Beiträge von boccaccio

    Hallo zusammen,


    am vergangenen Samstag habe ich eine kleine Runde auf der Halde Schurenbach in Essen gedreht. So langsam läßt hier in der Gegend zwar das Wachstum von Großpilzen nach, aber es gibt ja auch noch genug Kleinkram, den man sich anschauen kann.


    1. Lachnella alboviolascens auf alter Brennnessel


    2. Calycina herbarum ebenfalls auf Brennnessel


    3. Ein haariger Porling auf Laubholz. Das Fleisch färbt mit KOH braun (allerdings nicht zu dunkel) während die Poren da eher eine pinke Verfärbung zeigten. Mit Eisensulfat reagiert das Fleisch grün-schwarz und mit Ammoniak verfärbte der Pilz pink. Sporengröße ist (10.5+-0.7) µm x (3.2+-0.3) µm, Q=3.3+-0.4 bzw. (9.5-12.0) µm x (2.8-3.6) µm, Q=2.6-4.2. Kann ich den als Coriolopsis gallica ablegen?


    4. Spilopodia nervisequa


    5. Octospora gyalectoides


    6. An gleicher Stelle wie im Vorjahr auf Peltigera: Arrhenia peltigerina


    7. Ich wußte gar nicht, daß Tubaria furfuracea so groß werden kann...


    8. Sphaerobolus stellatus in rauen Mengen


    9. Arrhenia retiruga


    10. Entoloma sericeum


    11. Octospora musci-muralis


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich würde mal in der Huthaut schauen. Wobei es ja auch nicht gesagt ist, daß der Seitling immer diese Aleuriosporen bildet (oder daß der Fund von B&K einfach von irgendetwas anderem befallen war, was sie dann als Aleuriosporen interpretiert haben.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich benutze Fiji bzw. ImageJ, das man hier kostenlos herunterladen kann. Das Programm kann Sporen messen und noch viel mehr und hat den Vorteil, daß es als Java-Programm plattformübergreifend nutzbar ist, also auch etwas für Linux-Nutzer wie mich.


    Björn

    Hallo Grüni,


    ich glaube, daß es schon ok ist, wenn man einen Beitrag im Laufe eines Tages erstellt, sprich immer wenn gerade Zeit ist, ein paar Bilder hochladen oder etwas Text schreiben. Wichtig ist nur, daß man das Browserfenster dabei nie schließt und immer offen hält. Dann kann man am Ende des Tages, wenn alles fertig ist, den Beitrag abschicken und es sollte alles glatt laufen...


    Björn

    Hallo zusammmen,


    an den maximal 20 Bildern, die da im Disclaimer erwähnt werden, kann es nicht liegen. Ich lade ja regelmäßig mehr als 20 Bilder in meinen Beiträgen hoch und mir ist noch nie ein Beitrag abgeraucht. Ich denke, daß das einfach passiert,wenn man seinen Entwurf mit Bildern speichert und dann später weiter bearbeitet. Dabei scheint die Software wohl nur den Text und nicht die Bilder zu speichern. Deshalb die goldene Regel für Beiträge mit Fotos: Alles in einem Rutsch erstellen.


    Björn

    Hallo Roland,


    grundsätzlich gibt es hier im Ruhrgebiet ja etliche Pilzler mit Mikroskop - mich inklusive. Wenn du also mal spannende Funde machst, die mikroskopiert werden müssen, lohnt es sich immer einen Beleg anzufertigen, der dann später untersucht werden kann.


    Björn

    Hallo Roland,


    das erste ist sicher kein Stachelbart, sondern ein Porling. Da kann Pablo vielleicht näheres zu sagen.

    Pilz Nr. 3 und 6 ist das gleiche: Phlebia radiata. Bei Nr. 5 könnte ich mir auch eine Phlebia radiata in ganz jung vorstellen.

    Pilz Nr. 4 kann in der Tat eine Bisporella/Calycina sein, ich würde da aber eher zu B. sulfurina/C. claroflava tendieren. Zur Sicherheit sollte man bei Ascomyceten eigentlich immer einmal kurz reinmikroskopieren.


    Björn

    Hallo zusammen,


    heute Vormittag habe ich ein bißchen Frischluft im Stadtwald geschnuppert und dabei auch eine handvoll Pilze entdeckt, die ich euch hier zeigen möchte.


    1. Pholiota mit Sporen von (7.9+-0.4) µm x (5.3+-0.3) µm, Q=1.5+-0.1 bzw. (6.9-8.6) µm x (4.7-5.9) µm, Q=1.3-1.6 auf Fagus sylvatica. Damit lande ich bei Pholiota adiposa.


    2. Hier lande ich mit Sporen von (4.4+-0.2) µm x (3.5+-0.2) µm, Q=1.3+-0.1 bzw. (4.0-4.7) µm x (3.2-3.8) µm, Q=1.2-1.4 bei Inonotus nodulosus. Substrat Fagus sylvatica


    3. Bulbillomyces farinosus


    4. Macrotyphula filiformis


    5. Phlebia subochracea, Sporen (5.9+-0.4) µm x (3.0+-0.2) µm, Q=2.0+-0.2 bzw. (5.3-6.7) µm x (2.5-3.4) µm, Q=1.7-2.3


    6. Infundibulicybe geotropa


    7. Tapinella panuoides


    8. Humaria hemisphaerica


    9. Helvella crispa


    Björn

    Aber Herbstlorcheln sind hier mit Abstand die häufigsten Lorcheln - gerade im Herbst :D Aber gut zu wissen, daß man sich generell jede Lorchel genauer anschauen sollte.


    Björn

    Salü Philipp,


    das ist ja mal ein toller Fund, der mikroskopisch extrem hübsch aussieht. Da werde ich direkt mal in Zukunft die Augen gezielt auf Herbstlorcheln richten.


    Björn

    Zitat

    Ja, klar. Allerdings hat jede Vaccinum-Art ihre ganz speziellen Exobasidium-Species.

    Es gibt aber auch durchaus Vaccinum-Arten mit mehr als einer Exobasidium-Art. Die Preiselbeere hat zum Beispiel gleich drei Arten zu bieten, wobei aber wohl noch nicht ganz klar ist, ob die wirklich verschieden sind.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Samstag waren Mario und ich gemeinsam auf einer kleinen Tour in der Ohligser Heide unterwegs. Dabei gab es dann durchaus den einen oder anderen persönlichen Erstfund für mich.


    1. Eigentlich wollte Mario ja gar nicht so sehr nach Rindenpilzen schauen, da aktuell ja auch genug anderes wächst. Aber bei diesem hier am Wegesrand hatte er ein gutes Gefühl und so haben wir dann mal jeder ein Stück eingesteckt. Sieht so aus als habe Marios Gespür nicht getäuscht. Sporen (7.1+-0.4) µm x (4.5+-0.2) µm, Q=1.6+-0.1 bzw. (6.5-8.0) µm x (4.1-5.0) µm, Q=1.4-1.9, amyloid, Basidien 4-sporig, keine Schnallen, Gloeozystiden, die mit SV reagieren. Da lande ich bei Gloiothele lactescens.

    Ohligser Heide-0003.JPG


    2. Arcyria stipata


    3. Lycoperdon perlatum, Sporen (3.3+-0.2) µm bzw. (3.1-3.7) µm


    4. Das dürfte mit der hyalinen Basis wohl Clavaria falcata sein. Aber wenn ich mich recht entsinne, hat Mario auch eine eingepackt.


    5. Tricholoma cingulatum


    6. Manchmal ist Rötlingsbestimmung sehr einfach.... so wie hier. Der gelbliche Hut in Kombination mit einem intensiven Bonbongeruch führt direkt zu Entoloma pleopodium

    Ohligser Heide-0023.JPG

    Ohligser Heide-0046.JPG


    7. Auriscalpium vulgare


    8. Rickenella swartzii


    9. Cordyceps militaris

    Ohligser Heide-0015.JPG


    10. Sparassis crispa


    11. Entoloma sericeum


    12. Den würde ich gerne als Rustroemia firma benamsen, auch wenn die Sporen mit (17.4+-1.0) µm x (6.1+-0.4) µm, Q=2.9+-0.3 bzw. (15.7-19.7) µm x (5.5-6.9) µm, Q=2.3-3.3 etwas breit sind. Auf Eiche.


    13. Hier dachten wir im Feld erstmal an eine Peziza. Aber die fehlende Reaktion mit Lugol führte dann am Ende zu Sowerbyella radiculata


    14. Trichia persimilis

    Ohligser Heide-0091.JPG


    Björn

    Hallo Karl,


    mit der Benkert-Arbeit paßt von den Sporen und der Größe der Fruchtkörper her Geopora sepulta eindeutig am besten (er schreibt ja auch, daß G. foliacea ein Phantom ist - da hatte ich auch noch eine andere Arbeit gefunden, in der Geoporas DNA-mäßig untersucht wurden und wo G. foliacea irgendwie nicht wohldefiniert war). Das einzige was stört ist die Ökologie: Benkert gibt nährstoffreichere Böden unter Laubbäumen an, während mein Fund auf Sandboden bei Kiefer wuchs.


    Björn

    Hallo Karl,


    ja im Moment ist das mit den Pilzen wirklich fast schon anstrengend und man findet mehr als man eigentlich bearbeiten kann. Aber wenn es jetzt langsam mit dem Frost losgeht, wird es ja auch schnell wieder ruhiger.


    Björn

    Hallo Karl,


    da war ich nach der Pilzflut des Wochenendes wohl am Ende etwas betriebsblind. Habe mir gerade mal dein Foto von A. rustica bei PD angeschaut und das sieht in der Tat schon makroskopisch ganz anders aus. Da der Stiel glatt war, ist es also wieder mal "nur" Omphalina pyxidata.


    Bei der Gamundia waren die Sporen optisch schon ein wenig warzig, aber das kommt auf den Fotos leider nicht so gut rüber.... ist halt ein Weißsporer und kein Rostpilz :D


    Björn

    Hallo Christoph,


    vielen Dank für die schnellen und ausführlichen Informationen. Jetzt wo du mich auf die Hyphenaggregate hingewiesen hast, kann ich sie auch sehen ;) Ansonsten habe ich gestern auch noch mal gezielt nach Basidien gesucht und konnte absolut keine Dickwandigkeit an den Basidienbasen entdecken.


    Björn