Beiträge von Tricholomopsis

    Servus Nico,


    Bild 2 dürfte Macrolepiota (procera var.) fuliginosa sein, 3, 4, 5 und 6 wie von dir schon geschrieben auch Parasole i.w.S.
    Bilder 7, 8, 9, 10 sehen seltsam aus. Da sage ich so erstmal nichts dazu.


    Die restlichen Bilder sehen wieder sehr nach dem Macrolepiota-procera-Aggregat aus. Es ist sicherlich nicht Macrolepiota procera s.str., aber wohl irgendwas aus dem Dunstkreis. Ich gehe davon aus, dass sich die Stiele noch strecken werden und dann genattert sein werden. Aber ohne die genaue Sporenpulverfarbe sage ich da nichts dazu (also um welche Art es sich genau handelt).


    LG
    Christoph

    Servus mentor2010,


    Gliophorus kann man auch m.E. ausschließen. Der Stiel ist, wie schon bemerkt wurde, lämngsrillig. Das passt gar nicht. Ich meine auch, an der Stielbasis eines Fruchtkörpers eine leichte Schwärzung zu sehen.


    Hygrocybe phaeococcinea kann man auch ausschließen, denn dafür fehlt die schwärzliche Oberhaut am Hut.


    Ich würde fast vermuten, dass die Sporen recht länglich sind und es sich um eine Hygrocybe conicoides handeln dürfte. Der Standort auf Sanddüne(?) würde auch passen. Hygrocybe conicoides schwärzt kaum, das kann man übersehen. Die Lamellen sind zwar meist orangerot, aber das muss nicht stark ausfallen. Und der Stiel kann durchaus rot sein. Hygrocybe conicopalustris (bzw. Hygrocybe riparia var. conicopalustris) oder auch Hygrocybe riparia s.str. wärena uch mögliche Kandidaten, aber da passt der Standort nicht. Ganz ohne Mikroskopie wird es vermutlich nicht gehen...


    LG
    Christoph

    Servus Pablo...



    Diese Studie:
    A phylogenetic study of Boletus section Boletus in Europe  
    D.C.M. Beugelsdijk, S. van der Linde, G.C. Zuccarello, H.C. den Bakker, S.G.A. draisma, M.E. Noordeloos
    von 2008 war's glaube ich...


    Ah, die Studie kenne ich. Da wurde ja auch gezeigt, dass Boletus marmorensis Redeuilh doch ein Synonym von Boletus aereus ist. Was den Birkensteinpilz angeht, wurde da aber, wenn ich mich recht erinnere, nicht der Typus sequenziert. Ich werde das bei Gelegenheit aber nochmal nachlesen.


    Zitat

    Das mit dem gomerischen, oraangenen Ziestrosensteinpilz war mir noch gar nicht bekannt. :)
    ist ja witzig. Und ich dachte schon, daß diese var. citrina / Boletus persoonii so anders aussieht, mit diesen Gelbtönen die im Grunde ja einigermaßen ungewöhnlich für Boletus edulis sind.


    Der ist nicht gelb, sondern leuchtend orange (wächst aber auch unter Castanea sativa in Italien). :) Der Fichtensteinpilz kann zwischen fast schwarzhütig (das ist Boletus betulicola ss. Korhonen, kenne ich aus Norwegen) über braun bis rotorange zu orange über gelb bis blassgelb hin zu weiß variieren. Den Sommersteinpilz kenne ich auch fast schwarzhütig bis rothütig, braunhütig, blass-falb und sogar grauhütig...


    Zitat

    Irgendwie geht's mir da ja wie mit den Leccini: Da wurde ja auch vieles nach genetischen Untersuchungen zusammengelegt, wo ich dennoch sehr skeptisch bin, ob das tatsächlich auchjeweils eine art ist.


    Bei den Leccini wurde leider (m.E.) viel Unsinn getrieben und manchze Synonymisierungen sind nicht durch die Typusbelege abgeklärt. Zudem löst ITS2 allein einfach nichts auf (und das zweite Gen ist zu konservativ, löst auch nicht auf). Dass ein Mikrosatellit gefunden wurde, war stark von dan Bakker, aber die taxonomischen Rückschlüsse sind extrem dünn, finde ich. Leider sind die Leccini seitdem quasi tot, da kaum noch jemand sich damit auseinandersetzt. Auch die Ployplodiestufen fanden keine Berücksichtigung in der Studie zu den Leccini.


    Bei Boletus s.str. sieht es schon etwas anders aus. Allerdings ist da auch nicht gesagt, ob nicht weitere Arten versteckt existieren. Das kann man ja nie wissen. Boletus marmorensis hatte mich überrascht, da Redeuilh sehr ausführlich begründete, warum das für ihn kein Boletus aereus ist. So bleiben vorerst vier Arten an Steinpilzen für Europa übrig.



    Servus beli...


    Zitat

    Habe in Kroatisch und Italienisch Website gefunden das Sporenform von B. betulina ist etwas anderes als bei B. edulis und aestivalis . Auch das muss nicht unbedingt lange schlanke Stiel haben . Schreibt das auch unterscheid zwischen betulina und aestivalis ist in Röhrenfarb , erste hat braunrötlich zweite etwas nach grünliche spuren in alter .


    Das sind alles Interpretationsversuche - Boletus betulicola in wessen Sinn? Und ob das, was in Italien und Kroatien wächst, das ist, was Vassilkov aus Sibirien beschrieben hat (ich weiß nicht mehr im Kopf, wo der Typusfundort ist, nicht alle stammen aus Sibirien, aber doch einige). Das mit dem schlanken Stiel ist halt so auf der Originaltafel bei Vassilkov abgebildet. Dass die Makroskopie aber variabel ist, ist ja auch bei den klassischen vier so. ;)


    LG
    Christoph


    "Boletus betulicola" ist keine eigene Art, sondern nur eine Wuchsform des >Fichtensteinpilzes<. es hat sich herausgestellt, daß "Boletus betulicola" genetisch nicht von Boletus edulis zu trennen ist. Morphologisch gibt es nach meinen Beobachtungen eh alle Übergänge, aber wenn man mal die "forma betulicola" betrachtet, dann passt das nicht wirklich zu diesem Pilz. Das müsste ja ein eher schlankstieliger Pilz mit sehr feinem, oft nur rudimentärem Netz sein.


    Servus Pablo,


    ganz so einfach ist es nicht ;) . Ich habe den Typusbeleg von Vassilkov studiert - er hat "Boletus edulis fm. betulicola" aus der ehemaligen Sowjetunion beschrieben und Material hinterlegt. Der Beleg ist aber so kaputt, dass es meines Wissens nicht gelang, ihn zu sequenzieren (sehr heiß getrocknet, hart wie Stein).


    Später wurde in Finnland der Fichtensteinpilz unter Birke als Birkensteinpilz interpretiert. Entsprechendes Material gruppiert sich im Stammbaum natürlich unter die Fichtensteinpilze.


    Was bei uns teilweise unter Birke wächst und habituell auch zur Originaltafel von Vassilkov passt, ist gerne ein zierlich-schlanker Sommersteinpilz.


    Ob Vassilkov nun einen Fichten- oder Sommersteinpilz in Händen hatte, als er ihn beschrieb, dürfte nicht klar sein. Der Typusbeleg war auch kaum mirksokopierbar und zu jung für Sporenmaße. Vassilkov hatte alles unter Boletus edulis laufen lassen (als formae). So ist sein Boletus edulis fm. praecox als Beispiel ein Kiefernsteinpilz, also Boletus pinophilus. Ich hatte alle Typusbelege (aus Sankt Petersburg) angesehen und versucht, zu mikroskopieren. Schwierig... Alle ziemlich hinüber.


    Solannge man es nicht schafft, die DNA aus den Typen zu regenerieren, würde ich den Namen einfach fallen lassen (nomen dubium). Falls du aber eine Literaturstelle hast, in der es gelang, die DNA aus dem Typus rauszukitzeln, wäre ich sehr neugierig. Ich hatte die Steinpilze dann aus dem Fokus genommen und länger nicht mehr analysiert. Selbst die auffallend orangeroten Zistrosensteinpilze, die auf Gomera häufig sind, sind Fichtensteinpilze (anatomisch und genetisch). Sowohl Boletus edulis als auch Boletus aestivalis sind sowas von variabel...


    LG
    Christoph

    Servus Heidi,


    natürlich ist Hydnum repandum blasser, dickfleischiger, nicht so deutlich zentral gestielt und auch laufen bei ihm die Stacheln deutlich herunter - Hut und Stiel sind nicht so voneinander abgesetzt, während bei Hydnum rufescens s.l. die Fruchtkörper dunkler orange sind, der Stiel eher zentral ansitzt, Hut und Stiel voneinander abgesetzt sind und die Stacheln, die übrigens gerne abgeplattet sind, nicht herablaufen (bzw. nicht deutlich).


    Nur ist eben "der" H. rufescens nicht eine, sondern ca. 4 Arten, von denen zwei bei uns häufig sind. Deine makroskopische Erfahrung stimmt, nur verbergen sich unter deinem Konzept von Hydnum rufesecens mehrere Arten, so auch beispielsweise Hydnum ellipsosporum. Es geht mir also nicht um die Abgrenzung zwischen dem klassischen Semmelstoppelpilz von "dem" rötlichen (der mehrere Arten enthält), sondern um das Feinaufdröseln "des" rötlichen. ;)


    Deswegen meinte ich ja, dass der Zusatz s.l. hinter Hydnum rufescens alles löst. Die Unterscheidung zwischen Hydnum repandum und Hydnum rfuescens s.l. ist genau so, wie du es beschreibst und kennst. Nur innerhalb von Hydnum rufescens s.l. geht es ohne Mikroskop nicht mehr weiter.


    LG
    Christoph


    ich sehe einen kleinen Semmelstoppler. Für mich ist der kleine Semmelstoppler Hydnum rufescens. Weil er einfach zierlicher im Habitus ist.


    Servus Heidi,


    sehe ich ja genauso, solange du dich nicht auf Arteben bewegst. Man kann Hydnum rufescens auf Arteben eben leider nicht makroskopisch bestimmen. Letzten Endes wäre es völlig egal, wenn nicht in den Kartierungsdatenbanken bei so einer häufigen Artengruppe dann nicht sehr viele falsch bestimmte Kollektionen als Hydnum rufescens abgelegt würden. Das verwässert dann völlig die Verbreitungsinformation des echten Hydnum rufescens.


    Ich bezweifle beispielsweise, dass du Hydnum rufescens und Hydnum ellipsosporum (um nur eine weitere, nicht seltene Art des Aggregats zu nennen) unterscheiden kannst.


    Für die kulinarische Verwertung ist es egal, sobald aber kartiert wird, nicht mehr. Deshalb weise ich auf solche Probleme hin. Zierlicher im Habitus reicht halt nicht mehr für die Bestimmung (auch nicht die weiteren makroskopischen Trennmerkmale zu Hydnum repandum). Ich kann Hydnum ellisposporum auch nicht makroskpisch von hydnum rufescens trennen und muss jede Kollektion mikroskopieren, wenn ich einen Artnamen nenne will.


    Mein Vorschlag:
    schreib beim wissenschaftlichen Namen einfach ein s.l. dahinter. Oder man verwendet nur den deutschen Namen. Es weißp auch jeder, dass "der Hallimasch" nicht Armillaria mellea s.str. sein muss und "der Birkenpilz" oder "die Rotkappe" auch Aggregate und nicht Einzelarten meint. ;)


    LG
    Christoph

    Servus Peter,


    s.l. ist nur die Abkürzung für "im weiteren Sinne". Insofern ist Hebeloma crustuliniforme s.l. oder Hebeloma crustuliniforme agg. als Name gut geeignet.


    Die Unterscheidung zwischen Art und Aggregat klingt erstmal etwas kleinlich (z. B. auch bei Hydnum rufescens, der auch eie Artengruppe ist, die makroskopisch nicht auf Artebene bestimmbar ist), aber für die Kartierung ist es wichtig, ob Meldungen im engen Sinn oder im weiteren Sinn gemeint sind. In Büchern wird man s.l. meist nicht finden (oder höchstens beim Hallimasch, wo schon länger klar ist, dass nicht alles Armillaria mellea s.str. ist).


    LG
    Christoph

    Servus Snuggles,


    Lacktrichterlinge haben keine so ausgebuchteten Lamellen (deshalb heißen sie ja auch Trichterling, weil die Lamellen eher herablaufen). Dann hätten sie dickere Lamellen, die aber nicht braun sind (daher der Verweis auf die Sporenpulverfarbe). Ich kenne auch keinen Lacktrichterling mit so messinggelben Stielfarben. Schleierling als Gattung ist hier sicherlich unstrittig.


    LG
    Christoph


    Bei 123 ist C. cystidiatus gelistet, der Geruch wird da als "spermatisch" beschrieben (altersunabhängig ???) und Geschmack als "mild" (ohne Mehl-Gurke???) und vom Sammeln wird abgeraten wg. (noch größerer ???) Verwechslungsgefahr mit Clitocybe??? ( wg. des Geruchs ?).


    Servus abeja,


    der Artrang von Clitopilus cystidiatus ist umstritten, insbesondere da sich die Cystiden nicht als geeignetes Trennmerkmal herausstellten. Toni Hausknechzt ist dennoch von der Art überzeugt, zumal es ja weitere Merkmale gibt. Irmgard Krisai-Greilhuber geht auch von der Eigenständigkeit aus (und wir haben im Gelände direkt darüber diskutieren können - deshalb weise ich auf diese Art hin, zur Information).
    123Pilze ist keine geeignete Quelle, um bei relativ jung beschriebenen oder kritischen Arten als Referenz zu gelten (sehe ich jedenfalls so). Da verlasse ich mich lieber auf die Gattungsspezialisten und nicht auf Fotosammlungen aus dem Netz.


    Der Hinweis mit der Verwechslungsgefahr ist allerdings gar nicht so verkehrt, denn bei typischen Cl. cystidiatus bleiben die Lamellen recht lang weiß.
    Das mit dem spermatischen Geruch ist so eine Sache. Der Mehl-Gurken-Geruch kann auch beim normalen Mehlräsling zu spermatisch umschlagen - das liegt auch ein bisserl an der Nase des Riechenden. Ich kann keinen Geruchsunterschied feststellen.


    Ich finde das, was ich als Cl. cystidiatus ansehe, mehr auf Kalk als Begleiter/Parasiten(?) von Suillellus luridus, während ich den "echten" Mehlräsling mehr auf sauren Böden als Begleitet/Parasiten(?) des Steinpilzes kenne.
    Cl. cystidiatus hat einen deutlich graueren Hut (schon jung) und eben die länger weiß bleibenden Lamellen - und zudem inkrustierte HDS-Hyphen.


    Inwieweit all diese Merkmale konstant sind, kann ich nicht beurteilen. Da hilft nur die Beobachtung vieler und kritisches Hinterfragen. Den Speisewert kenne ich aber, da ich ich ihn schon des öfteren gegessen habe (und nicht nur ich). Solange man keine Laubfreundtrichterlinge mitsammelt, ist er m.E. ein Speisepilz mit gleichem kulinarischen Wert wie der normale Mehlräsling.


    LG
    Christoph

    Zitat


    Selbst wenn die rote Schicht verblasst, ist es noch lange kein richtiges Gelb. Man findet immer noch einen Rotanteil! Ich habe noch keine Netzhexe gefunden, wo der Röhrenboden so gelb war, wie beim Flocki.


    Servus Uwe,


    es gibt Suillellus luridus auch von Anfang an ohne rote Linie und dann rein gelb am Röhrenboden. Solche Fruchtkörper wurden als Fehlinterpretation früher auch als Boletus caucasicus bezeichnet, wobei Singer mit seinem "original"-caucasicus recht sicher was anderes meinte. Ich habe schon mehrfach Netzhexen ganz ohne rote Linie gesehen. Manchmal findet man auch Fruchtkörper, wo das Rot nur an einem Teil des Röhrenbodens zu sehen ist. Er ist da sehr variabel.
    Umgekehrt hat auch Suillellus mendax gern den roten Röhrenboden und auch bei Suillellus queletii kann er auftreten. Insofern ist selbst der rote Röhrenboden, wenn vorhanden, noch nicht allein ein Kennzeichen von Suillellus luridus. Und ist der Röhrenboden nicht rot, können es sehr viele "Hexenröhrlinge" (und eben sogar Suillellus luridus).


    Servus liebling...


    Zitat

    Dann ist das hauptunterscheidungsmerkmal von flockenstieligen zum netzstieligen nur der stiel? Oder gibt es da auch andere.


    Der Stiel allein ist es nicht, wobei die Flocken schon auffällig sind. Flocken hat aber auch Suillellus mendax (das Netz ist bei dem sehr variabel). Der Flocki ist beispielsweise im Fleisch inamyloid, die Arten der Gattung Suillellus amyloid. Der Flocki ist häufig braunhütig, was ich bei Suillellus nicht kenne. Das Fleisch der Stielbasis kann zwar auch beim Flocki rot sein, ist es aber selten, bei der Netzhexe immer. Der Flocki hat an der Stielbasis einen derben Hyphenfilz, aber keine richtigen Rhizomorphen - man muss da ewig suchen, bis man eventuell eine boletentypische Rhizomorphe findet, während bei der Netzhexe die Stielbasis Rhizomorphen aufweist, dafür nicht rundum filzig ist. Es ist also immer eine Kombination mehrerer Merkmale (so gibt es auch Netzhexen ohne Netz, also glattstielige Netzhexen, die dennoch nicht Suillellus queletii sind).


    LG
    Christoph


    LG
    Christoph

    Servus beinand,


    "pinicola" heißt "Kiefern besiedelnd". Insofern wäre das quasi ein "echter" Fomitopsis pinicola (und ich sehe auch nichts anderes in dem ersten Porling).


    LG
    Christoph

    Servus Peter,


    Fälbling stimmt, "der Tonblasse Fälbling" ist aber ein Artenaggregat, das makroskopisch nicht (bzw. nur bei wenigen Arten) auseinanderzudröseln ist. Es ist also einer der über 30 Arten, die tränende Lamellen haben und blass sind ;-).


    LG
    Christoph

    Hallo Sampi


    Zitat

    Ich meinte schon speziell den Fälbling. Dieser sieht dem Ellering doch recht ähnlich zu sein und weist ebenfalls den hohlen Stiel als Merkmal auf. Also ein weiterer Doppelgänger für mich als Laien.


    Fälblinge haben keine herablaufenden, sondern ausgebuchtete Lamellen und haben braunes Sporenpulver, also auch keine weißen Lamellen. Deine Ellerlinge sehen Fälblingen dermaßen unähnlich, dass man nicht von Doppelgängern reden kann. Ich würde ebenfalls dringend raten, vor kulinarischen Versuchen einen Pilzberater aufzusuchen.


    Cuphophyllus virgineus wächst in der Tat auch in Gärten, wenn diese nicht totgedüngt sind. Man findet ihn auch auf Grünflächen in den Städten, wenn diese etwas extensiver sind. Es ist der wohl häufigste Ellerling bei uns. Dennoch ist er geschützt, da die ganze Gruppe der Saftlinge/Ellerlinge geschützt ist. Es ist auch bei den Pflanzen das Große Zweiblatt geschützt, obwohl diese Art wirklich sehr häufig ist, da eben alle heimischen Orchideen geschützt sind. Ist so...


    LG
    Christoph

    Servus Joe Dia,


    dein Fund ist, wie du richtig vermutest, nicht Hydnum repandum. Es ist eine Art aus dem Hydnum rufescens-Aggregat. Mittlerweile weiß man, dass sich darunter mehrere Arten verbergen. Ohne Mikroskop ist dein Fund nicht bestimmbar. Hydnum rufescens s.l. passt aber (es ist keine Varietät des normalen Semmelstoppelpilzes).


    LG
    Christoph

    Servus Pablo,


    kein Grund zum Entschuldigen! Chlorophyllum ohne gerandete Stielknolle ist ahlt sehr verwirrend. Ich habe jedenfalls noch keinen selbst gesehen - alle meine Chl. brunneum hatten die schön gerandete Knolle. Wüsste ich nicht, dass der Typus eine ungerandete Knolle, also einen keulenförmigen Stiel hat, wäre ich wohl auch auf dem falschen Dampfer gewesen. Dafür sind ja Foren da - viele Leute schauen drauf und man kann uns soll ja alles kritisch hinterfragen dürfen.


    Marion: Schade, dass kein Beleg da ist, aber das hatte ich schon gedacht. Zumal es als Chl. rhacodes als Arbeitsname nichts so besonderes gewesen wäre, sodass man den Pilz dann auch nicht unbedingt belegt. Falls aber zufäligerweise noch welche nachwachsen sollten und die erneut keine gerandete Knolle haben, wäre ich mehr als erfreut, wenn du nochmal Fotos machen könntest und einen Beleg.


    @Joseph: aber immer gerne ;-). Das Bräunen sehe ich allerdings nicht als so wichtig an. Das tritt, finde ich, durchaus auch bei den anderen Arten auf, wenn sie etwas zu allzu alt sind (gut, der hier ist knackfrisch, zugegeben). Die schmutzigere Fleischverfärbung passt aber in der tat zusätzlich gut zu Chl. brunneum. Die groben Hutschuppen hat Chl. rhacodes allerdings auch. Deshalb verlasse ich mich primär auf den Ring und dann als Zusatz auf die Cheilocystiden, danach auf die Sporenform und Breite des Keimporus und als letztes auf die HDS-Zellen. Die Makroskopie (Färbungen / Verfärbungen) nehme ich nur als Hilfsmerkmale.


    Liebe Grüße auch allen,
    Christoph

    Servus beinand,


    Matthias hat den Pilz ja bereits bestimmt, so dass ich nur sagen kann, dass ich da ganz seiner Meinung bin. Marasmius epiphylloides ist im Spätherbst/Winteranfang ziemlich häufig und man kann ihn gezielt suchen. Marasmius epiphyllus (und Marasmius tenuiparietalis) habe ich noch nie an Efeu gesehen und ich glaube auch, dass sie auf Efeu gar nicht wachsen. Insofern kann man den Pilz schon am Substrat sehr gut ansprechen.


    LG
    Christoph

    Servus Mario,


    auch Bjerkandera fumosa hat alt graue Poren, aber bei weitem nicht so dunkel werdend wie bei dem angebrannten Gattungsvertreter, wo es schon sehr dunkel (teils fast schwarzgrau) wird. Bjerkandera adusta kenne ich aber weniger kräftig und ich vermisse die schwarze Linie im Fleisch, zudem ist der Huthaut von der Farbe und Textur für mich Bj. fumosa. Die Porenfarbe stört mich nicht, ich finde Bj. fumosa oft so angegraut.
    Bestimmung nach Foto ist aber immer nur ein Aufstellen von Thesen. Drum schrieb ich auch "vergleiche mit" ;)


    LG
    Christoph



    Hallo Christoph,


    B. fumosa musste aber eine viel hellere Poren Schicht haben in Anschnitt hier sieht man deutliche dunkle Poren.

    Servus Bernhard,


    auf Holz und dicke, weiße Rhizomorphen (ich meine, sie zu erahnen) sprechen sehr für Ramaria stricta, wobei das hier nach Ramaria stricta var. concolor aussieht. Ramaria gracilis ist auch ähnlich, wächst aber im Nadelwald in der Streu und riecht extrem stark nach Anis, während Ramaria stricta s.l. nur einen schwachen Hauch an Anisgeruch zeigt.


    LG
    Christoph

    Servus liebling,


    die rote Linie kann bei der Netzhexe auch fehlen. Sie ist nur ein "Kann-Merkmal". Leichter wäre es, wenn du den Pilz ganz fotografiert hättest und man ihne komplett von oben, von untern etc. abgebildet hättest. Ich meine aber, einen wirklich braunen Hut zu sehen, was nicht auf die Netzhexe, aber auf den Flocki passt. Und der Stiel zeigt kein richtiges Netz, aber ich sehe Flocken.
    Hexenröhrlinge ohne rote Linie gibt es viele. Und wie gesagt, auch die Netzhexe muss die Linie nicht haben.


    LG
    Christoph



    Ohh super. Auf den roten strich (der nicht kam) zwischen hutfleisch und röhren hab ich geachtet, aber auf die idee bin ich nicht gekommen. Ist gelb.


    Danköööö


    Grüsse liebling

    Servus Uwe,


    vergleich den mal mit Bjerkandera fumosa. Die wächst besonders gerne im Sopätherbst/Winter und ist größer und blasswer als der Angebrannte Rauchporling.


    LG
    Christoph


    Mich hat der Sarcodonfund mehr interessiert, das ist der Hammerfund. Meine erste Frage dazu war, wer hat den so ansprechen können,


    Servus Peter,


    die Bestimmung ist aber noch nicht ganz geklärt. Ich hatte ihn, wie du ja erfahren hast ;) , ihn so angesprochen, aber Sarcodon fennicus ist schon sehr ähnlich. Und aus Skandinavien wird da auch ab und an von Mandelgeruch berichtet. Daher warte ich noch auf die Ergebnisse der Sequenzierung, die die Wiener machen wollen. Falls es dann bei der Bestimmung als Sarcodon amygdaliolens bleibt, wäre das schon toll. Und falls es doch nur ein atypischer S. fennicus wäre, wäre es spannend, nach besseren Abgrenzungsmerkmalen zu suchen.
    Rein makroskopisch passt jedenfalls S. amygdaliolens gut und auch die Mikroskopie hat das nicht widerlegt. Nur das Habitat passt so gar nicht.


    Zitat

    Ob wir uns persönlich kennenlernen werden? Ich glaub schon,


    Das hatte ich gar nicht bezweifelt. Und können - kennenlernen können geht immer, solange beide in der Lage isnd, zu reisen und sich zu treffen. Ich meinte damit nur, dass wir uns auch real hätten sehen könne, wenn du etwas geblieben wärst. Man trifft nicht so oft Menschen real, die man halbanonym in Foren kennenlernt. Und wenn es sich dann um jemand aus dem zwar nahen, aber doch etwas entfernten Ausland handelt, dann ist es halt schade, wenn man sich hätte sehen können. Ist aber wurscht - hätte hätte, Fahrradkette, wie man so schön sagt.


    LG
    Christoph

    Servus zusammen,


    jetzt habe ich dank des süßen letzten Beitrags das Originalthema zu dem Portrait gefunden. :)



    Du zeigst den Keulenstieligen Garten - Safranschirmling (Chlorophyllum rachodes).


    Das glaube ich hier nicht, ohne die Fruchtkörper mikroskopiert zu haben, Makroskopisch ist das für mich kein Chl. rhacodes s.str.


    Zitat

    Nicht zu verwechseln mit dem Gerandetknolligen Garten - Sfranschirmling (Chlorophyllum brunneum, das ist der Giftige), der aber einen einfachen Ring und eben eine gerandete Knolle hat.


    Der deutsche Name ist da verwirrend, denn der Typus von Chl. brunneum hat eine keulige, nicht gerandet knollige Stielbasis. Die gerandete Knolle ist daher kein eindeutiges Merkmal. Es wurde bisher noch kein Chl. rhycodes mit gerandeter Knolle gefunden, wohl aber Chl. brunneum, bei dem das typischerweise der Fall ist, aber eben nicht sein muss.
    Betrachtet man viele Funde von Chl. olivieri findet man den übrigens auch selten mit gerandeter Knolle, wenn auch nicht so abrupt wie bei typischen Chl. brunneum.
    Vielleicht sollte man eine Chl. brunneum fm. marginata beschreiben, damit man die mit ungerandeter Knolle als Chl. brunneum fm. brunneum bezeichnen könnte. Ich vermute, dass das hier ein "echtes" Chl. brunneum im Sinne der Typuskollektion ist. Und das wäre extrem spannend.


    Und wie komme ich darauf? Wegen des Rings. Der ist hier extrem dünn und sehr fragil, nicht dick fleischig. Doppelt ist der Ring eigentlich fast immer bei Chlorophyllum, da es eine Verschmelzung von Velum universale mit Velum partiale ist. ist das Velum universale kräftig ausgeprägt, ist der Ring auffallend fleischig und zeiht eine deutliche Laufrille. Ist das Velum partiale dünn, unauffällig, so ist auch der Ring dünn. Ein bisserl auseinander geht er am Rand dennoch, da es ja trotzdem zwei Vela sind, die verpappt sind.


    Für mich sieht der Ring klar nach Chl. brunneum aus. Innerhalb der Gattung (weltweit betrachtet) scheint die Ringdicke ein gutes Merkmal zu sein (junge Fruchtkörper, keine Trockenleichen ansehen). So hat Chl. molybdites agg. einen kräftigen dicken Ring (und da gibt es auch Gelbsporer, wobei das dann nicht Chl. molybdites s.str. ist, aber das führt jetzt vermutlich zu weit) und ähnelt jung frappierend einem "echten" Chl. rhacodes. Hier wurde das Sporenpulver ja geprüft (was ich sehr gut finde) - aber schon am Ring kann man den Grünsporer ausschließen.


    Licht ins Dunkel würden die Cheilocystiden und die HDS-Elemente bringen. Ich gehe davon aus, dass Schnallen auftreten.
    Sollte (die Hoffnung stirbt zuletzt) ein Beleg vorhanden sein, würde ich größtes Interesse anmelden. Ich bin seit längerer Zeit dabei, Chlorophyllum zu untersuchen und habe eine vermutlich neue Art aus einem Blumentopf (München, indoor), weshalb ich mich mit den Safranschirmlingen weltweit auseinandersetze.


    Der Fund hier ist hochinteressant. Man vergleich die anderen, späteren Beiträge im zugehörigen Portrait - da sins tpyische, dickringige Safranschirmlinge zu sehen. Nur eben nicht bei dem hier.


    LG
    Christoph

    Servus Martin,


    mein Beispiel habe ich von einem Symposium, bei dem es unter anderem um die Regeneration von Flächen in Thüringen ging, wo Uran abgebaut wurde (ich hatte eine Studie zur Berwaldsanierung dort vorgestellt - da ging es um die Ektomykorrhizapilze - und ich hatte so diese Sanierungsmöglichkeit von Schwermetallböden durch VA-Mykorrhizapilze kennengelernt) . Das ist jetzt schon ein paar Jahre her, aber die Behandlung war damals auf Jahrzehnte angesetzt (mit landwirtschaftlicher Nutzung zwischen den neuerlichen Entgiftungsphasen). Die Biomasse, die entnommen wurde (während der Entgiftungsphasen) wurde damals als Sondermüll entsorgt. Allerdings waren Biomassekraftwerke da noch kein Thema.
    Ich sag's mal so: Ich hoffe, dass diese Biomasse nicht ins Heizkraftwerk kommt. :cool:


    LG
    Christoph