Beiträge von Tricholomopsis

    Liebe Craterelle,


    ich gehe mal kurz auf ein paar einzelne Punkte ein (und muss dann ins Bett)



    Da mir auch die englischen Trivialnamen in vielen Fällen sehr gefallen, freue ich mich über deren Auflistung im Anhang. Da sieht man dann auch über so einige Tippfehler gern hinweg.


    Gut zu wissen - es ist eventuell eine Neuauflage geplant. Die englischen Namen hatte ich nicht recherchiert ;)


    Zitat

    Ein sinnvoller Ansatz, den man hätte vervollständigen können, wenn man nur die Seitenzahl der eigentlichen Beschreibung fett gesetzt hätte und die weiteren Nennungen in den Artikeln zu anderen Arten nicht.


    Stimmt :shy:


    Zitat

    Nicht so gut nachvollziehen kann ich mitunter die Beschreibungen der Gerüche und gelegentlich auch die zu Geschmack/Küchentauglichkeit. Das werde ich zum Anlass nehmen, einige meiner Eindrücke nochmals kritisch zu überprüfen, und z.B. den Ockertäubling noch einmal zu probieren, wenn er denn dem von mir geschätzten Fichtenreizker ebenbürtig sein soll.


    Das wiederum war ich. Ich mag den Fichtenreizker, wenn er scharf angebraten ist (sonst schmeckt er mir zu bitter) - und ähnlich finde ich den Ockertäubling, wenn er scharf angebraten wird - ist er voll mit Wasser, sodass er in der Pfanne vor sich hin köchelt, wird er bitter. Ist rein subjektiv alles mein Empfinden.


    Zitat

    Nachtrag: In der Einleitung ist folgendes zu lesen: "Das mutwillige Zerstören von Pilzen ist in Deutschland zudem verboten und kann mit einer Geldbuße geahndet werden." Manchmal wünsche ich mir das zwar kurzfristig, aber mir fehlt der Glaube in diese Aussage (was wiederum das Vertrauen in andere Angaben, für die keine Quellen angeführt sind, nicht unbedingt erhöht). Christoph, kannst du erhellen, auf welche rechtlichen Grundlagen ihr euch da bezieht?


    Das bezieht sich auf das Bundesnaturschutzgesetz. Da steht es explizit drin. Ich habe jetzt auf die Schnelle nicht den Paragraphen gefunden (habe nur gegoogelt, nicht durch das Gesetz geblättert), aber ich kann etwas zitieren:



    Quelle: https://www.regierung.oberfran…ofr_amtsblatt_2011_09.pdf


    (eine Veröffentlichung von Verordnungen)


    Es freut mich, dass du den Kauf nicht bereust ;)


    LG
    Christoph

    Liebe Foristi,


    nachdem man hier Kurse ankündigen darf, möchte ich auch gerne einen Kurs ankündigen, den ich leíten werde. Vom 4. bis 8. September 2017 leite ich einen Pilzberaterkurs zum Pilzberater der BMG (Bayer. Mykologischen Gesellschaft). Er entspricht ungefähr dem F1 plus F2-Kurs als Kompaktkurs (aber nur in Bezug auf Arten- und Gattungskenntnis, denn es geht ja primär um die Befähigung zur Pilzberatung).


    Die Region ist wunderschön und pilzsicher (selbst letztes Jahr, wo es sehr trocken war, gab es viel).


    Der Kurs eignet sich auch als "Crash-Kurs Pilzbestimmung" für Einsteiger, da sehr viel Wert auf Überblick und Gattungskenntnis gelegt wird. Die Obergrenze liegt bei 10 Personen, damit wir intensiv arbeiten können und jeder gut betreut werden kann.


    Die Teilnahmegbühr beträgt 200 Euro - Kursort ist das "Mykozentrum" in Zwiesel-Rabenstein (Ablegweg 9, 94227 Zwiesel-Rabenstein).


    Für nähere Infos einfach nachfragen ;)


    Liebe Grüße,
    Christoph

    Servus abeja,


    da passt doch alles! Antrodiella serpula ist der ältere Name und hat daher Priorität über Antrodiella hoehnelii (es sind Synonyme). Das relativ dicke Fleisch und die Warzen sind typisch - ebenso die Vergesellschaftung mit Inonotus.


    Du wirst vermutlich zukünftig feststellen, dass sie ziemlichhäufig ist (wenn man sie einmal gesehen hat, dann findet man sie immer wieder). Die gelbe Zuwachskante alleine ist es aber nicht, denn das zeigen auch andere Antrodiellen. Die spitzen Warzen hingegen sind typisch.


    LG
    Christoph

    Hi Whysoscared,


    die Glucke ist für mich eine typische Breitblättrige Glucke, was ja bereits geschrieben wurde. Sie ist relativ selten und nur an bestimmten Regionen häufig wie im Nationalpark Bayerischer Wald.


    Ich hatte einmal das "Vergnügen", sie vorgesetzt zu bekommen (ich hätte sie nicht "verwertet"). Sie ist zäh und schmeckt nicht wirklich gut, ein reiner Notzeitenpilz und nicht mit der Krausen Glucke vergleichbar - die ich sehr gerne esse.


    Also sowohl naturschutzfachlich als auch kulinarisch kein Speisepilz.


    Unbekannte Pilze küchenfertig zu putzen... naja, da fällt das Bestimmen eben schwer...


    Why so Scared? Ich bin es jedenfalls, wenn ich mir unbekannte Pilze essen sollte. Da bin ich schon beunruhigt. Die französischen Pilzsammler, die essbare Röteltrichterlinge sammeln wollten und den Parfümierten Trichterling gegessen haben, hätten lieber auch vorher besorgt sein sollen. Es gab da mehrere Todesfälle unter elendigen Schmerzen (man stirbt bei dem Pilz an den Schmerzen wegen Kreislaufkollaps).


    LG
    Christoph

    Hi Björn,


    vergleiche Mal Nr. 4 mit Radulomyces molaris = Cerocorticium molare - war der Ast ein Eichenast und ist der relativ frisch gebrochen (wegen Sturm), denn der Fruchtkörper ist ganz frisch und in bestem Zustand (was man nicht so oft sieht)? R. molare ist ein Kronenbesiedler.


    LG
    Christoph

    Hallo zusammen,


    Suillellus mendax hat einen deutlich größeren Sporenquotienten (Länge-Breite-Verhätlnis). Dass er nur auf saurem Boden vorkäme, halte ich aber für ein Gerücht. Es gibt auch bei Kalkbödenb kleine, übersäuerte Bereiche und das reicht ihm bereits.


    Ich kenne S. mendax als schmächtiger, mit viel Rottönen und sehr stark und intensiv im Fleisch blauend, fast schwarzblau werdend.


    S. comptus gibt es auch noch. Der hat gerne einen mehr gelben Stiel, aber zeigt nur ganz oben das Stielnetz und ist sonst punktiert - und er hat einen etwas kleineren Sporenquotienten als S. luridus.


    Der hier abgebildete aus dem Eingangsposting ist für mich sogar ein recht typischer S. luridus - ich finde den häufiger mit so gelbem Stiel. Notfalls reinmikroskopieren, Sporen vermessen...


    LG
    Christoph


    Ok ich revidiere meine Aussage. :D Die ist auch makroskopisch bestimmber, wenn man Andreas und Christoph heißt und nebenbei noch großer Mykologe ist; und ich dachte Josef ist hier der Ramarienpapst. :giggle:


    Hi Stefan,


    Josef ist und bleibt der Ramarienpapst, auch wenn er sich gerade sehr intensiv mit Psathyrella beschäftigt. Ramaria subbotrytis ist allerdings jung leicht kenntlich - alt verliert die Art sehr gerne diesen extremen Lachsorangeton - Josef hat mal bei so einem rein gelben Fruchtkörper einen kleinen Eimer drübergestülpt. Nach ein paar Tagen waren die Äste wieder so leuchtend Lachsorange :D


    Was auch sehr gut bestimmbar ist: Ramaria ignicolor - kaum Strunk, verwundene Äste, die Hohl (!) sind. Josef hingegen ist da unschlagbar. Ich war ja sehr viel mit ihm unterwegs und wir haben auch gemeinsam über Ramarien publiziert (ich habe den Schlüssel in seinem Buch erstellt, der auf Mikromerkmalen basiert). Und trotz der Mitarbeit kann ich nur wenige Ramarien makroskopisch ansprechen. Das hier ist halt ne Ausnahme.


    LG
    Christoph

    Servus Björn,


    die Macrolepiota konradii ist, wie schon festgestellt wurde, keine M. konradii - es wird nur in manchen Büchen, inklusive Pilze der Schweiz - unter M. konradii ein Vertreter des Macrolepiota-procera-Formenkreises abgebildet. Da gab es einiges an Fehlinterpretationen.


    Parasole sollte man immer aussporen lassen. Macrolepiota olivascens glaube ich nicht - der ist eine montane bis hochmontane Art und hat auffallend rötliche Lamellen, wenn er reif ist. Das Sporenpulver ist bei ihm ziemlich dunkel rosa.


    Macrolepiota pseudoolivascens ist wärmeliebend (kenne ich aus dem Wiener Raum und dem Burgenland) - ich denke hier eher an ein Altersartefakt - am Bild schwer zu sagen.


    Macrolepiota rhodosperma ist meist etwas schmächtiger als der normale Parasol und hat rosa Sporenpulver.


    Kurz gesagt: halt irgendwas aus dem M.-procera-Formenkreis, aber so m.E. nicht bestimmbar.


    Die Peniophora laeta ist ein Bilderbuchexemplar - der Ast war sicherlich Hainbuche (ich kenne diese Peniophora nur von diesem Substrat)


    LG
    Christoph

    Servus Eberhard,


    ja, es gibt eine aktuelle Studie zu Suillellus luridus: Romanek (2015). Ich habe in meinem Pilzgiftartikel in der Mycologia Bavarica Bd. 17 die Ergebnisse dieser Studie (nebena nderen) zusammengefasst. Federführend war das Klinikum rechts der Isar München - Frau Romanek ist Teil der Abteilung für Toxkikologie. Sie hat in vitro die Hemmung der Acetaldehyddehydrogenase getestet. Ich zitiere einfach aus meinem Artikel:



    Zitat aus
    Hahn C, Grünert H (2016): Über neue und teils altbekannte Vergiftungssyndrome. Mycologia Bavarica 17: 69-96.


    darin zitierte Literatur:
    Bresinsky A, Besl H (1985): Giftpilze. Ein Handbuch für Apotheker, Ärzte und Biologen. 295 pp., Stuttgart.
    Hussong A (2016): Vergiftungen mit Lepiota aspera, Spitzschuppiger Schirmling. Mycologia Bavavarica 17: 97-99.
    Romanek K (2015): Hemmung der Aldehyddehydrogenase durch Extrakt des Pilzes Lepiota aspera in vitro. Vortrag am 12.12.2015, ToxInfo-Tag München, online abrufbar unter http://www.toxinfo.med.tum.de/inhalt/pilzfortbildung2015.


    (der Vortrag von Romanek ist wie im Literaturzitat ersichtlich, noch frei abrufbar)


    Ob Suillellus luridus auch gekocht die Wirkung zeigt, hat Romanek (2015) nicht geprüft - war alles Rohextrakt. Im Raum München wurde die Netzhexe aber mehrfach zusammen mit Alkohol gegessen und nichts ist passiert.


    Liebe Grüße,
    Christoph

    Servus Craterelle,


    was soll ich als Mitautor drüber schreiben? Ich bin ja quasi befangen ;) .
    Ich selbst habe die Gattungsdefinitionen beigesteuert und war bei den beschreibenden Texten der Arten zusammen mit Reiner Reichel aktiv. Die Hintergrundinformationen zu den Inhaltsstoffen und der Chemie allgemein hat Jürgen Guthmann recherchiert und zusammengefasst (er hat jetzt auch ein eigenes Buch über Vitalpilze herausgebracht).


    Es stimmt, dass es kein klassisches Bestimmungsbuch ist, da wir ganz bewusst nur 150 Arten genommen haben, die aber ausführlich besprechen und viele Infos auch rundherum dazu angeben. Die Pilzberaterausbildung der BMG fußt auch teils auf den dort angegebenen Gattungsdiagnosen und natürlich auf den dort abgehandelten Gift- und Speisepilzen.


    Bei Agaricus habe ich die Gattungsdefinition ein bisserl an Einsteiger angepasst (ich habe nicht geschrieben, dass Agaricus ein Velum unversale besitzt, da dann Anfänger wieder Knollis als Champignons erkennen würden) und auch die Unterteilungen der Gattungen - z.B. der Schleierling - entspricht nicht der aktuellen, genetischen Phylogenie, sondern ist der Praxis der Pilzberater angepasst (z. B. Rauköpfe inklusive der fuchsigen, giftigen zusammen mit den grünen).


    Natürlich kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen :cool: Insbesondere für Pilzberater, die auch ein bisserl mehr über die klassischen Arten erfahren wollen. Und so war es auch konzipiert - also als Ergänzung zum Lüder-Buch der selben Reihe.


    Ich bin aber, was die Bewertung angeht, natürlich, wie eingangs erwähnt, befangen :)


    LG
    Christoph

    Servus Pilzfreund,


    es gibt eine ganze Reihe von Hexenröhrlingen. Das abgebildete Exemplar zeigt einen typischen Netzstieligen Hexenröhrling. Was die anderen der "vielen Pilze" sind, weiß ich natürlich nicht.


    Ob du den hier gezeigten "verwerten" kannst, weiß ich auch nicht, da ich den aktuellen Zustand des Pilzes nicht kenne (Maden, andere Probleme damit, zu lange gewartet bis getrocknet wurde usw.). Auch deshalb ist es besser, zu einem Pilzberater zu gehen. In Foren geht es um Pilzbestimmung - anhand von Fotos allein kann man das aber kaum zu 100%.


    Ich empfehle, einen Pilz, den man essen will, erstmal sicher kennezulernen, indem man, wie du es hier ja machst, z.B. Bilder zeigst. Parallel kannst du versuchen, ihn mit einem Pilzbuch zu bestimmen. Die Antworten in dem Thread helfen dir dann, da du jetzt bezüglich der von den Foristen genannten Arten im Pilzbuch nachschlagen kannst und die Texte im Buch ausführlich liest und mit deinem Pilz vergleichst.
    Hast du den zukünftigen Speisepilz dann gut kennengelernt, mach einen letzten Test, indem du das, was du als solches erachtest, einem Pilzberater zeigst.


    Wenn du aber einen dir unbekannten Pilz bereits zur Verwertung getrocknet hast, bin ich persönlich sehr vorsichtig mit Bestimmungstipps.


    Falls du tatsächlich nur Netzhexen getrocknet haben solltest... in Norddeutschland wird der gerne als giftig bezeichnet, in Bayern hingegen vielfach gegessen. Die Bayern verdauen aber nicht besser als die Preißn, sie wissen nur eher, dass man Netzhexen sehr lange garen muss. Sonst sind sie wirklich unangenehm. Falls du die Netzhexe mal mit dem seltenen Imperator luteocupreus (sorry, habe keine deutschen Namen dafür parat) verwechseln solltest, darfst du drei Tage rund um die Mahlzeit keinen Alkohol trinken. Auch deshalb der Tipp des Abgleichs mit guten Pilzbüchern und der Gang zum Pilzberater.


    LG
    Christoph


    Im Schnitt: nirgendwo blauend (mmmmhhh....), sehr schnell rosa anlaufend, später leicht grau-rosa aussehend
    ...
    Verfärbung sehr schnell, innerhalb von 10-20 Sekunden, sowohl im "Hut" als auch im Stiel


    Servus abeja,


    das sieht sehr nach Leccinellum crocipodium aus. Mich wundert nur das mit dem bitteren Nachgeschmack.


    Zur Diskussion weiter oben:
    Boletus kluzakii ist nicht nur aus Tschechien bekannt, sondern beispielsweise auch in Südschweden gefunden worden (von Werner Edelmann - Fotos in meinem Boleten-Artikel in der Mycol. Bav.). Die "Nr. 4" ist aber sicherlich kein Boletus kluzakii. Für mich ist das zudem eine nicht bestimmbare Leiche.


    Zu Boletus caucasicus - ja, irgendwie ein Phantom. Ich habe schon mehrfach Suillellus luridus mit gelbem Röhrenboden gehabt. Aber bei allen war das Fleisch amyloid (im Mikroskop: Stielfleisch mit Melzers Reagenz färben - die Septen und teils auch andere Zellwandbereiche werden blau). Ich glaube erst an "Boletus caucasicus", wenn ich einen völlig inamyloiden "luridus" vor mir hätte.
    Suillellus luridus kann auch ganz ohne Netz vorkommen - wie bei den Bildern von beli 1
    Den Wolfsröhrling habe ich leider noch nie in der Hand gehabt - aber die Fotos von beli 1 zeigen genau das, was ich aus der Literatur als Wolfsröhrling kenne (tolle Bilder!)


    LG
    Christoph

    Servus Stefan,


    Agaricus aristocratus ist in der Funga Nordica drin (ich glaube als Agaricus arcticus). Agaricus pseudopratensis ist eigentlich recht bekannt, kann aber in normalen Schlüsseln fehlen. Die FN bringt nur Arten aus Skandinavien, da ist er möglicherweise nicht bekannt.
    Im Parra (aktuelle Gattungsmonographie) sind alle erwähnten Arten drin. :)


    (ich finde den Gröger-Schlüssel insgesamt toll, aber bei Agaricus habe ich ihn nich nicht probiert - da nehme ich gerne erstmal den alten Bohus-Schlüssel, um dann entweder mit Spezialliteratur (Einzelartikel) oder dem Parra weiterzuarbeiten (seit es den gibt, hat man was Kompaktes an der Hand).


    Die Wiesenegerlinge sind allerdings zugegebenermaßen sehr schwierig, finde ich (gut, das ist ja auch die ganze Gattung).


    LG
    Christoph

    Servus beinand,


    ich empfehle dringend, Agaricus pseudopratensis, den "Falschen Wiesneegerling", als Doppelgänger zu erwähnen. Hier sieht man eine wie ich finde typische Kollektion: http://www.funghiitaliani.it/t…agaricus-pseudopratensis/
    ImTintling existiert ein Beitrag als Artportrait, der aber (leider) einen gilbenden Pilz zeigt (der wohl ein normaler Karbolegerling ist). Agaricus pseudopratensis ist wohl auch giftig (ein Karbolegerling i.w.S.), hat aber jung ebenfalls rosa Lamellen und sieht dem Wiesenchampignon sehr ähnlich. Er muss auch nicht gilben, kann es aber in der Stielbasis. Ich habe Agaricus pseudpratensis auch erst einmal gefunden (in Österreich) - die Art scheint wirklich selten zu sein (sonst gäbe es swohl mehr Vergiftungen?). Gerade weil auch er jung rosa Lamellen hat, der Ring flüchtig ist und er oft überhaupt nicht gilbt (auch nicht in der Stielbasis), ist er ein wirklich schwer erkennbarer Pilz. Eigentlich bleibt erstmal nur der fehlende Geruch (frisch), der später zu karbol umschlägt. Nicht alle Karbolegerlinge gilben...


    Zurück zum "echten" Wiesenegerling. Das ist in der Tat ein schwieriges Aggregat - ohne Mikroskopie würde ich da keine Bestimmung vornehmen! Der echte Wiesenegerling hat relativ kleine Sporen mit einem wirklich gut erkennbarem Keimporus (Ausnahme in der Gattung Agaricus). Agaricus aristocratus hat keinen Keimporus, nur eine etwas dünnere Wand am Sporenende (und ist eine arktisch-alpine Art, kenne ich von Großglockner auf einer Kalkader). Dann wärer da noch Agaricus pampeanus ss. auct. Europ., eine Art mit längeren Sporen als der normale Wiesenegerling und mit oft schuppigem Hut.
    Agaricus moellerianus riecht wirklich anisartig, wobei der normale Wiesenegerlingsgeruch dazu kommt und das überdecken kann. Das Gilben ist mitunter sehr deutlich.


    Auf einem Foto des Eröffnungspostings meine ich eine gilbende Stielbasis zu sehen, was ungewöhnlich wäre (zweites Bild von unten, rechter Fruchtkörper).


    LG
    Christoph


    Meine Bestimmungen gestalten sich banaler, als Du vermutlich gedacht hast, da ich den Arten oder Aggregaten mittles der Wirtspflanzen auf die Spur komme und dann ein wenig schlüssle


    Servus Jürgen,


    so mache ich es auch, wenn ich mal dazu komme, einen imperfekten bestimmen zu wollen. Mir fehlt noch der rechte Zugang zu diesen natürlich ebenfalls hochinteressanten Pilzen. Bislang habe ich nur auffällige Arten wie Wilsonomyces carpophilus (Schrotschusskrankheit der Kirsche) oder so Spektakuläres wie Phragmotrichum chailletii (an Fichtenzapfen) angesehen/bestimmt. Ich fange meist auch mit Ellis & Ellis an.


    Danke für's Vorstellen. Da muss ich mal ein paar befallene Schneeballblätter mitnehmen. Das Befallsbild kommt mir jedenfalls sehr bekannt vor.


    LG
    Christoph

    Servus Björn...



    1. Das dürfte mal wieder Polyporus tuberaster sein.


    Sehe ich auch so ;)


    Zitat

    2. Orbilia sp.?


    Orbilia xanthostigma wäre gut möglich, aber ohne Mikro kann ich da auch nur raten.


    Zitat

    3. Hypocrea sp.


    Ja, sieht gut aus - aber welche?


    Zitat


    Ich habe aufgehört, den Holler-Rindenpilz makroskopisch zu bestimmen. Ohne Mikromerkmale sage ich dazu nix :cool:


    Zitat

    8. Geriefte Manschette und rote Flecken im Fuß lassen mich zu Amanita rubescens tendieren.


    Völlig klar ein Perlpilz...


    Zitat


    Wunderschöne Flockis - Neoboletus erythropus


    Zitat

    10. Sieht meiner Meinung nach ganz nach Imleria badia aus.


    Auch meiner Meinung nach.


    Zitat


    Pfifferlinge nach Fotos zu bestimmen ist sehr schwierig. Haben sie auf Druck gefleckt? Wie ist das Farbmuster auf dem Hymenophor von jung bis alt? Sporenmaße?


    Zitat

    14. Das hatte ich im Wald erstmal an als Boletus junquilleus gedacht. Jan-Arne hatte auf Facebook dann Leccinellum crocipodium ins Spiel gebracht. Leider hatte ich den Pilz mit nach Hause genommen und dann direkt ins Risotto verarbeitet. Auf eine Verfärbung habe ich dann aber nicht bewußt geachtet, bzw. erinnere mich nicht konkret mehr dran.


    Das ist doch noch ein Baby! Das kann auch ein sehr junger Fahler Röhrling sein oder ein sehr junger Imperator (da gibt es auch gelbe)... Wenn du so junge Fruchtkörper eines dir nicht bekannten Röhrlings sammelst, dann kann sein, dass du eine Rarität mitnimmst und verspeist. Für das Bisserl Pilz lohnt sich das doch nicht und wäre sehr schade. Falls du mal einen jungen Imperator (Ochsenröhrlingsverwandtschaft) mitnehmen solltest, wäre das sogar kulinarisch relevant, da die mit Alkohol zusammen giftig sind (ob alle, weiß ich nicht, aber manche).


    Ich finde es jedenfalls schade, wenn Röhrlingsbabies - ohne zu wissen, was es ist - gerupft und verspeist werden. (Vor allem dann, wenn es in einem Naturschutzgebiet passiert...)


    LG
    Christoph

    Hallo zusammen,


    nur als kurze Anmerkung zur Nomenklatur, nachdem fast alle hier mittlerweile "Neoboletus luridiformis" schreiben. Ich verwende die Kombination Neoboletus erythropus (Pers.) C. Hahn statt Neoboletus luridiformis (Rostk.) Gelardi, Simonini & Vizzini


    Es gab die Diskussion um Boletus erythropus vs. Boletus luridiformis ja schonmal in den 90er Jahren und da hat sich Boletus erythropus durchgesetzt.
    In der Gattung Neoboletus gilt immer noch, dass der ältere Name Priorität hat. Hier muss man sich in Bezug auf das Epitheton aber auf das Original von Persoon (statt auf Fries) beziehen. Jetzt kann man diskutieren, ob Persoon nicht den Glattstieligen Hexenröhrling als Boletus erythropus beschrieb. Die Originalbeschreibung vereint Merkmale beider, finde ich. Lässt man das dort erwähnte rote Fleisch der Stielbasis weg, trifft es aber den Flocki gut - wegen der explizit hervorgehobenen Schuppen am Stiel. Und es gibt den Flocki auch mal mit rot in der Stielbasis (ganz unten).


    Kurz gesagt: ich verstehe nicht, warum man jetzt wieder auf den jüngeren "luridiformis" zurückwechselt. Warum aber "Boletus luridiformis" Gattungstypus für Neoboletus wurde, ist nachvollziehbar (eine andere Art, z.B. aus Nordamerika, wäre aber besser gewesen), dafür müsste ich aber weit ausholen.


    Insofern bitte bei Gelegenheit die Synonymliste vervollständigen um Neoboletus erythropus - und ich persönlich verwende das jüngere Epitheton luridiformis nicht (aber das kann natürlich jeder halten, wie er/sie mag) ;)


    LG
    Christoph

    Servus beinand,


    ich habe ein ehrenamtliches Kartierungsprojekt in Zusammenarbeit mit dem LBV Fürstenfeldbruck begonnen. Ich untersuche daber Flächen, die vor 10 Jahren renaturiert wurde. Es handelt sich um ehemalige Trockenrasen (mager natürlich), die von Eutrophierung betroffen waren bzw. nur noch Relikte der früheren Pflanzendekce auswiesen. In der Mitte der Fläche wurde zudem Kies abgebaut, wodurch sich eine Kiesgrube ergab, die nun bereits von Kiefern, Birken (etc.) besiedelt wurde.
    Vor 10 Jahren wurde der Oberboden der eutrophierten Bereiche abgetragen, die Fläche mit Mähgut von einem nahegelgenen Trockenrasen bedeckt und somit die Flora neu angesiedelt.
    Durch die Kiesgrube hat sich einiges an typischer Fauna gehalten - wie z. B. die Blauflügelige Ödlandschrecke.


    Jetzt, 10 Jahre nach den Maßnahmen, fange nun ich an, die Pilze der Flächen zu kartieren. Noch ist die Artenliste sehr kurz - ich war jetzt zweimal hintereinander dort, um genauer zu beproben.


    Heute gelang mir dabei wohl ein Erstfund für Deutschland bzw. ein zweiter Fundpunkt überhaupt, da die Art nur vom Typusort bekannt ist (wenn nicht mittlerweilse jemand anders sie auch gefunden hat): Capronia suijae (an Xanthoria parietina, auf dem Thallus). Und das eigentlich nur, weil sonst nichts (fast nichts) anderes da war.


    Hier das Foto der Kollektion (man kann sie da nicht sehen, die Perithecien sind zwischen 40 und 80 µm groß und sitzen etwas versteckt auf dem Thallus - man kann es nur erahnen, wenn man weiß, wo). Weitere schwarze Punkte an den Perithecien der Xanthoria muss ich noch im Lauf der nächsten Zeit beproben. Auf dem Ast ist sicher noch mehr drauf:



    Nachgewiesen habe ich bis jetzt:
    Capronia suijae (der Fund des Jahres?)
    Erysiphe alphitoides (extrem häufig)
    Hygrocybe acutoconica (waren ziemlich hinüber, aber noch bestimmbar)
    Microstroma album (auch sicherlich häufig)
    Rhytisma acerinum (Massenpilz)
    Trichopeziza cf mollissima (unreif, ebenfalls häufig - denke ich zumindest)


    Hier stelle ich Funde und Eindrücke im Laufe der Zeit vor: http://forum.pilze-bayern.de/index.php/topic,1552.0.html


    Warum schreibe ich das alles? Simpel: Ich würde mich freuen, wenn der eine oder andere Spezialist Lust hat, mal mit auf die Fläche zu gehen und mitzukartieren. Ich verdiene keinen Cent daran, alles reines Ehrenamt - Kartierung für den Guten Zweck. Wenn mal jemand zufällig im Lande ist, also im Landkreis Fürstenfeldbruck,zwischen München und Augsburg (ich wohne ja in der Mitte zwischen beiden Städten, in Mammendorf), dann einfach melden. Insbesondere kleines Becherchen auf diversem Substrat sind für mich schwierig, Pyrenomyzeten sowieso - ich habe mich eher mit bitunikaten beschäftigt, aber da gibt es auch so extrem viel... wie eben auch Capronia :)


    Wer Lust hat, mit auf die Fläche zu gehen, um bei der Suche und Bestimmung besonderer Arten zu helfen: einfach melden.


    LG
    Christoph


    Hallo !
    das ist der Hasenröhrling G. casteanus
    Gruß Harry


    Servus Harry,


    der Hasenröhrling hätte weder rosa Rörenfutter noch ein Netz am Stiel - zudem wäre der Stiel gekammert hohl. Das ist ein ganz typischer Gallenröhrling, Tylopilus felleus.


    LG
    Christoph

    Hallo zusammen,


    erstmal vielen Dank für die netten und aufbauenden Antworten, Grüße (usw.). (und Thomas: da werde ich ja ganz rot)


    Bin gerade auf dem Sprung ins Gelände - daher nur dieser Dreizeiler...


    LG
    Christoph

    Servus beinand,


    ich hatte mich noch gar nicht vorgestellt. Da es ein paar kleinere Irritationen bei einzelnen Themen gab, möchte ich das jetzt nachholen.


    Ich bin schon als Kind (gegen den verständlichen Widerstand meiner Eltern) mit Freunden und Nachbarn zum Schwammerlsuchen gegangen und habe diese Zeit zum Glück vergiftungsfrei überstanden. Später habe ich dann wegen des Hobbies Pilze Biologie studiert und mich da auf Mykologie spezialisiert. Mein Schwerpunkt waren die Boletales - so die Kremplinge, aber auch Boletus s.l. (und mehr). Ich habe auch, da ich bei Prof. Agerer "im Stall" war, auch Mykorrhizen beschrieben und viel mit dem unterirdischen Myzel gearbeitet.
    Nebenbei habe ich viel mit Corticioiden und Porlingen gemacht und diese als Bioindikatoren für Waldzustand genutzt bzw. nutzen wollen.
    Promoviert habe ich allerdings über bodensaprotrophe und ektomykorrhizabildende Pilze als Indikatir für Waldnutzung und -zustand. Die Pilze an Holz habe ich nicht für die Promotion verwendet.


    Viel gelernt habe ich im Verein für Pilzkunde München, weshalb ich dann auch versucht habe, dies wieder zurückzugeben, indem ich mich im Verein engagiert habe. Durch viele Kontakte, insbesondere zur jetzigen AMIS (Arbeitskreis Mykologie Inn-Salzach), damals war es noch eine Kartierergruppe, die unter Till Lohmeyers Leitung Raitenhaslach an der Salzach unsicher machte, kam die Idee, eine bayerische Zeitschrift und auch wieder bayerische Tagungen zu organisieren.


    Die Zeitschrift entstand und heißt Mycologia Bavarica und die Tagungen gibt es mittlerweile auch - deshalb wurde dann die Bayerische Mykologische Gesellschaft gegründet, der ich seitdem vorstehe. Mittlerweile wird die Mycologia Bavarica von beiden Vereinen gemeinsam herausgegeben - dem VfP München und der BMG. Und die Mycologia Bavarica ist eine rein ehrenamtliche Zeitschrfit (wie alle von Vereinen getragenen Zeitschriften).
    Ich habe auch versucht, mich dann in der DGfM zu engagieren und war früher PSV-Ausbilder der DGfM, später auch eine Wahlperiode lang Präsident. Mittlerweile bin ich nicht mehr in der DGfM aktiv, sondern nur noch regional aktiv, was mir besser gefällt.


    Da ich zwischendurch den Beruf wechselte - weg von der "Profimykologie" an die Schule ins Lehramt am Gymnasium - hatte ich wegen Referendariat, Probezeit, allgemeiner Einarbeitung (usw.) kaum noch Zeit, selbst aktiv in die Pilze zu gehen. Mittlerweile hat sich einiges stabilisiert und als Beamter habe ich ja jetzt viiiiel Zeit (glauben viele). Dennoch habe ich das Hobby Pilze wieder aktiv aufgegriffen und publiziere wieder mehr, komme auch ab und an in den Wald und ans Mikroskop. Deshalb habe ich auch beschlossen, mich wieder aktiv in Foren / Diskussionen rund um Pilze zu beteiligen. Ich hatte sogar das BMG-eigene Forum zwischenzeitlich nicht mehr betreuen können (inzwischen habe ich es reaktiviert).


    Ich würde mich freuen, wenn ich hier im Forum stressarm und ohne Spannungen oder anderen negativen Begleiterscheinungen teilhaben könnte. Offenbar fühlen sich aber manche User angegriffen oder auf den Schlips getreten, wenn ich irgendwo meine Meinung einbringe. Sei es beim Bereich Naturschutz oder bei dem Thema Leichtsinn in der Küche... Es wurden auch fachliche Anmerkungen als versteckte Kritik aufgefasst. Vielleicht liegt das daran, dass mich manche kennen oder zu kennen meinen und irgendein Bild von mir vor Augen haben. Oder dass manche mich eben nicht kennen und aus meiner Schreibe manchmal Dinge interpretieren, die ich so nicht meine. Oder ich schreibe zu verquer. :/


    Vielleicht ist es auch einfach nur schwierig, sich neu in ein aktives Fprum zu integrieren, da man auch als Konkurrenz für manche alten Hasen angesehen werden könnte. Das wiederum fände ich schade.


    Nun gut. Langer Rede kurzer Sinn: ich äußere - wie wohl alle hier - auch nur meine Meinung und hoffe auf sachlichen Austausch. Ich möchte von der Erfahrung vieler User hier Lernen und dafür auch gerne versuchen, meine Erfahrung einzubringen. Durch letzteres will ich niemanden angreifen oder pikieren. Und ich muss das Forum und die Gepflogenheiten hier wohl noch ein bisserl besser kennenlernen, um nicht so oft anzuecken. Ich hoffe, es gelingt mir.


    In diesem Sinne liebe Grüße,
    Christoph