Beiträge von boccaccio

    Hallo Felli,


    das hatte Dirk Wieschollek gerade beinahe wörtlich auch so auf FB geschrieben. Dann sind die etwas zu kleinen Sporen wohl einfach der fehlenden Reife zuzuschreiben. Ich werde meinen Fruchtkörper mal weiter im Kühlschrank ausbrüten und beobachten.


    Björn

    Hallo Ulla,


    vielen Dank für die schnelle Rückmeldung zu meinen Funden. Wenn ich mir meine beiden Funde jetzt hier zu Hause rein makroskopisch anschaue, sieht der eine auch wie der kleine Bruder des anderen aus. Bovista tomentosa ist auf jeden Fall der schönere Fund, der scheint für NRW bis lang nämlich noch nicht nachgewiesen zu sein.


    Björn

    Hallo zusammen,


    bei meiner Tour durch den Landschaftspark habe ich auch zwei Bovisten eingesackt, bei deren Bestimmung ich mir nicht ganz sicher bin.


    1. Fruchtkörper um die 3 cm Durchmesser, Sporen (4.0+-0.2) µm x (3.5+-0.2) µm, Q=1.2+-0.1 bzw. (3.6-4.4) µm x (3.0-3.7) µm, Q=1.1-1.3, Stiele bis 11.6 µm lang, Capillitium vom Bovista-Typ mit vereinzelten Poren. Damit lande ich bei Bovista tomentosa


    2. Fruchtkörper bis 2 cm Durchmesser, Sporen (4.4+-0.2) µm x (3.4+-0.2) µm, Q=1.3+-0.1 bzw. (4.0-4.8) µm x (3.1-3.9) µm, Q=1.1-1.4, Stiele bis 13 µm lang. Capillitium auch hier vom Bovista-Typ, wobei ich hier allerdings Poren nicht sicher ausmachen konnte, sie allerdings auch nicht sicher ausschließen kann. Also am Ende auch B. tomentosa? Oder B. plumbea?


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Sonntag Vormittag war ich einmal kurz im Duisburger Landschaftspark, der ja in der feuchten Jahreszeit durchaus den einen oder anderen tollen Pilze aufweisen kann. So auch diesmal, aber seht selbst:


    1. Mycena haematopus


    2. Sawadaea bicornis ex Acer pseudoplatanus


    3. Amanita muscaria


    4. Hier lande ich bei Lactarius rufus. Unter Birke und nach einiger Zeit sehr scharf werdend, Milch nicht gilbend


    5. Hygrocybe conica


    6. Arrhenia retiruga


    7. Unter Birke, Guajak negativ, Eisensulfat trivial, Sporenpulver IIc. Da lande ich bei Russula aeruginea


    8. Coniophora puteana


    9. Gyromitra infula an einem Totholzstapel, an dem wir im letzten Jahr bei einer Exkursion schon Artomyces pyxidatus finden konnten.


    10. An Stroh (mit Pferdemist darunter?) dann eine Peziza. Die Sporen sehen ganz glatt aus, aber leider waren keine Sporen im Abwurf zu bekommen. Die Sporen in den Asci messen (17.5-20) µm x (9-11) µm, Q=1.7-2.0. Von der Sporengröße her würde das mit dem Schlüssel im Doveri am ehesten zu Peziza azorica (P. buxea in PD) passen. Oder wachsen die Sporen noch weiter und es wird am Ende eine Peziza vesiculosa? Was meint ihr?


    11. Ein Nabeling mit Sporen von (6.4+-0.4) µm x (4.7+-0.4) µm, Q=1.4+-0.1 bzw. (5.7-7.4) µm x (4.1-5.7) µm, Q=1.1-1.6. Da lande ich mit Gröger am ehesten bei Arrhenia rustica. Was meint ihr?


    12. Gamundia striatula an einer Peltigera. Sporen (5.6+-0.4) µm x (3.8+-0.2) µm, Q=1.5+-0.1 bzw. (5.6+-0.4) µm x (3.8+-0.2) µm, Q=1.5+-0.1


    Björn

    Hallo Claus,


    ich hab zu danken, daß du da auch so am Ball bleibst. Gut möglich, daß es dann wohl wirklich eine Russula exalbicans war. Das Exemplar war ja nicht mehr taufrisch (daher wohl auch dieser mehlige Geschmack) und da kann ich mir dann gut vorstellen, daß eine eventuell ursprünglich mal vorhandene Schärfe abhanden gekommen ist.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ihr habt Recht, daß der rosa Stiel nicht so recht zu Mycena adonis paßt. Zu Mycena rosella paßt das aber auch nicht so recht. Zum einen fehlen die gefärbten Lamellenschneiden, zum anderen wächst der im Nadelwald. Mein Fund wuchs aber ganz klar auf Laubblättern. Zu schade, daß ich den Fund nicht mitgenommen habe, aber das war ganz am Ende der Tour, wo mein Koffer schon übervoll war. Und als ich letzte Woche mit Jörg noch mal in den Borkenbergen war, war an der Stelle leider nichts nachgewachsen.


    Björn

    Hallo zusammen,


    in den Borkenbergen gibt es in der Tat reichlich Kiefern und auch Butterpilze sowie andere typische Kiefernbegleiter. Das ist aber alles NSG und darüber hinaus auch noch ein mit Munitionsresten belasteter ehemaliger Truppenübungsplatz, wo man also entsprechend auf den Wegen bleiben muß und nicht sammeln darf.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich hab den Lycoperdon durchgeschnitten: Kein Diaphragma, also wird der als Lycopoerdon perlatum abgelegt.


    Den Täubling Nr. 3 habe ich mir noch mal angeschaut. Angehängt ein Bild in SV und eines in Kongorot, wo man die Zystiden erkennen kann. Diese färben dunkel mit SV und sind zum Teil septiert. Teilweise sind sie recht breit, teilweise aber auch schmal. Was die Huthauthaare angeht, stimme ich zu, daß die eher zylindrisch als zugespitzt sind. Ein neuer Versuch mit Guajak an verschiedenen Stielstellen endete ebenfalls mit einer langsamen Reaktion. Die Eisensulfat-Reaktion habe ich noch mal bei Tageslicht wiederholt: Da fiel sie orange, sondern eher rosa aus.



    Björn

    Hallo zusammen,


    erstmal vielen Dank an Karl für den Hinweis auf die Huthaare.


    Von dem Hypomyces habe ich noch was im Kühlschrank liegen. Ich habe bis jetzt ja noch nicht so schrecklich viele Erdzungen gesehen, aber hatte offenbar Glück, daß ich die "gammeligen" gefunden habe :D


    Björn

    Hallo Claudia,


    da gibt es eine ganz einfach Antwort: Ich bin noch kein Rentner und habe nur endlich viel Zeit zur Verfügung :D Das heißt, wenn ich Funde unter dem Mikroskop habe, mache ich schon MIkrofotos, aber bei allen Pilzen geht das einfach zeitlich nicht. Den Adonis hatte ich z.B. ganz am Ende der Tour gefunden und wußte schon, daß ich mehr als genug Mikrofutter habe. Deshalb ist der direkt vor Ort geblieben.


    Björn

    Hallo zusammen,


    kommen wir jetzt zum vierten und letzten Teil aus den Borkenbergen.


    1. Lycogala epidendrum agg. Mit dem büscheligen Wuchs geht meine Tendenz zu L. terrestre


    2. Hier tendiere ich aufgrund der Wuchsform zu Arcyria stipata.


    3. Mycena adonis


    4. Cyathicula coronata


    5. Eine Hypoderma an Solidago. Leider habe ich die Sporen nicht gemessen. Ich schau mal, ob in den Resten noch was zu holen ist.


    6. Amanita muscaria


    Björn

    Hallo zusammen,


    und weiter geht es mit Teil 3 aus den Borkenbergen.


    1. Eine Geopora mit Befall. Sporengröße (22.9+-1.6) µm x (13.3+-0.9) µm, Q=1.7+-0.1 bzw. (20.2-26.6) µm x (11.0-15.5) µm, Q=1.5-2.1, was für Melanospora tulasnei spricht, wobei ich auch einen Artikel gefunden habe, der die Art und M. brevirostris zusammenwirft.


    2. Hygrocybe conica


    3. Suillus luteus

    Huthaut

    Stiel

    Röhre


    4. Lycoperdon excipuliforme


    5. Die Milch war (natürlich) orange und blieb es auch. Begleitbäume Kiefern. Also Lactarius deliciosus?


    6. Chroogomphus mediterraneus

    Lamelle in Melzer

    Huthaut

    Lamelle in Kongorot


    7. Eine Inocybe um I. dulcamara. Wenn ich mit Dittes Seite vergleiche, paßt von der Zystidenform her I. dulcamara am besten. Aber was heißt das schon bei Rißpilzen...

    Sporen (9.7+-0.5) µm x (5.8+-0.3) µm, Q=1.7+-0.1 bzw. (8.9-11.1) µm x (5.1-6.3) µm, Q=1.5-1.8

    Stiel

    Lamelle in KOH

    Lamelle in Kongorot

    Huthaut


    8. Arrhenia retiruga


    9. Der Stiel hatte kleine, braune Punkte (auf dem Foto leider nicht gut zu erkennen), Begleitbaum war Pinus sylvestris, das Fleisch reagierte mit KOH gräulich. Kann ich den damit als Suillus collinitus ablegen? Auf das Basismyzel habe ich leider nicht geachtet :(

    Sporen (8.5+-0.5) µm x (3.6+-0.1) µm, Q=2.4+-0.2 bzw. (7.8-9.8) µm x (3.4-3.8) µm, Q=2.1-2.8

    Huthaut

    Stiel

    Röhren


    10. Eine Geopora mit Sporen von (27-30) µm x (14-16) µm, Q=1.8-2.0. Das würde zu G. foliacea passen. Was meint ihr?


    Björn

    Hallo zusammen,


    weiter geht es mit dem zweiten Teil meines Ausflugs in die Borkenberge. Wir hatten im ersten Teil ja mit Spaltlippen geendet, dann machen wir mal mit anderen Kiefernnadelbewohnern weiter.


    1. Cyclaneusma sp. Hab ich nicht weiter untersucht, kann also C. minus oder C. niveum sein.


    2. Thelephora terrestris


    3. Noch mal Stäublinge. Dieses mal ohne Paracapillitium, Sporen (4.0+-0.2) µm bzw. (3.8-4.5) µm ohne Pedicel, fein warzig, Subgleba dunkel oliv-braun, ohne netzartige Struktur des Peridiums. Kann das Lycoperdon umbrinum sein?


    4. Gymnopilus penetrans


    5. Gymnopus perforans


    6. Das würde ich für junge Exemplare von Suillus bovinus halten.


    7. Gomphidius roseus


    8. Ein Ritterling unter Kiefer. Sporen (4.8+-0.4) µm x (3.2+-0.3) µm, Q=1.5+-0.1 bzw. (4.4-5.7) µm x (2.7-3.7) µm, Q=1.3-1.8. Liege ich mit Tricholoma albobrunneum richtig?


    9. Ein Rhizopogon in sehr reifem Zustand. Das erklärt dann auch, warum mein Pilzköfferchen zu Hause beim Öffnen so roch, als hätte jemand einen fahren gelassen.

    Borkenberge-0177.JPG


    10. Geoglossum elongatum, wie schon im Vorjahr an gleicher Stelle


    11. Die Sporen sind zwar mit (8.8+-0.6) µm x (5.4+-0.4) µm, Q=1.6+-0.1 bzw. (7.8-9.8) µm x (4.8-6.2) µm, Q=1.4-1.8 etwas klein, aber mit den Basidien mit den großen Ösen fällt mir außer Clavaria falcata nichts anderes ein.

    12. Cordyceps militaris


    13. Suillis bovinus


    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Samstag war ich mal wieder im NSG Borkenberge an der Grenze zwischen Haltern und Coesfeld unterwegs. Es handelt sich um einen ehemaligen Truppenübungsplatz, der mittlerweile zum Naturschutzgebiet umfunktioniert wurde. Es dort auf sandigem Boden viele Kiefern, aber auch Birken und an einigen Stellen Eichen und Buchen. Also sehr reichhaltig, was den Baumbestand angeht. Dazu kommen dann noch offene Heideflächen. Die sind zwar leider nicht zugängig, da es ein Wegegebot gibt (wohl auch wegen möglicher Blindgänger, die dort noch schlummern), das auch kontrolliert wird (wohl weniger wegen Pilzsammlern als eher wegen Quadfahrern). Aber selbst wenn man nur entlang der freigegebenen Straße unterwegs ist, findet man deutlich mehr Pilze, als man sinnvoll bearbeiten kann.


    1. Eine Telamonie unter Eiche, Buche, Birke und Kiefer. Eigentlich sollte man sich sowas ja gar nicht erst anschauen, aber es war der Anfang der Tour, der Sammelkoffer war leer und es gab eine Kollektion mit Pilzen von alt bis jung. Geruch war erdig-muffig. Dann also mal die FN rausgeholt und geschlüsselt. Und bei der Fruchtkörpergröße geht es schon los. Die meisten sind ja eher klein, aber der alte Schlappen ist schon größer als 3 cm Hutddurchmesser und 4 mm Stieldicke. Wie biegt man da ab? Oder sollte man mal in beide Richtungen gehen?

    Ansonsten wird im Schlüssel noch nach der Velumsfarbe gefragt, die würde ich hier als weiß bezeichnen. Geht ihr da mit?

    Sporengröße (8.2+-0.6) µm x (5.0+-0.2) µm, Q=1.7+-0.2 bzw. (7.2-9.5) µm x (4.5-5.4) µm, Q=1.4-1.9


    2. Ein Stäubling. Da ich neben Capilitum auch Paracapilitium gefunden habe, würde ich den als Lycopderon pratense ablegen. Was meint ihr? Sporengröße (3.6+-0.2) µm bzw. (3.1-4.0) µm, Sporen fein warzig.


    3. Ein Täubling, Geschmack mild, leicht mehlig (wie ein mehliger Apfel) in der Konsistenz, mit Guajak nach 8 Sekunden ganz langsam bläuend, mit Eisensulfat orange, Sporenpulver IIIb, Begleitbäume Betula und Quercus. Ich muß gestehen, daß ich da aus Zeitgründen noch keinen Bestimmungsversuch unternommen habe, aber vielleicht hat ja jemand eine Idee dazu.


    4. Noch ein Täubling. Ebenfalls mild, mit Guajak nach 5 Sekunden deutlich blau werdend, Eisensulfat orange, Sporenpulver IIIb, Begleitbäume Quercus und Betula. Auch hier aus Zeitgründen noch kein Bestimmungsversuch meinerseits.


    5. Cystoderma amianthinum, Sporengröße (6.0+-0.5) µm x (3.4+-0.2) µm, Q=1.7+-0.2 bzw. (5.4-7.1) µm x (3.2-3.9) µm, Q=1.4-2.1

    Huthaut


    6. Ein dicker, fetter Stäubling. Aber welcher genau? Der Durchmesser war so geschätzt 15-20 cm.


    7. Hygrocybe conica. Als ich den Pilz fotografierte, kam ein Radfahrer vorbei, der neugierig fragte, was ich da suche. Ich hub an, von Pilzen zu erzählen, woraufhin er sofort feststellte: Das sind dann aber kleine Pilze!?! Ich stimmte zu und verwies auf den farbenfrohen, seltenen und geschützen Saftling, aber er fuhr fort: Es gibt ja auch halluzinoge Pilze... ich hab da letztens ein Buch gelesen....


    8. Neottiella vivida, Sporen (25-28) µm x (16-17) µm, Q=1.4-1.7


    9. Eine Spaltlippe an Pinus sylvestris. Sporen um die 105 µm lang, Asci 160-170 µm. Auch wenn hier die Querstreifen fehlen, würde ich zu Lophodermium pinastri tendieren, da die Nadel nicht mehr an toten Ästen war und die Sporen für L. pini-excelsae zu groß sind.


    Björn

    Hallo Frank,


    ich habe das Panthera C von Motic in der trinokularen Version. Dazu kommt dann noch der Kameraadapter, an dem ich eine Canon EOS 600 D angeschlossen habe (die Kamera war schon vor dem Mikroskop vorhanden). Preislich lag das Mikroskop bei circa 1800 €, der Kameradapter bei 100 €. Bei der Kamera erinnere ich mich nicht mehr an den Preis, weil ich die schon vor Urzeiten gekauft habe.

    Es gibt ansonsten noch die Option, daß man sich gebraucht ein altes Mikro von Zeiss etc. besorgt. Da sind die Preise wohl niedriger, aber da kann ich mangels eigener Erfahrung eigentlich nichts ernsthaft zu sagen. Vielleicht wäre es eine gute Idee, wenn man hier im Forum mal einen Beitrag macht, in dem jeder der Mikro-Freaks seine Ausstattung und ein paar damit erzielte Beispielbilder präsentiert.


    Björn