Beiträge von Tricholomopsis


    Hier hat mir niemand die Essensfreigabe gegeben. Aber niemand hat geschrieben: Stopp - du täuscht dich. Das hat mir dann gereicht.


    Servus Alexander,


    und genau da liegt ja das Problem. Wenn man die Pilze nicht in der Hand hat, sondern nur auf Fotos anschaut, dann ist eine Bestimmung eben nicht Hunbdertprozentig. Und wenn sie dennoch richtig ist, dann kann es sein, dass der Pilz nicht mehr zum Essen geeignet ist, weil zu madig oder irgendwo ein bisserl Schimmel dran ist (usw.).


    Du kennst den Perlpilz nicht hundertprozentig, warst dir aber "ziemlich sicher". Auf welcher Basis? Kennst du die Trennmerkmale zu anderen Arten oder verlässt du dich nur auf das eine Merkmal "rosa"? Das kann auch durch Bakterien ausgelöst werden.


    Natürlich ist es deine Verantwortung, was du isst und was dann mit dir passiert. Ich selber kenne den einen oder anderen Pilz, würde mich aber hüten, eine Bildbestimmung im Sinne einer Pilzberatung machen zu wollen. Wenn man aber eine Bestimmungshilfe gibt, dann eben im Vertrauen, dass diese kein Mosaiksteinchen in Bezug auf "o.k., dann esse ich ihn" ist. Vor allem ist es schwierig, wenn du schreibst "kommt kein nein, dass reicht mir das". So ist es noch gefährlicher. Ich möchte jedenfalls keine "Beihilfe zur Vergiftung" verantworten müssen. Und wenn es nur eine unechte Pilzvergiftung wäre oder eine wegen zu kurzer Kochzeit (Perlpilze sind ziemlich heftig, wenn nicht durchgegart).


    Kurz gesagt:
    Keine Pilzberatung auf virtueller Ebene.


    Und darauf vertrauen diejenigen, die dir in entsprechenden Threads antworten. Sie werden, wenn sie Pilzberater oder Pilzsachverständige sind, teils von dem sie versichernden Verein auch darauf hingewiesen. Zuwiderhandlung kann dann den Schein kosten. Da gab es in der Vergangenheit bereits heftige Diskussionen um PSV in Foren und deren Beteiligung. Letzten Endes werden sich dann wohl, wenn sie merken, dass es doch ums Essen geht, die PSV aus der Diskussion um die Bestimmung raushalten und vor allem Anfänger gut gemeint antworten. Und irgendwann passiert dann doch was...


    Mein Tipp wäre ebenfalls:
    Such Gleichgesinnte, such einen Pilzberater vor Ort (im Frankenwald gibt es doch sicher Pilzberater - es gibt mehrere aktive Arbeitsgruppen / Vereine in Franken) oder wie bereits gesagt: buche einen Pilzkurs. ;)


    LG
    Christoph


    Wünscht mir Glück :giggle:


    Servus "Haufen",


    ehrlich gesagt bekomme ich da die Krise - ich denke, niemand, der dir bei der Bestimmuing helfen wollte, möchte oder wollte die Verantwortung tragen, dir hier eine Online-Pilzberatung gegeben zu haben, also mit Essensfreigabe.
    Wenn du so süchtig nach Speisepilzen bist, dass du Pilze aus einer Gattung, in der einige extrem giftig sind, verspeist, weil du aus dem Internet eine Bestätigung hast, wirst du über kurz oder lang dann in der Klinik landen.
    Wenn in deiner Nähe kein Pilzberater ist, dann investiere doch das Geld und mach mal einen Pilzkurs für Einsteiger. Oder fange langsam an - also mit Röhrlingen - und vor allem: mit guten Pilzbüchern. Lesen hilft fa meist bereits. Die Merkmale des Perlpilzes wirst du in vielen Büchern ausführlich finden.


    Ja, ich wünsche dir Glück - auch bei der aktuellen Mahlzeit. Du hast sogar Babies gesammelt, noch geschlossene Exemplare. Lange wird das wohl nicht gutgehen.
    Viele haben als Signatur den Disclaimer, dass alle Pilzbestimmungen nicht zur Essensfreigabe dienen sollen. Und das hat auch einen Grund. Nur bei 100,00% Sicherheit kann man das Zeugs auch essen (solange es nicht zu madig oder verdorben ist).


    Und noch einen Tipp, den du eigentlich schonmal bekommen hast: wirf doch zu bestimmende Pilze nicht einfach auf einen Haufen, sondern fotografiere sie mal einzeln, auch mit Details (Nahaufnahmen). Dann ist es leichter, bei der Bestimmung zu helfen. Wenn es aber um Essensfreigabe geht, bin auch ich raus. Bei Fotobestimmungen kann man viel zu schnell was falsch machen.


    LG
    Christoph


    Die Bereiften Pfifferlinge haben später durchaus typisch gerötet nach Ankratzen, ich meine mich zu erinnern, daß ich das Verhalten sogar noch irgend jemandem präsentieren wollte.
    Umso interessanter aber, wenn C. ferrugineus wirklich eine eigene Art wäre. Ich hatte da bisher nämlich auch immer gewisse Zweifel, da zB auch C. amethysteus gelegentlich rostrot verfärbt. Wenn auch langsam.


    Servus Pablo,


    wenn, dann ist C. subpruinosus eine eigene Art, denn C. ferruginascens ist der ältere Name (Orton hat den in den 60ern beschrieben, ich glaube sogar 1960, hab's aber grad nicht im Kopf).
    Der Grünschimmer ist anders als bei Russula chloroides - die Leisten sind sehr blass und sind eben sehr kühl creme mit einem Hauch Grün drin. Sieht verrückt aus und ist wohl wirklich eine eher ozeanisch verbreitete Art. Vorarlberg ist deutlich westlicher als meine Ecke.
    C. amethysteus fleckt auch, stimmt. C. cibarius bekommt m.E. nur ganz alt nach sehr langem Liegen solche Flecken. Deshalb war ich schon früher sicher, dass C. amethysteus von C. cibarius gut zu trennen ist. Genetisch sind sie ja inkompatibel - sie haben unterschiedliche DNA-Mengen im Kern, habe aber die Publikation dazu nicht mehr zur Hand.


    LG
    Christoph


    Zitat

    Christoph du hattest geschrieben 2-3 andere außer dem Kahlen. Welcher ist denn der dritte? Ich weiß nur von 2.


    Servus Stefan,


    es gibt die beiden von mir, Paxillus validus und Paxillus obscurisporus. Kurz vor mir (ein paar Wochen früher) wurde Paxillus ammoniavirescens aus Italien beschrieben. Die jeweiligen Paper wurden zeitgleich eingereicht, der italienische früher publiziert bzw. ich war etwas zu langsam. Paxillus ammoniavirescens verfärbt mit Ammoniak auffallend grün. Ich habe alle meine Kremplinge standardmäßig mit Ammoniak behandelt und hatte nie so eine Reaktion.
    Jetzt hat sich nachträglich herausgestellt, dass die ITS von P. ammoniavirescens und die von P. validus quasi identisch ist. Dann hätte mein dicker einen etwas sperrigen Namen, wenn er in die Synonymie käme. Ich hätte nichts dagegen, denn wenn dem so ist, dann ist dem so :)
    Die ITS allein reicht mir aber nicht aus, um bei gleicher Sequenz von Synonymen auszugehen. Wenn mehrere Loci das bestätigen, sehe ich es ein :cool: - so sehe ich (noch) ein südlich verbreitetes Taxon, dass mit Ammoniak reagiert und zweifle die Synonymie noch an. Ich hätte gerne mal so einen Krempling in der Hand (mit Rhizomorphen).
    Und dann stellte sich heraus, dass der normale Kahle Krempling wiederum aus zwei genetisch trennbaren Taxa besteht. Allerdings wurde hier noch nichts morphologisch-anatomisches entdeckt (soweit ich noch up to date bin).


    Kurz gesagt:
    Paxillus validus
    Paxillus ammoniavirescens
    Paxillus obscurisporus
    Paxillus involutus Typ 1
    Paxillus involutus Typ 2


    Und dann hat sich noch herausgestellt, dass der Erlenkrempling auch zwei Taxa sind. Die ganze Erlenkremplingsgruppe wird zurzeit (mit Schwerpunkt Asien) überarbeitet - dann ist auch unser Paxillus rubicundulus dran. Ich kenne den Erlenkrempling in zwei makroskopisch gut trennbaren "Ausführungen", habe aber anatomisch nichts greifbares gefunden und daher damals dort nicht weiter nachgehakt.


    LG
    Christoph

    Servus Ralf,


    Gratulation zu der tollen Wiese. Auf meinen Champignonwiesen in Mammendorf ist leider noch tote Hose. Ich schaue regelmäßig, da ich den Speisepilzsammlern zuvor kommen muss - die hiesigen Wiesenegerlinge sind kaum bestimmbar - die Artengruppe rund um A. campstris hat der Teufel gesehen.


    LG
    Christoph


    Allerdings frage ich mich, was deiner Meinung nach vom Habitus gegen Baeomyces rufus spricht? Die "Köpfchen" sind doch eher braun als rosa. Saurer, magerer Boden passt auf jeden Fall, die Flechte wuchs teils auf blanker Erde, teils auf Gestein.


    Servus Florian,


    wie gesagt, da bin ich selbst unsicher - eine der zwei ist es sicherlich. Ich kenne Baeomyces rufus als Masenpilz/-flechte im Bayerischen Wald auf Granitfelsen, während Dibaeis baeomyces dort wenn, dann auf Erde wächst. Vermutlich bin ich daher eher den kompakten Thallus/Habitus von Baeomyces rufus auf Fels gewohnt.


    Die Fraben auf Fotos können täuschen - da ist das Anschauen vor Ort sicherer. Wenn die Köpfchen auch frisch mehr rotbraun waren, dann ist es natürlich Baeomyces rufus.


    Und es freut mich natürlich, dass auch lichenisierte Pilze hier bei euch auf Interesse stoßen. Ich selbst bin da auch sehr unbeleckt - ich habe bislang nur "ausgewählte" Flechten genauer angesehen. Icmadophila / Dibaeis / Baeomyces gehören dazu, weil meine Ex-Frau darüber (unter anderem) ihre Diplomarbeit geschrieben hat und wir alle drei gezielt gesucht hatten.


    LG
    Christoph
    [hr]


    8_Eine neue Erkenntnis, dass blasse Pfiffis nicht C. pallens sein müssen. Dieser hier -Stiel+Hut blass bei dotterfarbenen (!) Leisten- (C. pallens hätte die auch blass), ist Cantharellus subpruinosus


    Servus Drosophila,


    der Catntharellus subpruinosus ist sogar ganz typisch. Man sieht die gelbe Hutfarbe unter dem weißen Reif auf dem Hut. Der Pilz müsste auf Druck auch deutlich rostbraun bis rostorange flecken, was man hier nicht sieht, da er nicht angefasst wurde (Stiel / Leisten).
    Cabtharellus ferruginascens ist ähnlich, fleckt auch stark, hat aber einen kühlen, grünlichen Schimmer in den Leisten. Früher hatte ich den Verdacht, die beiden seien Synonyme, bis ich letztes Jahr endlich selbst den Orton'schen C. ferruginascens in der Hand hatte (in Vorarlberg) - nachem Jürgen Schnieber ihn auch auf der BMG-Tagung per Vortrag zeigte und da schon auf den Farbton hinwies.


    Zitat

    9_Ist eigentlich aus den dicken Kahlen Kremplingen was besseres geworden?


    Da traue ich mir so vom Bild allein keine Meinung dazu. An den Rhizomorphen kann man die beiden bis drei anderen, "kräftigen" Kremplinge gut vom Kahlen Krempling (der auch mal stattlich werden kann) trennen.


    LG
    Christoph

    Servus Jörg,


    wow, das sieht in der Tat nach Paxillus obscurisporus aus. Hast du den Pilz aussporen lassen? Das Foto hat zwar an den Lamellen Sonnenlicht abbekommen, was den Farbton verändern kann, aber der Rotton ist sehr deutlich. Der Hut ist auch glatter als bei Paxillus validus. Beide können in direkter Nachbarschaft wachsen, da sie wohl ähnliche Standorte bevorzugen. Am Typusort von Paxillus obscurisporus war das nächste Paxillus-validus-Myzel gleich ums Eck. Ich habe aber selbst bisher nur sehr selten Paxillus obscurisporus in der Hand gehabt. Es gibt europaweit nur vereinzelte Nachweise.
    Falls du einen Beleg machst (was sehr gut wäre), kann ich gerne reinsehen. Ideal wäre es, wenn ein paar Rhizomorphen mit dabei wären.
    Paxillus validus ist häufig, Paxillus obscurisporus hingegen offenbar sehr selten.


    Liebe Grüße,
    Christoph

    Servus Stefan,


    okidoki -ich war nur noch ein bisserl verunsichert, da meine Anmerkungen zu den Brätlingen etwas kontrovers ankamen.


    Zitat

    ich nehme die meist vom IF.


    Davon würde ich generell dringend abraten. Der Index Fungorum ist primär eine reine Datenbank über bestehende Namen (wie auch Mycobank) und dadurch extrem wertvoll.
    Nur ist weder der IF noch ist die Mycobank eine gute Quelle für Fragen, welche legitimen Namen Synonyme sind (solange sie nicht auf dem selben Typus basieren, was dann ja per def. ein Synonym wäre). Das hat jetzt aber mit dem Portrait nichts zu tun und ist hier daher Fehl am Platz. Quellen für Synonyme wären mal ein Thema für sich.


    LG
    Christoph
    [hr]
    Nachtrag - habe eben nach ein paar Bildern von Suillus clintonianus gesucht und habe das hier (aus Finnland) entdeckt:
    http://www.funghiitaliani.it/u…/post-3496-1253367241.jpg
    (hier die zugehörige Seite: http://www.funghiitaliani.it/t…-europa-finlandia/?page=4 )


    Das entspricht sehr gut dem, was ich aus Sibirien als Suillus clintonianus kenne. Die Sporen sind übrigens auch größer (im Schnitt soppeltes Volumen, daher in den Maßen Länge-Breite nicht sooo auffallend größer. Misst man genügend Sporen und bildet dann den Mittelwert des Volumens, fällt das auf.


    Bzgl. Flechten: Die würde ich für die Liste aus mehreren Gründen nicht notieren. Zum einen haben wir während der Exkursion nicht gezielt auf sie geachtet und Einzelnamen schönerer Funde wären fehl am Platz, wenn die gängigsten Arten nicht notiert wären, finde ich. Zum anderen ist der Plan, dass die Liste über MykIS in Pilze-Deutschland einfließt und in beiden Programmen werden Flechten nicht berücksichtigt, weshalb die Arbeit zumindest für den Zweck umsonst wäre.


    Ah, o.k. - ich dachte, da ihr die Fotos gezeigt habt und eine Bestimmung ansatzweise versucht wurde ("Hab' versucht sie per Bilder suchen mit Tante Google zumindest Ansatzweise zu bestimmen."), der Name von Interesse wäre. Null problemo...


    LG
    Christoph


    Und dann der erste richtige Pilz, dessen Namen ich nicht kenne:


    Servus Wolfgang,


    der Nabeling sieht spannend aus. Ich meine, auf dem Photo einen Thallus zu erkennen (dunkelgrün). Dann wäre das ein Fruchtkörper einer Flechte, genauer gesagt der Gattung Phytoconis (gehört zu den Hygrophoraceae, ist also keine Omphalina).


    Vergleiche mal deinen Fund mit diesem Bild von Phytoconis ericetorum aus einem italienischen Forum: http://www.funghiitaliani.it/u…8/post-620-1220372399.jpg


    Ich kenne diese Flechte nur von saurem Boden, auch direkt im Moor (aber nicht nur). Die Moose scheinen Säure anzuzeigen (ich traue mir zwar nicht zu, das Polytrichum zu bestimmen, aber es könnte, wenn ich raten müsste, Polytrichum piliferum sein (wegen dem weißen Glashaar an den Blattspitzen, aber wie gesagt, nur geraten, da gibt es weitere Arten).


    LG
    Christoph


    Lieber Pablo,


    ich möchte nur etwas zur Synonymie bemerken (ich hoffe, das ist o.k. - kenne die Gepflogenheiten hier noch nicht so genau).


    Suillus clintonianus meine ich zu kennen - aus dem nördlichen Zentralsibirien. Ich habe da viele sehr dunkel rotbraune Lärchenschmierröhrlinge unter Larix gemlinii (=L. dahurica) gesehen und die sahen anders aus, als die bei uns durchaus vorkommenden, "dunklen Goldröhrlinge".


    Die aktuelle Studie
    Nhu H. Nguyen, Else C. Vellinga, Thomas D. Bruns & Peter G. Kennedy (2016): Phylogenetic assessment of global Suillus ITS sequences supports morphologically defined species and reveals synonymous and undescribed taxa, Mycologia 108(6): 1216-1228
    unterstützt auch genetisch, dass der amerikanisch/asiatische Suillus clintonianus zwar nah mit Suillus grevillei verwandt ist, aber dennoch deutlich davon abgegrenzt ist. Leider wurde kein sibirisches Material in die Studie einbezogen, aber zumindest japanisches Material.


    Ich würde daher empfehlen, die Synonymliste zu kürzen. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Funde von Suillus clintonianus aus Lappland der "echte" asiatisch-amerikanische, rotbraune Lärchenröhrling darstellt. Leider habe ich selbst in Lappland trotz Suche keine Suillus clintonianus gesehen.


    Wie auch immer, die Synonymisierung erscheint sehr fraglich - auch genetisch. ;)


    LG
    Christoph

    Zitat

    Hier die Flechte von dem Erdwall. Hab' versucht sie per Bilder suchen mit Tante Google zumindest Ansatzweise zu bestimmen. Ja, suppi, es ist eine Flechte....


    Was spricht denn gegen Dibaeis beaomyces?


    Icmadophila ericetorum hätte meiner Erfahrung nach kürzere Stiele und kommt nur an Holz vor. Bleiben also nur die Gattungen Baeomyces und Dibaeis übrig. Baeomyces rufus kenne ich meist von Stein, soll aber auch auf Erde wachsen können. Dibaeis rosea hingegen ist typisch an Böschungen.


    Baeomyces rufus sieht für mich auch etwas anders makroskopisch aus (vergleiche die Beschreibung hier: http://www.lichens.lastdragon.org/Baeomyces_rufus.html )


    LG
    Christoph

    Lieber Jürgen,


    deine Mikrobilder der kurzzelligen Hyphen ist sogar regelrecht typisch für Dacrymyces stillatus in der Konidienform. Duhast offenbar das Zwischenstadium erwischt, da du auch bereits reife Sporen hast.


    Als Literatur kann ich da wärmstens epfehlen:
    Göttel G, (1983): Untersuchungen zur Systematik der Gattung Dacrymyces Nees per Fr. (Basidiomycetes); Dissertation an der Univ. Tübingen.
    Dort findest du ausführliche Beschreibungen und auch Mikrozeichnungen dieses Stadiums.


    LG
    Christoph

    Hallo,


    das ist sogar definitiv ein Satanspilz. Das Fleisch ist viel zu blass für andere Rubroboleten - und blaut überall, aber nur schwach. Dann die karminrote Stielfarbe. Da passt alles.


    LG
    Christoph

    Servus Maria,


    die "Ziegenlippe" ist sicherlich keine, sondern ein Rotfußröhrling i.w.S. Ziegenlippen reißen nicht so früh in der Huthaut auf. Da die Risse nicht auffällig rot sind, kann es sogar ein "echter Rotfuß" sein, aber ohne ihn von unten zu sehen, wäre das Kaffesatzraterei.


    Weil du nach den Raufüßen gefragt hast:
    Leccinum durisuculum, der Pappelrauhfuß (sofern er einer ist) rötet und blaut im Fleisch und wird schließlich graurosa (deutlicher Grauton), während Lecinellum carpini im Fleisch über Grauviolett nach Schwarz verfärbt. Er hätte auch einen viel runzeligeren Hut.


    Bei Röhrlingen ist es sehr sinnvoll, diese zu halbieren und die Fleischverfärbung zu fotografieren.


    Ich selbst habe Leccinum duriusculum schon lange nicht mehr gefunden. Im Mittelmeerraum ist er häufiger, in Oberbayern zumindest sehr selten.


    LG
    Christoph

    Servus Holger...


    Zitat

    17. Geflügelte Sporen von etwas Schwarzen, das auf etwas Braunem wächst. Das Braune waren wohl Fichtenzapfen. Mehr weiß ich nicht. Irgendwer hat mir den Namen gesagt, weiß aber nicht mehr wer.


    Phragmotrichum chailletii - sehr häufig an Fichtenzapfen (vor allem im Frühjahr)


    LG
    Christoph


    Nein, lies doch mal Deinen und meinen Text nocheinmal.


    Hab ich gemacht. Und jetzt?


    Das hilft mir nicht über meine Verständnisprobleme hinweg, die ich erläutert habe. Ist aber auch nicht weiter schlimm. Dann haben wir eben eine unterschiedliche Auffassung, was Artenschutz bei Pilzen bedeutet und was das Pilzesammeln an sich betrifft. Das ist legitim, wir leben in einer Demokratie. Ich mag Pilze <3 auch (oder besonders) jenseits der Pfanne und das lasse ich mir auch nicht nehmen ;)


    LG
    Christoph


    Ich war zwar mehrere Jahre an einer UniversitÄt als Wissenschafter angestellt, aber ich bin leider kein Deutschlehrer.


    Sorry, für mich ist halt der Ausdruck "wissenschaftlich bewiesen" ein Totschlagargument, das zudem eben rein sachlich nicht einmal stimmt. Deshalb wollte ich nur klarstellen, dass Naturwissenschaften Thesen aufstellen, die - selbst wenn sie sehr plausibel sind - nur Thesen sind. Diese Sichtweise erspart oftmals Streit. In Diskussionen geht es - so mein Eidruck - oft um "Wahrheiten". Nach dem Motto "so ist es und damit basta!". Würde man statt Wahrheiten über Thesen diskutieren, wäre viel Sprengkraft aus der Diskussion draußen, finde ich.
    Die Schweizer Studien (um bei dem Beispiel zu bleiben) werden m.E. leider oft als Totschlagargument verwendet. Deshalb mein Einwurf, ob man dem (Totschlag)Argument folgend auch bedenkenlos Rote-Liste-1-Arten verspeisen "darf". Das würde aber diesen Thread sprengen, fürchte ich.


    Zitat

    Dazu kann ich nur knapp sagen: Die UmstÄnde und Voraussetzungen zur ZerstÖreung oder NichtzerstÖrung eines Mycels können nicht abhÄngig von dem Aussmass der Seltenheit festgemacht werden.


    Und genau darum ging es mir nicht. Ich beziehe mich auf die Verbreitung einer Art, also um die Begründung neuer Populationen, was bei rückläufigen Arten m.E. nicht noch erschwert werden sollte. Gerade diese sollten auch neue Myzelien bilden können. Jedenfalls meiner Meinung nach - kannst du auch gerne anders sehen.


    Zitat

    Jetzt hingegen empfinde ich mit der Wortwahl "Mykophagie" das ganze schon bedenklicher.


    Was bitte sehr ist an Mykophagie bedenklich? Ich bin im Frühjahr selber Mykophage - ich liebe Morcheln und sammel die auch. Falls du erklären würdest, was daran bedenklich sein soll, könnte ich deine Aussagen besser verstehen. So erscheint mir deine Reaktion nur ziemlich aggressiv zu sein.


    Zitat

    Ja mann kann sich das Recht nehmen alles auszusprechen was man sagen will, aber derjenige der immer sagt was er denkt ist kein Diplomat, und nur Diplomaten sind in der Lage Kriege zu vermeiden. Na so weit sind wir ja nicht.


    Sorry, aber Kriegsrhetorik in einem normalen Forum rund um Pilze finde ich ehrlich gesagt daneben. Herrscht hier Krieg und muss man den vermeiden, indem man immer diplomatisch ist? Das kann ich mir nicht vorstellen. Vielleicht lebe ich da in einer anderen Welt. Für mich ist die Mykologie ein tolles Hobby und ich verbinde das durchaus auch mit Naturschutzgedanken und Gedanken zur Nachhaltigkeit. Mache ich eben. Was das aber mit Krieg und Kriegsvermeidung zu tun hat? Verstehe ich einfach nicht.


    Zitat

    Ich wÜrde aber generell noch einen persÖnlichen Kommentar abgeben.


    Ich bin nicht davon Überzeugt, dass es ein guter Entschluss ist als Veretreter einer mykologischen KÖrperschaft (wenn ich mich nicht irre) sich so eindeutig gegen eine erlaubte AusÜbungung folgend einer naturrechlichen Rechtsvorschrift eines Landes zu wenden welche ausdrÜcklich den Genuss von Boletus Aereus erlaubt und das Sammeln eines jeden anderen Pilz bis zu drei Exemplaren erlaubt.


    Und erneut verstehe ich dich nicht. Ich stehe einem Verein vor, ja (kei8ner Körperschaft) - und dieser Verein setzt sich auch für Naturschutz ein - sonst wäre ich nicht Teil dieses Vereins. Nur schreibe ich hier als Privatperson.


    Ich verstehe auch nicht, warum du dich auf Boletus aereus beziehst. Ich habe mich jedenfalls nicht ein einziges Mal auf diesen Steinpilz bezogen. Und gegen welche erlaubte Ausübung einer naturschutzrechtlichen Rechtsvorschrift habe ich mich denn ausdrücklich gewendet?


    Verwechselst du irgendwelche Beiträge?


    Dass mir persönlich dokumentarische Fotos von Pilzen besser gefallen als Trophäenbilder reichhaltiger Pilzbeute ist meine private Einstellung. Andere mögen das anders sehen.


    Dass mir "das Herz blutet", wenn ich einen an der Stielbasis abgeschnittenen und im Hut quergeschnittenen (Madentest?) Blauenden Königsröhrling auf einem Tisch sehe - und das im Kontext mit Trophäenfotos, ist ebenfalls mein gutes Recht. Das lasse ich mir von dir auch nicht ausreden.
    Dass ich kritisch angemerkt habe, wie selten diese Art ist, mag dich stören - dennoch finde ich, solche Fragen stellen und solche Anmerkungen machen zu wollen.


    Deine Aggression bestätigt mir eher, dass ich einen wunden Punkt getroffen habe. Ich sehe mich, um auf dein "nettes" Argument des Verinesvoristzes zurückzukommen, eher in der Pflicht, dass beispielsweise Pilzberater dieses Vereins auch auf Nachhaltgkeitbeim Pilzsammeln achten sollten. Insofern sehe ich nicht einmal eine Kollision meiner Privatmeinung mit der "Politik", die ich innerhalb des Präsidiums der BMG vertrete.


    Zudem hat es sich ja geklärt - die Frau des Threaderstellers hat versehentlich diesen extrem seltenen Röhrling gesammelt, die Stielbasis weggeschnitten (usw.) - und danach hat sich erst der Wert des Fundes gezeigt. Kann passieren, kein Problem - trotzdem eine Fundmeldung und ein Beleg.


    Wäre der Eröffnungsbeitrag nicht so zweideutig/missverständlich geschrieben worden, hätte ich wohl gar nichts dazu geschrieben (bis auf Anmerkungen zur Bestimmung).


    Deine Reaktion bestätigt mich aber darin, dass ich einen Kommentar gesetzt habe. Ich sehe nicht nur Biotopschutz, sondern durchaus auch Artenschutz als werttvoll an. Das kann man diskutieren - pro und kontra - und sachlich. Aber im Moment scheint das nicht zu gehen. Schade eigentlich.


    Pilzsammeln und Naturschutz müssen sich nicht ausschließen. Wenn aber Pilzsammler aggressiv auf Gedanken des Arten- und Naturschutz reagieren, dann wird leider dieser Eindruck erweckt. Und das fände ich schade.


    LG
    Christoph


    Klarer Fall, sowas hatte ich noch nie in der Hand. Interesse habe ich ja nach wie vor, den UNterschied in den Hyphen werde ich schon erkennen und ein Klassischer P. leptocephalus liegt bereit zum Direktvergleich.
    Zur Not musst du eine Münze werfen, Josef. ;)


    Lieber Josef,


    dann spar dir das Münzenwerfen. Ich kenne Polyporus tubaeformis ja aus eigener Anschauung, während Pablo ihn noch nicht in der Hand hatte. Insofern würde sich Pablo sicherlich mehr darüber freuen, ihn untersuchen zu können. Schick ihn daher ruhig an Pablo ;) - und falls @Pablo Fragen haben sollte zu Mikromerkmalen, kann er mich gerne kontaktieren (oder hier öffentlich nachhaken).


    Der Thread zeigt im Übrigen, dass selbst in vermeintlich leichten Gattungen meist mehr Arten enthalten sind, als man meint und auch solche Gattungen spannend sein können. Genauso wie mit der Gattung meines Nicknames - da gibt es aktuell fünf anerkannte Arten in Europa - und das ist die Untergrenze. Die "gängigen" Bücher nennen meist nur zwei davon. Auch hier gehen viele spannende Funde wegen populärer Literatur "durch die Lappen". Das ist das gute an Foren, in denen frei diskutiert werden kann.
    Und ein Tipp zum Schluss: aberrante, nicht einfach bestimmbare Fruchtkörper sollte man nie zu schnell wegwerfen - lieber als Beleg aufbewahren, denn gerade solche Kollektionen stellen sich gerne mal im Nachhinein als kleiner Schatz heraus. :cool:


    LG
    Christoph (und Gratulation zu dem Spitzenfund)


    1. es ist wissenschaftlich bewiesen, dass ordentlich-schonende Ernte von Pilzen in keiner Weise oekologisch relevant sind.


    Hallo Jorge,


    wissenschaftlich bewiesen schließt sich begrifflich gegenseitig aus. In der Mathematik wird bewiesen, in den Naturwissenschaften werden Thesen aufgestellt und deren Plausibilität geprüft. Du beziehst dich bermutlich auf die Schweizer Studien? Die wurden nicht mit extrem seltenen, rückläufigen Arten betrieben.
    Wäre dem so, könnte man auch bedenkenlos Rote-Liste-1-Arten essen, da das diese nicht schaden würde. Aber das ist ein anderes Thema.


    Zitat

    2. ein grosser Teil der Forumsteilnehmer nutzen dieses Forum um auch mal stolz Ihre Funde zu zeigen, das ist doch völlig normal und nicht abzulehnen.


    Was für wen abzulehnen ist, bleibt Meinung des Einezelnen. Ich persönlich habe nichts gegen Mykophagie, solange maßvoll und nachhaltig gesammelt wird (ohne jetzt den konkreten Beitrag zu meinen). Zudem bin ich ein Pilzliebhaber (Amateur im Wortsinn) - und da ich Pilze liebe, tut mir ein Butyriboletus fuscoroseus, der abgeschnitten neben Speisepilzbergen herumliegt, ein bisserl weh. Und das Recht dazu nehme ich mir einfach.


    Zitat

    3. was soll denn da schlimm sein: seltene und legal gesammelte Pilze zu posten führen vielzuoft zu Neid-Reaktionen.


    Ich jedenfalls verspüre keinen Neid. Ich freue mich, wenn jemand einen tollen Fund macht. Warum ich aber emotional nicht begeistert war, habe ich ja beschrieben. Und ja, ich habe Butyriboletus fuscoroseus selbst mehr als einmal gefunden - in Deutschland. Und hätte ich ihn noch nie in Händen gehabt, wäre ich auch nicht negativ neidisch.


    Zitat

    Wir sind doch keine Teenies die auf Facebook einen Shitstorm auf Andersdenkende entfachen wollen.


    Ich sehe keinen Shitstorm, sondern eher eine sehr empfindliche Reaktion auf kritisches Nachfragen. Jeder rezipiert Texte eben anders.


    Servus Heidi...


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    Du weißt was ein Frauenschuh (Paphiopedilum) ist?


    Ja, ich weiß, was ein Cypripedium ist. Jedenfalls kein Paphiopedilum, denn das ist die Gattung Venusschuh (macht aber nichts). Bei mir ist Cypripedium calceolus deutlich häufiger als Butyriboletus fuscoroseus und zudem weniger gefährdet, da es hier in der Nähe (zum Glück) Massenbestände in einem großen Naturschutzgebiet gibt, während die wenigen Fundpunkte von Butyriboletus fuscoroseus, die ich kenne, keinen Schutzstatus genießen - und wenn die Buchen geerntet werden, dann...


    Orchideen wurden früher wirklich gegessen. Ich hätte auch Knabenkräuter schreiben können. Deren Wurzelsystem ist stärkehaltig. Ich weiß nicht, ob es wirklich giftige Orchideen gibt, lasse mich da aber gerne eines besseren belehren. Und meines Wissens ist der Frauenschuh nicht giftig - es sollte aber keine Aufforderung zum Verzehr sein, denn das war ein reines Bild.


    Frauenschuh ist bei mir häufiger - wie geschrieben - und kein normaler Mensch käme auf die Ideen, Frauenschuhblüten als Salatdeko zu nutzen. Die Parallele, die ich meinte, ist, warum dann manche auf die Idee kommen, stark gefährdete und extrem seltene Pilze essen zu müssen. Auch das Zupfen von Frauenschuhblüten gefährdet den Bestand nicht direkt, erschwert aber die Verbreitung - wie das Ernten der Fruchtkörper ( Jorge - die schweizer Studie bezieht sich nur auf die vorhandenen Myzelien und deren Fruktifikationsrate, nicht auf die Ausbreitung der betroffenen Arten - sie ist kein Freibreif zum Pilzesammeln).


    Jetzt hat sich zumindest geklärt, dass die Intention des Threadstarters eine nicht rein mykophagische ist. Ich finde/fand den Beitrag dennoch sehr zweideutig formuliert und es beruhigt mich, dass hier auch andere in Bezug auf schützenswerte Arten sensibilisiert sind.


    Man hätte das auch in aller Ruhe klären können. Beim Thema Pilzesammeln und Essen scheint aber Sachlichkeit leider oftmals zu fehlen.


    LG
    Christoph

    Servus Josef,


    jetzt sieht es wirklich wie ein typischer Polyporus tubaeformis aus. Jetzt fängt der Hut an, Richtung Kastanienbraun zu verfärben, wie ich vermutet hatte. Schöner Fund!
    Das Angebot, reinzumikroskopieren, steht noch, aber da die Art leicht bestimmbar ist, kann das jeder mit Mikroskop machen (mit der richtigen Literatur).


    LG
    Christoph

    Servus Brasella,


    ich meine, ganz oben am Stiel im gelben Bereich ein feines Netz zu erahnen, was Neoboletus erythropus ausschließen würde. Neoboletus erythropus kann rot in der Stielbasis sein (ein Kriterium, welches wichtig in Bezug auf die Interpretation der Originalbeschreibung ist, denn da ist es erwähnt), aber so deutlich wäre schon sehr untypisch.


    Mich würde es nicht wundern, wenn die Zellwände im Fleisch etwas amyloid wären und es sich als Suillellus rausstellen würde. Am Bild allein ist das halt schwierig...


    LG
    Christoph

    Servus Jörg,


    Paxillus validus sieht gut aus - die Huthaut zeigt auch die Tendenz, wie ein Erlenkrempling (Paxillus rubicundulus s.l.) in Areolen aufzureißen. Ich vermute, dass die Lamellen das alten Fruchtkörpers eher hell ockerbraun und nicht tief rotbraun waren (dann wäre auch Pxillus obscurisporus möglich, der aber viel seltener ist).


    LG
    Christoph