicht kannte bzw. nicht genau angesehen hat. So malt er beim Zuchtegerling den Ring eindeutig als hängend, dabei ist er aufsteigend (und täuscht nur hängend vor). Dass er es bei Agaricus subfloccosus/A. subperonatus richtig beschreibt, ist natürlich gut. Aber bei Agaricus bisporus hat er es falsch im Buch. Und dann kommt man schnell auf's Glatteis. So ist Agaricus subfloccosus kaum von Agaricus bisporus var. eurotetrasporus unterscheidbar (es geht ein bisserl was makroskopisch, aber man braucht die DNA, um ganz sicher zu sein). Bestimmt man mit Ludwig, dann würde man letzteres nie erkennen, sondern der immer als A. subfloccosus bestimmt werden. Aber zurück zu A. subperonatus...


    Agaricus subperonatus gehört zur Sektion Bivelares, also zusammen mit dem Zuchtegerling., Stadteherling und eben A. subfloccosus. Da haben die meisten den nach unten abziehbaren Ring (weshalb Stefan das auch die ganze Sektion bezieht), aber eben mit der Ausnahme von A. subperonatus. Da der Ring aus Teil- und Gesamthülle gemeinsam aufgebaut ist, ist es kein so großer Schritt von aufsteigend zu hängend - es geht nur darum, welches Velum stärker die Konsistenz des Rings bestimmt.


    Die Fotos hier passen sehr gut zu Agaricus subperonatus - aber eben wie so oft mit ein paar Abers. Die Fleischverfärbung würde perfekt zu Agaricus subfloccosus passen, der es aber nicht sien kann, weil der Ring da gar nicht passt. Ich habe Agaricus subperonatus noch nicht so stark verfärben gesehen. Allerdings verfärbt Agaricus subperonatus schon auch rötlich im Fleisch, nur nicht so intensiv. Insofern kann das ein Ausreißer sein, der abnormal stark verfärbt. Insofern würde mich das nicht allzusehr stören.

    Was mir aber auch nicht so ganz passt ist die Sporenform. Die sollten vom Gefühl her einen kleineren Quotienten haben, also breiter ellipsoid sein. Da würde ich empfehlen, einfach mal 40 Sporen zu messen und die Quotienten zu bilden.

    Pleurocystiden können, müssen aber nicht bei Agaricus subfloccosus auftreten. In der Sektion Bivelares sind eh sehr gerne dickwandige Sklerobasidien vorhanden - es wird diskutiert, dass diese "Pleurocystiden" nur besonders auffälliger Sklerobasidiolen sind. Also Sklerobasidien, die noch keine Sterigma gebildet haben.


    Die Makroskopie, der oben geriefte Ring, der auch oben abgerissen ist (Abrisskant gut zu sehen), die deutlichen, aufsteigenden Bänder des Velum universale am Stiel (die die ganze Sektion der Waldegerlinge ausschließen - es kann keine Art rund um Agaricus sylvaticus sein), auch die Hutoberseite (die Hutschuppen müssen nicht so kontrastreich abgesetzt sein) - alles passt auf Agaricus subperonatus.


    Da das Fleisch aber so stark verfärbt und die Sporen nicht genau passen, würde ich dennoch beim cf. bleiben (wenn die Sporen doch die passenden Maße ergeben, nehme ich das zurück, die Fleischverfärbung allein macht mir kein Kopfzerbrechen).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    ich habe beim Verlag nachgefragt. Ich kenne mich in der Juristerei rund um Werbung nicht aus, aber mir wurde erklärt, dass es völlig legal und auch legitim ist, per Post Werbung in Form von beispielsweise eines Infoflyers zu verschicken. Wenn Adressen - insbesondere kontextbezogen - frei veröffentlicht sind, dann darf ein Verlag auch die entsprechenden Personen informieren. Wenn also ein Verlag einem Pilzsachverständigen, dessen Adresse öffentlich gelistet ist, Infos schickt, ist das völlig o.k. und auch normal.


    Mir selber wurde beispielsweise eine Ausgabe des Boletus zugeschickt - zusammen mit einem Brief, in dem es darum geht, dass ich ja pilzkundlich aktiv bin, publiziere etc. - und ich deshalb ja interesse an einem Abo des Boletus haben könnte. Zusammen mit Bestelladresse, Abovordruck (= Mitgliedsantrag). Das ist natürlich mehr als eine reine Info, weil mir zudem ein Heft auf diese Weise geschenkt wurde. Ich fand die Information nett und war positiv überrascht, das Heft bekommen zu haben. Und das Resultat: ich werde dem Verein beitreten (kam nur noch nicht dazu, den Antrag wegzuschicken). Werbung hat funktioniert.


    Ich habe heute per Post die Infoflyer zum Pilzbuch bekommen (mit dem Lesebeispiel Riesenbovist). Ich empfinde den nicht als Zumutung oder unangemessen. Natürlich steht es jedem frei, sich zu ärgern, sowas per Post zu bekommen. Und wie gesagt, ich war nicht involviert und wusste nichts davon. Ich bin aber sehr beruhigt, dass das Versenden von Werbung in dieser Form erlaubte Werbung ist.


    Anders wäre es, wenn Werbung per Mail käme - das ist streng verboten (passiert dennoch laufend, aber Spamwerbung aus dem Ausland...).


    So hoffe ich, dass sich niemand ärgert. Ich freue mich, wenn den Käufern das Buch gefällt, ich freue mich auch über Kritik, damit ich - falls es eine dritte Auflage geben sollte - diese da beherzigen kann und Fehler ausbessere. Ich hoffe vor allem, dass der Schlüssel halbwegs funktioniert. An dem saß ich lange dran, denn ohne Mikromerkmale ist es gar nicht so einfach. ich wollte aber tiefer und sicherer schlüsseln, als es die ganz groben Schlüssel - wie z. B. im Parey - machen (ich liebe meinen Parey, nebenbei bemerkt). Das Kapitel über Bestimmungsmerkmale - hier z. B. mit Details zu Velumstrukturen - ist auch neu. Kurz gesagt: viel Arbeit, viel Mühe (und wenn man die Arbeitszeit zusammenzählt, bleibt als Stundenlohn wenig übrig), aber alles in bester Hoffnung, dass die Arbeit auch etwas bringt. Von Jürgen stammen sehr viele bis fast alle Hintergrundinfos zu den Arten (Inhaltsstoffe, Wirkungen schädlicher und heilender Art usw.). Von mir die Gattungsmerkmale und die ganze Einführung. Die Artportraits stammen aus der Feder von Rainer Reichel (Drittautor der ersten Auflage, damals als Taschenlexikon der Pilze) und ich hatte die gegengelesen und ergänzt. Da hat sich nicht so viel bei der Neuauflage getan, da die Artenzahl nicht erweitert wurde.


    Rudi hat Bilder beigesteuert, deshalb hat der Verlag das Buch direkt an ihn geschickt. Unser Habicht-Peter ist kein PSV hierzulande, deshalb wurde er nicht mit Werbung "beglückt".


    So, jetzt hoffe ich, dass niemand, der das Buch kauft, den Kauf bereut. Und wer es nicht kauft, kann natürlich trotzdem Pilze bestimmen. Es werden so viele Bücher veröffentlicht. Kauft man die alle, wird man arm und hat daheim keinen Platz mehr ^^. Das Problem kenne ich. ;)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    ersmal an den Habicht-Peter vielen Dank für das Vorstellen des Buchs. Es steckt (wie bei allen Büchern, die geschrieben werden) viel Arbeit drin - ich hoffe natürlich, dass sich das gelohnt hat.


    Steigerwaldpilzchen - ich habe Infundibulicybe getrennt geschlüsselt, aber ich schaffe es nicht, die ganzen neuen Trichterlingsgattungen makroskopisch aufzudröseln. Es ist daher ein Kompromiss... Ich hoffe, dass der Schlüssel gut genug greift, denn rein makroskopisch ist es nicht so einfach, als wenn man Mikromerkmale mit dazu nehmen könnte. Es ist die Version "1.0" sozusagen.


    @alle: ich weiß nicht und habe auch keinen Einfluss, an wen Verlage Werbebroschüren verschicken. Ich kenne mich in der Rechtslage auch nicht aus. Jedenfalls bekomme ich auch immer wieder von diversen Seiten Werbeinhalte geschickt (nervig sind da vor allem Gewinnmitteilungen von dubiosen Abzockern). Woher der Verlag die Adressen hat, weiß ich nicht. Mich freut natürlich, wenn Werbung gemacht wird, mich freut aber weniger, wenn diese zu aufdringlich ist. Insofern hoffe ich, dass sich niemand von sowas belästigt fühlt. Wie gesagt, ich habe keine Ahnung davon.


    Liebe Grüße,

    Christoph