Beiträge von boccaccio

    Hallo Jo,


    klar gibt es die. Aber eine Spiegelreflexkamera zeichnet sich ja immer noch durch einen Spiegel aus, der mechanisch bewegt wird ;) Mit Spiegelvorauslösung läßt sich das Problem natürlich zum Großteil umgehen, aber ich weiß z.B. das Björn Wergen darauf schwört, die Kamera gerade nicht fest ans Mikroskop zu montieren.


    Björn

    Hallo Thiemo,


    ich selber benutzt eine digitale Spiegelreflexkamera an einem Trinokularmikroskop. Das ist von der Auflösung her natürlich doch noch mal anders als eine 5 MP Mikrokamera. Ich weiß aber auch, daß andere Leute bewußt nicht die Kamera fest am Mikroskop montieren, weil es dann beim Auslösen immer Verwackelungen gibt. Das ist dann gerade die Motivation für diverse Aufbauten wo die Kamera quasi vors Mikroskop gehalten wird. Die Verwackelungen fallen umgekehrt bei Mikrokameras, die man über den Rechner auslöst, weg.


    Was das Sporenmessen angeht, empfehle ich übrigens Fiji. Das ist ein kostenfreies Open-Source Programm, das auf Java basiert und entsprechend unter Windows, MacOS und Linux läuft.


    Björn

    Hallo zusammen,


    erstmal wieder herzlichen Dank an Nobi für das Bestimmen der Pilze. Ich habe festgestellt, daß ich Schizothecium vesticola sogar schon mal hatte. Also hätte ich den ja eigentlich wiedererkennen dürfen.... und Arnium arizonense scheint ein netter Fund zu sein. Der fehlt bei Pilze-Deutschland nämlich noch für NRW.


    Ansonsten war der Titel natürlich mit Absicht gewählt. Aber es tut sich auch noch weiter etwas auf dem Schaf, also werde ich hier in den nächsten Tagen wohl noch einen größeren Becherling und Tintlinge ergänzen können.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich sehe hier auch einen echten Mehltau. Welcher genau ist allerdings schwierig. Das geht nur mit dem Mikroskop und macht selbst dann wenig Freude, zumal da wohl vor kurzem auch einige Arten neu beschrieben wurden.


    Um Rebe, Kräuter und Co mußt du dir übrigens keine Sorgen machen, Dodo. Mehltau sind recht wirtsspezifisch und befallen oft nur eine Wirtpflanzenart oder sind auf Vertreter einer Wirtsgattung spezialisiert. Die Rebe hat mit Erysiphe ihren eigenen Mehltau. Am ehestens ist noch der Kirschbaum in Gefahr, der ja ebenfalls zur Gattung Prunus gehört.


    Björn

    Hallo zusammen,


    bei Nummer 3 habe ich mit Podospora australis verglichen. Was mich stutzig machte: Doveri schreibt von "geringelten" Anhängseln. Die konnte ich bei mir jetzt nicht sehen. Aber zum Glück schreibt er auch weiter unten, daß Arnium arizonense ein Verwechslungskandidat ist, der sich durch büschelige Haare unterscheidet. Und das paßt jetzt deutlich besser, denn da braucht es keine Ringel an den Anhängseln und Haarbüschel hab ich auch (also ich nicht, aber der Pilz :D). Ich hab heute auch noch mal ein paar (hoffentliche bessere) Fotos geschossen, aber die kommen frühstens morgen.


    Björn

    Hallo Pablo,


    gute Fragen! Also die Larve ist sicherlich nicht in jedem Stadium sichtbar, da man ja anfangs das Ei und später eine leere Galle hat. Letzteres würde ich hier ausschließen wollen, denn sie sieht ja recht frisch aus und außerdem wäre dann irgendwo ein Loch. Bleibt noch die Möglichkeit, daß irgendwo mittig das Ei sitzt. Da stellt sich dann die Frage, wie groß oder klein das ist...

    Da der Schnitt hier relativ mittig ist (da würde ich Ei und Larve im Allgemeinen vermuten), sollte man da schon entsprechend was sehen können.

    Ansonsten sollte halt der Blick durchs Mikro schnell Klarheit schaffen...


    Björn

    Hallo Hagen,


    für Nr. 1 und den Verdacht auf Podospora/Schizothecium habe ich Doveri "A bibliography of Podospora and Schizothecium" (2008) benutzt. Bei den anderen beiden habe ich mangels Idee zu einer Gattung noch gar nichts geschlüsselt, da wäre aber dann der dicke Doveri meine erste Anlaufstelle.


    Björn

    Hallo zusammen,


    Anfang Oktober war der APR ja noch auf Tour im Siegerland und Sauerland unterwegs. Dabei ging es dann unter anderem auch auf eine Wacholderheide in Elspe, die im Sommer über mit Schafen beweidet wird. Da sich am Horizont ja schon ein zweiter Lockdown abzeichnete, habe ich dann einfach mal ein Döschen voll Schafdung eingesteckt. Eigentlich dachte ich ja, daß sich da in der trockenen Dose erstmal nicht viel tut, aber Pustekuchen. ein Kontrollblick heute zeigte, daß sich da durchaus schon Pilze gebildet haben. Also kommt das ganze jetzt in die feuchte Kammer und wird beobachtet. Im Folgenden mal die drei ersten Pilze, die ich mir angeschaut habe:


    1. Den würde ich bei Schizothecium oder Podospora verorten. Die Sporen messen (17.9+-0.6) µm x (9.9+-0.3) µm, Q=1.8+-0.1 bzw. (17.1-19.2) µm x (9.3-10.5) µm, Q=1.6-1.9. Leider komme ich da beim Schlüsseln auf keinen grünen Zweig... man merkt, daß ich schob länger nicht mehr nach Dungpilzen geschaut habe :-\


    2. Der zweite Pilz hat riesige Sporen: (48.4+-2.3) µm x (27.5+-1.1) µm, Q=1.8+-0.1 bzw. (43.9-51.6) µm x (24.7-28.8) µm, Q=1.6-1.9. Das Perithecium hatte keine auffälligen Haare o. ä., die Asci sind 4-sporig


    3. Der dritte Pilz hat auch sehr große Sporen: (46.2+-1.1) µm x (25.0+-0.8) µm, Q=1.8+-0.1 bzw. (43.6-47.6) µm x (23.3-26.5) µm, Q=1.7-2.0. Dazu zeigten sich dann mit etwas Tinte sehr lange Anhängsel. Bei einer Spore konnte ich ein über 300 µm langes Anhängsel auf einer Seite beobachten. Auf der anderen Seite war es geschützt ähnlich lang, ließ sich aber nicht so gut ausmessen. Dazu kommen hier noch septierte, steife Haare am Perithecium. Auch hier sind die Asci 4-sporig.


    Da ich bei allen drei Funden irgendwie gerade nicht zu einem Ergebnis komme, bin ich über jeden Input dankbar.


    Björn

    Hallo Felli,


    genau kann ich leider nicht sagen, was das Substrat war. Aber es standen dort vor allem Ahorn und Linde, daneben noch diverses Gesträuch. Ich habe jetzt mit Zottos Darstellugn von R. luteovirescens verglichen und das paßt perfekt. Insbesondere, wenn man annimmt, daß das Substrat kein Stöckchen, sondern der Stängel eines Ahornblattes war. Das legt ja das eine Ende der Stöckchen von der Form her auch nahe.


    Björn

    Hallo zusammen,


    bis jetzt hatte ich Melampsoridium hiratsukanum und Erysiphe penicillata immer nur einzeln. Auf einem Blatt zusammen fehlen sie mir noch.


    Der Rost ist auf jeden Fall mikroskopierpflichtig, da es mit M. betulinum eine Verwechslungsart gibt, die sich nur dadurch unterscheidet, daß bei ihr die Sporen eine stachelfreie Tonsur am oberen Ende haben. Den Mehltau sollte man mit etwas Erfahrung schon makroskopisch ansprechen können. Erysiphe vernalis, die ebenfalls auf Alnus vorkommt, ist wohl eine Frühjahrsart, die an jungen Zweigen und weiblichen Kätzchen vorkommt und Phyllactinia alnicola hat deutlich größere Fruchtkörper als Erysiphe penicillata.


    Björn

    Hallo Pablo,


    bei Farben bin ich ja immer skeptisch, wenn ich nicht gerade rot von blau unterscheiden soll. Aber ich habe mir jetzt Schnittbilder der beiden Arten von dir hier im Forum angeschaut und bin mir jetzt sicher, daß mein Fund C. trogii ist. Der ist nämlich innen ziemlich hell.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Sonntag war ich vormittags auf der Halde Rungenberg in Gelsenkirchen unterwegs. Auch hier macht sich bemerkbar, daß die Zeit der Großpilze langsam zu Ende geht. Außerdem war es die Woche über wieder relativ trocken. Aber Pilze gab es natürlich trotzdem


    1. Clavulina rugosa


    2. Auch auf dieser Halde fand sich Octospora gyalectoides


    3. Helvella crispa


    4. Hygrocybe conica


    5. Das dürfte ein Hymenoscyphus s.l. sein. Aber weiter komme ich leider nicht. Gefunden auf Laubholzstückchen, diese auffallend schwarz überzogen, wie man das auch vom Eschentriebsterben kennt. Eschen wuchsen dort aber keine. Sporengröße (15.3+-0.8) µm x (6.9+-0.3) µm, Q=2.2+-0.1 bzw. (13.6-16.8) µm x (6.3-7.3) µm, Q=2.1-2.6. Hat da jemand eine Idee?


    6. Cyathicula coronata


    7. Eine Hohenbuehelia. Leider waren die Fruchtkörper nicht reif, so daß kein Sporenabwurf machbar war. Entsprechend habe ich da noch eine gewisse Restunsicherheit, ob das H. leightonii oder H. cyphelliformis ist. Ich tendiere zu letzterer.

    Basidien und kristallbedeckte Zystiden

    Elemente der Huthaut

    Noch mal Zystiden

    Huthaut mit Pileozystiden


    8. Melampsoridium hiratsukanum ex Alnus glutinosa


    9. Cuphophyllus virgineus


    10. Phragmidium sanguisorbae ex Sanguisorba minor


    11. Ein blauer Saftporling auf Laubholz. Sporengröße (4.6+-0.2) µm x (1.2+-0.1) µm, Q=3.7+-0.3 bzw. (4.1-4.9) µm x (1.1-1.5) µm, Q=3.1-4.2. Mit FE10 ist man sofort bei Oligoporus caesius. Bei den "Polypores de France et d'Europe" gibt es dann einen ganzen Zoo an neuen Arten, wobei wohl insbesondere die Huthauthyphen wichtig werden... da müßte ich noch mal reinschauen. In "Polypores of the Mediterranean Region" braucht man keine Huthaut, aber das Substrat. Das kenne ich leider nicht genau, so daß ich mich nicht zwischen P. populi, P. caesiosimulans, P. alni und P. subcaesia entscheiden kann.


    12. Pluteus salicinus

    Huthaut

    Sporen


    13. Phyllactinia corni ex Cornus mas


    14. Auricularia mesenterica. Das ist echt der Endgegner, wenn es darum geht, ein gescheites Präparat zu erstellen. Bei Tremella, Exidia und Dacrymyces, muß man ja nur den Fruchtkörper einweichen, ein Stückchen davon nehmen und quetschen. Aber hier ist alles knorpelig fest.


    Björn

    Hallo zusammen,


    im Cahier de la FMBDS No. 6 wird im Clavariaschlüssel als Sporengröße für C. argillacea (8,9-11,2) µm x (4-5) µm angegeben. Daneben werden auch noch verschiedene Formen mit kleineren bzw. leicht größeren Sporen erwähnt. Außerdem erreicht man C. argillacea nur, wenn man sich im Schlüssel für glatte Sporen entscheidet.


    Björn

    Hallo Ingo,


    ich finde leider selber nur sehr selten Keulchen und Korallen (und wenn dann meist Arten, die auch ohne diesen Band zu bestimmen sind). Von daher habe ich das jetzt selbst eher selten in aktiver Benutzung. Ich denke aber, daß es trotzdem eine lohnenswerte Anschaffung ist. Es gibt zunächst einen Schlüssel zu den Gattungen und anschließend entsprechende Gattungsschlüssel. Im Anschluß sind dann die meisten Arten mit guten Fotos dargestellt. Bei den Ramarias gibt es neben dem Makrofotos auch noch immer ein Foto der Sporen. In Verbindung mit dem günstigen Preis würde ich da also auf jeden Fall eine Kaufempfehlung aussprechen.

    Die drei Bände über Ascomyceten kann ich auch empfehlen. Da gibt es jeweils eine detaillierte Beschreibung der Arten und Skizzen der mikroskopischen Details sowie dann hinten Farbfotos der Pilze.


    Björn

    Hallo zusammen,


    also ich hätte am Wochenende Zeit für eine Tour in Witten. Ich könnte an beiden Tagen so gegen 9:30 in Witten am Hbf ankommen und von dort dann zum Hohenstein laufen (das scheint nicht so weit zu sein, wenn man der Karte Glauben schenkt).


    Was die Funde in Deutschland angeht, werden in der Z. Mykol. 84 (2018) noch drei Funde aus Bayern MTB 8133/21 (12.9.2016) und Hessen MTB 5221/32 (ohne Datum) und MTB 5118/22 (28.10.2017) von Jule angegeben, außerdem ein Fund aus Wangen/Allgäu aus dem Jahre 2010. Die sind aber offenbar alle (noch) nicht in Pilze-Deutschland eingegangen.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich habe gerade mal Tante Google zu dem Thema befragt. Dabei kam ich zu zwei Artikeln, die die Bildung von Aleuriosporen bei Pleurotus dryinus erwähnen. In einem Artikel geht es um Mycelien, die in Kultur gezogen werden, in dem anderen Artikel wird auch erwähnt, daß das Mycel an der Stielbasis wohl ebenfalls Aleuriosporen bilden kann.


    Björn

    Hallo beli,


    mir fehlt da die Funderfahrung, deshalb kann ich das mit den Farben nur schwer beurteilen. Aber C. trogii sollte ja weder mit KOH noch den anderen Chemikalien in irgendeiner Form reagieren. Mal schauen, was Pablo zu dem Fund sagt.


    Björn