Beiträge von boccaccio

    Hallo zusammen,


    heute Vormittag habe ich ein bißchen Frischluft im Stadtwald geschnuppert und dabei auch eine handvoll Pilze entdeckt, die ich euch hier zeigen möchte.


    1. Pholiota mit Sporen von (7.9+-0.4) µm x (5.3+-0.3) µm, Q=1.5+-0.1 bzw. (6.9-8.6) µm x (4.7-5.9) µm, Q=1.3-1.6 auf Fagus sylvatica. Damit lande ich bei Pholiota adiposa.


    2. Hier lande ich mit Sporen von (4.4+-0.2) µm x (3.5+-0.2) µm, Q=1.3+-0.1 bzw. (4.0-4.7) µm x (3.2-3.8) µm, Q=1.2-1.4 bei Inonotus nodulosus. Substrat Fagus sylvatica


    3. Bulbillomyces farinosus


    4. Macrotyphula filiformis


    5. Phlebia subochracea, Sporen (5.9+-0.4) µm x (3.0+-0.2) µm, Q=2.0+-0.2 bzw. (5.3-6.7) µm x (2.5-3.4) µm, Q=1.7-2.3


    6. Infundibulicybe geotropa


    7. Tapinella panuoides


    8. Humaria hemisphaerica


    9. Helvella crispa


    Björn

    Aber Herbstlorcheln sind hier mit Abstand die häufigsten Lorcheln - gerade im Herbst :D Aber gut zu wissen, daß man sich generell jede Lorchel genauer anschauen sollte.


    Björn

    Salü Philipp,


    das ist ja mal ein toller Fund, der mikroskopisch extrem hübsch aussieht. Da werde ich direkt mal in Zukunft die Augen gezielt auf Herbstlorcheln richten.


    Björn

    Zitat

    Ja, klar. Allerdings hat jede Vaccinum-Art ihre ganz speziellen Exobasidium-Species.

    Es gibt aber auch durchaus Vaccinum-Arten mit mehr als einer Exobasidium-Art. Die Preiselbeere hat zum Beispiel gleich drei Arten zu bieten, wobei aber wohl noch nicht ganz klar ist, ob die wirklich verschieden sind.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Samstag waren Mario und ich gemeinsam auf einer kleinen Tour in der Ohligser Heide unterwegs. Dabei gab es dann durchaus den einen oder anderen persönlichen Erstfund für mich.


    1. Eigentlich wollte Mario ja gar nicht so sehr nach Rindenpilzen schauen, da aktuell ja auch genug anderes wächst. Aber bei diesem hier am Wegesrand hatte er ein gutes Gefühl und so haben wir dann mal jeder ein Stück eingesteckt. Sieht so aus als habe Marios Gespür nicht getäuscht. Sporen (7.1+-0.4) µm x (4.5+-0.2) µm, Q=1.6+-0.1 bzw. (6.5-8.0) µm x (4.1-5.0) µm, Q=1.4-1.9, amyloid, Basidien 4-sporig, keine Schnallen, Gloeozystiden, die mit SV reagieren. Da lande ich bei Gloiothele lactescens.

    Ohligser Heide-0003.JPG


    2. Arcyria stipata


    3. Lycoperdon perlatum, Sporen (3.3+-0.2) µm bzw. (3.1-3.7) µm


    4. Das dürfte mit der hyalinen Basis wohl Clavaria falcata sein. Aber wenn ich mich recht entsinne, hat Mario auch eine eingepackt.


    5. Tricholoma cingulatum


    6. Manchmal ist Rötlingsbestimmung sehr einfach.... so wie hier. Der gelbliche Hut in Kombination mit einem intensiven Bonbongeruch führt direkt zu Entoloma pleopodium

    Ohligser Heide-0023.JPG

    Ohligser Heide-0046.JPG


    7. Auriscalpium vulgare


    8. Rickenella swartzii


    9. Cordyceps militaris

    Ohligser Heide-0015.JPG


    10. Sparassis crispa


    11. Entoloma sericeum


    12. Den würde ich gerne als Rustroemia firma benamsen, auch wenn die Sporen mit (17.4+-1.0) µm x (6.1+-0.4) µm, Q=2.9+-0.3 bzw. (15.7-19.7) µm x (5.5-6.9) µm, Q=2.3-3.3 etwas breit sind. Auf Eiche.


    13. Hier dachten wir im Feld erstmal an eine Peziza. Aber die fehlende Reaktion mit Lugol führte dann am Ende zu Sowerbyella radiculata


    14. Trichia persimilis

    Ohligser Heide-0091.JPG


    Björn

    Hallo Karl,


    mit der Benkert-Arbeit paßt von den Sporen und der Größe der Fruchtkörper her Geopora sepulta eindeutig am besten (er schreibt ja auch, daß G. foliacea ein Phantom ist - da hatte ich auch noch eine andere Arbeit gefunden, in der Geoporas DNA-mäßig untersucht wurden und wo G. foliacea irgendwie nicht wohldefiniert war). Das einzige was stört ist die Ökologie: Benkert gibt nährstoffreichere Böden unter Laubbäumen an, während mein Fund auf Sandboden bei Kiefer wuchs.


    Björn

    Hallo Karl,


    ja im Moment ist das mit den Pilzen wirklich fast schon anstrengend und man findet mehr als man eigentlich bearbeiten kann. Aber wenn es jetzt langsam mit dem Frost losgeht, wird es ja auch schnell wieder ruhiger.


    Björn

    Hallo Karl,


    da war ich nach der Pilzflut des Wochenendes wohl am Ende etwas betriebsblind. Habe mir gerade mal dein Foto von A. rustica bei PD angeschaut und das sieht in der Tat schon makroskopisch ganz anders aus. Da der Stiel glatt war, ist es also wieder mal "nur" Omphalina pyxidata.


    Bei der Gamundia waren die Sporen optisch schon ein wenig warzig, aber das kommt auf den Fotos leider nicht so gut rüber.... ist halt ein Weißsporer und kein Rostpilz :D


    Björn

    Hallo Christoph,


    vielen Dank für die schnellen und ausführlichen Informationen. Jetzt wo du mich auf die Hyphenaggregate hingewiesen hast, kann ich sie auch sehen ;) Ansonsten habe ich gestern auch noch mal gezielt nach Basidien gesucht und konnte absolut keine Dickwandigkeit an den Basidienbasen entdecken.


    Björn

    Hallo Martin,


    ich habe von Cortinarien ja nicht viel Ahnung, aber das sieht mir nach einer Telamonie aus. Die sind nicht einfach und ohne eine Kollektion mit jungen Fruchtkörpern hat man da wohl wenig bis gar keine Chance auf eine Bestimmung.


    Björn

    Hallo Thiemo,


    mein Ammoniak riecht noch ganz gut, das sollte also frisch sein ;) Es hat jetzt gerade auch im Stielfleisch eine positive Reaktion gezeigt. Dann werde ich den Fund mal als Russula sardonia ablegen.


    Björn

    Hallo zusammen,


    hier noch der dritte und letzte Teil aus den Borkenbergen.


    1. Russula sp. unter Pinus sylvestris. Die Fruchtkörper sind ziemlich groß, der Geschmack ist scharf (ich habe die Zunge nur an die Lamellen gehalten und sofort die Schärfe gespürt). Guajak nach 8 Sekunden mäßig blau, Eisensulfat rötlich, Ammoniak auf Stiel und Lamellen negativ, 20% KOH führt in den Lamellen zu einer pinken Verfärbung (ähnlich der Stielfarbe), Sporenpulver IIIa. Ich würde das für eine Sardoninae halten und dort dann in die Serie Sardonia gehen. Russula badia scheint es eher montan zu mögen, für Russula sardonia paßt die Ammoniakreaktion nicht und für Russula torulosa erscheint mir der Pilz zu groß. Was meinen die Experten?


    2. Gomphidius roseus

    Sporen

    Lamelle

    Huthaut


    3. Dann gab es wieder an verschiedenen Stellen Rhizopogon zu finden. Kann da jemand bei der Bestimmung weiterhelfen? Mit dem Schlüssel von Paz Martin tue ich mich schwer, insbesondere bei der Beurteilung der Peridie. Tricholomopsis ?

    Basidien und Brachybasidiolen

    Peridie, allerdings arg gequetscht

    Sporen in Melzer

    Nochmal Peridie


    4. Hier tendiere ich zu Suillus granulatus, weil das Basalmyzel weißlich ist


    5. Suillus luteus


    6. Nochmal die ominöse Geopora der Vorwoche mit Sporen von (28.2+-0.9) µm x (15.5+-0.8) µm, Q=1.8+-0.1 bzw. (26.6-30.1) µm x (13.5-16.8) µm, Q=1.7-2.0


    7. Melampsoridium hiratsukanum ex Alnus glutinosa


    Björn

    Hallo zusammen,


    weiter geht es mit dem zweiten Teil meines Berichts aus den Borkenbergen.


    1. Calocera furcata an Pinus sylvestris, Sporen (12.3+-0.9) µm x (4.3+-0.2) µm, Q=2.9+-0.2 bzw. (10.7-13.7) µm x (3.9-4.7) µm, Q=2.6-3.4

    Sporen

    Basidien


    2. Eine Geopora mit Sporen von (23.7+-1.1) µm x (13.6+-0.5) µm, Q=1.7+-0.1 bzw. (21.2-26.0) µm x (12.6-14.4) µm, Q=1.6-1.9. Kann ich den als Geopora arenicola ablegen?


    3. Tremella encephala auf Stereum sanguinolentum

    Sporen

    Basidien


    4. Galerina pumila, Sporen (9.8+-0.6) µm x (5.2+-0.5) µm, Q=1.9+-0.1 bzw. (8.1-10.4) µm x (4.3-5.7) µm, Q=1.7-2.3

    Lamelle

    Huthaut

    Stiel

    Sporen in KOH

    Sporen in Melzer


    5. Hygrophorus hypothejus

    Sporen

    Huthaut

    Lamelle


    6. Lactarius deliciosus


    7. Russula ochroleuca


    Björn

    Hallo zusammen,


    am vergangenen Wochenende war ich noch mal im NSG Borkenberge, diesmal in Begleitung von Jörg. Da uns natürlich besonders die mageren Standorte weiter im Gebiet interessierten, haben wir den ersten Abschnitt eher schnell durchquert. Aber ein paar Pilze gab es doch, bevor es dann mit Saftlingen und Co losging. Aber seht selbst:


    1. Amanita pantherina


    2. Amanita muscaria


    3. Boletus edulis


    4. Eine weiße Tricholoma unter Quercus. Der Geruch war eher angenehm, so daß ich den Fund unter Tricholoma album ablegen würde. Sporengröße (6.1+-0.4) µm x (3.8+-0.2) µm, Q=1.6+-0.1 bzw. (5.3-6.8) µm x (3.4-4.2) µm, Q=1.4-1.7

    Sporen

    Huthaut

    Lamellen


    5. Hygrocybe miniata, Sporen (8.0+-0.5) µm x (4.6+-0.3) µm, Q=1.8+-0.2 bzw. (7.3-9.1) µm x (4.2-5.0) µm, Q=1.4-2.1 und ohne Knoblauchsgeruch

    Sporen

    Lamelle

    Huthaut


    6. Clavaria falcata, Sporen (9.2+-0.4) µm x (6.0+-0.6) µm, Q=1.5+-0.1 bzw. (8.7-10.0) µm x (4.8-7.4) µm, Q=1.3-1.8


    7. Entoloma sericeum, Sporen (9.1+-0.5) µm x (7.7+-0.5) µm, Q=1.2+-0.1 bzw. (8.2-10.0) µm x (6.8-8.6) µm, Q=1.1-1.3

    Lamelle

    Huthaut

    Sporen


    8. Amanita rubescens


    9. Leocarpus fragilis


    10. Suillus bovinus


    11. Unter Pinus sylvestris, milder Geschmack, gilbende Milch. Da lande ich bei Lactarius hepaticus

    Sporen

    Huthaut


    12. Wie schon in der Vorwoche: Geoglossum elongatum


    Björn

    Hallo Claus,


    die Phytoparasiten sind schon ganz hübsch unterm Mikro. Vor allem haben die halt den Vorteil, daß die intrinsisch klein sind, da muß man also nicht erst die Huthaut rasieren oder andere Späße machen. Wobei ich finde, daß mir diesmal das Russulapräparat ganz gut gelungen ist. Ich habe nämlich unterm Mikro die Huthaut mit Nadeln zerzuzelt und drauf geachtet, daß die richtige Seite oben liegt. Das sollte ich in Zukunft vielleicht öfter machen :D Aber Russulas haben dann ja immerhin sehr attraktive Sporen. Wenn man da im Vergleich so einen Nabeling sieht...


    Björn