Beiträge von boccaccio

    Hallo Martin,


    ich habe von Cortinarien ja nicht viel Ahnung, aber das sieht mir nach einer Telamonie aus. Die sind nicht einfach und ohne eine Kollektion mit jungen Fruchtkörpern hat man da wohl wenig bis gar keine Chance auf eine Bestimmung.


    Björn

    Hallo Thiemo,


    mein Ammoniak riecht noch ganz gut, das sollte also frisch sein ;) Es hat jetzt gerade auch im Stielfleisch eine positive Reaktion gezeigt. Dann werde ich den Fund mal als Russula sardonia ablegen.


    Björn

    Hallo zusammen,


    hier noch der dritte und letzte Teil aus den Borkenbergen.


    1. Russula sp. unter Pinus sylvestris. Die Fruchtkörper sind ziemlich groß, der Geschmack ist scharf (ich habe die Zunge nur an die Lamellen gehalten und sofort die Schärfe gespürt). Guajak nach 8 Sekunden mäßig blau, Eisensulfat rötlich, Ammoniak auf Stiel und Lamellen negativ, 20% KOH führt in den Lamellen zu einer pinken Verfärbung (ähnlich der Stielfarbe), Sporenpulver IIIa. Ich würde das für eine Sardoninae halten und dort dann in die Serie Sardonia gehen. Russula badia scheint es eher montan zu mögen, für Russula sardonia paßt die Ammoniakreaktion nicht und für Russula torulosa erscheint mir der Pilz zu groß. Was meinen die Experten?


    2. Gomphidius roseus

    Sporen

    Lamelle

    Huthaut


    3. Dann gab es wieder an verschiedenen Stellen Rhizopogon zu finden. Kann da jemand bei der Bestimmung weiterhelfen? Mit dem Schlüssel von Paz Martin tue ich mich schwer, insbesondere bei der Beurteilung der Peridie. Tricholomopsis ?

    Basidien und Brachybasidiolen

    Peridie, allerdings arg gequetscht

    Sporen in Melzer

    Nochmal Peridie


    4. Hier tendiere ich zu Suillus granulatus, weil das Basalmyzel weißlich ist


    5. Suillus luteus


    6. Nochmal die ominöse Geopora der Vorwoche mit Sporen von (28.2+-0.9) µm x (15.5+-0.8) µm, Q=1.8+-0.1 bzw. (26.6-30.1) µm x (13.5-16.8) µm, Q=1.7-2.0


    7. Melampsoridium hiratsukanum ex Alnus glutinosa


    Björn

    Hallo zusammen,


    weiter geht es mit dem zweiten Teil meines Berichts aus den Borkenbergen.


    1. Calocera furcata an Pinus sylvestris, Sporen (12.3+-0.9) µm x (4.3+-0.2) µm, Q=2.9+-0.2 bzw. (10.7-13.7) µm x (3.9-4.7) µm, Q=2.6-3.4

    Sporen

    Basidien


    2. Eine Geopora mit Sporen von (23.7+-1.1) µm x (13.6+-0.5) µm, Q=1.7+-0.1 bzw. (21.2-26.0) µm x (12.6-14.4) µm, Q=1.6-1.9. Kann ich den als Geopora arenicola ablegen?


    3. Tremella encephala auf Stereum sanguinolentum

    Sporen

    Basidien


    4. Galerina pumila, Sporen (9.8+-0.6) µm x (5.2+-0.5) µm, Q=1.9+-0.1 bzw. (8.1-10.4) µm x (4.3-5.7) µm, Q=1.7-2.3

    Lamelle

    Huthaut

    Stiel

    Sporen in KOH

    Sporen in Melzer


    5. Hygrophorus hypothejus

    Sporen

    Huthaut

    Lamelle


    6. Lactarius deliciosus


    7. Russula ochroleuca


    Björn

    Hallo zusammen,


    am vergangenen Wochenende war ich noch mal im NSG Borkenberge, diesmal in Begleitung von Jörg. Da uns natürlich besonders die mageren Standorte weiter im Gebiet interessierten, haben wir den ersten Abschnitt eher schnell durchquert. Aber ein paar Pilze gab es doch, bevor es dann mit Saftlingen und Co losging. Aber seht selbst:


    1. Amanita pantherina


    2. Amanita muscaria


    3. Boletus edulis


    4. Eine weiße Tricholoma unter Quercus. Der Geruch war eher angenehm, so daß ich den Fund unter Tricholoma album ablegen würde. Sporengröße (6.1+-0.4) µm x (3.8+-0.2) µm, Q=1.6+-0.1 bzw. (5.3-6.8) µm x (3.4-4.2) µm, Q=1.4-1.7

    Sporen

    Huthaut

    Lamellen


    5. Hygrocybe miniata, Sporen (8.0+-0.5) µm x (4.6+-0.3) µm, Q=1.8+-0.2 bzw. (7.3-9.1) µm x (4.2-5.0) µm, Q=1.4-2.1 und ohne Knoblauchsgeruch

    Sporen

    Lamelle

    Huthaut


    6. Clavaria falcata, Sporen (9.2+-0.4) µm x (6.0+-0.6) µm, Q=1.5+-0.1 bzw. (8.7-10.0) µm x (4.8-7.4) µm, Q=1.3-1.8


    7. Entoloma sericeum, Sporen (9.1+-0.5) µm x (7.7+-0.5) µm, Q=1.2+-0.1 bzw. (8.2-10.0) µm x (6.8-8.6) µm, Q=1.1-1.3

    Lamelle

    Huthaut

    Sporen


    8. Amanita rubescens


    9. Leocarpus fragilis


    10. Suillus bovinus


    11. Unter Pinus sylvestris, milder Geschmack, gilbende Milch. Da lande ich bei Lactarius hepaticus

    Sporen

    Huthaut


    12. Wie schon in der Vorwoche: Geoglossum elongatum


    Björn

    Hallo Claus,


    die Phytoparasiten sind schon ganz hübsch unterm Mikro. Vor allem haben die halt den Vorteil, daß die intrinsisch klein sind, da muß man also nicht erst die Huthaut rasieren oder andere Späße machen. Wobei ich finde, daß mir diesmal das Russulapräparat ganz gut gelungen ist. Ich habe nämlich unterm Mikro die Huthaut mit Nadeln zerzuzelt und drauf geachtet, daß die richtige Seite oben liegt. Das sollte ich in Zukunft vielleicht öfter machen :D Aber Russulas haben dann ja immerhin sehr attraktive Sporen. Wenn man da im Vergleich so einen Nabeling sieht...


    Björn

    Hallo Felli,


    das hatte Dirk Wieschollek gerade beinahe wörtlich auch so auf FB geschrieben. Dann sind die etwas zu kleinen Sporen wohl einfach der fehlenden Reife zuzuschreiben. Ich werde meinen Fruchtkörper mal weiter im Kühlschrank ausbrüten und beobachten.


    Björn

    Hallo Ulla,


    vielen Dank für die schnelle Rückmeldung zu meinen Funden. Wenn ich mir meine beiden Funde jetzt hier zu Hause rein makroskopisch anschaue, sieht der eine auch wie der kleine Bruder des anderen aus. Bovista tomentosa ist auf jeden Fall der schönere Fund, der scheint für NRW bis lang nämlich noch nicht nachgewiesen zu sein.


    Björn

    Hallo zusammen,


    bei meiner Tour durch den Landschaftspark habe ich auch zwei Bovisten eingesackt, bei deren Bestimmung ich mir nicht ganz sicher bin.


    1. Fruchtkörper um die 3 cm Durchmesser, Sporen (4.0+-0.2) µm x (3.5+-0.2) µm, Q=1.2+-0.1 bzw. (3.6-4.4) µm x (3.0-3.7) µm, Q=1.1-1.3, Stiele bis 11.6 µm lang, Capillitium vom Bovista-Typ mit vereinzelten Poren. Damit lande ich bei Bovista tomentosa


    2. Fruchtkörper bis 2 cm Durchmesser, Sporen (4.4+-0.2) µm x (3.4+-0.2) µm, Q=1.3+-0.1 bzw. (4.0-4.8) µm x (3.1-3.9) µm, Q=1.1-1.4, Stiele bis 13 µm lang. Capillitium auch hier vom Bovista-Typ, wobei ich hier allerdings Poren nicht sicher ausmachen konnte, sie allerdings auch nicht sicher ausschließen kann. Also am Ende auch B. tomentosa? Oder B. plumbea?


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Sonntag Vormittag war ich einmal kurz im Duisburger Landschaftspark, der ja in der feuchten Jahreszeit durchaus den einen oder anderen tollen Pilze aufweisen kann. So auch diesmal, aber seht selbst:


    1. Mycena haematopus


    2. Sawadaea bicornis ex Acer pseudoplatanus


    3. Amanita muscaria


    4. Hier lande ich bei Lactarius rufus. Unter Birke und nach einiger Zeit sehr scharf werdend, Milch nicht gilbend


    5. Hygrocybe conica


    6. Arrhenia retiruga


    7. Unter Birke, Guajak negativ, Eisensulfat trivial, Sporenpulver IIc. Da lande ich bei Russula aeruginea


    8. Coniophora puteana


    9. Gyromitra infula an einem Totholzstapel, an dem wir im letzten Jahr bei einer Exkursion schon Artomyces pyxidatus finden konnten.


    10. An Stroh (mit Pferdemist darunter?) dann eine Peziza. Die Sporen sehen ganz glatt aus, aber leider waren keine Sporen im Abwurf zu bekommen. Die Sporen in den Asci messen (17.5-20) µm x (9-11) µm, Q=1.7-2.0. Von der Sporengröße her würde das mit dem Schlüssel im Doveri am ehesten zu Peziza azorica (P. buxea in PD) passen. Oder wachsen die Sporen noch weiter und es wird am Ende eine Peziza vesiculosa? Was meint ihr?


    11. Ein Nabeling mit Sporen von (6.4+-0.4) µm x (4.7+-0.4) µm, Q=1.4+-0.1 bzw. (5.7-7.4) µm x (4.1-5.7) µm, Q=1.1-1.6. Da lande ich mit Gröger am ehesten bei Arrhenia rustica. Was meint ihr?


    12. Gamundia striatula an einer Peltigera. Sporen (5.6+-0.4) µm x (3.8+-0.2) µm, Q=1.5+-0.1 bzw. (5.6+-0.4) µm x (3.8+-0.2) µm, Q=1.5+-0.1


    Björn

    Hallo Claus,


    ich hab zu danken, daß du da auch so am Ball bleibst. Gut möglich, daß es dann wohl wirklich eine Russula exalbicans war. Das Exemplar war ja nicht mehr taufrisch (daher wohl auch dieser mehlige Geschmack) und da kann ich mir dann gut vorstellen, daß eine eventuell ursprünglich mal vorhandene Schärfe abhanden gekommen ist.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ihr habt Recht, daß der rosa Stiel nicht so recht zu Mycena adonis paßt. Zu Mycena rosella paßt das aber auch nicht so recht. Zum einen fehlen die gefärbten Lamellenschneiden, zum anderen wächst der im Nadelwald. Mein Fund wuchs aber ganz klar auf Laubblättern. Zu schade, daß ich den Fund nicht mitgenommen habe, aber das war ganz am Ende der Tour, wo mein Koffer schon übervoll war. Und als ich letzte Woche mit Jörg noch mal in den Borkenbergen war, war an der Stelle leider nichts nachgewachsen.


    Björn

    Hallo zusammen,


    in den Borkenbergen gibt es in der Tat reichlich Kiefern und auch Butterpilze sowie andere typische Kiefernbegleiter. Das ist aber alles NSG und darüber hinaus auch noch ein mit Munitionsresten belasteter ehemaliger Truppenübungsplatz, wo man also entsprechend auf den Wegen bleiben muß und nicht sammeln darf.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich hab den Lycoperdon durchgeschnitten: Kein Diaphragma, also wird der als Lycopoerdon perlatum abgelegt.


    Den Täubling Nr. 3 habe ich mir noch mal angeschaut. Angehängt ein Bild in SV und eines in Kongorot, wo man die Zystiden erkennen kann. Diese färben dunkel mit SV und sind zum Teil septiert. Teilweise sind sie recht breit, teilweise aber auch schmal. Was die Huthauthaare angeht, stimme ich zu, daß die eher zylindrisch als zugespitzt sind. Ein neuer Versuch mit Guajak an verschiedenen Stielstellen endete ebenfalls mit einer langsamen Reaktion. Die Eisensulfat-Reaktion habe ich noch mal bei Tageslicht wiederholt: Da fiel sie orange, sondern eher rosa aus.



    Björn

    Hallo zusammen,


    erstmal vielen Dank an Karl für den Hinweis auf die Huthaare.


    Von dem Hypomyces habe ich noch was im Kühlschrank liegen. Ich habe bis jetzt ja noch nicht so schrecklich viele Erdzungen gesehen, aber hatte offenbar Glück, daß ich die "gammeligen" gefunden habe :D


    Björn